2013 Fuku Info

aus dem dem Jahr 2013 in umgekehrter Chronologie. Das heißt: Das aktuellste folgt zuerst.

 

Dezember 2013

 

28.12.2013

Stark ansteigende Strontium90-Werte am AKW Fukushima dai ichi

Das Ergebnis durchgeführter Wasserproben zeigt wieder erschreckend hohe Strontium90-Werte im Grundwasser am AKW Fukushima dai ichi. Wasserproben, die vor zwei Tagen aus einem ufernahen Bohrloch zwischen Reaktor 1 und 2 entnommen worden sind, weisen einen Strontium90-Wert von 210 000 Bq/l Wasser auf. Im Vergleich zur Probe vom 19.12.2013, die einen Wert von 190 000 Bq/l aufwies, ist nun eine weiter steigende Tendenz des ß-Strahler Strontium90 zu verzeichnen. Der Betreiber Tepco kann sich den Grund für den Anstieg jedoch nicht erklären und sucht fieberhaft nach der Ursache.

 

27.12.2013

AKW Fukushima dai ichi, Reaktor 4: Ein Brennelement mit drei Rissen

Im Abklingbecken von Reaktor 4 wurde heute an einem Brennelement gleich drei längere Risse festgestellt. Einer davon weist eine Länge von 7 cm auf. Einen Anstieg der Radioaktivität im Wasser des Abklingbeckens bzw. in der Luft wurde laut Tepco jedoch nicht verzeichnet. 

Die Bergungsarbeiten der Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 laufen seit November. Vor Beginn der Arbeiten wurden drei beschädigte Brennelemente dort entdeckt (antiatom-fuku berichtete).

Zur Zeit ist Tepco noch mit der Bergung der 202 unbenutzten Brennelemente beschäftigt. Die Bergung der gebrauchten Brennelemente beginnt voraussichtlich ab Februar.

 

AKW Fukushima dai ichi - Probleme mit radioaktiven Regenwasser

Am havariertem AKW Fukushima dai ichi hat sich im Bereich der Lagertanks für hochradioaktiv verseuchtes Wasser wieder einmal reichlich Regenwasser gesammelt. Dort wird es radioaktiv kontaminiert und sickert dann über die zahlreichen Risse, die sich im Betonfundament gebildet haben ins Erdreich. Dort wurden hohe Werte an Srtontium90 gemessen, die bei 440 Bq/l lagen. Die gesetzlich festgelegte Obergrenze liegt bei 30 Bq/l.

Die meisten Risse im Beton waren eigentlich schon einmal abgedichtet worden, was jedoch nicht gehalten hat. Jetzt will Tepco diese mit Kunstharz abdichten.

 

Umweltministerium lobt die „Erfolge“ der Dekontaminationsarbeiten

Das Umweltministerium sieht Erfolge in den Dekontaminierungsmaßnahmen, die in der Präfektur Fukushima vielerorts durchgeführt werden. Vor allem wurden hier die „Erfolge“ in den AKW-nahen Ortschaften, wo die radioaktive Strahlung bis zu 3,51 µSv/h abgesenkt werden konnten. Somit sei die Strahlung teilweise bis zu 70% gesenkt worden. Umweltschützer und unabhängige Experten können sich an diesen „Erfolgen“ allerdings nicht erfreuen, da es sich hier immer noch um hohe Radioaktivitätswerte handelt, die mit der Gesundheit nicht vereinbar sind. Außerdem wird laufend neuer Staub mit radioaktiven Partikeln vom Kraftwerk kommend her geweht, so dass die Strahlung bald wieder ansteigt.

 

25.12.2013

Tritium soll eventuell versuchsweise über Verdunstung entfernt werden

Wegen den weiterhin bestehenden Problemen mit dem verseuchten Wasser am AKW Fukushima dai ichi haben jetzt Abgeordnete des Industrie- und Wirtschaftsministeriums vorgeschlagen, das Tritium (Überschweres Wasser) aus dem Abwasser der Reaktorkühlung über eine Verdunstung „heraus zu filtern“. Das wäre eine experimentelle Vorgehensweise, die bereits in den USA erprobt worden ist. Über das Ergebnis des Experimentes in den USA hat man sich jedoch nicht geäußert.

Das hochradioaktive Tritium, was sich wie Wasser verhält, kann auch mit der Filteranlage ALPS, die zwar 62 Arten an radioaktiven Partikeln herausfiltern kann, nicht heraus gefiltert werden.

Der leitende Direktor der Agrarwirtschaft in der Präfektur Fukushima T. Yoshi ist jedoch sehr skeptisch und lehnt diesen Vorschlag aus Sorge vor weiteren Umweltschäden ab.

Erst am vergangenen Wochenende ist wieder einmal hochradioaktiv verseuchtes Abwasser aus den Lagertanks entwichen (antiatom-fuku berichtete).

 

22.12.2013

Fukushima: Erneute Lecks an Lagertanks für hochradioaktives Wasser

Am havarierten AKW Fukushima dai ichi wurden wieder Leckagen an den großen Lagertanks, die auf dem Gelände hinter dem AKW stehen festgestellt. Dort lagert hochradioaktiv verseuchtes Wasser, was zur Kühlung der Brennelemente genutzt worden ist und nun nicht mehr „ausreichend“ dekontaminiert werden kann.

Gleich an drei verschiedenen Tanks wurde auslaufendes Wasser gesichtet. Die erste Lache wurde bereits gestern entdeckt.

Die Schutzbegrenzung der Lagerplätze wurde jedoch noch nicht überschritten und die Arbeiter versuchen mit Plastikplanen und Sandsäcken zu verhindern, dass das hochradioaktiv verseuchte Wasser in den Boden versickert.

Aus den ersten Tank sind etwa 1,6 t, aus den zweiten Tank etwa 1 t und aus den dritten Tank etwa 0,8 t hochradioaktiv verseuchtes Wasser ausgelaufen. Der Gehalt an Strontium90 liegt bei 190 Bq/l.

Bereits im August gab es schon massive Probleme mit den großen Lagertanks, aus denen tonnenweise hochradioaktives Wasser auslief, ins Erdreich sickerte, bzw. ims Meer gelangte. Diese Tanks sind nur zusammengesteckt und durch Bolzen gehalten. Die Gummidichtungen dringen zum Teil hervor. Die Auswahl der Tanks, dessen Lebensdauer 5 Jahre betragen sollte, erfolgte vorwiegend aus Kostengründen, aber nicht aufgrund von Sicherheitskriterien (antiatom-fuku berichtete mehrfach).

 

20.12.2013

Antrag auf Sicherheitsüberprüfungen zur Wiederinbetriebnahme des AKWs Onagawa

Der Stromkonzern Tohokudenryoku beantrage jetzt ebenfalls bei der Atomaufsichtsbehörde NRA eine Sicherheitsüberprüfung für das AKW Onagawa, Präfektur Miyagi.

Hierbei werden die AKWs auf Entsprechung der neueren strengeren Sicherheitsstandards überprüft. An 12 Reaktoren vierer Stromkonzerne laufen diese Überprüfungen bereits. Diese können bis zu 6 Monate andauern (antiatom-fuku berichtete).

Am AKW Onagawa trat 2011, als sich die Dreifachkatastrophe ereignete ebenfall ein Störfall ein und das Gelände wurde durch den Tsunami überflutet.

Das AKW Onagawa besteht, wie auch in Fukushima aus drei Siedewasserreaktoren (SWR). Hier bei kommt im Reaktor das Kühlwasser in direkten Kontakt mit den Brennelementen und wird somit radioaktiv kontaminiert, während der Druckwasserreaktor (DWR) über zwei Kreisläufe verfügt. Somit ist er ein klein wenig „sicherer“ als der SWR.

Auch der Stromkonzern Tepco, der das AKW Fukushima dai ichi zu verantworten hat, hatte im September bei der NRA die Sicherheitsüberprüfungen für die Reaktoren 6 und 7, ebenfalls SWR am AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata beantragt. Die Überprüfungen laufen seit November.

 

19.12.2013

85 km lange geologische Verwerfungslinie laut vierer Atomkonzerne nicht aktiv

Nach der erneuten Untersuchung einer geologischen Verwerfungslinie, die im Meer parallel der Küste von Rokkasho, Präfektur Aomori in Nordjapan über eine Länge von 85 km bis kurz vor Hokkaido verläuft, wurde angeblich keine seismische Aktivität festgestellt. Diese Untersuchungen wurden im Auftrag vierer Atomkonzerne, darunter auch Tepco in Auftrag gegeben.

 

       

85 km lange, mutmaßlich aktive geologische Verwerfungslinie. Skizze: P. Alt

       

Laut den Daten der Atomaufsichtsbehörde NRA, die ebenfalls erst vor Kurzem erhoben worden sind, wurde jedoch festgestellt, dass eine seismische Aktivität sehr wohl vorhanden ist. Die Ausgangsdaten der Atom-Konzern-Studie stammen aus einer viel früheren Zeit und sein somit auch völlig überholt.

Die Atomkonzerne und Lobbyisten fürchten massive Profiteinbußen mit weiteren „Problemen“ und Konsequenzen für Atomwirtschaft, wenn das NRA-Urteil weiterhin Bestand haben wird.

In Rokkasho befindet sich ein großes Atommülllager, was schon überquellt und die Wiederaufbereitung für Brennelemente. Nördlich davonbefindet sich das AKW Higashiori, ein weiteres Atommülllager und das sich im Bau befindliche AKW Ōma, dessen Reaktor ausschließlich für MOX-Brennelemente konzipiert ist.

 

18.12.2013

Aktuelle amtliche Statistik der Tsunamiopfer von 2011

Laut der aktuellen amtlichen Statistik vom 10.12.2013 sind durch das Erbeben und dem Tsunami von März 2011 landesweit 15 883 Menschen ums Leben gekommen. 2642 weitere Opfer, die vermutlich ebenfalls tot sind gelten weiterhin als vermisst. Davon entfallen 4673 Todesopfer und 1143 Vermisste auf die Präfektur Iwate. In der Präfektur Miyagi, die am stärksten durch den Tsunami betroffen gewesen ist, handelt es sich um 9537 Todesopfer und 1289 Vermisste. Und in der Präfektur Fukushima werden bis jetzt 1606 Tote und 207 Vermisste gemeldet.

Todesopfer, die in direkter Verbindung mit der Reaktorkatastrophe als solche in Verbindung stehen, bzw. die zahlreichen Suizide, die aufgrund der veränderten Lebensumstände erfolgten, werden in dieser amtlichen Statistik jedoch nicht aufgeführt.

 

17.12.2013

Reaktor 3: Bergung der Brennelemente voraussichtlich wesentlich schwieriger

Während am havariertem AKW Fukushima dai ichi die Bergungsarbeiten der Brennelemente von Reaktor 4 bis jetzt planmäßig verlaufen sind, werden sich die noch anstehenden Bergungsarbeiten der Brennelemente von Reaktor 3 wahrscheinlich wesentlich schwieriger gestalten.

Das Reaktorgebäude 3 wurde 2011 durch eine Wasserstoffexplosion sehr stark beschädigt. Somit sind auch die Halterungen der Brennelemente im Abklingbecken verzogen, so dass die Brennelemente dort zum Teil fest klemmen und bei herausziehen beschädigt werden könnten.

Hinzu kommt noch der ganze Schutt, wie Betontrümmer und Stahlgerüstteile, die mit im Abklingbecken liegen. Diese konnten jedoch zum Teil über ferngesteuerte Kräne geborgen werden (antiatom-fuku berichtete). Ein betreten des Gebäudes  ist jedoch aufgrund der hohen Strahlung weiterhin nicht möglich.

 

Weiter steigende Zahlen der Strahlenopfer

In den Präfekturen Miyagi, Hauptstadt Sendai und Iwate, nördlich der Präfektur Fukushima wurden bis jetzt 1605 Todesfälle von Opfern verzeichnet, die in direkter Verbindung mit der Reaktorkatastrophe stehen, z.B. AKW-Mitarbeiter. Die meisten davon erkrankten in Folge der hohen Strahlung bei unzureichender Therapie und schlechten Lebensbedingungen.

Laut amtlichen Statistiken ist die Anzahl der Opfer, die in direkter Verbindung mit der hohen Radioaktivität aufgrund der Reaktorkatastrophe steht deutlich geringer. Lediglich die Zahlen der Tsunamiopfer sind realistisch.

 

15.12.2013

Präfektur Iwate: Steigende Cäsiumwerte im Waldboden

In den Böden einiger Zedernwäldchen der Küstenstadt Miyako, Präfektur Iwate, etwas mehr als 200 km nördlich vom havariertem AKW Fukushima dai ichi entfernt, wurde im Vergleich zu 2012 eine steigende Tendenz der Radionuklide festgestellt. Das Cäsium137, was 2012 noch einen Wert von 721 Bq/kg aufwies, liegt jetzt bei 3225 Bq/kg. Das schon fast das Fünffache! Und somit ein sehr besorgniserregender Wert.

Der Anstieg im Erdreich erklärt sich auch durch das herabfallende Laub, was den Boden zusätzlich kontaminiert, wenn es dort verwittert.

 

Die neuen Energiepläne der Regierung erhalten heftige Kritik

Nach dem die Regierung der Öffentlichkeit ihr neues Energiekonzept für Japan vorstellte, erhielt Ministerpräsident Shinzo Abe (LDP) erneut scharfe Kritik vom ehemaligen Ministerpräsidenten Junichiro Koizumi, ebenfalls LDP und Abes Mentor, der in früherer Zeit die Kernenergie zwar selber befürwortete, jedoch jetzt den Fortbestand der Atomtechnologie strikt ablehnt.

Im neuen Energieversorgungskonzept wird die Kernenergie als wichtiges Element für die Grundversorgung dar gestellt. Sie sei, wie es der Industrie- und Wirtschaftsminister T. Motegi (LDP) in den vergangenen Wochen schon äußerte unverzichtbar (antiatom-fuku berichtete). Man wolle jedoch in Zukunft unabhängiger von der Kernenergie werden.

Auch an der kostenintensiven und schlecht funktionierenden Wiederaufbereitung der Brennelemente in der Großanlage Rokkasho, Präfektur Aomori in Nordjapan will die Regierung festhalten.

Diese Energiepolitikpläne werden von Koizumi, auch in aller Öffentlichkeit aufs schärfte kritisiert. Er fordert von Abe sogar den sofortigen Atomausstieg und sieht in der jetzigen Situation eine sehr gute Gelegenheit dafür, da zur Zeit kein einziges AKW am Netz ist.

„Außer dem gibt es in Japan keine Möglichkeit für die Atommüllendlagerung, weshalb auch ab sofort kein weiterer Atommüll produziert werden soll“, so Koizumi weiter.

Und würde man den sofortigen Atomausstieg in der Politik beschließen, dann würden die entsprechenden Fachleute auch sofort einen guten Plan zum Ausbau der erneuerbaren Energien erarbeiten, der rasch umgesetzt werden kann.

Nicht nur Koizumi, der früher in seiner Amtszeit als Ministerpräsident ein großer Befürworter der Kernenergie gewesen ist, sondern auch viele weitere ehemalige Politiker, die meisten Leute aus der Bevölkerung, die gesamte Opposition und sogar viele Parteigenossen der regierenden LDP haben aus den Folgen der Kernenergie gelernt und sind gegen die Wiederinbetriebnahme der AKWs.

 

13.12.2013

Stetig steigende Strontiumwerte am AKW Fukushima dai ichi

Wasserproben, die gestern aus einem Bohrloch am Reaktor 2 der havarierten AKW-Ruine Fukushima dai ichi entnommen wurden sind, weisen einen Wert an Strontium90 von

180 000 Bq/l Wasser auf. Proben aus dem selben Bohrloch wiesen am 09.12 noch einen Wert von 150 000 und am 05.12. einen Wert von 140 000 Bq/l auf. Somit besteht dort eine steigende Tendenz des ß-Strahlers Strontium90, was durch Tepco damit erklärt wird, das einer der hochradioaktiv kontaminierten unterirdischen Kabelschächte nahe dem Bohrloch verlaufen würde.

Weiterhin gelangt Grundwasser von der Bergseite und hochradioaktiv verseuchtes Kühlwasser in die Reaktorkellerräume, wäscht diese aus, und gelangt zum Teil, d.h. etwa 400 Tonnen täglich ins Meer. Wasser, was aus den Kellerräumen abgepumpt werden konnte, wird über spezielle Filteranlagen zum Teil dekontaminiert und zur Kühlung wieder verwändet. Sehr stark verstrahltes Wasser wird in den Tanks auf dem AKW-Gelände gelagert. (antiatom-fuku berichtete).

 

Stilllegung des AKWs Fukushima dai ni durch Gemeinderäte gefordert

Nach Abstimmung der Anrainergemeinden der AKWs Fukushima dai ichi und dai ni und einer Bürgerversammlung in Koriyama wird die endgültige Stilllegung des AKWs Fukushima dai ni, was nur 12 km südlich der havarierten AKW-Ruine dai ichi liegt sehr stark befürwortet. 9 der 13 Gemeindevorstände befürworten die sofortige Stilllegung der Anlage und 4 der Gemeindevorstände fordern eine Wiederinbetriebnahme.

Der Energiekonzern Tepco, Betreiber beider Anlagen, der zuvor die Wiederinbetriebnahme des AKWs Fukushima dai ni (4 Reaktoren) anstrebte, zeigt sich nun abwartend und will den Entscheid der Gemeinderäte folgen.

 

12.12.2013

Neues Geheimhaltungsgesetz: Vertrauen in Abes Politik sinkt weiter

Nach dem das heftig umstrittene und äußerst schwammig formulierte Geheimhaltungsgesetz nun im Parlament beschlossen worden ist, ist das eh schon angeschlagene Vertrauen der Bevölkerung in die Politik von Shinzo Abe (LDP) noch einmal deutlich gesunken.

Einer Umfrage der Nachrichtenagentur Kyodo zur Folge lehnen 82% der Befragten das neue Geheimhaltungsgesetz ab. Etwa 70% der Befragten befürchten sogar gezielten Missbrauch der Gesetzgebung, bei der die Folgen der Reaktorkatastrophe in Fukushima besser verheimlicht werden können und die Pressefreiheit massiv eingeschränkt wird.

Insidern zur Folge soll sogar die USA, die noch durch ihren Whistleblower Edward Snowden „geplagt“ ist, die japanische Regierung sogar dazu gedrängt haben das Gesetz rasch umzusetzen. Andernfalls würde Japan keine weitere militärische Unterstützung der USA im Senkaku-Inselstreit mit China erhalten.

Das neue Geheimhaltungsgesetz, was im Herbst vorgestellt und jetzt durch die im Ober- und Unterhaus dominierende LDP beschlossen worden ist untergräbt die Demokratie. Durch die unklare Formulierung des Gesetzes kann die Pressefreiheit massiv eingeschränkt und nach Belieben, „dem Bedarf angepasst“ ausgelegt werden, was die Vertuschung schwerwiegender Ereignisse in Zukunft deutlich erleichtert wird (antiatom-fuku berichtete).

 

11.12.2013

AKW Fukushima dai ichi – Stilllegung der Reaktoren 5 und 6 nun offiziell

Die endgültige Stilllegung der noch intakten Reaktoren 5 und 6 am havariertem AKW Fukushima dai ichi wird jetzt im Aufsichtsrat beschlossen. Dem nach sinkt auch die offizielle Anzahl der landesweiten Reaktoren zur kommerziellen Stromerzeugung ursprünglich 54 auf 48. Bisher wurden diese beiden Reaktoren in der offiziellen Auflistung stets mitgezählt.

Die offizielle Stilllegung des nur 12 km entfernten AKWs Fukushima dai ni, was über 4 Reaktoren verfügt ist jedoch noch nicht im Gespräch.

 

10.12.2012

Reaktor 4: 66 Brennelemente bereits geborgen

AKW Fukushima dai ichi: Bereits 66 der 1533 Brennelemente sind erfolgreich aus dem Abklingbecken des schwer beschädigten Reaktorgebäude 4 entfernt wurden.

Im Moment werden die 202 noch ungebrauchten Brennelemente, die über eine  am Reaktorgebäude angebaute Spezialvorrichtung geborgen werden (antiatom-fuku berichtete).

 

08.12.2013

AKW Mihama – Untersuchungen der geologischen Verwerfungen beendet

Am AKW Mihama, Präfektur Fukui beendeten die Experten der Atomaufsichtsbehörde NRA die Untersuchungen des AKW-Geländes auf aktive geologische Verwerfungen. Die erhobenen Daten sollen bis Anfang des Jahres ausgewertet und vorgelegt werden. An den Reaktoren 1 bis 3 verlaufen 9 geologische Verwerfungen. Etwas südlich entlang der Reaktoren verläuft eine ein Kilometer lange aktive Verwerfungslinie.

Eine Aktivität dieser Verwerfungslinie wurde von dem Betreiber Kansaidenryoku in der Vergangenheit jedoch stets bestritten.

Das erdbebenreiche Japan ist durchsiebt mit geologischen Verwerfungen, die zum Teil seismisch aktiv sind (antiatom-fuku berichtete mehrfach).

 

Erneut hohe Cäsium- und Strontiumwerte am AKW Fukushima dai ichi

Außerhalb der Schwimmbarriere am Hafen der Atomruine Fukushima dai ichi wurden im Vergleich zu Ende November weiter steigende Werte an Cäsium137 festgestellt. Auch die Proben des ß-Strahlers Strontium90, die aus einem Bohrloch nahe dem Reaktor 2 entnommen worden sind, weisen eine steigende Tendenz auf.

Somit liegen die Cäsium137-Werte beider Messstellen jetzt bei 9,2 bzw. 8,4 Bq/l Wasser. Ende November lagen diese Werte noch bei 6,5 und 5,8 Bq/l. Der Strontium90-Wert, der Ende November noch bei 110 Bq/l Wasser lag, liegt jetzt bei 130 Bq/l (Messung vom 02.12.2013).

Auch fast drei Jahre nach der großen Katastrophe ist das „Wasserproblem“ nicht unter Kontrolle zu bekommen. Immer wieder läuft neues Grundwasser von der Bergseite nach, durchspült die hochradioaktiv verseuchten Reaktorkellerräume und gelangt mit dem ebenfalls hochradioaktiv verseuchten Kühlwasser, was nicht abgepumpt werden konnte ins Meer (antiatom-fuku berichtete mehrfach).

 

07.12.2013

Japanische Regierung: Trotz Fukushima nichts gelernt

In der Regierung wird über die zukünftige Energieversorgung für Japan debattiert. Bis Mitte Dezember soll ein fertiger Entwurf für die nationale Energieversorgung stehen, der dann im Januar 2014 im Kabinett schon möglicherweise beschlossen werden könnte. Der Industrie- und Wirtschaftsminister T. Motegi (LDP) findet, dass die Kernenergie eine wichtige Energiequelle sei. Auch Ministerpräsident S. Abe (LDP) betonte noch einmal, dass der von der Vorgängerregierung DPJ beschlossene Atomausstieg hinfällig sei.

 

05.12.2013

AKW Fukushima dai ichi, Reaktor 3 – Bergung der Trümmer aus dem Abklingbecken

Nach dem am havariertem AKW Fukushima dai ichi bis Ende Oktober Stahlgerippe und Betontrümmer aus dem 5. Stock des Reaktorgebäudes 3 entfernt worden, sollen ab diesen Monat die Trümmer und Stahlteile aus den Abklingbecken entfernt werden. Dazu werden spezielle Kräne, Bergungsgeräte und Kameras eingesetzt. Denn eine menschliche Intervention nahe am Abklingbecken ist aufgrund der sehr hohen Strahlung weiterhin unmöglich.

Als nächsten Schritt plant der Betreiber Tepco die 514 hochradioaktiven Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 3 zu bergen. Diese Arbeiten sollen voraussichtlich ab 2015 beginnen.

Das Reaktorgebäude 3 wurde 2011 durch eine Wasserstoffexplosion schwer beschädigt, nach dem im Reaktorkern eine Kernschmelze statt fand.

 

04.12.2013

Radioaktiv verseuchtes Wasser – Verdünnungseffekt laut IAEA ausreichend

Nach erneuter Bewertung der Situation am AKW Fukushima dai ichi erwägt die IAEA, leicht radioaktiv verseuchtes Wasser aus der havarierten Atomruine ins Meer zu leiten. Diesen „Vorschlag“ verlautete die zuständige Arbeitsgruppe der IAEA in ihrem Zwischenbericht. „So lange die gesetzlichen Grenzwerte eingehalten werden, sei der Verdünnungseffekt völlig ausreichend“ lautete die Begründung der IAEA. Dem hinzugefügt wurde dann auch noch, dass das im Abwasser enthaltene Tritium eh kaum heraus gefiltert werden kann. „Und irgendwie müsse man ja dem „Wasserproblem“ bei fehlender Lagerkapazität Herr werden“.

Auch der Betreiber Tepco hatte schon im Herbst dem Wirtschaftsministerium gegenüber geäußert, radioaktives Abwasser ins Meer zu verklappen, da die Lagertanks knapp werden. Tepco fand den Verdünnungseffekt ebenfalls ausreichend und sah keine besondere Gefahr für die Umwelt (antiatom-fuku berichtete).

Das Wasserproblem am AKW Fukushima dai ichi ist immer noch nicht gelöst. Täglich laufen weiterhin etwa 300 Tonnen radioaktiv verseuchtes Kühl- und Grundwasser von den Reaktorkellerräumen ins Meer. Wasserbarrieren helfen kaum und der Nutzen der geplanten „Eismauer“ (antiatom-fuku berichtete im Sommer) ist auch eher fraglich.

 

03.12.2013

Regierung plant großes Zwischenlager am AKW Fukushima dai ichi

Nach Überlegungen der Regierung soll am AKW Fukushima dai ichi ein Zwischenlager für die radioaktiven Abfälle, wie Erdreich, Laub etc., die bei den Dekontaminierungsarbeiten in der Präfektur Fukushima anfallen eingerichtet werden. Dafür sollen u.a. die ehemaligen Lagerbecken auf dem AKW-Gelände genutzt werden.

Die sieben Lagerbecken wurden Anfang des Jahres zur Lagerung des hochradioaktiv verseuchten Kühlwassers angelegt und mussten kurz darauf wieder leer gepumpt werden, da diese undicht geworden sind (antiatom-fuku berichtete im März/April 2013).

Allerdings wird hier schon gesagt, dass ein Kontakt des verseuchten Erdreichs im Lagerbecken mit dem Grundwasser nicht ausgeschlossen werden kann. Die Regierung ist jedoch bemüht, ein Endlager dafür zu finden und will landesweit danach suchen.

Die Anwohner in der Präfektur Fukushima sind jedoch skeptisch und befürchten, das der radioaktive Abfall an den jetzigen Lagerplätzen, bzw. in der Präfektur Fukushima verbleibt.

Zur Zeit wird das abgetragene Erdreich, sowie die anderen Abfälle überall in der Präfektur Fukushima, auch in Wohngebieten verteilt zwischengelagert. Mittlerweile haben sich 2800 000 m³ abgetragenes Erdreich angesammelt, so dass diese temporären Lagerplätze bald überquellen. Das ist eine Menge, die das Sportstadion „Tokyo Dome“ 23 X füllen könnte.

 

01.12.2013

Umstrittenes Geheimhaltungsgesetz tritt aller Voraussicht nach in Kraft

Das heftig umstrittene Geheimhaltungsgesetz, was auch die Pressefreiheit massiv einschränken wird, wurde diese Woche im Unterhaus „durch gewunken“. Die Mehrheit, die vorwiegend aus Mitgliedern der Regierungspartei LDP besteht hat dem Gesetzentwurf zugestimmt. Jetzt folgt nur noch die Zustimmung durch das Oberhaus, was ebenfalls aufgrund der kleinen Opposition kein Problem sein dürfte.

Der Widerstand gegen das Gesetz ist in der Bevölkerung sehr hoch und es finden laufend Protestveranstaltungen statt.

Auch die Opposition und unabhängige Experten kritisieren den Gesetzentwurf aufs Schärfste, da dieses Gesetz von der Regierung einfach schnell durchgeboxt wurde, ohne das es im Parlament ausreichend debattiert worden ist.

 

Neue Kredite für Tepco zugesichert

Obwohl der Energiekonzern Tepco, der auch das havarierte AKW Fukushima dai ichi zu verantworten hat die von der Geschäftsführung vorhergesagten Gewinne bis zum Ende des Geschäftsjahres (März 2014) nicht einfahren wird, gewähren die Banken trotz dem weitere Kredite in Höhe von 3,6 Mrd. Euro.

Noch fehlt die letzte Zusicherung der Gläubigerbanken. Diese ist jedoch laut Insiderkreisen mehr als wahrscheinlich.

Noch im September rechnete die Tepco-Geschäftsführung dem Industrie- und Wirtschaftsministerium recht hohe Gewinnzahlen vor, vor allen dann, wenn der Konzern sein „noch heiles“ AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata wieder in Betrieb nehmen würde (antiatom-fuku berichtete).

Schwarze Zahlen (die auch ungetürkt sind) zu erwirtschaften ist für Tepco laut unabhängigen Experten eher schwierig, da der Konzern seit der Reaktorkatastrophe durch Steuergelder künstlich am Leben gehalten wird.

Die Regierung plant, den Konzern umzustrukturieren. Konkrete Pläne dazu sollen in den kommenden Monaten vorgelegt werden. Vor einigen Wochen wurde auch schon überlegt, das havarierte AKW von Tepco abzukoppeln, damit der Konzern sich wieder voll der Stromproduktion widmen kann. Tepco fürchtete jedoch weitete Kompetenzverluste.

Auch die von Tepco für April 2014 angestrebte Wiederinbetriebnahme des AKWs Kashiwazaki Kariwa, was dann angeblich schwarze Zahlen einfahren würde, verzögert sich bis mindestens Juli 2014. Streitpunkt sind wieder einmal die geologischen Verwerfungslinien, die zum Teil seismisch aktiv sind.

 

November 2013

 

29.11.2013

Wieder Streit um geologische Verwerfungslinien an AKW-Standorten

Am AKW Tsuruga, Präfektur Fukui entfachten wieder die Diskussionen um die geologischen Verwerfungen. Erst im Sommer wurde durch die Atomsicherheitsbehörde NRA die Stilllegung von Reaktor 2, der auf einer aktiven geologischen Verwerfung steht angeordnet (antiatom-fuku berichtete).

Jetzt wird die Aktivität der o.g. Verwerfungslinie durch einige Lokalpolitiker der atomfreundlichen Regierungspartei LDP bestritten und erneute Untersuchungen vor Ort gefordert.

Auch an Großanlage Rokkasho für Atommüllzwischenlagerung, Urananreicherung und Brennelementeherstellung und in der Umgebung sowie entlang der Küste sind zahllose, zum Teil seismisch aktive Verwerfungen vorhanden. Unabhängige Experten warnen vor schwerwiegende Nuklearzwischenfälle, die sehr leicht im Falle eines Erdbebens auftreten könnten.

Auch das AKW Kashiwazaki Kariwa, ist durchzogen mit geologischen Verwerfungen, wovon diese, die unterhalb der Reaktoren 6 und 7 seismisch aktiv sind. Laut dem Stromkonzern Tepco, der auch das AKW Fukushima zu verantworten hat, sind diese Verwerfungen nicht aktiv. Die NRA zweifelt die Tepco-Daten jedoch an.

 

27.11.2013

Dreifachkatastrophe von 2011: Aktuelle Zahlen zu den Opfern

Nach aktueller behördlicher Statistik vom 08.11.2013 sind durch die Dreifachkatastrophe von März 2011 landesweit 15 883 Personen ums Leben gekommen. Weitere 2 561 werden weiterhin vermisst. Die meisten davon sind durch den Tsunami ums Leben gekommen.

Das bedeutet für die Präfektur Fukushima: 1606 Tote und 207 Vermisste, Prefektur Miyako: 9537 Tote und 1296 Vermisste und in der Präfektur Iwate: 4673 Tote und 1144 Vermisste.

Allerdings tauchen hier keine Zahlen über die Strahlenopfer auf, die im Zusammenhang mit der Reaktorkatastrophe, die durch das Erdbeben ausgelöst und durch den Tsunami  verschlimmert worden ist mitberechnet werden müssten.

Da sich solche Angaben jedoch negativ auf die Pro-Atom-Politik der Regierung auswirkt, werden diese stets zurück gehalten.

 

25.11.2013

Selbt für Tepco problematisch - Weitere defekte Brennelemente am AKW Fukushima dai ichi entdeckt

Nach dem am AKW Fukushima dai ichi die erste Fuhre mit 22 Brennelementen aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 in das externe Becken transportiert worden ist (antiatom-fuku berichtete), beginnt morgen die Bergung der nächsten Fuhre, die auf gleiche Weise durchgeführt werden soll.

Begonnen wurde mit den 202 ungebrauchten Brennelementen. Diese sind im Vergleich zu den gebrauchten Brennelementen „etwas weniger“ gefährlich, da diese noch nicht so stark radioaktiv sind.

Am problematischsten sind allerdings die beschädigten Brennelemente, die vor knapp 2 Wochen in den Abklingbecken der Reaktoren 1 bis 4 entdeckt worden sind. Dazu wurden jetzt noch zwei weitere in Reaktor 5 und 6 jeweils einer und noch zwei weitere am AKW Fukushima dai ni im Abklingbecken von Reaktor 2 entdeckt. Somit summiert sich die Anzahl der defekten Brennelemente, die alle bereits vor der Reaktorkatastrophe schon defekt waren auf insgesamt 84 Stück.

Die defekten Brennelemente weisen lauter feine Risse oder kleine Löcher auf, aus denen hochradioaktives Xenon133, Krypton85, sowie weitere Nuklide austreten. Das sind alles Hindernisse, die die Bergungsarbeiten der betroffenen Brennelemente nicht gerade erleichtern.

Defekte Brennelemente gibt es landesweit in den Abklingbecken der AKWs. Und bis heute gibt es auch keine Lösung, wie diese einigermaßen sicher geborgen werden können. Ein ganz spezieller Fall ist das AKW Hamaoka in der Präfektur Shizuoka.

Bezüglich der Bergung der defekten Brennelemente sieht sogar der Betreiber Tepco eine große Gefahr und die damit verbundenen Schwierigkeiten.

Bis 2020 sollen alle Brennelemente geborgen sein und die Bergung der Kernschmelzen in den Reaktoren 1 bis 3 beginnen. Die kompletten Aufräum- und Rückbauarbeiten sollen dann in 40 bis 50 Jahren abgeschlossen sein.

 

24.11.2013

AKW Fukushima dai ichi: Stilllegung der Reaktoren 5 und 6

Nach dem sogar Ministerpräsident S. Abe (LDP) nach einer Begehung des havarierten AKWs Fukushima dai ichi im September die Stilllegung der noch heilen Reaktoren 5 und 6 angeordnet hatte, entschloss sich jetzt auch die Geschäftsführung des Betreibers Tepco der Anordnung Folge zu leisten.

Noch Ende Oktober zog Tepco-Chef N. Hirose den Weiterbetrieb der beiden noch heilen Reaktoren der strahlenden AKW-Ruine in Erwägung (antiatom-fuku berichtete).

Vom AKW Fukushima dai ni, was nur 12 km südlich der AKW-Ruine liegt, kann sich Hirose allerdings noch nicht so richtig trennen. Er „fürchtet“ sogar Energieengpässe und weitere wirtschaftliche Probleme, wenn das das AKW Fukushima dai ni mit seinen 4 Reaktoren ebenfalls still gelegt wird.

Die Gesundheit der Mitarbeiter in Anbetracht der radiologischen Situation wird hier jedoch nicht angesprochen.

 

Die AKWs: „Verbesserter Katastrophenschutz“ – Nur was für die Psyche

Immer wieder wird in den Medien propagiert, wie der Katastrophenschutz und die Evakuierung im Umkreis der AKWs im Falle einer erneuten Reaktorkatastrophe verbessert worden ist. Dazu wurden in der Vergangenheit sogar auch praktische Großübungen durchgeführt.

Auch die AKWs haben in den letzten eineinhalb Jahren für alle sichtbar aufgerüstet. So baute der Betreiber Chuobudenryoku am AKW Hamaoka, 100 km südlich von Tokyo eine neue Tsunamischutzmauer, die jetzt deutlich höher gebaut ist (antiatom-fuku berichtete).

Auch das AKW Onagawa, AKW Higashidori und im AKW-Komplex Fukui präsentierten die jeweiligen Betreiber vor dem Wochenende stolz ihre „Verbesserungen“ für den Katastrophenfall.

Hierdurch soll der Bürger den Eindruck bekommen, dass alles dafür getan wird die AKWs „sicher“ zu machen und für einen optimalen Katastrophenschutz zu sorgen.

Zwischen den Zeilen gelesen sprechen die „gut vorbereiteten“ Evakuierungsmaßnahmen aber eher dafür, dass mit einer weiteren Reaktorkatastrophe durch aus gerechnet werden muss. Denn gegen menschliche Fehler und gegen Erdbeben helfen die besten Katastrophenschutzpläne nicht. Zumal Japan durchsiebt ist mit geologischen Verwerfungen, die zum Teil aktiv sind. Das AKW Hamaoka galt bislang sogar als das gefährlichste AKW der Welt.

 

23.11.2013

Massive Proteste gegen das geplante Geheimhaltungsgesetz

In der Bevölkerung mehren sich die Zweifel und somit auch der Widerstand gegen das von der Regierung geplante Geheimhaltungsgesetz, was in Kürze beschossen werden soll. Zur Zeit finden laufend große Protestveranstaltungen vielerorts statt und etwa 80% der Bevölkerung lehnen das Gesetz entschieden ab.

Das geplante Geheimhaltungsgesetz, was laut Regierung zum Schutze von Staatsgeheimnissen dienen soll, schränkt die Informations- und Pressefreiheit massiv ein (antiatom-fuku berichtete). Es ist sehr schwammig formuliert, so dass es den Bedürfnissen entsprechend ausgelegt werden kann. Da durch können unter anderem auch atomare Pannen und Missstände, sowie dessen Folgen, atompolitische Pläne mit Ausbau der Atomtechnologie, auch für Kernwaffen besser verschleiert werden. Auch das Verschleiern der Missstände in der Präfektur Fukushima wird hiermit erleichtert.

Da die regierende LDP im Ober- und Unterhaus dominierend ist, kann es leicht passieren dass dieses Gesetz im Parlament durchgebracht wird; was den massiven Widerstand in der Bevölkerung erklärt.

 

Die Heimat ist verloren – Entschädigung fehlt weiterhin

150 000 Strahlenflüchtlinge haben nun „offiziell“ ihre Heimat verloren. Schon vor Kurzem räumte ein Regierungssprecher ein, dass die Betroffenen wegen der starken Verstrahlung nicht mehr in ihre Heimatorte zurück könnten (antiatom-fuku berichtete).

Anwohner der Ortschaften nahe dem AKW Fukushima dai ichi, die nach der Reaktorkatastrophe fliehen mussten, leben zum Großteil immer noch in provisorischen Häusern, warten auf eine angemessene Entschädigung und können definitiv nicht mehr in ihre Wohnorte zurück.

Die Versprechungen der Regierung und die ganzen Dekontaminierungsversuche waren eh schon sehr illusorisch.

 

21.11.2013

Bergung der Brennelemente – Transportbox erreicht das Zusatzabklingbecken

Am AKW Fukushima dai ichi verlaufen die Bergungsarbeiten der Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 weiterhin nach Plan.

Heute wurde die 91 Tonnen schwere Transportbox, die 22 Brennelemente beinhaltet per Kran aus 30 Meter Höhe auf das Transportfahrzeug gelegt und im Schritttempo zum 100 Meter entfernten Zusatzabklingbecken gefahren. Die Umlagerung der Brennelemente soll dann morgen erfolgen.

Während des Transportes wird die Box laufend temperaturüberwacht und der Inhalt aktiv gekühlt.

Im Sommer wurde am Reaktor 4 ein massives Stützgerüst mit Kran und Schutzhülle gebaut, da das Gebäude akut einsturzgefährdet ist. Über 1500 Brennelemente befinden sich noch im Abklingbecken, was in 30 Meter Höhe liegt. Das Gebäude ist durch die Wasserstoffexplosion von März 2011 sehr stark beschädigt worden (antiatom-fuku berichtete).

 

19.11.2013

Bergung der Brennelemente – die erste Transportbox ist bestückt

Wie geplant wurden heute die restlichen 18 von 22 ungebrauchten Brennelemente der ersten Fuhre vom Abklingbecken ohne Zwischenfälle in die Transportbox umgelagert.

Von den 1533 Brennelementen, die im Abklingbecken von Reaktor 4 lagern, sind 202 ungebraucht und 3 der benutzten Brennelemente beschädigt (antiatom-fuku berichtete).

Am morgigen Mittwoch soll die Box dann aus dem Abklingbecken gehoben und zum Transportfahrzeug befördert werden. Von dort aus geht es dann zum separaten Abklingbecken.

 

18.11.2013

AKW Fukushima, Reaktor 4: Bergung der Brennelemente hat begonnen

Nach dem gestern noch ein paar letzte Sicherheitstests abgeschlossen worden sind, begann Tepco heute mit den hochgefährlichen Bergungsarbeiten der Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 am AKW Fukushima dai ichi.

Zuerst wurde die geöffnete Transportbox, die wie ein Castorbehälter gebaut ist in das Abklingbecken gelassen.

Die Box ist 5,5 m groß, hat einen Durchmesser von 2,1 m und fasst 22 Brennelemente, die ihrerseits pro Stück 4,5 m lang, 14 x 14 cm breit und 300 kg schwer sind.

Heute wurden 4 der 202 ungebrauchten Brennelemente in die Box umgelagert. Dazu muss jedes Brennelement per Kran einzeln und auch ohne mit der Luft in Kontakt zu kommen in die Transportbox gehoben werden. Eine brisante Millimeterarbeit, die auch entsprechend viel Zeit in Anspruch nimmt.

Die restlichen 18 Brennelemente der ersten Fuhre sollen morgen in die Transportbox gestellt werden. Danach wird der Deckel der wassergefüllten Box verschlossen und diese dann per Kran aus dem Abklingbecken gehoben und zum Transportfahrzeug gebracht. Von dort aus geht es dann zum 100 Meter entfernten ebenerdigen Zusatzabklingbecken. Der Kran, der die Transportbox befördert, bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von 1 cm/sek.. Somit werden etwa 1 Woche bis 10 Tage pro Fuhre benötigt.

Pro Arbeitsgruppe sind 6 Leute für 2 Stunden eingeplant. Die tägliche Strahlendosis, die die Arbeiter dabei erhalten liegt bei recht hohen 0,8 mSv/h.

Laut dem Tepco-Chef Hirose verlaufen die Arbeiten plangemäß und sicher.

Allerdings könnte die kleinste Panne während der Arbeiten schon eine massive Kritikalität mit einer extrem hohen Radioaktivität auslösen, die Japan zur Hälfte unbewohnbar machen könnte und auch einen spürbaren Anstieg der Strahlung auf der gesamten Nordhalbkugel verursachen würde (antiatom-fuku berichtete).

Nachfolgend sind hier ein paar Bilder, die die Mai nichi shinbun zusammengestellt hat.

 

17.11.2013

AKW Fukushima: 70 beschädigte Brennelemente im Abklingbecken von Reaktor 1

Wie sich jetzt herausstellte, sind auch im Abklingbecken von Reaktor 1 am AKW Fukushima dai ichi sogar 70 der 292 Brennelemente beschädigt. Auch diese Schäden waren schon vor der Katastrophe von 2011 vorhanden, wie der Betreiber Tepco jetzt einräumte. Weitere defekte Brennelemente sind auch noch in den Abklingbecken der Reaktoren 2 (drei Stück), und im Abklingbecken von Reaktor 3 (vier Stück) vorhanden.

Ins Rollen kam die Angelegenheit, als Tepco vor dem Wochenende einen Defekt an drei Brennelemente im Abklingbecken von Reaktor 4, was ab morgen entleert werden soll meldete (antiatom-fuku berichtete).

Das sind insgesamt 80 Brennelemente, die bereits vor der Reaktorkatastrophe 2011 beschädigt gewesen sind! Sie weisen lauter kleine Löcher auf, so dass das Brennmaterial direkten Kontakt mit dem Wasser im Abklingbecken hat.

Die Bergung der Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 1, dort wo sich 70! defekte Brennelemente befinden ist ab 2017 geplant. Das könnte jedoch nun problematisch werden.

Laut Tepco ist das Alter der Brennelemente im Abklingbecken von Reaktor 1 ursächlich für die eingetretenen Materialschäden, da diese schon in Gebrauch waren, als der Reaktor im März 1971 ans Netz ging.

 

Weitere Einsparungen bei Tepco

Der Stromkonzern Tepco, der das havarierte AKW Fukushima dai ichi zu verantworten hat, will nun im Rahmen weiterer Sparmaßnahmen etwa 1000 Stellen abbauen. Somit erhofft sich der Energiekonzern weitere Kredite bei den Banken.

Derzeit steht der Atomkonzern Tepco vor allem wegen dem schlechten Krisenmanagement am AKW Fukushima dai ichi, der Desinformation, der anhaltenden Pannenserie und dem hochradioaktiven Wasser, was weiterhin ins Meer läuft unter heftiger Kritik. Das wirkt sich nicht gerade vertrauenerweckend bei den Banken aus. Dennoch hofft Tepco mit Hilfe drastischer Sparmaßnahmen auf einen weiteren Kredit von über € 4 Mrd. Euro.

Zudem will sich der Konzern auch neu organisieren, um einer Zerschlagung, wie es die Regierung plant entgegen zu wirken.

Vom Staat erhält Tepco ebenfalls eine weitere Finanzspritze von etwa € 20 Mrd. Euro für die Krisenbewältigung am AKW Fukushima dai ichi und für weitere noch ausstehende Entschädigungszahlungen.

 

15.11.2013

Fukushima, Reaktor 4: Bergung der Brennelemente beginnt am Montag

Wie der Betreiber Tepco heute bekannt gab, sollen am AKW Fukushima dai ichi die Bergungsarbeiten der Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 am kommenden Montag beginnen.

Der erste Termin wurde kurzfristig verschoben, da noch ein paar sicherheitstechnische Mängel behoben werden mussten (antiatom-fuku berichtete). Jetzt hat die Atomaufsichtsbehörde NRA grünes Licht für diese Arbeiten gegeben.

Bei der nun bevorstehenden Bergung der 1533 Brennelemente soll mit den 202 ungebrauchten Exemplaren begonnen werden, da diese noch am ungefährlichsten sind. Problematisch dürfte es mit den drei beschädigten Brennelementen werden, die schon weit vor der Katastrophe beschädigt waren (antiatom-fuku berichtete).

Bilder dazu im japanischen Originalbericht der snkai.jp.

 

14.11.2013

AKW Fukushima dai ichi: Seit über 10 Jahren!! drei defekte Brennelemente im Abklingbecken von Reaktor 4

Wie Tepco jetzt auf einer Konferenz für Sicherheitsfragen in Bezug auf die bevorstehende Bergung der Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 am AKW Fukushima dai ichi nun bekannt gab, sind dort drei der zu bergenden Brennelemente defekt. Allerdings sind diese Schäden nicht erst durch das Erdbeben von März 2011 entstanden, sondern schon weit davor.

Eines der Brennelemente wurde bereits vor 25 Jahren!! beim Transport zum Abklingbecken verbogen und somit beschädigt. Bei den anderen beiden Brennelementen sind schon vor 10 Jahren lauter kleine Löcher festgestellt worden. Dadurch hatte das Wasser im Abklingbecken laufend Kontakt mit dem in den Brennstäben enthaltenen Brennmaterial.

Und erst jetzt gibt Tepco diese Informationen, die äußerst!! sicherheitsrelevant sind bekannt!

Tepco hat dies bezüglich jedoch keinerlei Sicherheitsbedenken und will diese drei Brennelemente zum Schluss bergen. Eine Verzögerung im Zeitplan sei laut Tepco auch nicht zu erwarten.

Die Bergung der Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 soll in Kürze beginnen.

 

12.11.2013

Letzte Sicherheitstests der NRA, bevor die Bergung der Brennelemente beginnt

Bevor am AKW Fukushima dai ichi die Entnahme der Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 beginnen kann, wird die Schutzhülle und der Kran noch einmal durch die Atomaufsichtsbehörde NRA überprüft.

Die Bergungsarbeiten der Brennelemente, die ausschließlich durch Tepco und nicht durch Fremdfirmen durchgeführt werden sollen, werden zuvor mit Hilfe von simulierten Brennelementen eingeübt. Nach Abschluss dieser Vorlaufphase gibt die NRA dann grünes Licht für die hochgefährlichen Bergungsarbeiten, die voraussichtlich bis Ende nächsten Jahres andauern werden.

Die Arbeiten werden dann fortlaufend durch die NRA überwacht, die auch darauf achten will, dass neue Mitarbeiter stets ausreichend geschult sind.

 

Regierung will den Ruf der Kernenergie und Stromkonzerne retten

Der Stromkonzern Tepco, der das AKW Fukushima dai ichi zu verantworten hat soll nun nach Plänen des Industrieministeriums bis 2016 aufgespaltet werden. Somit wird dann eine Sparte für die Stromproduktion und für die Netze und eine andere Sparte für den Rückbau der Atomruine in Fukushima zuständig sein.

Dadurch soll das havarierte AKW von Tepco abgekoppelt werden, so dass sich der Konzern wieder voll und ganz der Stromproduktion widmen kann und die erhoffte Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 6 und 7 am AKW Kashiwazaki Kariwa bei der Atomaufsichtsbehörde NRA und bei der Präfekturverwaltung in Niigata besser „durchbringen“ kann.

Auf diese Art und Weise will die Regierung Tepco von dem „Fukushima-Problem“ entbinden und den Konzern somit als „ganz normalen“ Stromproduzenten wieder „attraktiv“ machen.

Laut Berechnungen durch Tepco, die das Wirtschaftsministerium erst kürzlich bekannt gab würde Tepco durch die Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren angeblich deutliche Gewinne erzielen und aus den roten Zahlen kommen (antiatom-fuku berichtete).

 

11.11.2013

Tepco verspricht bessere Arbeitsbedingungen am AKW Fukushima dai ichi

Nach dem der Energiekonzern Tepco wegen seinem schlechten Management und der Pannenserie am AKW Fukushima dai ichi durch die Atomsicherheitsbehörde NRA mehr Druck bekommt, will Tepco nun die Arbeitsbedingungen der AKW-Mitarbeiter verbessern und dessen Gehälter aufstocken. Auch die Leiharbeitsfirmen, die für Tepco am havarierten AKW tätig sind sollen besser kontrolliert und somit die Arbeitsbedingungen der Leiharbeiter verbessert werden. Dazu soll auch die Gefahrenzulage wegen der hohen Strahlung verdoppelt werden.

Für die Überwachung, Instandhaltung und für die Neuerrichtung undichter Tanks für hochradioaktiv verseuchtes Wasser wurden 100 neue Mitarbeiter eingestellt und das Team somit auf 320 Leute aufgestockt.

Inwiefern diese Verbesserungspläne langfristig umgesetzt werden ist jedoch noch nicht klar; zumal somit auch der Kostenaufwand steigt.

Fakt ist jedoch, dass es am AKW Fukushima dai ichi weiterhin an erfahrenen Kräften mangelt (kurze Einsatzzeiten wegen der hohen Strahlung), die meisten Arbeiter nur notdürftig oder gar nicht angelernt sind und kaum noch Ingenieure vorhanden sind, die die Arbeiten vor Ort suffizient koordinieren können. Denn die meisten Facharbeiter haben schon ihre maximale Strahlendosis erreicht.

 

10.11.2013

Bergung der Brennelemente von Reaktor 4 – Tepco ist sehr zuversichtlich

In der kommenden Woche soll aller Voraussicht nach am AKW Fukushima dai ichi die Bergung der Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 beginnen. Diese Arbeiten wurden erst letzte Woche durch die Atomaufsichtsbehörde NRA aus sicherheitstechnischen Gründen verschoben (antiatom-fuku berichtete).

Während sich NRA-Chef S. Tanaka Sorgen wegen den großen Gefahren, die bei der Bergung der Brennelemente auftreten könnten macht, ist der jetzige Chef des AKWs Fukushima dai ichi Akira Ono, Firma Tepco sehr zuversichtlich.

Laut Ono ist die Entnahme der Brennelementen aus dem Abklingbecken eine reine Routinearbeit. Allerdings muss man hier die besondere Situation des havarierten Reaktors berücksichtigen, der sich einerseits in Schieflage befindet und anderseits trotz massiven Stützgerüst auch noch einsturzgefährdet ist. Das Abklingbecken steht schief, es liegen noch Kleintrümmer darin und die Brennelemente sind verrutscht.

Ein Zwischenfall während der Bergungsarbeiten, der durchaus schnell passieren könnte, würde eine massive Katastrophe auslösen. Somit sind die Ängste und Sorgen vieler Experten durchaus berechtigt.

Die Strahlung am Abklingbecken des Reaktors 4 schwankt zwischen 283 und 306 µS/h. Im Reaktorgebäude 3 liegt die Strahlung sogar bei 820 µSv/h. Eine „normale“ Hintergrundstrahlung liegt bei 0,040 bis 0,1 µS/h im Durchschnitt.

Die Entnahme der Brennelemente aus den Reaktoren 1 und 2 soll ab 2017 beginnen und aus Reaktor 3 ab 2015. Für die Entfernung der Kernschmelzen aus den Reaktoren 1 bis 3 gibt es noch keine Lösung. Das ist weiterhin ein offenes Problem, da auch immer noch der genaue Zustand im Inneren der betroffenen Reaktoren unbekannt ist. Eine Erkundung ist aufgrund der sehr hohen Strahlung weiterhin unmöglich.

Die Aufräum- und Rückbauarbeiten werden voraussichtlich 30 bis 40 Jahre, wenn nicht sogar noch länger andauern.

 

07.11.2013

Reaktor 4 – Bergung der Brennelemente soll nächste Woche beginnen

Auf einer Pressekonferenz wurde nun durch den Betreiber Tepco verkündet, dass die Bergung der Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 am AKW Fukushima dai ichi nach einigen (berechtigten) Bedenken verschiedener Experten jetzt doch ab nächste Woche beginnen soll.

Die Verzögerung kam dadurch zustande, dass noch ein paar sicherheitstechnische Mängel, die von der NRA moniert worden sind, behoben werden mussten. Auch die Regierung schien im Anbetracht der großen Gefahren ein wenig verunsichert (antiatom-fuku berichtete).

Experten auf internationaler Ebene sind wegen der bevorstehenden Aktion jedoch sehr besorgt.

Bei der Bergung der 1533 Brennelemente wird die Transportbox, die wie ein Castorbehälter gebaut ist in das Abklingbecken gelassen. Unter Wasser werden dann pro Fuhre 22 Brennelemente in die Box umgelagert. Diese wird vom Kran wieder heraus gehoben, zum Fahrzeug transportiert und dann zum externen Abklingbecken, was sich auf dem AKW-Gelände befindet gebracht und darin entleert. Eine Fuhre dauert etwa 7 bis 10 Tage. Dort sollen die Brennelemente dann 10 bis 20 Jahre eingelagert werden.

 

06.11.2013

Bevorstehende Bergung der Brennelemente - Regierung bekommt kalte Füße

Bereits gestern wurde der Termin, an dem die Bergung der Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 am AKW Fukushima dai ichi beginnen sollte um etwa zwei Wochen verschoben. Grund hierfür sind mehrere technische Mängel, die bei Sicherheitsüberprüfungen der NRA entdeckt wurden sind und von Tepco behoben werden sollen (antiatom-fuku berichtete).

Laut Vermutungen des Atomexperten A. Gundersen wäre es sogar möglich, dass die japanische Regierung wegen den enormen Gefahren sogar von der Bergung der Brennelemente absehen könnte.

Denn die Gefahr einer Panne während der Bergungsarbeiten ist sehr hoch und würde im schlimmsten Fall den Großteil von Japan vernichten. Auch Tokyo müsste dann evakuiert werden. Sogar die amerikanische Westküste könnte nach Aussagen verschiedener Experten evakuierungspflichtig werden.

 

Verseuchter Pazifik – Radioaktivität reicht schon bis Alaska

Wissenschaftler aus Alaska haben bereits einen Anstieg der Radioaktivität in Form radioaktiver Partikel, die nachweislich aus dem havariertem AKW Fukushima dai ichi stammen an der Westküste Alaskas bis hin zum Norden nachgewiesen.

Der Nordpazifik vor der Küste Alaskas, vor allem das Beringmeer ist eines der fischreichsten Fanggebiete überhaupt. Von dort aus wird auch der deutsche Markt beliefert, z.B. der „Alaska Seelachs“.

 

05.11.2013

AKW Fukushima: Bergung der Brennelemente von Reaktor 4 verzögert sich

Aufgrund technischer Probleme verzögert sich am AKW Fukushima dai ichi die Bergung der Brennelemente von Reaktor 4 um etwa zwei Wochen. Die Bergungsarbeiten der Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 sollten ursprünglich ab den kommenden Freitag beginnen (antiatom-fuku berichtete). Neben kleineren technischen Problemen ist bei der Überprüfung aufgefallen, dass der Kran zur Bergung der Brennelemente zwar ordnungsgemäß funktioniert, aber die Schutzhülle überhaupt noch nicht auf „Dichtigkeit“ überprüft worden ist.

 

Regierung räumt ein: Strahlenverseuchte Gebiete nie mehr bewohnbar

Bei einer Konferenz sprach Generalsekretär S. Ishihara (LDP) an, das es nun an der Zeit wäre, den Strahlenflüchtlingen langsam nahe zu legen, dass ihre Heimatorte nahe dem havarierten AKW Fukushima dai ichi nie mehr bewohnbar sein würde. Bis Dato hatte Ministerpräsident Abe (LDP) der betroffenen Bevölkerung laufend Hoffnung auf eine Rückkehr gemacht und reichlich Steuergelder in fragliche Dekontaminierungsmaßnahmen der radioaktiv verseuchten gesteckt.

Dazu wurden durch die Regierung auch hohe Strahlendosen bis zu 100 mSv/a als „ok“ angepriesen und das Sperrgebiet analog der Strahlenbelastung in drei Zonen eingeteilt (antiatom-fuku berichtete im Frühjahr).

 

02.11.2013

Bevorstehende Bergung der Brennelemente: Tepco sieht das alles gelassen

Am AKW Fukushima dai ichi beginnen Endeder kommenden Woche die Bergungsarbeiten der Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 (antiatom-fuku berichtete). Nach dem der Chef der Atomaufsichtsbehörde NRA Ende Oktober diesen Maßnahmen zugestimmt hatte, wurde jetzt auch die Reihenfolge festgelegt, wann welche Brennelemente entnommen werden sollen. Im Abklingbecken von Reaktor 4 befinden sich 1533 Brennelemente. Davon wurden 548 Stück, die bis November 2010 alle im Reaktor waren eingelagert. Der Reaktor wurde damals deshalb vollständig entleert, da eine umfangreiche Wartung mit Instandsetzungsarbeiten geplant gewesen ist. 202 der Brennelemente waren noch neu und ungebraucht. Sie lagerten dort griffbereit für den nächsten Wechsel. Die restlichen 783 Brennelemente wurden schon in den Jahren zuvor ausgewechselt und dort eingelagert.

Aufgrund dieser Gegebenheiten, da einige Brennelemente ja noch nicht gebraucht sein, sei die Gefahr laut Tepco relativ gering. Unabhängige Experten sehen das jedoch anders und NRA-Chef Tanaka wies ebenfalls noch einmal nachdrücklich auf die latenten Gefahren der bevorstehenden Arbeiten hin.

Die Bergungsarbeiten werden mit zwei parallel eingesetzten Transportboxen erfolgen und der Einsatz der Mitarbeiter soll, um die Strahlenlast zu begrenzen auf eine Woche bis 10 Tage begrenzt sein.

 

Anti-AKW Großdemo in Iwaki, Präfektur Fukushima

Mit einer Großdemo am heutigen Samstag in Iwaki, Präfektur Fukushima appellierten etwa 7000 Bürger erneut an die Regierung ihrer Verantwortung nachzukommen und für ein suffizienteres Vorgehen am havariertem AKW Fukushima dai ichi, vor allem in punco verseuchtes Wasser und für eine angemessene Entschädigung der Opfer zu sorgen.

Der Küstenort Iwaki ist nur 40 km südlich vom AKW Fukushima dai ichi entfernt.

 

Fukushima: Regierung will wieder radioaktiven Abfall verbrennen

Derzeit lässt die Regierung „überprüfen“, ob auf dem Gelände des AKWs Fukushima dai ni (Nr. 2) ein Zwischenlager für kontaminiertes Erdreich und weitere radioaktiv kontaminierte Abfälle geschaffen werden könnte. Um das Volumen des Abfalls zu reduzieren, soll dieser sogar auch dort verbrannt werden. Die radioaktive Asche und Erde soll dann auf dem AKW-Gelände gelagert werden.

Die vielen kleineren Zwischenlager, die vielerorts angelegt worden sind, sein laut der Regierung angeblich sicher genug und damit die Dekontaminierungsmaßnahmen nicht ins stocken geraten, wäre die zügige Schaffung weiterer Zwischenlager zeitnah nötig.

Oktober 2013

 

31.10.2013

AKW Fukushima dai ichi: Tepco-Chef Hirose will die Reaktoren 5 und 6 ggf. weiter beteiben

Wie auf einer aktuellen Konferenz bekannt wurde, denkt Naomi Hirose, Chef der Tepco Hauptstelle in Tokyo über einen eventuellen Weiterbetrieb der Reaktoren 5 und 6 des AKWs Fukushima dai ichi nach. Diese beiden Reaktoren, die als einzige das Erdbeben und den Tsunami von März 2011 „überstanden“ haben, sollen möglicherweise weiterbetrieben werden. Voraus gesetzt, dass dessen Kellerräume, die auch mit dem Turbinengebäude verbunden sind, nicht durch das verseuchte Grund- und Kühlwasser kontaminiert worden sind. Andernfalls würde Hirose einer endgültigen Stilllegung zustimmen.

Im September, als Ministerpräsident S. Abe (LDP) vor Ort am AKW Fukushima dai ichi eine Begehung gemacht hatte, ordnete er im gegenseitigem Einvernehmen mit Ishizaki, dem stellvertretenden Chef der Tepco-Zweigstelle Fukushima die endgültige Stilllegung der Reaktoren 5 und 6 an (antiatom-fuku berichtete).

Dieses will Hirose jedoch nicht so ohne weiteres hin nehmen und bis Ende des Jahres über eine endgültige Stilllegung, bzw. dem Weiterbetrieb der beiden Reaktoren entscheiden. Für die Reaktorruinen 1 bis 4 hat Hirose jedoch die endgültige Stilllegung bereits beschlossen.

 

Fukushima: Eismauer muss mindestens 6 Jahre aktiv unterhalten werden

Die „Eismauer“, die auf 1,4 km Länge unterirdisch die Reaktoren 1 bis 4 am AKW Fukushima dai ichi umschließen soll (antiatom-fuku berichtete), muss laut dem Wirtschaftsministerium nach Fertigstellung voraussichtlich für etwa 6 Jahre aktiv unterhalten werden. Dadurch entstehen Kosten Milliardenhöhe, die Tepco aller Voraussicht nach eh nicht zahlen kann.

Der Hintergrund der geplanten „Eismauer“ ist, dass die havarierten Reaktoren nicht mehr durch das Grund- und Kühlwasser ständig „ausgewaschen“ werden und die hochradioaktiven Partikel somit laufend ins Meer gelangen. Diese sollen dadurch umschlossen werden.

 

29.10.2013

AKW Fukushima dai ichi: Strontium bis um das 20-fache angestiegen

Am AKW Fukushima dai ichi wurden in verschiedenen Wasserproben, die im Bereich der Lagertanks für hochradioaktiv verseuchtes Wasser genommen worden sind stark ansteigende Werte an Srtontium90festgestellt.

Im August sind dort über 300 Tonnen hochradioaktives Wasser ausgelaufen und die Stürme der letzten Wochen haben auch reichlich hochradioaktive Partikel ins Meer gespült.

In der Wasserprobe von 27.10. wurde ein Gehalt an Strontium90 von 45 000 Bq/l festgestellt. Somit ist der Wert im Vergleich zum Vortag um das 20-fache gestiegen!

An weiteren Entnahmestellen an den Lagerplätzen der Tanks wurden Strontiumwerte von 7800 bis 14 000 Bq/l gemessen.

 

27.10.2013

Ministerpräsident Abe will Geheimhaltung zu Gunsten der Atomenergie stärken

Die im Ober- und Unterhaus dominierende Regierung von Ministerpräsident Abe (LDP) hat jetzt dem Parlament einen Gesetzentwurf vorgelegt, bei dem die Geheimhaltung durch die Regierung gestärkt und die Transparenz für die Bürger geschwächt werden soll.

Zur Zeit werden die massiven Antiatomproteste aus der Bevölkerung von der Regierung weiterhin fleißig ignoriert.  Ministerpräsident Abe propagiert sogar, dass ein Atomausstieg unverantwortlich sei, da Japan durch den Öl- und Gasimport jährlich € 30 Mio. verlöre, die auf Kosten des Wohlstands gehen würden. Und die Wirtschaft würde angeblich auch darunter leiden.

Mit dem neuen Gesetz, was sich im LDP-dominierenden Parlament bei sehr kleiner Opposition sicherlich problemlos durchbringen lässt, werden die Atomdeals erleichtert. Wirtschafts-, Verteidigungs- und Energiepolitik werden unter verstärkter Geheimniskrämerei für den Normalbürger immer undurchsichtiger. Verschiedene Deals unter Lobbyisten können somit ebenfalls leichter abgewickelt werden. Denn das gesamte Gesetz ist sehr schwammig formuliert, so dass es stetsindividuell, der jeweiligen Situation angepasst ausgelegt werden kann.

Schon heute hält die Regierung militärische Angelegenheiten wie zum Beispiel Kampfmittelbestände, Militärbasen und militärische Übungen geheim.

Es gibt konkrete Pläne für den Ausbau der AKWs, die jedoch geheim gehalten werden. Der genaue Hintergrund zum TPP (Trans Pacific Partnership) ist auch eher schwammig. Und die Medienberichte werden schon seit langen im Auftrag der Regierung manipuliert.

Innerhalb der LDP breitet sich jedoch Skepsis in Bezug auf Abes Atompolitik aus (antiatom-fuku berichtete). Auch wenn Abe die massiven Proteste fleißig ignoriert, kann er nicht dauerhaft am Volk vorbei regieren. Dies könnte eine Erklärung für die angestrebte Gesetzesänderung sein. Zumal er auch bis Ende des Jahres ein konkretes Energieprogramm für Japan vorlegen soll.

Der ehemalige immer noch sehr einflussreiche Ministerpräsident Koizumi (LDP), der auch Abes Mentor gewesen ist, ist mittlerweile, wie auch Abes Ehefrau zum Kernkraftgegner geworden und rät Abe dringend von seinem jetzigen Politikkurs ab.

Derweil wird sogar Koizumis Sohn als zukünftiger Ministerpräsident für die LDP gehandelt.

 

Atomaufsicht NRA ist positiv vom AKW Ikata beeindrukt

Auch wenn die Überprüfungen der Atomaufsichtsbehörde NRA am AKW Ikata, Präfektur Ehime, Betreiber Shikokudenryoku noch nicht abgeschlossen sind, zeigt sich die NRA sehr zuversichtlich.

Beantragt wurde die Wiederinbetriebnahme für Reaktor 3, über dessen Zustand sich die NRA begeistert zeigt. Überprüft wurde die Sicherheit des Reaktors bei möglichen Naturkatastrophen und weiteren Unfällen. Dazu werden jetzt die Prüfberichte analysiert. Ein Abschlussbericht wird jedoch erst Anfang 2014 vorliegen. Zudem laufen noch weitere Untersuchungen am AKW Ikata, die noch zum Abschluss gebracht werden müssen.

Unabhängige Experten halten diese „positiven Eindrücke“ der NRA jedoch für sehr mutig und nicht nachvollziehbar.

 

26.10.2013

Erneutes Erdbeben in der Nordostregion mit Tsunamiwarnung

Um 2:10 Uhr ereignete sich ein Erdbeben der Stärke 7,1 in der Tohoku-Region. Die gesamte Nordost-Küste, Die Präfektur Fukushima mit inbegriffen sind betroffen. Eine Tsunamiwarnung wurde ebenfalls heraus gegeben. Dort wird mit einem 1 Meter hohen Tsunami gerechnet.

Störungen aus dem havariertem AKW Fukushima dai ichi, sowie aus weiteren AKWs an der Tohoku-Küste wurden bisher noch nicht gemeldet.

 

25.10.2013

Verband der Elektrizitätswerke (FEPC) hält Atomstrom für unverzichtbar

Der Vorsitzende vom Verband der Elektrizitätswerke Japan, (The Federation of Electric Power Companies of Japan, FEPC), Makoto Yagi, der auch gleichzeitig Chef des Stromkonzerns Kansaidenryoku (Kepco) ist, behauptete heute auf einer Pressekonferenz, dass der Atomstrom unverzichtbar sei. Laut Yagi wäre eine ausreichende Stromversorgung mit stabil bleibenden Strompreisen für Japan in der Zukunft nur durch den Weiterbetrieb der AKWs möglich. Anwesende Regierungsvertreter stimmten dem zu.

Eine Unterstützung durch die Regierung ist der FERC sicher, da Ministerpräsident Abe (LDP) die AKWs generell wieder ans Netz lassen will und auch sehr stark bemüht ist, den Ruf der Kernenergie durch Pseudosicherheitsmaßnahmen- und Versprechen wieder herzustellen.

 

Weiter ansteigende Werte an Strontium90 im Abwasser am AKW Fukushima

Am AKW Fukushima dai ichi wurden an einem Wassergraben nahe den Lagertanks für hochradioaktiv verseuchtes Wasser Proben entnommen. Darin wurde ein Gehalt an Strontium90 von 59 000 Bq/l gemessen. Der Strontiumgehalt ist somit deutlich angestiegen. Denn in den Wasserproben vom 17.10., die an der selben Stelle entnommen worden sind, lag der Wert bei 34 000 Bq/l. Die gesetzlich festgelegte Obergrenze für den Betastrahler Strontium90 liegt bei 30 Bq/l.

Nach dem kürzlich ein Unwetter mit Starkregen gewütet hatte (antiatom-fuku berichtete), liefen die Schutzwalle der Lagertanks über und spülten hochradioaktive Partikel in Richtung Meer.

 

24.10.2013

AKW Fukushima dai ichi: Reaktor 4 geht in die heiße Phase

Entgegen ursprünglichen Planungen sollen die Arbeiten zur Bergung der 1533 Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 am AKW Fukushima dai ichi schon ab den 08. November beginnen. Geplant war Mitte November.

Für die Bergung der Brennelemente, die zum Großteil alle noch aktiv gekühlt werden müssen, wurde im Sommer extra eine Vorrichtung mit Schutzhülle gebaut, unter der die Bergung der Brennelemente erfolgen soll. Das massive Stahlgerüst der Bergungsvorrichtung stützt das akut einsturzgefährdete Reaktorgebäude auf der Südseite

(antiatom-fuku berichtete mehrfach). Die Bergungsarbeiten werden dann voraussichtlich bis Ende 2014 andauern.

Die Atomaufsichtsbehörde NRA hat nach Fertigstellung der Entnahmevorrichtung eine Begehung durchgeführt und grünes Licht für diese Aktion gegeben. Probleme werden seitens der NRA, Tepco und der Regierung nicht gesehen.

Unabhängige Experten zeigen sich jedoch in Anbetracht der großen Gefahren eher skeptisch. Einige raten sogar dringend davon ab.

Bei der Entnahme werden die dicht an dicht stehenden Brennelemente im Abklingbecken, also unter Wasser in eine Transportbox umgelagert. Diese wird dann mit einen Kran heraus gehoben, auf einen LKW verladen und in das separat gelegene externe Abklingbecken transportiert.

Das „Anecken“ der Brennelemente beim herausheben aus dem Abklingbecken könnte schon zu einer Kritikalität mit massiver Freisetzung von Radioaktivität führen, die die sofortige Evakuierung des AKWs erforderlich machen würde.

Auf der gesamten Nordhalbkugel wäre mit einen Anstieg der Radioaktivität zu rechnen und Japan wäre zweigeteilt!

 

23.10.2013

AKW Fukushima: Radioaktiv verseuchtes Wasser im offenen Meer nachgewiesen

Wasserproben aus dem Meer, die etwa 1 km vor dem Hafenbecken des AKWs Fukushima dai ichi genommen worden sind, ergaben einen Cäsium137Wert von 1,6 Bq/l Wasser. Somit wurde seit August zum zweiten Mal auf offener See, 1 km von der Küste entfernt ein Spitzenwert in dieser Höhe erreicht.

Noch im September, als es um die Vergabe der Olympischen Spiele für 2020 ging, versicherte Ministerpräsident Abe (LDP) dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) noch, dass die radioaktiven Partikel mittels Barrieren im Hafenbecken zurück gehalten werden (antiatom-fuku berichtete).

Am 10.10. wurde durch Tepco, dem Betreiber ein Cäsium137-Wert von 1,4 Bq/l Wasser an der Hafenmündung gemessen.

In der jetzigen Probe, die am 18.10. genommen worden ist, liegen die Werte der radioaktiven Partikel unter dem gesetzlich festgelegten Grenzwert. Der Gehalt an Tritium („überschweres“ Wasser) aus dieser Probe wird derzeit noch analysiert.

Laut dem Betreiber Tepco und weiteren Verantwortlichen seitens der Behörden besteht hier angeblich kein Anlass zur Besorgnis. Umwelt- und Gesundheitsschäden sein laut Tepco und der Regierung nicht zu befürchten. Dazu berufen sich beide auf die WHO-Richtlinien, bei denen die Obergrenze für Cäsium137bei 90 Bq/l Wasser und für Trinkwasser bei 10 Bq/l liegt.

Unabhängige Experten und Umweltschützer sind jedoch sehr skeptisch und schlagen Alarm; zumal die WHO der IAEA unterstellt ist und somit nur Daten verwendet, die von der IAEA abgesegnet sind.

 

Tepco-Theorie für übergelaufenes Wasser nach Starkregen

Bei dem Regenwasser, was in den vergangenen Tagen nach einem Unwetter über die Schutzwälle der Lagertanks für hochradioaktives Wasser gelaufen ist (Antiatom-fuku berichtete), wurden Strontium90-Werte von 29 000 Bq/l Wasser gemessen! Dieses Wasser floss in Richtung Meer, ein Teil davon versickerte ins Erdreich.

Als „Entschuldigung“ hat Tepco folgende Ausrede parat, dass die Pumpen im Schutzwall die Wassermassen, die der Regen mit sich brachte nicht mehr packen konnte und somit die Wälle überliefen.

 

Iwaki: Erhöhte Radioaktivität bei Lachsen

Nach Informationen der Fischereigenossenschaft wurden bei Lachsen, die in Iwaki aus dem Meer kommend zum laichen die Flüsse hinauf schwimmen, ansteigende Werte an  Radioaktivität festgestellt. Dazu wurden bei 300 Lachsen Filetproben und Fischeier untersucht.

Die Stadt Iwaki liegt etwa 40 km südlich vom havariertem AKW Fukushima dai ichi.

Seit der Dreifachkatastrophe im März 2011 ist der Absatz am Fischmarkt in der Präfektur Fukushima massiv eingebrochen.

 

21.10.2013

Fukushima: Verharmlosender Zwischenbericht der IAEA nach einer Begehung 

Nach dem sich die Zwischenfälle am AKW Fukushima dai ichi immer weiter häuften, schickte die IAEA im gegenseitigen Einvernehmen mit Ministerpräsident Abe (LDP) ein Team nach Japan, um sich ein Bild vom derzeitigem Zustand am AKW Fukushima dai ichi zu machen (antiatom-fuku berichtete).

Nun liegt ein erster Bericht der IAEA vor, der beschreiben soll, wie sich die Reaktorkatastrophe auf die Umwelt auswirkt. Die Aussagen im IAEA-Bericht sind haarsträubend!

Demnach bestehen keinerlei Bedenken beim Verzehr von Lebensmitteln, die aus der Präfektur Fukushima kommen. Die IAEA lobte die Behörden für das gesamte Procedere am havarierten AKW und sah auch guten Fortschritte bei den Dekontaminierungsmaßnahmen in den Ortschaften. 

Allerdings wird im Bericht mit keiner Silbe erwähnt, dass es im ganzen Chaos, was dort herrscht noch keine endgültige Lösung für die äußerst gefährliche Bergung der Brennelemente gibt. Auch über das „Wasserproblem“ und die dazugehörigen Pannen wird im IAEA-Bericht nicht gesprochen. Das wird einfach nicht erwähnt.

Japanische Umweltexperten kritisieren den Bericht der IAEA aufs Schärfste.

 

20.10.2013

Fukushima - Regenwasser spült wieder einmal radioaktive Brühe ins Meer

Nach erneutem Unwetter mit Starkregen gibt es wieder einmal verstärkt Probleme mit dem radioaktiv verseuchten Wasser am AKW Fukushima dai ichi.

An den Lagertanks für hochradioaktiv verseuchtes Wasser, die durch einen Schutzwall umgeben sind, sammelte sich das Regenwasser, was dann an 23 Stellen des Walls übergelaufen ist. Von dort aus floss das Wasser über das Gelände in Richtung Reaktoren 1 bis 4 und gelangte in die Abwasserrohre, die zum Meer führen. Dabei wurden reichlich radioaktive Partikel, die sich an den Tanks angesammelt hatten weg gespült.

    

    AKW Fukushima dai ichi und die Lagertanks für hochradioaktiv verseuchtes Wasser

 

Zur Zeit misst Tepco die Strahlung an den Übertrittstellen. Die Tatsache, dass das ablaufende Regenwasser aller Wahrscheinlichkeit nach ins offene Meer gelangt, kann Tepco allerdings nicht dementieren.

Die Übertrittstellen des Wassers sind am Schutzwall der Lagertanks folgender Standortgruppen: H2 Nord und Süd, G3 Ost, G6 Süd, H, H4 Ost, H1 Ost, E, H8 Süd und an den H3-Tanks, an denen der Schutzwall sogar 12 Übertrittstellen aufwies.

 

17.10.2013

2300 Bq Strontium ins Meer gelangt – Für Tepco und Regierung kein Problem

Im Wasser der Abwasserrohre am havarierten AKW Fukushima dai ichi, die neben dem Hafenbecken ins Meer münden, wurde ein erhöhter Wert an Strontium90 festgestellt. Dort erreichte der Betastrahler Strontium90 eine Konzentration von bis zu 2300 Bq/l Wasser. Als mutmaßliche Ursache für diesen rapiden Anstieg kommt durchaus das Unwetter mit heftigen Regenfall, was am Dienstag tobte infrage. Radioaktive Partikel, die sich überall angesammelt hatten, wurden nun durch den Regen in weggespült und gelangten somit in die Abwasserrohre.

Die gesetzlich festgelegte Obergrenze für Strontium90 liegt bei 30 Bq/l.

Laut der Regierung und dem AKW-Betreiber Tepco sei der Verdünnungseffekt jedoch ausreichend genug, so dass keine Gefahr für die Umwelt zu befürchten sei.

Zu dem Wasserproblem am AKW Fukushima dai ichi bekräftigte Ministerpräsident Abe, der auch erst kürzlich das havarierte AKW selber besucht hat, das die Lage dort unter Kontrolle sei. „Das austretende radioaktiv verseuchte Wasser würde durch die Barriere im Hafenbecken zurück gehalten werden und hätte somit keinen Kotakt zum offenen Meer“.

 

16.10.2013

Bergung der Brennelemente am AKW Fukushima dai ichi beginnt

Am AKW Fukushima dai ichi laufen weitere Vorbereitungen zur Bergung der Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 3. Trümmerteile und Stahlträger, die sich seit der Wasserstoffexplosion vom Reaktorgebäude 3 auf dem Dach, bzw. im 5. Obergeschoss befanden sind jetzt nahezu vollständig entfernt worden. Diese Arbeiten, die im September 2011 begannen wurden mithilfe von ferngesteuerten Geräten durchgeführt und dauerten bis heute an.

Um die noch sehr hohe Strahlung zu reduzieren soll dort eine Dekontamination erfolgen.

Danach soll eine Schutzhülle über das zerstörte Reaktorgebäude gebaut werden. Und die Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 3 entfernt werden.

Die Bergung der zum Teil geschmolzenen Brennelemente von Reaktor 1 bis 3 ist ab 2020 geplant.

Die Brennelemente von Reaktor 6 werden ab morgen in das dazugehörige Abklingbecken umgelagert. Diese Arbeiten dauern voraussichtlich bis Ende November.

 

13.10.2013

Zahlreiche Antiatom-Demos in Japan

An diesem Wochenende fanden in Japan landesweit verschiedene Antiatom-Demos statt.

Denn die Lage im AKW Fukushima dai ichi ist entgegen den Behauptungen der Regierung alles andere als stabil und die meisten Leute lehnen die gefährliche Atomkraft mittlerweile auch ab.

In Tokyo wurde unter anderem vor dem Regierungssitz, vor dem Firmenhauptsitz von Tepco und an weiteren Standorten mit etwa 40 000 Teilnehmern demonstriert.

 

Olympia – allen Warnungen zum Trotz

Umweltschützer haben in Tokyo an verschiedenen Sportstätten, die für die Olympia 2020 ausgewählt werden sollen, die Radioaktivität  gemessen. Die hohen Strahlenwerte bis zu 0,48 µS/h waren alarmierend! Diese wurden direkt an die IOC und weiteren Initiatoren weiter geleitet, die jedoch die Bedenken der Umweltschützer ignorierten.

Auch der deutsche olympische Sportbund sieht da keinerlei Grund zur Besorgnis für die Athleten und Gäste.

Die Veranstalter sind jedoch alle der selben Meinung und wollen trotz der relativen Nähe zum AKW weiterhin, dass die Spiele in Tokyo ausgetragen werden.

 

AKW-Arbeiter mit hochradioaktiven Wasser in Kontakt gekommen

Bei Arbeiten an den Lagertanks für hochradioaktiv verseuchtes Wasser wurde vor dem Wochenende aus Versehen ein Schlauch, der hochradioaktives Wasser zu den Tanks führt diskonnektiert. Dabei kamen ein paar Arbeiter mit dem strahlenden Wasser in Kontakt. Laut Tepco sei der Schutzanzug ausreichend gewesen. Unabhängige Experten sehen die Sache jedoch etwas anders.

 

08.10.2013

AKW Fukushima dai ichi, Wasserproben aus Bohrloch: Tritium 230 000 Bq/l

Nach erneuten Wasserproben aus einem Bohrloch nahe der Lagertanks im Abschnitt H4, den „H4-Tanks“, aus denen im August 300 Tonnen hochradioaktives Wasser ausgelaufen sind (antiatom-fuku berichtete), wurden wieder einmal hohe Tritiumwerte, die bei 230 000 Bq/l lagen gemessen. Zum Vergleich: Die Wasserproben von Ende September lagen bei 190 000 Bq/.

Der gesetzlich festgelegte Grenzwert liegt bei immer noch hohen 6000 Bq/l.

Von allen entnommenen Wasserproben verschiedener Bohrlöscher auf dem Gelände nahe den Lagertanks und der Reaktoren sind die Werte nahe den undicht gewordenen

H4-Tanks am höchsten.

Das Tritium „überschweres Wasser“ ist hochradioaktiv, lässt sich so gut wie gar nicht herausfiltern und gelangt im Körper überall dort hin, wo Wasser ist. Das heißt: in jede Zelle!

 

07.10.2013

AKW Fukushima dai ichi – Ausfall einer Kühlpumpe

Heute Vormittag ereignete sich wieder einmal ein Störfall mit der Reaktorkühlung an AKW Fukushima dai ichi. Dabei fiel am Reaktor 1 die Pumpe für die Kühlwasserzufuhr aus, nachdem die Stromzufuhr durch einen Mitarbeiterfehler, der eine Schalttafel falsch bedient hatte unterbrochen worden ist. Diese konnte jedoch nach einer Stunde wieder hergestellt werden.

Ähnliche Vorfälle gab es schon in März und Juni (antiatom-fuku berichtete).

Laut dem Betreiber Tepco erreichte das Wasser, was die immer noch heiße Kernschmelze im Reaktor 1 kühlt keine kritische Temperatur.

Als Ursache für diesen Vorfall benennt der Betreiber Tepco zwar einen menschlichen Fehler, verschweigt jedoch dass es für diesen Kühlkreislauf keine schriftliche Bedienungsanleitung vor Ort gibt und die ständig wechselnden Mitarbeiter nur unzureichend geschult sind.

 

Ehemalige AKW-Arbeiter - Strahlenfolgen werden nicht anerkannt

Ein ehemalige Arbeiter (55) aus Sapporo, Nordjapan, der in der Zeit von Juli bis Oktober 2011 im havariertem AKW Fukushima dai ichi tätig gewesen ist, leidet jetzt an Magen- und Blasenkrebs, der sehr wahrscheinlich durch die hohe Strahlendosis verursacht worden ist.

Der Blasenkrebs wurde im Mai 2012 diagnostiziert und im März 2013 wurde auch noch Magenkrebs festgestellt. Die restlichen Organe sind ebenfalls schon befallen.

Ein beantragter Schadensersatz, beziehungsweise die Anerkennung der Erkrankung als Folge der hohen Strahlung durch die Reaktorkatastrophe  wurde, wie bei drei weiteren Arbeitern auch von den Behörden abgelehnt.

 

 

04.10.2013

Laufende Pannen am AKW Fukushima dai ichi: IAEA will jetzt einschreiten

Die internationale Atomaufsichtsbehörde IAEA will jetzt, zwecks Schadensbegrenzung in Anbetracht der sich häufenden Zwischenfälle am AKW Fukushima dai ichi nun verstärkt Druck auf Tepco und die Regierung ausüben. Dazu werden noch in diesen Monat Experten nach Japan entsandt, die sich vor Ort ein Bild bezüglich dem Vorwärtskommen der Arbeiten am havariertem AKW machen sollen. Hier soll vor allem das Procedere mit dem radioaktiv verseuchten Wasser, was ständig ausläuft unter die Lupe genommen werden.

Denn erst heute wieder ist die Filteranlage ALPS, die hochradioaktive Partikel wie zum Beispiel Strontium90 aus dem verbrauchten Kühlwasser herausfiltern soll für 12 Stunden ausgefallen.

Wie bereits schon aus der Vergangenheit bekannt, gibt der AKW-Betreiber Tepco und die Regierung die Informationen nur häppchenweise und auch nur unzureichend an die Öffentlichkeit weiter; was nicht gerade vertrauenerweckend ist.

Die Regierung hat jedoch schon Gespräche mit der US-amerikanischen Firme B&W geführt, eine große Firma für Nukleartechnik, die die Regierung im Procedere mit dem hochradioaktiv verseuchten Wasser beraten soll.

Mit einer Intervention durch die IAEA sei die Regierung, die immer mehr unter internationalen Druck gerät, jedoch einverstanden.

 

03.10.2013

Finanzwesen - Banken befürworten das Tepco-AKW Kashiwazaki Kariwa

Im Dezember 2013 gewähren die Banken dem Energiekonzern Tepco, den Betreiber der havarierten Atomanlage Fukushima dai ichi eventuell neue Kredite in Höhe von € 3,8 Mrd. Euro. Auch die bereits laufenden Kredite wurden durch die Gläubigerbanken schon um 2 Monate verlängert.

Die Gläubigerbanken begrüßen eine Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren am AKW Kashiwazaki Kariwa, die von Tepco kürzlich bei der NRA beantragt worden ist, da sie sich dadurch eine Steigerung der Tepco-Aktien und weitere Gewinne erhoffen.

Die Aktie des seit der Reaktorkatastrophe zahlungsunfähigen Stromkonzerns ist schon um 71% gesunken.

Der Nettoverlust des Energiekonzerns liegt seit März 2011 bei € 20 Mrd. Euro. Seit dem wird der insolvente Konzern Tepco laufend vom Staat, bzw. vom Steuerzahler unterstützt.

Erst letzte Woche rechnete Tepco dem Wirtschaftsministerium vor, das es im Falle der beantragten Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 6 und 7 am AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata der Betreiber Tepco im nächsten Wirtschaftsjahr wieder ein Plus erwirtschaften würde (antiatom-fuku berichtete).

 

01.10.2013

AKW Fukushima dai ichi: Erneut 4 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser entwichen

An den Lagertanks am AKW Fukushima dai ichi sind erneut etwa 4 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser, was bei Umfüllarbeiten übergelaufen ist entwichen.

Hier bei handelt es sich um hochradioaktiv verseuchtes Kühlwasser was mit Regenwasser vermischt ist. Die Höhe der Strahlung konnte laut dem Betreiber Tepco bisher noch nicht genau festgestellt werden.

 

September 2013

 

29.09.2013

AKW Fukushima dai ichi: Technische Probleme an der Wasserdekontaminierungsanlage ALPS

Die erst vor kurzer Zeit installierte Dekontaminierungsanlage ALPS am havariertem AKW Fukushima dai ichi, die einen Großteil der hochradioaktiven Partikel aus dem verseuchten Grund- und Kühlwasser herausfiltern soll, steht wieder einmal still.

Ein Probelauf, der gestern geplant war, konnte aufgrund technischer Defekte nicht statt finden. Schon vorgestern lief die Pumpe nur mehrere Stunden, bis radioaktiver Schlamm, nach dem etwa 100 Tonnen kontaminiertes Wasser gefiltert wurden sind diese wieder zum Erliegen brachte.

Tepco arbeite jedoch mit Hochdruck daran die ALPS-Dekontaminierungsanlage wieder ans Laufen zu bringen.

 

Derzeit fließt weiterhin reichlich Grund- und Kühlwasser durch die hochradioaktiv verseuchten Reaktorkellerräume und wäscht diese aus. Von diesem Wasser gelangen täglich 300 Tonnen ins Meer (antiatom-fuku berichtete mehrfach).

 

28.09.2013

AKW Shimane - Wiederinbetriebnahme von Alt-Reaktoren?

Der Energiekonzern Chubudenryoku will den 40 Jahre alten Reaktor 1 am AKW Shimane, nahe der Stadt Matsue in der Präfektur Shimane, der seit 2010 still steht wieder in Betrieb nehmen. Zur Überprüfung der Entsprechung der neuen Sicherheitsstandards für AKWs wurde ein Antrag bei der Atomsicherheitsbehörde NRA gestellt. Mit einem positiven Bescheid der NRA kann der Atomkonzern schon rechnen.

Allerdings würde die NRA, da der Reaktor 1 schon ein „gewisses Alter“ hat eine genauere Untersuchung auf Verschleiß des Reaktordruckbehälters vornehmen.

Eine Wiederinbetriebnahme des Reaktors könnte jedoch schon in März 2014 möglich sein.

 

Die Präfekturverwaltung und die Anwohner sprechen sich jedoch gegen eine Wiederinbetriebnahme der Anlage aus.

Das AKW Shimane verfügt über 2 Reaktoren, ein dritter war schon im Bau. Etwa 2 km von der Anlage entfernt wurde schon vor Jahren eine aktive geologische Verwerfung nachgewiesen, die jedoch laut Behörden keinen Einfluss auf die Anlage haben soll.

 

Kernenergie - Tepco rechnet schwarze Zahlen vor

Auch der Atomkonzern Tepco, der das AKW Fukushima dai ichi zu verantworten hat, strebt eine Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 6 und 7 am AKW Kashiwazaki Kariwa an (antiatom-fuku berichtete).

Hierzu rechnete Konzernchef N. Hirose auf einer Pressekonferenz vor, dass der Energiekonzern Tepco durch die Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren im nächsten Wirtschaftsjahr, was im März 2014 beginnt wieder schwarze Zahlen schreiben könnte.

Entsprechende Vorausberechnungen wurden dem Wirtschaftsministerium bereits vorgelegt. Dem zur Folge würde der Konzern eine Ersparnis an Rohstoffkosten von etwa € 300 Mio. erzielen.

Von den laufenden Folgekosten am AKW Fukushima dai ichi, die bereits der Steuerzahler trägt und den noch fehlenden Entschädigungszahlungen spricht Hirose allerdings nicht.

 

Der Präfekturgouverneur der Präfektur Niigata, in der sich das AKW Kashiwazaki Kariwa befindet, hat zwar den von Tepco gestellten Antrag auf Genehmigung der Wiederinbetriebnahme zwar entgegen genommen, will diesem aber nicht statt geben.

Auch die örtliche Bevölkerung lehnt eine Wiederinbetriebnahme des AKWs ab.

 

24.09.2013

AKW Fukushima dai ni wird ebenfalls stillgelegt

Nach dem Ministerpräsident Abe (LDP) letzte Woche die havarierte Atomruine in Fukushima dai ichi besuchte und die Stilllegung der Reaktoren 5 und 6 anordnete (antiatom-fuku berichtete), wurde nun heute bekannt, dass das benachbarte AKW Fukushima dai ni (Nr. 2) ebenfalls stillgelegt werden soll. Somit „verliert“ der eh schon quasi insolvente Atomkonzern Tepco ein weiteres AKW. Das AKW Fukushima dai ni, mit 4 Reaktoren, was bei der Katastrophe 2011 noch mit einem „blauen Auge“ davon gekommen ist, liegt nur 12 km südlich der havarierten Anlage Fukushima dai ichi (Nr. 1) mit im Bereich der Sperrzone.

Tepcos letztes noch verbleibendes AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata steht derzeit wegen möglicher geologischen Verwerfungslinien und anderen Sicherheitsmängel auf der Kippe. Untersuchungen durch die Atomsicherheitsbehörde NRA laufen derzeit.

 

Diese „plötzlich eintretende Aktivität“ der Regierung nach gut 2½ Jahren erklärt sich auch durch den zunehmenden internationalen Druck den Ministerpräsident Abe auch vor allem jetzt nach der Entscheidung der IOC  bezüglich der olympischen Spiele 2020 erhält.

Für das Problem mit dem hochradioaktiv verseuchten Wasser, was täglich massenhaft ins Meer fließt, gibt es entgegen anfänglichen Behauptungen allerdings noch keine Lösung. Auch da steht Abe unter Zugzwang.

Hinzu kommt noch, dass die nationale Unzufriedenheit mit dem Procedere der Regierung, vor allem in der Bevölkerung der Präfektur Fukushima immer größer wird.

 

22.09.2013

Olympia 2020 – Keine Zwischenfälle aus dem AKW Fukushima erwünscht

Fukushima: AKW-Mitarbeiter vor Ort beklagen, dass die Vorgehensweise, der Arbeitsablauf und Zeitplan durch die Regierung und dem Betreiber Tepco am Schreibtisch einfach geplant werden, ohne zu überprüfen, ob das Procedere so überhaupt in der Praxis, was oft nicht der Fall ist, umsetzbar ist.

In Anbetracht der Olympiade 2020 verlautete Ministerpräsident Abe sogar, dass während der Olympiade in Tokyo keine gefährlichen Arbeiten am havarierten AKW Fukushima dai ichi durchgeführt werden dürfen um den Ablauf der Olympiade nicht zu beeinträchtigen.

 

Bis heute hat man immer noch keine genauen Informationen über den Zustand der geschmolzenen Brennelemente in den Reaktoren 1 bis 3. Dennoch laufen aber schon die Vorbereitung zur Bergung dieser Brennelemente.

Des Weiteren beklagen die Arbeiter weiterhin unzureichendes Equipment, den mangelnden Arbeitsschutz, schlechte Arbeitsbedingungen und dass die Organisation seitens Tepco und der Regierung immer noch sehr chaotisch sein; was die Arbeitsabläufe nur behindern würde.

 

Ministerpräsident Abe – Trotz spürbarer Folgen kein Interesse am Atomausstieg

Trotz der laufenden Zwischenfälle am AKW Fukushima dai ichi redet Ministerpräsident S. Abe (LDP) die Kernenergie schön. Er besuchte diese Woche sogar die havarierte Anlage um der Bevölkerung zu signalisieren, dass er sich um die Probleme kümmern würde.

 

Anfang der Woche gelangte durch ein wütendes Unwetter vermehrt radioaktiv kontaminiertes Wasser ins Meer und ein stärkeres Erdbeben von 5,5 ereilte die Anlage Ende der Woche ebenfalls. Und trotz dem versichert Abe weiterhin, das er die Situation am havarierten AKW unter Kontrolle hätte und es bezüglich der Olympiade 2020 keinerlei Bedenken gäbe.

Des Weiteren begründet Abe die „Notwendigkeit“ der Kernenergie mit den derzeit hohen Energiekosten wegen der hohen Öl- und Gasimporte, gestiegener CO2-Emmission und damit, dass Japan ja ein rohstoffarmes Land sei.

Allerdings steht da mehr der Profit im Vordergrund, der unter Anderem auch durch den Export der Nukleartechnologie gesichert werden soll.

 

Die Stromkonzerne, die nie sonderlich auf erneuerbare Energien gesetzt haben, stehen schon seit längeren in den roten Zahlen. Dazu fehlte auch der Anreiz, da die erneuerbaren Energien im Gegensatz zur Kernenergie durch den Staat nie  gefördert wurden sind.

Das sonnenreiche Japan mit vielen geothermischen Gegebenheiten hat durch aus ein gutes Potential für erneuerbare Energien (antiatom-fuku berichtete), was der Ministerpräsident Abe jedoch verschweigt.

Abe propagiert nur, um die Bevölkerung zu verunsichern, dass Japans Status als drittgrößte Wirtschaftsmacht gefährdet sein könnte, wenn Japan endgültig aus der Kernenergie aussteigen würde.

 

Auch laut dem ebenfalls atomfreundlichen Wirtschaftsminister T. Motegi (LDP) sei der Import von Öl und Gas aus den Krisenregionen im Nahen Osten bei momentan schwächerem Yen und stark gesunkenen Aktien auf Dauer nicht tragbar.

 

Die Möglichkeiten staatlicherseits die erneuerbaren Energien aus Geothermie, Sonne, Wind etc. voran zu bringen wurde jedoch, um die Kernenergie nicht völlig überflüssig zu machen nicht genutzt!

Statt dessen stehen eher militärische Interessen im Vordergrund, weswegen die Regierung auch eine entsprechende Gesetzesänderung (Artikel 9) vornehmen möchte (antiatom-fuku berichtete).

 

19.09.2013

AKW Fukushima: Offizielle Stilllegung der Reaktoren 5 und 6 erfolgt erst jetzt

Ministerpräsident Abe (LDP) gibt nun offiziell bekannt, dass die Reaktoren 5 und 6 am havariertem AKW Fukushima dai ichi endgültig stillgelegt werden sollen. Der Betreiber Tepco, der diese Reaktoren zunähst nicht aufgeben wollte, stimmte zu.

 

Bis jetzt wurden die beiden noch heilen Reaktoren am AKW Fukushima dai ichi als kommerzielle Reaktoren voll mitgezählt. Die Anzahl der japanischen Reaktoren betrug somit 54 und ändert sich jetzt auf 48 von einst 54 Reaktoren.

 

Tepco plante noch vor einem Jahr die beiden noch heilen Reaktoren weiter zu betreiben (antiatom-fuku berichtete). Ein Vorhaben, was leider kein Einzelfall gewesen ist. In der Ukraine wurden am AKW Tschernobyl die drei noch heilen Reaktoren nach dem Super-GAU weiter betrieben! Das AKW wurde erst 2001 endgültig stillgelegt.

 

18.09.2013

Umfrage – Immer mehr Leute misstrauen der Regierung

Laut einer landesweiten Umfrage der Mai nichi shinbun (Eine große japanische Tageszeitung), halten 66% der Befragten die Aussage vom Ministerpräsidenten S. Abe (LDP), das die Lage am havarierten AKW Fukushima dai ichi und das Problem mit dem hochradioaktiv verseuchten Wasser unter Kontrolle sei; und das 2020, wenn in Tokyo die Olympiade statt findet keine Gefahr mehr vom o.g. AKW ausgehen würde. Nur 8% der Befragten glauben an Abes Worte, 24% sind sich nicht sicher.

Selbst in Parteikreisen, wie auch den Förderern der amtierenden LDP macht sich bei 58% der Befragten Skepsis breit. Lediglich 11% glauben den Aussagen, das alles unter Kontrolle sei.

Die größte Oppositionspartei DPJ kritisierte Abes öffentliche Äußerung aufs schärfste.

 

In einem Fernsehinterview des öffentlich rechtlichen Senders NHK ,als sich das Olympische Komitee (IOC) für Tokyo entschied, propagierte Ministerpräsident Abe, dass am AKW Fukushima alles in Griff sei und dass man sich wegen der Olympiade keine Sorgen machen bräuchte.

 

86% der Befragten sagen, dass die Regierung alle möglichen und nötigen Maßnahmen ergreifen soll, um das hochradioaktiv verseuchte Wasser in geeignete Behälter zu füllen; und zwar egal wie viel es kostet.

 

16.09.2013

Taifun und Erdrutsch am „schnellen Brüter“ Monju

Durch einen heftigen Taifun in der Präfektur Fukui ist es zu Problemen am „schnellen Brüter“ Monju gekommen. Durch den Sturm wurde die Datenübertragung ERSS über längere Zeit unterbrochen und die einzige Zufahrtsstraße durch einen Erdrutsch und umgeknickter Bäume versperrt.

 

Die ERSS ist eine landesweite Notfallüberwachung der AKWs, die hierdurch mit der Atomaufsichtsbehörde NRA vernetzt ist. Hier werden laufend Daten über die Reaktoren, wie Temperatur etc. übertragen, so dass in Notfall schnell reagiert werden kann. Z.B. frühzeitige Warnung der Bevölkerung.

Wie auch all die anderen AKWs ist auch der „schnelle Brüter“ Monju ausser Betrieb.

 

15.09.2013

Der letzte Reaktor ist vom Netz – Japan ist wieder ohne Atomstrom!

Um 16:40 Uhr Ortszeit begann die Kepco-Betreibermannschaft den einzigen noch verbleibenden Reaktor 4 am AKW Ōi in der Präfektur Fukui, herunterzufahren. Um seine Leistung, also die Kernspaltung zu drosseln, wurde Borsäure eingeleitet und die Steuerstäbe nach und nach zwischen die Brennelemente eingefahren. Die Stromproduktion endete um 23:00 Uhr und in den frühen Morgenstunden des 16.09.2013, 1:30 Uhr Ortszeit war der Reaktor dann komplett heruntergefahren.

 

Nun ist Japan seit 43 Jahren Kernenergie zum 2. Mal wieder frei von Atomstrom. Wie schon im Mai letzten Jahres, als Japan zum ersten Mal wieder atomfrei wurde, blieben auch dieses Mal die Lichter an.

Denn entgegen den Behauptungen der Energiekonzerne rechnen unabhängige Experten allerdings nicht mit Stromversorgungsengpässen. Auch nicht für den bevorstehenden Winter.

 

Die für die 12 Reaktoren an sechs AKWs vierer Energiekonzerne, AKW Ōi inbegriffen, anstehenden Sicherheitsüberprüfungen nach den neuen NRA-Standards werden voraussichtlich ein halbes Jahr in Anspruch nehmen. So lange bleibt Japan auf jeden Fall atomfrei.

 

14.09.2013

Olympiya 2020: Sportler sollen nahe dem havariertem AKW Fukushima trainieren

Wie der Vizepräsident der nationalen Fußballmannschaft K. Tajima in den vergangenen Tagen verlauten ließ, ist der Vorstand sehr bestrebt, das sog. J-Village im Rahmen der olympischen Spiele 2020 wieder als Trainingslager zu nutzen. Er begründet diese Absicht als Beitrag für den Wiederaufbau nach der Tsunamikatastrophe 2011.

 

Das Trainingscenter J-Village, 20 km südlich von havariertem AKW Fukushima dai ichi, in dem bis vor der Reaktorkatastrophe auch die japanische Fußballmannschaft JFA  trainierte, wurde hauptsächlich durch den Energiekonzern Tepco finanziert. Nach der Katastrophe wurde das J-Village als Koordinationszentrale für die AKW-Mitarbeiter genutzt.

Dieser Behelf wurde bis vor etwa 2 Monaten noch genutzt und erst kürzlich umgesiedelt.

 

Radioaktiv verseuchtes Wasser - Regierung berechnet Verdünnungseffekt

Weiterhin werden Tepco und die Regierung der Lage mit dem hochradioaktiv verseuchten Wasser am AKW Fukushima dai ichi nicht mehr Herr. Gedanken, das verseuchte Wasser aus den 1500 Lagertanks ins Meer zu kippen werden immer lauter. So stellte die Regierung schon Berechnungen an, wie stark der Verdünnungseffekt sein würde, wenn man das hochradioaktive Wasser ins Meer entlassen würde.

Die Regierung und Tepco räumten jedoch ein, dass man sich mit der Eismauer, die die 4 havarierten Reaktoren umschließt (antiatom-fuku berichtete) so schnell wie möglich beeilen wolle.

 

Ab Morgen wird Japan wieder frei von Atomstrom

Am morgigen Sonntag beginnt die Betreibermannschaft am AKW Oi, Präfektur Fukui den letzten verbliebenen Reaktor 4, wegen fälliger Wartung herunterzufahren. Somit wird Japan wieder frei von Atomstrom. Allerdings soll Anfang 2014 der Reaktor 3 am AKW Ikata, Präfektur Ehime wieder in Betrieb gehen.

 

12.09.2013

Tritium im Grundwasser – drastischer Anstieg innerhalb kurzer Zeit

Nahe den H4-Tanks am AKW Fukushima dai ichi, aus denen kürzlich hochradioaktives Wasser ausgelaufen ist, sind die Tritiumwerte im Grundwasser innerhalb von nur 8 Tagen um das 23fache gestiegen! Während in der Wasserprobe von vor 8 Tagen eine Menge an Tritium von „nur“ 4200 Bq/l festgestellt worden ist, waren es in der heutigen Probe schon 97 000 Bq/l. Die Wasserproben wurden alle aus dem selben Bohrloch in der Nähe der undichten Lagertanks entnommen.

 

11.09.2013

Drastisch ansteigende Tritiumwerte im Grundwasser

Am AKW Fukushima dai ichi wurden aus einem Bohrloch nahe der undicht gewordenen Lagertanks für hochradioaktiv verseuchtes Wasser Proben entnommen und untersucht.

Darin wurden rasch ansteigende Tritiumwerte, die derzeit bei 64 000 Bq/l Wasser liegen festgestellt.

Somit liegt der Verdacht nahe, dass das radioaktiv verseuchte Wasser, was aus den etwa 20 Meter entfernten Lagertanks der Sorte H4 ins Erdreich gesickert ist.

Die sogenannten H4-Tanks, die aus Metallplatten zusammengesteckt sind, wurden zusammengeschraubt aber nicht geschweißt. Die Schwachstellen der Tanks sind die Gummidichtungen zwischen den Metallplatten, die undicht geworden sind und zum Teil hervorquellen. Durch Brüche im Betonfundament hatten sich diese Tanks verzogen und das verstrahlte Wasser lief aus (antiatom-fuku berichtete).

Die Entscheidung des Betreibers Tepco für die H4-Tanks hatte einen wirtschaftlichen Hintergrund (kostengünstig und schnell zu montieren).

 

10.09.2013

Weiterer Anstieg von Schilddrüsenkrebs bei Kindern

Nach aktuellen Untersuchungen der IPPNW ist in der Präfektur die Anzahl von Schilddrüsenkrebs bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren weiter angestiegen. Somit sind es bereits 18 Kinder, bei denen eine Krebserkrankung der Schilddrüse bestätigt worden ist. Bei 25 weiteren Kindern besteht ein dringender Verdacht.

Die Situation in der Großstadt Koriyama, die nur 45 km von havariertem AKW Fukushima dai ichi entfernt liegt, wird von der IPPNW und weiteren unabhängigen Experten als besonders besorgniserregend eingestuft.

Zum Artikel der IPPNW „Schilddrüsenkrebs in Fukushima – erste sichtbare Folgen der Atomkatastrophe?“.

 

08.09.2013

Tokyo erhält Zuschlag für die olympischen Spiele

Nach Abstimmung der IOC (International Olympic Committee) hat Tokyo den Zuschlag für die Ausführung der olympischen Spiele 2020 erhalten. Nun fühlt sich Ministerpräsident Abe (LDP), der schon wegen den laufenden Zwischenfälle am AKW Fukushima dai ichi um sein internationales Ansehen fürchtete, in seiner Behauptung, dass die Regierung die Situation in Fukushima unter Kontrolle bekäme und auch keinerlei Gefahr für Tokyo bestehen würde bestätigt. Laut Abe wird 2020 aus Fukushima kein Risiko mehr für die Umwelt ausgehen.

 

Unter der Schutzbehauptung, dass die IOC sich trotz der vergangenen Reaktorkatastrophe im 230 km entfernten AKW Fukushima dai ichi für Tokyo entschieden hat, will Ministerpräsident Abe der Bevölkerung nun einsuggerieren, dass die die IOC nicht so entschieden hätte, wenn das AKW nicht ausreichend unter Kontrolle wäre, bzw. Tokyo bedrohen würde.

 

Unabhängige Experten stehen dieser Entscheidung jedoch kritisch gegenüber, da nun wegen den Vorbereitungen der olympischen Spiele die Probleme von Fukushima wieder einmal in den Hintergrund gedrängt werden. Zudem stehen noch reichlich Entschädigungszahlungen und weitere Kosten aus, die nun ebenfalls wegen den Kosten für die olympischen Spiele zu kurz kommen.

Zu kritisieren ist auch, dass sich die Regierung in den letzten zwei Jahren kaum um Fukushima gekümmert hatte; das Thema immer nur verdrängte, bzw. durch andere Geschehnisse überlagerte.

 

NRA-Chef S. Tanaka kritisiert Tepco

Der Chef der Atomaufsichtsbehörde NRA S. Tanaka, der in früherer Zeit zwar auch in der Atomindustrie tätig gewesen ist, äußerte sich erneut kritisch gegenüber dem Stromkonzern Tepco, der das AKW Fukushima dai ichi betreibt. Er will, dass die NRA die die von Tepco eingeleiteten Maßnahmen am AKW Fukushima dai ichi besser überwacht werden. Auch die von Tepco durchgeführten Radioaktivitätsmessungen sollen verstärkt kontrolliert werden. Denn diese wurden, wie sich letzte Woche zeigte, nicht sachgerecht durchgeführt, als hochradioaktiv verseuchtes Wasser aus den Lagertanks entwichen ist (antiatom-fuku berichtete).

 

Zudem zeigt sich auch, dass Tepco wieder einmal am falschen Ende gespart hat. Die Tanks, die nach dem das Betonfundament rissig geworden ist sich verzogen haben und somit undicht geworden sind, nicht für die Lagerung des hochverstrahlten Wassers geeignet gewesen sind.

Die NRA plant ferner auch selber die radioaktive Belastung des Meerwassers zu überwachen.

 

Bergung der Kernschmelze ab 2020

Vorausplanungen zur Folge soll die Kernschmelzen aus den Reaktoren 1 bis 3 am AKW Fukushima dai ichi ab 2020 erfolgen. Also dann, wenn die olympischen Spiele in Tokyo laufen.

Die Eismauer, die über eine Länge von 1,4 km die Reaktoren 1 bis 4 umschließen soll (antiatom-fuku berichtete), wird voraussichtlich ab September 2014 installiert.

 

05.09.2013

Strontium im Grundwasser nahe der undichten Tanks nachgewiesen

Nahe den undicht gewordenen Lagertanks am AKW Fukushima dai ichi, aus denen reichlich hochradioaktiv verseuchtes Wasser entwichen ist, wurde jetzt Strontium im in einer Konzentration von 650 Bq/l im Grundwasser nachgewiesen. Somit liegt der Verdacht nahe, wie Tepco heute einräumte, dass das aus den undicht gewordenen Lagertanks entwichene Wasser das Grundwasser schon erreicht hat.

 

Alarm am AKW Ōi

Im Turbinengebäude von Reaktor 3 hatte ein Arbeiter fälschlicherweise ein Ventil geöffnet, dadurch ist Wasserdampf entwichen und ein Alarm wurde ausgelöst.

Laut dem Betreiber Kansaidenryoku sei aber keine Radioaktivität ausgetreten und es bestehe auch keine Gefahr für die Bevölkerung.

Reaktor 3 am AKW Ōi, Präfektur Fukui wurde Anfang der Woche wegen der fälligen Wartung heruntergefahren. Somit läuft nur noch Reaktor 4, der aber am 15.09.2013 ebenfalls wegen der Wartung heruntergefahren wird.

 

03.09.2013

Strahlung an den Wassertanks bis auf 2,2 Sv/h angestiegen!

Nach neusten Messergebnissen an den leckenden Wassertanks für hochgradig radioaktiv  verseuchtes Wasser, die auf dem Gelände des AKWs Fukushima dai ichi lagern, wurden direkt am Tank Werte bis zu 2,2 Sv/h gemessen. Im Abstand von 50 cm lag der Wert „nur noch“ bei 40,Sv/h.

Dieser drastische Abfall kommt dadurch zustande, da das meiste Cäsium, ein Betastrahler, der über weitere Distanzen strahlt, schon herausgefiltert worden ist, bevor das Wasser in die Tanks gefüllt wurde. Alpha- und Betastrahler, z.B. Radon226, Tritium, Strontium90 strahlen auf kurze Distanzen, lassen sich zwar leichter abschirmen, sind jedoch vor allen nach Inkorporation sehr aggressiv.

Sie lassen sich im Gegensatz zum Betastrahler Cäsium fast gar nicht aus dem Wasser herausfiltern.

Tepco räumte ein, dass hierdurch eine Gefahr für die Mitarbeiter bestehen würde und den Arbeitsschutz verbessern wolle. Auch die Kontrollmannschaft soll aufgestockt werden und die Tanks ab sofort mehrfach am Tag auf Leckagen kontrolliert werden.

 

02.09.2013

Angeblich keine aktive Verwerfungslinie am AKW Ōi

Laut dem Abschlussbericht der Atomaufsichtsbehörde NRA liegt bei der heftig umstrittenen geologischen Verwerfung, der F6-Bruchzone, die quer über das AKW-Gelände verläuft keine seismische Aktivität vor. Der Betreiber Kansaidenryoku (Kepco), der eine Aktivität der Verwerfungslinie schon immer abgestritten hatte, begrüßte die Entscheidung der NRA mit großer Erleichterung.

Somit erfüllt das AKW Ōi, Präfektur Fukui alle Vorsetzungen zur Aufnahme der Sicherheitsüberprüfungen nach neuen NRA-Standards, die für die Wiederinbetriebnahme nötig ist. Andern Falls hätte der Betreiber das AKW stilllegen müssen.

Das Kepco-AKW Tsuruga, ebenfalls in der Präfektur Fukui erfüllt die Anforderungen, wie sich schon zuvor heraus gestellt hat nicht und wird wohl auch nicht mehr ans Netz dürfen.

 

Heute wurde Reaktor 3 am AKW Ōi zwecks Wartung heruntergefahren. Somit ist nur noch Reaktor 4 als einziger in Japan am Netz. Er wird am 15.09.2013 ebenfalls wegen der fälligen Wartung heruntergefahren.

 

01.09.2013

Tödliche Strahlung an den Lagertanks für hochradioaktives Wasser

Am AKW Fukushima dai ichi entdeckten Tepco-Mitarbeiter gestern erneut Pfützen an den Lagertanks und maßen dort an drei Stellen eine radioaktive Strahlung von bis zu

1,8 Sv/h. Eine Strahlendosis in der Höhe führt zu einer akute Strahlenkrankheit und endet in etwa 10 % der Fälle tödlich (LD 10/30). LD = Letale (tödliche) Dosis, d.h.: Anzahl der Todesfälle in % innerhalb einer bestimmten Anzahl von Tagen.

 

Es werden weitere Leckagen an jenen Lagertanks vermutet, die auch schon vor etwa 10 Tagen Undichtigkeiten aufwiesen (antiatom-fuku berichtete). Der Wasserspiegel in den Tanks sei laut dem Betreiber Tepco allerdings nicht gesunken.

Schon damals wurden Leckagen an den Schweißnähten der Tanks, aus denen das hoch verstrahlte Wasser austrat festgestellt. Als Ursache kamen dafür entstandene Risse im Betonfundament, auf denen die Tanks stehen in Frage. Dadurch haben sich die Tanks verzogen und sind undicht geworden.

Auch gibt es Vermutungen, dass die hohe Strahlung schon länger besteht und nicht erst jetzt aufgetreten ist.

Laut dem Betreiber Tepco gab es jedoch keine adäquaten Messgeräte vor Ort, die für eine solch hohe Strahlung ausgelegt sind. Deshalb konnten genauere Messungen erst jetzt durchgeführt werden.

Nach Meinung unabhängiger Experten zählt dieses, vor allem aus Arbeitsschutzgründen zur Standardausrüstung an einem AKW.

 

An einen der zahlreichen Bohrlöchern, aus denen das Grundwasser abgepumpt wird, bevor es die hochgradig verstrahlten Reaktorkellerräume erreicht wurde ein steigender Strontium90–Wert festgestellt.

August 2013

 

31.08.2013

Ab Mitte September ist Japan wieder frei von Atomstrom

Derzeit sind in Japan landesweit „nur noch“ zwei Reaktoren, Reaktor 3 und 4 beides DWR am AKW Ōi, Präfektur Fukui noch in Betrieb, die jetzt aber wegen der fälligen Wartung, die alle 13 Monate vorgeschrieben ist vom Netz gehen (antiatom-fuku berichtete).

Ab Montag ist es so weit, dann wird Reaktor 3, der im Vollbetrieb eine Leistung von

1180 MW erbringt, schrittweise heruntergefahren. Dazu wird ab ca. 17:00 Uhr die Leistung gedrosselt. Die Stromproduktion endet somit voraussichtlich um ca. 23:00 Uhr. In den frühen Morgenstunden am Folgetag ist der Reaktor dann komplett heruntergefahren, so dass die Wartungsarbeiten beginnen können.

Reaktor 4 wird ab dem 15.09.2013 ebenfalls zwecks Wartung heruntergefahren, womit Japan zum zweiten Male wieder frei von Kernenergie ist.

Schon im letzten Jahr war Japan, als das AKW Tomari als letztes vom Netz ging für zwei Monate frei von Atomstrom. Die landesweite Stromversorgung blieb jedoch erhalten, womit die fragliche Notwendigkeit der Kernenergie widerlegt worden ist. Trotz dem wurden jedoch im Juli 2012 unter massivsten Protest der Bevölkerung die Reaktoren 3 und 4 am AKW Ōi wieder angefahren.

Jetzt ist allerdings unklar, ob das AKW Ōi dieses Mal überhaupt wieder ans Netz darf, da immer noch nicht die Frage geklärt ist, ob die heftig umstrittenen Bruchzonen, die dort vorhanden sind, nun aktiv sind oder nicht (antiatom-fuku berichtete mehrfach).

So lange diese Frage noch nicht geklärt ist, beginnt die Atomaufsichtsbehörde NRA auch nicht mit den Überprüfungen, die abklären, ob das AKW Ōi die neuen Sicherheitsstandards überhaut erfüllt. Diese sind jedoch Voraussetzung für eine Wiederinbetriebnahme.

Der Betreiber Kepco, der neben dem AKW Ōi auch eine NRA-Überprüfung für das AKW Takahama beantragt hatte, drängt die NRA und möchte die Reaktoren 3 und 4 am AKW Ōi noch vor dem Winter wieder ans Netz nehmen. Er streitet eine mögliche Aktivität der geologischen Verwerfungen weiterhin ab und prophezeit  mögliche Stromversorgungsengpässe, wenn das AKW Ōi nicht mehr ans Netz darf. Engpässe sind laut unabhängigen Experten jedoch nicht zu befürchten, da der hochsommerliche Peak im Stromverbrauch schon quasi vorbei ist.

In der Bevölkerung ist der Widerstand gegen die Wiederinbetriebnahme der AKWs weiterhin groß. Es laufen so gar Unterschriftenaktionen, die speziell gegen eine Wiederinbetriebnahme des AKWs Ōi gerichtet sind, da dessen geologische Verwerfungen als besonders gefährlich eingeschätzt werden.

 

28.08.2013

Tepco erhält harsche Kritik von der Atomaufsichtsbehörde NRA

Der Chef der Atomaufsichtsbehörde NRA, S. Tanaka warf dem Betreiber Tepco auf der heutigen Pressekonferenz  Konzept- und Planlosigkeit im Umgang mit dem radioaktiv verseuchtem Wasser, was vergangene Woche aus den Lagertanks ausgetreten ist. Zu dem hat die Suche nach der Ursache und die Einleitung entsprechender Gegenmaßnahmen zu lange gedauert. Auch die Menge an ausgetretenem Wasser war deutlich höher als von Tepco angegeben.

Die NRA wird, so Tanaka weiter, die Koordination der Maßnahmen am AKW Fukushima dai ichi ab sofort verstärkt selber in die Hand nehmen und überwachen.

 

Tepco_Aktie im freien Fall

Die Tepco-Aktie, die sich in den letzten Monaten, auch durch verdeckte Unterstützung der Regierung, etwas „erholt“ hatte, ist nun, zum Leidwesen der Atomlobby wegen dem Problem mit den undichten Tanks, wieder um 30% gefallen.

Für Aufräumarbeiten und weitere Entschädigungszahlungen, die eh nur sehr schleppend laufen, will die Regierung den Atomkonzern Tepco, der das AKW Fukushima dai ichi zu verantworten hat mit € 23 Mrd., natürlich alles Steuergelder, unter die Arme greifen.

 

AKW Fukushima dai ichi: Kostenberge ohne Ende

Die Kosten für die „Eismauer“ im Boden, die die vier havarierten Reaktoren am AKW Fukushima dai ichi umschließen soll (antiatom-fuku berichtete) werden derzeit auf

€ 380 Mio. geschätzt. Die Unterhaltungskosten für die Energieintensive Eismauer sind hier noch nicht mit einberechnet.

 

25.08.2013

Risse im Betonfundament als mögliche Ursache für Leckagen in Lagertanks

Nach Untersuchungen durch den Betreiber Tepco scheint die Ursache für die entstandenen Undichtigkeiten an den Tanks für hochradioaktiv verseuchtes Wasser, die am AKW Fukushima dai ichi gelagert werden gefunden zu sein.

Dort entdeckten Arbeiter Anfang der Woche, das hochradioaktiv verseuchtes Wasser aus vereinzelten Tanks austrat (antiatom-fuku berichtete).

Im Betonfundament, auf dem die undicht gewordenen Tanks stehen, so Tepco, sind große Risse vorhanden, die auch unterhalb der Tanks verlaufen. Durch diese Risse haben sich drei der Tanks vermutlich verzogen, so dass diese an den Schweißnähten undicht geworden sind.

 

24.08.2013

Zwischenbilanz zu den laufenden NRA-Sicherheitsprüfungen an vier AKWs

Während man am AKW Ōi, Präfektur Fukui immer noch versucht die vorhandene seismische Aktivität der F6-Verwerfungslinie weg zu diskutieren, laufen an 4 anderen AKWs schon die ersten Überprüfungen, ob die neuen NRA-Sicherheitsstandards für die Wiederinbetriebnahme erfüllt werden. Nach Abschluss dieser Untersuchungen entscheidet dann die Atomsicherheitsbehörde NRA ob das AKW sicher genug ist.

Das AKW Ōi steht ein bisschen auf der Kippe, da eine weitere geologische Verwerfung, die parallel zur Küste verläuft, von wichtigen Rohrleitungen für die Notkühlung der Reaktoren überquert wird, die dadurch im Falle eines Erdbebens brechen könnten. Bei dieser Verwerfungslinie ist eine mögliche Aktivität allerdings nicht so leicht abzustreiten.

Der Antrag des Betreibers Kepco auf Durchführung der NRA-Überprüfungen zur Entsprechung der neuen Sicherheitsstandards kann erst bearbeitet werden, wenn es eine endgültige Entscheidung zu den geologischen Verwerfungen gibt.

Sollte laut den überprüfenden Fachleuten eine Aktivität der Verwerfungen vorliegen, muss der Betreiber das AKW still legen.

An den 4 AKWs, wo die NRA-Überprüfungen schon seit Juli laufen gibt es folgende Bilanz:

Der Tsunamischutz am AKW Takahama ist unzureichend. Das wird jedoch vom Betreiber Kepco bestritten.

Somit wäre das, neben Ōi schon das zweite AKW, was dem Betreiber Kepco „verloren gehen“ könnte. Dem entsprechend hat er „Befürchtungen“, das es zu Stromengpässen in der Präfektur Fukui kommen könnte.

In der Präfektur Ehime läuft derzeit die dritte Klage gegen das AKW Ikata (Betreiber Shikokudenryoku). Geklagt wird von 380 Bürgern aus der Region, die aufgrund der bekannten Gefahren eine Wiederinbetriebnahme nach der NRA-Überprüfung verhindern wollen.

Das AKW Tomari (Betreiber Hokkaidodenryoku) liegt in einem vulkanischen Gebiet. Der Vukan Toyako in 160 km Entfernung könnte wieder aktiv werden und wäre nah genug, um das AKW zu schädigen. Ein weiterer Vulkan, in nur 55 km Entfernung, in dessen direkten „Einzugsgebiet“ das AKW liegt, weist ebenfalls einen pyroklastischen Strom auf, was etwas „problematisch“ für das AKW werden könnte.

Im „Einzugsgebiet“ vom AKW Sendai, Kyushu in Südjapan sind es „nur“ 5000 Einwohner, die im Falle einer Katastrophe evakuiert werden müssten.

Es wird also spannend abzuwarten, wie die Entscheidungen der NRA ausfallen werden, wenn die Abschlussberichte für die vier AKWs vorgelegt werden. Denn es ist zu berücksichtigen, dass die streng und unabhängig arbeitende NRA eine Behörde der Regierung ist und somit keine all zu großen „Probleme“ machen darf.

 

24.08.2013

Zwischenbilanz zu den laufenden NRA-Sicherheitsprüfungen an vier AKWs

Während man am AKW Ōi, Präfektur Fukui immer noch versucht die vorhandene seismische Aktivität der F6-Verwerfungslinie weg zu diskutieren, laufen an 4 anderen AKWs schon die ersten Überprüfungen, ob die neuen NRA-Sicherheitsstandards für die Wiederinbetriebnahme erfüllt werden. Nach Abschluss dieser Untersuchungen entscheidet dann die Atomsicherheitsbehörde NRA ob das AKW sicher genug ist.

Das AKW Ōi steht ein bisschen auf der Kippe, da eine weitere geologische Verwerfung, die parallel zur Küste verläuft, von wichtigen Rohrleitungen für die Notkühlung der Reaktoren überquert wird, die dadurch im Falle eines Erdbebens brechen könnten. Bei dieser Verwerfungslinie ist eine mögliche Aktivität allerdings nicht so leicht abzustreiten.

Der Antrag des Betreibers Kepco auf Durchführung der NRA-Überprüfungen zur Entsprechung der neuen Sicherheitsstandards kann erst bearbeitet werden, wenn es eine endgültige Entscheidung zu den geologischen Verwerfungen gibt.

Sollte laut den überprüfenden Fachleuten eine Aktivität der Verwerfungen vorliegen, muss der Betreiber das AKW still legen.

An den 4 AKWs, wo die NRA-Überprüfungen schon seit Juli laufen gibt es folgende Bilanz:

Der Tsunamischutz am AKW Takahama ist unzureichend. Das wird jedoch vom Betreiber Kepco bestritten.

Somit wäre das, neben Ōi schon das zweite AKW, was dem Betreiber Kepco „verloren gehen“ könnte. Dem entsprechend hat er „Befürchtungen“, das es zu Stromengpässen in der Präfektur Fukui kommen könnte.

In der Präfektur Ehime läuft derzeit die dritte Klage gegen das AKW Ikata (Betreiber Shikokudenryoku). Geklagt wird von 380 Bürgern aus der Region, die aufgrund der bekannten Gefahren eine Wiederinbetriebnahme nach der NRA-Überprüfung verhindern wollen.

Das AKW Tomari (Betreiber Hokkaidodenryoku) liegt in einem vulkanischen Gebiet. Der Vukan Toyako in 160 km Entfernung könnte wieder aktiv werden und wäre nah genug, um das AKW zu schädigen. Ein weiterer Vulkan, in nur 55 km Entfernung, in dessen direkten „Einzugsgebiet“ das AKW liegt, weist ebenfalls einen pyroklastischen Strom auf, was etwas „problematisch“ für das AKW werden könnte.

Im „Einzugsgebiet“ vom AKW Sendai, Kyushu in Südjapan sind es „nur“ 5000 Einwohner, die im Falle einer Katastrophe evakuiert werden müssten.

Es wird also spannend abzuwarten, wie die Entscheidungen der NRA ausfallen werden, wenn die Abschlussberichte für die vier AKWs vorgelegt werden. Denn es ist zu berücksichtigen, dass die streng und unabhängig arbeitende NRA eine Behörde der Regierung ist und somit keine all zu großen „Probleme“ machen darf.

 

23.08.2013

Internationale Zweifel an Tepco und der Regierung

Am AKW Fukushima dai ichi ist der Betreiber Tepco weiterhin bemüht, weitere Leckagestellen an den Tanks für hochradioaktiv verseuchtes Wasser, die seit Anfang der Woche „lecken“ ausfindig zu machen (antiatom-fuku berichtete).

Laut unabhängigen Experten wurden in der Vergangenheit die 1060 Tanks für hochradioaktives Abwasser auf dem AKW-Gelände unzureichend beaufsichtigt. An den 350 Großtanks die jetzt undicht geworden sind, sind sogar Korrosionen zu erkennen.

                    

                               Rostige und undichte Lagertanks für hochradioaktives Wasser am AKW Fukushima dai ichi. Bild:Tepco

 

 Auch die Atomaufsichtsbehörde NRA und die Regierung sind unter Beschuss, da diese trotz aller Dringlichkeit noch immer keine brauchbare Lösung gefunden haben und in ihrer Handlungsweise eher gemächlich sind. Internationale Hilfe aus dem Ausland wird seitens der Regierung immer noch nicht angenommen, obwohl diese absolut dringend angeraten ist.

Auf internationaler Ebene machen sich immer mehr Bedenken breit, ob Japan diese fortdauernde AKW-Katastrophe überhaupt alleine bewältigen kann. Somit werden Forderungen von Umweltverbänden und weiteren Fachleuten in das Geschähen einzugreifen immer lauter.

 

21.08.2013

Undichte Tanks: Zwischenfall mit dem hochradioaktiven Wasser von INES 1 auf INES 3 hoch gestuft

Mittlerweile sind aus den Lagertanks am AKW Fukushima dai ichi etwa 300 Tonnen hochradioaktives Wasser ausgelaufen.

Tepco-Mitarbeiter entdeckten erste Pfützen an den Tanks vor zwei Tagen. Die Strahlung der entstandenen Wasserlachen liegt bei 100 mSv/h (antiatom-fuku berichtete).

Auf dem AKW-Gelände sind unterschiedlich Sorten von Tankbehältern gelagert. Möglicherweise   sind die Schweißnähte jener Tanks undicht geworden, die aus Stahlplatten zusammengeschweißt wurden sind. Von dieser Sorte Tanks stehen 350 Stück auf dem AKW-Gelände.

Der Vorfall, der auf der INES-Skala zunächst mit 1 eingestuft wurde, wurde heute auf 3 (ernster Störfall) hoch gestuft. Schon vor über einem Jahr wiesen Fachleute darauf hin, dass diese Art von Tanks im Laufe der Zeit undicht werden könnte.

Auch die Filter- und Reinigungsanlage ALPS, die etwa 60 verschiedene radioaktive Partikel aus dem hochradioaktiven Wasser herausfiltern soll, ist nicht funktionstüchtig, so dass das hochradioaktiv verseuchte Wasser zur Lagerung weiterhin in die Tanks gefüllt werden muss.

 

19.08.2013

AKW Fukushima dai ichi: Hochradioaktives Wasser tritt aus den Lagertanks

An den großen Lagertanks auf dem AKW-Gelände, in denen das hochradioaktiv versuchte Kühl- und Grundwasser gelagert wird, bilden sich jetzt lauter Pfützen, die Tepco- Mitarbeiter auf einen Rundgang entdeckt haben. Die gemessene Strahlung beträgt 50 cm oberhalb der Pfützen 100 mS/h.

Der Betreiber Tepco hält, wie er heute bekannt gab, Undichtigkeiten an den Tanks für wahrscheinlich und sucht jetzt fieberhaft nach den Austrittsstellen.

 

Weiterhin kein endgültiges Urteil bezüglich der Verwerfungslinie am AKW Ōi

Obwohl es für die heutige Konferenz definitiv vorgesehen gewesen ist, gab es wieder einmal kein endgültiges Urteil was besagt, ob die heftig umstrittene geologisch Verwerfung am AKW Ōi, Präfektur Fukui aktiv ist oder nicht.

Neben dem Betreiber Kansaidenryoku (Kepco) streitet auch ein Fachmann der Universität Kyoto die mögliche Aktivität der geologischen Verwerfung ab.

Die besagte Verwerfungslinie der Stufe F6 verläuft einmal quer über das AKW-Gelände zwischen den Reaktoren 1 + 2 und 3 + 4 und könnte bei seismischer Aktivität durch Erdbeben, die in Japan nicht selten sind erhebliche Schäden an den Reaktoren auslösen.

Auch wenn die Frage bezüglich einer Aktivität der umstrittenen Verwerfungslinie immer noch nicht geklärt ist, will die NRA aber schon mit den Überprüfungen für die Erfüllung der neuen Sicherheitsstandards, wenn auch nur unter Vorbehalt, wie es die NRA sagt, beginnen.

Derzeit laufen diese Überprüfungen an 4 AKWs und zwar an 8 Reaktoren. Die Ergebnisse dürften aber erst Anfang 2014 vorliegen.

 

18.08.2013

Antiatom-Aktion mit 1000 Luftballons in Onagawa

In der Stadt Onagawa, Präfektur Miyako in Nordjapan versammelten sich etwa 1000 Kernkraftgegner am Hafen um 1000 bunte Luftballons steigen zu lassen. An den Luftballons waren Postkarten mit einer handschriftlichen Botschaft von Kindern befestigt, die sich eine Zukunft ohne Kernkraft wünschen.

Die Luftballons symbolisieren den Weg den die radioaktive Wolke zurücklegen würde, wenn es im 7 km entfernten AKW Onagawa zu einem Super-GAU kommen würde.

Die Finder der Ballons werden gebeten die beigefügte Postkarte mit Angabe der Fundstelle zurück zu schicken.

Anhand dieser Daten will der Organisator der Weg und die Ausbreitung der radioaktiven Wolke rekonstruieren um die Gefahren der AKWs zu verdeutlichen und davor zu warnen.

 

17.08.2013

AKW Ōi: Endgültiges Urteil über geologische Verwerfung absehbar

Am Montag wird die NRA ihr endgültiges Urteil vorlegen, was dann besagen soll, ob es sich bei der am heftigsten umstrittenen Bruchzone am AKW Ōi, Präfektur Fukui sich um eine aktive oder nicht aktive geologische Verwerfungslinie handelt.

Dazu wurden letzten Monat erneut zum wiederholten Male Untersuchungen durch Fachleute der Atomaufsichtsbehörde NRA vor Ort vorgenommen (antiatom-fuku berichtete). Auch der Betreiber Kansaidenryoku (Kepco) hat seinerseits erneute Untersuchungen vorgenommen und will dann am Montag seine fürsprechenden Argumente vorlegen, die eine Nichtaktivität der Verwerfungslinie belegen sollen.

Kepco möchte das AKW Ōi nach der Revision, möglichst noch vor dem Winter wieder ans Netz nehmen. Er prophezeit wieder einmal Probleme mit der Stromversorgung für die Kansai-Region, die vor allem bei der noch anhaltenden Sommerhitze nach Abschaltung der beiden Reaktoren auftreten könnten.

Das derzeit einzige noch aktive AKW Ōi (Reaktor 3 und 4) geht im September wegen der fälligen Revision vom Netz. Somit ist Japan ab dem 15.09.2013 zum zweiten Male frei von Atomstrom (antiatom-fuku berichtete). 

Engpässe in der Stromversorgung sind laut unabhängigen Experten allerdings nicht zu erwarten, da die Sommerhitze im September nachlässt und alle anderen Regionen ebenfalls keine ernsten Stromversorgungsengpässe erlitten hatten. Sogar die Millionenmetropole Tokyo kommt schon eine ganze Weile ohne Atomstrom aus.

Der größte Peak im Stromverbrauch ist im August (überall laufende Klimaanlagen etc.), der laut ersten Vorausberechnungen gut zu meistern ist.

Eine offizielle Bestätigung der vorhandenen Aktivität der besagten Bruchzone am AKW Ōi hätte dessen Stilllegung zur Folge. Das will der Betreiber Kepco jedoch mit allen Mitteln zu verhindern.

Für das Kepco-AKW Takahama, ebenfalls Präfektur Fukui sieht es schon sehr düster aus, da die vorhandene Tsunamimauer nicht den neuen Sicherheitsanforderungen der NRA entspricht. Sie ist nicht hoch genug.

 

15.08.2013

Neue Versuche im Kampf gegen das radioaktiv verseuchte Wasser

Nach dem es nun auch der Letzte mitbekommen hat, dass das hochradioaktiv verseuchtes Grund- und Kühlwasser schon seit Beginn der Reaktorkatastrophe am AKW Fukushima dai ichi  in großen Mengen über die Reaktorkellerräume ins Meer läuft (antiatom-fuku berichtete mehrfach), arbeitet der Betreiber Tepco nun auf Hochtouren daran, dem „Wasserproblem“ Herr zu werden. Dafür werden jetzt 28 Rohre mit einer Länge von 4,6 Metern im Abstand von 2 Metern in den Boden gerammt, um das Grundwasser abzupumpen, bevor es die Küste erreicht.

Diese Arbeiten sollen bis zum 18.08.2013 abgeschlossen sein. Danach sollen täglich etwa 70 Tonnen verseuchtes Wasser abgepumpt werden, bevor es das Meer erreicht. Ein zuvor durchgeführter Probeversuch zeigte schon Erfolge.

Die tägliche Menge an verseuchtem Wasser, was ins Meer läuft könnte laut unabhängigen Experten sogar doppelt so hoch sein als offiziell angegeben.

 

14.08.2013

Resignation macht sich breit – „Wasserproblem“ unlösbar?

Auch das Wirtschaftsministerium, was nun kürzlich durch die Regierung damit beauftragt worden ist, sich um die Probleme mit dem verseuchten Wasser am AKW Fukushima dai  zu kümmern, kann sich genauso wie der Betreiber Tepco keine Lösung aus dem Ärmel schütteln.

Machtlos stehen der Betreiber Tepco, die Atomsicherheitsbehörde NRA und das Wirtschaftsministerium dem Problem, was unlösbar erscheint gegenüber.

Und während täglich 300 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser in den Pazifik laufen, streben Regierungschef S. Abe (LDP) und die Atomkonzerne eine rasche Wiederinbetriebnahme der AKWs an (antiatom-fuku berichtete).

NRA-Chef S. Tanaka hat schon angekündigt, dass er mit der (offiziellen) Einleitung von verseuchtem Wasser in den Pazifik, sofern es die festgelegten Grenzwerte nicht überschreite einverstanden wäre.

 

12.08.2013

Radioaktiv verseuchtes Wasser – Keine schnelle Abhilfe in Sicht

Weiterhin fließen etwa 300 bis 400 Tonnen verseuchtes Grund- und Kühlwasser über die hochverstrahlten Reaktorkellerräume ins Meer.

In den Reaktoren 1 bis 3 „lagern“ die zum Teil geschmolzenen Brennstäbe mit einem Gesamtgewicht von etwa 210 Tonnen. Diese Kernschmelzen haben sich bis in das Betonfundament hinein gefressen und sind höchst radioaktiv, so dass auch nach

2½ Jahren der wirkliche Zustand der Reaktoren 1 bis 3 immer noch unbekannt ist. Bekannt ist nur, dass durch den hohen Wasserdurchfluss die radioaktiven Spaltprodukte, wie zum Beispiel Plutonium (HWZ 24 000 Jahre) dort laufend „heraus gewaschen“ und ins Meer gespült werden.

Die geplante unterirdische Schutzmauer aus Chemikalien, die wie ein Eisblock wirkt und die Reaktoren 1 bis 4 umgibt (antiatom-fuku berichtete), soll dafür sorgen, dass kein Grundwasser mehr in die Reaktorkellerräume eindringt. Das Grundwasser soll an der „Eismauer“ vorbei in Richtung Meer abfließen.

Innerhalb der Eismauer ist ein Rohrsystem für den Kühlreislauf der Reaktoren und Abklingbecken geplant. Somit soll auch kein verseuchtes Kühlwasser mehr ins Meer gelangen. Allerdings  kommen diese Ideen reichlich spät und auch die Bauarbeiten werden einige Zeit in Anspruch nehmen.

Die Kosten, die wie das Wirtschaftsministerium mitteilte durch den Staat, also durch den Steuerzahler getragen werden sind nach Schätzungen unabhängiger Experten deutlich höher als von Tepco angegeben und belaufen sich voraussichtlich auf € 20 bis 30 Mrd.

     

Plan der beginnenden Bauarbeiten der Eismauer.

Links: Schematische Darstellung der Wege, die das Grundwasser (rosa Pfeile), was von der Bergseite kommt (blaue Pfeile) und vorbei an der geplanten Eisbarriere (rote Umrandung), die die Reaktoren 1 bis 4 umschließt über einen Bypass zum Meer fließt.

Rechts: Kühlkreislauf (innerhalb der Eismauer) für die Reaktoren 1 bis 4. Das verseuchte Kühlwasser kann somit nicht mehr ins Meer gelangen. 

Bildquelle: Tepco. Deutsche Beschriftung: antiatom-fuku 

 

Extrem hohe Tritium-Werte in Wasserproben am AKW Fukushima dai ichi

Wasserproben aus einem neuen Bohrloch, was am 07.08.2013 vor Reaktor 1, etwa 4 Meter von der Küste entfernt geschaffen worden ist, ergaben am 08.08. einen Tritium-Wert von 23 000 Bq/l und am 11.08. einen Wert von 34 000 Bq/l. Wie diese steigende Tendenz zu Stande kommt, konnte der Betreiber Tepco jedoch nicht erklären.

 

08.08.2013

AKW Fukushima dai ichi: Größere Barriere soll verstrahltes Wasser zurückhalten

Um das radioaktiv verseuchte Wasser vom Meer fern zu halten, plant der Atomkonzern Tepco nun eine größere unterirdische Barriere um die vier havarierten Reaktoren des AKWs Fukushima dai ichi zu installieren. Diese Barriere soll 30 Meter tief in die Erde reichen und die Reaktoren 1 bis 4 umschließen.

Diese Bauarbeiten werden jedoch einige Zeit in Anspruch nehmen und voraussichtlich bis 2014 dauern.

In Anbetracht, das täglich etwa 400 Tonnen radioaktiv verstrahltes Wasser in den Pazifik laufen (antiatom-fuku berichtete), ist das ein sehr langer Zeitraum für eine äußerst eilige Notfallmaßnahme.

Ministerpräsident Abe (LDP), der jetzt auch „schon gemerkt“ hat, das der Betreiber der havarierten Anlage Tepco die Probleme am AKW Fukushima dai ichi nicht alleine bewältigen kann, kündigte nun an, dass die Regierung nun eingreifen wolle um Tepco zu unterstützen.

Die laufenden Kosten der AKW-Havarie, die Tepco ohnehin nicht alleine stemmen kann, werden eh schon über den Steuerzahler finanziert. Dazu sollen auch die Mehrwertsteuern schrittweise erhöht werden, was allerdings nicht so verdeutlicht wird. Die Kosten für den geplanten Schutzwall, der in den Boden eingebracht werden soll belaufen sich nach Schätzungen von Tepco auf € 300 Mio.

Seltsamer Weise beauftragte die Regierung dazu allerdings das Wirtschaftsministerium und nicht das Umweltministerium. Vermutlich war die enge und gut funktionierende Beziehung des Wirtschaftsministeriums mit der Atomindustrie für diese Entscheidung ausschlaggebend. Somit ist jetzt das Wirtschaftsministerium für die Bewältigung der Umweltprobleme, die das AKW verursacht zuständig. Unabhängige Experten vermuten, dass eine Übernahme dieser Aufgabe durch das Umweltministerium das Image der Atomlobby zu sehr schaden könnte.

 

05.08.2013

Japan Rail (JR) ermöglicht bald S-Bahn-Verbindung bis tief in die Sperrzone

Küstennahe Bahnstrecken, die durch den Tsunami vor gut zwei Jahren zerstört worden sind, wurden zum größten Teil wieder instand gesetzt. Jetzt soll auch die unterbrochene  

S-Bahnstrecke der Joban-Linie, die ursprünglich von Tokyo entlang der Küste, also auch an den AKWs Fukushima dai ni und dai ichi vorbei bis nach Sendai führt, weitgehend wieder hergestellt werden.

Seit Einrichtung der 20 km-Sperrzone endete diese Bahnverbindung im Ort Hirono, der direkt an der Grenze zur Sperrzone liegt.

 

Da die Regierung seit Mai 2013 die Sperrzone neu eingeteilt hat (antiatom-fuku berichtete), sollen ab 2014 auch evakuierte Einwohner aus einigen Orten nahe dem AKW Fukushima dai ni wieder zurückkehren. Darauf reagierte auch die Japan Rail (JR), die ihren Kunden wieder eine Bahnanbindung „ermöglichen möchte“.

Somit wird ab dem Frühjahr 2014 der 8,5 km lange Streckenabschnitt nach Abschluss der Instandsetzungsarbeiten wieder frei gegeben. Dieser ragt tief in die Sperrzone hinein bis nach Tatsuda. Von dort aus sind es nur noch zwei km bis zum AKW Fukushima dai ni und somit auch nur noch 14 km bis zum havariertem AKW Fukushima dai ichi.

 

Unabhängige Experten und viele Bürger haben jedoch große Bedenken bezüglich der Rückführung, da in diesen Bezirken, trotz der Dekontaminierungsversuche weiterhin hohe Strahlenwerte herrschen, die mit der Gesundheit nicht vereinbar sind.

 

04.08.2013

Reaktor 3: Kein weiterer Dampfaustritt mehr feststellbar

Der Dampf, der seit dem 18.07.2013 aus Reaktor 3 am havariertem AKW Fukushima dai ichi austrat und am 24.07. zunächst sistierte und dann aber noch intermittierend sichtbar war, ist seit heute nach Angaben von Tepco erloschen. Die Entstehungsursache des Dampfes war zunächst nicht genau zuzuordnen. Eine mögliche Kritikalität der bereits zum Teil geschmolzenen Brennelemente wurde jedoch ausgeschlossen.

Laut dem Betreiber Tepco ist der Dampf durch Stickstoffgas, was sich im Reaktor befindet und durch eingedrungenes Regenwasser, was mit dem Stickstoffgas verdampfte entstanden (antiatom-fuku berichtete). Die Radioaktivität sei laut Tepco nicht angestiegen.

 

02.08.2013

Täglich gelangen viele Billionen Bq radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer

Weiterhin gelangt täglich radioaktiv verseuchtes Wasser aus dem havarierten AKW Fukushima dai ichi ins Meer und Tepco wird der Sache nicht Herr.

Seit Mai 2011 ist der Gehalt an Tritium, was hochradioaktiv ist und Tag für Tag ins Meer läuft um 20 bis 40 Billionen Bq angestiegen.

Neben dem Tritium gelangen auch Strontium, Cäsium, sowie weitere hochradioaktive Stoffe vor dem havarierten AKW ins Meer und belasten Fische und Meeresfrüchte.

 

01.08.2013

Der Countdown läuft – Japan ist bald wieder atomstromfrei

Das AKW Ooi, Präfektur Fukui, das einzige AKW, was zur Zeit am Netz ist, geht im September in die Revision. Diese ist für alle 13 Monate gesetzlich vorgeschrieben.

Somit wird Japan zum zweiten male seit Beginn der Kernenergie frei von Atomstrom.

Zuerst soll ab dem 02. September der Reaktor 3 und ab dem 15. September der Reaktor 4 heruntergefahren werden.

Hierfür hat der Betreiber Kepco auch schon bei der Atomaufsichtsbehörde NRA einen Antrag auf Überprüfung der beiden Reaktoren zur Entsprechung der neuen Sicherheitsstandards für die Wiederinbetriebnahme eingereicht.

Bezüglich der zum Teil aktiven geologischen Verwerfungen gehen die Meinungen von Kepco, NRA und unabhängigen Experten jedoch weiterhin auseinander.

Sicher ist jedenfalls, dass nach Abschaltung der beiden Reaktoren die Stromversorgung weiterhin gewährleistet ist. Jetzt bleibt nur noch die Frage, wie lange die atomfreie Zeit bei energiepolitisch schwierigen Zeiten anhalten wird.

 

Juli 2013

 

31.07.2013

Steigender Grundwasserspiegel am AKW Fukushima dai ichi wird zur Gefahr

Seit dem Frühjahr kämpft der Betreiber Tepco mit dem „Wasserproblem“ am AKW Fukushima dai ichi. Auch die nun geschaffene Schutzbarriere aus Chemikalien, die in den Boden entlang der Küste des AKWs eingebracht worden ist und das Grundwasser davon abhalten soll ins Meer zu laufen (antiatom-fuku berichtete), scheint fehlgeschlagen zu sein. Das Wasser kommt weiterhin aus Richtung der Anhöhe und fließt durch die Reaktorkeller, Verbindungstunnel, wo es noch stärker radioaktiv verseucht wird zum Meer.

Durch die chemische Barriere im Boden steigt nun der Grundwasserspiegel, so dass im schlimmsten Fall das hochradioaktiv verseuchte Wasser an die Erdoberfläche tritt.

 

Eine entsprechende Meldung an die Atomaufsichtsbehörde NRA hat Tepco jedoch unterlassen. Denn zur Zeit sind sämtliche Probleme am AKW Fukushima dai ichi für den Atomkonzern Tepco äußerst unerwünscht, da der Konzern die Genehmigung für die Wiederinbetriebnahme des AKWs Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata sehr stark anstrebt.

Gespräche durch Tepco mit der Präfekturverwaltung von Niigata sind jedoch gescheitert. Auch die Hilfestellung eines Ministers der regierenden LDP zeigen keine „Erfolge“. Der Präfekturgouverneur H. Izumida lehnt eine Überprüfung durch die NRA zur Wiederinbetriebnahme des AKWs Kashiwazaki Kariwa weiterhin ab.

Er findet nicht nur die Kontrollen der NRA unzureichend, sondern auch Ignoranz der Atomlobby nicht mehr hinnehmbar, zumal sich die Präfektur Fukushima in direkter Nachbarschaft befindet.

 

29.07.2013

Fraglicher Dampf aus Reaktor 3 ist wahrscheinlich gasförmiger Stickstoff

Laut dem Betreiber Tepco gibt es nun eine Erklärung für den fraglichen Dampf, der letzte Woche zeitweise aus dem Reaktor 3 am havariertem AKW Fukushima dai ichi ausgetreten ist (antiatom-fuku berichtete). Dieser Dampf war bis dato nicht eindeutig zuzuordnen und wurde am ehesten für Wasserdampf, der durch eingedrungenes Regenwasser entstanden ist gehalten.

Jetzt liegt nach Angaben von Tepco jedoch die Vermutung nahe, das es sich hierbei um gasförmigen Stickstoff handeln könnte, der mit Wasserdampf in Kontakt gekommen ist.

 

Eine Kritikalität der zum Teil geschmolzenen Brennelemente im Reaktorkern liegt laut Tepco ebenfalls nicht vor, da es keinerlei Probleme mit der Kühlung gab. Auch ein erhöhter Strahlenaustritt sei nicht verzeichnet wurden.

Allerdings wurden in den vergangenen Tagen in einigen Gebieten Nordjapans, wie zum Beispiel Akita, Niigata, Yamagata und weiterer Präfekturen eine stundenweise erhöhte ODL registriert.

 

28.07.2013

Erneute Diskussionen um die aktiven geologischen Verwerfungen am AKW Ōi

Zum wiederholten Male laufen am AKW Ōi, Präfektur Fukui Untersuchungen der japanischen Atomaufsichtsbehörde NRA, wodurch die geologischen Verwerfungslinien, die quer durch das Gelände verlaufen erneut eingeschätzt bzw. „wegdiskutiert“ werden sollen.

Die Reaktoren 3 und 4 am AKW Ōi, Betreiber Kansaidenryoku (Kepco) sind die einzigen der insgesamt noch 50 vorhandenen Reaktoren, die derzeit in Betrieb sind, aber ab September wegen der fälligen Wartung vom Netz gehen (antiatom-fuku berichtete).

 

Laut dem beauftragten NRA-Expertenteam unter der Leitung von Shimazaki wird derzeit jene Verwerfung, die von Nord nach Süd quer über das AKW-Gelände zwischen den Reaktorpaaren 1 + 2 und 3 +4 verläuft neu untersucht. Unter anderem ist man sich über die Gesamtlänge der aktiven Verwerfungslinie, die mitentscheidend für das Schicksal des AKWs sein könnte, noch nicht einig.

Schon in der Vergangenheit gab es Unstimmigkeiten bezüglich der geologischen Verwerfungen, die laut dem Betreiber Kepco keine Gefahr für den AKW-Betrieb darstellen. Laut der NRA können weitere Untersuchungen erst nach Abschaltung der Reaktoren 3 und 4 erfolgen, wodurch eine endgültige Entscheidung erst ab September zu erwarten ist. Unter Umständen, was auch wahrscheinlich ist, könnte das, vor allem auch aufgrund der seit Juli geltenden neuen Sicherheitsstandards für kerntechnische Anlagen das endgültige Aus für die Reaktoren 3 und 4, wenn nicht sogar für das gesamte AKW bedeuten.

Allerdings wird weiterhin fleißig versucht, die vorhandenen aktiven Verwerfungen „weg zu diskutieren“.

 

27.07.2013

Über 2,3 Mrd. Bq/l hochradioaktives Cäsium im Wasser der Reaktorkellerräume

Aus dem radioaktiv verseuchtem Wasser am AKW Fukushima dai ichi, was täglich tonnenweise durch die Reaktorkellerräume in Richtung Meer läuft (antiatom-fuku berichtete mehrfach), hat der Betreiber Tepco erneut Proben entnommen. Die Messergebnisse für das hochradioaktive Cäsium137 und Cäsium134weisen mit über 2,3 Mrd. Bq/l erschreckend hohe Werte an Radioaktivität auf! Diese Proben wurden aus dem „Brackwasser“, was sich im Verbindungstunnel zwischen den Kellerräumen der Reaktoren 1 und 2 und dem küstenseitig gelegenen Turbinengebäude angesammelt hat, entnommen.

Ähnliche Rekordwerte wurden auch im April 2011, einen Monat nach dem Super-GAU erreicht. Seit dem gelangt täglich radioaktiv verseuchtes Wasser, mal mehr mal weniger in den Pazifik.

 

Die örtlichen Fischereigenossenschaften, Fischer und Bürger bleiben, wie sich in den vergangenen Tagen bei einer erneuten Konferenz mit dem Atomkonzern Tepco zeigte weiterhin skeptisch. So waren Tepcos Versuche das „Wasserproblem“ zu beschwichtigen und die Fischer zu beruhigen vergebens.

Wie die aktuellen Wasserproben wieder einmal zeigen ist diese Skepsis allerdings zu Recht angebracht.

 

24.04.2013

Barriere aus Chemikalien soll am AKW Fukushima dai ichi den Austritt von radioaktivem Wasser ins Meer verhindern

Um das das ständig nachlaufende radioaktiv verseuchte Grundwasser daran zu hindern ins Meer abzufließen, hat der Energiekonzern Tepco damit begonnen eine Chemikalie über Bohrlöcher in den Boden einzubringen. Diese besteht aus zwei Komponenten und bindet innerhalb kürzester Zeit ab. Dadurch wird eine Barrierewand zwischen den Reaktoren und dem Hafenbecken des AKWs geschaffen. Die Arbeiten hier für sollen bis Mitte August abgeschlossen sein.

 

Diese „Mauer im Boden“ soll dann wie eine Glaswand wirken und dadurch den Übertritt des verseuchten Grundwassers, was aus den hochradioaktiv verseuchten Reaktorkellerräumen kommt, ins Meer verhindern.

 

Auch wenn Tepco stets bemüht ist das immer größer werdende Problem mit dem verseuchten Wasser für eine Schadensbegrenzung zu sorgen, muss man sich jedoch bei der jetzigen Maßnahme fragen, ob das Wasser sich nicht nach Fertigstellung dieser Barriere einen anderen Weg bahnt. Denn mit der Barriere ist die Ursache (die „Quelle“) nicht behoben. Das Grundwasser wird weiterhin nachlaufen.

 

22.07.2013

Keiner Lichtblick: Antiatom-Aktivist erlangt Sitz im Oberhaus

Der bekannte Schauspieler und Antiatom-Aktivist Taro Yamamoto (34) erzielte großen Erfolg bei der gestrigen Oberhauswahl. Er erlangte als unabhängiger Kandidat im Wahlbezirk Tokyo die drittmeisten Stimmen und somit einen Sitz im Oberhaus.

 

Als sich der Schauspieler T. Yamamoto nach der Reaktorkatastrophe für den Atomausstieg und für das Wohl der Kinder in Fukushima einsetzte und sich kritisch über die Stromkonzerne äußerte, bekam er immer weniger Aufträge durch die öffentlich rechtlichen Fernsehsender. Jetzt hat er einen Sitz im Oberhaus erlangt und kann jetzt als Politiker durchstarten, was in politisch schwierigen Zeiten als positiver Ansatz zu werten ist.

Nach dem endgültigen Endergebnis erhält die regierende LDP 74 der 121 neu zu besetzenden Sitze im Oberhaus.

 

Die Vorgängerregierung DPJ unter Exministerpräsident Y. Noda, die schon im Dezember bei der vorgezogenen Unterhauswahl haushoch verlor (antiatom-fuku berichtete), scheiterte auch bei der gestrigen Oberhauswahl kläglich. Die DPJ erreichte nur 15 Sitze. Die japanischen Grünen schafften noch keinen Sitz bei dieser Oberhauswahl.

 

21.07.2013

Oberhauswahl: Wieder ein Siegeszug für Ministerpräsident Abe

Das vorläufige Endergebnis der Oberhauswahl, bei der die Hälfte der 242 Sitze neu vergeben wurden sind liegt vor. Dem nach hat die regierende LDP nun eine deutliche Mehrheit im Oberhaus erreicht und somit freie Handhabe für die Beschließung neuer Gesetze, was vorher aufgrund der Mehrheit der Opposition im Oberhaus nicht so einfach möglich gewesen ist. Ein zusätzlicher Freiraum für politische Gestaltung kommt für Ministerpräsident Abe noch hinzu, da in den nächsten 3 Jahren keine weiteren Wahlen anstehen.

 

Bei der jetzigen Oberhauswahl wurden 121 der vorhandenen 242 Sitze, also die Hälfte neu belegt. Nach dem vorläufigen Endergebnis erreichten die LDP und dessen Koalitionspartner Kometo 72 der 121 neu zu besetzenden Sitze. 63 Sitze hätten hier schon ausgereicht um eine Mehrheit zu erzielen.

 

In Anbetracht der jetzigen Wahlergebnisse befürchten Kritiker allerdings, das Ministerpräsident S. Abe (LDP), der neben der USA militärpolitisch stärker in den Vordergrund rücken möchte den Artikel 9 in der Nachkriegsverfassung von 1946 ändern wird und sich somit die Spannungen zu Nordkorea und China verschärfen könnten.

Zudem hoffen noch sehr viele Japaner auf eine langfristige Besserung der wirtschaftlichen Lage mit Reduzierung der Staatsverschuldung, einer Besserung am Arbeitsmarkt und einer Beendigung der seit zwei Jahrzehnten anhaltenden Deflation.

Leider rückt hierdurch die Energiepolitik, wie auch schon bei den Unterhauswahlen im Dezember 2012 in den Hintergrund. Denn es darf nicht vergessen werden, dass die unter S. Abe regierende LDP einen Wiedereinstieg in die Kernenergie anstrebt, die hier wahrscheinlich nicht nur für die Nutzung ziviler Zwecke gedacht ist.

 

18.07.2013

Austritt von Wasserdampf aus Reaktor 3 am AKW Fukushima dai ichi

Arbeiter bemerkten heute früh einen Austritt von Dampf, vermutlich Wasserdampf am Reaktor 3. Laut dem Betreiber Tepco ist die Konzentration des radioaktiven Cäsiums im Dampf nicht höher als in der Umgebungsluft. Hierzu erklärte Tepco, dass der Dampf durch eingedrungenes Regenwasser, was auf den noch heißen Reaktorbehälter getropft und verdampft ist, entstanden ist. Siehe folgendes Video des Nachrichtensenders Kyodo.

Schon im letzten Jahr wurden solche Dampfaustritte am Reaktor 3, der mit MOX-Brennelementen bestückt ist festgestellt.

 

15.07.2013

Umfragewerte zur Atompolitik

Anlässlich der jetzigen Oberhauswahlen hat die Tageszeitung „Asahi Shinbun“ eine telefonische Umfrage durchgeführt. Dem nach lehnen 59% der Befragten die derzeitige Atompolitik von Ministerpräsident Abe (LDP) und die Wiederinbetriebnahme der AKWs ab.

27% befürworten Abes Atompolitik, was im Vergleicht zur vorherigen Umfrage einen leichten Anstieg bedeutet.

Auch die Anzahl der Befragten, die einen Export der japanischen Nukleartechnologie ins Ausland befürworten ist laut einer Umfrage der Asahi Shinbun von Juni um das Doppelte, also auf 24% angestiegen.

 

Während die LDP anlässlich der jetzigen Oberhauswahl in sämtlichen, vor allem dicht besiedelten, also in den „relevanten“ Wahlbezirken vertreten ist und „Bürgernähe“ zeigt, sieht man in den Siedlungen der Übergangshäuser der Tsunamiopfer und vor allem in der Präfektur Fukushima niemanden der LDP. Gerade dort ist der Gesprächsbedarf am größten, was für die atombefürwortenden LDP eher zu unbequem sein dürfte.

 

Statt dessen präsentiert sich die regierende LDP lieber im Internet und sammelt fleißig „likes“ bei Facebook und Twitter.

 

Iwaki: Baden im Meer laut Behörden unbedenklich

Trotz der Nähe von etwa 40 km zum havariertem AKW Fukushima dai ichi laden Iwakis Strände wie auch im letzten Sommer zum baden ein. Während letztes Jahr nur der südliche Strand erlaubt war, gaben die Behörden jetzt auch den nördliche Teil zum baden frei.

Obwohl es offensichtlich ist, dass am havariertem AKW Fukushima dai ichi, was nur etwa 40 km nördlich von Iwaki liegt, seit Wochen radioaktiv kontaminiertes Wasser ins Meer gelangt, sehen die Behörden keinerlei Bedenken für die Küste von Iwaki.

Auch die anwesenden Badegäste sehen das alles recht locker. So macht sich auch ein 38 jähriger Angestellter, der mit seinem 3 jährigen Sohn im Wasser planscht keine Sorgen wegen der Strahlung, die er jedoch stets im Auge behalten würde.

 

14.07.2013

Erneute Skandale wegen unsachgemäßer Entsorgung radioaktiver Abfälle

In der Präfektur Fukushima wurden wieder einmal Dekontaminierungsfirmen dabei ertappt, wie dessen Arbeiter radioaktiv kontaminierte Abfälle, hier dieses mal radioaktives Abwasser in Flüssen entsorgten. Schätzungen zur Folge gelangten somit 430 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser, was durch Reinigungsarbeiten, wie das Abspritzen von Flächen etc. verseucht worden ist in landwirtschaftlich genutzten Flüssen.

 

Unsachgemäße Entsorgungen radioaktiv verseuchter Abfälle wie Laub, Dreck, Erdreich etc., was zum Teil auch auf Anordnung von Teamleitern, Firmenleitungen erfolgte, sind in den vergangenen Monaten schon häufiger vorgekommen. Aufgrund dieser Vorfälle wollte das Umweltministerium eigentlich schärfere Kontrollen durchführen und härter durchgreifen (antiatom-fuku berichtete).

 

12.07.2013

Massiver Anstieg von Strontium90 am AKW Fukushima dai ichi

Im Vergleich zu Dezember 2012 sind die Werte radioaktiver Partikel im Grund- und Meerwasser am AKW Fukushima dai ichi bis Mai 2013 massiv angestiegen.

Das Strontium90 im Meerwasser vor der Küste des AKWs ist innerhalb dieser Zeit sogar um das 100 fache angestiegen. Das Tritium stieg um das 15 fache und weitere Radionuklide sind ebenfalls sowohl im Grundwasser als auch im Meer vor dem AKW auf dem aufsteigenden Ast.

 

Weiterhin durchlaufen täglich 400 000 Tonnen Wasser, aus dem Grundwasser und der undichten Reaktorkühlung kommend die Reaktorkellerräume und werden dort noch stärker radioaktiv verseucht. Von dort aus gelangt es zum Teil ins Meer. Weiteres Wasser wird schon vor dem Erreichen der Kellerräume über die vorhandenen Bohrlöcher abgepumpt, in Tanks gefüllt bzw. behelfsmäßig dekontaminiert (antiatom-fuku berichtete).

 

09.07.2013

AKW Fukushima dai ichi: Die Radioaktivität steigt mit jeder Wasserprobe

Am havarierten AKW Fukushima dai ichi steigt die Radioaktivität des Grundwassers immer weiter. Nach Analyse aktueller Wasserproben, die der Betreiber Tepco am heutigen Dienstag aus einem Bohrloch vor dem Turbinengebäude von Reaktor 2 entnommen hat, wurde im Vergleich zur Probe von gestern festgestellt, dass der Gehalt an Cäsium134 von 9 000 auf

11 000 Bq/l Wasser angestiegen ist. Das Cäsium137 ist leicht von 18 000 auf 22 000 Bq/l Wasser angestiegen.

 

07.07.2013

AKW Fukushima dai ichi: Tritiumgehalt im Wasser steigt an

Nach Auswertung erneuter Wasserproben vom 05.07.2013 am AKW Fukushima dai ichi wurde ein Gehalt an hochradioaktiven Tritium von 600 000 Bq/L festgestellt. Das Bohrloch, aus dem die Proben entnommen wurden, ist nur 4 Meter vom Meer entfernt. Der Tritiumgehalt im Wasser zeigt eine weiter steigende Tendenz. Und der Verdacht, dass  das Grundwasser, was in die Reaktorkeller läuft, wo es mit radioaktiven Partikeln stark kontaminiert wird und dann ins Meer abfließt wird ebenfalls immer deutlicher.

 

Tepco drängt auf einen schnellst möglichen  Neustart seiner AKWs

Der Firmenchef N. Hirose des Energiekonzerns Tepco, der auch das havarierte AKW Fukushima dai ichi zu verantworten hat, drängt auf eine rasche Begutachtung und Genehmigung seiner noch verbliebenen AKWs. Hierzu ist sich Hirose auch ziemlich sicher, das er die Genehmigung durch die Atomaufsicht NRA für das AKW Kashiwazaki Kariwa erhalten wird, da das Kraftwerk seiner Meinung nach allen geforderten Sicherheitsbedingungen entspricht.

 

Der jetzige Firmenchef N. Hirose will mit der Wiederinbetriebnahme seiner AKWs den Ankauf von Öl und Gas reduzieren und verspricht sogar, den Konzern bis zum Ende des Geschäftsjahres im März 2014 aus den roten Zahlen zu führen. Das er hierzu auch die baldige Wiederinbetriebnahme des AKWs Fukushima dai ni in der Sperrzone anstrebt, hat er bisher noch nicht offiziell verkündet.

„Eile“ ist deshalb geboten, da die Banken allmählich auf Rückzahlung der Kredite drängen.

 

In der Hoffnung auch die notwendige Genehmigung der Präfektur Niigata, wo sich das AKW Kashiwazaki Kariwa befindet zu erhalten, führte er Gespräche mit dem Präfekturgouverneur H. Izumida und weiteren Lokalpolitikern vor Ort.

Allerdings sind diese überhaupt nicht gut auf Tepco zu sprechen, da es laufend neue Zwischenfälle im havariertem AKW Fukushima dai ichi gibt und die gesamte Informationspolitik des Konzerns zu wünschen übrig lässt. Eine Situation, die auch in der lokalen Bevölkerung nicht gerade auf Vertrauen stößt.

Nur die Regierung unter S. Abe (LDP) befürwortet Hiroses Vorhaben.

 

Der Energiekonzern Tokyodenryoku (Tepco), der im März 2011 nach der Havarie im AKW Fukushima dai ichi im Folgemonat quasi insolvent war, wenn der Staat den Konzern nicht künstlich am Leben erhalten hätte, hatte wie die meisten anderen großen Stromkonzerne auch hauptsächlich auf Atomkraft gesetzt und nie in erneuerbare Energien investiert.

 Ein Versäumnis, was sich jetzt besonders rächt, zumal Tepco, bzw. der Steuerzahler  aufgrund der AKW-Havarie besonders hohe Kosten zu stemmen hat.

Somit sind auch die Versprechen des Firmenchefs N. Hirose selbst im Falle einer Wiederinbetriebnahme der beiden noch verbliebenen AKWs eher utopisch.

 

04.07.2013

Ratte im AKW Fukushima dai ni

Wieder wurde eine Ratte an einer Schalttafel im AKW entdeckt. Allerdings passierte es dieses Mal im AKW Fukushima dai ni (Nr. 2). Dort stellten Arbeiter Unregelmäßigkeiten an einer mobilen Notstromversorgungseinheit fest und fanden dort eine Ratte, die an einer Schalttafel schon Kabel beschädigt hatte.

 

Größere Schäden konnten hier jedoch vermieden werden, während es im März im AKW Fukushima dai ichi zum Stromausfall der gesamten Kühlung für die Brennelemente kam, als eine Ratte einen Kurzschluss verursachte (antiatom-fuku berichtete).

 

02.07.2013

Tepco beantragt Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme zweier Reaktoren

Der Energiekonzern Tepco, der auch das havarierte AKW Fukushima dai ichi zu verantworten hat, beantragte nun bei der Atomsicherheitsbehörde NRA eine Erlaubnis zur Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 6 und 7 des AKWs Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata. Auf der heutigen Pressekonferenz betonte Geschäftsführer von Tepco Naomi Hirose, dass man aus der Reaktorkatastrophe gelernt und die anvisierten Reaktoren 6 und 7 am AKW Kashiwazaki Kariwa besonders sorgfältig überprüft hätte.

 

Ein Antrag für das AKW Fukushima dai ni (Nr. 2), was nur 12 km vom havariertem AKW Fukushima dai ichi (Nr. 1) entfernt liegt, ist ebenfalls geplant, wurde jedoch noch nicht offiziell beantragt.

 

Wird dem Antrag statt gegeben, erfolgt eine Sicherheitsüberprüfung nach den neuen Standards der NRA, die nächste Woche in Kraft treten. Diese Prüfung kann bis zu sechs Monate in Anspruch nehmen (antiaton-fuku berichtete).

 

Das Aus für das AKW Ooi besiegelt

Das einzige sich in Betrieb befindliche AKW Ooi, was im Herbst wegen Wartung vom Netz geht, darf hinterher definitiv nicht mehr angefahren werden.

Grund sind vor allem aktive geologische Verwerfungen die zum Teil unterhalb der Reaktoren verlaufen und durch den Betreiber Kansaidenryoku weiterhin vehement abgestritten werden.

Paradoxer Weise darf das AKW allerdings noch bis zum Wartungszeitpunkt weiterlaufen.

 

 

Juni 2013

 

30.06.2013

Weiter steigende Strontium-Werte in Wasserproben

Wasserproben, die aus Bohrlöchern vor den Reaktoren des AKWs Fukushima dai ichi entnommen worden sind, weisen neben weitern Nukliden auch ansteigende Strontium90-Werte, die bei 3000 Bq/l liegen auf. Da die Bohrlöcher, aus denen die Proben stammen nur 6 Meter von der Küste entfernt sind, ist ein Übertritt des radioaktiv verseuchten Grundwasser ins Meer sehr wahrscheinlich. Die Radioaktivität des Wassers im Hafenbecken des AKWs steigt laufend an und gelangt ebenfalls, was sich nicht verhindern lässt ins Meer. 

 

Neues Quartier und Zentrale für AKW-Mitarbeiter

Die Mitarbeiter des AKWs Fukushima dai ichi, die seit der Reaktorkatastrophe bis jetzt das Sportzentrum ,,J-Village" am Rande der Sperrzone als Verwaltungszentrale genutzt hatten erhalten nun ein neues Gebäude, was jetzt fertig gestellt worden ist.

Hier ziehen sich die Arbeiter um, die Ganzkörperstrahlenmessung ist genauer und die Koordinationszentrale ist laut dem Betreiber Tepco besser organisiert.

 

Oberhauswahl sehr wichtig und richtungsweisend

Die Oberhauswahl, die nächste Woche statt findet, wird sehr richtungweisend für die japanische Energie- und Wirtschaftspolitik sein. Kommunalwahlen, wie zum Beispiel in der Präfektur Shizuoka haben schon gezeigt, dass der Atomkurs der Regierung beim Großteil der Bevölkerung nicht erwünscht ist (antiatom-fuku berichtete). Dennoch lassen sich noch zahlreiche Bürger von Ministerpräsident Abes Wirtschaftspolitik mit dem künstlich forcierten Entgegenwirken der Deflation des japanischen Yens beeindrucken, was laut unabhängigen Experten auf längere Sicht nicht funktionieren wird.

So bleibt zu hoffen, das nach der Oberhauswahl eine Richtungsänderung in der Energiepolitik eingeleitet werden kann. Es ist allerdings schwierig, da die Oppositionspartei DPJ zum Teil ebenfalls sehr atompolitisch orientiert ist.

  

27.06.2013

20 MOX-Brennelemente aus Frankreich angekommen

Heute ist das Schiff mit 20 MOX-Brennelementen, (Mischung aus Plutonium und Uran) für für den Atomkonzern Kansaidenryoku (Kepco) im Hafen des AKWs Takahama, Präfektur Fukui angekommen. Mit den 20 MOX-Brennelementen soll Reaktor 3 bestückt werden.

Das Schiff mit der MOX-Lieferung hatte den Hafen der Wiederaufbereitungsanlage in La Hague, Frankreich bereits Mitte April verlassen und war etwa 2 Monate unterwegs (antiatom-fuku berichtete). Damals wurde die Route des Schiffes geheim gehalten und die Anzahl der zu transportierenden MOX-Brennelemente war ebenfalls nicht bekannt.

 

AKW Fukushima dai ichi: Vermehrt Tritium in Wasserproben festgestellt

Bei der Auswertung der Wasserproben, die der Betreiber Tepco im Hafenbecken des AKWs Fukushima dai ichi entnommen hatte wurden im Vergleich zur vorherigen Probenentnahme, die nur ein paar Tage vorher erfolgte, ein deutlicher Anstieg der Tritiumwerte festgestellt.

Tritium ist ein hochradioaktives Gift, was sogar durch Stahl diffundiert; also somit problemlos aus geschlossenen Tanks entweichen kann.

 

Hoffnung Oberhauswahl

Trotz der Reaktorkatastrophe im eigenen Lande bleibt die Regierung weiterhin auf Atomkurs. Allerdings kommen hier und dort allmählich Zweifel innerhalb der Regierungspartei auf, ob dieser Kurs, der sich sehr deutlich für den Fortbestand der Kernenergie ausspricht der Richtige ist. Denn immer mehr Leute, wie man den Umfragewerten entnehmen kann verlieren das Vertrauen in den Regierungschef S. Abe (LDP).

Auch bei den erst kürzlich durchgeführten lokalen Wahlen in der Präfektur Shizuoka, bei denen das örtliche AKW Hamaoka Hauptthema gewesen ist, hat die regierende LDP schlecht abgeschnitten. Und in der Präfektur Fukui mehren sich ebenfalls die Stimmen gegen einen Neustart der AKWs.

 

Dem nach könnte die kommende Oberhauswahl in Juli eine Änderung in der Energiepolitik bewirken und den Atomkurs der Regierung schwächen.

 

24.06.2013

Regierung sieht Erfolge in der Dekontaminierung von Wohngebieten

Die Dekontaminierungsmaßnahmen zur Senkung der Radioaktivität sind laut der Regierung erfolgreich. So wurde jetzt der Ort Miyakoji, der in der ursprünglichen 20 km Sperrzone liegt durch die Regierung als „erfolgreich dekontaminiert“ erklärt. Ab August 2013 sollen nach Plänen der Regierung die ehemaligen Einwohner dort hin zurückkehren. Die Strahlung konnte durch die Dekontaminierung zwar bis zu 50% gesenkt werden, dennoch ist sie mit Werten von 0,3 bis 0,5 µSv/h immer noch viel zu hoch. Bei diesen Werten gilt das Gebiet als „leichtgradig“ verstrahlt! Ein „normaler“ Wert liegt bei etwa 0,045 bis 0,12 µSv/h.

 

Regierung will Abwanderung bremsen und Normalität suggerieren

Seit der Reaktorkatastrophe haben etwa 60 000 Einwohner die Präfektur Fukushima aus Sorge wegen der hohen Strahlung verlassen. Diesen Trend versuchen Regierung und atomorientierte Lokalpolitiker durch Verharmlosung der Gesundheitsgefahren und mit dem Versuch die Leute an der Abwanderung zu hindern entgegen zu wirken.

Über die bewusste Standortwahl Fukushima zur Durchführung von Großveranstaltungen im Freien soll Normalität erzwungen werden. So fanden erst kürzlich auch Sportveranstaltungen mit vielen Kindern in Fukushima City statt.

 

Geschickte Redner der Regierungspartei LDP, wie letzte Woche in Kobe auf einer öffentlichen Veranstaltung, versuchen die Bevölkerung von der Atomenergie und den Plänen der Wiederinbetriebnahme der AKWs zu überzeugen. Hierbei werden die Folgen der Reaktorkatastrophe verharmlost und die angebliche Notwendigkeit der AKWs betont.

Allerdings kommt an verschiedenen Stellen innerhalb der Regierungspartei LDP auch Skepsis von Regierungsmitgliedern auf, die über die Richtigkeit des harten Atomkurses gegen den Willen der Bevölkerung nicht mehr so richtig überzeugt sind.

 

23.06.2013

Den Atomkonzernen dauern die NRA-Sicherheitstests der AKWs zu lange

Nach Meinung der Atomkonzerne dauern die neuen Sicherheitsüberprüfungen der Atomaufsichtsbehörde NRA zur Ermittlung der neuen (strengeren) Sicherheitsstandards an den AKWs zu lange. Auch das Wirtschaftsmagazin „Nikkei“ und vereinzelte Lokalpolitiker der atomfreundlichen Regierungspartei LDP sitzen schon auf heißen Kohlen und wollen die Sicherheitsüberprüfungen der NRA beschleunigen und fordern dafür mehr Personal für die NRA. Hintergrund ist jedoch nicht der NRA die Arbeit durch Aufstockung des Personals zu erleichtern, sondern vermehrt Parallelarbeit und somit eine schnellere Abfertigung der AKWs, die auf den Neustart warten zu beschleunigen. So auch der Lokalpolitiker K. Hosoda, in dessen Einzugsgebiet das leistungsstärkste AKW Kashiwazaki Kariwa, nördlich von Niigata liegt und vom Atomkonzern Tepco, der auch das havarierte AKW Fukushima dai ichi zu verantworten hat betrieben wird.

 

Die Sicherheitsüberprüfungen können pro AKW bis zu sechs Monate in Anspruch nehmen, was das Drängen der Atomkonzerne erklärt. Denn mittlerweile sind einige Stromkonzerne, die nie in Alternativen zum Atomstrom investiert haben in die roten Zahlen gerutscht. Und während die Kernenergie durch den Staat fleißig unterstützt wurde, blieb die erneuerbare Energie bei fehlender Förderung auf der Strecke.

 

Der Regierungspräsident S. Abe (LDP) stellt den raschen Neustart der AKWs als eine neue Change nach einer Krise dar. Die Atomkonzerne sprechen von einer notwendigen Beendigung der Stromknappheit durch die Wiederinbetriebnahme der AKWs. Laut unabhängigen Experten besteht allerdings keine Stromknappheit und die Engpässe in der Vergangenheit wurden ebenfalls sehr gut gemeistert. Zudem hat Japan sehr gute Voraussetzungen für erneuerbare Energien, die die Stromkonzerne und die Regierung jedoch nicht umsetzen wollen.

 

22.06.2013

AKW Fukushima dai ichi: Bergung der Brennelemente voraussichtlich bis 2020

Während mit der Bergung der Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 über die fertiggestellte Schutzvorrichtung ab November begonnen werden soll (Antiatom-fuku berichtete), ist die Bergung der Brennelemente aus den Reaktoren 1 bis 3 wahrscheinlich erst ab 2020 möglich.

Derzeit sind diese Gebäude aufgrund der extrem hohen radioaktiven Strahlung nicht betretbar. Einblicke in das Innere Reaktoren werden immer wieder über Roboter versucht, die hierfür laufend weiterentwickelt werden.

 

Leckage an Entsalzungsanlage – verseuchtes Wasser entwichen

Die ,,Wasserprobleme“ am AKW Fukushima dai ichi reißen nicht ab. Gestern entdeckten Arbeiter ein Leck an der Entsalzungsanlage, die daraufhin sofort abgestellt wurde. Bis dahin waren allerdings schon 360 Liter radioaktiv verseuchtes Wasser ausgetreten, die laut dem Betreiber Tepco jedoch nicht ins Meer geflossen sind.

 

19.06.2013

AKW Fukushima dai ichi: Vermehrt hochradioaktives Wasser festgestellt

Am AKW Fukushima dai ichi wurden erneut Wasserproben untersucht. Die Proben wurden aus einem Bohrloch, was sich vor dem Turbinengebäude von Reaktor 2 befindet und somit nur 27 Meter von der Küste entfernt ist entnommen.

Die Proben ergaben, dass sich das hochradioaktive Strontium im Vergleich zu den vorherigen Wasserproben von Dezember 2012 um das 116-fache und das Tritium sich um das 17-fache erhöht hat.

Laut dem zuständigen Abteilungschef des Betreibers Tepco T. Fukuda hätte das hochradioaktiv verseuchte Wasser aus dem Erdreich keinen negativen Einfluss auf das Meerwasser.

 

Weiterhin dringt laufend Grundwasser in die Reaktorkeller, wo es noch stärker verseucht wird und dann in Richtung Meer sickert. Trotz der laufenden Abpumparbeiten über zahlreiche Bohrlöcher wird Tepco der Lage nicht Herr und leitet einen Teil des Wassers über eine spezielle Dekontaminierungsanlage, die das hochradioaktive Wasser teildekontaminiert ins Meer(antiatom-fuku berichtete).

 

18.06.2013

Wahlsieg: Präfektur Shizuoka auf Antiatomkurs

In der Präfektur Shizuoka, südlich von Tokyo haben Gouverneursneuwahlen statt gefunden. Der derzeitige Gouverneur H. Kawakatsu (DPJ), der neben wirtschaftlichen Themen die endgültige Stilllegung des AKWs Hamaoka, Präfektur Shizuoka im Wahlkampf zum Hauptthema machte hat die Wahl mit etwa 1 Mio. Stimmen haushoch gewonnen.  Der Gegenkandidat der atomfreundlichen Regierungspartei LDP erreichte nur ein Drittel der Stimmen. Mit diesen Wahlsieg setzt die Präfektur Shizuoka ein Deutliches Zeichen in Richtung Oberhauswahl, die nächsten Monat statt findet.

 

Trotz seismischer Aktivität und zahlreichen Sicherheitsmängeln, die zur Zeit nachgebessert werden, strebt der Betreiber Chubudenryoku die Genehmigung der Atomaufsichtsbehörde NRA nach in Kraft treten der neuen Sicherheitsbestimmungen in Juli 2013 an.

 

Derzeit erhoffen sich sechs weitere Energiekonzerne nach in Kraft treten der neuen NRA-Richtlinien eine Genehmigung damit sie ihre AKWs so schnell wie möglich wieder anfahren können. Die entsprechenden Überprüfungen dauern jedoch noch an.

 

14.06.2013

Tepco-Mitarbeiter vergisst wichtige Dokumente in der Bahn

Ein Tepco-Angestellter, der für die Bearbeitung der Anträge auf Entschädigung für die evakuierten Anwohner nahe der havarierten Atomanlage zuständig ist, hat die ausgefüllten Antragsformulare, sowie weitere Dokumente mit sensiblen Daten von 22 ehemaligen Anwohnern aus Futaba aus Versehen in der Bahn liegen lassen.

Bahnmitarbeiter fanden die Tüte rechtzeitig, bevor die Unterlagen in falsche Hände gerieten. Der Energiekonzern Tepco entschuldigte sich für diesen Vorfall.  

 

Reaktor 4: Bergung der Brennelemente an November geplant

Die Vorrichtung mit Hebekran und Schutzhülle am Reaktor 4 wurde Anfang der Woche fertig gestellt. Die Bergung der Brennelemente aus dem in 30 Meter Höhe gelegenen Abklingbecken kann jedoch erst ab November beginnen, da vorher noch diverse Vorbereitungen nötig sind.

Neben der Schutzhülle, die die Freisetzung radioaktiver Partikel an die Umwelt verhindern soll, stützt das massive Stahlgerüst das einsturzgefährdete Reaktorgebäude auf der Südseite, wo sich auch das Abklingbecken befindet. Über einen Kran, der sich in der Schutzhülle befindet, sollen die Brennelemente heraus gehoben und in ein externes Abklingbecken transportiert werden.  

 

Lockerung der Maskenpflicht am AKW Fukushima dai ichi

Wegen der zu erwartenden Sommerhitze hat der Betreiber Tepco Zonen auf dem AKW-Gelände festgelegt, in denen keine Vollmasken mehr getragen werden müssen. In diesen Zonen sei die radioaktive Strahlung nicht so hoch, so dass eine einfache Fliesmaske ausreichen würde. Auch der Strahlenschutzanzug darf dort, um einen Hitzestau zu vermeiden etwas luftdurchlässiger sein.

Im Sommer 2011 und 2012 sind insgesamt 30 Leute wegen der Hitze bei der Arbeit kollabiert, so die Begründung von Tepco für diese Lockerung. Für die Monate Juli und August soll sogar wegen der Mittagshitze eine Ruhezeit von drei Stunden eingelegt werden, in der nach Möglichkeit nicht gearbeitet werden soll.

 

Täglich arbeiten 3000 Leute in kurzen Schichten am AKW Fukushima dai ichi. Das heißt: Der tägliche Verbrauch an teurer Schutzkleidung ist dem entsprechend hoch.

 

13.06.2013

Atomaufsichtsbehörde NRA: Erneute Ortsbegehung am AKW Ooi

Die Atomaufsichtsbehörde NRA will zum Ende der Woche eine erneute Begehung am AKW Ooi, Präfektur Fukui durchführen. Hierbei soll überprüft werden, ob der Betreiber Kansaidenryoku die von der NRA geförderten Sicherheitsbestimmungen, vor allem der Bereich Erdbeben- und Tsunamischutz, die ab Juli 2013 in Kraft treten umgesetzt hat.

 

AKW-Havarie: Umverteilung der Verantwortung auf die Bevölkerung

Ministerpräsident Abe (LDP) sieht nicht nur den Betreiber Tepco, sondern das gesamte Land in der Verantwortung zur Durchführung einer bestmöglichen Schadensbegrenzung sowie den Rückbau der havarierten Atomanlage in Fukushima. ,,Die Last könne nicht von Tepco alleine getragen werden’’.

Das heißt mit anderen Worten, dass die Kosten weiterhin über die Steuern und dem Strompreis finanziert werden sollen. Schon seit Beginn der AKW-Katastrophe griff der Staat, also die Vorgängerregierung PDJ dem Betreiber Tepco finanziell unter die Arme, da der Konzern andernfalls im April 2011 insolvent gewesen wäre (Antiatom-fuku berichtete). Das hätte dann massive Einbrüche in der Finanzwelt zur Folge gehabt, was der Staat jedoch vermeiden wollte und weiterhin unter dem Deckmäntelchen der Solidarität vermeiden will.

 

Der letzte Einwohner in der Sperrzone harrt aus

Während es Anfang 2012 noch 11 Menschen gab, die die 20 km-Sperrzone um das havarierte AKW Fukushima dai ichi nicht verlassen wollten, ist Naoto Matsumura heute der einzige, der dort, in der Ortschaft Tomioka, noch lebt.

Der Ort Tomioka, der einst einmal eine Einwohnerzahl von 16 000 hatte, liegt direkt neben dem havarierten AKW Fukushima dai ichi und wurde am 12.03.2011 evakuiert.

Matsumura sieht sich als Mahnmal für all die Lügen durch Regierung und Tepco und will der hohen Strahlung zum Trotz in der hochgradig verstrahlten Region verbleiben.

Hierzu berichtet der letzte verbliebene Einwohner in einem Video auf Youtube.

 

11.06.2013

Arbeiten abgeschlossen: Die unterirdischen Lagerbecken am AKW Fukushima dai ichi sind komplett leer gepumpt

Das hochradioaktiv verseuchte Wasser, etwa 24 000 Tonnen, aus den undicht gewordenen Lagerbecken am AKW Fukushima dai ichi wurde seit Mitte April in 300 ebenerdige Großtanks umgepumpt, die jedoch in den letzten Tagen ebenfalls Probleme mit Undichtigkeiten an den Schweißnähten machten.

Seit dem Anfang April die ersten Undichtigkeiten an eines der unterirdischen Lagerbecken, hinterher auch an zwei weiteren Becken entdeckt wurden sind (antiatom-fuku berichtete), sind über 120 Tonnen hochradioaktiv verseuchtes Wasser ins Erdreich eingedrungen.

 

In der Kellerräumen der Reaktoren 5 und 6, die etwas abseits liegen befinden sich etwa 3000 Tonnen schwachradioaktives Meer-und Grundwasser, was dort eingedrungen ist.

 

AKW Ooi besteht wahrscheinlich den Sicherheitstest der NRA

Das einzige sich in Betrieb befindliche AKW Ooi, Präfektur Fukui, Betreiber Kansaidenryoku (Kepco) scheint nach Abschluss der Untersuchungen durch die Sicherheitsbehörde NRA den neuen Sicherheitsstandards für kerntechnische Anlagen, die ab kommenden Monat in Kraft treten zu entsprechen.

Dem nach ist der Tsunamischutz ausreichend und die drei aktiven geologischen Verwerfungen, die sich am Meeresboden vor des Küste des AKWs befinden stellen laut dem Betreiber Kepco und der Atomaufsichtsbehörde NRA ebenfalls keine nennenswerte Gefahr dar.

Die beiden quer über das AKW-Gelände verlaufenden aktiven Verwerfungslinien wurden gar nicht mehr erwähnt

 

07.06.2013

AKW Fukushima dai ichi: Tepco leitet radioaktives Wasser in das Meer

Um das radioaktiv verseuchte Wasser am AKW Fukushima dai ichi zu reduzieren, wird es bevor es in die Kellerräume der Reaktoren läuft, über die vorgeschalteten Bohrlöcher abgepumpt und ins Meer geleitet. In den Reaktorkellerräumen würde das Wasser noch wesentlich stärker radioaktiv kontaminiert werden. Für diese Wässer fehlen jedoch bald die Lagerkapazitäten, so das der AKW-Bertreiber Tepco kreativ werden musste.

 

Laut dem Betreiber Tepco ist der Verdünnungseffekt ausreichend, so dass das ständig nachlaufende schwach radioaktiv verseuchte Grundwasser, was über die Bohrlöcher abgepumpt wird, in das Meer geleitet werden kann.

Für diese ,,notwendige“ Maßnahme hofft Tepco nun auf das Verständnis der Fischereigenossenschaft und der Bürger. Die immer knapper werdenden Lagerkapazitäten für das verseuchte Wasser bereiten dem Betreiber Tepco erhebliche Probleme, so dass eine schnelle und (kostengünstige) Lösung her muss.

 

06.06.2013

Weitere Fälle von Schilddrüsenkrebs durch Radioaktivität

Nach weiteren Reihenuntersuchungen bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wurden weitere Fälle von Schilddrüsenkrebs diagnostiziert, die sehr wahrscheinlich auf die erhöhte Radioaktivität nach der Reaktorkatastrophe zurückzuführen sind.

Die zunehmenden Gesundheitsprobleme aufgrund der erhöhten Radioaktivität werden jedoch weiterhin durch die Regierung und den atomlobby-getriggerten Medien ignoriert bzw. heruntergespielt.

 

AKW Fukushima dai ichi: Leckagen an Wassertanks für radioaktives Wasser

Bei einen Kontrollrundgang entdeckten Arbeiter bereits gestern heraustropfendes Wasser an einer der Wassertanks, in denen hochradioaktives Wasser gelagert wird. Laut Tepco sei nur ein Liter ausgetreten und die Leckage, die sich an einer Schweißnaht befand, wurde geschlossen.

Leckende Schweißnähte an weiteren Tanks wurden bis jetzt noch nicht festgestellt.

 

Die 300 Tanks auf dem Gelände beinhalten jenes hochradioaktive Wasser, was sich zuvor in den sechs unterirdischen Wassertanks, der Siebte befand sich noch in Bau, die nach und nach undicht wurden und dringend abgepumpt werden mussten (Antiatom-fuku). Die 300 Tanks auf dem Gelände, die nach Tepco-Angaben aus Sicherheitsgründen mit nur jeweils 420 Tonnen Wasser befüllt werden, haben ein Fassungsvermögen von 500 Tonnen.

Das diese Tanks 400 Meter von der Küste entfernt stehen, besteht laut Tepco keine Gefahr, das austretendes verseuchtes Wasser das Meer erreichen könnte.

 

03.06.2013

AKW Fukushima dai ichi: Pläne einer Barriere für Grundwasser aus Eis

Am AKW Fukushima dai ichi sammelt sich weiterhin das verseuchte Wasser, was ständig in die Reaktorkeller nachläuft und dort noch stärker radioaktiv kontaminiert wird. Es wird zwar ständig abgepumpt, aber die Kapazität der Wassertanks ist laufend zu knapp und die Wasserdekontaminierung ist auch nur ein Behelf (Antiatom-fuku berichtete). Zudem wurde auch schon radioaktiv kontaminiertes Wasser ins Meer abgelassen.

Jetzt soll der Boden vor den Reaktoren bei – 50C° gefroren werden, um somit eine Barriere für das Grundwasser zu schaffen, damit es nicht weiter in die Reaktorkellerräume eindringt. Dazu sollen Rohre bis zu 30 Metern in den Boden eingebracht werden, über die das Kühlmittel eingeleitet werden soll. Endgültige Pläne dafür liegen jedoch noch nicht vor und Tepco meldet auch schon die ersten Schwierigkeiten, die bei der Umsetzung auftreten könnten.

Diese Kühlanlage wird dann auch erst voraussichtlich 2015 in Betrieb gehen können, was bei den täglich nachlaufenden Grundwassermengen entschieden zu lange dauert.

 

Über 85 000 Teilnehmer am ,,No Nuke Day“ in Tokyo

Großdemos in Tokyo und anderen Orten am gestrigen Sonntag, dem ,,No Nuke Day“.

Auf der Großdemo mit etwa 85 000 Demonstranten sprach auch der berühmte Literaturnobelpreisträger Kenzuburo Oe zu den Teilnehmern.

Sogar der Fernsehsender NHK, der sonst sehr große Rücksicht auf die Atomlobby nimmt, berichtete über die Demos.

 

02.06.2013

Bald zweite Falsch-Studie zur Verharmlosung der AKW-Unfallfolgen im Umlauf

Im Herbst soll eine zweite und auch viel ausführlichere Studie bezüglich der Gesundheitsgefahren durch erhöhte Radioaktivität nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima in New York vorgestellt werden. An dieser ,,Studie" der UNO/Unscear haben 180 Wissenschaftler aus 27 Ländern ,,gearbeitet", die zu dem Ergebnis kamen, dass sämtliche Sorgen aufgrund der erhöhten Radioaktivität an Krebs oder anderweitig zu erkranken völlig unbegründet sei. Somit sieht die UNO keinerlei Krebsgefahr durch die Reaktorkatastrophe in Fukushima.

Diese Meldung, die quasi Entwarnung gibt, wo akute Gefahr droht, wurde auch noch durch ein großes deutsches Magazin online veröffentlicht, ohne das die verantwortlichen Redakteure den Inhalt hinterfragten!

 

Schon die erste Studie dieser Art, die durch die WHO erstellt wurde, berichtet ähnliches und gibt Entwarnung. Auch wenn die WHO einen sehr objektiven und neutralen Eindruck macht, darf man nicht vergessen, dass die WHO die Daten komplett von der atomfreundlichen IAEA bezogen und vollständig für die Studie übernommen hat. Sie ist sogar vertraglich an die IAEA gebunden und durfte keine weiteren (unabhängigen) Wissenschaftler für eine zweite Meinung hinzuziehen.

 

Mehr Hintergrundinformationen die die verharmlosenden Aussagen der WHO-Studie belegen hat dieIPPNW zusammengestellt.

 

 

Mai 2013

  

29.05.2013

Tokaimura: Gravierender nuklearer Zwischenfall verheimlicht

Bereits am 23.05.2013 ereignete sich im Kernforschungszentrum der J-PARC in Tokaimura, Präfektur Ibalaki ein Unfall mit Strahlungsverletzten, der sich bei der Durchführung eines nuklearen Experimentes ereignete. Dabei ist aufgrund eines technischen Defektes reichlich radioaktiver Dampf ausgetreten. Von den 55 Anwesenden im Alter von 22 bis 34 Jahren, zum Teil Studenten, wurden vier Leute, die sich in unmittelbarer Nähe befanden mit einer Dosis von 0,6 bis 1,6 mSv verstrahlt. Eventuelle Gesundheitsfolgen für die restlichen Anwesenden wurden herunter gespielt.

Der gesamte Vorfall wurde zunächst verheimlicht und erst am Folgetag den Behörden und den Medien gemeldet. Um welchen nuklearen Stoff es sich bei diesem Experiment gehandelt hat, wird bis heute verschwiegen.

Mittlerweile, wie heute bekannt wurde, ist die Anzahl der Strahlenopfer unter den Anwesenden auf 34 angestiegen.

Wie viel Strahlung genau in die Umwelt ausgetreten ist, ist jedoch weiterhin unbekannt.

Laut dem Betreiber der Kernforschungsanlage, der sich in aller Form entschuldigte, besteht natürlich keine Gefahr für die Bevölkerung.

 

28.05.2013

Weitere Anträge für AKW-Neustart liegen vor

Nach Kansaidenryoku beantragten drei weitere Stromkonzerne die Wiederinbetriebnahme einiger Reaktoren nach Inkrafttreten der neuen Sicherheitsstandards.

Das sind gleich vier AKWs, vier verschiedener Stromkonzerne, mit insgesamt acht Reaktoren, dessen Neustart durch die jeweiligen Betreiber angestrebt wird.

Eine behördliche Überwachung der Einhaltung und Umsetzung der neuen Sicherheitsstandards, sowie umfangreiche Information und Bevölkerungsschutz wird durch die NRA und Regierung propagiert. Damit soll in der Bevölkerung ein Gefühl von Sicherheit und Offenheit vermittelt werden.

 

27.05.2013

Kansaidenryoku beantragt Wiederinbetriebnahme des AKWs Takahama

Der Energiekonzern Kansaidenryoku (Kepco) strebt eine schnelle Wiederinbetriebnahme des AKWs Takahama, Präfektur Fukui, dort wo sich auch das derzeit einzige aktive AKW Ooi, ebenfalls vom Betreiber Kansaidenryoku befindet.

Wie der Kepco-Chef M. Yagi heute auf einer Firmenkonferenz bekannt gab, sollen die Reaktoren 3 und 4 nach Beendigung der Überprüfungen der Atomaufsichtsbehörde NRA und dem Inkrafttreten der neuen NRA-Sicherheitsstandards im Juli 2013 so bald wie möglich wieder ans Netz gehen. Entsprechende Anträge für eine Genehmigung durch die Behörden wurden schon vom Betreiber Kepco gestellt. Die AKW-Stresstests der NRA sind jedoch noch nicht abgeschlossen und die Ergebnisse stehen noch aus.

Das AKW Ooi geht im Herbst wegen Wartung vom Netz (Antiatom-fuku berichtete).

 

23.05.2013

AKW Fukushima dai ichi: Verseuchtes Wasser soll bald ins Meer geleitet werden

Die Pläne der Betreibers Tepco, dass das ständig nachlaufende verseuchte Grundwasser ins Meer geleitet werden soll, werden immer konkreter. Hierzu soll das radioaktive Wasser vor dem Erreichen der Reaktorkellerräume, wo es sonst noch stärker verseucht werden würde, über die angelegten Bohrlöcher abgepumpt, so weit wie möglich dekontaminiert und dann ins Meer geleitet werden. Die IAEA ist über dieses Vorhaben informiert.

Mit den Fischern aus Iwaki, Soma und Umgebung, die laut Tepco mehr Einsicht und Verständnis für diese Maßnahme zeigen sollen wurde erneut verhandelt. Bereits Anfang Mai gab es schon derartige Pläne seitens Tepco das radioaktiv verseuchte Wasser ins Meer zu verklappen, da die Lagerkapazität auf dem AKW-Gelände nahezu erschöpft ist (antiatom-fuku berichtete).

 

19.05.2013

Erneutes Erdbeben nahe dem AKW Fukushima dai ichi

Gestern Nachmittag um 14:48 Uhr ereignete sich ein mittelstarkes Erdbeben in Miyako, Minamisoma und weiteren Teilen in der Präfektur Fukushima. Auch das havarierte AKW war davon betroffen. Das Epizentrum lag im Meer, 50 km vor der Küste. Eine Tsunamiwarnung wurde nicht heraus gegeben.

Laut dem Betreiber Tepco und den Behörden sind am AKW Fukushima dai ichi keine weiteren Schäden aufgetreten.

 

14.05.2013

AKW Tsuruga: Geologische Verwerfung unterhalb Reaktor 2 quasi bestätigt

Nach Abschluss der Sicherheitsüberprüfungen am AKW Tsuruga, Präfektur Fukui durch die Atomsicherheitsbehörde NRA handelt es sich bei der Bruchzone, die unterhalb von

Reaktor 2 verläuft, mit einer sehr hoher Wahrscheinlichkeit um eine aktive geologische Verwerfung. Sollten sich die Experten bei der nächsten Konferenz am 22.05.2013, was anzunehmen ist, einig werden und sich auf ,,aktive Verwerfung" festlegen, folgt unweigerlich die Stilllegung für Reaktor 2 am AKW Tsuruga.

Die AKW-betreibenden Stromkonzerne befürchten schon, dass die bevorstehende Reaktorstilllegung aufgrund einer aktiven Verwerfung auch Auswirkungen auf die eigenen AKWs haben könnte. denn bekanntlich gibt es in Japan wohl möglich keine einzige Atomanlage ohne aktive geologische Verwerfungen.

 

NRA Stresstest: Über 10 000 Mängel am schnelle Brüter Monju

Nach Abschluss der Sicherheitstests von November 2012 und der jetzigen Fertigstellung des abschließenden Prüfberichtes der NRA (Behörde für nukleare Sicherheit) wurden am schnellen Brüter Monju, Präfektur Fukui über 10 000 Mängel festgestellt. Somit wurde eine eventuelle Wiederinbetriebnahme des Reaktors auf Eis gelegt. Eine Nachrüstung währe sehr aufwändig und würde enorme Kosten verursachen.

Schon in der Vergangenheit war der schnelle Brüter Monju kaum in Betrieb, wies laufend zum Teil sehr gefährliche Störfälle auf und verursachte somit mehr Ärger und Kosten als Nutzen (Antiatom-fuku berichtete).

 

13.05.2013

Japanische Regierung: Nukleare Geschäfte mit der Türkei werden gepflegt, nukleare Probleme in Japan vernachlässigt

Noch immer bereitet das immer wieder nachlaufende radioaktiv verseuchte Wasser Probleme am AKW Fukushima dai ichi. Fischer, Bürger und Experten werden immer skeptischer gegenüber den Informationen und dem Procedere des Betreibers Tepco, der mit dem Unmengen von verseuchten Wasser, was ständig nachläuft maßlos überfordert ist.

Schon aus den Erfahrungen der Falsch-und Nichtinformationen von Tepco aus früherer Zeit ist laut den Fischern und den Umweltexperten das ,,Wasserproblem" mit Sicherheit weitaus schlimmer, als es von Tepco dargestellt wird.

Laut Plänen von Tepco soll das gebrauchte Wasser zur Kühlung der Brennelemente dekontaminiert, was nur teilweise möglich ist, und dann ins Meer geleitet werden. Das ,,dekontaminierte" Wasser entspricht laut Tepco dann einer radioaktiven ,,Restkontamination" was dem radioaktiven Verseuchungsgrad des Meerwassers an der Küste des AKWs entspricht. Somit sei laut Tepco die Einleitung des immer noch radioaktiven Wassers ins Meer tolerabel.

 

Statt sich diesem Problem einmal anzunehmen und den damit überforderten Konzern Tepco zu unterstützen verreist Regierungschef S. Abe während der ,,golden week" und konferiert mit der Türkei über weitere AKW-Projekte und der Nukleartechnologie zur ,,friedlichen Nutzung" der Kernenergie. Die ersten Projekte mit japanischer Nukleartechnologie in der Türkei laufen bereits (Antiatom-fuku berichtete).

 

12.05.2013

Versuchsweise Anbau von Reis in bedenklichen Gebieten nahe der Sperrzone

In Kawauchimura, Präfektur Fukushima und anderen Orten nahe der 20-km-Sperrzone, wo die Strahlung angeblich gesunken sei, bauen einige Reisbauern wieder Reis an. Dieser Reis soll hinterher auch in den Handel gebracht werden, was jedoch noch sehr fraglich ist.

 

Unbegründete Verhaftungen von Kernkraftgegnern in Tokyo

Vor dem Wirtschaftsministerium in Tokyo, wo sich seit längerem Atomkraftgegner mit einem Zelt postiert haben, wurden Teilnehmer ohne Angabe von Gründen verhaftet und befinden sich nun in Untersuchungshaft. Derzeit gibt es noch keine Stellungnahme durch die Staatsanwaltschaft.

Das wochenlange ,,campieren" vor dem Wirtschaftsministerium kommt als Ursache jedoch nicht in Frage, da es zuvor offiziell erlaubt wurden ist.

 

09.05.2013

Tepco: ,,Kontrollierte" Einleitung des verseuchten Wassers ins Meer

In der kommenden Woche will Tepco Gespräche mit der örtlichen Fischereibehörde führen und die Vorgehensweise zur Entsorgung des radioaktiv verseuchten Wasser aus dem AKW Fukushima dai ichi erklären, was in kürze ,,kontrolliert" ins Meer geleitet werden soll.

Hierzu soll das Grundwasser, was durch das Erdreich am AKW Fukushima dai ichi von der Bergseite her in die Kellerräume der Reaktoren und von dort aus ins Meer gelangt vor dem Erreichen der Reaktorkellerräume über die vorgeschalteten Brunnen abgepumpt werden. Das radioaktive Grundwasser wird in den Reaktorkellerräumen richtig stark radioaktiv verseucht und zieht so von dort aus weiter.

Laut Aussagen von Tepco ist das Wasser nicht so stark kontaminiert, da es vor dem Erreichen der stark radioaktiv verseuchten Reaktorkellerräume über die vorgeschalteten Brunnen abgefangen wird. Dieses Wasser soll dann ins Meer geleitet werden. Eine Pumpanlage für den gesamten Vorgang wird installiert.

Mittlerweile kommt Tepco mit den Lagerkapazitäten für das verseuchte Wasser am AKW Fukushima dai ichi nicht mehr nach (Antiatom-fuku berichtete), so dass Tepco jetzt bezüglich dem Wasserproblem ,,kreativ" werden muss.

 

Anstieg der Schlaganfallrate nach dem GAU

Neurologen der Universität in Tokyo stellten eine erhöhte Häufigkeit von Schlaganfällen in den nicht evakuierten Gebieten nahe dem havarierten AKW Fukushima dai ichi fest. In Minamisoma gab es einen Anstieg um das 3,4 fache bei Patienten in der Altersgruppe von 35 bis64 Jahren. Bei Patienten ab 65 Jahren stieg die Schlaganfallsrate um das 1,4 fache. 

Einen Zusammenhang mit dem GAU ist dadurch zu erklären, dass die Blutgefäße durch die erhöhte Radioaktivität schneller ,,verkalken".

 

08.05.2013

Verseuchtes Wasser soll ins Meer gelassen werden

Noch immer ist das Problem mit dem immer wieder nachlaufenden Grundwasser in die Reaktorkellerräume am AKW Fukushima dai ichi nicht in den Griff zu bekommen. Täglich sickern dort 400 Tonnen Grundwasser von der Bergseite durch die Reaktorkeller, wo es dann richtig radioaktiv verseucht wird in Richtung Meer. Ständig werden die Lagerkapazitäten in den Tanks knapp (Antiatom-fuku berichtete), so dass die Überlegungen seitens des Betreibers Tepco, das Wasser ins Meer zu ,,entlassen" statt laufend abzupumpen in die Tat umgesetzt werden soll. 

Durch die vorsätzliche Einleitung von radioaktiv verseuchtem Wasser in das Meer würde die Radioaktivität entlang der Küste um etwa das achtfache auf 7,8 MS/a ansteigen.

 

06.05.2013

AKW Fukushima dai ichi: Radioaktiv verseuchtes Wasser wird umgefüllt

Das radioaktive Abwasser, etwa 6200 Tonnen aus Lagerbecken Nr. 1 wurde bis heue in oberirdische Fässer umgefüllt. Das Becken 2 wird als nächstes abgepumpt. Die Becken 3 bis 6 sollen nach Fertigstellung weiterer oberirdischer Tanks (Antiatom-fuku berichtete) ebenfalls umgepumpt werden.  Das Becken 7  war noch leer, da es sich noch im Bau befand.

Seit einigen Wochen gelangt tonnenweise radioaktiv verseuchtes Wasser aus den unterirdischen Lagerbecken, die undicht geworden sind, ins Erdreich (Antiatom-fuku berichtete).

 

05.05.2013

Weiterhin kaum Kontrolle über das verseuchte Wasser am AKW Fukushima dai ichi

Wieder einmal werden die Kapazitäten für das radioaktiv verseuchte Wasser am havariertem AKW Fukushima dai ichi knapp. Es werden jedoch weitere oberirdische Tanks mit einem Fassungsvermögen von etwa 4000 Tonnen bis Mitte Mai fertig gestellt.

Für weitere Lagerplätze für das noch anfallende hochradioaktiv verseuchte Wasser plant der Betreiber Tepco eine nahe gelegenen Wald abzuholzen.

 

Es gestaltet sich weiterhin sehr schwer die Lage mit dem ständig nachlaufendem Wasser in den Griff zu bekommen. Die AKW-Arbeiter sind, da laufend neue Probleme auftreten, 

mit der Situation völlig überfordert, was sie zum Teil auch offen zugeben. ,,Man wird dem steigendem Wasserstand kaum noch Herr".

Denn pro Minute laufen 280 Liter Grundwasser in die Kellerräume der Reaktoren. Das sind etwa 400 m³ am Tag.

Das in die Kellerräume eindringende Wasser wird dort sehr stark radioaktiv kontaminiert und muss laufend abgepumpt werden. Bei diesen großen Mengen, die nicht nur auf das Grundwasser zurückgeführt werden können, ist zu vermuten, dass es noch weitere gravierende Leckagen an den vollen Tanks gibt. 

 

02.05.2013

Japan exportiert Nukleartechnik an die arabischen Emirate

Bei seinem jetzigen Besuch in Abu Dhabi schloss Japans Regierungschef S. Abe ungeachtet der AKW-Katastrophe in Fukushima einen Vertrag mit den vereinigten arabischen Emiraten zum Export japanischer Nukleartechnologie. 

Geplant ist ein AKW mit vier Reaktoren. Der Baubeginn der ersten zwei Reaktoren, die jeweils 1400 MW Leistung erbringen und 2017 ans Netz gehen sollen, ist für Juli 2913 angesetzt. Die beiden anderen Reaktoren sollen bis 2020 fertig gestellt sein.

Im Gegenzug sichert der arabische Ministerpräsident Sheikh Mohammed bin Rashif al Maktoum eine dauerhafte Öllieferung mit stabilen Preisen für Japan zu. Er versicherte auch, dass die VAE ausschließlich eine ,,friedliche" Nutzung der Kernenergie anstreben würde.

Die VAE sind der achtgrößte Wirtschaftspartner, der nukleare Geschäfte mit Japan anstrebt.

Auch die Türkei hat schon zugelangt

Ein weiteres nukleares Projekt, was Japan und Frankreich gemeinsam durchführen ist der Bau eines AKWs in der Türkei am schwarzen Meer. Hierzu haben Japan und Frankreich erst kürzlich den Zuschlag erhalten.

 

01.05.2013

Radioaktiver Tsunamischutt: Endlagerdebatte neu entfacht

Die japanischen Regierung und das Umweltministerium streben zur Endlagerung von radioaktiv verseuchtem Erdreich und Tsunamischutt 9 mögliche Standorte in der Präfektur Fukushima an. Darunter ist auch der Ort Futaba, zu dem auch das havarierte AKW Fukushima dai ichi gehört. Die Gemeindeverwaltung, sowie ein Teil der evakuierten Bürger sprechen sich jedoch gegen die Pläne einer Endlagerung verseuchter Materialien in ihrer Heimatregion aus.

Der Ort Futaba, sowie acht weitere Orte in der Sperrzone bzw. in den ,,Hotspots" sind hochgradig verstrahlt und somit nicht mehr bewohnbar und wurden auf Grund dessen von der Regierung zur Endlagerung vorgeschlagen. Das trifft jedoch auf ethische Bedenken seitens der Gemeindeverwaltung und vieler Bürger.

 

 

April 2013

  

27.04.2013

Radioaktiv verseuchter Reis aus von 2011

Noch immer lagern etwa 17 000 Tonnen radioaktiv kontaminierter Reis in der Präfektur Fukushima, die nach der Atomkatastrophe 2011 von den Behörden beschlagnahmt wurden sind. Es gibt jedoch noch keine Lösung bezüglich der Entsorgung. Eine adäquate Entsorgung in der örtlichen Müllverbrennungsanlage ist nicht möglich. Und bis jetzt hat sich auch nur eine einzige private Firma bereit erklärt den Reis zu entsorgen. Allerdings kann diese Firma eine solch große Menge jedoch nicht alleine bewältigen, so dass nach weiteren Entsorgern gesucht werden muss.

 

Laut einer Umfrage achten über die Hälfte der Befragten aus Sorge vor der radioaktiven Kontamination weiterhin sehr stark darauf, wo die Lebensmittel her kommen. Besonderes Augenmerk gilt dabei dem Reis.

 

Verseuchtes Grundwasser am AKW Fukushima gelangt ins Meer

Weiterhin besteht große Sorge, dass das radioaktiv verseuchte Grundwasser aus dem Kühlkreislauf und den unterirdischen Lagerbecken über das Grundwasser ins Meer gelangen könnte.

Über Brunnen, die zwischen der Anhöhe, auf der sich die Lagerbecken befinden und den Reaktorblöcken will der Betreiber Tepco Brunnen bohren um den Grundwasserpegel zu senken. Dadurch sollen nicht mehr so große Mengen Wasser in die Kellerräume der Reaktoren, wo es noch stärker radioaktiv verseucht wird eindringen. Denn wenn das 

Wasser erst einmal die Kellerräume erreicht hat, hat es nahezu direkten Kontakt zum Meer, da die Küste in unmittelbarer Nähe ist.

Täglich fließen 400 000 Tonnen Grundwasser durch das Erdreich der Anlage. Der Gehalt an hochradioaktiven Strontium und Tritium im Erdreich, vor allem unterhalb der drei löchrigen Lagerbecken für hochradioaktiv verseuchtes Wasser geht schon ins Unermessliche.

 

22.04.2013

Begehung der IAEA am AKW Fukushima dai ichi beendet

Das zwölfköpfige Team der IAEA, was aufgrund der laufenden Vorfälle das AKW Fukushima dai ichi besucht hat, kommt zu dem Schuss, das Tepco trotz der Vorfälle auch Fortschritte im Rückbau der Anlage machen würde. Auch der von Tepco anvisierte Zeitplan von 30 bis 40 Jahren, bis der Zustand der ,,grünen Wiese" erreicht ist, ist laut der IAEA gut realisierbar.

Kritikpunkt ist jedoch das ständig auslaufende hochradioaktive Wasser aus den unterirdischen Tanks, was das Erdreich schon verseucht hat (antiatom-fuku berichtete). Auf dem AKW-Gelände lagern mittlerweile über 200 000 Tonnen radioaktives Wasser und täglich kommen 400 Tonnen dazu. Tepco verspricht, dass davon nichts ins Meer gelangen wird. 

Die IAEA rechnet allerdings auch mit weiteren Zwischenfällen, da die Anlage generell sehr instabil ist. 

 

Zwei tote Ratten an der Reaktorkühlung entdeckt

Die Reaktorkühlung musste heute kurzzeitig unterbrochen werden, da Arbeiter zwei tote Ratten an wichtigen Anlageteilen entdeckten und somit die Stromleitungen auf Beschädigungen überprüft werden mussten.

 

21.04.2013

AKW Fukushima dai ichi - Mögliche Undichtigkeiten am Zusatzabklingbecken

Im Gebäude, in dem sich das externe Zusatzabklingbecken des AKWs Fukushima befindet endeckten Arbeiter zwei große Pfützen, die auf Undichtigkeiten des zusätzlichen Beckens zur Kühlung gebrauchter Brennelemente schließen könnten. Laut dem Betreiber Tepco  sind die Pfützen jedoch durch eingedrungenes Regenwasser entstanden. Undichtigkeiten am Zusatzabklingbecken wären wohl nicht vorhanden.

 

18.04.2013

AKW Takahama erhält MOX-Brennelemente aus Frankreich

Der Atomkonzern Kansaidenryoku bekommt MOX-Brennelemente aus Frankreich, die per Schiff angeliefert werden. Die Anzahl der gelieferten MOX-Brennelemente ist jedoch nicht bekannt, bekannt ist nur, dass es sich um eine gefährliche Uran Plutonium-Mischung handelt. Auch die Route und der genaue Ankunftstermin werden aus ,,sicherheitstechnischen Gründen" geheim gehalten. Der Überseetransport der gefährlichen MOX-Brennelemente wird voraussichtlich 2 Monate dauern.

Somit erhält Japan zum ersten Mal seit der AKW-Katastrophe in Fukushima wieder MOX-Brennelemente aus Frankreich.

Diese MOX-Brennelemente sind für den Reaktor 3 am AKW Takahama, Präfektur Fukui gedacht, was zur Zeit, wie fast alle andere AKWs auch wegen der laufenden Sicherheitsprüfungen noch außer Betrieb ist.

 

Keine Stromsparmaßnahmen im Sommer 2013 geplant

Die Regierung plant für den kommenden Sommer keine Stromsparmaßnahmen. Da die Sommer in Japan immer sehr heiß sind und alle Klimaanlagen etc. laufen, ist der Stromverbrauch deutlich höher als im Winter. Dem nach wurden aus Sorge wegen drohender Stromengpässe bei nach und nach abgeschalteter AKWs in den Sommermonaten 2011 und 2012 Stromsparmaßnahmen verordnet. 2012 stellte sich jedoch heraus, das diese Sorge völlig unbegründet gewesen ist, zumal 8 herkömmliche Kraftwerke heruntergefahren wurden, um das Wiederanfahren der Reaktoren 3 und 4 am AKW Ooi, Präfektur Fukui begründen zu können (Antiatom-fuku berichtete mehrfach).

Mittlerweile sind die meisten Bürger gut über die Tatsachen informiert, so dass die Geschichte mit dem ,,drohenden Black Outs" nicht mehr funktioniert.

 

16.04.2013

Klage vor Gericht abgewiesen - AKW Ooi darf weiterlaufen

Die von Anwohnern aus 6 Gemeinden der Kinki-Region (Kyoto/Osaka) und der Präfektur Fukui am Landgericht Ooi eingereichte Klage gegen den Weiterbetrieb des AKWs Ooi, Betreiber Kansaidenryoku wurde abgewiesen.

Grund der Klage ist das Vorhandensein zweier geologischer Verwerfungen, die sich im Meeresboden in der Fukui-Bucht befinden, sowie die aktiven geologischen Verwerfungen auf dem AKW-Gelände (Antiatom-fuku berichtete mehrfach). Ein rasches und sicheres Herunterfahren der Reaktoren im Erdbebenfall ist laut der klagenden Anwohner ebenfalls nicht möglich und eine weiträumige Verstrahlung der Umgebung wäre ebenfalls die Folge.

Nach Meinung des Gerichtes und des Energiekonzerns, der das landesweit einzige aktive AKW Ooi betreibt, stellen die geologischen Verwerfungen keine nennenswerte Gefahr für das AKW dar und auch eine sichere Reaktorschnellabschaltung sei ebenfalls gewährleistet.

 

Erneut Plutonium im Hafenbecken vom AKW Fukushima dai ichi

In Wasserproben, die vom Grund im Hafenbecken des AKWs Fukushima dai ichi entnommen wurden sind, sind ist Plutonium nachgewiesen wurden. Laut der Betreiberfirma Tepco handele es sich jedoch nur um sehr geringe Mengen und würden somit keine Gefahr für die Gesundheit dar stellen.

 

Wegen der aktuellen Vorfälle - Begehung am AKW Fukushima dai ichi durch die IAEA

Nach den gravierenden Vorfällen in den zurückliegenden Wochen und Tagen ist nun eine Expertengruppe der IAEA in Japan eingetroffen, um sich ein aktuelles Bild über den Zustand am AKW Fukushima dai ichi zu verschaffen. Im März kam es zu Stromausfällen und somit zum Ausfall der Kühlung für die Brennelemente, was fatal hätte enden können und in den vergangenen Tagen lief ständig hochradioaktiv verseuchtes Wasser ins Erdreich (Antiatom-fuku berichtete).

Im Rahmen der Ortsbegehung durch die IAEA soll auch das Procedere für den Rückbau der havarierten Atomanlage und die Vorgehensweise zum Umgang mit dem verseuchten Wasser in den Tanks, was ständig ausläuft und weitere Verbesserungsmaßnahmen der aktuellen Probleme erarbeitet werden. Diese Untersuchungen dauern noch bis zum 22.04.2013 an.

 

11.04.2013

Radioaktiv verseuchtes Wasser beim abpumpen auf den Boden gelaufen

Beim abpumpen des hochradioaktiv verseuchten Wassers aus einer der unterirdischen Tanks, an denen Leckagen nachgewiesen worden sind, ist nun an einer undichten Stelle der Pumpanlage verseuchtes Wasser auf den Boden gelaufen. Als dieses bemerkt wurde, wurden die Arbeiten sofort unterbrochen und der Schaden an der Pumpe behoben.

Laut dem AKW-Betreiber Tepco ist der Vorfall durch einen Handhabungsfehler der Arbeiter passiert.

 

10.04.2013

Verseuchtes Wasser am AKW Fukushima dai ichi soll umgefüllt werden

Nach dem in den vergangenen Tagen schon an drei der 7 unterirdisch angelegten Tanks hochradioaktives Wasser über Leckagen in das Erdreich eingedrungen ist (Antiatom-fuku berichtete), soll das Wasser nun in andere Tanks, die sich ebenirdisch befinden umgepumpt werden. Diese Arbeiten werden voraussichtlich bis Juni andauern.

Derzeit befinden sich etwa 27 000 Tonnen hochradioaktiv verseuchtes Wasser in den 7 Tanks, die nun umgefüllt werden sollen.

 

09.04.2013

AKW Fukushima dai ichi: Weiterer Tank für verseuchtes Wasser undicht

Nach weiteren Kontrollen durch Tepco wurde nun an einen dritten Tank, der in der Erde eingelassen ist, eine Undichtigkeit festgestellt, aus dem hochradioaktives Wasser in das Erdreich sickert. Davon weist 1 cc Wasser eine radioaktive Belastung von 10 000 Bq auf.

 

Diskussion um Stromsparmaßnahmen für den kommenden Sommer

Die Regierung berät derzeit über die Notwendigkeit von Stromsparmaßnahmen für den kommenden Sommer. Aufgrund der heißen Sommerperiode in Japan steigt der Stromverbrauch wegen den laufenden Klimaanlagen deutlich an.

Die 9 großen Stromkonzerne und die Industrie sagen jedoch wieder einmal Engpässe in der Stromversorgung vorher, zumal auch das einzige aktive AKW Ooi, Präfektur Fukui in August/September in Revision gehen soll.

In den vergangenen beiden Sommerperioden ließ sich entgegen der Meinung der Industrie und Stromkonzerne die Stromversorgung jedoch unter Mithilfe von teilweisen durchgeführten Stromsparmaßnahmen sehr gut bewältigen (Antiatom-fuku berichtete mehrfach). Auch für dieses Jahr gib es laut unabhängigen Experten absolut keinen Anlass zur Besorgnis. Die Stromversorgung ist auch, wie Japan bereits zeigte, ohne AKWs gewährleistet.

 

07.04.2013

AKW Fukushima dai ichi: Weitere Leckagen an Wassertanks für hochradioaktiv verseuchtes Wasser

Schon in den vergangenen Tagen wurden vereinzelte Leckagen an den Wassertanks für das hochradioaktive Wasser festgestellt, woraufhin Tepco seine Überprüfungen verstärkte. Dem nach wurden heute an einem weiteren Tank, der im Boden eingelassen ist, der Austritt von etwa 120 Tonnen mit Strontium verseuchtem Wasser, was in das Erdreich eingedrungen ist festgestellt.

Auf dem AKW-Gelände befinden sich zahllose Tanks auf 7 Lagerplätzen. Zum Teil sind die Tanks in der Erde eingelassen.

Tepco entschuldigte sich für diese Vorfälle, versicherte, dass das ausgelaufene Wasser nicht ins Meer gelangt wäre und versprach baldige Abhilfe.

 

06.04.2013

Erneuter Stromausfall am AKW Fukushima dai ichi

Gestern Nachmittag kam es wieder einmal zu einem Stromausfall an Reaktor 3, so dass dessen Kühlung für drei Stunden unterbrochen gewesen ist. Diesmal war jedoch nicht eine Ratte schuld (Antiatom-fuku berichtete) , sondern menschliches Versagen.

Laut dem Betreiber Tepco gab es jedoch keinen Anlass zur Sorge, da sich die Kühlwassertemperatur für die Brennelemente bei 15,1°C befand, als die Kühlung ausfiel.

 

03.04.2013

Erneute Untersuchungen für alte Reaktoren

Die Atomaufsichtsbehörde NRA will alle Reaktoren, die älter als 40 Jahre sind noch einmal genauer auf Sicherheit überprüfen. Dazu soll der Reaktor auf feine Risse und andere Schäden untersucht und die Festigkeit des Betonfundamentes überprüft werden.

In den vergangenen Tests wurden nur die Schweißnähte überprüft.

Nach bestehen der zusätzlichen Sicherheitstests kann die Laufzeit der Alt-AKWs einmalig bis zu weiteren 20 Jahren verlängert werden.

Von den 50 Reaktoren sind 17 seit über 30 und 3 seit über 40 Jahren in Betrieb. Sechs weitere Reaktoren erreichen in den nächsten 5 Jahren eine Betriebsdauer von 40 Jahren.

Da sich alte AKWs, vor allem in den letzten Betriebsjahren immer störanfälliger werden, sind laut unabhängigen Experten weitere Laufzeitverlängerungen eher bedenklich als sicher.

 

Derzeit gelten 50 von ursprünglich 54 Reaktoren als betriebsfähig und werden dem entsprechend voll einberechnet. Am havarierten AKW Fukushima dai ichi sind die Reaktoren 5 und 6 und die 4 Reaktoren am AKW Fukushima dai ni noch intakt, so das diese 6 Reaktoren mit einberechnet werden. Das AKW Fukushima dai ni liegt schließlich ebenfalls in der hochverstrahlten Sperrzone.

 

02.04.2013

Aktive geologische Verwerfung an zwei AKWs jetzt bestätigt

Der durch die Atomaufsichtsbehörde NRA durchgeführte Sicherheitstest an drei AKWs nähert sich dem Ende. An den AKWs Higashidori, Präfektur Aomori und Tsuruga, Präfektur Fukui wurde an den dort verlaufenden geologischen Verwerfungslinien eine seismische Aktivität nun endgültig bestätigt.

Die Untersuchungen am AKW Ooi, Präfektur Fukui sind noch nicht abgeschlossen. Schon im letzten Jahr wurden am AKW Ooi, dem derzeit einzigen sich in Betrieb befindlichen AKW Untersuchungen mit Probebohrungen angestellt, die jedoch durch den Betreiber Kansaidenryoku und weiterer Atomlobbyisten angezweifelt wurden sind (Antiatom-fuku) berichtete.

Als nächstes sollen die AKWs Shika, Präfektur Ishikawa, Mihama, Präfektur Fukui und der schnelle Brüter Monju, ebenfalls in der Präfektur Fukui auf aktive geologische Verwerfungen überprüft werden.

Danach steht das Atommülllager und Wiederaufbereitungsanlage Rokkasho, Präfektur Aomori auf dem Programm der NRA.

 

Gehirnwäsche

Verschiedene Universitätsprofessoren, die in ihrer Vergangenheit schon in der Atomindustrie tätig gewesen sind, versuchen wieder einmal über die öffentlichen Medien das Problem der geologischen Verwerfungen zu verharmlosen und somit die Meinung der Bevölkerung zu beeinflussen.

Zudem machen Atomstromfirmen, wie die J-Power Werbung im Fernsehen. Damit soll dem Bürger unterschwellig die ,,Notwendigkeit" der AKWs einsuggeriert werden.

Der staatliche TV-Sender NHK, der laufend durch die Atomlobby finanziell ,,unterstützt" wird, hat auch kein Problem damit, trotz Super-GAU in eigenen Lande diese Werbung auszustrahlen.

 

01.04.2013

Konkrete Pläne der Regierung zur Energiepolitik liegen vor

Ministerpräsident Abe (LDP) strebt weiterhin unter dem Vorwand wirtschaftlicher Notwendigkeit und zur Sicherung der Preisstabilität der Stromkosten die Wiederinbetriebnahme der AKWs an. Auch für den Sommer werden wieder einmal Stromengpässe vorhergesagt, die, wie sich letztes Jahr bereits gezeigt hatte, nicht eingetreten sind.

Die neuen Sicherheitsstandards der Atomaufsichtsbehörde NRA treten ab Juli 2013 in Kraft. Dem nach könnten 30 der noch vorhandenen 50 infrage kommenden Reaktoren keine weitere Betriebsgenehmigung mehr erhalten.

Auch die Stromkonzerne und weitere Atomlobbyisten sehen das schon so kommen und versuchten in den letzten Monaten die NRA mit ,,Förderungen" und ,,Spendengelder" zu beeinflussen (Antiatom-fuku berichtete).

 

  

März 2013

 

29.03.2013

Neubaupläne für AKW verworfen

Nach anhaltenden Protesten aus der Bevölkerung hat der Energiekonzern Tohokuden-ryoku die Pläne für das AKW Namie-Odaka endgültig verworfen. Das AKW sollte 825 MW liefern. Hinzu kommt, was wahrscheinlich auch der Hauptgrund ist, dass sich der geplante AKW-Standort in einer durch den Super-GAU im AKW Fukushima dai ichi verstrahlten Region befindet.

Namie wurde kurz nach dem GAU vollständig evakuiert.

 

23.03.2013

Atomaufsichtsbehörde NRA erhält ,,Spenden" von Atomlobbyisten

Wie sich jetzt herausstellte, haben 15 Mitglieder der Atomaufsichtsbehörde NRA, die sich als unabhängig arbeitende und neutrale Überwachungsbehörde bezeichnet, Schmiergelder von der Atomindustrie erhalten. Angeblich sind es nur Spenden zur Unterstützung der NRA in dessen Arbeit.

Derzeit führt die NRA Sicherheitstests an allen AKWs und weiteren kerntechnischen Anlagen durch. Hierbei werden auch die AKW-Standorte auf Erdbebensicherheit und dem Vorhandensein geologischer Verwerfungen überprüft. Da Japan förmlich durchsiebt ist mit aktiven Verwerfungen und Erdbeben nicht gerade selten sind, ist das Aus für so manche AKWs bereits besiegelt (Antiatom-fuku berichtete).

 

Diese Tatsache ist auch der Atomlobby bewusst, so dass man die Entscheidungen der NRA, die zudem auch noch durch die alte Regierung unter Ministerpräsident Y. Noda (PDJ) zusammengestellt wurde, gerne etwas beeinflussen möchte.

Theoretisch könnte der jetzige Ministerpräsident S. Abe (LDP) die NRA-Gruppe einfach neu zusammenstellen. Das könnte jedoch seine Atomlobby-Freundlichkeit weiter offen legen und das Vertrauen durch die Bevölkerung weiter beeinträchtigen.

 

Jetzt sollen die 15 betroffenen Mitglieder, die solche ,,Sonderzuwendungen" erhalten haben diese offen legen und Stellung dazu nehmen. Das Ergebnis soll auf der Homepage der NRA veröffentlicht werden, damit der Eindruck einer Transparenz in der Angelegenheit entsteht.

 

20.03.2013

Ratte als Ursache für den Stromausfall im AKW Fukushima dai ichi

Nach dem die Stromversorgung für die Abklingbecken heute morgen komplett wieder hergestellt wurden ist, fand man an den provisorischen Schalttafeln Brandspuren und eine tote Ratte. Möglicherweise ist diese für den Stromausfall der Abklingbecken, der durch einen Kurzschluss verursacht wurden ist verantwortlich.

Der Stromausfall, der sich vor zwei Tagen ereignete,  betraf die Abklingbecken der Reaktoren 1 bis 4 und das externe Brennelementebecken. Ein Aufheizen der Brennelemente bei fehlender Kühlung hätte eine fatale Kritikalität, also eine erneute Kernschmelze auslösen können (Antiatom-fuku berichtete).

Mittlerweile sind alle Kühlsysteme wieder instant gesetzt und die Temperatur in den Abklingbecken kann wieder normalisiert werden.

 

19.03.2013

AKW Fukushima dai ichi: Stromversorgung zum Teil wieder hergestellt

Die Stromversorgung für den Kühlkreislauf der Brennelemente in den Abklingbecken der Reaktoren 1 und 4 wurde heute Nachmittag wieder instant gesetzt. Die Stromversorgung für die restlichen Reaktoren und für das externe Abklingbecken soll bis morgen früh 8:00 Uhr wieder hergestellt sein.

Gestern ist es im AKW Fukushima dai ichi aus unbekannten Gründen zu einem Zusammenbruch der Stromversorgung für die Kühlsysteme gekommen, der im schlimmsten Fall zu einer Kritikalität in den Abklingbecken hätte führen können(Antiatom-fuku berichtete).

Die Temperatur im Abklingbecken von Reaktor 4 war schon auf 30°C, von ursprünglich 25°C angestiegen. Tepco blieb jedoch entspannt und sah die Sache nicht so dramatisch.

Zudem wurde der gestrige Vorfall, wie sich heute herausstellte, erst 3 Stunden verspätet an die Atomaufsicht NRA gemeldet.

 

18.03.2013

Stromausfall im AKW Fukushima dai ichi - Gefahr für die Abklingbecken

In gleich mehreren Reaktoren ist die Stromversorgung zusammengebrochen. Somit war die Kühlung der Abklingbecken der Reaktoren 1 bis 4 beeinträchtigt. Betroffen war auch die Wasserdekontaminierungsanlage. Die Wassereinspeisung der Reaktoren 1 bis 3 sei jedoch unbeeinträchtigt gewesen.

Laut Tepco sei die Situation unter Kontrolle und der Störfall wurde an die Atomaufsicht NRA gemeldet. Ein weiterer Anstieg der Radioaktivität sei laut Tepco nicht zu verzeichnen gewesen.

Während immer noch nach der Ursache für den Stromausfall gesucht wird und die Instantsetzungsarbeiten laufen, wurde eine externe Stromversorgung hergestellt.

Nach Angaben von Tepco steigt die Temperatur im Abklingbecken bei fehlender Kühlung nur langsam an. Dem nach würde das Abklingbecken am Reaktor 4 etwa zwei Tage brauchen, bis eine kritische Temperatur von 65 C° erreicht ist.

Sollten die Abklingbecken trocken laufen, käme es zu einer Überhitzung der Brennelemente und somit zu einer massiven Kritikalität mit massiver Strahlenfreisetzung.

Im absoluten Notfall würde man die Kühlung von extern, also mit Wasserwerfern, bzw. mittels Betonpumpe aufrecht erhalten.

 

15.03.2013

Screenings belegen bereits: Schilddrüsenkrebs wird sprunghaft ansteigen

Nach Durchführung von Reihenuntersuchungen, die in den vergangenen Monaten in der Präfektur Fukushima bei Kindern und Heranwachsenden, die zum Zeitpunkt der AKW-Katastrophe unter 18 Jahre gewesen sind, zeichnet sich nun ein deutlicher Anstieg von pathologischen Veränderungen an der Schilddrüse ab. Dazu zählen auch die bösartigen Veränderungen, die deutlich ansteigen.

Einen möglichen Zusammenhang mit der erhöhten Radioaktivität wird sehr häufig dementiert. Auch weitere Kontrolluntersuchungen sind laut der Regierung und der Gesundheitsbehörde erst nach zwei Jahren wieder nötig, obwohl schon bei drei Kindern eine Krebserkrankung diagnostiziert wurde. Voraussichtlich wird die Rate der Schilddrüsenkrebserkrankungen in den nächsten Jahren auf etwa 75% ansteigen.

 

13.03.2013

AKW-Tourismus wie in Tschernobyl?

Nach nur zwei Jahren seit der verheerenden AKW-Katastrophe, dessen Ende noch nicht einschätzbar ist und die Aufräumarbeiten auf dem Gelände noch Jahrzehnte andauern werden, denken schon einige über die Vermarktung des AKWs als Touristenattraktion nach.

Prof. Dr. H. Azuma, ein bekannter Kulturkritiker hat auch schon Pläne, in dem er in ein paar Jahren das ehemalige Sportzentrum J-Village, was derzeit u.a. als AKW-Koordinationszentrale dient, zum Touristeninformations- und Einkaufszentrum umfunktionieren und das AKW-Gelände für Besucher zugänglich machen will.

Azuma begründet seine Idee damit, das es in Hiroshima ja schließlich auch ein Mahnmal gibt und der AKW-Tourismus wirtschaftliche Verbesserung für die Präfektur Fukushima bedeuten würde.

 

11.03.2013

Zehntausende gedachten der Opfer der Dreifachkatastrophe

Während die japanische Regierung mit Hochdruck an die Wiederinbetriebnahme der AKWs und den schnellen Brüter Monju arbeitet, gedachten heute landesweit Zehntausende den Opfern der Tsunami- und der AKW-Katastrophe, die sich heute zum zweiten Mal jährte.

 

10.03.2013

Großdemos zum zweiten Jahrestag

In Tokyo im Regierungsviertel, Fukushima und weiteren größeren Orten gingen Zehntausende auf die Straße, um gegen den Weiterbetrieb der Kernkraftwerke zu demonstrieren und den Opfern der AKW-Katastrophe in Fukushima zu gedenken.

Derzeit will die neue Regierung unter Ministerpräsident Abe trotz der spürbaren Katastrophenfolgen ihren Atomkurs fortsetzen (Antiatom-fuku berichtete mehrfach).

 

08.03.2013

Ministerpräsident Abe weiterhin auf Atomkurs

Trotz der verheerenden Atomkatastrophe, die sich am Montag zum zweiten Male jährt, bekräftigt Ministerpräsident Abe (LDP) erneut, dass alle AKWs innerhalb der nächsten drei Jahre wieder ans Netz gehen sollen. Laut Abe würden die AKWs die Stromversorgung langfristig sichern und für einen wirtschaftlichen Aufschwung sorgen. Eine Stromversorgung durch alternative Energien wäre angeblich noch nicht möglich.

Erwähnt wird jedoch nicht, dass durch die Wiederinbetriebnahme der AKWs hauptsächlich eine rasche Bereitstellung von kernwaffenfähigen Brennmaterial zur Verfügung gestellt werden soll.

 

04.03.2013

Regierung und Tepco wollen den Ruf der Kernenergie ,,retten"

Jetzt wo der 2. Jahrestag der AKW-Katastrophe in Fukushima immer näher rückt und neben den ständigen Protesten für das kommende Wochenende zahlreiche Großdemos in Japan stattfinden, will die Regierung gemeinsam mit dem für die AKW-Katastrophe verantwortlichen Stromkonzern Tepco die Anti-AKW-Proteste zum Fukushima-Jahrestag nach Möglichkeit unterbinden bzw. eindämmen.

Die Bürgerinitiative ,,Frauen aus Fukushima", die seit zwei Jahren gegen den Weiterbetrieb der AKWs und für eine wahrheitsgemäße Aufklärung über die Gefahren der Radioaktivität und für die Rechte der AKW-Opfer in der Präfektur Fukushima kämpft, fordert für die AKW-Opfer vom 11.03.2011 einen nationalen Gedenktag ein, so wie diese auch für die Atombombenopfer von Hiroshima und Nagasaki eingerichtet wurden sind. Das allerdings will die Regierung und der Betreiber Tepco verhindern. Sie versuchen auch die Katastrophe herunterzuspielen, damit das Image der ,,friedlichen Nutzung'' der Kernenergie nicht weiter belastet wird. Von daher würde ein Gedenktag für die AKW-Opfer in Fukushima in den Augen der Regierung ein negatives Licht auf die ,,friedliche Nutzung" der Kernenergie werfen.

Dazu agiert in der Präfektur Fukushima eine ,,Pseudobürgerinitiative'', die zwar sagt, dass Fukushima keine AKWs braucht, diese Aussage jedoch nicht auf das gesamte Japan bezieht... Dadurch soll das Vertrauen ahnungsloser Bürger erschlichen und die Folgen der Katastrophe heruntergespielt werden. Auch vom Datum ,,11.03.", was nun ,,rufschädigend" für die Atomlobby ist, will diese Scheinbürgerinitiative ablenken.

 

03.03.2013

AKW-Betreiber rüsten auf ,,koste es was es wolle"

Die strengeren Sicherheitsauflagen der Atomaufsichtsbehörde NRA, die noch unter der Vorgängerregierung geschaffen wurde, ist der jetzigen Regierung und den Atomkonzernen eher ein Dorn im Auge. Denn jetzt steht schon fest, dass keines der AKWs die Sicherheitsanforderungen der NRA erfüllen kann, wenn diese nicht massiv ,,aufrüsten".

Ministerpräsident Abe (LDP) hätte zwar die Möglichkeit den NRA-Vorsitzenden S.Tanaka gegen eine etwas atomfreundlicheren Führungskraft auszutauschen, was jedoch den Verdacht, dass Abe die AKWs auch wieder schnell in Betrieb nehmen möchte erhärtet hätte.

Die neuen und auch viel strengeren NRA-Richtlinien treten in Juli in Kraft (Antiatom-fuku berichtete).

Jetzt pumpen die AKW-Betreiber kräftig Geld in die Umsetzung der geforderten Standards für die AKWs, anstatt in alternative und sichere Energieformen zu investieren.

So muss der Betreiber Kansaidenryoku, dem auch das landesweit einzige aktive AKW Ooi, Präfektur Fukui gehört, etwa € 2,8 Mrd. für die Nachrüstung seiner AKWs aufbringen. Richtig teuer wird es für den Betreiber Chubudenryoku, der das südlich von Tokyo gelegene AKW Hamaoka betreibt. Dieser AKW-Standort ist sicherheitstechnisch gesehen aufgrund seiner seismischen Gegebenheiten extrem gefährlich. Derzeit wird dort die Tsunamimauer auf 22 Meter hochgezogen. Die Kosten für die Nachrüstungen am AKW Hamaoka belaufen sich auf etwa € 1,2 Mrd..

Für eine rasche Wiederinbetriebnahme scheuen auch die restlichen AKW-Betreiber keine Kosten, die sich im gesamten auf mindestens € 8,2 Mrd. belaufen werden.

Schwierig sieht es allerdings für den Betreiber Japan Atomic Power aus, da er ausschließlich Atomstrom produziert und nun von der Insolvenz bedroht ist.

 

  

Februar 2013

  

25.02.2013

Fast zwei Jahre danach: Entsorgung von Tsunami-Schutt dauert noch an

Die Dreifachkatastrophe in Nordostjapan jährt sich bald zum zweiten Mal und die Aufräumarbeiten dauern noch bis voraussichtlich 2016 an.

Derzeit sind etwa 46% des angefallenen Tsunami-Schutts (etwa 16 Mio. Tonnen) und 10 Mio. Tonnen Sand, Schlamm und Erde in Müllverbrennungsanlagen und Deponien entsorgt wurden. Am schnellsten gingen die Arbeiten in der am stärksten betroffenen Präfektur Miyagi, nördlich der Präfektur Fukushima voran. In der Präfektur Fukushima gehen die Arbeiten eher schleppend, wegen der erschwerten Entsorgung aufgrund der Strahlenbelastung voran. Dort häuft sich an sämtlichen Stellen, auch nahe an Wohngebieten, der radioaktiv kontaminierte Tsunami-Schutt, dessen Endlagerung noch nicht endgültig geklärt ist (Antiatom-fuku berichtete).

Große Mengen der radioaktiv kontaminierten Tsunami-Abfälle wurden bereits landesweit in Müllverbrennungsanlagen verbrannt, was auch schon große Proteste in der Bevölkerung auslöste.

 

20.02.2013

Aktive geologische Verwerfung am AKW Higashidori bestätigt

Nach Untersuchungen der NRA am AKW Higashidori, Präfektur Aomori in Nordjapan wurde das Vorhandensein einer aktiven geologischen Verwerfungslinie bestätigt. An der Ostküste der Präfektur Aomori befindet sich auch das riesige Atomüllendlager und Wiederaufbereitung Rokkasho, nördlich davon das AKW Oma, was sich noch im Bau befindet und ausschließlich nur mit MOX-Brennelementen betrieben werden soll.

Parallel zur Ostküste der Präfektur Aomori verläuft im Meer eine 80 km lange Verwerfung. Dadurch sind die nahegelegenen Atomanlagen noch stärker erdbebengefährdet (Antiatom-fuku berichtete). Mittlerweile liegt auch eine Klage der nahe gelegenen Stadt Hakodate gegen der Weiterbau des AKW Oma vor.

 

15.02.2013

Unregelmäßigkeiten an schnellen Brüter Monju, NRA-Begehung der Anlage

Nachdem kürzlich zahllose Versäumnisse bezüglich der Sicherheitsüberprüfungen am AKW Monju, Präfektur Fukui, Japans einzigen ,,schnellen Brüter'' bekannt geworden sind (Antiatom-fuku berichtete), besuchten nun 8 Experten der Atomsicherheitsbehörde NRA die Anlage und nahmen entsprechende Überprüfungen vor.

Neben technischen Mängeln wurden auch Prüfdokumente und Logbücher vorsätzlich gefälscht. Dort wurden Ergebnisse von Sicherheitschecks dokumentiert, die frei erfunden sind.

Der schnelle Brüter und Forschungsreaktor Monju weist schon eine ganze Reihe von Störfällen auf, obwohl er in seiner gesamten Lebensdauer nur für einige kurze Zeitabschnitte in Betrieb war. Z.B. 1995 kam es zu radioaktiven Natrium-Kühlmittelaustritt.

 

10.02.2013

AKW-Sicherheitstest: Falsche Angaben durch die Atomenergiebehörde JAEA

Wie sich jetzt herausstellte, hat die Atomenergiebehörde JAEA, die Ende 2012 eine Sicherheitsüberprüfung am schnellen Brüter Monju, Präfektur Fukui, durchgeführt hat, falsche Angaben gegenüber der Atomaufsicht NRA gemacht. Dem nach sind im Bericht Überprüfungen als ok dokumentiert, die gar nicht durchgeführt wurden sind. Laut dem Vorsitzenden der JAEA ist das alles nur ein Versehen gewesen.

Allerdings wurden bei diesem ,,Versehen'' sehr wichtige Sicherheitskontrollen, die u.a. auch die Reaktorkühlung betreffen, unterlassen. Als Konsequenz will die NRA nun selber genaue technische Überprüfungen am schnellen Brüter Monju durchführen.

 

06.02.2013

AKW Ooi: Kurzzeitiger Stromausfall in Reaktor 3

Um 14:30 Uhr ereignete sich im AKW Ooi, Präfektur Fukui ein Störfall, der leicht in eine nuklearen Katastrophe hätte enden können.

Das AKW Ooi, dessen Reaktoren 3 und 4 seit Juli 2012 wieder in Betrieb sind, ist das derzeit einzige aktive AKW in Japan.

Durch eine versehentlich bzw. fehlerhaften Betätigung eines Hebels wurde die Stromversorgung für Reaktor 3 außer Betrieb gesetzt. Somit war der Reaktor für eine Minute komplett ohne Stromversorgung. Laut dem Betreiber Kansaidenryoku bestand jedoch keine Gefahr für die Bevölkerung. Es sei auch keine Radioaktivität ausgetreten.

 

05.02.2013

Neue Atomaufsichtsbehörde NRA unglaubwürdig?

Die im Herbst 2012 neu eingerichtete Atomaufsicht NRA sollte als unabhängig arbeitende Behörde die Sicherheit der AKWs und anderen kerntechnischen Anlagen objektiver als die vorherigen Behörden, wie z.B. die NISA beurteilen und somit wieder mehr Vertrauen der Bevölkerung zu erlangen.

Allerdings kamen schon damals, bei der Teamzusammenstellung der NRA leichte Zweifel auf, da einige Mitglieder in der Vergangenheit in der Atomlobby tätig gewesen sind.

Wie sich jetzt herausstellte, führte einer der NRA-Mitglieder in den vergangenen Tagen, im Alleingang Gespräche mit der Atomindustrie und gab dort NRA-interne Informationen weiter.

Auch in Dezember gab es schon unerlaubte Verhandlungen mit der Firma Atomic Power Japan, dem Betreiber des AKWs Tsuruga, dem wegen einer möglichen aktiven geologischen Verwerfung die Stilllegung drohen könnte.

 

02.02.2013

Trotz Fukushima will die neue Regierung die Atomkraft ausbauen

Ministerpräsident Abe (LDP) hat nun im Parlament offiziell bekräftigt, dass er den von Ex-Ministerpräsidenten Noda (PDJ) beschlossenen Atomausstieg bis 2040 wieder kippen wird. Der Beschluss der alten Regierung sei laut Abe trotz Fukushima völlig unbegründet gewesen. Laut Abe haben die Gemeinden mit AKW-Standorten und die Industrie wirtschaftliche Probleme, wenn die AKWs weiterhin vom Netz bleiben.

Die japanische Wirtschaft schwächelt zwar tatsächlich, da die Exporte zurückgegangen sind und wegen den momentan abschalteten AKWs mehr Öl-und Gasimporte nötig sind, dennoch ist der Neustart der AKWs nicht nötig. Anstatt die erneuerbaren Energien weiter voran zu bringen, hält Abe weiter an der Atomkraft fest und denkt sogar an den Ausbau neuer AKWs. Die Belange der Betroffenen in der verstrahlten Region spielt da eher eine untergeordnete Rolle.

Beschlüsse dazu sollen jedoch erst nach der Oberhauswahl in Juli getätigt werden. Derzeit verfügt die PDJ noch über eine Mehrheit im Oberhaus.

 

 

Januar 2013

  

30.01.2013

Deutlich strengere Auflagen durch die NRA - Das Aus sämtlicher AKWs?

Entwürfe neuer Sicherheitsbestimmungen der unabhängig arbeitenden Atomaufsichtsbehörde NRA liegen vor und sollen im Juli in Kraft treten.

Neben deutlich strengeren Kriterien, ab wann eine geologische Verwerfung als aktiv gilt, soll u.a. auch der Brandschutz, die Sicherung der Notstromversorgung der Reaktoren verschärft werden. Das sind Anforderungen, die die meisten AKWs in Japan nicht erfüllen können, bzw. nur unter sehr hohen Kostenaufwand erreichen würden. Diese ,,Aufrüstung'' könnte Jahre in Anspruch nehmen.

Das einzige sich in Betrieb befindliche AKW Ooi, Präfektur Fukui, entspricht den neuen Sicherheitsbedingungen in keinerlei Hinsicht, was die baldige Stilllegung zur Folge haben könnte. Das könnte  spätestens in August/September der Fall sein, wenn die beiden laufenden Reaktoren zwecks Wartung, die alle 13 Monate fällig ist, heruntergefahren werden müssen.

Aus Sorge über die mögliche Stilllegung des AKWs Ooi durch die NRA propagiert der Betreiber Kansaidenryoku massive Stromengpässe im Sommer in der Kansai-Region, zu der auch die Großstädte Osaka und Kyoto gehören.

Im Sommer 2012 hat sich jedoch gezeigt, dass diese Befürchtungen völlig unbegründet sind, zumal 8 ,,herkömmliche'' Kraftwerke heruntergefahren wurden, um die Wiederinbetriebnahme zweier Reaktoren am AKW Ooi zu begründen (Antiatom-fuku berichtete).

 

24.01.2013

Geologische Verwerfungen: Mögliches Aus für das Groß-AKW Kashiwazaki Kariwa

Bei den Groß-AKW Kashiwazaki Kariwa, nahe der Stadt Niigata, besteht der Verdacht, dass sogar gleich mehrere aktive geologische Verwerfungslinien unterhalb der Reaktoren 1,2,3,5 und 7 verlaufen. Eine weitere möglicherweise aktive Verwerfung verläuft nahe am Reaktor 4, unterhalb dessen Turbinengebäude.

Der Betreiber Tokyodenryoku (Tepco), der auch das havarierte AKW Fukushima dai ichi zu verantworten hat, zweifelt die Aktivität der geologischen Verwerfungen an. Tepco will eigene Untersuchungen dazu anstellen.

Kommen die von Tepco durchgeführten Untersuchungen jedoch zu keinen plausiblen Ergebnis, wird die Atomaufsichtsbehörde NRA eigene Nachforschungen anstellen.

Derzeit stehen noch sechs andere AKWs auf dem Prüfplan der NRA, die auf aktive geologische Verwerfungen untersucht werden sollen.

 

19.01.2013

Neue PRIS-Einstufung japanischer Reaktoren durch die IAEA

In der internationalen Datenbank ,,Power Reactor Informationservice'' (PRIS) stufte die IAEA nun alle 47 stillstehenden Reaktoren vom Status ,,in Operation'' (in Betrieb/ betriebsbereit) als ,,Longterm shutdown'' (Langzeitstillstand, mögl. Stilllegung)ein.

Trotz aller atomfreundlichkeit tendieren diese 47 japanischen Reaktoren nach Meinung der IAEA eher in Richtung Stilllegung als in die Wiederinbetriebnahme.

Somit befinden sich weltweit noch 390 Reaktoren in Betrieb.

 

16.01.2013

Weiterhin Uneinigkeit bezüglich der aktiven Verwerfungen am AKW Ooi

Nach zahlreichen Überprüfungen und Testbohrungen durch die Atomaufsicht NRA am AKW Ooi, Präfektur Fukui gibt es immer noch keine offizielle Klarheit, ob die geologischen Verwerfungen, die unterhalb zweier Reaktoren verlaufen, aktiv sind oder nicht.

Die Bestätigung einer seismischen Aktivität der Verwerfungen könnte die sofortige Stilllegung des derzeit landesweit einzigen sich inbetrieb befindlichen AKWs zur Folge haben (Antiatom-fuku berichtete).

Der Betreiber Kansaidenryoku (Kepco), der den Verlust des AKWs fürchtet, dementiert das Vorhandensein seismischer Aktivitäten und die Regierung schiebt eine Entscheidung über weiteres Procedere weiterhin auf.

 

09.01.2013

AKW Fukushima dai ichi: Stützgerüst für den einsturzgefährdeten Reaktor 4

Gestern wurde mit dem Bau eines Stahlgerüstes zur Abstützung des Reaktorgebäudes 4, was einsturzgefährdet ist, begonnen. Beim Einsturz des Gebäudes, was mittlerweile schon 80 cm nach rechts geneigt ist, würden über 1500 Brennelemente aus 30 Metern Höhe auf dem Boden fallen, sich aufheizen und somit eine massive Kritikalität mit extrem hoher Strahlung auslösen (Antiatom-fuku berichtete/ s. auch nähere Informationen dazu).

Die nun begonnenen Stabilisierungsmaßnahmen sind jedoch zuvor noch nicht möglich gewesen.

Zum Stützgerüst, soll der Reaktor 4 auch eine Schutzhülle, zur Eindämmung der hohen Strahlung erhalten. Ein Kran, unterhalb der Schutzhülle zur Bergung der 1533 Brennelemente aus dem Abklingbecken im 4. Stock wird ebenfalls installiert. Allerdings ist noch nicht klar, wie der Kran die Brennelemente bei fehlender Wasserschleuse einigermaßen sicher dort herausheben soll.

Die Stützgerüst-Schutzhüllenkonstruktion mit einer Höhe von ca. 55 Metern wird voraussichtlich Oktober fertiggestellt sein (s.Kurzfilm/Animation). Die Bergung der Brennelemente soll ab November beginnen.

 

08.01.2013

Wilde Müllkippen für radioaktives Laub und Dreck - Von den Behörden tolleriert

Wieder kommt ein Skandal im Umgang mit mit radioaktiv kontaminiertem Material ans Licht.

Im Rahmen der laufenden Dekontaminierungsarbeiten in der Präfektur Fukushima werden zunehmend illegal entsorgte radioaktive Abfälle, wie Erdreich, Laub etc. in Wäldern, Flüssen und am Straßenrand entdeckt. Die Arbeiter werden sogar durch die jeweiligen Subunternehmer dazu veranlasst, alles, was nicht mehr in die Säcke passt vor Ort liegen zu lassen. So entstanden schon vielerorts ,,wilde Müllkippen''.

Auch den Behörden ist diese Vorgehensweise bereits seit mehreren Monaten bekannt; unternommen wurde jedoch nichts. Es gab lediglich Anweisungen an die Dekontami-nierungsfirmen vorschriftsmäßig zu arbeiten. Jetzt gerät das Umweltministerium jedoch unter Druck und muß nun Stellung beziehen.

Letztendlich sind die Dekontaminierungsmaßnahmen eher ineffektiv gewesen, haben Unmengen an Steuergelder verschlungen und die einzigen Nutznießer sind die vom Staat beauftragten Firmen und dessen Subunternehmer gewesen.

Nur in bestimmten ,,Vorzeigebezirken'' wurde ordnungsgemäß gearbeitet, da dort durch das Umweltministerium stets angekündigte Kontrollen durchgeführt werden.

 

03.01.2013

Trotz Super-GAU im eigenen Lande will  Abe AKW-Neubauten

Geht es nach dem Ministerpräsidenten Abe (LDP), steht den AKW-Neubauprojekten nichts im Wege. Dafür erhofft er sich sogar die Zustimmung der Bevölkerung.

Abe hält die AKWs in Japan für sicher und aus wirtschaftlichen Gründen für unverzichtbar. Als Begründung führt er an, dass die AKWs Onnagawa, Fukushima dai ni und Tokai die Erdbeben- und Tsunamikatastrophe von 2011 überstanden hätten. ,,Das AKW Fukushima dai ichi sei nur eine Ausnahme gewesen. Seine Bauweise sei Schuld an der Katastrophe gewesen'', so Abe. Ansonsten hält Abe die japanischen AKWs, vor allem die Neueren für sicher.

Jetzt fragt man sich allerdings, warum Abe bezüglich der ungeeigneten Bauweise am AKW Fukushima dai ichi nicht schon früherer, als seine Partei vor etwa drei Jahren noch regierte, interveniert hatte. Damals war die Bauweise noch völlig in Ordnung für die LDP.

Auch das das AKW Fukushima dai ni im März 2011 nur knapp an einem GAU vorbei geschrabbt ist, das AKW Onnagawa und Tokai einen gravierende Störfall aufwiesen, erwähnt Abe nicht. dazu hat die Atomaufsicht NRA erst kürzlich noch gravierende Mängel in puncto Brandschutz, z.B. ungeeignete Kabelisolierungen sämtlicher AKWs festgestellt.