2012 Fuku Info

von 2012 in umgekehrter Chronologie. Das heißt: Das aktuellste folgt zuerst.

 

 

Dezember 2012

 

31.12.2012

Regierung setzt NRA unter Druck

Der neue Minister für Umwelt und atomare Sicherheit N. Ishihara (LDP) will die Geldquelle Kernenergie nicht versiegen lassen und übt nun Druck auf die Atomaufsichtsbehörde NRA aus. Diese soll laut Ishihara die Stresstests der AKWs innerhalb der nächsten 3 Jahre abgeschlossen und über dessen Weiterbetrieb entschieden haben.

Auch ein Atomausstieg bis 2040, wie der Ex-Ministerpräsident Noda (PDJ) anstrebte, will Ishihara auf keinen Fall, sondern die schnelle Rückkehr in die Atomenergie. Laut Ishihara sei ein Atomausstieg sogar verantwortungslos und das Volk, was weiterhin zu etwa 80% gegen die Kernenergie ist, wird von Ishihara sogar als hysterisch bezeichnet.

 

Auch Ministerpräsident Abe drängt die NRA auf schnellere Testergebnisse. Laut dem NRA-Vorsitzenden Tanaka sind gründliche und objektive Untersuchungen geologischer Verwerfungen in Reaktornähe, sowie weiterer sicherheitsrelevante Beurteilungen an den AKWs unter Zeitdruck nicht möglich.

Tanaka betonte zudem auch, dass Reaktoren, die sich über aktive geologische Verwerfungen befinden, keine Betriebsgenehmigung erhalten werden. Das könnte auch bald das Aus für das AKW Ooi, Präfektur Fukui bedeuten, dessen zwei laufenden Reaktoren oberhalb einer möglichen aktiven geologischen Verwerfung liegen.

Derzeit laufen dort erneute Untersuchungen durch die NRA.

 

Wie objektiv und unabhängig die NRA unter der neuen Regierung in Zukunft jedoch arbeiten darf, wird sich nach Bekanntgabe der nächsten Ergebnisse der AKW-Sicherheitstests herausstellen.

 

26.12.2012

Kabinett ernennt S. Abe zum Ministerpräsidenten

Heute wurde S. Abe (LDP) mit einer Mehrheit von 328 der 478 Abgeordneten im Parlament nun offiziell zum Ministerpräsidenten gewählt.

Abe kündigte seinen konservativen rechtspolitischen Kurs an, mit dem er Japan zum Aufschwung verhelfen  und die wirtschaftliche Lage verbessern will. Unter dem Vorwand, die kostenintensiven Importe fossiler Brennstoffe zu minimieren, will Abe zurück zur Atomenergie. Gerüchten zur Folge steht da jedoch auch die mögliche Bereitstellung von Kernwaffen mit im Vordergrund. Auch das Bündnis mit der USA hat für Abe einen sehr hohen Stellenwert.

Ein Procedere, wie mit den Direktfolgen der AKW-Katastrophe und der betroffenen Bevölkerung in der Präfektur Fukushima umgegangen werden soll, wurde erst gar nicht erwähnt.

Abe ernannte heute auch seine Minister und stellte das neue Kabinett vor. Der von Abe ernannte Minister für Umwelt und atomare Sicherheit N. Ishihara soll nun gemeinsam mit Abe die Energiepolitik gestallten.

Unabhängige Experten stehen dem neuen Kabinett jedoch eher skeptisch gegenüber und glauben nicht, dass die alte neue Besetzung eine Wende und frischen Wind in Japans Politik bringen wird. Denn in der vorherigen Regierungszeit der LDP, ist der schon damalige Ministerpräsident Abe 2007 nach zahlreichen Skandalen und Unstimmigkeiten im Kabinett zurückgetreten. Hinzu kommt noch, dass alle ernannten Minister enge Freunde von Abe sind.

 

25.12.2012

Erdbebenprognosen

Laut dem Erdbebenforschungsinstitut, was vor einigen Jahren für die Vorhersage möglicher Erdbeben durch die Regierung eingerichtet wurden ist, ist das Risiko für ein bevorstehendes großes Erdbeben in der Kanto-Region, Großraum Tokyo in den letzten zwei Jahren angestiegen. Somit lieget die derzeitige Risikoeinschätzung für ein großes Erdbeben innerhalb der nächsten 30 Jahre bei 75,7%. Vor zwei Jahren wurde der Wert noch bei 63,8% eingestuft. In Präfektur Sizuoka liegt das Risiko sogar bei 89,7%.

Allerdings ist diese Behörde in der letzten Zeit in Kritik geraten, da auch ein mögliches Risiko für das große Tohoku-Erdbeben von März 2011 gar nicht vorhergesagt werden konnten.

Nach Angaben weiterer Geowissenschaftler besteht für die Küstenregion entlang des Nankai-Grabens, also ab der Shizuka-Region, dort wo auch das Groß-AKW Hamaoka

,,beheimatet'' ist, bis tief in den Süden eine sehr hohe Gefahr für ein größeres Erdbeben mit Tsunami innerhalb der nächsten Jahrzehnte.

Zum Erdbebenrisiko tragen auch die aktiven geologischen Verwerfungen bei, was nicht gerade unerheblich ist. Allerdings werden diese Gefahren durch die Verantwortlichen ganz gerne verdrängt. So war auch die in Nordjapan vor der Küste von Rokkasho verlaufende 84 km lange aktive Verwerfung bereits 2005 bekannt gewesen, als das AKW Higashidori fertig gestellt und die Baupläne für das AKW Oma, ebenfalls in der Präfektur Aomori genehmigt wurden sind.

 

21.12.2012

Analysen für den enormen Wahlsieg der LDP

Obwohl etwa 80% der Bevölkerung einen schnellen Atomausstieg befürworten, wählten sie die LDP, eine eher atomfreundliche Partei. Gründe hierin liegen in der Hoffnung auf Besserung der Wirtschaftslage, die zur Zeit sehr angeschlagen ist. Vor allem jüngere Leute haben berufliche Sorgen und somit Zukunftsängste. Japan ist hoch verschuldet und der starke Yen ist nicht gerade förderlich für die Exportgeschäfte.

Auch hier versprach Abe (LDP) im Wahlkampf Abhilfe und propagierte ,,ohne AKWs kein Wirtschaftswachstum'' und das er Japan aus der Deflation führen wolle.

 

Die schon in früherer Zeit jahrelang regierende Partei LDP ist sehr finanzstark und konnte somit einen sehr effizienten Wahlkampf bis in alle Provinzen führen.

Der Bevölkerung, die mit Nodas Politik sehr unzufrieden gewesen ist, ging es hauptsächlich darum, die DPJ abzuwählen. Fehlende Alternativen trugen ebenfalls zum Wahlsieg der DPJ bei.

Ein paar kleinere Parteien, die eine Wende erzielen könnten, müssen sich erst einmal behaupten. Dazu benötigt die Partei erst einmal sehr viel finanzielles Startkapital. Bis ein Kandidat zur Wahl antreten darf, sind schon etwa 

60 000 Euro fällig.

 

Bezüglich der Energiepolitik gibt es nur vage und vorsichtig formulierte Aussagen seitens des Ministerpräsidenten Abe. Letztendlich strebt Abe jedoch die Wiederinbetriebnahme aller noch verbliebenen AKWs (insgesamt 48 Reaktoren, inklusive dem AKW Fukushima dai ni, 12 Km südlich vom havarierten AKW Fukushima dai ichi) und die Weiterentwicklung des schnellen Brüters an. Dabei wolle er jedoch die Empfehlungen der Atomaufsicht NRA, die die Sicherheitschecks an den AKWs durchführt, berücksichtigen.

Auch die Aussage, den besten Energiemix für Japan finden zu wollen, wurde nicht konkretisiert.

Denn auch Abe ist sich darüber bewusst, dass er nicht wegen seiner Atompolitik gewählt worden ist, was seine Formulierungen bezüglich der Energiepolitik eher vage und vorsichtig ausfallen lässt.

 

20.12.2012

NRA: Weitere Sicherheitsprüfungen für AKWs nicht vor Juli 2013

Die Atomsicherheitsbehörde NRA will erst ein neues Konzept für Sicherheitsstandards der AKWs erarbeiten, bevor weitere Überprüfungen an Japans AKW durchgeführt werden. Laut Plänen des NRA-Vorsitzenden S. Tanaka werden die neuen Sicherheitsstandards im Sommer 2013 in Kraft treten. Erst ab dann werden die Überprüfungen der AKWs fortgesetzt. Auch ,,Eilanträge'' der Betreiber, die erst nach bestandenen Sicherheitstest ihre AKWs wieder in Betrieb nehmen dürfen, werden nicht berücksichtigt. 

Die Sicherheitsdebatte, so Tanaka, soll auch weiterhin öffentlich sein. Zudem betonte Tanaka auch, weiterhin als unabhängige Behörde zu arbeiten, ohne sich durch die neue Regierung beeinflussen zu lassen.

Die LDP, die mit ihrem Koalitionspartner eine Zweidrittelmehrheit bei der Unterhauswahl am vergangenen Sonntag erreichte, gilt als sehr atomfreundlich (Antiatom-fuku berichtete). Dem nach mehren sich die Befürchtungen, dass Japan weiterhin an der Kernenergie festhält.

 

18.12.2012

Keinen Atomausstieg mit der LDP

Unter dem Deckmäntelchen die japanische Wirtschaftslage verbessern zu wollen, soll der von Ex-Ministerpräsident Noda (DPJ) beschlossene (Pseudo)Atomausstieg bis 2040 gekippt werden.

Der neue Ministerpräsident Abe (LDP) will innerhalb der nächsten 10 Jahre einen Energiemix zusammenstellen, der für Japan an vorteilhaftesten sein soll. Allerdings beinhaltet dieser auch die Kernenergie. Alle AKWs, die nach NRA-Überprüfungen als sicher deklariert werden, sollen nach Abes Plänen wieder ans Netz gehen.

Auch die kerntechnische Industrie, insbesondere der Reaktorhersteller Mitsubishi Heavy Industries sieht sich nun im Aufwind und übt Druck auf die neue Regierung aus, die AKWs wieder schnell ans Netz zu nehmen. 

Derzeit sind 2 von 50, ursprünglich 56 Reaktoren (AKW Ooi, Präfektur Fukui, Betreiber Kansaidenryoku) wieder am Netz. Um dieses zu ,,rechtfertigen'' wurden 8 herkömmliche Kraftwerke abgeschaltet (antiatom-fuku berichtete). Eine Inbetriebnahme weitere AKWs ist ,,erst'' ab Mitte 2013 vorgesehen. Zuvor will die LDP weitere ,,Sicherheitsbestimmun-gen'' erarbeiten und in Kraft setzen.

 

16.12.2012 (2)

Wahlsieg für Abe (LDP)

Nach Abschluss der Hochrechnungen steht nun das amtliche Wahlergebnis fest. Der neue Ministerpräsident S. Abe (58) erhält 273 von 480 Sitzen im Unterhaus. Der ehemalige Ministerpräsident Noda (DPJ), der vor ein paar Wochen das Parlament auflöste und somit die vorgezogenen Neuwahlen hervor rief, stürzte von 233 (Wahlsieg 2009) auf 46 Sitze ab. Noda erklärte noch am Wahlabend seinen Rücktritt als Parteichef.

Abe ist nun der 7. Regierungschef innerhalb von 6 Jahren. Die jahrelang regierende Partei LDP wurde vor 3 Jahren abgewählt, weil man sich durch die DPJ eine Verbesserung der politischen Lage in Japan versprach. Die damaligen Wahlversprechen der DPJ wurden jedoch nie eingelöst und das Procedere in der Atompolitik sorgte für den Rest.

Ob jetzt eine Stabilisierung der politischen Situation in Japan erwartet werden kann, ist jedoch fraglich. Denn noch ist die DPJ im Oberhaus, was erst im Sommer 2013 neu gewählt wird, dominierend. Da Gesetzentwürfe stets mit dem Oberhaus abgestimmt werden müssen, könnten sämtliche Pläne der neuen Regierung blockiert werden, was nicht gerade für eine stabile Politik sorgen wird.

Hinzu kommt noch, das die eher atomfreundliche LDP, die auch in ihrer langen Regierungszeit zuvor, die Sicherheitsfragen in der Atompolitik stark vernachlässigt und die Kernenergie laufend forciert hat, bei der Bevölkerung eher weniger auf Gegenliebe stoßen dürfte.

Es gab jedoch keine großartigen Alternativen, die der Bürger hätte wählen können. Auch die im Sommer neu gegründete Midori no To (Grüne Japan), die wirklich und zwar ohne Kompromisse mit der Atomlobby den Atomausstieg anstrebt, darf erst ab dem Sommer 2013 gewählt werden.

 

16.12.2012 (1)

Neuwahlen: DPJ ist abgewählt

Die Unterhauswahlen in Japan sind abgeschlossen und laut ersten Hochrechnungen wird die Partei LDP mit Shinzo Abe (58) als neuen Ministerpräsidenten die Macht übernehmen.

Laut den ersten Hochrechnungen erreicht die LDP etwa 300 von 480 Sitzen im Parlament.

Somit ist wie erwartet die Partei DPJ mit Ex-Ministerpräsident Noda, die nur 50-70 Sitze im Parlament erreichte, kläglich gescheitert. Vor allen wegen der Atompolitik nach der Atomkatastrophe in Fukushima und der massiven Erhöhung der Mehrwertsteuern wurde die DPJ von der Bevölkerung abgestraft.

Ob der neue Regierung LDP, die mit ihrem Koalitionspartner sogar eine Zweidrittelmehrheit erreichen würde, eine Kurswechsel in Sachen Atompolitik anstrebt ist bei dieser sonst sehr atomfreundlichen Partei eher fraglich.

 

14.12.2012

Aktive Verwerfung am AKW Higadori bestätigt

Nach Abschluss der Überprüfungen durch die NRA am AKW Higashidori, Präfektur Aomori wurde eine der beiden vorhandenen Bruchzonen als aktive geologische Verwerfung bestätigt. Diese befindet sich in Reaktornähe und könnte somit das Aus für das AKW Higashidori bedeuten.

 

Verband der Stromversorger fürchtet finanzielle Engpässe durch stillstehende AKWs 

Auf einer heutigen Pressekonferenz zweifelte das Vorstandsmitglied vom Verband der Stromversorger M.Yagi, der auch gleichzeitig Chef des Energiekonzerns Kansaidenryoku ist, die Untersuchungsergebnisse der Atomaufsicht NRA  bezüglich der entdeckten aktiven Verwerfungen am AKW Tsuruga, Präfektur Fukui an. Laut Yagi können diese wissenschaftlich nicht ausreichend belegt werden. Zudem ,,sorgt'' sich Yagi auch um die Gewährleistung einer ausreichenden Stromversorgung für Japan, wenn die AKWs weiterhin vom Netz bleiben.

Wie auch die anderen Stromkonzerne befürchtet Kansaidenryoku, der auch das AKW Ooi, Japans derzeit einziges aktive AKW betreibt, finanzielle Engpässe, wenn die AKWs aufgrund von aktiven geologischen Verwerfungen nach und nach alle stillgelegt werden.

 

13.12.2012

Aktive geologische Verwerfungen auch am AKW Higashidori vermutet

Die Atomaufsicht NRA hat mit ihren Sicherheitsüberprüfungen am AKW Higashidori, Präfektur Aomori begonnen. Zwei vorhandene geologische Verwerfungslinien, die dicht an den Reaktoren verlaufen könnten seismisch aktiv sein. Bestätigt sich der Verdacht, würde das eine Stilllegung des AKWs zur Folge haben. Laut dem Betreiber Tohokudenryoku sind diese Verwerfungen seismisch nicht aktiv.

 

08.12.2012

AKW Shika: Aktive Verwerfung schon vor Baubeginn bekannt gewesen

Nach NRA-Recherchen stellt sich nun heraus, dass das Vorhandensein einer aktiven Verwerfungslinie am AKW Shika in der Fukui-Bucht schon vor Baubeginn 1988 bekannt gewesen ist. Laut dem Betreiber Hokurikudenryoku gab es nie Hinweise für aktive Verwerfungen auf dem AKW-Gelände.

Zudem fordert die NRA jetzt auch strengere Kriterien für die Einstufung geologischer Verwerfungen. Damit eine Verwerfung als aktiv eingestuft werden kann, müssen bestimmte Kriterien erfüllt werden, die jedoch nach Meinung der NRA viel zu viel Rücksicht auf die Atomkonzerne nimmt. Durch die derzeitigen Vorgaben sind weniger aktive Verwerfungen auf dem Gelände der jeweiligen AKWs offiziell vorhanden und führen somit nicht zu ,,Problemen'' für die Betreiber der AKWs.

 

02.12.2012

AKW Tsuruga: Aktive Verwerfung unter Reaktor 2 bestätigt

Nach Abschluss der Untersuchungen der NRA am AKW Tsuruga, Präfektur Fukui, wurde der bestehende Verdacht einer aktiven geologischen Verwerfungslinie (antiatom-fuku berichtete), die unterhalb von Reaktor 2 verläuft jetzt bestätigt. Somit ist das Aus für Reaktor 2 schon quasi besiegelt.

 

Bürgermeister von Osaka und Kanzlerkandidat Hashishita will den Erhalt der AKWs

Der amtierende Bürgermeister von Osaka Hashishita, der im Sommer noch über Ministerpräsident Noda bezüglich den Regierungsplänen zum Neustart des AKWs Ooi schimpfte, setzt sich nun für den Erhalt der AKWs in der Präfektur Fukui ein. Laut seinen Angaben ist ein Atomaustieg unverantwortlich, viele Arbeitsplätze würden wegfallen und die lokale Wirtschaft in der Region, die, inklusive dem schnellen Brüter Monju über 15 Reaktoren verfügt, würde völlig einbrechen. Die Region werde laut Hashishita durch die AKWs gestützt.

Der resolute Atombefürworter Hashishita tritt mit seiner neu gegründeten Partei zu der Neuwahl am 16.12.2012 an, bei der er als Ministerpräsident kandidiert. Neben den Erhalt der AKWs will Hashishita das Land auch in einer eher diktatorischen Weise führen, da seiner Meinung nach zu vieles aus dem Ruder laufen würde. Denn derzeit sind über 80% der Bevölkerung weiterhin für einen raschen Atomausstieg. Auch die Antiatom-Demos haben, trotz Behinderung durch die Behörden (antiatom-fuku berichtete) weiterhin großen Zulauf.

 

 

November 2012

  

28.11.2012

NRA bestätigt aktive geologische Verwerfung am AKW Tsuruga

Nach Untersuchungen der neuen Atomaufsichtsbehörde NRA, die sich als neutral bezeichnet, wurde eine über 35 km lange aktive geologische Verwerfungslinie, die parallel zu den Reaktoren 1 und 2 des AKWs Tsuruga, Präfektur Fukui verläuft bestätigt. Jeweils zwei weitere Verwerfungen, die direkt unterhalb der Reaktoren 1 und 2 verlaufen, führen zu der zuvor beschriebenen aktiven Verwerfung und sind mit ihr verbunden. Sollte sich dort ebenfalls eine seismische Aktivität bestätigen, hätte das die endgültige Stilllegung der Reaktoren zur Folge.

 

UN-Kritik an die japanische Regierung

Anand Grover, von der Menschenrechtsorganisation UN kritisierte die japanische Regierung wegen der unzureichenden Fürsorge der Bevölkerung in der Präfektur Fukushima, die nun mit den Strahlenfolgen des Atomunfalls leben müssen. Auch die unzureichende Gesundheitsnachsorge für ehemalige AKW-Arbeiter, die schleppenden Entschädigungsleistungen sowie all die vorsätzlichen Falschinformationen und Verharmlosungen (antiatom-fuku berichtete mehrfach) wurden stark kritisiert.

 

25.11.2012

NRA-Überprüfungen: Drei aktive Verwerfungen am AKW Ooi sehr wahrscheinlich

Während die Überprüfungen durch die Atomregulierungsbehörde NRA am AKW Ooi, Präfektur Fukui noch andauern, liegen die Ergebnisse für die restlichen AKWs schon vor. Nur am AKW Genkai, Kyushu in Südjapan konnten keine aktiven geologischen Verwerfungslinien nachgewiesen werden. Alle anderen AKWs weisen entgegen den von den jeweiligen Betreibern zuvor durchgeführten Prüfungen aktive Verwerfungen auf.

Folglich wurden die vorgelegten Prüfergebnisse der Betreiber durch die NRA stark kritisiert.

Am AKW Ooi, was zur Zeit in Betrieb ist, sind sogar gleich drei aktive geologische Verwerfungen sehr wahrscheinlich. Eine seismisch aktive Bruchzone, die das AKW-Gelände durchquert, könnte den Erdboden nach oben wölben.

 

22.11.2012

Unzureichende Geundheitsnachsorge für ehemalige AKW-Arbeiter

Die von Staat kostenlos angebotene lebenslange Krebsvorsorge für Arbeiter, die seit dem GAU am AKW Fukushima dai ichi tätig sind, bzw. tätig waren, wird nur dann gewährleistet, wenn die erhaltene Gesamtstrahlendosis während der Einsatzzeit mehr als 100 mSv beträgt. Für alle anderen Arbeiter ist aufgrund der behördlichen Regelungen, die laufend ,,angepasst'' wurden sind, eine entsprechende Krebsvorsorge nur auf eigene Kosten möglich. Somit erhalten nur etwa 5% der der über 20 000 Betroffenen nach Beendigung der gefährlichen Einsätze am AKW Fukushima dai ichi die staatlich zugesicherte und kostenlose Vorsorge.

Heraus fallen auch jene Arbeiter, die unmittelbar nach dem GAU, als sämtliche Dosimeter durch den Tsunami verloren gingen, ohne Dosimeter arbeiten mussten und somit keine Dokumentation bezüglich der erhaltenen Strahlendosis nachweisen können.

 

Bachforellen stark mit Cäsium kontaminiert

Aktuelle Untersuchungen von Fischproben aus Flüssen in 20 bis 30 km Entfernung zum AKW Fukushima dai ichi haben ergeben, dass Bachforellen einen Cäsium137-Gehalt von

11 400 Bq/kg aufweisen und somit nicht mehr für den Verzehr geeignet sind. Weitere Fische weisen sogar einen Wert von über 3000 bis 4000 Bq/kg auf. Die gesetzlich festgelegte Obergrenze liegt derzeit bei 100 Bq/kg.

 

18.11.2012

Noda gescheitert, Parlament aufgelöst, Neuwahlen am 16.12.2012

Die allgemeine Unzufriedenheit nimmt immer mehr zu und die Macht von Ministerpräsident Y.Noda (DPJ) bröckelt. Jetzt wurde das Parlament durch Ministerpräsident Noda aufgelöst und somit der Weg für Neuwahlen frei gemacht.

Immer mehr Leute lehnen Noda als Ministerpräsidenten, der trotz Super-GAU im eigenem Lande weiterhin an der Kernenergie festhält und im Sommer trotz massiver Widerstände den Neustart der AKWs durchboxte, ab.

 

16.11.2012

Baustopp für AKW Oma bei Hakodate, Präfektur Aomori in Nordjapan gefordert

Der Bürgermeister von Hakodate, T. Kudo fordert, dass das Bauvorhaben der Atomfirma J-Power für das weltweit erste AKW, was ausschließlich mit MOX-Brennelementen betrieben werden soll (antiatom-fuku berichtete), auf Eis zu legen. Gerade nach der AKW-Katastrophe in Fukushima, worauf die ganze Welt schaute und dessen Hergang noch nicht einmal komplett geklärt ist, sind vor allem die Anwohner in großer Sorge.

In der nur 20 km breiten Meerenge zwischen der Hauptinsel Honshu und der Nordinsel Hokkaido leben im 50 km-Umkreis zur AKW-Baustelle 460 000 Menschen.

Auch die Stromversorgung für diese Regionen ist im vollen Umfang gewährleistet, so dass das AKW Oma völlig unnötig ist.

Die Lagerkapazitäten für abgebrannte MOX-Brennelemente, die noch wesentlich problematischer sind als herkömmliche Uranbrennelemente würden bei den ohnehin schon landesweit fehlenden Lagermöglichkeiten noch nicht einmal für 20 Jahre reichen.

Zur guter Letzt wurde auf der AKW-Baustelle eine aktive geologische Verwerfungslinie entdeckt. Laut den zuvor durchgeführten behördlichen Prüfungen ist diese Bruchstelle nicht aktiv.

 

13.11.2012

Anti-AKW-Bewegung: Regierung behindert die freie Meinungsäußerung der Bevölkerung

Regierung will Anti-AKW-Demos landesweit eindämmen. Dazu wurden z.B. Demo-Kundgebungen bzw. Versammlungen für Demos im Hibiya Park/Regierungsviertel in Tokyo verboten. Auch eine Antiatom-Großveranstaltung, die für den 11.11.2012 angesetzt wurden ist und im Hibiya Park beginnen sollte, wurde durch die Behörden kurzfristig untersagt. Zudem wurde das Anmeldeprocedere für Demos bei den zuständigen Behörden erschwert.

Derzeit lehnen 80% der Bevölkerung die Kernenergie ab und trotz all den Schikanen fanden am Wochenende sehr gut besuchte Antiatomdemos in Tokyo und weiteren Städten statt. 

 

Der schnelle Brüter Monju soll wieder ans Netz

Derzeit wird in Regierungskreisen und der Atomlobby auch der Neustart des schnellen Brüters Monju, Präfektur Fukui diskutiert. Der schnelle Brüter Monju in der Bucht von Fukui, in der sich noch 14 weitere Reaktoren, inklusive dem z.Zt. aktiven AKW Ooi, soll in kürze auf geologische Verwerfungen überprüft werden. Dann soll er, wie schon 2010 geplant, 2013 erst mal mit 40% Leistung in Betrieb gehen. Innerhalb der folgenden 2 bis 3 Jahre soll die Leistung bis zum Vollbetrieb gesteigert werden.

Die Historie des schnellen Brüters Monju weist neben den zum Teil sehr kritischen Störfällen eine nur sehr kurze Betriebszeitzeit in Bezug auf seine Lebensdauer auf und verursachte schon immense Kosten ohne Ausbeute.

 

AKW Fukushima dai ichi: Leckagen in Reaktor 1 und 2

Zum dritten mal musste nun die Frischwasserzufuhr zur Kühlung der Brennelemente im Reaktor 1 und 2 gesteigert werden, da der Wasserspiegel erneut absank. Mögliche Ursachen sind Leckagen im Reaktorbehälter bzw. an den Rohranschlüssen.

 

09.11.2012

Atomlobbyistenfreundliches WHO-Gutachten zur Fukushima-Kriese

Die Weltgesundheitsorganisation WHO legte nun ihr Gutachten zur Gesundheitseinschätzung der Bevölkerung in der Präfektur Fukushima nach dem GAU im AKW Fukushima dai ichi vor.

Im WHO-Bericht wird jedoch mehr verharmlost, verschwiegen als offengelegt. Angaben von Strahlenwerten, die zum Großteil zu niedrig angegeben wurden sind, wurden von den japanischen Behörden, die schon mehrfach wegen Falschangaben in der Kritik standen, übernommen. Es wurden auch nur die Reihenuntersuchungen von Schilddrüsenerkrankungen bei Kindern, die bisher auch nur 40 000 von 300 000 Kindern umfassen, begutachtet. Weitere Krankheiten, die in Verbindung mit einer erhöhten Strahlenexposition stehen, wie z.B. der Anstieg von Fehl-und Totgeburten, Missbildungen und weiterer Symptome, wurden gar nicht erst erfasst.

 

Der WHO-Bericht erscheint somit völlig unglaubwürdig. Die gesamten  gesundheitlichen Folgen für die Betroffenen werden heruntergespielt. Das ist aber nicht verwunderlich, da das WHO-Gutachten durch Autoren, die der internationalen Atomenergiebehörde IAEO angehören, erstellt wurden ist. Auch das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz wirkte daran mit.

Unabhängige Experten, wie auch die IPPNW (Internationale Ärzte zur Verhinderung eines Atomkrieges), kritisieren das WHO-Gutachten auf schärfste.

 

Bereits kurz nach dem GAU begannen die ersten Symptome wie Hautveränderungen, Haarausfall, Nasenbluten und Diarrhö. Auch die Verteilung von Jod-Tabletten wurde trotz vorhandener Vorräte unterlassen. Als dann auch noch radioaktiver Müll verbrannt wurde, stieg die Strahlung um das zehnfache.

 

07.11.2012

AKW Ooi: Noch keine Einigung bezüglich der geologischen Verwerfungen

Eine für heute erwartete endgültige Entscheidung bezüglich der sehr wahrscheinlich aktiven geologischen Verwerfungslinien unterhalb des AKW-Geländes und der entsprechenden Konsequenz für das AKW Ooi, Präfektur Fukui, wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.

Unabhängige Experten bezweifeln weiterhin die Angaben vom AKW-Betreiber Kansaidenryoku (Kepco), der jedoch erneut bekräftigte, dass es sich nicht um aktive Verwerfungen handeln würde. Laut der Experten sind die von Kepco erstellten Daten jedoch unzureichend und nicht plausibel. Die Atomaufsichtsbehörde NRA wird dazu selber Untersuchungen durchführen.

Eine Bestätigung der Aktivität der umstrittenen geologischen Verwerfungslinie könnte die sofortige Stilllegung des derzeit einzigen in Betrieb befindlichen AKWs zur Konsequenz haben.

 

05.11.2012

Der Super-GAU von 2011: Erdbeben als Ursache erneut bestätigt!

Der Verantwortliche für den Untersuchungsausschuss zur Analyse der Unfallursache am AKW Fukushima dai ichi M. Tanaka hielt vor dem Wochenende einen Vortrag in Sendai vor 300 Zuhörern, wobei er die Regierung und den AKW-Betreiber Tepco scharf kritisierte. Die Regierung und Tepco vertreten immer noch die Meinung, dass der Tsunami die primäre Ursache für den Super-GAU im März 2011 gewesen sei.  

Tanaka hatte jedoch die Logbücher des AKWs analysiert und AKW-Mitarbeiter, die als Zeitzeugen zum Unfallzeitpunkt anwesend waren befragt. Dem nach ist unmittelbar nach dem Erdbeben die gesamte Stromversorgung der Reaktoren ausgefallen. Der Tsunami kam jedoch erst 37 Minuten später.

Auch am AKW Onnagawa (Betreiber Tohokudenryoku), nördlich vom AKW Fukushima dai ichi, gab es nach dem Erdbeben einen Störfall, der jedoch gerade noch beherrschbar gewesen ist. Dennoch will der Betreiber Tohokudenryoku das AKW Onnagawa trotz gravierender Sicherheitsmängel, die offensichtlich sind, möglichst bald wieder ans Netz nehmen.

Ein Eingestehen der Regierung und der AKW-Betreiber, dass das Erdbeben und nicht der Tsunami die Ursache für den GAU gewesen ist, würde all die gravierenden Mängel bezüglich der Erdbebensicherheit sämtlicher AKWs offenlegen und somit quasi das Aus für die Kernenergie bedeuten.

 

03.11.2012

Geologische Verwerfungen: Baldiges Aus für das AKW Ooi?

Nach Abschluss erneuter Untersuchungen der umstrittenen geologischen Verwerfungslinien am AKW Ooi, Präfektur Fukui (Antiatom-fuku berichtete mehrfach), legte der AKW-Betreiber Kansaidenryoku (Kepco) nun seinen Endbericht vor. Laut dem handelt es sich bei der Verwerfung (Bruchzone im Erdgestein), die mit einer Länge von 900 Metern quer durch das AKW-Gelände, zwischen den Reaktoren 2 und 3 verläuft, um keine aktive Verwerfungslinie. Unabhängige Experten sind jedoch anderer Meinung. Expertenwarnungen zur Folge ist auch ein größeres Erdbeben in der Fukui-Region in den nächsten Jahren zu erwarten.

Auch die neue Atomaufsichtsbehörde NRA steht den Angaben des AKW-Betreibers Kepco eher skeptisch gegenüber und überprüft, um sich selber ein Bild zu verschaffen, neben weiteren AKWs auch das AKW Ooi auf aktive Verwerfungen.

Eine Bestätigung der zuvor beschriebenen aktiven Verwerfungslinie durch die NRA könnte die sofortige Stilllegung des AKWs Ooi zur Folge haben. Derzeit sind die Reaktoren 3 und 4 am AKW Ooi die einzigen, die landesweit seit Juli 2012, trotz massiver Proteste wieder in Betrieb sind (Antiatom-fuku berichtete).

 

 

 

Oktober 2012

 

31.10.2012

Evakuierungspläne sollen erarbeitet werden

Alle Städte und Gemeinden in einem 30 km-Radius eines AKWs müssen auf Anordnung der neuen Atomaufsichtsbehörde NRA bis März 2013 einen Evakuierungsplan für den Fall einer nuklearen Katastrophe erarbeiten. Die behördlichen Kriterien dazu sind jedoch noch nicht ganz ausgereift. Auch die Bürger sind dadurch noch mehr verunsichert und zweifeln nun noch mehr an die angeblich Sicherheit der AKWs. 

Denn z.B. im Umkreis des AKWs Hamaoka, Präfektur Shizuoka, was sich auf seismisch sehr aktiven Gebiet befindet, müssten im Katastrophenfall etwa 740 000 Menschen innerhalb kürzester Zeit evakuiert werden. 

 

AKW Hamaoka wartet auf Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme

Die Chubudenryoku (Chepco),der Betreiber des AKWs Hamaoka, Präfektur Shizuoka wartet, wie alle anderen AKW-Betreiber auch, auf eine Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme seiner Reaktoren.

Das in die Jahre gekommene AKW Hamaoka liegt auf einer seismisch sehr aktiven Zone und ist deswegen schon seit Jahren umstritten. Nach dem Super-GAU im AKW Fukushima dai ichi wurde es durch die damalige Regierung von N. Kan zwangsabgeschaltet.

 

28.10.2012

Radioaktives Wasser läuft weiterhin ins Meer

Aus den Reaktoren des havarierten AKW Fukushima dai ichi sickert weiterhin verstrahltes Abwasser ins Meer. Das Wasser für die Reaktorkühlung wird zwar ,,gereinigt'' und wiederverwendet, dringt aber zum Teil durch Leckagen an den Rohrleitungen und anderen undichten Stellen nach außen und gelangt somit ins Meer (antiatom-fuku berichtete). 

Die Fische vor der japanischen Nordküste sind zu etwa 40% radioaktiv verseucht und somit ungenießbar. Je nach Fischsorte variiert der Gehalt an radioaktiven Partikeln. Auch die reichlich vorhandenen radioaktiven Partikel auf dem Meeresboden vor dem AKW werden laufend mit der Meeresströmung fortbewegt und kontaminieren weitere Gebiete, Wasserpflanzen und Meeresbewohner. Laut Studien von US Umweltinstituten wurde Cäsium137 schon in der Tiefsee und vor der Küste von San Francisco nachgewiesen (antiatom-fuku berichtete).

 

24.10.2012

Neue Einblicke per Kamera in Reaktor 1 am AKW Fukushima dai ichi

Mit mehreren Kameras und Strahlenmessgräten verschaffte sich Tepco nun einen neues Bild vom Zustand in Reaktor 1 am AKW Fukushima dai ichi. Zum ersten mal seit dem GAU war es jetzt möglich durch das zerstörte Gebäudedach zwischen dem herabgestürzten Stahlgerippe die Wasseroberfläche des Abklingbeckens im 4. Stock  zu sehen. Die dort gemessene Strahlung beträgt 53,6 mSv/h. Im 2. Stock des Gebäudes betrug die Strahlung sogar 150,5 mSv/h.

Derzeit sucht Tepco nach einer Möglichkeit, die zum Teil verkeilten Brennelemente aus den Reaktoren zu bergen (Antiatom-fuku berichtete). Begonnen werden soll im Reaktor 1, wobei diese neuen Kamerabilder die Suche nach einer Strategie erleichtern sollen.

Durch das von der Wasserstoffexplosion zerstörte Gebäudedach liegen Stahlgerippeteile und Betonschutt mit im Abklingbecken; was die Bergung nicht unbedingt erleichtern wird.

 

Reisernte überschreitet Grenzwert

Der in der Präfektur Fukushima frisch geerntete Reis darf nicht in den Handel, da der seit Oktober 2012 festgelegte Strahlengrenzwert von 100 Bq/kg überschritten wurden ist. Stichproben ergaben Cäsium137-Werte von bis zu 120 Bq/kg.

Zum Vergleich: In Deutschland liegt der Grenzwert für Lebensmittel bei 4 Bq/kg.

 

22.10.2012

Kapazitäten für Atommüll werden knapp

Noch gibt es kein richtiges Konzept in der Regierung wie mit dem vorhandenen und noch anfallenden Atommüll umgegangen werden soll, wenn die AKWs bis Ende 2030 bzw. noch länger weiter laufen. Schon jetzt werden Lagerkapazitäten an den AKWs und im Atommülllager Rokkasho in Nordjapan knapp. Laut Vorausberechnungen würde die Kapazität im gesamten Land noch für 5 bis 6 Jahre reichen, weshalb Regierungspräsident Noda die Wiederaufbereitung abgebrannter Brennstäbe zu MOX-Brennelementen anstrebt und auch eine Wiederinbetriebnahme des schnellen Brüters in Monju, Präfektur Fukui in Betracht ziehen würde.

Die Wiederverwertung abgebrannter Brennstäbe klingt zwar wirtschaftlich, ist aber noch umweltschädlicher, da diese MOX-Brennstäbe nach Gebrauch chemisch noch giftiger sind und noch viel mehr und länger strahlen als ,,herkömmliche'' Uranbrennstäbe.

Außerdem widerspricht das alles den angeblich geplanten Atomausstieg bis Ende 2030, der seitens der Regierung immer noch nicht endgültig besiegelt worden ist. 

 

20.10.2012

Mit Cäsium kontaminiertes Rindfleisch ist fast in den Handel gelangt

Erneut wurde in einem Schlachthof in Tokyo bei einer Routinemessung mit Cäsium137 belastetes Rindfleisch entdeckt. Somit konnte das Fleisch noch rechtzeitig entsorgt werden, bevor es in den Handel gelangte. Es wurde auf der Präfektur Miyagi angeliefert und sollte in Tokyo weiterverarbeitet werden.

Seit dem 01.10.2012 wurde der Grenzwert für radioaktives Cäsium auf 100 Bq/kg herabgestuft.

 

Atomausstieg Ade, AKW-Bauarbeiten gehen weiter

Bauarbeiten am AKW Oma, Präfektur Aomori werden fortgesetzt. Der AKW-Neubau wurde, wie zwei andere Reaktor-Neubauten auch, nach der Nuklear-Katastrophe unterbrochen.

Das AKW Oma, was ursprünglich 2014 in Betrieb gehen sollte, ist speziell für MOX-Brennelemente ausgelegt und soll ein Vorzeigeobjekt für japanische Nukleartechnologie sein. Laut der Atomlobby wird somit auch der Brennstoffkreislauf weitgehend geschlossen. Das entstandene Plutonium abgebrannter Uranbrennstäbe kann somit in neuen Brennelementen wiederverwertet werden. Klingt wirtschaftlich, ist aber brandgefährlich. Denn was die Atomlobby nicht benennt, ist, dass die abgebrannten MOX-Brennelemente einerseits chemisch extrem giftig sind und anderseits auch deutlich mehr strahlen als ,,herkömmliche'' Uranbrennelemente, was dessen Entsorgung, bei weltweit fehlenden Endlagern nicht gerade erleichtert.

 

12.10.2012

Durch Behörden getürkte Strahlenmesswerte in Fukushima

In der Präfektur Fukushima kommt wieder einmal der Verdacht auf, dass amtlich ermittelte Strahlenmesswerte getürkt sind.

Die Regierung strebt weiterhin eine Rückführung von Evakuierten in ihre verstrahlten Heimatorte, die außerhalb der Sperrzone liegen an. Auch laufende Dekontaminationsversuche in den Ortschaften sind eher weniger erfolgreich. Privat organisierte Gruppen und Experten ermittelten jedoch Radioaktivitätsmesswerte, die 20 bis 50% höher liegen als die amtlichen Messwerte. In den Bereichen der etwa 100 festinstallierten Messsonden wird möglicherweise gezielt dekontaminiert, damit diese weniger anzeigen.

Der mutmaßliche Hintergrund dieser Maßnahme ist, dass eine Rückführung der Flüchtlinge in die ,,dekontaminierten'' Heimatorte der Regierung und Tepco einiges an Entschädigungsansprüchen und Kosten ersparen würde.

 

03.10.2012

Zwischenlager Rokkasho:,,Künstlicher Salzstock'' für hochradioaktiven Atommüll geplant

Pläne der japanischen Kommission für Atomenergie und der Regierung für eine unterirdische Entsorgung von hochradioaktiven Atommüll werden immer konkreter.

Das Atommüllzwischenlager Rokkasho, Präfektur Aomori in Nordjapan, in dem der Atommüll aus dem ganzen Land oberirdisch in Beton eingegossenen Fässern lagert, stößt bald an seine Kapazitätsgrenzen. Der gesamte in Japan vorhandene hochradioaktive Atommüll würde die Lagerkapazität in Rokkasho schon um das achtfache überschreiten. Hinzu käme noch der Atommüll, der entstehen würde, wenn die AKWs, wie derzeit geplant, bis 2040, bzw. noch länger laufen würden.

 

Geplant wird ein Schacht in mehreren 100 Metern Tiefe, wo laut Atomindustrie keine seismische Aktivität vorhanden ist. Dort soll der hochradioaktive Atommüll in Glaskokillen eingeschmolzen und in Fässern verpackt eingelagert werden und für die nächsten

100 000 sicher abgeschirmt sein.

Wissenschaftler sind jedoch sehr skeptisch und raten die Regierung dringend von dem Vorhaben ab. Denn die Isolierfähigkeit der in der Tiefe liegenden Erdschichten, mögliche seismische Aktivitäten und das Vorhandensein geologischer Verwerfungen ist laut unabhängigen Experten derzeit noch nicht ausreichend untersucht worden. Zudem muss auch der Grundwasserspiegel und die Nähe zum Meer beachtet werden.

 

 

September 2012

 

27.09.2012

Beschluss zum Atomausstieg durch Regierung revidiert!

Die japanische Industrie und Wirtschaftslobby, die sich darum sorgt, das Firmen aufgrund steigender Strompreise und somit steigender Herstellungskosten ins Ausland abwandern könnten, fordert die Regierung auf, die Entscheidung zum Atomausstieg für 2040 wieder rückgängig zu machen. Auch der starke Yen würde somit laut der Industrie bald schwächeln (Antiatom-fuku berichtete).

Druck kommt auch aus der USA. Denn für die USA ist Japan der wichtigste Partner in Sachen Atomtechnologie. Somit sind die vereinigten Staaten sehr bestrebt, dass Japan nicht aus der Kernenergie aussteigt. Zumal China dann zu viel Oberwasser gewinnen könnte.

Daraufhin wurde nun in der letzten Kabinettssitzung der Atomausstieg in Japan für 2040 zurückgenommen.

Hinzu kommt noch, dass in der neu geschaffenen Atomaufsichtsbehörde, die sehr bald über den Neustart der Kernkraftwerke und dessen Laufzeiten entscheidet, auch aus drei ehemaligen Mitgliedern der Atomlobby besteht. Darunter ist auch S. Tanaka (67), der umstrittene Ex-Vize-Präsident der japanischen Atomenergiekommission.

Schon im Sommer, als der atomfreundliche Tanaka für diese Position im Gespräch war, kam heftige Kritik auf.

Denn der ursprüngliche Hintergrund dieser neuen Behörde ist es gewesen, ein Team zu erstellen, was neutral und unabhängig von der Atomlobby das Für und Wider der Kernenergie abwägt, dem entsprechend entscheidet und die Regierung berät. Dadurch sollte die Bevölkerung eigentlich wieder Vertrauen in die Regierung gewinnen.

 

25.09.2012

Weitere Stahlträgerteile im Abklingbecken entdeckt

Im AKW Fukushima dai ichi wurden bei Aufräumarbeiten im Abklingbecken von Reaktor 3 mittels einer Unterwasserkamera weitere Stahlträgerteile zwischen den Betonschutt entdeckt.

Noch ist unklar, ob diese schon bei der Wasserstoffexplosion in März 2011 oder erst bei nachfolgenden Aufräumarbeiten am Reaktor hinein gefallen sind. Schon in den Tagen zuvor wurde auf dem Beckengrund ein 7 Meter langes und 470 kg schweres Stahlgerüstteil entdeckt. 

Diese Stahlgerüstteile sind von daher problematisch, da sie sich mit den Brennelementen verkanten und somit dessen Bergung erschweren.

 

18.09.2012

Industrie drängt Regierung zum Widerruf des Atomausstieges

Einige atomfreundliche Vereinigungen der Industrie, vor allem der Stahl-und Eisenindustrie befürchten Einbußen in Produktion und Absatz wegen steigender Strompreise und somit steigender Herstellungskosten und prophezeien, das der starke Yen dadurch schwächeln könnte. Laut Angaben der Vereinigungen müssten 20 000 Jobs in der Industrie abgebaut werden. Sie machen dafür den von der Regierung beschlossenen Atomausstieg für 2040 verantwortlich und fordern die Regierung auf, diese Entscheidung zu widerrufen. Zudem sieht die Industrie in der Entscheidung zum Atomausstieg eine Wahlkampftaktik, die auf Kosten heimischer Konzerne geht.

Erwähnt von Seiten der Industrie wird jedoch nicht, das der Atomausstieg ein sehr gutes Potential für die Herstellung neuer Technik zur Produktion erneuerbarer Energien bietet und sich somit ein sehr lukrativer und vielfältiger Markt eröffnet. Denn Japan, dessen Energiemix nur einen sehr geringen Anteil an erneuerbaren Energien enthält, hat noch sehr viel Nachbesserungsbedarf um die 33% Atomstrom zu ersetzen. Ein Potential, was die angeschlagene Elektroindustrie sehr gut erkannt hat und nun in die Herstellung von Solar-und Windanlagen investiert. Auch branchenfremde Elektrohersteller, wie z.B. Mobilfunkanbieter springen mit auf.

 

Auch wenn die erneuerbaren Energien stark im Ausbau sind, müssen derzeit noch reichlich fossile Rohstoffe importiert werden. Dessen Kosten belaufen sich laut Schätzungen einer US-Studie der EIA auf etwa 30 Mrd. Euro jährlich. Das sind Kosten, die vermeidbar gewesen wären, wenn Japan die wertvollen Potentiale der erneuerbaren Energien in der Vergangenheit nicht so stark vernachlässigt hätte. Jetzt wird es noch Jahre dauern, bis die erneuerbaren Energien ausreichend ausgebaut sind um die Lücke zu schließen.

 

Entdeckung riesiger Erdgasvorkommen

Vor der Küste der Präfektur Aishi wurden jetzt Vorkommen an Methanhydrat entdeckt. Nach Schätzungen handelt es sich um mehrere 100 Mrd. m³ Methanhydrat, womit das Land für ca. 10 Jahre mit Erdgas versorgt werden könnte.

Schon Anfang 2013 will die Firma Petrolium Explorer Co mit Probebohrungen beginnen. Vorher müssen jedoch noch die Umwelt-und Kostenaspekte geklärt werden.

Zudem wurden jetzt auch Ölvorkommen im Meer vor der Küste von Niigata entdeckt.

 

15.09.2012

Die AKWs sollen bis 2030 am Netz bleiben

Bei der Regierungskonferenz für Umwelt und Energiepolitik, die gestern statt fand, ist der Atomausstieg für 2040 vorgesehen. Ein früherer Atomausstieg sei laut Ministerpräsident Noda nicht möglich, da die Kernenergie zur Zeit der wichtigste Energielieferant für Japan wäre.

Folgende Punkte wurden festgelegt:

1) Die Laufzeiten der AKWs sollen nicht länger als 40 Jahre betragen.

2) AKWs, die den Sicherheitstest bestanden haben, sollen wieder ans Netz gehen.

3) Es sollen keine neuen AKWs mehr gebaut werden.

Auch die Wiederaufbereitung abgebrannter Brennstäbe in der Wiederaufbereitungsanlage Rokkasho läuft weiter.

 

10.09.2012

Pfirsiche aus Fukushima werden nach Bankok exportiert

Der Lebensmittelexport, der aufgrund der AKW-Katastrophe von März 2011 eingestellt wurden ist, wird nun wieder aufgenommen. Noch diese Woche wird der erste Container mit 891 Pfirsichen aus Fukushima nach Bankok verfrachtet. Der Container ist bereits am Flughafen Tokyo-Haneda und geht dann per Luftfracht nach Bankok.

Seit 2007 werden die Pfirsiche aus Fukushima, die in Thailand wegen ihrem süßen Fruchtfleisch sehr beliebt sind, reichlich importiert. Gesundheitlich bedenklich sein die Früchte laut Behörden angeblich nicht.

 

01.09.2012

Kansai-Region, keine Stromengpässe während der Spitzenlastzeiten im Hochsommer

Die heißesten Sommermonate Juli und August verliefen, wie es unabhängige Umweltexperten zuvor schon prognostizierten, entgegen der Meinung der Regierung und der Atomkonzerne, ganz ohne Stromengpässe. Es wurde in der Kansai-Region, in der sich auch das AKW Ooi, Präfektur Fukui befindet, was Anfang Juli wieder ans Netz ging, so gar ein deutlicher Überschuss an Strom produziert. Darauf hin schaltete der Stromkonzern Kepco, der auch das AKW Ooi betreibt, 8 andere Elektrizitätswerke wieder ab (Antiatom-fuku berichtete). So sollten weitere Überproduktionen vermieden werden und das AKW Ooi als unverzichtbar erscheinen lassen.

 

Viele ältere Gas, Öl und Kohlekraftwerke, die schon von Netz waren, wurden, um den Strombedarf auszugleichen, nach der Abschaltung aller AKWs in Japan wieder angefahren.

 

Nach Beobachtungen der Umweltexperten war die größte Spitzenlast am 03.08.2012 mit einem Stromverbrauch von 26820 MW. Die Gesamtleistung aller Kraftwerke lag bei

29910 MW. Davon entfielen 2370 MW auf das AKW Ooi.

Ohne dem AKW Ooi läge die Gesamtleistung zur Stromproduktion bei 27540 MW, was immer noch einen Überschuss von 3090 MW ergeben hätte.

 

Aufgrund der Ergebnisse macht sich die Regierung, die mit massiven Stromengpässen, Problemen in der Industrie und Produktion, bedrohlichen Zuständen in der medizinischen Versorgung bei Stromausfall gedroht hatte (Antiatom-fuku berichtete), noch unglaubwürdiger.

Spätestens jetzt sollte das AKW Ooi mit seinen vagen Sicherheitsstandards nach Meinung der Experten endlich wieder vom Netz genommen werden.

 

Probleme mit der Reaktorkühlung am AKW Fukushima dai ichi

Am AKW Fukushima dai ichi gab es Probleme mit der Reaktorkühlung an den Reaktoren 1 bis 3. Laufend sank der Wasserstand für die Kühlung der Brennstäbe.

Bis gestern vermutete der Betreiber Tepco Leckagen in den zuführenden Rohrleitungen, was, wie sich heute herausstellte nicht der Fall war. Statt dessen befanden sich Fremdkörper, Schlacken darin, die die Frischwasserzufuhr behinderten. Diese wurden können jedoch herausgespült werden, so dass die Reaktorkühlung wieder sichergestellt werden konnte.

 

 

August 2012

 

30.08.2012

Erneutes stärkeres Seebeben in der Präfektur Fukushima

60 km vor der Küste von Sendai hat sich erneut ein Seebeben der Stärke 5,6 ereignet. Eine Tsunamiwarnung wurde nicht herausgegeben. Am AKW Fukushima dai ichi sind laut dem Betreiber Tepco keine weiteren Schäden durch das Beben entstanden.

 

Drastischer Bevölkerungsrückgang in Fukushima prognostiziert

Laut Schätzungen der Regierung ist in der Präfektur Fukushima mit einem Bevölkerungsrückgang von etwa 38% bis 2040 im Vergleich zu 2010 zu rechnen.

 

Abgewanderte Flüchtlinge werden aufgrund der Strahlenbelastung vermutlich nicht zurückkehren. Weitere Betroffene werden noch umsiedeln. Ein Geburtenrückgang ist anzunehmen und die Sterberate strahlenbedingter Krebserkrankungen wird steigen.

Schon jetzt schlagen Mediziner Alarm, da sich die Schilddrüsenveränderungen, wie Zysten und Knotenbildungen, vor allem bei Kindern, entgegen offiziellen Behauptungen häufen.

 

27.08.2012

Extrem hohe Cäsium137-Werte bei Fisch aus dem Meer vor Fukushima

Probefischungen durch unabhängige Experten ergaben extrem hohe Cäsium137-Werte bei Fischen aus dem Meer vor der Küste von Fukushima. Diese wiesen teilweise Werte von bis zu 25 800 Bq/kg auf. Das ist etwa das 250fache der staatlich festgelegten Obergrenze für Fisch, der zum Verzehr in den Handel soll.

Das Fischen vor der Küste von Fukushima ist nicht komplett verboten. In verschiedenen Teilgebieten gelten nur Einschränkungen.

 

Gefährliche aktive Verwerfungen am AKW Kashiwazaki-Kariwa vermutet

Geologen vermuten zwei aktive geologische Verwerfungslinien, die unterhalb des Geländes am AKW Kashiwazaki-Kariwa verlaufen.

Das an der Westseite Japans, nahe bei Niigata gelegene Tepco-AKW verfügt über 7 Reaktoren und geriet 2007 schon in die Schlagzeilen, als nach einem Erdbeben ein Reaktorgebäude brannte. 

 

Derzeit erfolgen Sicherheitstests am AKW, die der Stromkonzern Tepco selber durchführt.

Auch die Gefährlichkeit der geologischen Verwerfungen sollen laut Tepco überprüft werden. Einen Neustart für das AKW strebt Tepco für Februar 2013 an. In der umliegenden Bevölkerung mehrt sich jedoch der Widerstand und es häufen sich die Klagen vor Gericht gegen die Wiederinbetriebnahme des AKWs. 

 

21.08.2012

Zwischenlagerstandorte für radioaktives Erdreich in Fukushima

12 Standorte für die Zwischenlagerung von radioaktiv verseuchten Erdreich, Schutt und Asche aus den Müllverbrennungsanlagen wurden durch die Regierung festgelegt.

Die gewählten Standorte befinden sich in der Sperrzone des havarierten AKWs Fukushima dai ichi.

Bevor eine endgültige Entscheidung, voraussichtlich im März 2013, getroffen werden kann, sollen die Gebiete auf Sicherheit überprüft und die geologischen Verhältnisse untersucht werden. Auch eine Rücksprache der Regierung mit der Präfekturverwaltung muss noch erfolgen. In der Bevölkerung und in Expertenkreisen zeichnet sich jedoch Skepsis bezüglich der Sicherheit ab. 

 

Ein mögliches Endlager für das kontaminierte Erdreich wird derzeit noch gesucht.

Mittlerweile haben sich schon 28 Mio. m³ kontaminierte Asche aus den Müllverbrennungsanlagen, Trümmer etc. angesammelt, die entsorgt werden müssen. Radioaktiv verseuchter Tsunami-Schutt, Laub und anderer Müll wurden in den letzten Monaten im ganzen Land verteilt und verbrannt (Antiatom-fuku berichtete).

 

18.08.2012

Weitere Untersuchungen der geologischen Verwerfungen

Weitere Untersuchungen mit Probebohrungen der geologischen Verwerfungen am AKW Ooi, Präfektur Fukui, werden durchgeführt. Ein endgültiger Endbericht soll dann bis Dezember vorliegen. Schon im Frühsommer wurde das AKW-Gelände auf aktive geologische Verwerfungen untersucht. Dabei stellten die Experten aktive Verwerfungslinien, die einmal quer durch das AKW-Gelände zwischen den Reaktoren 2 und 3 verlaufen (antiatom-fuku berichtete).

Zudem trat gestern erneut ein Störfall auf. Dabei ist Wasser über eine Leckage aus der Entsalzungsanlage für die Reaktorkühlung ausgetreten. Der Schaden wurde rasch behoben und eine Gefahr für die Bevölkerung bestand laut dem Betreiber Kepco nicht.

 

13.08.2012

AKW-Arbeiter in Fukushima: Weiterhin getürkte Dosimeter

Erneut wurden  wieder einmal grobe Nachlässigkeiten im Umgang mit den Dosimetern bei AKW-Mitarbeitern am AKW Fukushima dai ichi festgestellt. Schon in der Vergangenheit gab es Unregelmäßigkeiten, vor allem bei den Subunternehmern, dass die aufgezeichneten Strahlenmesswerte der Dosimeter einzelner AKW-Arbeiter nicht plausibel waren (Antiatom-fuku berichtete).

 

Am häufigsten  werden die Dosimeter durch die Arbeiter selber getürkt, damit diese weniger Strahlung registrieren und somit die maximale Höchstdosis nicht so schnell erreicht wird. Denn nach Erreichung der maximalen Höchstdosis müssen die Arbeiter ausscheiden, die jedoch keine andere Jobalternative haben.

Es wurden  jetzt sogar auch Arbeiter ohne Dosimeter auf dem AKW-Gelände angetroffen. Hierzu muß Tepco nun gegenüber der NISA Stellung beziehen und versprach Nachbesserung.

 

11.08.2012

Atompolitik: Lenkt Ministerpräsident Noda endlich ein?

Die massiven Dauerproteste gegen die Atompolitik der Regierung zeigen Wirkung. Denn Ministerpräsident Noda will nun die Möglichkeiten für einen sofortigen Atomausstieg prüfen und durch das Kabinett verschiedene Optionen ausarbeiten lassen.

In den landesweit durchgeführten öffentlichen Konferenzen und in der kürzlich durchgeführten Volksabstimmung lehnen über 70% der Japaner die Kernenergie strikt ab und fordern den sofortigen Ausstieg. Nur 10% stimmten für eine Reduzierung der Kernenergie auf 15% und weitere 10% für eine Reduzierung der Kernenergie auf 20-25% bis 2030.

 

08.08.2012

Kepco fährt erst mal keine weiten AKW hoch

Nach AKW Ooi, Präfektur Fukui will der Betreiber Kansaidenryoku (Kepco) erst einmal keine weiteren AKWs anfahren. Derzeit wird der Strombedarf u.a. auch über 31 Wärmekraftwerke in der Kansai-Region, zu der auch Kyoto und Osaka gehören, gedeckt.

 

AKW Fukushima dai ichi, Reaktor 1 mit Ballon-Kamera inspiziert

Im havarierten AKW Fukushima dai ichi sollen in der nächsten Zeit alle 14225 sich im Kraftwerk befindlichen Brennstäbe aus den Reaktoren entfernt werden. Dazu inspizierte der Betreiber Tepco nun den Zustand im Reaktor 1 mittels einer Kamera, die an einem Ballon befestigt ist. Im 4. Stockwerk konnte die Notkühlanlage von Reaktor 1 zwischen zahllosen Trümmern gesichtet werden. Der 5. Stock, in dem sich das Abklingbecken befindet, konnte nicht erreicht werden.

Bevor die Brennstäbe geborgen werden können, muss das Abklingbecken jedoch unbedingt auf Schäden untersucht werden. Durch die Wasserstoffexplosion in März 2011 ist auch das Dach des Reaktorgebäudes in das Abklingbecken gestürzt, so dass die Bergung der Brennstäbe aufgrund der Trümmerteile zusätzlich erschwert sein dürfte. Der Betreiber Tepco hat derzeit noch keine konkreten Pläne, wie die Brennstäbe unter diesen Umständen sicher geborgen werden können.

 

01.08.2012

Neue Tsunami-Mauer für das AKW Hamaoka ist zu niedrig

Für das bereits seit Jahren heftig umstrittene AKW Hamaoka, Präfektur Shizuoka wird derzeit  eine neue Tsunami-Mauer gebaut. Laut dem Betreiber Chuobudenryoku und der NISA ist die neue Mauer mit 18 Meter Höhe ausreichend. Experten warnen jedoch. Denn das innerhalb der nächsten 30 Jahre zu erwartende große Erdbeben in der Kanto-Region (Großraum Tokyo), betrifft auch das ebenfalls an der Ostküste gelegene AKW Hamaoka, was 300 km südlich von Tokyo liegt. Ein nachfolgender Tsunami würde laut Berechnungen eine Höhe von 21 Metern erreichen. 

Das AKW Hamaoka wurde 2 Monate nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima  durch den damals regierenden Ministerpräsidenten Kan zwangsabgeschaltet. Schon in der Vergangenheit wurden dort laufend Sicherheitsmängel bekannt und auch die dort vorhandenen zum Teil aktiven geologischen Verwerfungen sind besorgniserregend. Ein GAU im AKW Hamaoka könnte durchaus  schlimmere Folgen haben als der in Fukushima. Und trotz den soll auch dieses AKW bald wieder ans Netz gehen.

 

 

Juli 2012

 

29.07.2012

Neue grüne Partei gegründet: Bald möglicher Umbruch in der Energiepolitik?

Die in Japan neu gegründete grüne Partei ,,midori no To'' ist nun offiziell und kann in den nächsten Wahlkampf ziehen. Die weiterhin sehr stark anhaltende Anti-AKW-Bewegung, die massive Unzufriedenheit mit der derzeitigen Regierung und dessen Atompolitik und die große Unterstützung durch die deutsche Politikerin Bärbel Höhn (GRU), auch vor Ort, hat der neuen ,,midori no To'' starken Aufschwung gegeben.

Noch nie ist es in der Geschichte Japans vorgekommen, dass sich die Bevölkerung so massiv gegen einen unerwünschten Beschluss der Regierung währt und auf die Straße geht.

Vorgezogene Neuwahlen im Unterhaus, die schon im Herbst statt finden könnten, werden immer wahrscheinlicher. Denn die Regierung bröckelt, da immer weniger Menschen noch Vertrauen in der Politik von Ministerpräsident Noda und  Wirtschaftsminister Edano haben.

Während Noda und Edano trotz massiver Proteste aus der Bevölkerung weiterhin an der Kernenergie festhalten, will die neue grüne Partei den Weg für die erneuerbaren Energien frei machen und den sofortigen Ausstieg aus der Kernenergie einleiten.

 

28.07.2012

Nach Plänen der Regierung: Atomausstieg nicht vor 2030

Die Regierung veranlasst nun bezüglich der AKW-Laufzeiten eine Volksabstimmung, die Mitte August statt finden soll.

Zur Auswahl stehen 3 Möglichkeiten: Bis 2030 soll der Anteil der Kernenergie bei 0%, bei 15% oder bei 20-25% liegen. Ende August wollen Ministerpräsident Noda und Wirtschaftsminister Edano dann an Hand der Volksabstimmung eine energiepolitische Entscheidung treffen.

Unabhängige Experten raten jedoch aufgrund der Gefahren wie Erdbeben, Tsunami usw zu einen sehr zügigen Atomausstieg.

 

25.07.2012

AKW Ooi, 2. Reaktor im Vollbetrieb, trotz aktiver Verwerfungen

Reakor 4 am AKW Ooi, Präfektur Fukui läuft seit heute wieder im Vollbetrieb. Das ist nun der 2. Reaktor, der seit der nuklearen Katastrophe in Fukushima wieder ans Netz genommen wurde.

Die heftig umstrittenen aktiven geologischen Verwerfungen, die unterhalb dem AKW-Gelände, auch unterhalb zweier Reaktoren verlaufen (Antiatom-fuku berichtete mehrfach), können nun auch nicht mehr von der NISA und weiteren Behörden weg diskutiert werden. Nun will der Betreiber Kepco erneut weitere Untersuchungen dazu durchführen, die im August beginnen sollen und dessen fragliche Gefahrenlosigkeit für das AKW bestätigen sollen.

Untersucht werden die Aktivitäten im Gestein an den Verwerfungslinien. Dazu sind zahlreiche Bohrungen nötig, die laut Kepco und der NISA gefahrlos im Vollbetrieb beider Reaktoren vorgenommen werden können.

 

22.07.2012

Dokumentationen über geologische Verwerfungen bewusst verheimlicht

Kansaidenryoku (Kepco), der Betreiber des AKWs Ooi hielt Dokumentationen bezüglich der geologischen Verwerfungen, die schon in früherer Zeit getätigt wurden, bewusst zurück. Denn darin wurde schon quasi belegt, daß von einem Weiterbetrieb des AKWs Ooi dringend abgeraten werden müsste!

Schon 2006 warnten unabhängige Experten die Gefahren der geologischen Verwerfungen am AKW Ooi und Shikata nicht zu unterschätzen. Sie fanden jedoch kein Gehör bei den zuständigen Behörden und der Regierung.

 

18.07.2012

Seit heute läuft der 2. Reaktor in Japan

Reaktor 4 am AKW Ooi, Präfektur Fukui wird seit heute hochgefahren. Die Turbine soll in 2 bis 3 Tagen starten und ab den 25.07. erfolgt dann die Stromproduktion. Damit werden laut Betreiber Kepco 10% Stromdefizit in der Region Kansai ausgeglichen.

 

Edano zweifelt aktive Verwerfungen am AKW Shikata an

Wirtschaftsminister Edano bezweifelt das Ausmaß der aktiven geologischen Verwerfungslinien am AKW Shikata, die unterhalb von Reaktor 1 verlaufen. Das sei alles, laut der Aussage Edanos, nicht ausreichend nachgewiesen worden. Auch der Betreiber Hokuritsudenryoku, der den AKW-Stresstest gerne erfolgreich beenden möchte, verharmlost die Situation. 

Dazu laufen zur Zeit Untersuchungen durch unabhängige Experten, die möglicherweise das Aus für das AKW Shikata bedeuten könnten.

Das AKW Tsuruga, unter dessen Reaktoren ebenfalls aktive Verwerfungslinien verlaufen (Antiatom-fuku berichtete), darf sogar laut Regierungsbeschluss nicht mehr wieder angefahren werden.

 

16.07.2012

AKW Ooi: Störung der Notstromversorgung, Reaktor 4 geht trotz dem ans Netz

Nach Plänen der Kansaidenryoku (Kepco) soll Reaktor 4, AKW Ooi, Präfektur Fukui am 18.07.2012 um 21:00 Uhr hochgefahren werden. Ab den 21.07. beginnt dann die Stromproduktion und ab den 25.07. wird er dann mit 1180 MW im Vollbetrieb laufen.

Trotz ,,erfolgreicher'' Stresstests gibt es derzeit noch Probleme mit den Notstromaggregaten, die zu spät anspringen wenn die Stromversorgung für die Reaktorkühlung ausfällt. Laut Kepco läßt sich das Problem jedoch schnell beheben und Reaktor 4 kann gemäß dem Zeitplan hochgefahren werden. Allerdings gab es auch schon in der Vergangenheit mehrfach Probleme mit der Notstromversorgung.

 

Erneut aktive geologische Verwerfungen an einem  AKW-Standort vermutet

Am AKW Shikata, nicht weit von Niigata in Westjapan, werden durch unabhängige Experten langstreckige aktive Verwerfungslinien vermutet, die jedoch durch den Energiekonzern Hokurikudenryoku bestritten werden.

 

14.07.2012

AKW Fukushima dai ichi, sehr hohe Strahlung im Reaktor 3 

Am havarierten AKW Fukushima dai ichi wurden im Reaktor 3 unterhalb des Druckbehälters im Kellergeschoss Videoaufnahmen und Strahlenmessungen durch einen Roboter getätigt. Es wurden dort bis zu 360 mSv/h gemessen. Die Videoaufnahmen zeigen Schäden an der Eingangstür und teilweise auch an den Wänden. Kurz darauf versagte jedoch die Elektronik des Roboters. Er konnte nicht mehr aktiviert werden.

 

Reaktor 4 einsturzgefährdet, 1535 Brennelemente müssen raus

Im Abklingbecken von Reaktor 4, der durch die Wasserstoffexplosion sehr stark beschädigt und einsturzgefährdet ist (Antiatom-fuku berichtete), lagern immer noch 1535 gebrauchte Brennelemente, die möglichst bald geborgen werden müssen. Dazu stellt Tepco nun Versuche an, wie man die Brennelemente am sichersten bergen kann.

Zwei Brennelemente sollen nun probeweise über einen neu installierten Kran herausgehoben und an einen sichereren Ort verbracht werden. Die endgültige Bergung soll dann Mitte 2013 erfolgen.

 

11.07.2012

Überproduktion an Strom in der Präfektur Fukui, AKW Ooi unnötig!

In der Region Osaka, Kyoto und der Präfektur Fukui, in der sich auch das AKW Ooi befindet, was wieder ans Netz gegangen ist, wurden 8 andere Kraftwerke des Betreibers Kepco heruntergefahren, da momentan eine Überproduktion an Strom in der Region besteht. Damit wurde quasi bestätigt, dass Stromausfälle, entgegen der Meinung der Atomlobby und der Regierung nicht zu befürchten gewesen sind! Zudem ist die Bevölkerung und die Industrie angehalten, vor allem jetzt im Sommer drastisch an Strom einzusparen, was auch sehr gut funktioniert.

Die 8 abgeschalteten Kraftwerke erbringen eine Leistung wie 3 AKW Reaktoren!

 

10.07.2012

AKW Ooi, Reaktor 4 soll Ende Juli hochgefahren werden

Der Reaktor 4 am AKW Ooi, Präfektur Fukui wird zur Zeit vorbereitet und soll laut Plänen des Atomkonzern Kepco Ende Juli wieder seinen vollen Betrieb mit 1180 MW aufnehmen.

 

09.07.2012

AKW Ooi, Reaktor 3 in Vollbetrieb

AKW Ooi, Präfektur Fukui, der erste Reaktor, der seit der AKW-Katastrophe in

Fukushima wieder hochgefahren wurde, hat nun seit heute morgen 1:00 Uhr mit 1180 MW seine volle Betriebsleistung erreicht. Laut Angaben des Betreibers Kepco werden dadurch die vorhandenen Stromdefizite in der Kansai-Region um 9,2 bis 14,9% reduziert.

 

05.07.2012

Die Atomstromproduktion hat wieder begonnen

Die Störungen am AKW Ooi, Präfektur Fukui, im Reaktor 3 sind ,,behoben'' und die Atomstromproduktion hat begonnen. Reaktor 4 soll in Kürze ebenfalls angefahren werden.

 

AKW Fukushima dai ichi, Endbericht über den Unfallhergang liegt vor

Der über 600 seitige Endbericht über den Unfallhergang am AKW Fukushima dai ichi liegt vor. Darin legen unabhängige Experten die Fehler und Fahrlässigkeiten des Atomkonzerns Tepco offen. Die Katastrophe hätte wohl möglich sogar verhindert werden können, wenn Tepco frühere Mängel ordnungsgemäß behoben hätte.

Es wurde auch erneut bestätigt, daß die Ursache für den GAU, entgegen den Behauptungen der Regierung und Tepco nicht der Tsunami sondern das zuvor eingetretene Erdbeben gewesen ist (antiatom-fuku berichtete).

Zudem sind die Experten darüber verärgert, daß das AKW Ooi, ohne den Endbericht abzuwarten, ans Netz genommen wurde.

Während die Regierung damit die ,,Sicherheit'' der AKWs beweisen wollte, verstärkte das nur die Skepsis in der Bevölkerung. Zudem ist die Verantwortung so weiträumig auf viele Leute verteilt, so dass man die Schuld ohne Probleme hin und her schieben kann. Somit kann niemand so wirklich zur Verantwortung gezogen werden und auch die Justiz ist da sehr zurückhaltend.

 

04.07.2012

Verzögerungen am AKW Ooi

Die Stromproduktion im Reaktor 3 am AKW Ooi, Präfektur Fukui, konnte heute, entgegen der Planung nicht beginnen und wurde verschoben. Der Grund hierfür sind wieder einmal technische Störungen im Reaktorbetrieb (Antiatom-fuku berichtete). Die Dampfturbine vibrierte zu stark, so das der Betrieb wieder unterbrochen werden musste. Die Turbine muss nun ausgetauscht werden. Die Einsaugrohre für Meerwasser zur Reaktorkühlung sind förmlich mit Quallen verstopft, die sich dort zuvor extrem vermehrt haben.

 

02.07.2012

AKW Fukushima dai ichi, Kühlung für Abklingbecken ausgefallen

Am AKW Fukushima dai ichi ist am Wochenende für 33 Stunden die Kühlung für das Abklingbecken von Reaktor 4 ausgefallen. Die Ersatzkühlung funkionierte ebenfalls nicht, da beide Kühlsysteme über die selben Überwachungsgeräte laufen, die aufgrund technischer Defekte ausgefallen waren. Die Wassertemperatur im Abklingbecken ist bis zu 42,9°C angestiegen. Die Störung konnte erst gestern Nachmittag behoben werden.

Das Abklingbecken ist randvoll mit Brennelementen, liegt im 4. Stock des einsturzgefährdeten Reaktorgebäudes und im Stockwerk darüber lagern immer noch schwere Maschinen (antiatom-fuku berichtete).

 

01.07.2012

AKW Ooi, trotz technischen Pannen wird Reaktor 3 hochgefahren

Nach letzten Vorbereitungen und einer weiteren kleinen technischen Panne fährt der AKW-Betreiber Kepco den Reaktor 3 am AKW Ooi, Präfektur Fukui heute abend um 21:00 Uhr wieder hoch. Letzte technische Überprüfungen haben laut Kepco den angeblich einwandfreien Zustand des Reaktors bestätigt.

Derweil finden massive Anti-AKW Proteste vor dem Haupttor des AKW Ooi statt. AKW-Mitarbeiter werden gehindert, das Gelände zu betreten, bzw. zu verlassen. Trotz allem lassen sich Kepco und die zuständigen Behörden an den AKW-Neustart nicht hindern und boxen ihr Vorhaben mit aller Gewalt durch.

Hierzu ein Video des Nachrichtensenders ANN.

 

Juni 2012

 

29.06.2012

Großdemos am AKW Ooi

Das AKW Ooi, Präfektur Fukui ist seit Tagen polizeilich abgeriegelt. Denn am Wochenende finden erneut massive Proteste gegen den Neustart der Reaktoren 3 und 4 statt. Laut dem Zeitplan der Kansaidenryoku (Kepco) wird der Reaktor 3 am Sonntag, dem 01.07.2012 um 9:00 Uhr Ortszeit angefahren. Der Reaktor 4 soll in Kürze folgen.

Neben den zuvor beschriebenen geologischen Verwerfungslinien am AKW Ooi, verläuft eine entlang der Küste und wird von wichtigen Rohren, die für die Reaktornotkühlung nötig sind, überquert. Ein Erdbeben könnte diese Rohre ohne weiteres rupturieren lassen. Somit wäre ein weiterer GAU vorprogrammiert.

Laut Wirtschaftsminister Edano ist das alles nicht so dramatisch. Denn geologische Verwerfungslinien hat es schon immer gegeben.

 

Auch in Tokyo und weiteren Städten finden weiterhin massive Proteste statt und die Wut der Bürger über die Ignoranz und Profitgier der Regierung und den Stromkonzernen wächst weiter. Schriftliche Petitionen und weitere schriftliche ,,Anfragen'' gegen den Neustart der AKWs werden durch die Regierung einfach ignoriert.

 

28.06.2012

Geologische Verwerfungslinien am AKW: Angeblich nicht so dramatisch

Laut der Regierung und den Atomsicherheitsbehörden sind die geologischen Verwerfungslinien am AKW Ooi nicht so schwerwiegend. Auch verschiedene kleinere technische Probleme, die z.B. auch die Reaktorkühlung betreffen, sind laut dem Betreiber Kepco nicht so schlimm und passieren 200 mal im Jahr (Antiatom-fuku berichtete). Somit bleiben die Zeitpläne bestehen, wonach der Reaktor 3 am AKW Ooi zum 01.07.2012 angefahren wird und ab den 04.07.2012 wieder Atomstrom ins Netz einspeist.

 

25.06.2012

Erster Reaktor bald wieder am Netz

Kansaidenryoku (Kepco) will den Reaktor 3, AKW Ooi, Präfektur Fukui am 01.07.2012 wieder anfahren. Somit ginge der erste Reaktor wieder ans Netz und Japan würde wieder Atomstrom produzieren. Für Reaktor 4 wurde bis jetzt noch kein genaues Datum festgelegt. Die Sicherheitsvoraussetzungen sind laut Regierung, Kepco und den Atomsicherheitsbehörden ausreichend. Unabhängige Experten können die Sicherheit für das AKW Ooi jedoch nicht bestätigen, zumal auch geologische Verwerfungslinien das AKW-Gelände durchkreuzen (Antiatom-fuku berichtete).

 

Tepco-AKWs warten auf grünes Licht

Tepco, der Betreiber der AKWs Fukushima dai ichi und dai ni (Nr.1 und 2) wird voraussichtlich der Nächste sein, der die Erlaubnis der Regierung zum Wiederanfahren seiner AKWs erhalten wird.

Ein möglicher Weiterbetrieb der noch intakten Reaktoren 5 und 6 am zerstörten AKW Fukushima dai ichi und der 4 Reaktoren am AKW Fukushima Dai ni wird in der Tepco-Chef-Etage noch überlegt.

 

Weiterhin Antiatom-Proteste

Am AKW-Standort Ooi, in Tokyo vor dem Regierungssitz und an vielen anderen Orten im ganzen Land finden weiterhin täglich massive Proteste der Anti-AKW-Bewegung statt.

 

20.06.2012

AKW Ooi Reaktor 3, erster Störfall schon vor Inbetriebnahme

Die Vorbereitungen für das Wiederhochfahren der Reaktoren 3 und 4 am AKW Ooi laufen auf Hochtouren und schon hat sich der erste Störfall ereignet. Am Reaktor 3 wurde ein zu niedriger Wasserstand im Kühlwassertank festgestellt. Feuchte Rohrleitungen weisen auf mögliche Undichtigkeiten hin. Der Vorfall wurde erst verspätet der Atomsicherheitsbehörde NISA gemeldet.

 

AKW Fukushima dai ichi, die Warheit kommt immer mehr ans Licht

Vom AKW Fukushima dai ichi liegt nun der von Experten erstellte Unfall-Endbericht vor, in dem Tepco sogar Handlungsfehler am Unfallbeginn und Sicherheitsmängel, wie z.B. unzureichender Schutz vor Tsunami, einräumte. Auch die Tatsache, dass die Kernschmelze im Reaktor 1 schon vor dem Tsunami begann, gab Tepco nun zu.

 

15.06.2012

AKW Ooi, weitere aktive Verwerfungen entdeckt

Am AKW Ooi, Präfektur Fukui wurden zu den bereits in früherer Zeit festgestellten geologischen Verwerfungslinien eine weitere vermutlich aktive und auch sehr große Verwerfungslinie entdeckt. Sie verläuft einmal quer durch das AKW-Gelände zwischen die Reaktoren 2 und 3 hindurch. Beim Vorhandensein aktiver geologischer Verwerfungslinien ist das Bodengestein so derartig instabil, das schon ein leichteres Erdbeben zu großen Schäden führen kann.

Dennoch sollen die Reaktoren 3 und 4 am AKW Ooi wieder angefahren werden.

 

13.06.2012

Präfektur Fukui, Präfekturgouverneur hält den Druck nicht mehr aus

Nach der letzten Regierungssitzung Anfang der Woche, wurde durch die Atomsicherheitsbehörde das Ergebnis des ,,bestandenen Stresstest'' für das umstrittene AKW Ooi vorgelegt. Die geforderten Sicherheitskriterien sind laut dem Protokoll erfüllt und der unter sehr starken Druck stehende Präfekturgouverneur Nishikawa  stimmte  nun  den Neustart der Reaktoren 3 und 4 am AKW Ooi zu.

Die Regierung legte den 16.06.2012 als Termin für das Wiederanfahren der Reaktoren 3 und 4 fest.

Nach langen Ringen mit der Atomlobby hatte der Präfekturgouverneur nicht mehr die Kraft, um den Neustart zu verweigern.

Es ist allerdings offensichtlich, das noch weiterhin gravierende Sicherheitsmängel bestehen. Die Tsunamimauer ist nicht hoch genug, die Reaktorgebäude weisen Mängel auf; und nicht zu vergessen, die teilweise aktiven geologischen Verwerfungslinien verlaufen auch unterhalb der Reaktoren! Zu dem gibt es immer noch kein suffizientes Evakuierungskonzept für die Anwohner vor Ort, falls ein ernster Störfall auftritt.

 

10.06.2012

Regierungstreffen, ,,bestandener'' Stresstest für AKW Ooi soll präsentiert werden

Am 11.06.2012 findet ein Treffen zwischen Regierung und der Atomsicherheitsbehörde statt. Nach Vorlage der aktuellen Stresstestergebnisse soll nun die ,,Sicherheit'' des umstrittenen AKW Ooi, Präfektur Fukui bestätigt und somit die Entscheidung des Ministerpräsidenten Noda zum Wiederanfahren der Reaktoren 3 und 4 bekräftigt werden. Um die Sicherheitskriterien ,,optimal einstufen zu können'', haben die teilnehmenden Mitglieder der Atomsicherheitsbehörde eine finanzielle ,,Sonderzuwendung'' durch den Betreiber Kansaidenryoku  (Kepco) erhalten.

Auch Nishikawa, der Präfekturgouverneur der Präfektur Fukui, der entgegen seiner Meinung die Zustimmung zum Neustart des AKW Ooi geben muss, steht unter massiven Druck der Regierung und dem Stromkonzern Kepco.

 

Noch im Juli 2011 gab es einen Störfall im AKW Ooi, der durch einen technischen Defekt verursacht wurde.

 

06.06.2012

Regierungschef Noda hält trotz massiver Proteste weiter an der Kernenergie fest

Die endgültige Entscheidung der Regierung über den Neustart der AKWs steht noch aus. Die Lage spitzt sich weiter zu. Es finden zur Zeit täglich massive Proteste, auch vor der Privatresidenz des Ministerpräsidenten Noda statt, der weiterhin an der Kernenergie fest hält und das umstrittene AKW Ooi, Präfektur Fukui zum Wiederanfahren frei geben möchte.

 

Das AKW Ooi, des Betreibers Kansaidenryoku (Kepco), über dessen Wiederbetrieb  seit Anfang April  gestritten wird, wäre nur der Startschuss für alle weitern AKWs. Auch Tepco, der Betreiber des AKW' Fukushima dai ichi, steht schon in den Startlöchern.

Die Regierung hat sich zwar schon für den Neustart entschieden, ist jedoch noch zurückhaltend. Das heißt: Eine endgültige Freigabe gibt es noch nicht und wird aufgrund der zahllosen Proteste ständig aufgeschoben.

 

01.06.2012

Regierung entscheidet einfach über die Köpfe der Präfekturgouverneure hinweg

Die Regierung hat nun im Alleingang quasi schon entschieden, das die Reaktoren 3 und 4 am AKW Ooi, Präfektur Fukui wieder angefahren werden dürfen. Laut den Plänen des Stromkonzerns Kansaidenryoku (Kepco) sollen die Reaktoren 3 und 4 bis Ende nächster Woche wieder in Betrieb gehen.

Die Proteste und Demos der Anti-AKW Bewegung werden jedoch immer massiver. Für morgen sind mehrere Großdemos in Fukui am AKW Ooi geplant.

 

 

 Mai 2012

 

31.05.2012

Zur Not auch über Leichen gehen, Regierung will weiterhin die Kernenergie

Die Regierung und die Stromkonzerne wollen mit allen Mitteln die AKWs  wieder ans Netz nehmen. Denn die Banken und die Regierung, die unendliche Summen an den insolventen Stromkonzern Tepco verliehen haben, wollen nun ihr Geld zurück. Das kann Tepco jedoch nur über die Wiederinbetriebnahme der AKWs und durch Erhöhung der Strompreise finanzieren.

Auch die anderen Atomkonzerne stehen in den Roten Zahlen (Antiatom-fuku berichtete),da das Atomgeschäft finanziell wesentlich lukrativer ist und somit kaum in erneuerbaren Energien investiert wurde.

 

Der Verdacht, das mögliche Blackouts durch die Regierung bzw. durch die Stromkonzerne forciert werden sollen, liegt nahe. Auch für medizinische Einrichtungen wurden mögliche Stromausfälle vorhergesagt (Antiatom-fuku berichtete).

 

29.05.2012

Wieder Verhandlungen mit der Präfekturverwaltung in Fukui

Ministerpräsident Noda und der Stromkonzern Kansaidenryoku (Kepco) verhandeln wieder einmal erneut mit der Präfektur Fukui, die die Genehmigung für das Wiederanfahren des AKWs Ooi, Präfektur Fukui erteilen soll.

Zu dem strebt Ministerpräsident Noda die fortlaufende Nutzung der Kernenergie von 30% bis voraussichtlich 2030 an. Ursprünglich plante er sogar 35% Anteil an Kernenergie für die nächsten Jahre.

Sein Vorhaben stößt jedoch auf heftige Kritik aus der Bevölkerung und der Lokalpolitik.

 

27.05.2012

AKW Ikata, Regierung will wegen AKW-Neustart mit der Präfektur Ehime verhandeln

Da die Regierung bezüglich Neustart am AKW Ooi kein Vorankommen sieht, nimmt die Atomlobby nun das AKW Ikata, Präfektur Ehime ins Visier. Denn auch nach zahllosen Debatten ließ sich die Präfekturverwaltung in Fukui nicht erweichen. Es wurde weiterhin keine Genehmigung für den Neustart des AKWs Ooi erteilt.

Laut NISA, Wirtschaftsministerium und der Reaktorsicherheit ist der Stresstest für Reaktor 1, der nun ans Netz gehen soll, in Ordnung. Die Tsunami-Mauer und die Notstromversorgung sind laut Stresstest deutlich standhafter als am AKW Fukushima dai ichi. Die Reaktoren 2 und 3 befinden sich laut dem Betreiber Nishidenryoku noch in der Überprüfung.

 

23.05.2012

Regierungsentscheid über AKW Ooi auf Juni vertagt

Ministerpräsident Noda, der kürzlich gedroht hatte, den Neustart des AKWs Ooi, Präfektur Fukui im Alleingang zu entscheiden, wirkt auf Grund massiv zunehmender Proteste aus der Bevölkerung leicht verunsichert und vertagt die Entscheidung über den Neustart auf Anfang Juni.

Neben zahlreichen Protesten und Demo's am AKW Ooi und anderen Orten  finden auch reichlich Petitionen und weitere Internetkampanien gegen das Wiederanfahren der Reaktoren 3 und 4 am AKW Ooi statt.

Auch die Präfekturverwaltungen üben weiterhin Druck auf die Regierung aus, von der Atomenergie abzurücken.

 

21.05.2012

AKW-Neustart: Mögliche Entscheidung der Regierung im Alleingang

Der Atomfreundliche Ministerpräsident Noda kündigte an, daß es in Kürze eine entgültige Entscheidung geben wird, ob das umstrittene AKW Ooi wieder angefahren werden darf oder nicht. Er sagt, dass er die volle Verantwortung dafür übernehmen wolle und das man ihm diese Entscheidung überlassen solle; und nicht den Präfekturgouverneuren.

 

Setsuden (Stromeinspar)-Periode

Laut Beschluss der Regierung in Kooperation mit den Stromkonzernen sind vom 02.07 bis 30.09.2012 landesweite Maßnahmen zu Stromeinsparungen geboten. So sollen etwa 10-15% gegenüber dem Verbrauch von 2010 eingespart werden.

Dazu werden in Osaka um die Mittagszeit für 3 Stunden alle Klimaanlagen und die Rolltreppen in den Bahnhöfen abgestellt. In Tokyo werden in den U-Bahnhöfen die Klimaanlagen abgestellt. In den Zügen laufen die Klimaanlagen jedoch weiter (Osaka und Tokyo). Auch andere öffentliche Einrichtungen und Firmen planen

Sparmaßnahmen und die Privathaushalte sind ebenfalls zum Stromsparen aufgerufen.

 

Keine Entschädigung durch Tepco

Tepco lehnt Entschädigungszahlungen für die Aizu-Region, Präfektur Fukushima ab, da diese Region angeblich nicht so stark durch die AKW-Katastrophe betroffen sei.

 

19.05.2012

Gravierende Mängel am AKW Fukushima dai ichi schon jahrelang bekannt

Wirtschaftsminister Edano teilte auf einer Kabinettssitzung mit, das Tepco und die Atomaufsicht schon 2006 Kenntnis darüber hatten, das im Falle eines Tsunamis, aufgrund unzureichender Höhe der Schutzmauer die gesamte Stromversorgung am AKW Fukushima dai ichi ausfallen könnte. Es wurde nie nachgebessert.

 

17.05.2012

Weitere geologische Verwerfungen unterhalb der Reaktoren am AKW Tsuruga

Aktuelle Untersuchungen haben ergeben, das sich weitere 6 geologische Verwerfungslinienunterhalb des AKWs Tsuruga, Präfektur Fukui befinden, die im Erdbebenfall eine noch größere Gefahr einer nuklearen Katastrophe darstellt. Hier hat so gar die atomfreundliche Regierung Bedenken, was das endgültige Aus für das AKW bedeuten könnte. Denn bereits Ende April wurden schon zwei aktive Verwerfungslinien, die unterhalb der Reaktoren 1 und 2 verlaufen entdeckt (Antiatom-fuku berichtete).

 

15.05.2012

Panikmache durch Drohungen mit Stromengpässen

Die Regierung und der Stromkonzern Kansaidenryoku, zu dem auch das umstrittene AKW Ooi, Präfektur Fukui gehört, kündigten nötig werdende Stromsperrungen in der Kansai-Region an, wenn das AKW Ooi weiterhin vom Netz bleibt. Unterschwellig wird auch damit gedroht, das diese Maßnahmen auch medizinische Geräte betreffen würde und somit Menschenleben gefährden könnte. Die Regierung erwähnt jedoch nicht, das ein Stromkonzern dem Verbraucher (medizinische Einrichtung) den Strom nicht abstellen darf, wenn da durch Menschen zu Schaden kommen würden.

 

13.05.2012

Cäsiumhaltiges Wasser in der Bucht von Tokyo nachgewiesen

Aktuelle Untersuchungsergebnisse der Universität Kinki haben ergeben, das der Cäsium137-Gehalt in der Bucht von Tokyo seit August 2011 um das 13 fache angestiegen ist. Das Cs137 aus dem havarierten AKW Fukushima dai ichi hatte sich zuvor durch Regenfälle in Flüssen angesammelt und wurde somit in die Bucht von Tokyo transportiert.

Frühere Messungen, die an 3 Meßpunkten in der Bucht von Tokyo in 1 Meter Wassertiefe durchgeführt worden, ergaben folgendes: Im August 2011 lag der Cs137-Gehalt bei 578 bis 18242 Bq/m² und im April 2012 bei 7305 bis 27213 Bq/m².

 

Regierung präsentiert die Ergebnisse eine Umfrage zum AKW-Neustart

Fragebögen zur Bewertung der neuen Sicherheitsauflagen für die AKWs wurden durch die Regierung an die Präfekturverwaltungen verteilt und nun liegen die Ergebnisse vor. Dem nach würden 6 der Präfekturgouverneure einen eventuellen Neustart der AKWs zustimmen, wodurch sich die Regierung nun bestärkt fühlt. 5 Gouverneure lehnen einen Neustart weiterhin ab und 23 konnten sich nicht festlegen.

Kritiker und der Großteil der Bevölkerung sieht in der Umfrage jedoch mehr eine Aktion der Regierung und der Atomlobby zur Unterstützung der Atomstromkonzerne. Auch der Energiekonzern Kansaidenryoku, der Betreiber des umstrittenen AKWs Ooi in der Präfektur Fukui, was laut Regierung als erstes wieder angefahren werden soll, fühlt sich nun bestärkt.

 

12.05.2012

Hohe Suizidrate in der Präfektur Fukushima nach dem GAU

Laut amtlicher Statistik (Stand: Ende März 2012) hat die Präfektur Fukushima 764 Suizidfälle zu beklagen, die im Zusammenhang mit den Folgen des Erdbeben, Tsunami und der AKW-Katastrophe von März 2011 stehen. Auch jetzt im Mai liegen schon wieder weitere neue Fälle vor.

Die Betroffenen stammen vorwiegend aus den Orten der heutigen Sperrzone, die durch den GAU und Tsunami ihre Heimat, Hab und Gut verloren haben. Auch die hohen Arbeitslosenzahlen von etwa 20% in der Präfektur Fukushima und die damit verbundene Perspektivenlosigkeit trugen dazu bei.

 

Pläne seitens der Regierung für ein Atommüllendlager in Futaba, Präfektur Fukushima

Die Regierung führt erneute Debatten mit der Präfekturverwaltung Fukushima wegen dem geplanten Endlager für radioaktiven Schutt und weiterer AKW-Abfälle in Futaba, nahe dem AKW Fukushima dai ichi. Diese Pläne werden jedoch von der Präfekturverwaltung weiterhin mit folgender Begründung abgelehnt: ,,Der Standort Futaba, direkt an der Küste ist aufgrund der Tsunamigefahr sehr ungeeignet und die potenziellen Mitarbeiter wären dort permanent einer sehr hohen Strahlung ausgesetzt, was eigentlich nicht im Sinne einer Regierung sein dürfte. Denn es reicht schon, daß die AKW-Mitarbeiter der hohen Strahlung ausgesetzt sind''.

 

Neue Reinigungsanlage am AKW Fukushima dai ichi geplant

Tepco plant den Bau einer neuen Reinigungsanlage für kontaminiertes Wasser, die dem Kühlkreislauf der Reaktoren angeschlossen ist. Diese soll sehr stabil gebaut werden, damit eine sehr lange Betriebsdauer gewährleistet werden kann. Entsprechende Pläne wurden nun der NISA (Nuklear and Industrial Safety Agency) vorgelegt. Die jetztige Reinigungsanlage ist eher ein Behelf mit vielen Macken und Tücken. Laufend entstehen Löcher, aus denen radioaktives Wasser austritt und in den Boden sickert.

 

10.05.2012

Drastische Strompreiserhöhungen

Der Stromkonzern Tepco, zu dem auch das AKW Fukushima Dai ichi gehört, erhöht in Kürze die Strompreise. Für einen durchschnittlichen Haushalt bedeutet das eine Kostensteigerung von 10,28%.

 

09.05.2012

Tepco beschäftigt Minderjährige am havarierten AKW Fukushima dai ichi

Wie sich jetzt herausstellte, wurden durch Tepco und dessen Subunternehmer Minderjährige, unter wissentlicher Falschangabe der Geburtsdaten, für Hilfsarbeiten am AKW Fukushima dai ichi beschäftigt. Als Begründung dafür gab Tepco nun an, innerhalb kurzer Zeit möglichst viele Arbeiter zur Unterstützung der Schadensbegrenzung in der Zeit kurz nach dem GAU benötigt zu haben. So wurde laut Tepco aus Zeitmangel eine genauere Überprüfung der Mitarbeiterdaten unterlassen.

Der hochverschuldete Skandalkonzern Tepco ist jetzt, trotz massiven Widerstand, dem Staat unterstellt worden und erhielt mit N. Hirose (59) einen neuen Chef.

 

Planung straffer Stromspasrmaßnahmen im Sommer 

Wirtschaftsminister Edano kündigte straffe Vorschriften zur Stromeinsparung für den Sommer an, wenn die AKWs weiterhin vom Netz bleiben. Der Stromkonzern Kansaidenryoku, zu dem auch das umstrittene AKW Ooi, Präfektur Fukui gehört, rechnet für den kommenden Sommer mit einem Stromdefizit von 14,9% in seinem Einzugsgebiet.

Derzeit darf das AKW Ooi, entgegen den Wünschen der Atomlobby und der Regierung weiterhin nicht wieder angefahren werden, da die entsprechende Genehmigung der Präfekturverwaltung weiterhin nicht erteilt wird.

 

05.05.2012

Der letzte Reaktor ist vom Netz, die Lichter bleiben an!

Seit heute ist der letzte Reaktor in Japan vom Netz. Somit ist Japan nach 42 Jahren wieder frei von Kernenergie. Weiter...

 

04.05.2012

Nach 42 Jahren wieder frei von Atomstrom

Morgen, am 05.05.2012 geht der letzte von den 54 japanischen Reaktoren zwecks Wartung vom Netz. Somit ist Japan nach 42 Jahren wieder frei von Kernenergie. Der erste Reaktor ging 1972 ans Netz und die Kernenergie sollte ursprünglich bis 2030 auf 50% gesteigert werden. Jetzt liegt der Anteil der Stromerzeugung aus Kernenergie bei 0%!

Regierungspräsident Noda, Wirtschaftsminister Edano und die AKW-Betreiber propagieren weiterhin, das es im Sommer zu massiven Engpässen mit möglichen Stromausfällen kommen könnte, wenn die AKWs weiterhin vom Netz  bleiben. Unabhängige Experten geben jedoch Entwarnung. Bei Umsetzung entsprechender Sparmaßnahmen im Stromverbrauch kann der kommende Sommer problemlos überbrückt werden.

 

02.05.2012

Ankündigung von Stromsparmaßnahmen

Setsuden (Einschränkung der Stromversorgung) für den Sommer 2012. Um mögliche Engpässe in der Stromversorgung aufgrund der abgeschalteten AKWs und der noch nicht vollständig ausgebauten erneuerbaren Energien vorzubeugen, soll laut dem Umweltministerium und den Stromversorgern im Zeitraum von Juni bis Oktober 2012 an Strom eingespart werden. Dem nach wird Tepco 4,5%, Kansaidenryoku 16,3% und 9 weitere Energieversorger 0,4% weniger Strom als im Sommer 2010 zur Verfügung stellen können.

 

April 2012

 

30.04.2012

AKW Fukushima dai ichi: Kontaminiertes Wasser ausgetreten

Im AKW Fukushima Dai ichi ist radioaktiv kontaminiertes Wasser aus der Entsalzungsanlage ausgetreten. Diese wurde direkt gestoppt, um den Schaden zu beheben. Das kontaminierte Wasser sei jedoch nicht aus dem Gebäude, in dem die Entsalzungsanlage steht, entwichen.

 

Reihenuntersuchungen bei Kindern in der Präfektur Fukushima

Im der Präfektur Fukushima wurden bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren Schilddrüsenreihenuntersuchungen durchgeführt. 99,5% (17928 Patienten) weisen keinerlei pathologische Veränderung auf. In 0,5% der Fälle (186 Patienten) wurden geringgradige Veränderungen festgestellt. Eine hochgradige pathologische Veränderung wurde bei niemanden festgestellt. 

 

28.04.2012

160 geologische Verwerfungen am AKW Tsuruga

Weitere Untersuchungen am AKW Tsuruga, Präfektur Fukui haben ergeben, das dort sogar 160 geologische Verwerfungslinien im Boden vorhanden sind! Somit ist die Debatte wieder neu entfacht, ob die Reaktoren aus Sicherheitsgründen überhaupt wieder angefahren werden können. Zumal der Reaktor 1 schon seit 1970, also schon seit über 40 Jahren in Betrieb ist.

Schon 2008 wurden geologische Verwerfungen am AKW Tsuruga entdeckt, die jedoch durch die Betreiber als unbedenklich eingestuft wurden. Auch im Bodengestein der AKWs Fukushima dai ichi und dai ni (Nr.1 und 2) wurden schon in früherer Zeit aktive geologische Verwerfungen entdeckt! Diese könnten möglicher Weise die Katastrophe am AKW Fukushima dai ichi verstärkt haben. Auch hier wurden die Gefahren der Bruchbildungen im Bodengestein unterhalb der Reaktoren durch Tepco und der Atomaufsicht verharmlost.

 

26.04.2012

Tepco verschweigt geologische Verwerfungen am AKW Kashiwazaki-Kariwa bei Niigata

Am Tepco-AKW Kashiwazaki-Kariwa, Präfektur Niigata wurden 4 geologische Verwerfungslinien entdeckt, die im Erdbebenfall sehr gefährlich für die darüberliegenden Reaktoren werden könnten. Diese geologischen Verwerfungen wurden schon in früherer Zeit durch Tepco selber entdeckt, jedoch verschwiegen.

 

25.04.2012

Geologische Verwerfungen unterhalb der AKWs

Wie sich aktuell herausstellt, wurde am AKW Tsuruga, Präfektur Fukui schon vor 4 Jahren eine geologische Verwerfungslinie entdeckt, was jedoch nie veröffentlicht wurde.

Laut aktuell laufenden Untersuchungen werden auch an weiteren AKW's geologische Verwerfungslinien vermutet.

 

24.04.2012

NISA bestätigt geologische Verwerfungen am AKW Tsuruga

Geologische Verwerfungslinien wurden durch Experten der NISA unterhalb der Reaktoren 1 und 2 am AKW Tsuruga, Präfektur Fukui entdeckt. Diese zahlreich vorhandenen Verwerfungslinien können im Falle  eines Erdbebens zu Erdabsackungen führen. Auch unabhängige Experten haben diesen Zustand bestätigt und warnen vor das Wiederanfahren der betroffenen Reaktoren.

In der Präfektur Fukui liegen 15 Reaktoren nahe beieinander, wozu auch das umstrittene AKW Ooi gehört, was laut Wünschen der Atomlobby und der Regierung wieder angefahren werden soll.

 

18.04.2012

Hungerstreik vor dem Wirtschaftsministerium in Tokyo

Kernkraftgegner platzierten sich vor dem Wirtschaftsministerium in Tokyo Kasumigaseki und traten in den Hungerstreik, um gegen den Neustart des AKWs Ooi bei Fukui zu demonstrieren. Derzeit hält die Regierung, trotz massiver Proteste weiterhin an ihren Plänen für das Wiederanfahren der AKW's fest.

 

17.04.2012

Regierung hält weiterhin an den Neustart des AKWs Ooi fest

Die Regierung hält nach zahllosen Sitzungen und Auseinandersetzungen mit den örtlichen Kreisverwaltungen immer noch an die angeblich nötige Atomkraft fest, räumt jedoch ein, das es langfristig besser ist, aus der Atomkraft auszusteigen.

Der angestrebte Neustart des AKW Ooi, Präfektur Fukui wird weiterhin durch die Kreisverwaltungen, Kyoto, Osaka und der Bevölkerung auf schärfste kritisiert.

 

Radioaktiver Tsunami-Schutt wird in Gunma verbrannt

Die Präfektur Gunma übernimmt ein Teil des hochradioaktiven Tsunami-Schutt zur Müllverbrennung. 1 kg der Trümmer weisen eine Radioaktivität von über 1300 Bq auf.

 

Neue Erkenntnisse über weiter Schäden im Reaktor 3 am AKW Fukushima dai ichi

Neue Unterwasseraufnahmen im Abklingbecken des Reaktor 3 im AKW Fukushima dai ichi wurden veröffentlicht. Ein 35 Tonnen schwerer Kran, der für den Wechsel der Brennstäbe eingesetzt wurde, ist bei der Wasserstoffexplosion im März 2011 mit weiteren Gebäudeteilen in das Abklingbecken gestürzt. Dabei wurden laut Tepco jedoch keine Brennstäbe beschädigt.

Eine weitere Schutzhülle, wie am Reaktor 1 bereits schon vorhanden, soll nun auch in Kürze für Reaktor 3 gebaut werden.

 

10.04.2012

AKW-Stresstest: Regierung gibt grünes Licht für AKW Ooi

Tsunami-Mauern, Wellenbrecher werden landesweit massiv ausgebaut.

Die Kansai Elektrizitätswerke legen den Stresstestbericht für das AKW Ooi, Präfektur Fukui vor. Dem nach wurde eine Verstärkung der Tsunamischutzmauern vor dem AKW, Verbesserung der Notstromversorgung für die Reaktorkühlung und der Einbau spezieller Filter, falls radioaktiver Dampf entweicht, durchgeführt. Ministerpräsident Noda gab darauf hin grünes Licht für den Neustart des AKWs Ooi.

 

Atomlobby ängstigt die Bevölkerung mit angeblich drohenden Stromengpässen

Regierung und AKW-Betreiber wollen der Bevölkerung mögliche Stromengpässe, vor allem im Sommer einsuggerieren, wenn die AKWs weiterhin vom Netz bleiben.

Laut unabhängigen Experten sind Stromengpässe jedoch nicht zu befürchten.

 

09.04.2012

Pseudo-Sicherheit für Atomanlagen

Tsunami-Schutzmauern und Wellenbrecher werden zur Zeit massiv ausgebaut. Insbesondere vor den AKWs, was von staatlicher Seite stets gerne betont wird. Damit will die Regierung der Bevölkerung eine verbesserte Sicherheit der Atomanlagen einsuggerieren.

 

Kyoto und Osaka: ,,Nein'' zum Neustart der AKWs

Die Stadtverwaltung in Kyoto und Osaka lehnen das Wiederanfahren der AKWs in ihrer Umgebung, wozu auch das AKW Ooi gehört, weiterhin strikt ab.

 

AKW Fukushima dai ichi: Extrem hohe Strahlung in Reaktor 2

Laut aktueller Strahlenmessung im AKW Fukushima dai ichi, liegt die Strahlung in Reaktor 2 zwischen 31 bis 79 Sv/h. Das ist schon eine deutliche Überschreitung der tödlichen Dosis!

Der Wasserstand im Reaktor 2 beträgt aufgrund von Leckagen nur 60 cm und weist eine Temperatur von 50°C auf.

 

 

Ende Februar und März 2012

 

30.03.2012

Nur noch ein Reaktor im Vollbetrieb

Der vorletzte Reaktor ist zwecks Wartungsarbeiten vom Netz gegangen. Nun läuft nur noch ein einziger von 54 Reaktoren, der ebenfalls in den nächsten Wochen herunter gefahren werden soll. Andere AKWs warten auf grünes Licht für den Neustart, der jedoch weiterhin von den örtlichen Kreisverwaltungen abgelehnt wird.

 

28.03.2012

AKW Ooi hat fraglichen Stresstest bestanden

Das AKW Ooi hat ebenfalls den sog. Stresstest bestanden und darf laut Regierung wieder angefahren werden. Es muß jedoch noch die Entscheidung der örtlichen Kreisverwaltung abgewartet werden.

 

22.03.2012

Zehnjährige Laufzeitverlängerung für Altreaktoren in Ikata

Nach Beendigung der Soft-Stresstests erhält das AKW Ikata, Präfektur Ehime für seine 30 Jahre alten Reaktoren eine Laufzeitverlängerung von weiteren 10 Jahren. Damit erteilt die Regierung die erste Laufzeitverlängerung seit dem GAU 03/2011.

 

Geothermische Energiegewinnung aus Vulkanen

Es wird überlegt, die zahlreich vorhandenen Vulkane in Japan zur Stromerzeugung durch geothermische Kraftwerke zu forcieren. Zur Zeit entspricht die Energiegewinnung aus geothermischen KW etwa 0,2% in der Gesamtstromerzeugung.

 

AKW Fukushima dai ichi: Brand durch Schweißarbeiten verursacht

Brand durch Funkenflug im AKW Fukushima dai ichi, als Rohre verschweißt wurden, die sich sehr nahe an einen Öltank bei den Reaktoren 5 und 6 befinden.

 

18.03.2012

Präfektur Mie verbrennt verstrahlten Tsunami-Schrott

Die Präfektur Mie übernimmt ein Teil des radioaktiv kontaminierten Tsunami-Schutt zur Müllverbrennung.Dazu wurde Anfang März durch die Regierung aufgerufen.

 

Radioaktive Verseuchung

Meeresboden vor dem AKW Fukushima dai ichi und der Erdboden auf dem Gelände ist stärker radioaktiv kontaminiert als bisher anganommen.

 

Zustand im Abkingbecken am Reaktor 4 immer noch unklar

Neue Robotter-Kamerabilder aus dem Reaktor 4 bringen keine neuen Erkenntnisse über den Zustand  der Brennstäbe im Abklingbecken, da die Sichtweite im trüben Wasser des Beckens nur 1 Meter beträgt. Vermutlich ist das Wasser durch herabfallende Deckenteile, Stahl usw eingetrübt.

 

15.03.2012

Erneutes stärkeres Erdbeben

Zwei Erdbeben am selben Tag! Einmal vor der Nordküste/Hokkaido der Stärke 6,8. Die herausgegebene Tsunami-Warnung konnte wieder zurück genommen werden. Das zweite Erdbeben mit einer Stärke von 6,1 ereignete sich am Abend im Großraum Tokyo.

Bei beiden Beben blieb es nur bei Sachschäden, Störfälle aus AKW's wurden nicht gemeldet.

 

Tepco erschwert Antragsstellung auf Entschädigung

Tepco zeigt weiterhin sehr wenig Compliance gegenüber den Antragsstellern auf Entschädigung. Gerade mal 40% der Betroffenen konnten bisher den komplizierten Antrag auf Entschädigung erfolgreich einreichen.

 

Regierung will die AKWs am Netz haben

Regierungs-Chef Noda versucht auf die Gemeindevorstände einzuwirken um dort die notwendige Zustimmung für das Wiederanfahren der örtlichen Reaktoren zu erwirken. Diese lehnen es jedoch weiterhin ab und lassen sich auch auf keine Kompromisse ein. Noda versucht auch das Vertrauen der Bürger für die Kernenergie zu gewinnen. 90% sind gegen die gefährliche Kernenergie.

 

10.03.2012

Dekontamination in den verstrahlten Gebieten aussichtslos

Laut Prof. Dr. Kodama, Leiter des Radio-Isotopen-Zentrum der Universität Tokyo, ist eine Dekontamination der stark verstrahlten Gebiete aussichtslos. Laut den Plänen der Regierung soll dieses jedoch angestrebt werden.

 

Erneute Nuklearkatastrophe durch Abklingbecken im Reaktor 4 möglich

Das stark beschädigte Gebäude des Reaktors 4 im AKW Fukushima dai ichi ist einsturzgefährdet. Ein leichtes Erdbeben würde schon reichen.

Der Reaktor befand sich in der Wartung, als sich der GAU ereignete, und war somit nicht mit Brennelemente bestückt. Das im 4. Stock gelegene Abklingbecken mit 1535 Brennelemente quillt jedoch über. Im 5. Stock darüber lagern schwere Maschinen. Beim Einsturz des Gebäudes ist eine nukleare Kettenreaktion mit Austritt von sehr hoher Strahlung quasi schon vorprogrammiert.

 

Umfragewerte von Anfang März 2012

Laut einer Umfrage waren vor dem GAU nur 20% der Bevölkerung gegen Kernenergie. Nach dem GAU ist die Anzahl Kernkraftgegner auf 83% angewachsen.

 

07.03.2012

Radioaktives Wasser läuft weiterhin ins Meer

Laut unabhengigen Experten wurde nachgewiesen, das weiterhin radioaktiv kontaminiertes Wasser aus dem AKW Fukushima dai ichi in das Meer fließt. Wasserproben zeigten weiterhin hohe Konzentrationen von Cs137, was für ein stendiges Nachlaufen von Wasser aus den Reaktoren ins Meer spricht. TV-Sender, zB. das WDR uva, erhalten weiterhin keine Drehgenemigung auf dem AKW-Gelände, da Tepco keine Berichterstattung durch Dritte wünscht, die ,,zu viele '' Informationen an die Öffentlichkeit bringen könnten.

 

05.03.2012

30 Mio. m³ radioaktiv kontaminiertes Erdreich

Neben Futaba sind von der Regierung noch 3 weitere Endlager im Landkreis Fukushima geplant, was jedoch von den örtlichen Gemeindeverwaltungen weiterhin abgelehnt wird. Zu dem hält die Regierung weiterhin an ihren Plänen fest, das die Sperrzone nach der Dekontamination durch das Abtragen von Böden wieder bewohnbar werden soll.

Insgesammt fallen laut Berechnungen 30 Mio. m³ Erdreich durch die Abtragung der kontaminierten Böden im gesamten Landkreis Fukushima an, dessen Entsorgung auf die 4 geplanten Endlager verteilt werden soll.

 

03.03.2012

Tanks für verstrahltes Wasser am AKW Fukushima dai ichi werden knapp

Weiterhin große Probleme mit der Entsorgung des radioaktiv kontaminierten Wassers im AKW Fukushima dai ichi. Die Gesamtmenge beträgt ca. 200 000 m³ und täglich läuft Wasser in die Reaktorkeller, was laufend abgepumpt werden muß. Die Kapazität  der Tanks wird spätestens in ein paar Monaten erschöft sein, ohne das es eine entgültige Lösung für das Wasserproblem gibt.

 

Tokyo soll verstrahlten Tsunami-Schutt verbrennen

Etwa 500 000 T Tsunamischutt aus dem Landkreis Fukushima und Onagawa sollen in Tokyo verbrannt werden, was auch schon in Shizuoka praktiziert wurde. Laut voraus gegangener Testläufe und Aussagen der Regierung besteht angeblich keine Gefahr für die Bevölkerung durch Verbrennungsrückstände und Emission.

 

02.03.2012

Tepco prüft Begehbarkeit der haverierten Reaktoren am AKW Fukushima dai ichi

Tepco prüft, mit Hilfe von zwei neuen Meßrobottern,ob das Betreten bzw. das Arbeiten in der haverierten Reaktoren möglich ist. Die gemessene Strahlung ist jedoch sehr hoch, etwa 200 mSv/h. Auch der Zustand der geschmolzenen Brennstäbe soll hiermit ermittelt werden, was zuvor durch einen Versuch mit einer endoskopähnlichen Kamera nur unzureichend gelang (unscharfe Bilder).

 

Kritik an Sicherheitstests der AKWs

Aktuell durchgeführte Sicherheitsbewertungen der AKWs wurden durch unabhengige Experten kritisiert. Diese Sicherheitsprüfungen wurden durch die Betreiber selbt durchgeführt und die Ergebnisse somit eher atomlobbyfreundlich ausgelegt. Die NISA hat jedoch auf diese Kritik reagiert und forderte Nachbesserung der Tests.

 

27.02.2012

Regierung plant Endlager für radioaktiven Tsunami-Schrott in Futaba

Endlagerdebatte für die verstrahlten Abfälle, Tsunami-Schrott der im Landkreis Fukushima angefallen ist, zwecks Dekontamination abgetragenes Erdreich, Abfälle aus dem AKW usw, geht weiter.

Die japanische Regierung plant seit Ende November ein Endlager im Ort Futaba, zu dem auch das AKW Fukushima dai ichi gehört, ein zu richten. Die Gemeindeverwaltung lehnt dieses jedoch weiterhin ab. Erneute Treffen mit der Regierung wurden, um eine politische Entscheidung unmöglich zu machen, boykottiert. zumal die Regierung auch schon hinter dem Rücken der Gemeindeverwaltung Kaufanfragen für Grundstücke in Futaba getätigt hat.

 

Bürgerproteste gegen einen Neustart des AKWs Genkai

Großdemo gegen den Neustart des AKW Genkai (Kyushu, Südjapan) was schon im Sommer durch seine gefälschte Bürgerumfrage (,,Ist das AKW Genkai sicher und soll weiter laufen?''), negativ aufgefallen ist. Für das Wiederanfahren der Reaktoren nach einer Wartung, die alle 13 Monate fällig ist, ist immer die Zustimmung der örtlichen Gemeindeverwaltung nötig, die jedoch zur Zeit von keiner Gemeinde in ganz Japan erteilt wird.