2014 Fuku Info

aus dem Jahr 2014 in umgekehrter Chronologie. Das heißt: Das aktuellste folgt zuerst.

 

Dezember 2014

30.12.2014

Kanadische Studie verharmlost Fukushima-Folgen

Einer aktuellen Studie zur Folge, die ein kanadisches Forscherteam durchgeführt hat, wären die Auswirkungen der Reaktorkatastrophe von Fukushima für das Meer wohl nicht so dramatisch. Dazu führte der Teamleiter John Smith Vergleiche mit früheren Atombombentests an, dessen verbliebene Radioaktivität seiner Meinung nach kaum mehr messbar und somit auch nicht mehr schädlich für die Gesundheit sei.

Er räumte zwar ein, dass die Radioaktivität vor der kanadischen Küste in den nächsten Jahren zwar noch ansteigen wird, betonte jedoch auch, dass diese danach jedoch wieder rapide abfallen würde.

Unterm Strich heißt das, dass es laut dem Wissenschaftler John Smith keine gravierenden Folgen für den Pazifik, dem restlichen Meer und dessen Lebewesen zu erwarten sei.

Siehe hierzu auch den englischsprachigen Artikel  der Canada.com

Fallout from radioactive Fukushima rising in west coast waters

und das Video Fukushima's Ongoing Impactin dem die Fachärztin Helen Caldicott die Folgen der Radioaktivität für Meer und Umwelt in einem Vortrag erklärt. Dauer ca. 1 Stunde, englischsprachig.

 

28.12.2014

Abes Wirtschaftspolitik: 24-Mrd. Euro schweres Konjunkturpaket

Ministerpräsident Shinzo Abe (LDP) will mit einen Milliarden-schweren Konjunkturprogramm die japanische Wirtschaft wieder in Schwung bringen. Das Hilfspaket umfasst eine Summe von 3,5 Billionen Yen, umgerechnet ca. 3,5 Mrd. Euro, mit der die Regierung finanzschwache Regionen, kleine Unternehmen, Wiederaufbauprojekte in der Tsunamiregion unterstützen und sogar neue Arbeitsplätze schaffen will.

Die japanische Wirtschaft kam nicht nur durch die Erhöhung der Mehrwertsteuern ins Stocken, sondern auch durch all die vorherigen Konjunkturprogramme, wie dem „Abenomix“, die Abe auf den Weg gebracht hatte. Diese sind nämlich alle ohne nennenswertes Ergebnis verlaufen und haben zu keiner Stabilisierung der japanischen Wirtschaft geführt. Sie haben lediglich in eine Ausweitung der Rezession mit noch höheren Staatsschulden geführt.

Mit dem neuen Konjunkturpaket und der Fortsetzung der „lockeren Geldpolitik“ erhofft sich Abe allerdings ein Wirtschaftswachstum in den nächsten Monaten.

Unabhängige Wirtschaftsexperten sind jedoch eher skeptisch, zumal das jetzige Konzept nicht gravierend anders ist als die zuvor getätigten Versuche.

 

AKW Fukushima dai ichi – Kabelschächte mit Spezialbeton verfüllt

Im Kampf mit dem hochradioaktiv verseuchten Wasser wurden nun die Verbindungstunnel und Kabelschächte zwischen Reaktor 2 und dem Turbinengebäude nach und nach mit Spezialbeton verfüllt. Nur ein kleiner gewollter Wasserdurchlass ist verblieben. Diese Arbeiten wurden bereits in November begonnen (antiatom-fuku berichtete).

Ziel der Maßnahme ist es, dass das hochradioaktiv verseuchte Wasser, was sich in den Verbindungstunnel der Reaktorkellerräume angesammelt hat nicht ins Meer sickert. Hierbei handelt es sich um eine Menge von etwa 5000 Tonnen hochradioaktives Wasser aus Grund- und Kühlwasser, was mit den geschmolzenen Brennelementen in Kontakt gewesen ist.

Währende der Verfüllungsarbeiten wurde die Hälfte des Wassers, also 2500 Tonnen abgepumpt und in die Tanks auf dem Gelände gefüllt.

Ob die nun geschaffene Barriere dicht hält oder Risse bildet, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.   

 

26.12.2014

AKW Sendai – Wiederinbetriebnahme verschiebt sich weiter nach hinten

Wegen fehlender Dokumente bezüglich sicherheitsrelevanter Nachbesserungen, die die Kyushu Elektrizitätswerke (Kyushudenryoku) bei der Atomaufsichtsbehörde NRA noch nicht vorgelegt haben, verschiebt sich die Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 1 und 2 am AKW Sendai, Kagoshima um weitere ein bis zwei Monate.

Dadurch ist mit einer Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren, die ursprünglich sogar schon für Oktober 2014 vorgesehen war (antiatom-fuku berichtete), vor Ende März nicht mehr zu rechnen.

Der verärgerte Betreiber „warnt“ jedoch vor einem Versorgungsengpass während der kalten Wintermonate Januar und Februar. Laut unabhängigen Experten ist jedoch auch in diesem Winter, wie auch schon im letzten Winter nicht mit einem Stromengpass zu rechnen, zumal Kyushu sich im Süden von Japan, also in einen eher warmen Breitengrad befindet!

 

Präfektur Fukushima – 4 weitere Kinder mit Verdacht auf Schilddrüsenkrebs

Bei vier Kindern aus der Präfektur Fukushima, dessen Schilddrüse bei einer Ultraschalluntersuchung von April 2014 noch einen Normalbefund aufwies, wurde bei einer Kontrolluntersuchung von Anfang dieser Woche ein hochgradig krebsverdächtiger Befund erhoben.

Seit der Reaktorkatastrophe von März 2011 wurde bereits bei etwa 100 Kindern eine bösartige Erkrankung der Schilddrüse festgestellt.

Ein möglicher Zusammenhang mit der erhöhten Radioaktivität wird von offizieller Seite jedoch weiterhin bestritten.

Nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl ist die Schilddrüsenkrebsrate „erst“ nach 4 bis 5 Jahren drastisch angestiegen, was von den Atombefürwortern gerne als „Begründung“ angeführt wird, um zu „belegen“, dass die Kinder in der Präfektur Fukushima nicht wegen der erhöhten Radioaktivität erkrankt sind, sondern rein zufällig.

Es wird jedoch verschwiegen, das nach Tschernobyl erstens keine frühzeitigen Reihenuntersuchungen bei Kindern, so wie das in Fukushima der Fall ist, eingeleitet worden sind und die Ultraschallgeräte der Achtziger deutlich primitiver waren als die heutigen. Dazu verfügten die ukrainischen Kliniken mit Sicherheit auch nicht gerade über das neuste Modell, während im Hightech-Land Japan und auch in der heutigen Zeit die Kliniken über wesentlich bessere Ultraschallgerät mit einer sehr guten Auflösung verfügen. Dadurch sind, im Gegensatz zu früher auch kleine krebsverdächtige Knoten der Schilddrüse gut zu erkennen.

Auch die Statistiken wurden nach Tschernobyl in der ersten Zeit nur sehr lückenhaft erfasst, so dass es gar keine konkreten Aussagen über die Schilddrüsenkrebsfälle bei Kindern in den ersten Jahren nach der Reaktorkatastrophe gibt.

 

NRA überlegt all das radioaktiv verseuchte Wasser ins Meer zu verklappen

Auf einer Konferenz der Atomaufsichtsbehörde NRA und dem Betreiber Tepco wurde Anfang der Woche diskutiert, das radioaktiv verseuchte Grund- und Kühlwasser der havarierten Reaktorruine Fukushima dai ichi, was mit der Dekontaminationsanlage ALPS gefiltert worden ist, direkt ins Meer zu leiten.

Laut dem NRA-Chef Tanaka müsse man sich jetzt Gedanken machen, wie man jetzt in den kommenden 5 Jahren mit dem radioaktiv verseuchten Wasser am AKW Fukushima dai ichi umgehen soll, da man es ja nicht unbegrenzt auf dem Gelände deponieren kann.

Seit Mai 2014 werden allerdings schon in regelmäßigen Abständen große Mengen radioaktives Grundwasser nach einer „Reinigung“ über einen Bypass unter Umgehung der hochgradig radioaktiv verseuchten Reaktorkellerräume ins Meer verklappt (antiatom-fuku berichtete).

Die kontinuierliche Einleitung nach der Filterung mit der ALPS käme dann noch hinzu. Zu den ist die ALPS laufend defekt und kann auch kein Tritium herausfiltern.

Das Tritium ist jedoch besonders gefährlich, da es sich wie „normales“ Wasser verhält und auch dem entsprechend in jede Körperzelle gelangt.

Es wird jedoch fieberhaft nach einer Lösung gesucht, die die ALPS ablösen soll. Eine amerikanische Firma will sogar eine mögliche Lösung für das Tritium-Problem haben (antiatom-fuku berichtete). Es ist jedoch alles noch in der Erprobung und nicht in Betrieb.

 

23.12.2014

AKW Higashidori – möglicherweise zwei weitere aktive Verwerfungslinien

Am AKW Higashidori, Präfektur Aomori, was derzeit durch die Atomaufsichtsbehörde NRA auf Erfüllung der Sicherheitsanforderungen zur Wiederinbetriebnahme des einzigen Reaktors überprüft wird, verlaufen zwei langstreckige Verwerfungslinien, die laut unabhängigen Experten aller Wahrscheinlichkeit nach seismisch aktiv sind. Dieses wird jedoch von den Tohoku Elektrizitätswerken (Tohokudenryoku), die das AKW betreiben allerdings bestritten.

Diese beiden besagten Verwerfungen verlaufen über viele Kilometer direkt am AKW Higashidori vorbei, weiter parallel der Pazifikküste, bis kurz vor Hachinohe. Auch das Atommülllager und Wiederaufbereitungsanlage Rokkasho ist nicht weit davon Verwerfungen entfernt.

Im Meer, parallel zur Küste verläuft ebenfalls eine Verwerfungslinie über eine Länge von 80 km, dessen seismische Aktivität bereits vor einiger Zeit nachgewiesen worden ist (antiatom-fuku berichtete).

Das AKW Higashidori besteht aus „nur“ einen Siedewasserreaktor, der 2005 in Betrieb ging. Der Stromkonzern Tepco, der auch das havarierte AKW Fukushima dai ichi zu verantworten hat, ist nach vertraglicher Abstimmung mit den Tohoku E-Werken in das AKW Higashidori mit eingestiegen und hat dort ab Januar 2011 den Bau eines zweiten Reaktors begonnen. Seit der Reaktorkatastrophe am AKW Fukushima dai ichi ruhen die Arbeiten jedoch. Ob das Projekt überhaupt noch fertig gestellt wird, ist jedoch noch völlig offen.

 

20.12.2014

AKW Fukushima - Bergung der Brennelemente am Reaktor 4 abgeschlossen

Am AKW Fukushima dai ichi wurden heute die letzten 4 ungebrauchten Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 geborgen. Somit sind die Bergungsarbeiten der Brennelemente am Reaktor 4 erfolgreich ohne große Zwischenfälle abgeschlossen. Fraglich ist jedoch, wann die Bergung der Brennelemente an den Reaktoren 1 bis 3 beginnen kann, da die Strahlung in den zerstörten Reaktorblöcken immer noch sehr hoch ist.

Die gesamten Rückbauarbeiten am AKW Fukushima dai ichi werden voraussichtlich noch 30 bis 40 Jahren in Anspruch nehmen.

Das Reaktorgebäude 4 wurde durch das Erdbeben und dem nachfolgenden Tsunami von März 2011 so stark beschädigt, so dass es akut einsturzgefährdet gewesen ist. Der Reaktor selber war zwar leer, da er sich in Revision befand, aber das Abklingbecken im 4. Stock war mit 1535 hochradioaktiven Brennelementen randvoll, die noch für lange Zeit aktiv gekühlt werden müssen. Nur 220 Stück waren noch unbenutzt und somit noch nicht so stark radioaktiv.

Zwei der nicht benutzten Brennelemente wurden im Sommer 2012 versuchsweise per Kran aus dem Abklingbecken gehoben. Später wurde ein massives Stützgerüst mit Entnahmekran und Schutzhülle am Reaktorgebäude 4 gebaut. Die Bergung der verbliebenen 1533 Brennelemente konnte dann im Herbst 2013 beginnen (antiatom-fuku berichtete mehrfach darüber).

 

18.12.2014 

NRA: Zwei weitere Reaktoren zum Neustart genehmigt

Die Atomaufsichtsbehörde NRA, die zur Zeit landesweit Sicherheitsüberprüfungen an einigen AKWs in Japan durchführt, hat die Reaktoren 3 und 4 am AKW Takahama, Präfektur Fukui als sicher deklariert und den Elektrizitätswerken Kyushu (Kyushudenryoku) die Wiederinbetriebnahme genehmigt. Jetzt muss nur noch die Präfekturverwaltung zustimmen.

Das AKW Takahama besteht aus 4 Druckwasserreaktoren (DWR), wovon die Reaktoren 1 und 2 1975 und die nun genehmigten Reaktoren 3 und 4 1985 in Betrieb gingen. Das AKW befindet sich, was in Japan nicht ungewöhnlich ist, auf geologischen Verwerfungslinien, die wohl möglich seismisch aktiv sind. Auch die Erdbeben- und Tsunamisicherheit ist hier äußerst fraglich.  

 

17.12.2014

AKW Fukushima dai ichi – Mögliche Lösung für das radioaktiv verseuchte Wasser

AKW Fukushima dai ichi Eine US-Firma will eine Lösung für die Filterung des hochradioaktiv verseuchte Wasser am AKW Fukushima dai ichi gefunden haben. Das Hauptproblem hier bei ist das Tritium (überschweres Wasser), was dem „normalen“ Wasser chemisch sehr ähnlich und somit fast gar nicht, bzw. sehr erschwert aus dem Wasser zu filtern ist.

Laut dieser US-Firma könne man aus dem gesamten hochradioaktiven Wasser, etwa 560 000 Tonnen was auf dem Gelände lagert das das mit Tritium kontaminierte Wasservolumen über ein weiter entwickeltes Katalyseverfahren auf 5 Tonnen reduzieren.

Derzeit sind drei US-Firmen mit finanzieller Unterstützung der japanischen Regierung damit beschäftigt, eine Lösung für die Filterung des radioaktiv verseuchten Wassers zu finden. Entsprechende Konzepte sollen laut der Regierung spätestens bis März 2016 vorliegen.  

 

15.12.2014

Unterhauswahlen – Klarer Sieg für Abe

Nach ersten Hochrechnungen, in denen sich schon ein klarer Wahlsieg für den amtierenden Ministerpräsidenten Shinzo Abe (LDP) abzeichnete (antiatom-fuku berichtete), steht nun das amtliche Endergebnis fest. Dem nach erreicht die LDP gemeinsam mit ihrem Koalitionspartner Komeito 325 von 475 Sitzen, also eine sichere ⅔-Mehrheit. Für eine regierungsfähige Mehrheit sind mindestens 238 Sitze nötig, die Abe aber locker erreicht hat.

Bei der jetzigen Unterhauswahl erhielt die LDP 290 Sitze, 2012 waren es 295, verlor somit 3 Sitze und der Koalitionspartner Komeito kam auf 35 Sitze, 2012 waren es noch 31 Sitze, legte also somit geringfügig zu.

Die Oppositionspartei DPJ legte mit 73 Sitzen im Vergleich zur Unterhauswahl von 2012, bei der sie nur 61 Sitze erreichte, ebenfalls leicht zu.

In allen Wahlbezirken konnte die LDP eine Mehrheit erreichen. Nur auf der Insel Okinawa in Südjapan wurde Abe für seine Politik abgestraft. Dort verlor die LDP all ihre Sitze.

Der Grund da für liegt auf der Hand: Denn in Okinawa will Abe einen Militärstützpunkt für die USA ermöglichen, was ihm dann wiederum im ostasiatischen Raum mehr Stärke verleihen soll. Hinzu kommt auch, dass der Artikel 9 (Militärgesetz) in der kommenden Legislaturperiode ebenfalls zu Ungunsten des Weltfriedens geändert werden soll.

Für seine Energie- und Atompolitik wurde Abe, obwohl sich 80% der Bevölkerung gegen eine Rückkehr zur Atomkraft ausspricht, allerdings nicht wirklich abgestraft.

Viele Wähler blieben unschlüssig, waren aufgrund nahezu fehlender Alternativen zur LDP verunsichert und wählten die LDP trotz dem, obwohl sie mit Abes Politik im Großen und Ganzen nicht einverstanden sind. Von der Opposition, die im Wahlkampf nicht viel zu bieten hatte, waren die Wähler jedoch noch wenigen überzeugt. Es ging auch nur jeder zweite Wahlberechtigte zur Urne, was Abe ebenfalls zu Gute kam.

Also bleibt Japan politisch gesehen weiterhin eine Monokultur mit ungewissen Ausgang.

 

14.12.2014

Unterhauswahl in Japan - Vorläufiges Endergebnis, Abe (LDP) siegt

Trotz bestehender Wirtschaftskrise, die durch die derzeitige Regierung weiter verschlimmert worden ist und die angestrebte Rückkehr zur Atomkraft, trotz massiven Widerstand der Bevölkerung, ging die regierende LDP mit Ministerpräsident Shinzo Abe (LDP) bei der vorgezogenen Unterhauswahl, die heute statt fand, als Sieger hervor.

Dazu verholfen hat auch die niedrige Wahlbeteiligung und die zersplitterte Opposition, die keine klare Linie erkennen lässt. Schon im Dezember 2012 war die Wahlbeteiligung mit 59,3% sehr gering, was bei der jetzigen Unterhauswahl mit einer Wahlbeteiligung von nur 52,7% der Wahlberechtigten deutlich unterboten worden ist. Das ist der niedrigste Wert seit dem 2. Weltkrieg.

Schon im Vorfeld, wie bei den Umfragen ermittelt worden ist, wurde ein möglicher Wahlsieg für den amtierenden Ministerpräsidenten Shinzo Abe (LDP) vorher gesagt. Grund dafür ist unter anderem eine zersplitterte Opposition, die sich nicht richtig aufstellen konnte. Auch Erhöhung der Mehrwertsteuer, die beim Volk nicht gerade auf Gegenliebe gestoßen ist, konnte von der größten Oppositionspartei DPJ im Wahlkampf nicht kritisiert werden, da genau diese als Vorgängerregierung die Mehrwertsteuer schon damals erhöhen wollte.

Auch extrem niedrige Wahlbeteiligung trug zu Abes Sieg bei, da viel zu viele Leute eine Perspektivlosigkeit in der Politik sehen, zumal es auch keine großartige Alternative zur amtierenden LDP gibt. Nur wenige Wähler begriffen, dass sie selber ja die Alternative sind und gaben ihre Stimme einer Partei der Opposition statt untätig abzuwarten.

Dem vorläufigen Endergebnis zur Folge kommt die LDP auf 238 von 475 Sitzen im Parlament, was im Vergleich zu 2012 (295 Sitze) einen deutlichen Verlust bedeuten würde. Auch der Koalitionspartner Komeito wird den Wert von 2012 nicht mehr erreichen. Dennoch erreichen beide Parteien gemeinsam nahe zu⅔ der Sitze im Unterhaus und wären somit regierungsfähig. Womit Abe sich weitere vier Jahre sichern würde.

Die Opposition, vor allem die DPJ konnte jedoch zulegen. Die DPJ könnte sogar auf annähernd 100 Sitze kommen. 2012 erreichte die DPJ nur 62 Sitze. Das endgültige Endergebnis liegt erst morgen vor.

In Anbetracht stetig sinkender Quoten bei weiter anhaltender Wirtschaftskrise löste Ministerpräsident Abe im November 2014 das Parlament auf, rief zu Neuwahlen im Unterhaus auf, um sich damit weitere vier Jahre als regierender Ministerpräsident zu sichern (antiatom-fuku berichtete).

 

10.12.2014

Unterhauswahl am Sonntag - Möglicher Wahlsieg für Abe trotz anhaltender Wirtschaftskrise

Entgegen den blumigen Versprechen der Regierung von vor zwei Jahren, hält die Wirtschaftskrise in Japan weiterhin an. Seit der Mehrwertsteuererhöhung von April 2014 ist das Kaufverhalten der Verbraucher weiterhin rückläufig. Auch in der Industrie sind sinkende Umsätze zu verzeichnen.

Das Vertrauen der Bevölkerung in die Wirtschaftspolitik vom Ministerpräsidenten Shinzo Abe (LDP), dem „Abenomix“, sinkt immer weiter und Japan ist mittlerweile mit einer Schuldensumme von 240% pro Jahr das höchst verschuldete Industrieland weltweit.

Aber dennoch könnte Abe trotz dem, auch wenn das paradox ist, die vorgezogene Unterhauswahl am Sonntag, wenn auch mit deutlich weniger Stimmen als vor zwei Jahren, doch noch gewinnen. Denn die Opposition ist völlig zersplittert, kann somit keinen starken Gegenkandidaten aufstellen und ist auch landesweit nicht so gut vertreten wie die regierende LDP.

Abe hatte die vorzeitige Auflösung des Parlamentes zwar schon, aufgrund der weiter sinkenden Quoten bereut, ist jedoch genau wegen der kleinen Opposition weiterhin zuversichtlich.

Bleibt abzuwarten wie der Wähler am Sonntag entscheidet und ob er bei der Wahl das Thema Energie- und Atompolitik mitberücksichtigt. Auch die Wahlbeteiligung, die in Japan oft nur halbherzig ist, könnte entscheidend sein.

 

07.12.2014

Fukushima: Weiterhin hohe Cäsiumwerte in den Wälder und im Meer

Nach einer Studie der Land- und Forstwirtschaft konnte in den Wäldern der Präfektur Fukushima kein nennenswerter Rückgang der Cäsiumwerte innerhalb der letzten 12 Monate verzeichnet werden.

Laufend gehen mit dem Wind und dem Regen neue radioaktive Partikel aus dem havariertem AKW Fukushima dai ich auf das Land, den Wäldern und den Flüssen nieder.

Die Dekontaminierungsmaßnahmen zur Senkung der Strahlung sind in den Wäldern, vor allem in den Bergen deutlich erschwert und dessen Wirkung, die stets nur kurze Zeit anhält, generell umstritten.

In den Flüssen ist laut den Messungen der Land- und Forstwirtschaft der Cäsiumgehalt im Vergleich zum Vorjahr um 0,5% gesunken.

Am AKW Fukushima dai ichi gelangen weiterhin große Mengen radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer. Das von der Bergseite kommende radioaktive Grundwasser wird weiterhin abgefangen, gesammelt, „gereinigt“ und dann in regelmäßigen Abständen ins Meer verklappt. Mit dieser Maßnahme soll eine noch stärkere Verstrahlung des Grundwassers vermieden werden, in dem es an die Reaktorkellerräume mit den geschmolzenen Brennelementen vorbei geleitet wird (antiatom-fuku berichtete).

Radioaktivitätsmessungen, die der Betreiber Tepco an den beiden Abwasserrohren links und rechts vom Hafenbecken über eine längere Zeit durchgeführt hatte, zeigen das 80% der Wasserproben stark mit Cäsium belastet sind.

Vorausgegangene Schnelltests, die Tepco zunächst als ausreichend befand, zeigten geringere Werte, die jedoch nicht plausibel waren.

An der Hafenmündung, durch die das radioaktive Wasser ebenfalls ins offene Meer gelangt, werden ebenfalls hohe Werte vermutet. Die Messungen dort sind jedoch noch nicht abgeschlossen.

Die radioaktiven Partikel werden mit der Meeresströmung fort getragen oder lagern sich auf dem Meeresboden nahe der Küste ab. Sie gelangen in die Nahrungskette der Meeresfrüchte, Fische und letztendlich auch in unsere Nahrungskette. Laut den Behörden liegen die Cäsiumwerte bei den Fischen im Durchschnitt zwischen 5 und 100 Bq/kg. Bei den Süßwasserfischen wurden zum Teil höhere Werte angegeben. Die gesetzlich festgelegte Obergrenze für Lebensmittel liegt bei 100 Bq/kg.

 

04.12.2014

Eilantrag, Gerichtsurteil: Das Aus für die AKWs Takahama und Ōi 

Nach einem Eilverfahren am Landgericht Fukui, dürfen die Reaktoren 3 und 4 am AKW Takahama und die Reaktoren 3 und 4 am AKW Ōi nun nicht mehr in Betrieb genommen werden. Geklagt hatten dieses Mal neben der Bürgerinitiative aus der Präfektur Fukui auch eine Bürgerinitiative aus Kyoto und Osaka.

Diese Klage wurde erst Ende November am Landgericht Otsu abgewiesen (antiatom-fuku berichtete). Die Richter in Fukui teilten jedoch die Ansicht der Klägergemeinschaft, dass eine Wiederinbetriebnahme der beiden AKWs, Betreiber Kansai Elektrizitätswerke (Kansaidenryoku) aufgrund der fehlenden Erdbeben- und Tsunamisicherheit, vorhandener Verwerfungslinien, sowie der weiteren Gefahrenpunkte nicht mehr vertretbar ist.  

Ein Gerichtsurteil von Mai 2014 verbot bereits die Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 3 und 4 am AKW Ōi. Die Kansai Elektrizitätswerke gingen jedoch in Berufung (antiatom-fuku berichtete).  

 

01.12.2014

Umfragewerte - Sinkende Quote für Ministerpräsident Abe

Nach einer aktuellen Umfrage zur bevorstehenden Unterhauswahl, die durch die Nachrichtenagentur Kyodo am Wochenende durchgeführt worden ist, lehnen mittlerweile 47,3% der Befragten eine Wiederwahl des Ministerpräsidenten Shinzo Abe und der LDP ab. Anfang November lag die Quote noch bei 43,6% und stieg somit um 3,7%.

84,0% der Befragten sehen Abes Wirtschaftspolitik, den „Abenomix“ im Vergleich zu den blumigen Versprechen von vor zwei Jahren als deutlichen Misserfolg, der schon negative Auswirkungen zeigt. 

53,3% sind mit den Änderungen im Artikel 9 (Lockerung im Militärgesetz) nicht einverstanden und würden das auch nicht unterstützen.

Die Parteien der Opposition erhalten immer mehr Zulauf und würden zur Zeit zusammen auf 53,3% kommen, was für eine absolute Mehrheit reichen würde.

Die Unterhauswahlen sind für den 14.12.2014 angesetzt.

Nach dem die regierende LDP nach all den politischen Misserfolgen unter immer weiter sinkenden Umfragewerten zu leiden hat, hat Ministerpräsident Abe die Notbremse gezogen und die Flucht nach vorne ergriffen, in dem er Ende November plötzlich das Parlament auflöste und Neuwahlen ausgerufen hat (antiatom-fuku berichtete). Damit erhoffte er sich, dass die Wählerstimmen trotz sinkender Umfragewerte für die vorgezogene Neuwahl noch ausreichen würden und er sich somit noch weitere vier Jahre als Regierungschef erhaschen könnte, bevor er Anfang 2015 einige AKWs wieder ans Netz lässt.

Den jetzigen Umfragewerten zur Folge könnte es jedoch zu einer politischen Wende kommen, die auch die Wiederinbetriebnahme der AKWs infrage stellen würde.

 

November 2014

 

29.11.2014

AKW Fukushima dai ichi – aktuelle Bilanz (Auszug)

Die Bergung der Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 nähert sich dem Ende. 1397 der 1533 Brennelemente, also 91,1% sind bereits geborgen. Nur noch 136 unbenutzte Exemplare befinden sich noch im Abklingbecken.

Das Reaktorgebäude Nr. 4 war mit seinem vollen Abklingbecken, was undicht geworden ist, akut einsturzgefährdet. Um eine weitere Megakatastrophe abzuwenden, die das halbe Land hätte unbewohnbar machen können, wurde eigens für das Reaktorgebäude 4 ein massives Stützgerüst mit Entnahmevorrichtung für die Brennelemente gebaut (antiatom-fuku berichtete).

Zur Zeit lagern auf dem AKW-Gelände 663 000 t hochradioaktives Wasser (Stand: 25.11.2014). Allein im Zeitraum von Ende Oktober 2014 bis Ende November 2014 ist die Menge des hochradioaktiven Wassers um 13 000 t gestiegen.

Das Wasser soll über die ALPS bzw. über die neue Filteranlage (noch in der Testphase) so weit es möglich ist dekontaminiert werden.

Von Januar 2014 bis jetzt ist die Menge an hochradioaktivem Wasser, was auf dem Gelände lagert um 162 000 t gestiegen.

Täglich kommen knapp 400 t radioaktives Wasser dazu und weitere knapp 400 t sickern ins Meer. Radioaktives Grundwasser, was von der Bergseite kommt und abgefangen wird, wird weiterhin „gefiltert“ und dann über einen Bypass direckt ins Meer verklappt. Durch den Bypass werden die Reaktorkellerräume umgangen, damit das Grundwasser nicht noch stärker radioaktiv verseucht wird, bevor es ins Meer sickert. Auch der Grundwasserspiegel soll dadurch niedriger gehalten werden (antiatom-fuku berichtete).

Die „Eismauer“ ist auch nach mehreren Versuchen gescheitert. Die Verbindungstunnel zwischen den Reaktoren 1 und 2 und dem Turbinengebäude werden zur Zeit mit einem Spezialbeton, der auch unter Wasser abbindet, verfüllt.   

Im Oktober 2014 arbeiteten in der Reaktorruine etwa 6220 Leute pro Tag im Durchschnitt. Zum Vergleich: Im Oktober 2013 waren es noch etwa 3220 Arbeiter pro Tag.

 

28.11.2014

AKW Fukushima dai ichi, Reaktor 3 – weiterer Verzug wegen hoher Strahlung

Am havariertem AKW Fukushima dai ichi kommt es zu weiteren Verzögerungen der Rückbauarbeiten am Reaktor 3. Hier sind laut dem Betreiber Tepco weitere Dekontaminierungsmaßnahmen im zerstörten Dachgeschoss des Reaktors nötig, da die berechnete Senkung der Radioaktivität bisher nicht erreicht werden konnte. Im Moment liegt die radioaktive Strahlung dort bei etwa 1 mSv/h, erreicht an vielen Stellen jedoch Spitzenwerte von 10 bis 60 mSv/h! Somit ist der Einsatz von Arbeitern vor Ort auf lange Sicht weiterhin unmöglich. Somit verzögert sich auch die geplante Entnahme der Brennelemente um unbestimmte Zeit.

Auch an den Reaktoren 1 und 2 musste bereits wegen der weiterhin bestehenden hohen Strahlung der geplante Zeitpunkt für die Entnahme der Brennelemente um einige Jahre verschoben werden, d.h. für Reaktor 1 voraussichtlich ab 2019 und für Reaktor 2 voraussichtlich ab 2021.

 

Klage einer Bürgerinitiative gegen die AKWs Ōi und Takahama abgewiesen

Die Klage einer Bürgerinitiative gegen die Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 3 und 4 am AKW Takahama und der Reaktoren3 und 4 am AKW Ōi, beide in der Präfektur Fukui, Elektrizitätswerke Kansai (Kansaidenryoku) wurde am Landgericht  Ōtsu abgewiesen.

Die Klage wurde neben den weiteren Gefahrenpunkten der beiden AKWs vor allem wegen der unzureichenden Erdbebensicherheit erhoben.

Beide AKWs befinden sich, obwohl die Wiederinbetriebnahme am AKW Ōi im Mai 2014 aufgrund seismisch aktiver Verwerfungen per Gericht verboten worden ist, in der Sicherheitsüberprüfung der Atomaufsichtsbehörde NRA.

Was das Gerichtsurteil von Ōi betrifft, ging der Betreiber  Elektrizitätswerke Kansai in Berufung (antiatom-fuku berichtete).

Derzeit befinden sich noch 16 von 18 Reaktoren in der sogenannten Sicherheitsüberprüfung der NRA. Die beiden Reaktoren 1 und 2 am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima wurden bereits im September 2014 für die Wiederinbetriebnahme frei gegeben (antiatom-fuku berichtete).

 

24.11.2014

Weiterhin massive Proteste gegen die Wiederinbetriebnahme der AKWs

Die Ablehnung der von der Regierung geplanten Wiederinbetriebnahme der AKWs ist in der Bevölkerung weiterhin sehr stark ausgeprägt. Und die Protest- und Demoveranstaltungen, die landesweit überall stattfinden, sowie die wöchentlichen Protestveranstaltungen und Mahnwachen, finden weiterhin großen Zulauf.

Auch in Hamaoka, Präfektur Shizuoka demonstrierten über 4000 Teilnehmer gegen die Wiederinbetriebnahme am AKW Hamaoka.

Denn das AKW Hmaoka, Betreiber Choubu Elektrizitätswerke (Choubudenryoku) galt schon in der frühen Vergangenheit als extrem gefährlich, da es auf riesige Bruchzonen, die seismisch aktiv sind liegt.

Für den Fall einer Reaktorkatastrophe in Japan hätte man damals auch nicht auf Fukushima, sondern am ehesten auf das AKW Hamaoka, was als das gefährlichste AKW der Welt galt, getippt.

Auch hoch in Norden in Hokkaido befürworten über 50% der Anwohner den Umstieg auf erneuerbare Energien und sprechen sich gegen eine Wiederinbetriebnahme des örtlichen AKWs Tomari aus.

Landesweit laufen noch zahlreiche „Sicherheitsüberprüfungen“ durch die Atomaufsichtsbehörde NRA an vielen Reaktoren an verschiedenen AKWs. Das AKW Sendai, Kyushu, was seinen „Sicherheitstest“ im Herbst 2014 bereits bestanden hatte, darf bald wieder ans Netz! (antiatom-fuku berichtete).

Nun liegt es an der Bevölkerung, wie die Neuwahlen des Unterhauses aus gehen und ob dann folglich das erste AKW wieder ans Netz geht oder nicht.

 

22.11.2014

Shinzo Abe, Neuwahlen – Nur eine Trickserei, die genau berechnet ist?

Der regierende Ministerpräsident Shinzo Abe (LDP) hat nun, wie bereits angekündigt, am gestrigen Freitag das Parlament im Unterhaus aufgelöst und somit den Weg für Neuwahlen frei gemacht. Der Wahltermin könnte möglicherweise der 14.12.2014 sein.

Der Grund für diese politische Entscheidung ist nicht etwa die Einsicht für das Misslingen seiner Politik, der nicht eingetretene wirtschaftliche Aufschwung, dem gesamten „Abenomix“, sondern eher eine genau durchdachte Trickserei, um sich noch weitere vier Jahre als Regierungschef zu erhaschen. Denn auch er bekommt es genau mit, wie seine Umfragewerte nach der anfänglichen Euphorie immer weiter sinken.

Trotz stagnierender Wirtschaft, immer höher werdender Staatsschulden bei sinkendem Bruttoinlandsprodukt, Stagnation nach Anhebung der Mehrwertsteuer und das generelle Scheitern all der „Verbesserungsmaßnahmen“, die Abe bei seinem Amtsantritt vom vor zwei Jahren versprochen hatte, liegen die gesunkenen Umfragewerte denn noch bei 40 bis 50%. Das würde für eine Wiederwahl der amtierenden LDP noch ausreichen, so Abes Kalkül.

Würde er noch weitere zwei Jahre, also bis zum offiziellen Ende seiner vierjährigen Amtszeit warten, würden die Umfragewerte bis da hin, vor allem wegen der angestrebten Wiederinbetriebnahme einiger AKWs für Anfang 2015 noch weiter sinken. Auch die nächste geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer von 8 auf 10%, die zunächst verschoben worden ist, wäre im Wahlkampf nicht gerade sehr förderlich für die angestrebte Wiederwahl.

Der baldige Wahltermin lässt Abe hoffen, das die Leute so vergesslich sind und nicht vorausschauend denken, so dass das AKW-Problem in den Hintergrund rücken könnte.

Der Termin für die Erhöhung der Mehrwertsteuer und der Beschluss weitere Gesetzesänderungen im Artikel 9 (das umstrittene Militärgesetz), die eigentlich für jetzt geplant gewesen sind, werden, um das Ergebnis der Neuwahlen nicht zu beeinträchtigen erst einmal diskret verschoben. Auch das Thema Energie- und Atompolitik wird, aufgrund der Ablehnung der Kernenergie in der Bevölkerung, mit Sicherheit kein Thema für den Wahlkampf sein. Das wird einfach nicht erwähnt!

Diese Dinge werden, in der Hoffnung, dass der Bürger politisch träge, sich von den Wahlversprechen einwickeln lässt.

Auch aufgrund der zersplitterten Opposition ist sich derrechtspopulistische Ministerpräsident Abe seiner Sache sicher und hofft auf Wählerstimmen derer, die sich noch an den Unterhauswahlen beteiligen.

Abes Partei, die LDP ist zu dem sehr groß, finanziell sehr gut bestückt und in sämtlichen Wahlkreisen, bis hin in die kleinsten Ecken vertreten. Somit ist ein flächendeckender Wahlkampf, was sich vorteilhaft auswirkt, wesentlich leichter und erfolgreicher. Die kleineren Parteien können das in der Form nicht erbringen.

Bleibt abzuwarten, wie der Wähler entscheidet und wie hoch die Wahlbeteiligung dieses Mal sein wird. Denn davon hängt ab, ob jeder einzelne aus der Vergangenheit gelernt hat oder nicht.

 

19.11.2014

Namie: Reis aus radioaktiv verseuchtem Anbaugebiet

Das Umweltministerium will Reis, der in Namie, Präfektur Fukushima angebaut worden ist, zum Verzehr wieder frei geben.

Der Ort Namie, nicht weit vom havariertem AKW Fukushima dai ichi entfernt wurde durch die Reaktorkatastrophe sehr stark radioaktiv kontaminiert. Es befindet sich in der sog. „Schmauchspur“, die vom Kraftwerk bis kurz vor Fukushima City führt. Namie wird zur Zeit „dekontaminiert“, was unter anderem durch Abtragung von Erdreich erfolgt. Eine Rückführung der Flüchtlinge wird durch die Regierung angestrebt.

Der testweise angebaute Reis wurde nun geerntet und durch Lokalpolitiker und Politiker des Umweltministeriums verkostet und als lecker und unbedenklich befunden, was in einer werbeträchtigen Form in den TV-Nachrichten gezeigt worden ist.  

 

Abenomix – Schwächelnde Konjunktur: Bald Neuwahlen?

Nach der weiterhin anhaltenden Konjunkturschwäche in Japan, kündigte Ministerpräsident Shinzo Abe (LDP) mögliche Neuwahlen im Unterhaus an, die in Kürze statt finden könnten.

Entgegen den Prognosen und Versprechungen vom letzten Jahr, die als „Abenomix“ (Abes Mischung) bekannt geworden sind, ist das Bruttoinlandsprodukt weiterhin um 0,4% gesunken. Der erhoffte wirtschaftliche Aufschwung ist nicht eingetreten und der Yen und die Aktien schwächeln ebenfalls.  

Die Erhöhung der Mehrwertsteuer von 5 auf 8% vom April 2014, die die Kauflust deutlich ausgebremst hat, ist hier für mit verantwortlich. Eine weitere Steuererhöhung war sogar bereits geplant.

Der Abenomix ist fehlgeschlagen und Japan ist weiterhin hoch verschuldet, ohne das Besserung in Sicht ist. Dennoch ist sich Abe, da die Opposition zerstritten sei, ziemlich sicher, dass er als Regierungschef wieder gewählt wird.

Schon in seiner ersten Amtszeit trat er wegen verschiedener Unstimmigkeiten nach einem Jahr vorzeitig zurück.

 

18.11.2014

AKW Ikata - Radioaktives Wasser ausgetreten

Am AKW Ikata, Präfektur Ehime ist heute Nacht, wie Mitarbeiter bei einem Routinerundgang im Reaktorgebäude 2 entdeckten, radioaktiv verseuchtes Abwasser aus einer undichten Rohrleitung getreten. Laut dem Betreiber Shikoku Elektrizitätswerke (Shikokudenryoku) handelt es sich hier um kleinere Mengen schwach radioaktivem Wasser, was aus einem Löchlein gesickert sein muss. Dabei sei laut dem Betreiber keiner der Mitarbeiter radioaktiv kontaminiert worden und das Wasser sei auch nicht in die Umwelt gelangt.

Wie der Betreiber mitteilte, wolle man jetzt nach der genauen Ursache wolle suchen. In den 32 Betriebsjahren des Reaktors 2 sei solch ein Defekt bisher noch nie aufgetreten, so der Betreiber weiter.

Das AKW ist, wie alle anderen AKWs in Japan auch, zur Zeit nicht in Betrieb.

 

Zwischenfall in der Wiederaufbereitungsanlage und Atommülllager Rokkasho

Am vergangenen Samstag wurde in einem Gebäude der Wiederaufbereitungsanlage und Atommülllager Rokkasho Feueralarm ausgelöst. Dabei kam es zu einer Rauchentwicklung. Ursache für den Schwelbrand, wie die herbei geeilte Werksfeuerwehr feststellte, war eine schmorende Steckdose. In dieser Steckdose steckte eine Verlängerungsschnur, die mit einer laufenden Reinigungsmaschine verbunden war.

Eine Gefahr in Verbindung mit den radioaktiven Materialien, was auf dem Gelände gelagert wird, hätte wohl nicht bestanden. Es sei auch keine Radioaktivität ausgetreten und Mitarbeiter wurden ebenfalls nicht verletzt.

Nach der Ursache für den Schwelbrand wird gesucht. Das schnelle Eingreifen verhinderte Schlimmeres.

 

15.11.2014

AKW Ōma, ein Voll-MOX-Reaktor – Bürgerproteste in Hakodate

Bürger in Hakodate, im Süden von Hokkaido, Nordjapan lehnen den Weiterbau des AKWs Ōma der Atomfirma J-Power (Dengenkaihatsu) weiterhin ab. Das AKW Ōma, was sich seit 2008 mit Unterbrechungen im Bau befindet, besteht aus einer sogenannten „verbesserten“ Form des Siedewasserreaktors, der komplett mit MOX-Brennelementen bestückt werden kann. Das AKW befindet sich im Norden von Aomori, so dass die Stadt Hakodate mit in 30-km-Umkreis liegt.

Es wird derzeit durch die Atomaufsichtsbehörde NRA auf Sicherheit überprüft, wobei auch der Standort auf Erdbeben- und Tsunamigefahr, sowie Gefahr durch aktive Vulkane begutachtet werden soll.

Laut dem Betreiber J-Power soll die Anlage, als weltweit erster Reaktor in dieser Art 2021 in Betrieb gehen.

 

Radioaktiv verseuchtes Wasser am AKW Fukushima dai ichi - Tepco sehr zuversichtlich

Die neue Wasserdekontaminationsanlage zur Herausfilterung radioaktiver Stoffe, die auf dem Gelände des AKWs Fukushima dai ichi neben der bisherigen Wasserdekontaminationsanlage ALPS gebaut worden ist (antiatom-fuku berichtete), läuft zur Zeit noch im Testbetrieb.

Der Tepco Ingenieur Shiichi Kawamura ist im Kampf mit dem hochradioaktiv verseuchten Wasser nun sehr optimistisch. Denn die neue Anlage ist wesentlich leistungsfähiger als die bisherige ALPS und würde im Vollbetrieb sogar knapp 2000 Tonnen Wasser pro Tag schaffen. Laut Kawamura werden mit der neuen Anlage etwa 90% der radioaktiven Stoffe heraus gefiltert, so dass die Menge an hochradioaktiven Wasser, was in Tanks auf dem Gelände lagert in der nächsten Zeit deutlich reduziert werden könnte. Auch der AKW-Chef Akira Ono zeigt sich sehr zuversichtlich und bekräftigt, das Wasserproblem unter Kontrolle zu haben.

Das radioaktiv verseuchte Wasser ist einer der größten Probleme, womit auch die meisten der 6000 Arbeiter, die täglich in der havarierten Atomruine Fukushima dai ichi arbeiten, beschäftigt sind. Denn weiterhin gelangen täglich 400 Tonnen Grundwasser in die Reaktorkellerräume und vermischen sich mit dem Kühlwasser der geschmolzenen Brennelemente. Dieses Wasser wird, soweit es möglich ist abgepumpt und in die Tanks gefüllt. Dann soll es dekontaminiert werden. Etwa 300 bis 400 Tonnen radioaktives Wasser sickern ins Meer.

Die bisherige Dekontaminierungsanlage ALPS, die seit etwa zwei Jahren in Betrieb ist, war jedoch laufend defekt und konnte die Leistung nicht erbringen.  

Das von der Bergseite kommende Grundwasser wird weiterhin über die Bohrlöcher weitgehend abgepumpt, gesammelt, „gereinigt“ und dann über einen Bypass, der die havarierten Reaktoren umgeht, ins Meer verklappt.

Und während die Bergungsarbeiten der Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 nahezu abgeschlossen sind, gibt es immer noch keinen konkreten Plan, wie man bei den Reaktoren 1 bis 3, in denen sich die Kernschmelzen befinden vorgehen soll. Denn die dort herrschende Strahlung ist weiterhin so hoch, dass sich tödlich ist.

 

Erneute Bestätigung der Lüge vom billigen Atomstrom

Unabhängige Energieexperten rechneten wieder einmal vor, dass der Atomstrom fast doppelt so teuer ist als Windenergie.

Denn auch in Japan, wo die Regierung die Wiederinbetriebnahme der AKWs anstrebt, grassiert weiterhin das Gerücht der Atomlobby, das der Atomstrom deutlich kostengünstiger sei als alle anderen Energieformen. Japan müsse wegen der abgeschalteten AKWs fossile Energieträger teuer importieren und würde selber über fast gar keine Ressourcen zur Energiegewinnung verfügen. Eine Theorie, die durch unabhängige Umwelt- und Energieexperten jedoch wider einmal widerlegt worden ist.

Nach Berechnungen der Energieexperten kostet eine KW/h Atomstrom 15 Yen und die KW/h Windenergie nur 9 Yen.

Was die Atomlobby jedoch gerne verschweigt, ist, das der Uranabbau und die Brennelementherstellung, wodurch auch reichlich CO2 entsteht, mit in den Strompreis der Kernenergie einberechnet werden muss. Somit geht auch die Rechnung mit der geringen CO2-Emmission des Atomstroms nicht mehr auf.

Und vor allem in Japan müssen auch die laufenden Kosten für das havarierte AKW Fukushima dai ichi, was nun keine einzige KW/h Strom mehr produziert, also nichts mehr einbringt, sondern nur noch großen Schaden anrichtet und endlos teuer geworden ist, in den Strompreis für Atomstrom mit einberechnet werden! Somit wird dieser sogar noch teurer als die berechneten 15 Yen pro KW/h!          

 

13.11.2014

Aktive Vulkane - Bürgerinitiative fordert Rücknahme der NRA-Freigabe für die Wiederinbetriebnahme am AKW Sendai 

Eine Bürgerinitiative aus der Präfektur Kagoshima fordert nun die Atomaufsichtsbehörde NRA auf, dass im September 2014 erteilte „Prüfsiegel“ für die bestandene Sicherheitsüberprüfung der Reaktoren 1 und 2 am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima wieder zurück zu nehmen.

Schon nach dem Ende September 2014 der Vulkan Ontake bei Nagano unerwartet ausgebrochen ist (antiatom-fuku berichtete), geriet das AKW Sendai erneut in die Kritik, da sich auch dort aktive Vulkane in der Nähe befinden. Diese Vulkane werden jedoch durch die Kyushu Elektrizitätswerke (Kyushudenryoku), die das AKW Sendai betreiben, klein geredet.

Auch unabhängige Experten bemängeln, dass für die NRA-Sicherheitsüberprüfung nur die Daten der Kyushu Elektrizitätswerke heran gezogen worden sind. Die Daten unabhängiger Seismologen, die eine viel höhere Vulkanaktivität und Erdbebengefahr prognostizieren, wurden jedoch nicht berücksichtigt.

Das AKW Sendai, was als erstes der landesweiten AKWs die Sicherheitsüberprüfung der NRA „bestanden“ hat und jetzt auch noch durch sämtliche Bürgermeister und der Präfekturverwaltung von Kagoshima die benötigte Zustimmung zur Wiederinbetriebnahme erhalten hat, darf aller Voraussicht nach Anfang 2015 wieder ans Netz gehen (antiatom-fuku berichtete).

 

12.11.2014

Landesweite Umfrage der Tageszeitung Asahi: 94% für den Atomausstieg

Einer landesweiten Umfrage zur Folge, die durch die Tageszeitung Asahi Shinbun durchgeführt worden ist, befürworten 94 % der 17665 Befragten einen sofortigen Atomausstieg. Begründet wurden die Aussagen mit den Gefahren der Kernkraft, dem fehlenden Endlager, der ausreichenden Stromversorgung ohne Kernenergie und der abgelaufenen Reaktorkatastrophe in Fukushima, dessen Folgen ins Unermessliche gehen.

Lediglich 1,1 % der Befragten, die immer noch an die CO2-Theorie glauben, halten den Weiterbetrieb der AKWs für vertretbar, bzw. sogar für notwendig.

Die restlichen 4,5 % sind sich entweder nicht sicher, welche Richtung sie befürworten sollen, oder es ist ihnen egal was am Ende passiert.

 

09.11.2014

AKW Fukushima, Reaktor 4 – Unterbrechung im Kühlkreislauf am Abklingbecken

Am havariertem AKW Fukushima dai ichi kam es im Kühlkreislauf des Abklingbeckens von Reaktor 4 zu einer technischen Störung, so dass die Kühlung der Brennelemente für 7 Stunden unterbrochen worden ist. Der Störfall ereignete sich schon am Freitag Abend um 23:00 Uhr. Laut dem Betreiber Tepco sei die Temperatur im Abklingbecken jedoch nicht signifikant angestiegen.

Im Abklingbecken von Reaktor 4, was zur Zeit geräumt wird, befinden sich von ursprünglich insgesamt 1535 Brennelementen noch 180 Stück, die noch ungebraucht sind und somit noch keine Hitzeentwicklung verursachen. Dadurch hatte man noch Glück im Unglück und der Störfall verlief glimpflich.

Derzeit sucht der Betreiber Tepco nach der Ursache. Ein menschlicher Fehler ist laut Tepco nicht ausgeschlossen.

Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn sich der selbe Störfall mit siebenstündiger Unterbrechung der Kühlung bei vollem Abklingbecken ereignet hätte.

 

08.11.2014

NRA-Sicherheitsüberprüfungen am AKW Ōma, ein Plutonium-Reaktor

Auch die Atomfirma Dengenkaihatsu (J-Power) hat bei der Atomaufsichtsbehörde NRA eine Sicherheitsüberprüfung für sein AKW Ōma, Präfektur Aomori in Nordjapan beantragt, die sogar noch in diesem Jahr beginnen soll.

Das AKW Ōma bestehend aus einem Reaktor, einer sogenannten „verbesserten“ Form des Siedewasserreaktors, der auch komplett mit MOX-Brennelementen bestückt werden kann (soll), befindet sich noch im Bau. Ursprünglich sollte das AKW Ōma, dessen Baubeginn schon 2008 gewesen ist, Ende 2012 mit einer Leistung von etwa 1,3 MW ans Netz gehen. Durch die anhaltenden Bürgerproteste und Gerichtsklagen, herrscht dort zur Zeit ein Baustopp.

Das Projekt wurde jedoch, trotz seismisch aktiven geologischen Verwerfungslinien auf dem Gelände, nahe gelegener Vulkane, der Erdbeben- und Tsunamigefahr, sowie der allgemeinen Gefahren insbesondere bezüglich der MOX-Brennelemente nie aufgegeben. Eher das Gegenteil ist eingetreten, indem die NRA den MOX-Reaktor, der weiter gebaut werden darf, für die erstmalige Inbetriebnahme auf „Sicherheit“ überprüft und dann genehmigt.

 

AKW Sendai – Alle Lokalpolitiker stimmen der Wiederinbetriebnahme zu

Jetzt, nach dem auch der letzte Bürgermeister in der Präfektur Kagoshima zugestimmt hat,  hat das heftig umstrittene AKW Sendai, Präfektur Kagoshima endgültig Grünes Licht für die Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren 1 und 2.

Allerdings muss man sich fragen, ob die entscheidungsberechtigten Lokalpolitiker der Wiederinbetriebnahme wirklich aus eigenen Stücken zugestimmt haben, oder ob die Atomlobby, inklusive der Regierung, die Meinung der Lokalpolitiker durch verschiedene Druckmittel oder Bestechung „optimiert“ hat.

 

07.11.2014

Arbeitsunfall am AKW Fukushima dai ichi – 3 Verletzte

Bei Montagearbeiten von Lagertanks für hochradioaktiv verseuchtes Abwasser am havariertem AKW Fukushima dai ichi ereignete sich heute Vormittag ein Arbeitsunfall, wo bei 3 Arbeiter durch ein herab fallendes Stahlelement verletzt worden sind. Durch das 25 Meter lange und 350 kg schwere Bauteil, was aus 13 Metern Höhe herab fiel, wurde einer der Arbeiter schwer und die anderen beiden leicht verletzt. Der schwer verletzte Arbeiter verlor für kurze Zeit das Bewusstsein und wies eine Verletzung am Rücken auf.

Noch ist die Unfallursache unklar, die polizeilichen Ermittlungen laufen jedoch. Ob eine Vernachlässigung der Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften vorliegt, wird ebenfalls noch geklärt.

Schon in der Vergangenheit wurden am AKW Fukushima dai ichi des Öfteren die Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften entweder durch den Betreiber Tepco, dessen Subunternehmer, oder durch die Arbeiter in unterschiedlicher Weise nicht korrekt eingehalten.

 

04.11.2014

Gerichtsurteil von Ōi – Die Kansai Elektrizitätswerke gehen in Berufung

Der AKW-Betreiber, die Kansai Elektrizitätswerke (Kansaidenryoku), dem die Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 3 und 4 am AKW Ōi, Präfektur Fukui im Mai 2014 per Gericht untersagt worden ist, geht jetzt in Revision. Dazu findet morgen eine Anhörung am Amtsgericht Nagoya statt.

Geklagt hatte damals eine Bürgerinitiative und vor Gericht Recht bekommen. Das Urteil von Ōi, das erste in seiner Art, war ein regelrechter Präzedenzfall in Japan. Denn nie zuvor wurde eine Wiederinbetriebnahme eines AKW-Reaktors per Gericht untersagt   (antiatom-fuku berichtete).

 

Großes Zwischenlager in Futaba/Okuma beschlossen

Im Parlament wurde nun der Bau eines Zwischenlagers für radioaktive Abfälle nahe dem havariertem AKW Fukushima dai ichi beschossen. Im Zwischenlager, was schon seit Monaten in den Ortschaften Futaba/Okuma geplant ist, soll auf einer Fläche von 16 km² radioaktives Erdreich, Laub und Dreck, was bei den Dekontaminierungsarbeiten anfällt und die schwachradioaktiven Abfälle, wie z.B. Schutzkleidung aus dem AKW Fukushima dai ichi, für die nächsten 30 Jahre gelagert werden. Die Präfekturverwaltung von Fukushima wäre wohl mit dem Vorhaben der Regierung einverstanden, während die Bürger, aus Sorge, dass das zum Endlager wird, das Zwischenlager weiterhin ablehnen.

 

02.11.2014

METI-Minister Miyazawa wirbt für die Atomkraft

Der neue Industrie- und Wirtschaftsminister (METI) Yoichi Miyazawa (LDP) besuchte das havarierte AKW Fukushima dai ichi um sich ein Bild von der aktuellen Lage dort zu machen. Er begutachtete unter anderem die Entnahmearbeiten der Brennelemente am Reaktor 4. Diese sollen nach Plänen des Betreibers Tepco bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.

Von den Brennelementen werden die letzten wenigen gebrauchten Exemplare aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 noch in das ebenerdige Zusatzabklingbecken umgelagert und die restlichen 180 unbenutzten Brennelemente sollen in das Abklingbecken von Reaktor 6 transportiert werden.

 

Miyazawa sieht, wie er auf einer Pressekonferenz verkündete, ein gutes Vorwärtskommen am AKW Fukushima dai ichi und ist auch bezüglich dem Problem mit dem radioaktiv verseuchten Wasser sehr zuversichtlich. Im Bezug auf das benachbarte AKW Fukushima dai ni, schließt der atomfreundliche Industrie- und Wirtschaftsminister eine Wiederinbetriebnahme nicht völlig aus.

Er befürwortete noch einmal die Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 1 und 2 am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima und will am Montag noch einmal mit der Bevölkerung in Sendai sprechen um diese von der „Notwendigkeit“ des AKWs zu „überzeugen“. „Der Unfall in Fukushima hat sich ereignet, obwohl es eigentlich unmöglich gewesen ist. Aber das AKW Sendai erfülle die weltweit höchsten Sicherheitsanforderungen, so dass die Anlage ruhig wieder in Betrieb genommen werden kann“, so Miyazawa weiter. 

 

01.11.2014

Park in Kashiwa – Erneut radioaktive Hotspots entdeckt

In einem Park in Kashiwa, Präfektur Chiba, nördlich neben Tokyo, wurden wieder einmal radioaktive Hotspots entdeckt. Dort wurden in sechs Bereichen Strahlenwerte zwischen 0,24 und 0,39 µS/h gemessen. Das Amt für Grünflächen sperrte diese Bereiche ab und will diese dekontaminieren lassen.

Der Park war schon vor einigen Wochen in den Schlagzeilen geraten, als dort Hotspots entdeckt worden sind. Auch hier ließ das Amt für Grünflächen eine Dekontaminierung durchführen (antiatom-fuku berichtete). Die anschließend durchgeführten Kontrollmessungen sein wohl in Ordnung gewesen.

 

Wieder massiv verstärkte Proteste auf Freitags-Demo in Tokyo

In Anbetracht der Tatsache, dass das heftig umstrittene AKW Sendai, Präfektur Kagoshima bald wieder ans Netz gehen soll, mehren sich die Gegenstimmen und Proteste aus der Bevölkerung.

Auf der gestrigen Freitags-Demo vor dem Parlamentsgebäude demonstrierten 1700 Bürger gegen die Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren am AKW Sendai. Sie wiesen neben den allgemein bekannten vor allem auf die zusätzlichen Gefahren die das AKW Sendai bietet hin. Da bei handelt es sich hauptsächlich auch um den aktiven Vulkan, der sich in der Nähe befindet, aber durch die Atomaufsichtsbehörde NRA als unbedenklich eingestuft worden ist.

Die Diskussionen um die Gefahren für AKWs durch Vulkanausbrüche wurden wieder lauter, als Ende September 2014 der Vulkan Ontake bei Nagano ausgebrochen ist (antiatom-fuku berichtete).

Die Freitags-Demo findet seit dem Herbst 2011 regelmäßig einmal wöchentlich vor dem Parlamentsgebäude in Tokyo statt.

 

AKW Fukushima dai ichi – Ein letzter Versuch mit der „Eismauer“

Nach dem das Projekt „Eismauer“ am havariertem AKW Fukushima dai ichi nach mehreren Versuchen quasi gescheitert ist, will der Betreiber Tepco noch einmal einen letzten Versuch starten.

Nach Rücksprache mit der Atomaufsicht NRA soll nun erneut ein chemisches Kühlmittel in den Testabschnitt der Eismauer eingefüllt werden. Sollte sich dann bis Mitte November kein Erfolg zeigen, wird das Projekt endgültig aufgegeben und die Verbindungstunnel und Schächte zwischen den Reaktor- und Turbinengebäuden, in denen sich hochradioaktives Wasser befindet zu betoniert.

 

Die ursprünglich geplante „Eismauer“ sollte über ein unterirdisch angelegtes Rohrsystem die Reaktorkellerräume 1 bis 4 umschließen, damit kein hochradioaktiv verseuchtes Wasser aus der Reaktorkühlung ins Meer gelangt. Jegliche Versuche das umliegende Erdreich mittels Kühlmittel zu frosten, sind jedoch gescheitert. Auch unter Hinzunahme von Trockeneis konnte die Temperatur nicht ausreichend gesenkt, bzw. gehalten werden.

 

Oktober 2014

 

30.10.2014

AKW Fukushima dai ichi – Massive Verzögerung im Zeitplan bei Rückbau

Nach Angaben des Betreibers Tepco wird sich die Entnahme der Brennelemente aus den havarierten Reaktoren am AKW Fukushima dai ichi um mindestens 5 Jahre verzögern. Diese Arbeiten werden, da die Brennelemente nicht nur hochradioaktiv sind, sondern auch noch verkeilt und zusammengeschmolzen sind, als äußerst schwierig eingestuft, so dass der ursprüngliche Zeitplan von Tepco generell sehr optimistisch angelegt worden ist.

In Anbetracht, dass die Kapazität im Atommülllager Rokkasho, Präfektur Aomori in Nordjapan schon völlig überlastet und das Lager generell sehr stark gefährdet ist, die Situation am AKW Fukushima dai ichi, inklusive dem Problem mit dem hochradioaktiv verseuchten Wasser, was ständig ins Meer läuft, absolut nicht unter Kontrolle ist, ist es für die Umweltexperten und den Großteil der Bevölkerung um so unverständlicher, dass die Atomaufsichtsbehörde NRA mittels Trickserei die Sicherheit am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima „aufwertet“, was somit wieder ans Netz gehen darf.

Der Betreiber Kyushudenryoku und die Regierung sind auch sehr stark bestrebt, dieses auch so rasch wie möglich umzusetzen, was voraussichtlich Anfang 2015 sein könnte (antiatom-fuku berichtete).

Der Betreiber des AKWs Ōi, Präfektur Fukui, Kansaidenryoku, dem die Wiederinbetriebnahme zweier Reaktoren im Mai 2014 per Gericht verboten worden ist, gibt die Hoffnung nicht auf und hat bei der NRA eine erneute Begutachtung beantragt.

Die Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 3 und 4 am AKW Ōi wurde dem Betreiber Kansaidenryoku per Gericht untersagt, nach dem eine Bürgerinitiative aufgrund massiver Sicherheitsmängel gegen das AKW geklagt hatte (antiatom-fuku berichtete).

 

26.10.2014

Der neue METI-Minister Miyazawa: Bordellbesuche, Tepco-Aktien – Ein Skandal

Der neue Industrie- und Wirtschaftsminister Yoichi Miyazawa (LDP), der sich schon vor Kurzem in aller Deutlichkeit für die Atomenergie aussprach (antiatom-fuku berichtete), verfügt, wie sich jetzt heraus stellte, über 600 Tepco-Aktien, die er auch nicht verkaufen will. Dieses müsste er jedoch tun, da er sonst, falls die AKWs wieder ans Netz gehen, daraus profitieren würde und somit nicht mehr neutral wäre.

Ein Politiker, der ein Ministeramt antritt, hat jedoch (offiziell) neutral zu sein und keine politischen Entscheidungen für den Eigennutz zu treffen, bzw. getroffene politische Entscheidungen für den eigenen Vorteil zu nutzen. Deshalb geben angehende Minister ihre Aktien in der Regel ab. Miyazawa jedoch nicht.

Dazu wurde auch noch etwas Brisantes aus Miyazawas Vergangenheit bekannt. In seinem damaligen Wahlkreis in Hiroshima hatte er Bordelle besucht und die Kosten dafür mit Spendengelder aus der Parteikasse beglichen. „Das sei, laut Miyazawa, natürlich nur eine versehentliche Fehlbuchung gewesen aber keine Absicht“. Die Bordellbesuche als solches konnte er jedoch nicht dementieren.

Das alles schwächt das Ansehen und die Glaubwürdigkeit der Regierung unter Shinzo Abe (LDP) noch weiter; zumal erst kürzlich zwei wichtige Politiker zurück getreten sind. Auch durch den weiterhin bestehenden Atomkurs, der Aufweichung des Artikels 9 (Militärgesetz), sowie dem Geheimhaltungsgesetz und den schlechten Umgang mit den Opfern der Reaktorkatastrophe, schrumpft das Vertrauen der Bevölkerung in die Regierung immer weiter.

Schon in seiner ersten Amtszeit von 2006 bis 2007 ist Ministerpräsident Abe wegen laufender Skandale vorzeitig zurück getreten.

Auch das Vertrauen in den neuen Industrie- und Wirtschaftsminister Miyazawa wäre hiermit schon gestört. Denn auch dieser hat sich, vor allem bezüglich der für Anfang November geplanten Gespräche mit den Bürgern aus der Präfektur Kagoshima schon unglaubwürdig gemacht. Darin wollte er die Bürger über die angebliche Wichtigkeit und der angeblich hohen Sicherheit der beiden Reaktoren am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima, was wieder ans Netz soll, „informieren“ und somit die Zustimmung der Bürger erlangen.

 

25.10.2014

Minamisoma: Geflüchtete Anwohner sollen zurück in verstrahlte Gebiete

Die Regierung treibt die Rückführung in bestimmte Ortsteile von Minamisoma, trotz bedenklich hoher radioaktiver Strahlung weiter voran.

Minamisoma liegt nur etwa 3 km nördlich von havariertem AKW Fukushima dai ichi entfernt und befindet sich somit in der 20-km-Sperrzone, die seit Mai 2013 in einem Dreizonenmodell (antiatom-fuku berichtete) aufgeweicht worden ist. Dem nach sei die Strahlenbelastung nach Meinung der Regierung niedrig genug um dort wieder zu leben.                             

Die Skizze zeigt das Dreizonenmodell, was im Mai 2013 von der Regierung eingeführt worden ist. Die grünen Gebiete weisen eine Strahlung von unter 20 mSv/a auf und können somit laut den Behörden wieder bewohnt werden. In den gelborangen Gebieten liegt die Strahlung zwischen 20 und 50 mSv/a. Hier sind tägliche Kurzaufenthalte erlaubt. Die roten Gebiete bleiben weiterhin Sperrzone.

Trotz Skepsis und massiven Protesten aus der betroffenen Bevölkerung werden die Pläne der Regierung, sowie lokaler Behörden nun immer konkreter. Dem nach sollen die Anwohner, die wegen der Reaktorkatastrophe geflüchtet sind, wieder in ihre Häuser zurückkehren. Davon betroffen sind jene Anwohner aus Minamisoma, dessen Wohngebiete nach Meinung der Behörden nicht so stark vom Fallout betroffen sind.

Der Beauftragte für Krisenmanagement nach abgelaufener Reaktorkatastrophe Yosuke Takagi kritisiert sogar den Widerstand der Bevölkerung und dessen hartnäckig anhaltende Angst vor der Radioaktivität, wie er sagt, und mahnt zu weniger Übertreibungen. Zudem wolle man auch mit den Anwohnern vermehrt „ins Gespräch kommen“ um denen die „Angst vor der Radioaktivität aus zu treiben“ heißt es. Auch Minamisomas Oberbürgermeister Sakurai befürwortet die Rückführung.

Diese Äußerungen, vor allem aus dem Munde verantwortlicher Politiker, werden verständlicherweise von den Umweltexperten und der betroffenen Bevölkerung, die immer noch unter der Reaktorkatastrophe zu leiden hat, als ganz besonders geschmacklos empfunden.

Weitere Dekontaminationsmaßnahmen in den Ortschaften laufen noch und werden zum Teil noch zusätzlich „ergänzt“, wie es heißt. Die Umweltradioaktivität in den Gebieten, die wiederbesiedelt werden sollen, liegt laut behördlichen Messergebnissen unter der gesetzlich festgelegten Obergrenze von 20 mSv/a und sei somit für die Bevölkerung zumutbar.  Der genaue Termin für die Freigabe dieser Gebiete steht noch nicht fest.

Der mutmaßliche Hintergrund all dieser Rückführungsmaßnahmen ist der weg fallende Anspruch auf Entschädigung von Tepco und dem Staat, da die Betroffenen ja wieder in ihre Häuser zurück können (sollen).      

 

23.10.2014

Energiesymposium in Tokyo – Koizumi kritisiert Atomkurs der Regierung

Auf einem Energiesymposium, was heute in Tokyo statt gefunden hat, sprach sich der ehemalige Ministerpräsident Junichiro Koizumi (ehemals LDP) erneut gegen den Wiedereinstieg in die Atomenergie aus und mahnte zu mehr Förderung der erneuerbaren Energien durch den Staat. Er kritisierte vor allem die Freigabe der Reaktoren 1 und 2 am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima durch die Atomaufsichtsbehörde NRA. Auch die Behauptung der NRA, dass die japanischen Sicherheitsanforderungen für den Betrieb von AKWs im Vergleich zu USA, England und Frankreich am strengsten sein, wies er zurück. Denn genau dieses behaupten alle Länder von sich.

Koizumi, der nach der Reaktorkatastrophe zum Kernkraftgegner wurde, macht sich für eine Energiewende mit einem endgültigen Atomausstieg stark und kritisiert den fortgeführten Atomkurs von Ministerpräsident Shinzo Abe (LDP) aufs Schärfte, was er bereits schon oft in der Öffentlichkeit geäußert hat.

 

AKW Fukushima dai ichi: Entfernung der Schutzhülle von Reaktor 1 beginnt

Am havarierten AKW Fukushima dai ichi haben die Arbeiten zur Entfernung der Schutzhülle von Reaktor 1 begonnen. Die Schutzhülle wurde im Oktober 2011 errichtet, damit die radioaktiven Partikel aus dem stark zerstörten Reaktorgebäude 1 nicht ungebremst in die Umwelt gelangen.

Diese soll jetzt entfernt werden, damit im Rahmen der Rückbauarbeiten Schrott- und Trümmerteile geborgen werden können (antiatom-fuku berichtete).

Die Bergung der Brennelemente ist ab 2017 geplant. Dazu muss jedoch ein neuer Kran installiert werden, da der vorhandene Entnahmekran nicht mehr braubar ist. Die gesamten Rückbauarbeiten von Reaktor 1 werden laut dem Betreiber Tepco voraussichtlich 30 bis 40 Jahre in Anspruch nehmen. Der Zustand der Kernschmelze und dessen Ausmaß konnten bisher noch nicht inspiziert werden. Auch die Vorgehensweise zur Bergung der geschmolzenen Masse ist noch völlig unklar.

 

22.10.2014

Neuer Industrie- und Wirtschaftsminister Miyazawa setzt auf Atomenergie

Der ehemalige Staatssekretär Yoichi Miyazawa (LDP), der jetzige neue Industrie- und Wirtschaftsminister hat bereits bei seinem Amtsantritt bekräftigt, dass er die Kernenergie als wichtigen Energieträger zur Deckung der Grundlast in der Stromversorgung und somit als zukunftweisend sieht. Zudem ist auch er, wie auch Ministerpräsident Shinzo Abe (LDP) sehr stark bestrebt, das AKW Sendai in der Präfektur Kagoshima, Südjapan so schnell wie möglich wieder ans Netz zu bringen.

Die Atomaufsichtsbehörde NRA hat allerdings beim Betreiber Kyushudenryoku jedoch noch weitere Dokumente über den Nachweis der Sicherheit in Bezug auf Vulkanausbrüche für die Reaktoren 1 und 2, die für die Wiederinbetriebnahme vorgesehen sind, nach gefordert. Das dürfte jedoch nur eine reine Formsache, aber kein Hindernis für die für Anfang 2015 geplante Wiederinbetriebnahme sein.

Miyazawa plant auch einen Besuch in Sendai abzustatten, um die örtliche Bevölkerung von der angeblichen Wichtigkeit des AKWs Sendai und dessen „Sicherheit“ zu „überzeugen“. Denn die meisten Bürger sprechen sich weiterhin gegen die Wiederinbetriebnahme des AKWs aus.

Gleichzeitig sieht Miyazawa aber auch den Rückbau des havarierten AKWs Fukushima dai ichi, Betreiber Tepco und das Problem mit dem hochradioaktiv verseuchten Wasser als eine sehr schwierige Aufgabe, für die er nun ebenfalls die Verantwortung trägt.

 

21.10.2014

Weiter steigende Cäsiumwerte am AKW Fukushima dai ichi

Nach Auswertung der Wasserproben, die am havariertem AKW Fukushima dai ichi aus einem küstenseitigen Bohrloch vor Reaktor 1 und 2 entnommen worden sind, wurde ein weiter ansteigender Wert an Cäsium137 im Grundwasser festgestellt. In der jetzigen Probe, die am 17.10.2014 entnommen worden ist, wurde ein Cäsiumwert von 267000 Bq/l im Grundwasser festgestellt. Im Vergleich zur Vorprobe vom 13.10.2014, die 264000 Bq/l ergab, ist nun weiterhin ein Anstieg der Cäsiumwerte zu verzeichnen.

Der Hauptverursacher für die weiter steigende Radioaktivität im küstennahen Grundwasser ist vermutlich das hochradioaktiv verseuchte Wasser, was aus den Verbindungstunneln und Kabelschächten der Reaktoren 1 und 2 dort hinein gelangt. Dieses Wasser sickert dann weiter zum Meer.

Der Betreiber Tepco führt den Anstieg jedoch auf den Starkregen der vergangenen Taifune Nr. 18 und 19 (antiatom-fuku berichtete) zurück.

 

18.10.2014

OK der Präfekturverwaltung: AKW Sendai darf wieder ans Netz

Auf einer gestrig abgehaltenen Pressekonferenz wurde nun verkündet, dass der Präfekturgouverneur der Präfektur Kagoshima, Ichiro Ito seine Zustimmung für die Wiederinbetriebnahme zweier Reaktoren am AKW Sendai gegeben hat. Er begründet dies damit, dass das AKW für die künftige Stromversorgung, zur Deckung der Grundlast unbedingt nötig sei.

Vor jeder Wiederinbetriebnahme eines Reaktors, z.B. nach einer Routinewartung ist immer wieder die Zustimmung der örtlichen Präfekturverwaltung nötig. Diese fehlte bisher noch.

Jetzt hat der Stromkonzern Kyushudenryoku endgültiges grünes Licht für die Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 1 und 2, die schon im Sommer durch die Atomaufsicht NRA nach bestandener „Sicherheitsüberprüfung“ durch gewunken worden sind.

Auch all die Bedenken unabhängiger Experten, Geowissenschaftler und der Warnschuss durch den plötzlichen Vulkanausbruch am Berg Ontake von Ende September(antiatom-fuku berichtete), verhallte ins Leere.

Stattdessen versuchen die NRA und die Präfekturverwaltung Kagoshima auf öffentlichen „Informationsveranstaltungen“ die Bevölkerung von der „Wichtigkeit“ des AKWs zu „überzeugen“. Mit viel „Informationsmaterial“, was verteilt wird, wird ebenfalls zur Gehirnwäsche beigetragen.

 

16.10.2014

AKW Fukushima - Neue Dekontaminationsanlage soll in Betrieb gehen

Im nicht enden wollenen Kampf mit dem radioaktiv verseuchten Wasser am havariertem AKW Fukushima dai ichi wurde eine neue fest stehende Dekontaminationsanlage zur „Reinigung“ des hochradioaktiv verseuchten Wasser installiert.

Die bisherige Dekontaminationsanlage ALPS ist extrem störanfällig und laufend defekt. Von der neuen Anlage, die mit einer Durchflussrate von 2000 Tonnen pro Tag deutlich leistungsfähiger ist als die ALPS, erhofft sich Tepco nun eine sichtbare Reduzierung der hochradioaktiv verseuchten Wassermengen.

„Es sei Eile geboten“, so der AKW-Chef Akira Ono. Zudem erhofft sich Ono auch einen störungsfreien Betrieb der neuen Dekontaminationsanlage.

 

AKW Fukushima dai ichi, Reaktor 1 – Schutzhülle wird entfernt

Im Rahmen der Rückbauarbeiten der Reaktorruine soll die Schutzhülle von Reaktor 1 ab den 22.10.2014 entfernt werden. Damit dabei keine radioaktiven Partikel aufgewirbelt werden, soll ein Mittel verspritzt werden, was die Partikel bindet.

Das weitere Procedere ist jedoch noch nicht ganz klar, zumal der fest installierte Kran für den Transport der Brennelemente ebenfalls zerstört ist. 

Bei der Reaktorkatastrophe von 2011 wurde das Dach vom Reaktorgebäude 1 durch eine Wasserstoffexplosion völlig zerstört und legte diesen somit völlig offen. Dieser erhielt dann im Oktober 2011 eine Schutzhülle.

 

14.10.2014

AKW Fukushima – Grundwasserproben mit hoher Radioaktivität

Am AKW Fukushima dai ichi wurden weitere Grundwasserproben analysiert, gestern aus den küstenseitigen Bohrlöchern vor Reaktor 1 und 2 entnommen worden sind. Die Proben ergaben wieder einmal hohe Radioaktivitätswerte im Grundwasser. Darin lag der Gehalt an Cäsium bei 251 000 Bq/l, Mangan54 bei 700 Bq/l, Cobalt60 bei 3600 Bq/l und Strontium90 bei 7,8 Mio. Bq/l.  

Laut dem Betreiber Tepco ist der massive Anstieg der Radionuklide auf den Taifun Nr. 18, der letzte Woche wütete (antiatom-fuku berichtete) zurück zu führen, wobei das in den Rohrleitungen und Schächten stehende Wasser, was hochradioaktiv verseucht ist, durch den Starkregen hinaus gespült worden ist.

Über eventuelle Sturmschäden am AKW Fukushima dai ichi, die durch den Taifun Nr. 19 entstanden sein könnten, wurde bisher noch nichts gemeldet. Dieser fegte heute Mittag über die Präfektur Fukushima hinweg.  

 

13.10.2014

Bucht von Tokyo – weiterhin hohe Radioaktivität an den Flussmündungen

In Wasser- und Bodenproben, die am Grund der Flussmündungen entnommen worden sind, wurde weiterhin eine erhöhte radioaktive Belastung, vorwiegend durch Cäsium festgestellt. Die Proben, die weiter draußen im Meer, jedoch noch innerhalb der Bucht von Tokyo entnommen worden sind, weisen laut den untersuchenden Umweltexperten eine sinkende Tendenz auf. Die aktuell gemessenen Werte der Bodenproben liegen bei 10 Bq/kg.

Die Umweltexperten sind darüber sehr besorgt, zumal die radioaktive Belastung im Meeresboden auch Auswirkungen auf die Meeresfrüchte und die Fische hat.

Laut der Fischereibehörde wird der Fischfang jedoch weiterhin engmaschig auf radioaktive Belastung überwacht, bevor er in den Handel kommt. Die gesetzlich festgelegte Obergrenze für Lebensmittel liegt bei 100 Bq/kg.

Im Meer vor dem havariertem AKW Fukushima dai ichi wurden insgesamt 705 Proben vom Meeresboden entnommen, wovon 202 Proben Werte über 100 Bq/kg aufwiesen.

 

12.10.2014

AKW Fukushima dai ichi: Erneute Höchstwerte an Tritium im Grundwasser

In Grundwasserproben, die am havariertem AKW Fukushima dai ichi entnommen worden sind, sind die Radioaktivitätswerte massiv angestiegen. 

Untersucht wurden Grundwasserproben aus 34 Bohrlöchern. Insgesamt betrachtet wurden in drei Proben erneute Höchstwerte an Tritium, Strontium90, Cäsium134 und Cäsium137 festgestellt.

In der Wasserprobe, die aus einem Bohrloch zwischen dem Reaktorgebäude 2 und dem Hafenbecken entnommen worden ist, ist der Tritiumwert mit 150 000 Bq/l im Vergleich zur Vorprobe vom 02.10.2014 um das 10-fache angestiegen und hat somit einen neuen Höchstwert erreicht. Der Strontium90-Wert aus der selben Probe ist um das Doppelte angestiegen und liegt nun bei 2,1 Mio. Bq/l Wasser.

Die Cäsiumwerte aus anderen Proben sind ebenfalls stark angestiegen. So wurden vor dem Wochenende Grundwasserproben aus den 12 bergseitigen Bohrlöchern entnommen, wobei in den ersten sechs Bohrlöchern ein starker Anstieg an Cäsium134 und Cäsium137 verzeichnet worden ist. Während der Cäsium137-Wert am 02.10.2014 noch bei 30 000 Bq/l lag, liegt er jetzt bei 51 000 Bq/l.

Im küstennahen Meerwasser sind die Werte laut Tepco jedoch wohl nicht angestiegen.

Für den Anstieg der Radioaktivitätswerte im Grundwasser macht der Betreiber Tepco den Taifun Nr. 18 und den damit verbundenen Starkregen von Anfang dieser Woche verantwortlich.

Bezüglich getroffener Sicherheitsvorkehrungen für den nächsten, bereits herannahenden Taifun Nr. 19 hat sich Tepco jedoch noch nicht geäußert.

Der Taifun Nr. 19, der ebenfalls heftige Stürme und Regenfälle mit sich bringt, hat Südjapan bereits erreicht und wird morgen Nachmittag in der Kanto-Region (Tokyo) und morgen Abend in der Tohoku-, also auch in der Fukushima-Region erwartet.

 

09.10.2014

AKW Sendai – angeblich seismologisch unbedenklich

Laut dem Betreiber Kyushudenryoku stellen die umliegenden Vulkane keine große Gefahr für das AKW Sendai, Präfektur Kagoshima in Südjapan dar. Auch die Atomaufsichtsbehörde NRA stuft die Gefahren für eine Vulkanausbruch und die damit verbundene Gefahr für das AKW Sendai eher niedrig ein und redet somit der Regierung unter Shinzo Abe (LDP) und der IAEA nach dem Mund.

Schon auf der Atomkonferenz, die im September 2014 in Wien statt fand, zeigte sich, als das Thema „Vulkane und AKWs“ zur Sprache kam, dass sich die NRA auch der IAEA unterordnen muss. Denn auch die IAEA wünscht keinen Atomausstieg in Japan.

Unabhängige Experten warnen jedoch vor einem möglichen Vulkanausbruch in der Sendai-Region; zumal eine Aktivität in den dortigen Vulkanen vorhanden ist. Hinzu kommt auch, dass das AKW Sendai auf einer „Vulkanlinie“ liegt. Siehe Abbildung rechts.

 

Nach Taifun – AKW Fukushima dai ichi, Leckagen an den Reaktoren 1 und 3

Nach dem Taifun Nr. 18 ist am AKW Fukushima dai ichi Regenwasser in die Reaktoren 1 und 3 eingedrungen. Laut dem Betreiber Tepco wurde das eindringende Regenwasser über die Detektoren an den Kühlwasserzuleitungen festgestellt. Die genauen Leckagestellen können jedoch aufgrund der hohen Strahlung nicht inspiziert werden.

Ein weiterer Taifun, Taifun Nr. 19 ist ebenfalls im Anmarsch und wird am Dienstag für die Kanto-Region (Tokyo) erwartet.

 

06.10.2014

Taifun Nr. 18 fegt über das AKW Fukushima dai ichi

Über Japan fegte ein Taifun hinweg, der ein Todesopfer im Süden und 27 Verletzte forderte. Für besonders gefährdete Gebiete wurden Sicherheitshinweise, Fluchtempfehlungen heraus gegeben und vor Erdrutschen gewarnt.

Der Taifun Nr. 18 erreichte am Wochenende Kyushu, Südjapan, zog weiter in Richtung Norden, über Tokyo und erreichte heute Mittag die Präfekturen Tochigi und Fukushima und zog dann heute am frühen Abend auf das offene Meer hinaus.

Am AKW Fukushima dai ichi sind wohl laut dem Betreiber Tepco bisher keine gravierenden Sturmschäden aufgetreten. Das Arbeiten auf dem AKW-Gelände war jedoch aufgrund des Taifuns nicht möglich, so dass diese ruhen mussten. Kräne oder dgl. sind durch den Sturm, entgegen den Befürchtungen der Mitarbeiter jedoch nicht umgestürzt. Es könnte jedoch möglich sein, dass sich im Bereich der Lagertanks für hochradioaktives Abwasser, Regenwasser ansammelt, über die Schutzwälle schwappt und über das Gelände läuft und radioaktive Partikel in Richtung Meer spült.

 

06.10.2014

Shizuoka – Erhöhte Werte in Speispilze

In der Präfektur Shizuoka, etwa 130 km südlich von Tokyo, wurden erhöhte Werte an Cäsium in Speisepilzen festgestellt. Diese Speisepilze stammen aus 5 unterschiedlichen Anbaugebieten innerhalb der Präfektur Shizuoka und sind nun bei einer Stichprobe aufgefallen. Hier wurde die gesetzlich festgelegte Obergrenze von 100 Bq/kg überschritten. Zum Vergleich: in der EU liegt die Obergrenze für Lebensmittel bei hohen 600 Bq/kg!

Die Pilze wurden aus dem Verkehr gezogen. Vor dem Verzehr wurde gewarnt.

Schon Ende September waren Speisepilze aufgrund erhöhter Cäsiumwerte aufgefallen.

Die Präfektur Shizuoka wurde nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima von 2011 wie viele andere Orte auch aufgrund von Regenwetter durch den Fallout stärker kontaminiert. Damals mussten sogar die gesamten Teeblätter (grüner Tee), die kurz vor der Ernte standen, vernichtet werden. Shizuoka galt bis dahin als Großproduzent für grünen Tee.

 

05.10.2014

AKW Fukushima dai ichi: Hohe Strahlung am Abklingbecken von Reaktor 3

Die Bergungsarbeiten der Schutt- und Betonteile am AKW Fukushima dai ichi, die seit der Wasserstoffexplosion von März 2011 im Abklingbecken von Reaktor 3 liegen, sowie das große Maschinenteil, was dort Ende August hinein gefallen ist (antiatom-fuku berichtete), können wegen der momentan hohen radioaktiven Strahlung zur Zeit nicht fortgesetzt werden. Somit entstehen weitere Verzögerungen im Zeitplan.

Am Abklingbecken von Reaktor 3 herrscht eine Strahlung von 3,2 mSv/h, so dass dort keine Mitarbeiter eingesetzt werden können. Die Brennelemente, 514 Stück, davon 52 unbenutzte, sind wohl lt. dem Betreiber Tepco jedoch nicht beschädigt. Dieses würde die hohe Strahlung jedoch erklären.  

Um das große Maschinenteil von über 400 kg zu bergen ist lt. Tepco ein Spezialkran nötig, der erst noch installiert werden muss.

 

04.10.2014

AKW-Standort Sendai – Seismologen kritisieren NRA-Prüfbericht

Seismologen der Universität Kobe bewerten den abschließenden NRA-Prüfbericht für das AKW Sendai, Kyushu in Südjapan als reine Formsache ohne Sachverstand, der in Windeseile erstellt und der Regierung überreicht worden ist. Dieser Prüfbericht, der durch die Atomaufsichtsbehörde NRA erstellt worden ist, attestiert dem AKW Sendai einen seismologisch unbedenklichen Standort.

Japan, was mit geologischen Verwerfungslinien völlig durchsetzt ist, laufend von Erdbeben heimgesucht wird, reich an aktiven Vulkanen ist, besitzt nämlich keinen einzigen Quadratmeter, den man als seismologisch unbedenklich bezeichnen könnte.

Hauptkritikpunkte der Seismologen aus Kobe sind, dass bei dieser Sicherheitsüberprüfung die Gefahren durch mögliche Vulkanausbrüche und Erdbeben zu gering eingestuft worden sind. Der Flucht- und Rettungsplan für den Fall einer Katastrophe ist laut den Experten ebenfalls unzureichend.

Während NRA, Regierung und natürlich auch der Betreiber Kyushudenryoku das AKW Sendai als seismologisch sicher einstufen, sind die Geowissenschaftler jedoch äußerst besorgt; zumal der Vulkanausbruch am Berg Ontake bei Nagano unverhofft eintrat.

Ein Großteil der Bevölkerung zeigt ebenfalls nur noch wenig Vertrauen in die Aussagen der angeblich unbefangenen Atomaufsichtsbehörde NRA.

 

03.10.2014

AKW Fukushima dai ichi / Neue Filteranlage in Betrieb

Am havariertem AKW Fukushima dai ichi wurde die neue einsetzbare Dekontaminierungsanlage zur Filterung des radioaktiv verseuchten Wassers in Betrieb genommen. Diese schafft 300 000 Liter am Tag und ist in der Lage 60 radioaktive Stoffe, Strontium90 mit inbegriffen.

Der Einsatz einer solchen Filteranlage war schon seit einiger Zeit im Gespräch (antiatom-fuku berichtete).

Laut den Experten entstehen am AKW Fukushima dai ichi 400 0000 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser pro Tag.

Über 40 000 Tonnen hochradioaktiv verseuchtes Wasser lagern bereits auf dem Gelände in Tanks und sollen mit der neuen Filteranlage, die extra speziell dafür konzipiert worden ist, „gereinigt“ werden. Während dessen weist die ALPS-Filteranlage weiterhin laufend eine Betriebsstörung auf.

Das radioaktive Grundwasser, was von der Bergseite kommt, wird weiterhin abgefangen und in regelmäßigen Abständen über einen Bypass ins Meer geleitet. Hier mit will der Betreiber Tepco neben einer stärkeren Kontamination des Wassers auch den Grundwasserspiegel absenken, was jedoch nur teilweise gelingt.

 

01.10.2014

Erneut heftige Debatten bezüglich der Sicherheit von AKWs versus Vulkane

Die geplante Wiederinbetriebnahme zweier Reaktoren am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima, die von der Atomaufsicht NRA als „sicher“ deklariert worden sind, entfachte nun, nach dem Vulkanausbruch von Samstag erneut heftige Diskussionen um die geologische Sicherheit der AKW-Standorte. Dazu fanden auch noch zahlreiche Proteste aus der Bevölkerung statt.

Beim Vulkanausbruch, Berg Ontake bei Nagano, der sich am vergangenen Samstag ohne jegliche Ankündigung ereignete und 250 Wandertouristen überraschte (antiatom-fuku berichtete), kamen 36 Menschen ums Leben.  

Dieses Ereignis wirft jetzt nun die Frage auf, ob das AKW Sendai, in dessen Nähe sich ein nachweislich aktiver Vulkan befindet, wirklich den gesetzlichen Sicherheitsanforderungen entspricht.

Während unabhängige Experten schon in der Vergangenheit vor seismischen Aktivitäten, Erdbeben- und Tsunamigefahr, sowie vor möglichen Vulkanausbrüchen warnten, will die Atomaufsichtsbehörden NRA jedoch keine erneuten Überprüfungen am AKW Sendai vornehmen. Auch für die Regierung ist das Thema schon durch und das AKW soll, wie ein Regierungssprecher mitteilte, Anfang 2015 wieder ans Netz gehen.

 

September 2014

28.09.2014

Unerwarteter Vulkanausbruch in der Präfektur Nagano

Am gestrigen Samstag ereignete sich am Berg Ontaka nahe der Stadt Kisomachi, Präfektur Nagano ein größerer Vulkanausbruch. Die ereignete sich völlig unerwartet, so dass etwa 250 Wandertouristen davon überrascht worden sind, als die Aschewolke über sie herein brach, alles bedeckte und sämtliche Berghütten unter sich begrub.

Dabei wurden 27 Touristen verletzt, davon 10  Leute schwer. Etwa 230 Touristen schaften den sicheren Abstieg.

Schon in den Jahren zuvor kam es dort zu Vulkanausbrüchen. Der letzte größere Ausbruch ereignete sich 1979, wobei über 200 000 t heiße Asche in die Luft geschleudert worden sind. Weitere kleinere Ausbrüche ereigneten sich 1991 und 2007.    

Siehe hier zu das Video der Asahi Shinbun

Japan ist komplett durchsetzt mit Vulkanen, die jeder Zeit, wie sich gestern wieder einmal zeigte, ausbrechen könnten. Grund genug, warum unabhängige Experten die von der Regierung und den Stromkonzernen angestrebte Wiederinbetriebnahme der AKWs, vor allem dem AKW Sendai, Präfektur Kyushu, Südjapan, dringend abraten. Denn gerade dort befindet sich sogar ein Vulkan, der nachweislich aktiv ist.

 

27.09.2014

Fukushima - Umweltministerium legt 11 weitere Atommüllzwischenlager fest

In der Präfektur Fukushima wurden durch das Umweltministerium 11 Ortschaften ausgewählt, in denen ein temporärer Lagerplatz für radioaktive Abfälle, wie zum Beispiel Laub und Erdreich, was sich bei den Dekontaminierungsarbeiten ansammelt, eingerichtet werden soll.

Auf diese 11 Standorte sollen dann etwa 175 Tonnen neu angefallene radioaktive Abfälle verteilt werden.

In der Präfektur Fukushima, sowie zum Teil auch in den Nachbarpräfekturen befinden sich schon, auch in Wohngebieten zahllose Lagerplätze für radioaktive Abfälle, die bei den Dekontaminationsarbeiten entstanden sind.

 

Post-Reaktorkatastrohe - Neue Hotspots in Chiba entdeckt

In einem Park in Kashiwa, Präfektur Chiba wurden jetzt vier Hotspots entdeckt, in denen die Strahlung deutlich erhöht ist. Chiba ist die Nachbarpräfektur von Tokyo.

Amtlichen Messungen zur Folge liegt dort die Strahlung, gemessen 50 cm über den Boden, zwischen 0,28 und 0,72 µSv/h. Diese Bereiche wurden nun für die Öffentlichkeit abgesperrt.

Radioaktive Hotspots entstehen immer wieder neu, da immer wieder radioaktive Partikel mit Wind und Regen aus dem havarierten AKW Fukushima dai ichi überall verteilt werden.

 

25.09.2014

AKW Fukushima dai ichi – Verbindungstunnel sollen verfüllt werden

Wie die Atomaufsichtsbehörde NRA nun bekannt gab, sollen die hochradioaktiv verseuchten unterirdischen Verbindungstunnel der havarierten Reaktoren am AKW Fukushima dai ichi mit einem Spezialbeton, der auch unter Wasser aushärtet verfüllt werden. Damit soll verhindert werden, dass hochradioaktiv verseuchtes Wasser, was in Kontakt mit den geschmolzenen Brennelementen gekommen ist, weiterhin ins Meer gelangt. Der Wasserspiegel in den Reaktorkellerräumen wird dann zwar steigen, aber die NRA sieht da keine andere Alternative mehr, um das verseuchte Wasser vom Meer weg zu halten.

Dieses Ziel wurde ursprünglich mittels chemischen Gefriermitteln und später auch mit Hinzunahme von Trockeneis versucht, was jedoch kläglich scheiterte (antiatom-fuku berichtete).

 

Tokyo: Massive Proteste gegen die Wiederinbetriebnahme des AKW Sendai

Nach dem Japan schon ein Jahr komplett ohne Atomstrom ausgekommen ist, hat die Atomaufsichtsbehörde NRA grünes Licht für die Wiederinbetriebnahme des AKW Sendai, Präfektur Kagosima gegeben.

Während die Regierung unter Shinzo Abe (LDP) die Atomrenaissance kaum noch abwarten kann, fanden am vergangenen Wochenende landesweit massive Proteste statt. Allein in Tokyo gingen über 16 000 Menschen auf die Straße, um gegen die Wiederinbetriebnahme des AKWs Sendai zu demonstrieren.

Derzeit befindenden sich 20 Reaktoren von 10 AKWs in der NRA-Sicherheitsüberprüfung für die beantragte Wiederinbetriebnahme. Hierbei könnte das AKW Sendai, dessen Wiederinbetriebnahme Anfang 2015 angestrebt wird, zum Präzedenzfall werden. Denn die Wiederinbetriebnahme, da noch einige „Hürden“ zu überwinden sind, könnte sich weiter verzögern, bzw. durch benachbarte Lokalbehörden und Anwohner massiv „behindert“ werden. Dadurch würde sich der Neustart weiterer AKWs ebenfalls „erschweren“, was begrüßenswert wäre, da der Großteil der Bevölkerung einen Atomausstieg weiterhin befürwortet.

 

24.09.2014

„Wasserbilanz“ am AKW Fukushima dai ichi

Es werden weiterhin täglich etwa 360 t Wasser für die Kühlung der geschmolzenen Brennelemente der Reaktoren 1 bis 3 am havariertem AKW Fukushima dai ichi benötigt. Hinzu kommen noch jeden Tag 400 t Grundwasser von der Bergseite, was in die hochgradig verstrahlten Reaktoren sickert, diese „auswäscht“ und dann ins Meer gelangt. Um die Grundwassermenge, die in die Reaktorkellerräume gelangt etwas zu reduzieren, wird es, so weit es möglich ist, abgefangen und gesammelt, allerdings dann über einen Bypass ins Meer geleitet.

Auf dem AKW-Gelände, bzw. da hinter lagern mittlerweile schon mehr als 500 000 t hochradioaktiv verseuchtes Wasser in Lagertanks. Diese sind zum Teil nur zusammengesteckt und verschraubt und werden dem entsprechend auch schon mal ganz gerne, wie es die Vergangenheit schon zeigte, undicht. Diese werden jetzt jedoch nach und nach durch verschweißte Tanks ersetzt.

Dazu kommt auch noch die hohe Strahlung, die sich im Bereich der Lagertanks sehr stark aufsummiert.

Bis Ende März 2015 werden es sogar schon 800 000 t hochradioaktiv verseuchtes Wasser sein, was dort dann in den Tanks lagert und nicht mehr verwertet werden kann.

Dieses Wasser will man jedoch versuchen zu „reinigen“, so die Pläne von Tepco und der Regierung.

Etwa 90 000 t Wasser befinden sich zur Zeit in den Reaktorkellerräumen und das AKW-Gelände gleicht einer radioaktiven Sumpflandschaft. 

Die „Reinigung“ des hochgradig verstrahlten Wassers funktioniert ebenfalls eher schlecht als recht. Wichtige Teile der Filteranlage ALPS sind laufend defekt und eine weitere Filteranlage einer US-Firma wird noch diskutiert.

Die Herausfilterung von Tritium („überschweres Wasser“), was in großen Mengen vorhanden ist, sowie weitere extrem gefährliche Stoffe, bleibt weiterhin eine nahezu unlösbare Aufgabe.

Auch das Projekt „Eismauer“ ist gescheitert. Hier bei sollten die Reaktoren 1 bis 4 durch eine unterirdische Barriere aus chemischen Frostungsmitteln „eingezäunt“ werden, damit kein Grundwasser dort eindringt und hochradioaktives Wasser in die Umgebung entweicht.

 

19.09.2014

Präfekturverwaltung gibt sein o.k. für das AKW Sendai

Die Präfekturverwaltung Kagoshima, Südjapan hat jetzt der vom Betreiber Kyushudenryoku beantragten Wiederinbetriebnahme zweier Reaktoren am AKW Sendai zugestimmt. Diese wurden durch die Atomaufsichtsbehörde NRA überprüft und vor kurzem für „sicher“ befunden (antiatom-fuku berichtete).

Eine Zustimmung der benachbarten Präfekturen sei wohl nicht erforderlich.

Der Präfekturgouverneur Ichiro Ito, der die Wiederinbetriebnahme nun genehmigt hat, sieht darin keinerlei Gefahren und Probleme, auch nicht durch die nahe gelegenen Vulkane und pyroklastischen Ströme, die aber durch aus eine Gefahr dar stellen.

„Das AKW Sendai entspreche höchsten Sicherheitsanforderungen, was durch die Atomaufsichtsbehörde NRA bestätigt worden ist“ so Ito weiter.

Atomkritische Organisationen und weitere Bürger aus der betroffenen Präfektur und Umgebung wollen mit einer eilig ins Leben gerufenen Unterschriftenaktion und weiteren Maßnahmen die Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren verhindern.

 

17.09.2014

Bundesstraße der Todeszone

Die Behörden gaben jetzt in der Präfektur Fukushima eine Bundesstraße wieder frei, die durch die radioaktiv verseuchte Sperrzone führt. Nach nur 3½ Jahren geben die Behörden die Bundesstraße Nr. 6, die von Iwaki, küstennah in Richtung Norden am Gaskraftwerk Hirono, an den AKWs Fukushima dai ni und dai ichi vorbei bis Sendai führt für den Durchgangsverkehr frei. Siehe dazu die Skizze der Tokyo Shinbun.

Die Bundesstraße 6 erspart zwar viele Umwege und war früher auch eine sehr wichtige Verkehrsverbindung, führt aber direkt an der havarierten Atomanlage vorbei und mitten durch die hochgradig verstrahlte „Schmauchspur“.

Unabhängige Experten befürchten, dass die wirtschaftlichen Interessen vor der Gesundheit der Bevölkerung stehen und die Reaktorkatastrophe durch die Freigabe der Straße heruntergespielt werden soll. Zumal auch der Regionalbahnstreckenabschnitt der Joban-Linie, die ebenfalls durch die Sperrzone in Richtung Sendai führt, kürzlich bis Bahnhof Tatsuda (antiatom-fuku berichtete), nahe dem AKW Fukushima dai ni freigegeben worden ist.  

 

15.09.2014

Japan, seit einem Jahr ohne Atomstrom

Heute vor einem Jahr wurde am AKW Ōi, Präfektur Fukui der letzte in Japan laufende Reaktor vom Netz genommen. Die Stromversorgung blieb weiterhin stabil. Und die erneuerbaren Energien sind auch ohne staatliche Förderung weiter auf dem Vormarsch.

Hiermit zeigt Japan, auch wenn es die Regierung unter Shinzo Abe (LDP) und die restliche Atomlobby nicht wahr haben wollen, dass Japan unabhängig ist von der Kernenergie.

Es sind zwar noch teure Importe an Rohstoffen zur Energiegewinnung nötig, die aber hätten deutlich reduziert werden können, wenn sich die Regierung entsprechend bemüht hätte. Denn die Ressourcen zur Energiegewinnung sind reichlich vorhanden.

Die Bürger hingegen haben aus den Folgen der Reaktorkatastrophe gelernt und zeigen sich in puncto Energiewende deutlich engagierter und haben mittlerweile sogar schon einen eigenen Ökostromanbieter, die AiPower in Aizuwakamatsu, Präfektur Fukushima nach dem Schönauer Vorbild EWS gegründet (antiaton-fuku berichtete).

Da der Strommarkt bis 2016 weiter liberalisiert werden soll, kommt da mehr Bewegung hinein, was vor allem der erneuerbaren Energie zu Gute kommt.

Der Großteil der Bevölkerung befürwortet weiterhin einen endgültigen Atomausstieg und die Industrie setzt ebenfalls immer mehr auf erneuerbare Energien, die zum Teil sogar selbst in eigenen Anlagen erzeugt wird.

Laut einer japanischen Greenpeace-Studie könnte Japan in seinem Strommix den Anteil an erneuerbare Energien bis 2020 auf 40% erhöhen. Das Klimaziel, den CO2-Ausstoß um 25% zu senken würde Japan somit auch bis 2020 erreichen.

Nur die Regierung zeigt sich weiterhin Beratungsresistent und bleibt weiter auf Atomkurs.

Es liegt jetzt an der Regierung, den bereits vollzogenen Atomausstieg bei zu behalten, der somit leider noch nicht in trockenen Tüchern ist.

Allerdings läuft der von Ministerpräsident Shinzo Abe  herbeigesehnte Neustart der AKWs nicht so, wie er sich das wünscht. Die Wiederinbetriebnahme am AKW Sendai, Südjapan verschiebt sich ebenfalls weiter nach hinten, da noch sicherheitsrelevante Fragen offen sind. Denn neben vorhandener Vulkane, die aktiv sind, sind die Evakuierungspläne unzureichend und weitere Sicherheitsmängel am AKW Sendai vorhanden.

 

13.09.2014

Kontaminiertes Erdreich - Pläne für Atommülllager immer konkreter

Schon allein in der Präfektur Fukushima sind schätzungsweise 22 Mio. m³ radioaktives Erdreich, Laub und weitere Abfälle, die bei den sogenannten Dekontaminierungsarbeiten angefallen sind, zusammen gekommen. Davon weist die Hälfte eine Radioaktivität von 8000 bis 100 000 Bq/kg auf. Bei den restlichen Abfällen liegt die Strahlung bis zu 8000 Bq/kg, bzw. darunter und darf somit auf normalen Mülldeponien „verarbeitet“ oder verbrannt werden, da die gesetzlich festgelegte Obergrenze von 8000 Bq/kg nicht überschritten wird.  

Hinzu kommt allerdings auch noch das radioaktiv verseuchte Erdreich und Gestrüpp, was in den Hotspots außerhalb der Präfektur Fukushima abgetragen worden ist.

Auch die Wirkung der Dekontaminierungsmaßnahmen ist weiterhin sehr umstritten.

In der Präfektur Tochigi, 150 km nördlich von Tokyo, ist die Strahlung laut aktuellen Messungen an fünf Orten, die bereits dekontaminiert worden sind, wieder angestiegen. Der selbe Effekt trat schon in der Vergangenheit an vielen „dekontaminierten“ Orten auf. Die Strahlung, die da bei eh nur um 30 bis 70% gesenkt werden konnte, stieg bis jetzt immer wieder an, nach dem die Dekontaminationsarbeiten ein paar Wochen zurück lagen.

All das radioaktiv verseuchte Material wird zur Zeit weiterhin überall in der Landschaft, auch in der Nähe von Wohngebieten verteilt gelagert.

Die Pläne für ein Zwischenlager für radioaktive Abfälle in Futaba/Okuma, nahe dem AKW Fukushima dai ichi (antiatom-fuku berichtete) werden immer konkreter. Auch der Präfekturgouverneur der Präfektur Fukushima hat zugestimmt. Privatgrundstücke in diesem Bereich sollen jetzt aufgekauft werden. Dafür will die Regierung sogar den ursprünglichen Grundstückspreis zahlen.

 

11.09.2014

Weiterhin Wohncontainer - Die Situation der Tsunami-Flüchtlinge

In den Tsunami-Gebieten, vor allem in der Präfektur Iwate und Miyagi sind noch 4224 Übergangshäuser, also Wohncontainer, wie man die von Großbaustellen kennt, von Flüchtlingen bewohnt. Nur 28 Familien konnten ihre Übergangshäuser wieder verlassen und in eine dauerhafte eigene Wohnung/Haus umziehen.

Für die verbliebenen Flüchtlinge, die neben dem verlorenen Hab und Gut auch ihre Arbeitsstelle durch den Tsunami verloren haben, sind die Zukunftsaussichten weiterhin eher schwierig, zumal auch die staatliche Unterstützung unzureichend ist.

Das alles erklärt auch, warum die Suizidrate weiterhin eher hoch ist.

Bei der Dreifachkatastrophe vom 11 März 2011 kamen etwa 20 000 Menschen ums Leben, bzw. gelten noch bis heute als vermisst. Zahllose Opfer verloren ihre Heimat, Hab und Gut durch den Tsunami oder mussten wegen der radioaktiven Verseuchung flüchten.

Von daher erscheint es absolut unverständlich, dass das AKW Sendai, was kürzlich durch die Atomaufsicht NRA zwecks Wiederinbetriebnahme „durch gewunken“ worden ist, nun auch noch das offizielle o.k. der Regierung erhalten hat.

Die beiden überprüften Reaktoren werden jedoch, wenn überhaupt erst Anfang 2015 wieder angefahren, da noch die Genehmigung der Präfekturverwaltung aussteht und die Frage der aktiven Vulkane nahe dem AKW ebenfalls noch nicht geklärt ist.

 

08.09.2014

AKW Fukushima dai ichi: Hohe Strontiumwerte im ausgelaufenem Wasser

Bezug nehmend auf den Zwischenfall von letzter Woche am AKW Fukushima dai ichi, bei dem hochradioaktiv verseuchtes Wasser im Bereich der Lagertanks ausgetreten ist (antiatom-fuku berichtete am 05.09.2014), gab Tepco heute nun die Strahlenwerte bekannt. Dem nach liegt der Strontium90-Wert bei hohen 98 Mio. Bq/l Wasser, was laut Tepco zwar nicht die Schutzwälle übertreten hat, aber zum Großteil ins Erdreich gedrungen ist.

Die Ursache der Leckage war ein Riss, der an einem Ventil entstanden ist.

 

Erneute Verklappung von 1749 Tonnen radioaktivem Wasser

Heute wurde am AKW Fukushima dai ichi wieder einmal radioaktiv verseuchtes Grundwasser, was in den bergseitigen Bohrlöchern gesammelt worden ist, über den Bypass, der die havarierten Reaktoren umgeht ins Meer verklappt. Die heutige „Portion“ betrug 1749 Tonnen.

 

Reaktor 4 – Entnahme der restlichen Brennelemente

Am Reaktor 4, AKW Fukushima dai ichi, sind die Entnahmearbeiten der Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 wieder angelaufen. Diese wurden für etwa zwei Monate wegen Wartungsarbeiten der Entnahmevorrichtung unterbrochen und sollen bis Jahresende abgeschlossen sein. 1188 der 1533 Brennelemente sind bereits entnommen worden.

 

05.09.2014

AKW Fukushima dai ichi – Erneut hochradioaktives Wasser entwichen

Wie ein Pressesprecher auf der gestrigen Tepco-Konferenz bekannt gab, kam es am havarierten AKW wieder einmal zu einem Zwischenfall, bei dem hochradioaktives Wasser im Bereich der Lagertanks ausgetreten ist. Hierbei war ein Riss an einem Ventil, zwischen dem Lagertank und einer zuführenden Rohleitung entstanden, aus dem nun das hochradioaktiv verseuchte Wasser ausgetreten ist.

Über die Menge des entwichenen Wassers und die Höhe der Strahlung wurden jedoch keine Angaben gemacht. Das Wasser sei laut Tepco aber nicht über Schutzwall, der die Lagertanks umgibt getreten. Die Leckagestelle am Ventil wurde abgedichtet.

 

Weiterer Reaktor wird endgültig stillgelegt

Der AKW-Betreiber Kyushudenryoku plant den 38 Jahre alten Reaktor 1 am AKW Genkai, Kyushu/ Südjapan stillzulegen, da die von der Atomaufsichtsbehörde geforderten Instandsetzungsarbeiten zu hoch wären. Somit wäre der Reaktor laut dem Betreiber für seine Restlaufzeit nicht mehr rentabel.

Sicherheitsrelevante Gefahren alter Reaktoren wurden jedoch nicht in den Vordergrund gestellt.

Ein Drittel der japanischen Reaktoren sind schon überaltert und einige kurz davor. Diese sind laut der Atomaufsichtsbehörde NRA auch nicht mehr „Verkehrsfähig“. So wurden unter anderem auch schon vor kurzem die Reaktoren Reaktor 1 und 2 am AKW Mihama stillgelegt.

 

04.09.2014

Tepco - AKW-Arbeiter klagen vor Gericht

Wegen den katastrophalen Arbeitsbedingungen am havariertem AKW Fukushima dai ichi klagt jetzt eine kleine Gruppe von Arbeitern vor Gericht. Dessen Anwälte fordern für ihre Klienten einen Schadensersatz in Höhe von umgerechnet 650 000 Euro.

Mit angeklagt sind auch die Subunternehmer von Tepco, die ihrerseits weitere Subunternehmer beauftragen und die Arbeiter ausbeuten und schlecht bezahlen.

Schon in der Vergangenheit gab es immer wieder Beschwerden, dass der Stromkonzern Tepco und dessen Subunternehmen gegen das geltende Arbeitsschutzgesetz verstoßen hat und die Unfallverhütungsvorschriften ebenfalls nicht eingehalten worden sind. Es mangelt oder fehlt laufend an ausreichender Schutzausrüstung oder anderen Arbeitsmaterialien.

Auch bei der Anschaffung weiterer Lagertanks für hochradioaktiv verseuchtes Wasser, die erst kürzlich getätigt worden ist, stand Tepco im Verdacht, dass die Kostenfrage vor der Qualität steht.

Neben der schlechten Bezahlung wird oftmals unter irgend einen Vorwand die Gefahrenzulagen nicht gezahlt oder der ausgemachte Lohn fiel aus irgend welchen fadenscheinigen Gründen niedriger aus als ausgemacht.

Bei Tepco und den Subunternehmern gibt es noch wesentlich mehr zu beanstanden. Das ist eine Mängelliste, die man noch endlos weiterführen könnte.

Mit dieser Klage, die in dieser Form bisher noch nicht da gewesen ist, wollen die nun klagenden AKW-Arbeiter neben der Schadensersatzforderung auch die Öffentlichkeit auf diese Zustände aufmerksam machen und weitere AKW-Arbeiter, die unter den selben katastrophalen und hochgefährlichen Arbeitsbedingungen ausgebeutet worden sind, dazu motivieren ebenfalls zu klagen.

 

02.09.2014

Der Vierte Sommer (fast) ohne Atomstrom – weiterhin keine Engpässe

Auch im vierten Sommer nach der Reaktorkatastrophe, nach dem die AKWs alle nach und nach vom Netz gegangen sind, ist es auch in diesem Sommer trotz viel genutzter Klimaanlagen nicht zu Stromengpässen gekommen.

Während im Sommer 2011 noch einige AKWs liefen, gingen im Mai 2012 die letzten beiden Reaktoren am AKW Tomari, Hokkaido vom Netz und durften, wie die anderen Reaktoren auch, nach Beendigung der Routinewartung nicht mehr wieder angefahren werden. Denn die jeweiligen Präfekturverwaltungen verweigerten die Genehmigung. Diese war früher nur eine reine Formsache auf dem Papier gewesen und wurde stets anstandslos erteilt.

Japan war für knapp zwei Monaten frei von Atomstrom, als dann im Sommer 2012 zwei Reaktoren am AKW Ōi  trotz massiver Proteste und fehlender Notwendigkeit wieder angefahren worden sind. Diese liefen als einzige bis September 2013 und gingen dann wegen der Routinewartung vom Netz.

Seit dem ist Japan wieder frei von Atomstrom und zwar ohne, allen Warnungen und Prophezeiungen der Regierung und Atomkonzernen zum Trotz, zu Versorgungsengpässen gekommen wäre.

Eventuelle Stromknappheiten wurden durch die empfohlenen Stromsparmaßnahmen suffizient abgefangen.

Jetzt im vierten Sommer ohne Atomstrom meldet der Energiekonzern Hokurikudenryoku, der auch das ebenfalls still stehende AKW Shiga betreibt, dass in diesem Sommer in der Region sogar 3% weniger Strom verbraucht worden ist als im letzten Jahr. Laut dem Betreiber war der verhältnismäßig milde Sommer und die somit weniger genutzten Klimaanlagen der Grund für den geringeren Stromverbrauch. So konnte laut dem Betreiber die Stromversorgung „zufälligerweise“ ohne dem AKW Shiga gedeckt werden.

Auch einige andere AKW-Betreibende Stromkonzerne melden ähnliches.

Wann und ob das AKW Shiga überhaupt wieder ans Netz geht, ist ebenfalls noch fraglich, da die Atomsicherheitsbehörde NRA jetzt Mängel an den Ventilen und Filtern von Reaktor 2, der zur Zeit auf Erfüllung der neuen Sicherheitsstandards überprüft wird entdeckt hat. Diese würden im Falle eines Störfalls den radioaktiven Ausstoß nicht „ausreichend“ filtern. Und bezüglich der geologischen Verwerfungslinien, die möglicherweise seismisch aktiv sind, ist ebenfalls noch nicht das letzte Wort gesprochen worden.

Die für Oktober 2014 angekündigte Wiederinbetriebnahme zweier Reaktoren am AKW Sendai, Kagoshima wird immer weiter nach hinten verschoben und ist mittlerweile für Anfang 2015 vorgesehen.

August 2014

31.08.2014

Shioya: Proteste gegen das geplante Atommülllager

In Shioya bei Utsunomiya, Präfektur Tochigi protestierten heute etwa 2000 Leute gegen ein mögliches Atommülllager in ihrer Region. Das Umweltministerium hatte Shioya als potentiellen Standort für die Lagerung radioaktiver Abfälle, die durch Dekontaminierungsarbeiten von radioaktiv verseuchten Landflächen anfällt bereits ausgewählt.

Auch mögliche Standorte in Okuma und Futaba, beide Orte sehr nahe am AKW Fukushima dai ichi sind seit längerem in Diskussion und wurden jetzt sogar durch die Regierung genehmigt. Zudem sollen diese beiden Ortschaften, die sehr stark radioaktiv verseucht sind, auch noch dekontaminiert und wieder bewohnbar gemacht werden. Ein zweifelhaftes Vorhaben, was schon in den schwächer kontaminierten Gebieten auf Kritik seitens unabhängiger Experten stieß und Skepsis bei den geflüchteten Anwohnern auslöste.     

 

29.08.2014

AKW Fukushima dai ichi: Schweres Maschinenteil ins Abklingbecken gestürzt

Am AKW Fukushima dai ichi ereignete sich heute während der Aufräumarbeiten ein Arbeitsunfall, bei dem ein 400 kg schweres Maschinenteil in das Abklingbecken von Reaktor 3 gestürzt ist. Hier bei handelt es sich um ein Gerät, was für die Bergung der Trümmer benötigt wird. Verletzt wurde jedoch niemand.

Ein Anstieg der radioaktiven Strahlung, bzw. eine Beschädigung der Brennelemente in Abklingbecken ist laut Tepco jedoch nicht eingetreten.

Schon 2012 gab es einen Zwischenfall, bei dem während der Aufräumarbeiten ein 470 kg schweres Stahlgerippe ins Abklingbecken gefallen ist. Auch damals gab es laut Tepco keine Beschädigungen an den 566 Brennelementen, die dort gelagert werden.

 

28.08.2014

Weitere Wasserverklappung ins Meer trotz steigender Tritiumwerte

Im Wasser, was am AKW Fukushima dai ichi seit Mai 2014 etappenweise über den Bypass ins Meer verklappt wird, wurde ein kontinuierlich ansteigender Tritiumwert festgestellt.

Der Bypass wurde angelegt, damit nicht so viel Grundwasser in die Reaktorkellerräume eindringt und mit den drei Kernschmelzen in Kontakt kommt. Dazu wurden bergseitig 12 Bohrlöcher angelegt, über die das Grundwasser abgefangen und in einem Sammelbecken gesammelt wird. Von dort aus wird es dann nach einer Radioaktivitätsmessung über den Bypass an die Reaktorgebäude vorbei direkt ins Meer geleitet. Allerdings wurden in den drei südlichen Bohrlöchern, vor allem im Bohrloch ganz außen, steigende Radioaktivitätswerte festgestellt (antiatom-fuku berichtete mehrfach darüber).

Mittlerweile wurden über den Bypass schon 25000 Tonnen radioaktives Wasser ins Meer verklappt. Laut dem Betreiber Tepco sei das jedoch kein Problem für die Umwelt, da der Verdünnungseffekt ausreichend sei.

Zudem steigen die Radioaktivitätswerte im abgefangenen Grundwasser aus den Bohrlöchern immer weiter an. So wurde in den vergangenen drei Monaten unter anderem auch ein kontinuierlicher Anstieg der Tritiumwerte verzeichnet. Dieser lag im Mai noch bei 200 Bq/l, war aber im Juli allerdings schon auf 300 Bq/l Wasser angeklettert. Auch darin sieht Tepco kein Problem, da sich das Grundwasser aus dem am stärksten kontaminierten Bohrloch sich mit dem Wasser der anderen Bohrlöcher vermischt. Somit sei der Verdünnungseffekt laut Tepco ausreichend.

 

27.08.2014

Ibaraki - Radioaktive Partikel aus dem AKW Fukushima dai ichi

In der Präfektur Ibaraki, 170 km südlich vom havariertem AKW Fukushima dai ichi haben naturwissenschaftliche Experten der Universität Tokyo an verschiedenen Stellen Feinstaubproben aus der Luft gesammelt. Darin wurden radioaktive Partikel wie z.B. Uran und weitere metallische Partikel, die nachweislich aus geschmolzenen Brennelementen und den beschädigten Reaktorbehältern des AKWs Fukushima dai ichi stammen.  

 

24.08.2014

Fukushima: Weiter ansteigender Schilddrüsenkrebs bei Kindern

Nach aktuellen Untersuchungen, dessen Ergebnisse heute bekannt gegeben worden sind, ist die Anzahl der an Schilddrüsenkrebs erkrankten Kinder in der Präfektur Fukushima weiter angestiegen.

Von den etwa 370 000 untersuchten Kindern und Jugendlichen, die zum Zeitpunkt der Reaktorkatastrophe unter 18 Jahre alt waren, besteht nun bei 104 der untersuchten Patienten eine bösartige Veränderung der Schilddrüse, bzw. ein dringender Verdacht auf eine Krebserkrankung. Bei 57 der o.g. 104 Patienten ist die Diagnose „Schilddrüsenkrebs“ bereits gesichert.

Auch wenn eine Krebsentstehung nicht rückverfolgt werden kann, besteht laut unabhängigen Experten durch aus ein Zusammenhang zwischen der erhöhten radioaktiven Strahlung und der zunehmenden Zahl an Schilddrüsenkrebs bei den Kindern in Fukushima; zumal diese Erkrankung normalerweise, in Bereichen mit einer „normalen“ Umweltstrahlung äußerst selten vorkommt.

 

23.08.2014

AKW Fukushima, Reaktor 4 – Entnahme der restlichen Brennelemente

Die Bergungsarbeiten der Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 am havariertem AKW Fukushima dai ichi sollen Anfang September wieder aufgenommen werden und bis Mitte November abgeschlossen sein. Die Bergung ruhten wegen notwendiger Wartung der Entnahmevorrichtung für ca. zwei Monate.

1188 der 1533 Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 sind bereits geborgen und in ein ebenerdiges Abklingbecken, was sich auf dem Gelände befindet eingelagert worden.

Unter den restlichen 345 Brennelementen befinden sich jedoch drei Exemplare, die Beschädigungen aufweisen (antiatom-fuku berichtete) und dem entsprechend besondere Schwierigkeiten bei der Bergung aufweisen könnten. Über dieses Problem hat sich Tepco jedoch noch nicht geäußert.

Problematisch wird auch noch die Bergung der geschmolzenen Brennelemente aus den Reaktoren 1 bis 3.

Hinzu kommen noch viele weitere beschädigte Brennelemente, insgesamt knapp 80 Stück, die noch in den Abklingbecken der Reaktoren 1 bis 6 verteilt gelagert sind (antiatom-fuku berichtete).

 

21.08.2014

AKW Fukushima: Radioaktives Wasser soll „gereinigt“ ins Meer

Der Betreiber Tepco, der am AKW Fukushima dai ichi weiterhin fieberhaft nach „Lösungen“ für die nicht enden wollenden Probleme mit dem radioaktiv verseuchten Wasser sucht, hat jetzt Testläufe mit einer neuen Filteranlage durchgeführt.

Das radioaktive Grundwasser, was von der Bergseite kommt, die hochgradig radioaktiv verseuchten Reaktorkellerräume „auswäscht“ und mit dem Kühlwasser der Kernschmelzen ins Meer gelangt, wird, so weit es möglich ist, abgefangen. Es wird, bevor es die Reaktorkellerräume erreicht über mehrere Bohrlöcher abgepumpt und der neuen Reinigungsanlage zugeführt. Diese ist nach Angaben von Tepco in der Lage, die radioaktiven Stoffe zum Großteil heraus zu filtern. So soll der Gehalt an Cäsium137 um das 10 000-fache und das Strontium90 um das 1000-fache reduziert werden.

Dadurch sinken die Radioaktivitätswerte des Wassers unter die gesetzlich festgelegte Obergrenze, so dass Tepco und Behörden es als unbedenklich erachten, das Wasser ins Meer zu leiten.

Im Vollbetrieb soll die Anlage dann täglich 1200t radioaktiv verseuchtes Wasser „reinigen“. Das „gereinigte“ Wasser soll dann anschließend ins Meer verklappt werden.

Im Testlauf wurden 500t Wasser „gereinigt“. Diese Pläne wurden nun der Fischereigenossenschaft auf der gestrigen Konferenz in Iwaki vorgesellt.

 

19.08.2014

Radioaktives Wasser, neuer Versuch - Beton statt Trockeneis und Gefriermittel

Nach dem die Versuche mit Trockeneis von insgesamt 410t und Gefriermittel am AKW Fukushima dai ichi gescheitert sind (antiatom-fuku berichtete), soll nun Beton in die unterirdischen Verbindungstunnel und Kabelschächte von Reaktor 1 und 2 und dem dazugehörigen Turbinengebäude gepumpt werden. Die Arbeiten sollen auch schon sehr bald beginnen.

Mit dem Trockeneis und dem Gefriermittel wurde versucht das hochradioaktiv verseuchte Wasser, was sich in den Verbindungstunneln befindet zu gefrieren, damit es nicht ins Meer gelangt und auch kein weiteres Grundwasser in den hochradioaktiv verseuchten Tunnel nachläuft und kontaminiert wird.

In der Hoffnung den gewünschten Effekt doch noch zu erreichen, sollen die Verbindungstunnel jetzt mit einem speziellen Beton o.ä. ausgefüllt werden, der auch im Wasser aushärtet.

 

17.08.2014

Stark radioaktiv verseuchtes Wasser: Verbindungstunnel – Risse im Beton

Das Trockeneis, was tonnenweise in die Verbindungstunnel und Kabelschächte der Reaktoren 1 und 2 und dem dazugehörigen Turbinengebäude am AKW Fukushima dai ichi eingebracht worden ist, hat vermutlich das Mauerwerk der Verbindungstunnel beschädigt. Die schlagartige Kälte des Trockeneis (-30 C°) habe den Beton porös werden lassen, so dass möglicherweise Risse entstanden sind.

In den unterirdischen Verbindungstunneln und Kabelschächten zwischen den Reaktor- und Turbinengebäuden befindet sich hochradioaktiv verseuchtes Wasser. Mit dem chemischen Kühlmittel sollte es nun daran gehindert werden ins Meer zu gelangen. Als das nicht funktionierte, wurde Trockeneis hinzu gefügt. Dadurch sollte die Temperatur des hochradioaktiv verseuchten Wassers heruntergekühlt werden, damit das chemische Kühlmittel besser greift. Auch dieser Plan ging nicht auf (antiatom-fuku berichtete). 

Jetzt besteht jedoch die Gefahr, dass im Mauerwerk der Verbindungstunnel Risse entstanden sind, durch die jetzt das hochradioaktiv verseuchte Wasser in noch größeren Mengen ins Erdreich und somit ins Meer gelangt.

Die Strahlenbelastung des Wassers in den Verbindungstunneln (schätzungsweise 11000 t), was ja auch direkten Kontakt mit den geschmolzenen Brennelementen hat, beträgt schätzungsweise mehrere Millionen Bq/l. Pro Liter!! wohlgemerkt).

Zu den immer noch nicht gelösten Problem das nachlaufende Wasser zu stoppen, sowie die anderen „Wasserprobleme“ am AKW Fukushima dai ichi, ist noch ein weiteres „Wasserproblem“ hinzu gekommen, ohne das es auch nur annähernd eine Lösung gibt.

Der Betreiber Tepco, der mit diesen Problemen restlos überfordert ist, will jetzt sogar schwach radioaktiv verseuchtes Wasser direkt ins Meer verklappen, wofür er schon einen entsprechenden Antrag bei den Behörden gestellt hat.

Fukushima: Weitere sichtbare Anomalien bei Tieren und Insekten

Zahlreiche japanische und US-amerikanische Wissenschaftler stellten in ihren zahlreichen Untersuchungen, die seit 2011 getätigt werden, eine verstärkte Auswirkung an Vögel, Makaken und Insekten fest, die mit aller Wahrscheinlichkeit in Verbindung mit der erhöhten Radioaktivität in der Umgebung der Reaktorruine stehen.

Das Erbgut wird geschädigt, es kommt zu Zellschädigungen, Mutationen und weiteren Missbildungen. Bei einer weit verbreiteten Schmetterlingssorte zeigte sich z.B. ein verzögertes Wachstum und äußerliche Abnormalitäten.

In Tschernobyl hingegen sein wohl einige Vogelarten auch „immun“ gegen die erhöhte Radioaktivität geworden.

Ob direkte Vergleiche zwischen Tschernobyl und Fukushima mit entsprechenden Prognosen überhaupt möglich sind, ist noch völlig unklar.

 

14.08.2014

AKW Fukushima dai ichi – Projekt „Eismauer“ wird möglicherweise eingestellt

Nach dem sich der Betreiber Tepco wochenlang vergeblich bemüht hat, das hochradioaktiv verseuchte Grundwasser, was durch die Reaktorkellerräume läuft mittels chemischer Kühlmittel und Trockeneis zu gefrieren nicht gelungen ist, wird nun darüber nachgedacht, das Projekt „Eismauer“ endgültig aufzugeben.

Ursprüngliches Ziel der unterirdischen Eismauer, die aus einem Rohrsystem besteht und die Reaktoren 1 - 4 über eine Länge von 1,5 km umschließen sollte, war es, die hochgradig radioaktiv verseuchten Reaktorkellerräume abzuschirmen, damit kein Grundwasser dort hinein gelangt. Das Wasser würde diese sonst laufend „auswaschen“ und zusammen mit dem Kühlwasser der geschmolzenen Brennelemente ins Meer gelangen (antiatom-fuku berichtete mehrfach darüber).

Immer wieder kam es bei den Versuchen das Wasser einiger Verbindungstunnel und Schächte zwischen Reaktor- und Turbinengebäude mit Chemikalien und Trockeneis zu gefrieren zu Pannen, bei denen z.B. Rohre durch das Trockeneis verstopften.

Auch die bereits fertig gestellten Abschnitte der 1,5 km langen „Außenmauer“, die die Reaktoren 1 bis 4 umrahmen sollte, erbrachten nicht den gewünschten Erfolg. Der zur Probe fertig gestellte Abschnitt gefror ebenfalls nicht.

Auch die Regierung, die Eismauer als Forschungsprojekt aus den Steuergeldern finanziert, lenkt nun ein und stimmt ebenfalls für eine endgültige Aufgabe des Projektes.

Die Atomaufsichtsbehörde NRA soll nun diesbezüglich eine Entscheidung treffen. Allerdings müssen jetzt auch wieder über Alternativen nachgedacht werden, da das hochradioaktiv verseuchte Wasser, schätzungsweise 200 bis 400 Tonnen täglich ungehindert ins Meer gelangen.

Unabhängige Experten haben schon von Anfang an davon abgeraten, da das Ganze auch  noch nie dieser Form erprobt worden ist und die voraus gerechneten Kosten ebenfalls ins uferlose ausarten würden.

Baufirmen, die im Tiefbau tätig sind und diese Technik nutzen (natürlich in kleinerer Form) haben, aufgrund der fehlenden Erfahrung und der hohen Kosten davon abgeraten.

Trotz allen dem wollte hoch verschuldete Stromkonzern Tepco das Projekt jedoch unbedingt umsetzen, da es als Forschungsprojekt, durch den Steuerzahler staatlich gefördert wird.

 

12.08.2014

AKW Sendai - NRA unterschätzt die Gefahr durch Vulkane

Laut unabhängigen Experten, insbesondere dem Geowissenschaftler Toshitsugu Fujii von der Universität Tokyo wurde das Risiko der Vulkane für das AKW Sendai, Präfektur Kagoshima durch die Atomaufsichtsbehörde als zu gering eingeschätzt. Das der Betreiber Kyushudenryoku das Risiko für einen Vulkanausbruch für gering hält, ist ganz klar, da er sein AKW ja schließlich wieder ans Netz nehmen will.

Beide, weder die NRA noch der Betreiber Kyushudenryoku verfügen jedoch über Geoexperten, was von Fujii ebenfalls bemängelt worden ist. Zumal die NRA den beiden überprüften Reaktoren am AKW Sendai eine ausreichende Sicherheit für die Wiederinbetriebnahme attestiert hat und das AKW somit seitens der NRA wieder in Betrieb genommen werden darf.

Zu dem verläuft in der Umgebung der Vulkane eine pyroklastische Strömung, die nicht weit vom AKW Sendai entfernt ist.

„Es hängt nicht davon ab, ob ein Risiko klein oder groß ist, Fakt ist: Es ist da!“ so Fujiii weiter.

 

11.08.2014

Zwischenstand der laufenden NRA-Überprüfungen an einigen AKWs

Der Tsunamischutzwall am AKW Takahama, Präfektur Fukui ist laut der Atomsicherheitsbehörde NRA, entgegen den Berechnungen des Betreibers Kansaidenryoku unzureichend. Diesen Fehler gab der Betreiber jetzt zu und kündigte an, die Schutzmauer um zwei Meter zu erhöhen.

Das AKW Mihama, Präfektur Fukui hat wegen dem stattlichen Alter seiner drei Reaktoren, wovon zwei die Marke von 40 Betriebsjahren schon überschritten und der dritte kurz davor ist, keine Aussicht auf das Bestehen der NRA-Sicherheitsüberprüfung und nachfolgender Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme.

Für das AKW Genkai, Kyushu in Südjapan bekam der Betreiber Kyushudenryoku allerdings schon einmal eine durch die NRA ausreichende Erdbebensicherheit für die beantragten Reaktoren 3 und 4 attestiert. Die weiteren Überprüfungen auf Sicherheit dauern jedoch noch an.

Am AKW Shika, was ebenfalls durch die NRA überprüft wird, besteht der Verdacht einer seismisch aktiven Verwerfungslinie, die quer durch das Gelände verläuft.

Und am AKW Tokai, was im Vergleich zu den anderen AKWs die dichteste Besiedelung in seiner Umgebung hat, müssten im Falle einer Reaktorkatastrophe auch die meisten Leute in Sicherheit bringen, was eine noch größere Herausforderung an den Katastrophenschutz dar stellen würde. Zudem liegt das AKW Tokai auch nur 115 km von Tokyo entfernt.

Bis jetzt können nur 13% der Gemeinden mit AKWs einen brauchbar erscheinenden Katastrophenplan für den Fall einer Reaktorkatastrophe vorweisen.

Der Betreiber Japan Atomic Power, der das AKW Tokai betreibt und seinen Strom ausschließlich aus Atomenergie produziert, ist aufgrund der abgeschalteten AKWs nun existentiell bedroht, weshalb er besonders stark auf eine Genehmigung für die Wiederinbetriebnahme von Reaktor 2 drängt.

Auch die anderen AKW-Betreiber drängen auf die Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme ihrer AKWs und „drohen“ mit weiter steigenden Strompreisen, die für die Privathaushalte schon seit 2011 um 36% gestiegen sind.

Hier wird wieder einmal der „billige und saubere Atomstrom“, produziert im eigenen Lande versus „teurer“ Importe „schmutziger“ fossiler Energieträger geworben, anstatt die erneuerbaren Energien besser voran zu bringen.

 

10.08.2014

Taifun „Halong“ wütet in Japan

Taifun „Halong“ wütet auf der Insel Shikoku in Südwestjapan. Die Behörden gaben eine Sturmflutwarnung heraus und forderten die küstennahen Anwohner auf, sich in Sicherheit zu bringen. Durch den heftigen Starkregen werden sogar, vor allem in der Präfektur Mie Erdrutsche befürchtet.

Der Zugverkehr kam zum Teil zum Erliegen und der Flugverkehr musste zeitweise sogar eingestellt werden.

Der Taifun, mit einer Windgeschwindigkeit bis zu 160 km/h zieht jetzt weiter Richtung Nordosten.

 

Gedenken an die Opfer der Atombombenabwürfe

Am gestrigen Samstag worden auf landesweiten Gedenkfeiern den Atombombenopfern gedacht. Auch in Deutschland fanden an verschiedenen Orten Gedenkveranstaltungen statt. So wurden im Kölner Hiroshima-Park den Opfern gedacht und gegen den Fortbestand der AKWs, die die Grundlage für Atomwaffen bilden appelliert.

In Dortmund fand am vergangenen Mittwoch ein Mahngang statt, der durch die Auslandsgesellschaft NRW und der IPPNW organisiert worden ist.

Am 09.08.1946 wurde die zweite US-Atombombe auf Nagasaki, Südjapan abgeworfen, wobei, wie auch schon beim ersten Atombombenabwurf auf Hiroshima vom 06.08.1946, die Stadt Nagasaki komplett ausgelöscht worden ist. Die Opfer, bzw. deren Nachkommen leiden bis heute noch unter den Folgen der radioaktiven Verstrahlung.

 

07.08.2014

Fukushima, Reaktor 3: Kernschmelze schlimmer als befürchtet

Nach neusten Analysen, ist bei der Kernschmelze in Reaktor 3 nicht „nur“ ein Großteil (antiatom-fuku berichtete), sondern das gesamte Brennmaterial aus den Reaktor entwichen und haftet nun am Boden des Sicherheitsbehälters. 

In Reaktor 1 liegt genau das selbe Problem vor. Auch dort ist das gesamte Brennmaterial durch den Reaktorboden geschmolzen und haftet nun auf den Boden des Sicherheitsbehälters.

Hier durch wird die Bergung des hochradioaktiven Brennmaterials enorm erschwert. Wie die Kernschmelzen geborgen werden sollen, ist noch völlig unklar.

 

Kawaguchi: Versuchsweise Rückkehr in die verstrahlte Heimat

Einige Familien, die nach der Reaktorkatastrophe von März 2011 aus der heutigen Sperrzone flüchten mussten, sollen jetzt auf Wunsch der Regierung versuchsweise in ihre Häuser zurückkehren (antiatom-fuku berichtete).

Die Ortschaft Kawaguchi, nahe dem AKW Fukushima dai ichi wurde weitgehend dekontaminiert. Radioaktiv verseuchtes Erdreich wurde abgetragen, Laub und Gestrüpp entfernt. Auf einen großen Platz stapeln sich jedoch zahllose große Säcke mit den radioaktiven Abfällen, die bei diesen besagten Dekontaminierungsarbeiten angefallen sind.

Das ZDF begleitete einige betroffene Familien bei ihrer Rückkehr in die verstrahlte Region und berichtet darüber im nachfolgenden Video.

 

06.08.2014

Gedenken der Opfer vom  Atombombenabwurf – Ministerpräsident Abe im Widerspruch

Heute wurden landesweit den Opfern des Atombombenabwurfes auf Hiroshima vom 06.08.1946 gedacht. Dazu fand eine Gedenkfeier im Friedenspark vor dem Genbakudom (Atombombendom) in Hiroshima statt, bei der auch der amtierende Ministerpräsident Shinzo Abe (LDP) eine Rede hielt.

Er bedauerte die Opfer und forderte eine weltweite Abschaffung der Kernwaffen. Mit dieser Aussage steht der als atomfreundlich und dem Militär zugewandt bekannte Ministerpräsident Abe jedoch im Widerspruch zu seiner derzeitigen Politik, in der er die Atomkraft wieder voran treiben und Japan militärisch „stärken“ will, weswegen er auch den Artikel 9 zum Nachteil des Friedens geändert hat.

Fukushima: Kernschmelze in Reaktor 3 war schon 5 Stunden eher eingetreten

Nach aktuellen Analysen am havariertem AKW Fukushima dai ichi, die der Betreiber Tepco heute nun bekannt gab, fand die Kernschmelze, die am 13.03.2011 in Reaktor 3 eintrat, schon 5 Stunden früher statt. Der größte Teil der geschmolzenen Brennelemente klebt auf dem Boden des Reaktorsicherheitsbehälters.

Somit ist entgegen den bisherigen Informationen von 2012 die Kernschmelze schon morgens um 5:00 Uhr des 13.03.2011 eingetreten, nach dem die Kühlwasserzufuhr vermutlich ausgefallen ist. Darauf hin stieg die Temperatur in Reaktor auf 2200°C und die Kernschmelze nahm ihren Lauf.

 

Weiterhin regelmäßige Verklappungen von radioaktiv verseuchtem Wasser

Um dem steigenden Grundwasserspiegel am AKW Fukushima dai ichi entgegen zu wirken, wird weiterhin über die bergseitig angelegten Bohrlöcher das radioaktiv verseuchte Grundwasser gesammelt und in regelmäßigen Abständen ins Meer verklappt. Hier durch will der Betreiber Tepco den Kontakt des Grundwassers mit den Reaktorkellerräumen und den geschmolzenen Brennmaterial vermeiden, um eine noch wesentlich stärkere radioaktive Verseuchung des Wassers zu vermeiden.

Bei der letzten Verklappung, die Anfang der Woche statt fand, wurden 2007 Tonnen radioaktives Wasser ins Meer geleitet.

 

AKW Sendai – Fehlende Dokumente

Wie Anfang der Woche bekannt wurde, fehlen noch Dokumente, die die technische Sicherheit verschiedener Einheiten am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima „belegen“ sollen. Diese Dokumente wurden nun von der Sicherheitsbehörde NRA, die dem Betreiber Kyushudenryoku erst kürzlich eine technische Sicherheit für die beiden überprüften Reaktoren attestiert hat, nachgefordert.

Denn es hat sich heraus gestellt, dass möglicherweise noch nicht alle Sicherheitskriterien erfüllt worden sind.

Somit könnte sich eine eventuelle Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren, die für den kommenden Herbst geplant war, bis in den Winter verzögern.

 

04.08.2014

Gerichtsurteil AKW Ōi – Betreiber geht in Berufung

Der Betreiber Kansaidenryoku, der nach einem Gerichtsurteil von Mai 2014 die beiden Reaktoren 3 und 4 am AKW Ōi, Fukui nicht mehr in Betrieb nehmen darf, will das Urteil jetzt anfechten und geht in Berufung. Die Neuverhandlungen, 5 Sitzungen sind angesetzt, beginnen voraussichtlich in November 2014.

Das Ōi-Urteil von Mai, ein Präzedenzfall, verbot die Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren aufgrund gravierender Sicherheitsmängel, nach dem eine Bürgerinitiative zum Schutz der Menschenrechte geklagt hatte. Es war bisher das landesweit erste Gerichtsurteil in dieser Form (antiatom-fuku berichtete).

 

AKW Tomari – geologische Verwerfung seismisch aktiv

Zur Zeit wird unter anderem auch das AKW Tomari, Hokkaido durch die Atomaufsichtsbehörde NRA auf Sicherheit überprüft. Auf dem Gelände wurden jedoch geologische Verwerfungslinien festgestellt, die mit aller Wahrscheinlichkeit seismisch aktiv sind. Der Betreiber Hokkaidodenryoku, der das zu überprüfende AKW gerne wieder in Betrieb nehmen möchte, behauptet jedoch das Gegenteil.

 

Atompolitik - Junichiro Koizumi warnt weiter auf Vorträgen

Der ehemalige Ministerpräsident Junichiro Koizumi (LDP), der sich nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima gegen Atomkraft stark macht (antiatom-fuku berichtete), hielt in den letzten Wochen einige Vorträge an verschiedenen Orten, um die Bevölkerung weiter zu sensibilisieren.

Im aktuellen Vortrag in Aizuwakamatsu, Präfektur Fukushima, sprach Koizumi einerseits die allgemeinen Gefahren der Kernkraft an, aber vor allem auch die nicht nachvollziehbare Energiepolitik von Shinzo Abe (LDP), bei der die Kernenergie trotz der abgelaufener Reaktorkatastrophe weiterhin befürwortet wird.

Er mahnte die Regierung an, wie man bei den Problemen mit dem radioaktiv verseuchten Wasser, sowie den weiteren Gefahren am AKW Fukushima dai ichi, für die es immer noch keine brauchbare Lösung gibt, weiter auf Atomkurs bleiben kann, statt die Menschheit vor weiteren Katastrophen zu schützen.

 

02.08.2014

AKW Fukushima: Ursache für Leckage am Reaktor 5 gefunden

Am AKW Fukushima dai ichi trat vor einigen Wochen ständig radioaktiv verseuchtes Wasser aus Leckagen in den Rohren, die zum Abklingbecken führen aus. Die Ursache hier für konnte man sich zu nächst nicht erklären (antiatom-fuku berichtete).

Nun sei laut dem Betreiber Tepco die Ursache der Leckagen jedoch gefunden. Es handele sich wohl um defekte Ventile, die durch Korrosion beschädigt worden sind, was durch das Meerwasser noch verstärkt worden ist.

Nach Erklärung des Betreibers Tepco haben sich die Ventile durch das Erdbeben von März 2011 verzogen, so dass die innere Schutzschicht beschädigt worden ist.

 

Weiterhin Probleme mit der Dekontaminierungsanlage ALPS

Die Dekontaminierungsanlage ALPS am AKW Fukushima dai ichi weist weiterhin Macken auf, so dass der ordnungsgemäße Betrieb wieder einmal gestört ist.

Bisher wurde nur ein kleiner Teil der 470 000 Tonnen des hochgradig verstrahlten Wassers, was in Tanks auf, bzw. hinter dem AKW-Gelände lagert weitgehend dekontaminiert.

Tepco versichert jedoch, das die ALPS ab Dezember ihren regulären Vollbetrieb aufnehmen wird. Ursprünglich geplant war bereits April.

Die ALPS, die das hochradioaktiv verstrahlte Wasser aus dem Kühlkreislauf reinigen soll, besteht aus drei Einheiten und ist in der Lage 62 radioaktive Stoffe heraus zu filtern. Einer der größten Problemstoffe, wie z.B. das Tritium kann jedoch nicht „erfasst“ werden.

Juli 2014

30.07.2014

Abenomics - Abes Umfragewerte sinken deutlich

Nach aktuellen Umfragewerten einer großen Zeitung sind immer mehr Japaner unzufrieden mit der Politik des Ministerpräsidenten Shinzo Abe (LDP). Davon steht am meisten die Wirtschaftspolitik, dem „Abenomics“ (Abes Mischung) in der Kritik, der mittlerweile, da sich die Bürger ausgebeutet fühlen, von mehr als 50% der Befragten abgelehnt wird.

Weitere Gründe für die ablehnenden Haltung liegen in den aktuellen Gesetzesbeschlüssen, wie unter anderem dem Geheimhaltungsgesetz, was die Pressefreiheit und eine objektive Berichterstattung deutlich einschränkt und dem Streit um den „Artikel 9“,wobei die Militärrechte zu Ungunsten des Friedens gelockert werden.

Auch in Puncto Energiepolitik gibt es deutliche Differenzen. Während Abe, nicht nur wegen der Stromerzeugung zurück zur Atomenergie und diese sogar voran treiben will, wird die Ablehnung gegenüber der Kernenergie in der Bevölkerung immer größer.

In der Präfektur Kagoshima, wo sich auch das AKW Sendai, was jetzt aktuell das fragwürdige „Sicherheitsprüfsiegel“ der Atomaufsichtsbehörde NRA erhalten hat, lehnen über 85% der Bürger dessen Wiederinbetriebnahme ab. 

 

26.07.2014

AKW Fukushima dai ichi: Erster Versuch mit Trockeneis gestartet

Um den Fluss des hochgradig radioaktiv verseuchten Wassers von den Reaktorkellerräumen in Richtung Meer zu stoppen, wurden heute versuchsweise 2 Tonnen Eis, zum herunter kühlen der Temperatur und eine Tonne Trockeneis in den Verbindungstunnel von Reaktor 2 und dem Turbinengebäude eingebracht.

Schon gestern wurden dort große Mengen Eis eingebracht, um die Wassertemperatur herunter zu kühlen. Denn die hochsommerlichen Temperaturen tragen nicht gerade förderlich zum Frostungsprojekt bei.

Der Betreiber Tepco ist jedoch sehr zuversichtlich, das diese Maßnahmen funktionieren. Läuft alles nach Plan, werden die restlichen Verbindungstunnel auf die gleiche Weise zum frosten gebracht, um das hochradioaktive Wasser zu stoppen.

Das bereits gebaute Teilstück der unterirdischen „Eismauer“ im Bereich der Reaktoren 1 und 2 hat nicht funktioniert und stellt somit die noch nicht fertig gestellte Eismauer, die die Reaktoren 1 bis 4 umgeben soll infrage.

Das hochradioaktiv verseuchte Wasser fror einfach nicht, als das Frostungsmittel eingeleitet worden ist (antiatom-fuku berichtete). 

 

24.07.2014

AKW Fukushima: Trockeneis kommt zum Einsatz

Im Kampf mit dem radioaktiv verseuchten Wasser am AKW Fukushima dai ichi, will der Betreiber Tepco ab den 28.07.2014 Trockeneis in die Verbindungstunnel der Reaktoren 1 und 2 und dem dazu gehörigen Turbinengebäude leiten. Dadurch soll die Temperatur des hochradioaktiv verseuchten Wassers, was laufend die Reaktorkellerräume „auswäscht“ gesenkt werden. Damit erhofft sich Tepco, dass das chemische Gefriermittel, dessen Dosierung erhöht werden soll, endlich gefriert und den Eiswall bildet, der dann das hochradioaktiv verseuchte Wasser vom Meer abhalten soll.

 

23.07.2014

Nicht gefrierende „Eismauer“: Tepco will Gefrierchemikalie steigern

Nach dem am AKW Fukushima dai ichi die ersten Versuche, das hochradioaktiv verseuchte Wasser, was durch die Verbindungstunnel der Reaktoren 1 und 2 läuft und ins Meer sickert, einzufrieren nicht funktioniert hat (antiatom-fuku berichtete), will der Betreiber Tepco nun die Menge des Frostungsmittels steigern. Tepco ist sehr optimistisch, dass hierdurch das Wasser gefrieren wird und stellte diese Pläne der Atomaufsichtsbehörde NRA vor. Diese ist jedoch eher skeptisch und bezeichnet das als illusorisch.

 

21.07.2014

Fukushima: Ehemaliger Bürgermeister von Tomioka an Krebs gestorben

Der ehemalige Bürgermeister Katsuyo Endo (74) der evakuierten Ortschaft Tomioka war an einem bösartigen Tumor im Oberkiefer erkrankt, woran er jetzt in einer Klinik in Koriyama verstarb.

Der Ort Tomioka, wozu auch das AKW Fukushima dai ni gehört, wurde im März 2011 vollständig evakuiert, als sich die Reaktorkatastrophe am AKW Fukushima dai ichi ereignete.

Endo war in Tomioka seit 1997 als Bürgermeister im Amt. Einen möglichen Zusammenhang seiner Krebserkrankung mit der hohen Umgebungsradioaktivität wird von offizieller Seite jedoch nicht hergestellt.

 

19.07.2014

AKW Fukushima dai ichi: Erneuter Wasseraustritt im Reaktor 5

Im Rohrleitungssystem von Reaktor 5 am havariertem AKW Fukushima dai ichi sind erneut, bzw. weiterhin Leckagestellen vorhanden, aus denen radioaktiv belastetes Wasser austritt. Im 5. Stock des Reaktorgebäudes bildete sich eine große Wasserlache, die vorwiegend mit Cobalt60 belastet gewesen ist. Die Undichtigkeiten werden im Bereich der Ventile vermutet.

Erst kürzlich traten schon Leckagen an den Rohrleitungen der Reaktoren 5 und 6 auf, wobei auch die Kühlung des Abklingbeckens beeinträchtigt worden ist (antiatom-fuku berichtete). Kritiker bemängeln, dass diese Leckagestellen nicht ordnungsgemäß repariert und überprüft worden sind. Der Betreiber Tepco gelobte wieder einmal Besserung bei den Kontrollen.

 

Nächste NRA-Freigabe für das AKW Takahama?

Nach dem das AKW Sendai, Präfektur Kagoshima nun das Sicherheitsprüfsiegel der Atomaufsichtsbehörde NRA erhalten hat, könnte das AKW Takahama, Präfektur Fukui möglicherweise der nächste Kandidat für die NRA-Freigabe sein. Dieses verkündete der NRA-Chef Shunichi Tanake auf einer Konferenz von letzter Woche.

Das AKW Takahama, Betreiber Kansaidenryoku, was zur Zeit durch die NRA auf Erfüllung der gesetzlichen Sicherheitsanforderungen überprüft wird, verfügt über 4 DWR älterem Datums. Davon sind die Reaktoren 3 und 4 für eine Wiederinbetriebnahme vorgesehenen.

 

Uranindustrie: Profit vor Leben

Die uranproduzierende Industrie beobachtet seit Monaten die japanische Entwicklung in der Energiepolitik. Japan war früher, mit 33% Atomkraft im Energiemix ein großer Abnehmer, den die Uranindustrie gerne wieder beliefern würde.

Derzeit sind die Uranpreise sehr niedrig (wie 2005) und an der Börse ist ebenfalls nicht viel Bewegung.

Damit der Absatz sich wieder bessert, argumentiert die Uranindustrie damit, dass Uran bei all den teuren Rohstoffpreisen ein kostengünstiger und starker Energielieferant sei.

Die gefährliche Strahlung und das Problem mit den Hinterlassenschaften wird jedoch nicht benannt.

 

17.07.2014

Atomkonzerne warnen vor Stromengpässen in Südjapan

Die Energiekonzerne Kansai- und Kyushudenryoku warnen vor möglichen Stromengpässen in Südjapan, die trotz der Stromsparmaßnahmen während der jetzigen Hitzeperiode angeblich drohen einzutreten. Die Auslastung läge wohl bei über 95%.

Wie die meisten anderen großen Stromanbieter erzielten auch diese beiden Konzerne den größten Gewinn durch die Produktion von Atomstrom.

Unter dem Gesichtspunkt, dass das AKW Sendai, was erst gestern das NRA-Prüfsiegel für Sicherheit erhalten hat, in Südjapan liegt, ist anzunehmen, das der dazugehörige Energiekonzern Kyushudenryoku die umliegende Bevölkerung über die angebliche Notwendigkeit des AKW Sendai „überzeugen“ will. Denn die örtliche Bevölkerung ist weiterhin strikt gegen eine Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren.  

Dem Energiekonzern Kansaidenryoku, der ebenfalls vor Stromengpässen in Südjapan warnt, wurde erst kürzlich die Wiederinbetriebnahme des AKW Ōi, Präfektur Fukui per Gericht untersagt (antiatom-fuku berichtete).

 

Letztendliche Genehmigung für das AKW Sendai: Verantwortung wird von A nach B geschoben

Dem AKW Sendai wurde jetzt zwar durch die NRA die technische Sicherheit attestiert, allerdings will keiner die letzte Entscheidung für die Erlaubnis der Wiederinbetriebnahme der Reaktoren treffen, da keiner der Entscheidungsbefugten schuld sein will, falls es zu einer erneuten Reaktorkatastrophe kommt.

Die NRA beteuert, nur zu überprüfen, ob das AKW den neuen gesetzlichen Sicherheitsanforderungen entspricht. Man würde jedoch nicht über die Wiederinbetriebnahme der „erfolgreich“ überprüften Reaktoren entscheiden.

Auch die Regierung trifft natürlich keine solche Entscheidung. Mann wolle nur den lokalen Behörden die Entscheidung erleichtern. Im gleichen Atemzug bezeichnet Ministerpräsident Abe das NRA-Ergebnis als einen Schritt in die richtige Richtung.

Unter dem Strich wird die Verantwortung letztendlich, wie auch schon in vielen anderen brisanten Fragen in der Vergangenheit, auf viele Schultern verteilt und verschoben, so dass keiner so richtig greifbar ist, wenn etwas passiert.

 

16.07.2014

AKW Sendai darf laut NRA wieder ans Netz

Wie zuvor angekündigt präsentierte die Atomsicherheitsbehörde NRA heute das Ergebnis der Sicherheitsüberprüfung der Reaktoren 1 und 2 am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima, Kyushu. Diese ist für die beantragte Wiederinbetriebnahme der Reaktoren zur Überprüfung der Erfüllung der neuen Sicherheitsstandards gesetzlich vorgeschrieben.

Laut diesem NRA-Ergebnis erfüllen die Reaktoren 1 und 2 die gesetzlich geforderten Sicherheitsvorschriften und dürfen somit wieder in Betrieb genommen werden.

Damit ist das AKW Sendai das erste AKW, was durch die NRA das Prüfsiegel für Sicherheit erhalten hat.

Der Betreiber Kyushudenryoku will das AKW voraussichtlich im Oktober wieder ans Netz nehmen. Vorher muss jedoch noch die Präfekturverwaltung zustimmen. Das könnte wahrscheinlich noch eine Hürde für den Betreiber bedeuten. Auch der Großteil der umliegenden Bevölkerung lehnt die Wiederinbetriebnahme strikt ab. Zahlreiche Anti-AKW-Proteste sind hiermit schon vorprogrammiert.

Während Ministerpräsident Shinzo Abe (LDP) das o.k. der NRA zur Wiederinbetriebnahme begrüßt, ist der Großteil der landesweiten Bevölkerung eher sehr skeptisch; zumal die Lagen in Fukushima weiterhin nicht in den Griff zu bekommen ist und die Folgen, auch wenn diese durch die Regierung fleißig ignoriert werden, immer deutlicher werden.

 

14.07.2014

Müllentsorgung – radioaktive Partikel werden durch die Luft getragen

Anwohner vieler Ortschaften, die in etwa 20 km Entfernung zum havariertem AKW Fukushima dai ichi leben, sorgen sich um radioaktive Partikel, die unter anderem bei der Verarbeitung radioaktiver Abfälle am AKW Fukushima dai ichi entstehen, durch die Luft getragen werden und sich überall verteilen.

Aktuellen Messungen zur Folge, sind einige Proben der Reisernte radioaktiv kontaminiert. Die Obergrenze von 100 Bq/kg Reis wurde hier in vielen Proben überschritten. Die radioaktiven Partikel stammen nachweislich aus dem havarierten AKW Fukushima dai ichi. Dazu gibt auch es nur unzureichende oder gar keine Informationen, bzw. Vorwarnungen durch den Betreiber Tepco und der Regierung.

 

Der radioaktiv verseuchte Ort Kawaguchi – Verschiebung der Freigabe

Ehemalige Anwohner sind äußerst skeptisch bezüglich der Freigabe der angeblich ausreichend dekontaminierten Ortschaft Kawaguchi in der 20-km-Sperrzone, die für Ende Juli vorgesehen ist. (antiatom-fuku berichtete).

Nach all den Bedenken, die durch die ehemaligen Anwohner geäußert worden sind, lenkt die Regierung nun ein wenig ein und will die Rückführung erst einmal verschieben. Zu dem wird der ohne hin schon sehr hohe ODL-Grenzwert von 20 mSv/a noch deutlich überschritten.

 

13.07.2014

Erdbeben der Stärke 6,4 mit leichtem Tsunami

In der Nacht zu Samstag, als eh schon ein Unwetter tobte, ereignete sich in der Küstenregion von Fukushima bis Ishinomaki ein Erdbeben der Stärke 6,4 auf der Richterskala. Nach 50 Minuten erreichte ein Tsunami von 20 cm die Küste. Größere Schäden, auch an den AKWs entlang der Nordküste, wozu auch das havarierte AKW Fukushima dai ichi gehört, wurden nicht gemeldet. Laut dem Betreiber Tepco sei die Kühlung der Brennelemente weiterhin gewährleistet.

Erst vor ein paar Tagen kam es zu Undichtigkeiten im Rohrleitungssystem von Reaktor 6, so dass dort zwecks Leckagefindung und Reparatur die Kühlung für das Abklingbecken unterbrochen werden musste.

Das Gleiche geschah auch kürzlich am Reaktor 5 (antiatom-fuku berichtete).

 

Kagoshima: Ein klares „Nein“ zum AKW Sendai

Der Stadtrat von Aira, Präfektur Kagoshima sprach sich auf einer Konferenz, die am vergangenen Freitag statt fand, gegen die Wiederinbetriebnahme des AKWs Sendai, ebenfalls Präfektur Kagoshima aus und forderte die sofortige Stilllegung der Reaktoren.

Auch weitere 9 Gemeinderäte und dessen Bevölkerung in der 30-km-Zone des AKWs befürworten eine sofortige Stilllegung.

Begründet wird die Forderung der Gemeinderäte damit, dass die Sicherheit der umliegenden Bevölkerung oberste Priorität haben sollte. Zu dem wird/wurde die Wiederinbetriebnahme im Eiltempo durch geboxt, in dem das besagte AKW prioritär auf angebliche Erfüllung der Sicherheitsstandards überprüft worden ist und der Betreiber Kyushudenryoku, sowie die Regierung es kaum noch abwarten können, bis das AKW wieder ans Netz geht.

Dem gegenüber bestehen jedoch noch viele offene Fragen, die immer noch nicht geklärt worden sind. Die Stadt Aira und der Ort Sendai sind von Bergen umgeben, was eine Evakuierung im Falle einer radiologischen Notfallsituation nicht gerade erleichtert.

Am kommenden Mittwoch wird die Atomaufsichtsbehörde NRA ihr Ergebnis der Sicherheitsüberprüfung am AKW Sendai präsentieren. Dem nach könnte der Stromkonzern Kyushudenryoku der erste sein, der für eines seiner AKWs das „NRA Gütesiegel“ für „sicheres AKW“ erhält.

 

11.07.2014

Der erste heiße Sommer ganz ohne Atomstrom

Auch diesen Sommer ist es, wie jedes Jahr richtig heiß und überall laufen die Klimaanlagen auf Hochtouren, ohne das es zu Stromengpässen kommt; und das alles ganz ohne Atomstrom, da alle AKWs vom Netz sind. Ein Zustand, der vor der Reaktorkatastrophe noch als undenkbar galt.

Die Bürger und Betriebe werden zwar seit Anfang Juli gebeten, den Stromverbrauch über Tag weitgehend gering zu halten, was jedoch laut unabhängigen Experten nicht zwingend nötig ist.

Auch das Wirtschaftsministerium hatte im Frühjahr bereits zugegeben, dass es aufgrund der abgeschalteten AKWs nicht zu Stromengpässen kommen wird (antiatom-fuku berichtete).  

Letztes Jahr im Sommer liefen noch die Reaktoren 3 und 4 am AKW Ōi, Präfektur Fukui die zu diesem Zeitpunkt ebenfalls nicht nötig gewesen wären, zumal dafür auch noch extra ein paar „herkömmliche“ Kraftwerke heruntergefahren worden sind. Andern falls wäre es zu einer Stromüberproduktion in der Kansairegion gekommen (antiatom-fuku berichtete 2012)

Die Regierung begründet die „Notwendigkeit“ der AKWs, damit die Importe fossiler Rohstoffe, die teuer und „schmutzig“ sind reduziert werden können. Was die Regierung jedoch nicht verrät, ist das Japan die besten Voraussetzungen für erneuerbare Energien hat und das Endlagerproblem für Atommüll auch in Japan nicht gelöst werden kann.

 

Das Urteil von Ōi könnte zu Präzedenzfall werden

Im Mai dieses Jahres wurde zum ersten Mal die Wiederinbetriebnahme eines AKWs per Gericht verboten.

Das Bezirksgericht Fukui verbot die Wiederinbetriebnahme des AKWs Ōi, Präfektur Fukui, Betreiber Kansaidenryoku aufgrund diverser Sicherheitsmängel. Siehe dazu das Gerichtsurteil von Fukui unter „Aktuelles Juni 2014 – AKW Grohnde sofort stilllegen!! Parallelen zum AKW Ōauf Sayonara Genpatsu Düsseldorf.  

Die große Hoffnung der Kläger gegen die Inbetriebnahme der anderen AKWs ist es, dass sich die Gerichte auf das Urteil von Fukui stützen könnten, was zum Erfolg führen würde.

 

09.07.2014

AKW Fukushima: Wartung der Wasserdekontaminierungsanlage „ALPS“

Am havariertem AKW Fukushima dai ichi wurde die Einheit A der Wasserdekontaminierungsanlage ALPS zwecks einwöchiger Wartung abgeschaltet. Die Einheit A soll unter anderem auf Korrosionsschäden überprüft werden.

Die Einheit C wurde Ende Juni gewartet und die Wartung der Einheit B steht für Ende des Monats an.

Nach einer nicht enden wollenden Pannenserie lief die ALPS mal für eine kurze Zeit reibungslos.

Die Wasserdekontaminierungsanlage ALPS filtert einen Großteil der radioaktiven Stoffe aus dem gebrauchten Kühlwasser, was hochgradig verstrahlt ist (antiatom-fuku berichtete mehrfach).

 

07.07.2014

AKW Sendai: NRA-Ergebnis der Sicherheitsüberprüfung erst nächste Woche

Wie die Atomaufsichtsbehörde NRA heute mitteilte, wird das Ergebnis der Sicherheitsüberprüfung der Reaktoren 1 und 2 am AKW Sendai, Kagoshima, dessen Präsentation für Übermorgen geplant war, auf den 16.07.2014 verschoben.

Als Begründung gab die NRA an, dass man noch den Prüfbericht und weitere Papiere zusammenstellen müsse und die Zeit bis Übermorgen zu knapp sei.

Fällt der Prüfbericht positiv für das AKW Sendai aus, sind dann „nur“ noch die Genehmigungen der Lokalbehörden und der Präfekturverwaltung nötig, bis die beiden Reaktoren wieder ans Netz gehen dürften.

Eine Informations-(Gehirnwäsche?)-Veranstaltung für die Bevölkerung ist ebenfalls geplant, bevor das AKW dann als erstes der zu überprüfenden AKWs nach Erfüllung der neuen Sicherheitsstandards wieder in Betrieb genommen wird.

Was ebenfalls geplant ist, sind zahlreiche und massive Proteste örtlicher und landesweite Antiatom- und Umweltgruppen, die bereits vorbereitet und terminiert werden.

Eine große Protestaktion ist u.a. am Mittwoch, dem ursprünglichen Prüfbericht-Termin vor den Gebäude der NRA in Tokyo geplant.

Das AKW Sendai wurde durch die NRA prioritär überprüft, da es nach Einschätzungen der Behörden am ehesten den neuen gesetzlich festgelegten Sicherheitsstandards entsprechen könnte (antiatom-fuku berichtete).

 

06.07.2014

AKW Fukushima: Reaktor 5 – etwa 1310 Liter Kühlwasser ausgetreten

Am havariertem AKW Fukushima dai ichi entdeckten Mitarbeiter heute Vormittag gegen 11:10 Uhr Wasser, was im Reaktorgebäude 5 aus irgendwelchen Rohrleitungen, die zum Abklingbecken gehören ausgelaufen ist. Um die genaue Leckagestelle zu finden, musste die Kühlung des Abklingbeckens kurzzeitig unterbrochen werden.

Die Leckage befand sich im ersten Stock des Reaktorgebäudes in einer Rohrleitung, die zum Abklingbecken führt.

Laut dem Betreiber Tepco sind dort schätzungsweise 1310 Liter Wasser ausgelaufen und der Schaden sei wieder behoben.

Wie es zu der Leckage gekommen sein könnte und über die Höhe einer eventuellen Strahlenbelastung des ausgetretenen Wassers gibt es jedoch noch keine Angaben. 

 

Matsuyama: Illegale Atommüllentsorgung im Park

In einen öffentlichen Park der Ortschaft Matsuyama, Präfektur Saitama bei Tokyo haben Umweltschützer radioaktiv verseuchtes Erdreich, Laub und Dreck entdeckt, was dort illegal entsorgt worden ist. Die Umweltschützer maßen zum Teil Strahlenwerte bis zu 1,514 µSv/h. 

Die Umweltgruppe, die den Vorfall entdeckte, führt regelmäßig Kontrollmessungen durch und sorgt sich vor allem um die Zukunft der Kinder.

Der illegal entsorgte Atommüll könnte möglicherweise aus den Dekontaminierungsarbeiten in der Präfektur Fukushima stammen.  

 

03.07.2014

AKW Sendai: Ergebnis der Sicherheitsüberprüfung liegt bald vor

Für die Reaktoren 1 und 2 am AKW Sendai, Kagoshima in Südjapan, Betreiber Kyushudenryoku soll voraussichtlich am kommenden Mittwoch das Endergebnis der Atomaufsichtsbehörde NRA für die Sicherheitsüberprüfung zur Wiederinbetriebnahme vorliegen.

Je nach Ergebnis der Überprüfung würden die beiden Reaktoren den neuen Sicherheitsvorschriften entsprechen und würden somit durch die NRA grünes Licht für die Wiederinbetriebnahme erhalten, die dann für Oktober geplant wäre.  

Allerdings geht das nicht ohne die Zustimmung der Prefekturverwaltung, was noch eine Hürde für den Betreiber bedeuten könnte.

Somit wäre das prioritär überprüfte AKW Sendai (antiatom-fuku berichtete), das erste AKW, was wieder ans Netz gehen dürfte.

 

AKW Fukushima: Erneut Rekordwerte an Tritium im Grundwasser

Eine Wasserprobe, die am 30.06.2014 am AKW Fukushima dai ichi aus dem Bohrloch Nr. 12 (das südlichste) entnommen worden ist, ergab mit 2300 Bq/l einen neuen Rekordwert an Tritium.

Am 26.06.2014 lag der Tritiumwert noch bei 2100 Bq/l (antiatom-fuku berichtete).

Schon seit etwa 6 Wochen weist das Bohrloch Nr. 12 hohe Strahlenwerte auf, die tendenziell steigend sind. Dennoch wird das Bohrloch, bis auf zwei kurze Unterbrechungen noch fleißig genutzt. Die Bohrlöcher 11 und 10 weisen ebenfalls eine erhöhte Radioaktivitätswerte auf.

Als Ursache hier für wird der Zwischenfall von August 2013 vermutet, bei dem 300 Tonnen hochradioaktiv verseuchtes Wasser aus einem Lagertank ausgelaufen und ins Erdreich versickert sind.

Aus diesen 12 Bohrlöchern, die bergseitig angelegt sind, wird das Grundwasser abgepumpt, gesammelt und dann unter Umgehung der hochradioaktiv verseuchten Reaktorkellerräume ins Meer verklappt. Das Ziel, durch das Abpumpen den Grundwasserspiegel zu senken, wird jedoch kaum erreicht. Somit zeigt sich, das diese Maßnahme eher fraglich ist; genauso wie die zur Zeit im Bau befindliche „Eismauer“, die ebenfalls nicht den gewünschten Erfolg zeigt, da diese an den fertig gestellten Abschnitten einfach nicht gefriert. 

 

Reaktor 4: Vorüber gehender Stopp im Brennelementetransfer

Die Entnahme der Brennelemente aus dem Abklingbecken am Reaktor 4 wurde Anfang der Woche für die nächsten zwei Monate unterbrochen, damit Wartungsarbeiten an der Entnahmevorrichtung durchgeführt werden können.

1188 der 1553 Brennelemente aus dem Abklingbecken des Reaktors 4 konnten schon entnommen und in das ebenerdige Extraabklingbecken transportiert werden.

Diese Arbeiten laufen seit November 2013.

 

 

Juni 2014

 

28.06.2014

AKW Fukushima: Schutzhülle von Reaktor 1 soll entfernt werden

Am havariertem AKW Fukushima dai ichi soll ab Juli die Schutzhülle von Reaktor 1 entfernt werden. Diese wurde, um die hohe radioaktive Strahlung aus dem Reaktor zurück zu halten im Oktober 2011 errichtet. Dort kam es im März 2011 neben der Kernschmelze auch zur Wasserstoffexplosion, wobei der Reaktor und das Gebäude beschädigt worden sind.

Danach wird dort ein Kran installiert, um die Trümmerteile, die sich auf bzw. im oberen Teil des Gebäudes befinden zu entfernen. Ein Teil der Trümmer wurde bereits seit September 2013 über einen ferngesteuerten Kran, der jedoch mittlerweile defekt ist entfernt.

Die Entnahme der Brennelemente ist ab 2017 geplant.

 

ALPS in Vollbetrieb

Die Wasserdekontaminierungsanlage ALPS am AKW Fukushima dai ichi, die in den letzten drei Monaten ständig Probleme aufwies, ist zur Zeit sogar komplett in Betrieb. Alle drei Einheiten funktionieren ordnungsgemäß.

Das kann man von der Eismauer jedoch nicht behaupten. Denn diese macht weiterhin Probleme, in dem der fertig gestellte Abschnitt weiterhin nicht gefriert und das hochradioaktiv verseuchte Wasser aus den Reaktorkellerräumen und den Verbindungstunneln weiterhin ungehindert in Richtung Meer läuft.

 

26.06.2014

Steigende Strahlenwerte im Grundwasser am AKW Fukushima dai ichi

Während gestern am havariertem AKW Fukushima dai ichi in Bohrloch 12 erneut hohe Strahlenwerte in der entnommenen Grundwasserprobe gemessen worden sind, wurden heute1829 Tonnen radioaktives Wasser über den Bypass ins Meer verklappt. Und genau dieses Wasser stammt u.a. auch aus dem Bohrloch Nr. 12, was in den letzten Wochen schon häufiger durch ansteigende Strahlenwerte auffiel.

In den bergseitig liegenden Bohrlöchern 1 bis 12 wird das Grundwasser gesammelt, was dann über den Bypass ins Meer verklappt wird. Die Bohrlöcher 11 und 10 sind mittlerweile auch schon „befallen“ (antiatom-fuku berichtete).

Die in der jetzigen Wasserprobe von Bohrloch 12 gemessenen Tritiumwerte liegen bei 2100 Bq/l und übersteigen somit die festgelegte Obergrenze, die immerhin noch bei „stolzen“ 1500 Bq/l liegt.

 

25.06.2014

NRA: Eventuelle Wiederinbetriebnahme am AKW Sendai verschiebt sich

Die Atomaufsicht NRA fordert im Rahmen der Sicherheitsüberprüfungen zur Wiederinbetriebnahme des AKW Sendai, Präfektur Kagoshima in Südjapan weitere Nachbesserungen, die durch den Betreiber Kyushudenryoku noch zu erfüllen sind. Dieser zeigt sich jedoch eher verärgert statt einsichtig, da sich somit der für den Herbst geplante Neustart der beiden Reaktoren weiter nach hinten verschiebt.

Der Betreiber Kyushudenryoku drängt jetzt die NRA zu einem schnelleren Abschluss der Sicherheitsüberprüfungen. Zu dem prognostiziert Kyushudenryoku Stromengpässe in der Region, wenn die Wiederinbetriebnahme der Reaktoren weiter verzögert wird.

Das AKW Sendai, was man zuvor als am sichersten unter den landesweiten AKWs eingestuft hatte, wird derzeit prioritär durch die NRA auf Erfüllung der neuen Sicherheitsstandards überprüft. (antiatom-fuku berichtete).

 

23.06.2014

AKW Fukushima dai ichi: Die laufend defekte ALPS geht wieder in Betrieb

Die Einheit C der Wasserdekontaminierungsanlage ALPS am havarierten AKW Fukushima dai ichi wird nach Angaben des Betreibers Tepco nach einer Reparatur wieder in Betrieb genommen. Die Einheiten A und B sind weiterhin defekt.

Wenn alle drei Einheiten ordnungsgemäß laufen, filtert die ALPS 750 Tonnen hochgradig radioaktiv verseuchtes Wasser pro Tag. Dabei werden dem Wasser 62 radioaktive Partikel, Cäsium mit inbegriffen, mit einem hohen Prozentsatz heraus gefiltert. Der ß-Strahler Tritium lässt sich mit der ALPS jedoch nicht heraus filtern und gilt generell als sehr problematisch.

 

Brennelementeentnahme am Reaktor 4

Die Entnahme der Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 verläuft weitgehend reibungslos. Mittlerweile sind schon 1122 von 1533 Brennelementen entnommen und in das Extraabklingbecken, was sich auf dem Gelände befindet, transportiert worden.

Entnommen wurden 22 von 202 ungebrauchten und 1100 von 1331 gebrauchten Brennelementen.

Für die Entnahme der Brennelemente wurde extra eine Entnahmevorrichtung gebaut, die auch das einsturzgefährdete Reaktorgebäude abstützt (antiatom-fuku berichtete mehrfach darüber).

 

21.06.2014

Aktive Verwerfungslinie – Endgültiges Aus für AKW Tsuruga?

Wie die Atomaufsichtsbehörde NRA diese Woche auf einer Konferenz verlauten ließ, verläuft am AKW Tsuruga, Präfektur Fukui eine geologische Verwerfungslinie, die mit aller Wahrscheinlichkeit seismisch aktiv ist. Auch nach Meinung unabhängige Geowissenschaftler ist die Verwerfung seismisch aktiv.

Als Konsequenz aus dieser Erkenntnis ist die endgültige Stilllegung des AKW Tsuruga äußerst wahrscheinlich.

Der Betreiber Japan Atomic Power hatte für Reaktor 2 ( ein DWR) die Sicherheitsüberprüfung zur Wiederinbetriebnahme bei der NRA beantragt.

 

AKW Fukushima dai ichi - Die 6. Verklappung ins Meer

Am havariertem AKW Fukushima dai ichi wurden heute 1765 Tonnen radioaktiv verstrahltes Wasser ins Meer geleitet. Das war jetzt die 6. Verklappung seit Beginn im Mai.

Hier bei handelt es sich um leicht radioaktiv kontaminiertes Grundwasser, was von der Bergseite kommt. Bevor es die hochgradig radioaktiv verseuchten Reaktorkellerräume erreicht werden, wird es aufgefangen und in einem Sammelbecken gesammelt und „frei gemessen“. Von dort aus wird es dann über einem Bypass, der die Reaktoren 1 bis 4 umgeht ins Meer geleitet.

Laut dem Betreiber Tepco liegen die Radioaktivitätswerte des Wassers jedoch noch im Grenzbereich, dessen Obergrenzen allerdings auch sehr hoch angesetzt sind. Dem nach gilt z.B. für Tritium eine Obergrenze bis 1500 Bq/l.

Die letzte Verklappung, bei der 1443 Tonnen radioaktives Wasser ins Meer geleitet worden sind, war am 14.06.2014.

 

20.06.2014

AKW Fukushima dai ichi: Wieder erhöhte Tritiumwerte im Grundwasser

An drei der 12 bergseitig angelegten Bohrlöchern sind erhöhte Tritiumwerte festgestellt worden. Das haben Wasserproben von 16.06.2014, die vom Betreiber Tepco durchgeführt worden sind. Da bei wurde in der Wasserprobe von Bohrloch 12, also das südlichste Bohrloch über 2000 Bq/l Tritium gemessen. In den beiden Bohrlöchern daneben, also 11 und 10 lagen die Werte etwas niedriger.

Das Bohrloch 12 war schon vor Kurzem durch hohe Tritiumwerte aufgefallen und sollte ursprünglich sogar stillgelegt werden.

Über diese 12 Bohrlöcher wird das von der Bergseite kommende Grundwasser aufgefangen, gesammelt, „frei gemessen“ und dann über einen Bypass, der die hoch verstrahlten Reaktorkellerräume umgeht, ins Meer verklappt.

Laut dem Betreiber Tepco stelle die hohen Tritiumwerte jedoch keine große Gefahr für die Umwelt dar, da das Wasser vor der Einleitung ins Meer mit dem Wasser aus den restlichen Bohrlöchern verdünnt wird. Der Verdünnungseffekt sei angeblich ausreichend.

Die Fischereiverbände, die einer Verklappung zunächst zugestimmt hatten, werden jetzt jedoch wieder skeptisch und hellhörig.

 

17.06.2014

AKW Fukushima dai ichi – Erste Probleme beim Bau der Eismauer

An der unterirdischen Eismauer, die sich im Bau befindet und die zerstörten Reaktoren 1 bis 4 am havariertem AKW Fukushima dai ichi umschließen soll, treten nun erste Schwierigkeiten auf.

Der versuchsweise errichtete Abschnitt der Eismauer, der sich im Bereich von Reaktor 2 und 3 befindet, soll unter anderen verhindern, dass das radioaktiv verseuchte Wasser aus den Reaktorkellerräumen und Verbindungstunneln in Richtung Meer fließt. Allerdings ist die eingebrachte Kühlflüssigkeit nicht gefroren. Obwohl das Temperaturproblem schon vor einiger Zeit vermutet worden ist, wurde die Mauer zunächst weiter gebaut.

Wie nun mit der Situation umgegangen werden soll, wird derzeit beim Bereiber Tepco beraten.

 

Olympische Fackel soll durch Fukushima getragen werden

Nach Wünschen des Präfekturgoverneurs Yuhei Sato soll die olympische Fackel, wenn 2020 die olympischen Spiele statt finden durch die Präfektur Fukushima, auch nahe am havariertem AKW Fukushima dai ichi vorbei nach Tokyo getragen werden. Hier zu soll eine Autobahn, die in 2 km Entfernung am AKW vorbei führt.

Hier mit will Sato der Welt die „Fortschritte“ bei den Sanierungs- und Dekontaminationsmaßnahmen zeigen und unterschwellig andeuten, das die Probleme der Reaktorkatastrophe weitgehend behoben sind.

Der Präsident des Organisationskomitees der olympischen Spiele Yoshihiro Mori, ein ehemaliger LDP-Politiker wurde informiert und will sich mit dieser „Idee“ befassen.

 

15.06.2014

Radioaktiv verseuchtes Grundwasser: Verdünnungseffekt laut Tepco ausreichend

Das zwölfte der 12 Bohrlöcher am AKW Fukushima dai ichi, aus denen das von der Bergseite kommende Grundwasser abgepumpt, aufgefangen und über einen Bypass ins Meer geleitet wird, wird nun wieder „bedient“. Mit dem Bypass soll vermieden werden, dass das Grundwasser in die hoch verstrahlten Reaktorkellerräume dringt und dort noch stärker radioaktiv verseucht wird.

Vor einigen Wochen wurde dieses Bohrloch außer Betrieb genommen und sollte sogar stillgelegt werden, da dort hohe Tritiumwerte im Grundwasser festgestellt worden sind (antiatom-fuku berichtete).

Laut dem Betreiber Tepco sei der Verdünnungseffekt durch das Grundwasser der anderen 11 Bohrlöcher ausreichend und könne somit über den Bypass ins Meer geleitet werden.

 

Kagoshima: Wieder verstärkter Zulauf bei den Freitagsdemos

Landesweit wurden an den Standorten, an denen die wöchentlichen Freitagsdemos statt finden wieder ein verstärkter Zulauf an Kernkraftgegnern verzeichnet. Vor allem vor dem Gebäude der Präfekturverwaltung in der Stadt Kagoshima, in dessen Präfektur sich das AKW Sendai befindet, was derzeit prioritär zwecks möglichst rascher Wiederinbetriebnahme durch die Atomaufsichtsbehörde NRA überprüft wird, hat sich der Zulauf von Kernkraftgegnern deutlich verstärkt.

Mit der für August/September geplanten Wiederinbetriebnahme wäre das AKW Sendai das erste AKW, was wieder ans Netz gehen würde. Neben den allgemeinen Gefahren, die ein AKW bietet, befinden sich pyroklastische Ströme und Vulkane, die Aktivität zeigen in der Nähe des AKWs (antiatom-fuku berichtete).

 

12.06.2014

Wirklich unabhängig? Atomaufsichtsbehörde NRA erneut unter Kritik

Die Neutralität der angeblich unabhängig arbeitenden Atomaufsichtsbehörde NRA, die zur Zeit die landesweiten AKWs auf Sicherheit für eine eventuelle Wiederinbetriebnahme überprüft, wird momentan sehr stark angezweifelt.

Der Grund hier für ist ein plötzlicher Personalwechsel bei der NRA. Der Atomkritische Vizechef, ein Seismologe wird auf Anordnung der Regierung gegen den atomfreundlichen Nukleartechnik-Professor Satoru Tanaka (nicht zu verwechseln mit dem NRA-Chef Shunichi Tanaka) ersetzt, da er die unzureichende Erdbebensicherheit einiger AKWs zum Ärger der jeweiligen Stromkonzerne moniert hat.

Satoru Tanaka hat schon in der Vergangenheit sehr gut mit den Atomfirmen wie GE, Hitachi und weiteren zusammen gearbeitet und einiges an Forschungsgeldern entgegen genommen.

Aufgrund dieser Vorgeschichte dürfte das Vertrauen in die NRA eher schwinden.

Auch der relativ objektiv wirkende NRA-Chef Shunichi Tanaka, sowie weitere NRA-Mitarbeiter waren schon in der Vergangenheit wegen eines aufgeflogenen Bestechungsversuches negativ aufgefallen (antiatom-fuku berichtete).

 

11.06.2014

AKW Fukushima: Die US-Firma Kurion soll Tepco unterstützen

Bisher hatten sich die Regierung und der AKW-Betreiber Tepco, trotz zahlreicher Angebote eher dagegen gesträubt Hilfe aus dem Ausland in Anspruch zu nehmen. Da das „Wasserproblem“ am havarierten AKW Fukushima dai ichi immer schwieriger wird und Tepco immer mehr unter Druck gerät, wurde jetzt die US-Firma Kurion hinzu gezogen. Diese soll nun im Kampf mit dem hochradioaktiv verseuchten Wasser Abhilfe schaffen.

Dazu wird Kuriom in Kürze eine mobile Filteranlage installieren, die das Strontium90 aus dem verstrahlten Wasser der knapp 1000 Lagertanks auf dem AKW-Gelände filtern soll.

Die Firma Kurion war schon kurz nach Beginn der Reaktorkatastrophe am AKW Fukushima dai ichi tätig, wurde jedoch durch Tepco, bzw. durch die zuständigen Behörden nicht weiter in Anspruch genommen.

Gründe hier für sind wahrscheinlich, dass Japan „keine Schwäche zeigen möchte“ und nach Möglichkeit so wenig wie möglich (von den Problemen am AKW) Preis geben will. Eine Eigenschaft, die noch aus der Tokugawa-Zeit stammt, als das Volk von den Mächtigen „geformt“ worden ist.

 

09.06.2014

640 kg Plutonium bei der IAEO nicht deklariert

Im Jahresbericht 2012/2013 der japanischen Atombehörde zum landesweiten Plutoniumbestand fehlen 640 kg Plutonium, die bei der IAEO nicht deklariert worden sind.

Auf Anfragen der IAEO hieß es seitens der japanischen Regierung, dass das fehlende Plutonium bereits in MOX-Brennstäben verarbeit und somit nicht meldepflichtig sei. Dem widersprach die IAEO jedoch. Zudem muss sich die japanische Regierung auch weitere Fragen der IAEA und weiteren Experten gefallen lassen, zumal die stattliche Menge von 640 kg Plutonium schon für 80 Atombomben ausreichen würde.

 

08.06.2014

AKW Fukushima dai ichi: 1620 Tonnen radioaktives Wasser ins Meer geleitet

Heute Vormittag wurden am havariertem AKW Fukushima dai ichi sogar 1620 Tonnen radioaktiv kontaminiertes Grundwasser, was zuvor aufgefangen und gesammelt worden ist, über den Bypass, der die hochgradig radioaktiv verseuchten Reaktorkellerräume umgeht ins Meer geleitet. Im Vergleich der letzten Verklappung Anfang dieser Woche wurde nun die Menge auf das Doppelte erhöht. Der gemessene Tritiumgehalt der jetzigen Ladung liegt zwischen 170 und 190 Bq/l Wasser. Die von Tepco und Behörden festgelegte Obergrenze bei hohen 1500 Bq.

Das Grundwasser wird in den 12 bergseitig liegenden Bohrlöchern aufgefangen und in einem Becken gesammelt und die Strahlung gemessen. Von dort aus wird es dann über dem Bypass ins Meer abgelassen.

Das 12. Bohrloch wies Ende April hohe Tritiumwerte von über 1700 Bq/l auf und wurde vorübergehend still gelegt. Damit die Werte wieder „stimmen“, wird das Wasser aus dem 12. Bohrloch mit den restlichen Wasser der anderen Bohrlöcher verdünnt (antiatom-fuku berichtete).

 

07.06.2014

AKW Fukushima: 4 Tonnen radioaktives Regenwasser nach und nach entwichen

Am havariertem AKW Fukushima dai ichi sind seit März 2014 bis jetzt, also innerhalb der letzten drei Monaten etwa 4 Tonnen radioaktiv kontaminiertes Regenwasser aus den dafür vorgesehenen Auffang- und Lagerbehältern entwichen und ins Erdreich gesickert. Als Ursache, wie Tepco einräumte, ist das Regenwasser entweder über die Schutzwälle im Bereich der Lagertanks gelaufen (bei Starkregen) oder durch geöffnete Ventile entwichen.

 

Lauter Mülldeponien für radioaktive Abfälle in den Gemeinden

Um weitere Lagerplätze für radioaktives Laub, Erdreich und weitere Abfälle, die bei den sogenannten Dekontaminierungsarbeiten anfallen zu schaffen, sollen weitere potentielle Plätze in der Präfektur Miyagi, nördlich der Präfektur Fukushima ausgesucht werden.

Um dieses Problem zu erörtern trafen sich die Verantwortlichen auf einer Konferenz in Sendai.

Die Anwohner möglicher Standorte sprechen sich jedoch gegen eine radioaktive Mülldeponie in ihrer Nähe aus. Schon alleine in der Ortschaft Tome, Präfektur Miyagi befinden sich 2041 Tonnen radioaktive Abfälle an 15 Standorten, die dort in großen Plastiksäcken unter freien Himmel lagern. Hinzu kommen noch die ganzen „Kleindeponien“, die sich verteilt auch mitten in Wohngebieten befinden.

In der Präfektur Fukushima sind diese radioaktiven Mülldeponien, auch sehr nahe, bzw. in Wohngebieten generell überall anzutreffen. Weitere Deponien befinden sich auch in der Präfektur Chiba, die an Tokyo grenzt.

 

Immense Kosten für die „Eismauer“ am AKW Fukushima dai ichi

Die Eismauer am AKW Fukushima dai ichi, dessen Bau jetzt Anfang des Monats begonnen worden ist, soll die havarierten Reaktoren 1 bis 4 umschließen und somit das hochradioaktive „Material“ aus den Kernschmelzen zurück halten (antiatom-fuku berichtete).

Die Kosten, die der Staat, also der Steuerzahler übernimmt, belaufen sich schätzungsweise auf umgerechnet 227 Mio. Euro. Auch die Unterhaltungskosten der Mauer werden ins Uferlose ausarten. Denn der extrem hohe Stromverbrauch für die Zirkulation der Kühlflüssigkeit etc. in der Eismauer entspricht den Strombedarf von 13000 Haushalten. Es fallen pro Jahr etwa 7,1 Mio. Euro für den Betrieb und die Instandhaltung der Mauer an. Eventuelle Reparaturen, wenn diese überhaupt durchführbar sind, sind hier noch nicht mit einberechnet. Im schlimmsten Fall, je nach Defekt, würde die gesamte Eismauer unbrauchbar werden.

 

03.06.2014

Erneute Verklappung von 833 Tonnen radioaktiv verseuchtem Wasser ins Meer

Am havariertem AKW Fukushima dai ichi wurden gestern innerhalb von ein paar Stunden 833 Tonnen radioaktiv verseuchtes Grundwasser über den Bypass ins Meer verklappt. Dabei wurde das Grundwasser in Bohrlöchern aufgefangen, bevor es die hochradioaktiv verseuchten Reaktorkellerräume erreicht, gesammelt und dann über den Umgehungsbypass ins Meer geleitet.

Das ist nun die dritte Ladung innerhalb von zwei Wochen. Am 21. und 27.05.2014 wurden bereits 561 Tonnen bzw. 641 Tonnen radioaktiv verseuchtes Grundwasser in den Pazifik geleitet. Dabei wurde die Menge jedes Mal gesteigert.

Die Radioaktivitätswerte des Wassers wurden nach Angaben von Tepco vor der Verklappung kontrolliert und für akzeptabel befunden.

 

01.06.2014

AKW Sendai – Vulkane und pyroklastische Ströme werden klein geredet

Die Atomaufsichtsbehörde NRA und der Atomkonzern Kyushudenryoku schätzen die Gefahren durch Vulkane und dessen pyroklastischen Ströme in der näheren Umgebung des AKWs Sendai, Präfektur Kagoshima auf Kyushu in Südjapan eher gering ein. Dieses stieß vor allen auf der Pressekonferenz vom 28.05.2014 auf heftige Kritik seitens der unabhängigen Experten. Denn nach Einschätzung renommierter Geowissenschaftler und  weiteren Fachleuten besteht durch aus eine Gefahr für das AKW Sendai (antiatom-fuku berichtete).

Für die Reaktoren 1 und 2 hatte der Betreiber Kyushudenryoku die Sicherheitsüberprüfungen der NRA für die Erlaubnis zur Wiederinbetriebnahme beantragt, die zur Zeit mit bevorzugter Priorität durchgeführt werden, da die Behörden nach einer groborientierenden Einschätzung das AKW Sendai für am sichersten unter den landesweiten Anträgen hielten. Denn neben den Stromkonzernen ist vor allem die Regierung aus wirtschaftlichen Gründen (Profit) am stärksten bestrebt, einige der AKWs so schnell wie möglich wieder ans Netz zu nehmen.

Für das AKW Sendai ist die Wiederinbetriebnahme voraussichtlich ab September geplant. Das wäre dann das erste AKW, was seit September 2013, als der letzte Reaktor am AKW Ōi, Präfektur Fukui vom Netz ging, wieder in Betrieb gehen würde.

Engpässe in der Stromversorgung sind in dieser Zeit nicht aufgetreten und werden, wie es sogar vom Wirtschaftsminister Motegi erst kürzlich verkündet worden ist, in der kommenden Hitzeperiode, wenn alle Klimaanlagen laufen auch nicht befürchtet. Es ist sogar wieder ein eher verschwenderischer Trend, wie vor der Reaktorkatastrophe beim Stromverbrauch feststellbar.

Zu dem befürworten weiterhin etwa 80% der Bevölkerung einen Atomausstieg und den Ausbau der erneuerbaren Energien.

 

Mai 2014

29.05.2014

Wassereinleitung ins Meer wegen hoher Tritiumkontamination gestoppt

Am havariertem AKW Fukushima dai ichi sollen weitere 640 Tonnen Grundwasser, was in den 12 Bohrlöschern aufgefangen worden ist, über den Bypass, der die hochradioaktiv verseuchten Reaktorkellerräume umgeht  ins Meer geleitet werden. Allerdings wurde in diesen Tagen eine hohe Konzentration an Tritium, nämlich 700 Bq/l Wasser in einer der 12 Bohrlöcher festgestellt, so dass die Wassereinleitung ins Meer erst einmal gestoppt worden ist. Die von Tepco und den Behörden festgelegte Obergrenze liegt bei immerhin noch „stolzen“ 500 Bq/l Wasser.

Derzeit sucht Tepco nach der Ursache für den hohen Tritiumgehalt und will das betroffene Bohrloch, wenn sich das Problem nicht beheben lässt stilllegen. Aus den restlichen 11 Bohrlöchern soll das Wasser weiterhin abgepumpt werden und in den Sammeltank, der zum Bypass führt geleitet werden.

 

Fukushima: Wieder eine neue UNSCEAR-Lüge im Umlauf

Ein weiterer UNSCAER-Bericht über die Auswirkungen der Reaktorkatastrophe auf die Bevölkerung in der Präfektur Fukushima wurde kürzlich veröffentlicht und soll durch „Experten“ auf sogenannten Info-Veranstaltungen gezielt in der Präfektur Fukushima verbreitet werden. Dadurch soll der Bevölkerung die Angst vor der Strahlung genommen und „angebliche Gerüchte“ aus der Welt geschaffen werden.

Unabhängige Experten vermuten darin eher eine gezielte Gehirnwäsche. Zumal eine Langzeitprognose bezüglich der Folgen nach 3 Jahren noch nicht möglich ist und sich strahlentypische Erkrankungen, wie z.B. Schilddrüsenkrebs bei Kindern häufen.

 

27.05.2014

NRA genehmigt „Eismauer“ am AKW Fukushima dai ichi

Die heftig umstrittene „Eismauer“, die die Reaktoren 1 bis 4 umschließen soll, damit das Grundwasser dort nicht hinein läuft und noch stärker radioaktiv verseucht wird (antiatom-fuku berichtete mehrfach darüber), ist nun von der Atomaufsichtsbehörde genehmigt worden.

Laut dem Betreiber Tepco würde nach dem Bau der Eismauer der Boden nicht aufweichen und die umschlossenen Reaktoren 1 bis 4 nicht absinken. Dem gegenüber war die NRA erst skeptisch, erteilte jedoch jetzt trotz dem die Genehmigung für den Bau der Eismauer, der nächsten Monat auch schon beginnen soll.

Für die Eismauer werden auf 1,5 km Länge rings um die Reaktoren 1 bis 4 Rohrleitungen in den Boden eingebracht, die 30 Meter in die Tiefe reichen. Darüber zirkuliert dann ein chemisches Frostungsmittel, was das umliegende Erdreich gefrieren lässt (antiatom-fuku berichtete). Siehe dazu auch die Grafik vom 26.05.2014.

 

26.05.2014

560 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer geleitet

Um den radioaktiv verseuchten Wassermassen am havarierten AKW Fukushima dai ichi Herr zu werden, wurden wie schon in den Wochen zuvor angekündigt 560 Tonnen radioaktiv verseuchtes Grundwasser ins Meer geleitet.

Hier bei wurde das von der Bergseite kommende Grundwasser in 12 Bohrlöchern aufgefangen und in einen Sammelbecken gesammelt. Dort wurde im April durch dem Betreiber Tepco und weiteren Institutionen die Radioaktivität gemessen. Die gesammelten Messdaten wurden durch die Atomaufsichtsbehörde NRA kontrolliert und als „unbedenklich“ befunden und an die lokalen Behörden der Präfektur Fukushima und der Fischereigenossenschaft weiter geleitet.

Vom Sammeltank aus wird das Wasser dann über einen Bypass, der die hochradioaktiv verseuchten Reaktorkellerräume umgeht (siehe Grafik) ins Meer geleitet.

Bild links: Über 12 Bohrlöcher (gelb) wird das von der Bergseite kommende Wasser aufgefangen und dann in das Sammelbecken (hell blaues Rechteck) geleitet. Anschließend, nach dem es "frei gemessen" worden ist, geht es ins Meer. Bild rechts: Die geplante ,,Eismauer".

Der Hintergrund dieser umstrittenen Maßname ist die Hoffnung, dass man somit dem Problem mit dem immer mehr werdenden hochradioaktiv verseuchten Wasser endlich Herr wird. Denn mittlerweile lagern schon über 350 000 Tonnen hochradioaktiv verseuchtes Wasser in über 900 Tanks auf, bzw. hinter dem AKW-Gelände. Auch die ständig defekte Dekontaminierungsanlage ALPS, die zur Zeit wieder einmal nicht läuft,  trägt nicht gerade viel zur Reduzierung des radioaktiv verseuchten Wassers bei.

Mit der Einleitung des Grundwassers über den Bypass ins Meer und mit der ALPS erhofft sich Tepco eine deutliche Reduzierung des hochradioaktiv verseuchten Wassers.

An den Plänen der umstrittenen „Eismauer“ hält Tepco ebenfalls weiterhin fest. Die NRA jedoch nicht (antiatom-fuku berichtete).

 

23.05.2014

Drei gefährliche Hotspots in Ibaraki entdeckt

In einem Park, nahe der Stadt Mito, Präfektur Ibaraki, etwa 100 km nördlich von Tokyo wurden jetzt Areale mit einer hohen Radioaktivität, sog. Hotspots entdeckt, die vorher noch nicht bekannt gewesen sind. Insbesondere an drei Stellen, wie der küstennahe Kiefernhain, einer freien Fläche und an einer mit Sträuchern bewachsenen Stelle in Park wurde eine gefährlich hohe Radioaktivität von 0,25 bis 0,7 µSv/h gemessen.

Die örtlichen Behörden sperrten sofort die betroffenen Areale für den Publikumsverkehr. Eine Dekontaminierung der Flächen soll erfolgen.

 

Statistik: Anteil an Atomstrom in Japan

Im Jahr 2013 betrug der Anteil an Atomstrom nur 1%. Das ist der bisher niedrigste Wert seit Beginn der Nutzung der Kernenergie. 2012 lag der Anteil an Kernenergie noch bei 1,7%. Wäre das AKW Ōi, Reaktor 3 und 4 im Sommer 2012 nicht wieder ans Netz gegangen, dann läge der Anteil an Atomstrom für 2013 sogar bei 0%. Das AKW Ōi ging im September 2013 wegen der Routinewartung wieder vom Netz. Seit dem ist Japan komplett frei von Atomstrom.

In Februar 2011, also kurz vor der Reaktorkatastrophe lag der Anteil an Kernenergie bei 33% und sollte bis 2040 auf 50% aufgestockt werden.

 

22.05.2014

Erfolgreiches Gerichtsurteil: AKW Ōi darf nicht mehr ans Netz

Nach einem aktuellen Gerichtsurteil, was diese Woche gefällt worden ist, dürfen die Reaktoren 3 und 4 am AKW Ōi, Präfektur Fukui nicht mehr ans Netz gehen. Geklagt hatten 189 Bürger aus der Region. Eine frühere Klage am Landgericht Osaka wurde abgewiesen.

Der Betreiber Kansaidenryoku hatte für die Reaktoren 3 und 4 die gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitsüberprüfung zur Wiederinbetriebnahme bei der Atomaufsichtsbehörde NRA beantragt.

Die Reaktoren 3 und 4 am AKW Ōi wurden nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima, als alle AKWs nach und nach vom Netz gegangen sind, im Sommer 2012 als einzige wieder angefahren. Die massiven Proteste aus der Bevölkerung wurden seitens der Regierung ignoriert und die Prefekturverwaltung, die die maßgebliche Genehmigung nicht erteilen wollte unter Druck gesetzt. Im September 2013 gingen beide Reaktoren wegen der Routinewartung wieder vom Netz und Japan wurde erneut atomfrei. (antiatom-fuku berichtete mehrfach).

 

20.05.2014

Anwohner lehnen die Wiederinbetriebnahme des AKWs Sendai ab

Nach einer repräsentativen Umfrage der Südjapanischen Zeitung sprechen sich 59% der regionalen Anwohner gegen eine Wiederinbetriebnahme des AKWs Sendai, Kyushu, Betreiber Kyushudenryoku in Südjapan aus. 36% der Befragten haben keine Einwände gegen die geplante Wiederinbetriebnahme, bzw. befürworten diese sogar. Zu den restlichen 5% liegen keine Angaben vor.

Als Begründung der Ablehnung einer Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren am AKW Sendai gaben 44% der Befragten an, das die Situation am havarierten AKW Fukushima dai ichi immer noch sehr gefährlich und kaum kontrollierbar sei. Dazu ist das Vertrauen in die Sicherheitstests der NRA, den Sicherheitsversprechen der Betreiber und der Regierung bezüglich der restlichen AKWs sehr gering.

AKW Sendai auf Kyushu in Südjapan

 

Die Wiederinbetriebnahme des AKWs ist für August/September 2014 geplant. Dafür wird jedoch die Genehmigung der Präfekturverwaltung benötigt. Ob diese allerdings zustimmt, ist jedoch noch offen.

Mitte Juni soll eine Bürgerversammlung zum Thema „AKW Sendai“ statt finden, bei der auch sehr viele Proteste erwartet werden.

 

17.05.2014

Erneute Störung der Dekontaminationsanlage am AKW Fukushima dai ichi

Am havariertem AKW Fukushima dai ichi meldete der Betreiber Tepco wieder einmal technische Probleme an der Wasserdekontaminierungsanlage ALPS. Hierüber wird das anfallende radioaktiv verseuchte Wasser weitgehend dekontaminiert; vorausgesetzt, die Anlage ist betriebsbereit.  

Denn die ALPS ist sehr störanfällig, somit ständig außer Betrieb und muss laufend repariert werden.

 

Radioaktiv verseuchtes Wasser über Bypass ins Meer

Ab kommender Woche soll nach Beschluss der Regierung am AKW Fukushima dai ichi das von der Bergseite kommende Grundwasser über einen Bypass ins Meer geleitet. Damit soll vermieden werden, dass das Grundwasser in die hochradioaktiv verseuchten Kellerräume und Verbindungstunnel der Reaktoren 1 bis 4 dringt, diese „auswäscht“ und anschließend ins Meer gelangt.

Über mehrere Bohrlöscher, die parallel zur Bergseite angelegt sind, wird ein Großteil des Grundwassers aufgefangen und in einem Sammeltank geleitet. Von dort aus fließt es über einen Bypass, der die Reaktoren umgeht zum Meer. Nach Angaben von Tepco und der Regierung hält sich die radioaktive Kontamination jedoch in Grenzen, so dass das Meer nicht nennenswert belastet wird.

Unabhängige Experten, sowie Umweltschützer sehen das alles jedoch wesentlich kritischer, zumal auch schon die Auswirkungen der radioaktiven Belastung im Meer sichtbar werden.

 

14.05.2014

Tritium, Rekordwerte im Grundwasser am AKW Fukushima dai ichi

In Grundwasserproben, die am AKW Fukushima dai ichi aus einem küstenseitigen Bohrloch vor Reaktor 3 entnommen worden sind, wurde ein Tritiumwert von 8000 Bq/l gemessen. Das ist der bisher höchste Wert, der an dieser Stelle gemessen worden ist.

Die Probe vom 30.04.2014 lag „nur“ bei 2600 Bq/l und ist jetzt um das Dreifache angestiegen.

Der Betreiber Tepco hat jedoch noch keine plausible Erklärung für diesen Anstieg.

Wasserproben aus den Bohrlöchern, die hinter den Reaktoren 2 bis 3 liegen, blieben mit 2600 Bq/l im Vergleich zur Vorprobe weitgehend konstant.

 

13.05.2014

S-Bahnverbindung bis tief in die Sperrzone

Die Japan Rail (JR) will auf der Joban-Linie, die aufgrund der Dreifachkatastrophe von 2011 an zwei Stellen unterbrochen worden ist, den Streckenabschnitt zwischen Hirono und Tatsuda ab den 01.06.2014 wieder freigeben (antiatom-fuku berichtete im August 2013).

Der Ort Hirono, dort wo die S-Bahn im Moment noch endet, ist nur 20 km vom havariertem AKW Fukushima dai ichi entfernt und grenzt direkt an der Sperrzone.

Durch die geplante Erweiterung sind dann Fahrten mit der S-Bahn in die jetzige Sperrzone möglich.

Ursprünglich führte die Joban-Linie von Tokyo über Mito und Iwaki an den beiden AKWs Fukushima dai ni und dai ichi vorbei nach Sendai.

Vom Bahnhof Tatsuda, der jetzt bald wieder angefahren wird, sind es dann nur noch 12 km bis zum AKW Fukushima dai ichi. Am Iwaki Hauptbahnhof, der etwa 40 km vom AKW Fukushima dai ichi entfernt ist, kam es des wegen schon mehrfach zu Protesten durch Lokführer, anderen Bahnmitarbeitern und weiteren Bürgern, die wegen der hohen Radioaktivität besorgt sind.

Die Behörden propagieren zwar eine Senkung der Radioaktivität durch die Dekontaminierungsmaßnahmen der betroffenen Gebiete und somit eine gesundheitliche Unbedenklichkeit, was allerdings unrealistisch ist, da diese Gebieten immer wieder durch Regen und Wind erneut mit radioaktiven Partikeln verseucht werden.

Die Regierung treibt die Rückführung der Flüchtlinge mit aller Kraft voran, um möglichst schnell „Normalität“ einkehren zu lassen.

Die Orte Kido und Tatsuda, die zur Zeit noch dekontaminiert werden, „dürfen“ ab Ende Mai wieder bewohnt werden.

 

Planung der Vorgehensweise bei der Bergung der drei Kernschmelzen

Am havarierten AKW Fukushima dai ichi plant der Energiekonzern Tepco die Kernschmelzen aus den Reaktoren 1 bis 3 über ein Loch, was seitlich in den Reaktorsicherheitsbehälter „geschnitten“ werden soll zu bergen. Dazu soll ein spezieller Kleinbagger eingesetzt werden.

Ab wann die Bergung der drei hochradioaktiv strahlenden Kernschmelzen frühestens möglich ist, steht allerdings noch nicht fest. Denn der genaue Zustand der Kernschmelzen und wie weit sich dessen „Lava“ in den Beton, bzw. ins Erdreich unterhalb der Reaktorsicherheitsbehälter gefressen hat, konnte bisher aufgrund der lebensgefährlich hohen Strahlung noch nicht ermittelt werden.

 

10.05.2014

Frankreich – Abe unterzeichnet für ein atomares Forschungsprojekt

Auf seiner Europa-Tour besuchte Ministerpräsident Abe (LDP) auch Frankreich, um mit Präsident Hollande ins (Atom)-Geschäft zu kommen. Abe will sich an einem Projekt zur Weiterentwicklung eines schnellen Brüters, an den Frankreich schon arbeitet beteiligen.

Hier handelt es sich um die Weiterentwicklung der Forschungsreaktor „Astrid 4“, ein schneller Brüter, der angeblich sehr effizient mit einer hohen Energieausbeute arbeitet und „nur“ wenig strahlenden Atommüll hinterlässt.

Der japanische schnelle Brüter Monju machte bisher nur Probleme, verursachte gefährliche Störfälle und hohe Kosten bei verschwindend geringer Energieausbeute. Und das französische Modell, der schnelle Brüter Superphönix wurde 1997 wegen eines radioaktiven Lecks still gelegt.

 

Koizumi und Hosokawa machen sich gemeinsam stark gegen Atomenergie

Die beiden ehemaligen Regierungschefs Yunichiro Koizumi (LDP) und Morihiro Hosokawa wollen sich jetzt gemeinsam gegen den Wiedereinstieg in die Atomenergie stark machen und bildeten mit weiteren prominenten Unterstützern eine Organisation gegen Atom und für erneuerbare Energien, die im direkten Kontakt mit den Bürgern stehet und von der Basis aus agiert.

Hosokawa kandidierte im Februar 2014 bei der Oberbürgermeisterwahl in Tokyo, die jedoch  leider völlig in die Hose ging (antiatom-fuku berichtete).

Der Großteil der Bevölkerung ist weiterhin für einen Atomausstieg in Japan.

 

„Eismauer“ – Bürgerversammlung in Fukushima

Bei einer Bürgerversammlung sämtlicher Gemeinden in der Präfektur Fukushima sprechen sich unabhängige Experten gegen den Bau der „Eismauer“ am AKW Fukushima dai ichi aus. Sie befürchten, so wie zuvor auch schon die Atomaufsichtsbehörde NRA, dass die vier „ummauerten“ Reaktorgebäude absacken könnten und das es durch die Eismauer zu Veränderung der Grundwasserpegel und der Wasserstände in den Reaktorgebäuden kommen könnte, was sich ebenfalls nachteilig auswirken könnte.

Auch die beteiligten Bürger stehen dem Projekt „Eismauer“ und auch den restlichen Plänen des Betreibers Tepco eher skeptisch gegenüber. Dazu werden neben den ständigen Pannen mit dem verseuchten Wasser auch der laufende Betriebsausfall der Wasserdekontaminierungsanlage ALPS moniert.

 

08.05.2014

NRA stoppt geplante „Eismauer“ am AKW Fukushima dai ichi

Nach Plänen des Energiekonzerns Tepco soll der Bau der umstrittene „Eismauer“, die die Reaktoren 1 bis 4 umschließt noch in diesem Jahr beginnen. Dazu gab es jedoch noch offene Fragen seitens der Atomaufsichtsbehörde NRA, zu denen Tepco bisher nur schwammige Antworten liefern konnte.

Fraglich ist, inwiefern das Tritium durch die „Eismauer“ zurück gehalten wird und ob es nicht zu Absackungen der Reaktorgebäude während der Errichtung der Mauer kommt.

Für den Bau der „Eismauer“ sollen rings um die vier havarierten Reaktoren auf einer Länge von 1,4 km Schächte gebohrt werden, darin ein Rohrsystem eingebracht werden, über das dann ein chemisches Kühlmittel zirkuliert und das umliegende Erdreich gefriert (antiatom-fuku berichtete).

Hinzu kommt noch, dass diese „Mauer“ laufend unterhalten werden muss, was sehr kostenintensiv ist. Außerdem wurde ein Projekt in dieser Größenordnung noch nie umgesetzt, so dass Erfahrungswerte fehlen.

Skizze der geplanten ,,Eismauer". Links: Reaktor 1 bis 4 rot eingerahmt. Rechts: Reaktoren 1 bis 4 mit unterirdischer ,,Eismauer".

Letztendlich hält die NRA das Projekt für nicht ausreichend sicher und erteilt somit auch keine Genehmigung für den in Juni geplanten Baubeginn. Darüber zeigt sich Tepco sehr entrüstet. „Die NRA hätte an allem was man macht etwas auszusetzen“, so ein Tepco-Sprecher.

Der wahrscheinlichste Grund, warum Tepco das Projekt „Eismauer“ unbedingt umsetzen will, ist, da so etwas in dieser Größenordnung noch nie gebaut worden ist, kann es als Forschungsprojekt deklariert werden. Dafür gibt es nämlich staatliche Fördergelder (vom Steuerzahler), die Tepco sich natürlich nicht nehmen lassen will.

Das alles kommt für Tepco deutlich billiger, als die Errichtung einer unterirdischen Tonmauer, die schon zuvor von Fachleuten vorgeschlagen worden ist. Diese wäre zwar wesentlich unkomplizierter, aber dafür gibt es keine staatliche Förderung.

 

07.05.2014

Radioaktivität im Meerwasser – Kontrolle durch Bügerhand verlässlicher

Eine Bürgerinitiative, die „Umirabo“ aus Iwaki, Präfektur Fukushima überwacht das Meerwasser lieber selber auf Radioaktivität, da man den Messwerten von Tepco, wie es sich in der Vergangenheit mehrfach gezeigt hat nicht so richtig trauen kann.

Bestimmte Fischfanggebiete der Fukushima-Region sind mittlerweile wieder frei gegeben. Die Fischer, sowie die meisten anderen Bürger sind jedoch weiterhin skeptisch, ob der Fisch aus dieser Region wirklich zum Verzehr geeignet ist. Diese bedenken sind durch aus berechtigt, zumal das havarierte AKW Fukushima dai ichi nur 40 km nördlich von Iwaki liegt und zu dem auch laufend (seit einiger Zeit auch offiziell) radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer läuft.

Die Umirabo ist auch regelmäßig mit dem Schiff unterwegs und nimmt nicht nur Wasser- und Sedimentproben entlang der Küste und vor dem havariertem AKW, sondern auch aus Gebieten, die weiter „draußen“ sind. Sogar diese sind zum Teil stark radioaktiv belastet.

 

Aktueller Status: Bergung der Brennelemente am Reaktor 4

Am AKW Fukushima dai ichi wurden laut dem heutigen Bericht des Betreibers Tepco schon 814 vom 1533 Brennelementen aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 geborgen. Dazu wurden 37 Fuhren durchgeführt. Diese arbeiten laufen seit November 2013 und sollen bis Jahresende abgeschlossen sein.

 

AKW Fukushima dai ichi: Tepco ehält Hilfe von Sellafield Ltd

Der Energiekonzern Tepco, aber auch die Regierung,  die für die Schadensbegrenzung und Stilllegung des havarierten AKWs Fukushima dai ichi, was absolut nicht unter Kontrolle ist, eine internationale Hilfe von Außen bisher immer abgelehnt hatte, schloss nun einen Vertrag mit der britischen Atomfirma Sellafield Ltd. Diese soll nun vor allem in Bezug auf die Bergung der Brennelemente, die zum Teil verkeilt oder defekt sind helfen.

Dieser „Auftrag“ wurde vor einigen Wochen international ausgeschrieben (antiatom-fuku berichtete).

Im Gegenzug bekundet die Firma Sellafield Ltd., die auch MOX-Brennelemente herstellt,  Interesse an die japanische Robotertechnologie zur Bergung radioaktiver Stoffe und der Anlage für die Wasseraufbereitung.

 

05.05.2014

Weiter ansteigende Tritiumwerte am AKW Fukushima dai ichi – 12 000 Bq/l

Der Betreiber Tepco hat am havarierten AKW Fukushima dai ichi erneut Wasserproben aus einem küstennahen Bohrloch entnommen. Dieses befindet sich etwa 70 Meter südlich von den Lagertanks für hochradioaktiv verseuchtes Wasser, aus denen erst vor kurzen 100 Tonnen entwichen und zum Großteil ins Erdreich gedrungen sind.

Die Wasserprobe vom 01.05.2014 weist einen Tritiumwert von 110 Bq/l auf, während die Probe vom 02.05.2014, die aus dem selben Bohrloch entnommen worden ist, sogar einen Wert von 12 000 Bq/l Tritium aufweist!

Nun kann es Tepco nicht mehr abstreiten, dass ein Großteil des hochradioaktiv verseuchten Wassers, was damals aus den Tanks ausgelaufen ist, ins Erdreich eingedrungen ist und somit ins Grundwasser gelangen konnte.

Dieser Verdacht wurde seitens Tepco bis Dato dementiert.

 

02.05.2014

Erhöhte Tritiumwerte im Meerwasser

Am AKW Fukushima dai ichi wurden außerhalb des Hafenbeckens erhöhte Tritiumwerte gemessen. 500 Meter südlich von Reaktor 4 wurden in Küstennähe 2,8 Bq/l und 1 km nördlich von Reaktor 6 in Küstennähe 1,7 Bq/l Wasser gemessen.

Bei einer Inkorporation gelangt das Tritium („überschweres“ Wasser), da der Körper es nicht vom „normalen“ Wasser unterscheiden kann in jede Körperzelle. Dort richtet es massive Schäden an.

 

Fukushima, Reaktor 4 – Die Hälfte der Brennelemente sind bereits geborgen

Aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 sind jetzt mittlerweile 770, also etwa die Hälfte der Brennelemente aus dem Abklingbecken geborgen. Diese werden in einem Zusatzabklingbecken, was ebenerdig ist gelagert.

Die Bergungsarbeiten, die über eine spezielle Entnahmevorrichtung erfolgen, begannen Mitte November 2013 und sollen voraussichtlich Ende des Jahres beendet sein. Das Gebäude wurde durch die Wasserstoffexplosion in März 2011 sehr stark beschädigt, so dass es mit seinem vollen Abklingbecken einsturzgefährdet gewesen ist. Es wird jetzt durch ein massives Stützgerüst gehalten. Die Rückbauarbeiten der Reaktoren 1 bis 4 dauern nach Schätzungen der Regierung und des Betreibers Tepco noch bis 2040 bzw. bis 2050 an (antiatom-fuku berichtete mehrfach darüber).

 

01.05.2014

Kanzleramt Berlin – Merkel mit Abe im Gespräch

Neben Themen, wie den aktuellen Problemen in der Ukraine und dessen mögliche Lösung, tauschen sich Bundeskanzlerin Merkel (CDU) und Ministerpräsident Abe (LDP) über mögliche Wirtschaftsbeziehungen zwischen Japan und der EU aus, die in Zukunft weiter ausgebaut werden sollen. Da durch soll die Wirtschaft wieder in Schwung gebracht werden. Sowohl Europa als auch Japan könnten davon profitieren, so die Prognose von Merkel und Abe.

Japan ist derzeit das weltweit höchst verschuldete Land, wozu die lockere Geldpolitik des Ministerpräsidenten Abe einen nicht unerheblichen Beitrag geleistet hat.

Auch die Energiepolitik war eines der Hauptthemen. Auch hier wollen beide, vor allem im Ausbau der erneuerbaren Energien zusammenarbeiten. Vom Wiedereinstieg in die Kernenergie, die Abe für Japan anstrebt, wurde jedoch kein Wort gesprochen.

Vor dem Kanzleramt protestierten etwa 50 deutsche und japanische Atomkraftgegner gegen Abes Atompolitik in Japan.

Nachfolgen ein ausführlicher Artikel der DW mit zwei kurzen Videos.

Bilder zur Protestaktion vor dem Kanzleramt auf „ 明日うらしま “. Der Text ist zwar auf Japanisch, die nachfolgenden Bilder drücken den Inhalt jedoch klar aus.

 

April 2014

29.04.2014

Zu Besuch in Europa - Ministerpräsident Abe wirbt für die Atomkraft

Ministerpräsident Shinzo Abe (LDP), der im Rahmen seiner Europa-Reise in Berlin eingetroffen ist, traf sich mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Im Gespräch mit der Kanzlerin äußerte Abe, dass mehr deutsche Firmen, vorwiegend kleine und mittelständige Unternehmen mit japanischen Unternehmen kooperieren sollen und dass er dieses unterstützen wolle. Dabei stellt er sich als „Brückenbauer“ dar.

Er propagiert unter anderem auch, trotz anhaltender Reaktorkatastrophe im eigenen Lande, dass die Atomkraft unverzichtbar sei und die japanischen AKWs sicher sind.

Als „Begründung“ führt Abe an, dass Japan zur Zeit auf teure Rohstoffimporte angewiesen sei.

Für morgen sind weitere Gespräche im Kanzleramt geplant (antiatom-fuku berichtete).

Als nächstes besucht Abe dann Frankreich und Großbritannien. Dort stehen neben sicherheitspolitischen und wirtschaftlichen Themen vor allem der Ausbau der Atomkraft, die Zusammenarbeit und die Weiterentwicklung der Nukleartechnik im Mittelpunkt.

Während Abe in Europa propagiert, dass die japanischen Sicherheitsstandards für AKWs sehr hoch sind, wird die Skepsis innerhalb seiner Partei jedoch immer größer. Auch innerhalb der Atomaufsichtsbehörde NRA und bei politisch unabhängigen Experten wird die Sicherheit japanischer AKWs immer mehr angezweifelt.

 

27.04.2014

Abe kommt am Mittwoch nach Berlin

Ministerpräsident Shinzu Abe (LDP) kommt zu Besuch nach Berlin. Dort wird er sich am Mittwoch, den 30.04.2014 mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und weiteren Delegierten aus Wirtschaft und Industrie treffen, um die wirtschaftlichen Beziehung zwischen Japan und Deutschland zu stärken heißt es.

Genaue Inhalte und Hintergründe des Besuches von Ministerpräsident Abe sind jedoch noch nicht völlig bekannt. Bekannt ist jedoch, dass kurzfristig organisierte Protestveranstaltungen, auch mit japanischen Teilnehmern vor dem Kanzleramt in Berlin statt finden werden. Denn Abe ist mittlerweile bekannt dafür, dass er sich auch im Ausland für die Atomkraft stark macht und bereits Exporte von Nukleartechnologie in die Türkei und in arabische Länder angezettelt hat. Außer dem will Abe den Neustart erster Reaktoren in Japan voran bringen.

Zur Zeit sind noch alle Reaktoren in Japan abgeschaltet und die Stromversorgung funktioniert bestens. Da durch entstehen zwar vermehrt Kosten für die nötigen Importe von Rohstoffen, die aber nicht sein bräuchten, wenn die Regierung den Ausbau der erneuerbaren Energien nicht behindern würde.

 

Bergung der Brennelemente - Regierung bittet um Rat bei internationalen Experten

Bisher haben die Regierung und der Betreiber Tepco sich eher quer gestellt, wenn Anfragen aus dem Ausland kamen, um bei der Bewältigung der Probleme am havariertem AKW Fukushima dai ichi behilflich zu sein. Jetzt allerdings sucht die Regierung Rat bei internationalen Experten. Denn Tepco steht vor dem großen Problem, wie die defekten Brennelemente aus den havarierten Reaktoren geborgen werden sollen und hofft jetzt nun auf brauchbare Vorschläge seitens internationaler Experten. (antiatom-fuku berichtete im Dezember über zahlreiche defekte Brennelemente am AKW Fukushima dai ichi, die noch zur Bergung anstehen.)

Auch mit dem schon lange anhaltenden Wasserproblem kommen Tepco, METI und die NRA nicht mehr weiter. Das Hauptproblem ist das Tritium (Überschweres Wasser), was quasi gar nicht aus dem Abwasser, was sich in den Lagertanks befindet heraus gefiltert werden kann. Und alle drei bis vier Tage kommt ein weiterer Tank (Fassungsvermögen 1000 t) hinzu.

Damit das nicht „Überhand nimmt“ wird das radioaktive Abwasser aus der Reaktorkühlung nach einer „Reinigung“ ins Meer verklappt.

Die Atomaufsichtsbehörde NRA überlegt derzeit ein Verfahren, bei dem das hochradioaktive Wasser aus den Tanks verdampft werden soll. Über das Procedere gibt es jedoch noch keine konkreten Angaben.

 

Ausfall der Strahlenmessung am Extraabklingbecken

Bei Arbeiten im Bereich der Schaltkästen und an den Kabeln, die zum Gebäude, wo sich das zusätzliche ebenerdige Abklingbecken der havarierten Atomruine Fukushima dai ichi befindet, wurde aus Versehen die Stromversorgung der Strahlenmesssonden unterbrochen. Somit waren diese drei Tage lang, vom 19. bis einschließlich 21.04.2014 außer Betrieb.

Laut Tepco war das eindeutig der Fehler eines Mitarbeiters gewesen. Während des Ausfalls wurde die Strahlenmessung am Extraabklingbecken laut den Angaben von Tepco mit mobilen Messgeräten durchgeführt.

 

23.04.2014

AKW Sendai: Pyroklastische Ströme versus Wiederinbetriebnahme

Der Vulkan nahe der Stadt Aira, Präfektur Kagoshima (Kyushu, Südjapan) und dessen pyroklastischen Ströme (antiatom-fuku berichtete) werden wieder Gegenstand der Diskussion in Bezug auf die Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 1 und 2 am AKW Sendai. Diese werden zur Zeit noch durch die Atomaufsichtsbehörde NRA überprüft.

Auf Anordnung der Regierung wird der Antrag zur Sicherheitsüberprüfung der Reaktoren 1 und 2 am AKW Sendai von der NRA mit einer höheren Priorität bearbeitet. Grund hier für ist, dass der Zustand der beiden zu überprüfenden Reaktoren nach groborientierender Einschätzung der Behörden am sichersten unter all den zu überprüfenden Reaktoren erscheint und die Regierung sich somit eine schnellere Wiederinbetriebnahme erster Reaktoren erhofft.  

Der Abschlussbericht für die Reaktoren 1 und 2 am AKW Sendai könnte sogar schon Mitte Mai vorliegen.

Allerdings fordern die prüfenden NRA-Experten eine genauere Untersuchung der pyroklastischen Ströme und des Vulkans bei Aira, ob hier durch eine erhöhte Gefahr für das nahe gelegene AKW Sendai besteht. Unter Umständen könnten hier durch die Wiederinbetriebnahme des AKWs infrage gestellt werden.

 

22.04.2014

„Künstlicher Salzstock“ als Endlager?

Schon einmal wurde darüber nach gedacht, den hochradioaktiven Atommüll, der in den AKWs anfällt, in einen unterirdischen Schacht zu deponieren, der, da Japan über keinerlei Bergwerke/ Salzstöcke verfügt, eigens dafür gegraben werden soll (antiatom-fuku berichtete vor einiger Zeit darüber)

Jetzt wurde dieser Gedanke wieder aufgegriffen und es wird seitens der zuständigen Behörden nach einem geeigneten Standort gesucht.

Dafür werden mögliche Standorte in Nordjapan angestrebt, die laut geologischen Daten angeblich geeignet sind. Nach Angaben der NUMO (Nuclear Waste Management of Japan) verlaufen dort keine aktiven geologischen Verwerfungslinien oder pyroklastische Ströme. Weitere geologische Gefahren, wie Erdbeben sind laut der NUMO ebenfalls ausgeschlossen, da die tiefen Erdschichten (nach mehreren 100 Metern Tiefe) nicht seismisch aktiv wären.

Nach Plänen der NUMO soll ein Standort ausgewählt werden, an dem ein „künstlicher Salzstock“, also ein Schacht, der mehrere 100 Meter weit in die Tiefe reicht gebuddelt werden. Darin soll dann der angefallene hochradioaktive Atommüll endgelagert werden.

Das Atommülllager Rokkasho, was seit 1994 in Betrieb ist, ist mittlerweile um das achtfache überlastet. Dort wird der hochradioaktive Atommüll aus dem ganzen Land oberirdisch gelagert.

Unabhängige Experten stehen dem Projekt jedoch eher skeptisch gegenüber und raten dringend von solch einem Vorhaben ab.

 

21.04.2014

Verdacht der Sabotage am AKW Fukushima dai ichi

Bei dem Vorfall von Anfang letzter Woche (antiatom-fuku berichtete am 15.04.2014), bei dem etwa 200 Tonnen hochradioaktives Abwasser aus der Reaktorkühlung ungefiltert über eine fehl geschaltete Pumpe in die Kellerräume der umliegenden Gebäude geleitet worden ist, könnte möglicherweise ein Sabotageakt gewesen sein. Im Rahmen der Ursachensuche für diese Fehlschaltung der Pumpe erhebt der Betreiber Tepco den Verdacht, dass ein Arbeiter aus krimineller Energie heraus das hochradioaktive Wasser absichtlich „umgeleitet“ hat.

Nach diesem Vorfall, bei dem man auch nicht weiß, was als nächstes kommt, werden jetzt Bedenken bezüglich der Sicherung der havarierten Atomruine laut, die auch im Falle von Terrorangriffen sehr leicht verwundbar ist. Überlegt wird jetzt auch die Installation von Überwachungskameras auf dem AKW-Gelände.

 

Das radioaktiv verseuchte Wasser auf dem Gelände

Inzwischen lagern etwa 430 000 Tonnen hochradioaktives Wasser in Tanks auf dem, bzw. hinter dem AKW-Gelände und täglich kommen 400 Tonnen dazu. Die Lagerkapazitäten werden immer knapper und laufend müssen neue Tanks angeliefert werden. Um dem Wasserproblem etwas entgegen zu wirken, wird jetzt auch noch (jetzt offiziell) seit kurzem „gefiltertes“ Wasser „kontrolliert“ ins Meer geleitet (antiatom-fuku berichtete). Eine große Menge radioaktives Wasser gelangt eh schon seit Beginn der Reaktorkatastrophe ins Meer, was Tepco anfangs verschwiegen, jedoch mittlerweile zugegeben hat. Zu dem erreicht die Strahlung im Bereich der Lagertanks teilweise lebensbedrohlich hohe Werte. Denn dort befindet sich schließlich die geballte Ladung hochradioaktives Wasser auf engsten Raum!

 

20.04.2014

Japan Atomic Power Company beantragt Wiederinbetriebnahme für AKW Tokai

Der Energiekonzern Japan Atomic Power Company beantragt jetzt ebenfalls bei der Atomaufsichtsbehörde NRA die Überprüfung auf Erfüllung der vorgeschriebenen Sicherheitsstandards für die Erlaubnis zur Wiederinbetriebnahme des Reaktors 2 am AKW Tokai.

Das AKW Tokai, Präfektur Ibaraki liegt nur 120 km nördlich von Tokyo. Der Reaktor 2, ein SWR, für den die Wiederinbetriebnahme beantragt werden soll, besteht schon seit 1978 und hat somit schon ein stattliches Alter erreicht. Reaktor 1 ist seit 1998 nicht mehr in Betrieb gewesen. Der betreibende Energiekonzern „Japan Atomic Power Company“ produziert, wie der Name schon sagt, 100% Atomstrom.

Zur Zeit versucht Japan Atomic Power Company über Informationsveranstaltungen das Verständnis für die „Notwendigkeit“ des AKWs und das Vertrauen der Anwohner der 11 umliegenden Gemeinden zu erschleichen.

Aktuell liegen der NRA, das AKW Tokai schon mit inbegriffen, Anträge auf Sicherheitsüberprüfung für die Wiederinbetriebnahme von 18 Reaktoren an 11 AKWs von 9 Stromkonzernen vor. Die meisten Sicherheitsüberprüfungen laufen bereits.

Das AKW Sendai, Kyushu in Südjapan, was derzeit bevorzugt durch die NRA überprüft wird (antiatom-fuku berichtete), hätte die Aussicht als erstes wieder ans Netz gehen zu dürfen. Der früheste Termin wäre möglicherweise ab August 2014.

 

18.04.2014

Trotz abgeschalteter AKWs keine Versorgungsengpässe während der Sommerhitze zu befürchten

Laut Berechnungen des Wirtschafts- und Industrieministeriums METI wird Japan auch im kommenden Sommer, wenn sämtliche Klimaanlagen wegen der großen Hitze laufen, keine Stromengpässe befürchten müssen. Die AKWs können somit unbesorgt weiterhin vom Netz bleiben, da die Stromversorgung weiterhin ausreichend sein wird.

Es sind wie sich bereits schon in der Vergangenheit heraus stellte, keine umfangreichen Stromsparmaßnahmen nötig.

Schon im Sommer 2012, als alle AKWs abgeschaltet waren, fanden unabhängige Experten schnell heraus, dass die durchgeführten Stromrationierungen gar nicht in diesem Ausmaß nötig gewesen sind. Hier wollte man nur die angebliche Notwendigkeit der AKWs demonstrieren und die Leute spüren lassen, welchen Komfort man durch die „unbegrenzte“ Kernenergie hat. Dazu wurden z.B. die Rolltreppen an den großen Bahnhöfen oder die Klimaanlagen in den Zügen für einige Stunden abgeschaltet.

Es wurden mit Blackouts gedroht, die nie eingetreten sind.

Um im Sommer 2012 die Wiederinbetriebnahme zweier Reaktoren am AKW Ōi, Präfektur Fukui zu rechtfertigen, wurden zur Vermeidung einer Stromüberproduktion einige „herkömmliche“ Kraftwerke abgeschaltet. Diese Mauschelei blieb jedoch nicht unbemerkt (antiatom-fuku berichtete 2012).

Die Regierung unter Ministerpräsident Shinzo Abe (LDP) behauptet jedoch heute noch, das die Kernenergie für die Grundlast in der Stromversorgung unverzichtbar sei. Somit ist auch kein endgültiger Atomausstieg im Energiefahrplan, der jetzt beschlossen worden ist vorgesehen. Die erneuerbaren Energien werden ebenfalls nicht ausreichend voran gebracht, obwohl derzeit große Mengen an fossilen Brennstoffen importiert werden müssen.

 

16.04.2014

Wieder ein „Wasserzwischenfall“ am AKW Fukushima dai ichi

Am havariertem AKW Fukushima dai ichi ist ein Behälter, der zur Wasserdekontaminationsanlage ALPS gehört ist übergelaufen. Da bei sind 1000 Liter hochradioaktives Wasser ausgelaufen. Das ausgelaufene Wasser habe laut Tepco die Schutzwälle jedoch nicht überschritten, so dass es nicht ins Erdreich sickern konnte.

Das ausgelaufene Wasser weist einen Strontium90-Wert von 3800 000 Bq/l und einen Cäsiumwert von 9300 Bq/l auf.

 

Flüchtlinge verunsichert über Rückkehr

Der Ort Tamura in der Präfektur Fukushima, der wie viele weitere Orte aufgrund der radioaktiven Verseuchung nach der Reaktorkatastrophe evakuiert worden ist, wurde „dekontaminiert“ und seit dem 01. April wieder frei gegeben. Die ehemaligen Anwohner sind jedoch verunsichert und besorgt darüber, ob eine Rückkehr gesundheitlich überhaupt vertretbar ist.

Die Regierung beteuert zwar, dass die Dekontaminierungsmaßnahmen ausreichend gewesen sind und auf langer Sicht eine Hintergrundstrahlung von unter 1 mSv/a anstrebt werden soll, verschweigt jedoch, dass es dort noch zahllose „Hot spots“ (kleine Gebiete mit hoher Strahlung) gibt. Zu dem werden mit dem Wind und dem Regen laufend neue radioaktive Partikel aus der AKW-Ruine herüber geweht, die die Strahlung im Ort rasch wieder ansteigen lassen.

 

15.04.2014

200 Tonnen hochradioaktives Wasser aus Versehen in Kellerräume geleitet

Die Wasserprobleme am AKW Fukushima dai ichi reißen nicht ab. Über eine Pumpe, die fälschlicherweise in Betrieb genommen worden ist, sind 200 Tonnen hochradioaktiv verseuchtes Wasser, was zur Kühlung der geschmolzenen Brennelemente von Reaktor 1 

benutzt worden ist, wurde über die fehl geschaltete Pumpe in die Kellerräume der benachbarten Gebäude geleitet.

Die Strahlenbelastung des Wassers, was fehlgeleitet worden ist übersteigt weit über 10 Mio. Bq/l. Laut dem Betreiber Tepco konnte das Wasser abgepumpt werden und sei wohl nicht ins Meer gelaufen.

 

Stromkonzerne spüren die Folgen der jahrelangen Fehlinvestition in die Atomkraft

Die Stromkonzerne fahren nun das dritte Jahr in Folge Verlustgeschäfte ein und stehen immer mehr in den roten Zahlen. Während der Stromkonzern Tepco, der das AKW Fukushima dai ichi zu verantworten hat, schon im April 2011 quasi insolvent war, werden bald auch die beiden Stromkonzerne Kyushudenryoku und Hokkaidodenryoku auf staatliche Unterstützung angewiesen sein. Entsprechende Anträge wurden bereits gestellt.

Die meisten Stromkonzerne haben in der Vergangenheit vorwiegend auf Atomkraft gesetzt, die auch immer schön vom Staat subventioniert worden ist. Somit war der Anreiz in erneuerbare Energien zu investieren quasi gar nicht gegeben, was sich jetzt allerdings rächt, da die AKWs zur Zeit alle vom Netz sind und statt Einnahmen nur noch hohe Kosten verursachen.

Unter den 48 noch „intakten“ Reaktoren hat nur ein Drittel eine eventuelle Aussicht auf eine Wiederinbetriebnahme nach den neuen NRA-Sicherheitsanforderungen (antiatom-fuku berichtete). Die von der Atomaufsichtsbehörde NRA geforderten Nachrüstungen der AKWs sind zum Teil so teuer, dass sich diese bei einigen Reaktoren, die schon zum Teil ein sehr stattliches Alter erreicht haben nicht mehr lohnen.

Hinzu kommt noch, dass  etwa 80% der Bevölkerung einen Wiedereinstieg in die Kernenergie weiterhin ablehnt. Und die Präfekturverwaltungen, auch die der Nachbarpräfekturen, die keinen wirtschaftlichen Nutzen durch das AKW haben, müssen einer Wiederinbetriebnahme letztendlich erst einmal zustimmen, bevor das AKW wieder ans Netz darf.

Statt das reichhaltige Potential der erneuerbaren Energien auszunutzen und zu fördern, will die Regierung trotz der Gefahren und Folgen und gegen den Willen der Bevölkerung weiter an der Atomkraft festhalten.

 

13.04.2014

Energiepolitik: Kabinett verabschiedet Energieplan

Der von der Regierung beschlossene neue Energieplan für die nächsten Jahre wurde am Freitag im Kabinett verabschiedet. Darin ist, wie schon zuvor von Ministerpräsident Shinzo Abe (LDP) mehrfach angekündigt der Wiedereinstieg in die Kernenergie geplant.

Sogar eine Fortsetzung der begonnenen AKW-Neubauten ist im Gespräch. Unter diesen Projekten befindet sich auch das AKW Oma, was nach Fertigstellung ausschließlich mit MOX-Brennelementen betrieben werden soll.

Wie im neuen Energieplan die prozentuale Verteilung im Strommix aussehen soll, steht noch nicht fest, da die Regierung noch nicht weiß, welche AKWs die Sicherheitsüberprüfungen der Atomaufsichtsbehörde NRA bestehen werden. Somit ist noch unklar, welcher Reaktor wieder ans Netz darf.

Derzeit ist Japan weiterhin ohne Atomstrom. Da die Förderung der erneuerbaren Energien durch die Regierung zu stark vernachlässigt worden ist, ist Japan zur Zeit verstärkt auf den Import fossiler Brennstoffe angewiesen. Die anfallenden Kosten hier für dienen der Regierung jetzt aus Vorwand um die Wiederinbetriebnahme der AKWs zu „begründen“.

Das zuvor angestrebte Klimaziel den CO2-Ausstoß im Vergleich zu 1990 um 25% zu senken hat die Regierung schon abgeschrieben. Der angebliche Grund sei der Mehrbedarf an fossilen Brennstoffen aufgrund der abgeschalteten AKWs. Die Tatsache, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien vernachlässigt worden ist, der Uranabbau und die Herstellung der Brennelemente massiv CO2produziert, wird hier jedoch nicht erwähnt. Ganz zu schweigen von den Gefahren der Atomkraft und dem Entsorgungsproblem der „Endprodukte“, sowie die dafür anfallenden Kosten versus Stromproduktion.

Laut einer repräsentativen Umfrage von März 2014 sind immer noch etwa 80% der Bevölkerung gegen eine Wiederinbetriebnahme der AKWs. Begründet wird dieses unter anderem mit der weiter anhaltenden Krise am havarierten AKW Fukushima dai ichi , der Desinformation durch den Betreiber Tepco und der Regierung, sowie dem neuen Geheimhaltungsgesetz, was die gesamte Verschleierung auch noch erleichtert.

 

Erneut 1000 Liter hochradioaktives Wasser aus Lagertank entwichen

Am havariertem AKW Fukushima dai ichi stellten Mitarbeiter eines Subunternehmers heute Morgen um ca. 08:00 Uhr bei einem Kontrollgang fest, das einer der Lagertanks im unterem Bereich eine Beschädigung aufweist. Schätzungsweise sind hier 1000 Liter hochradioaktives Wasser entwichen und ins Erdreich gesickert.

Hier handelt es sich um Lagertanks aus Kunststoff, die etwa 700 Meter von der Küste entfernt stehen.

Laut dem Betreiber Tepco ist das Wasser, da es im Bereich der Leckagestelle keine Abflussrinne oder dgl. gibt, nicht ins Meer gelaufen.

Das ausgetretene Wasser stammt aus der Reaktorkühlung, kann wegen seiner hohen Radioaktivität nicht mehr weiter verwendet werden und wird in den Tanks zwischengelagert.

Das entwichene Wasser weist eine radioaktive Belastung mit Cäsium134 von 440 Bq/l, Cäsium137 von 1200 Bq/l und Strontium90 von 1400 Bq/l auf. Weitere radioaktive Stoffe sind darin ebenfalls zahlreich vorhanden.

 

11.04.2014

Fukushima: Hohe Tritiumwerte im Wasser, was ins Meer geleitet werden soll

In einer Wasserprobe, die am AKW Fukushima dai ichi gestern aus einen Bohrloch entnommen worden ist, wurde ein Gehalt an Tritium („überschweres“ Wasser, ein ß-Strahler) festgestellt, der bei 1300 Bq/l liegt.

Das Bohrloch, aus dem die Probe entnommen worden ist, steht mit 11 weiteren Bohrlöchern in Verbindung mit dem Bypass, über den das radioaktiv verseuchte Grundwasser ins Meer geleitet werden soll. Somit sollen die Reaktorkellerräume umgangen werden, die das Grundwasser andernfalls noch stärker radioaktiv verseuchen würden, bevor es (teilweise) ins Meer sickert (antiatom-fuku berichtete).

Als Ursache für diese hohen Tritiumwerte im Grundwasser vermutet der Betreiber Tepco den Vorfall von August 2013, bei dem 100 Tonnen hochradioaktiv verseuchtes Wasser aus einem Lagertank ausgelaufen und ins Erdreich gesickert sind.

Das Grundwasser kommt von der Bergseite, dringt in die undichten Reaktorkellerräume, kommt dort mit dem Kühlwasser der Reaktoren und den geschmolzenen Brennelementen in Kontakt, wird dort hochgradig radioaktiv kontaminiert und sickert weiter im Richtung Meer (antiatom-fuku berichtete mehrfach darüber). Denn das gebrauchte Kühlwasser kann nicht vollständig abgepumpt werden.

Täglich gelangen seit Beginn der Reaktorkatastrophe mehr als 400 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer. An der Westküste von Kanada wurden aktuell weiter steigende Cäsiumwerte festgestellt, die durch aus in Verbindung mit dem AKW Fukushima dai ichi gebracht werden können.

 

10.04.2014

Fukushima – Atommüll ohne Ende und die Suche nach Lagerplätzen

In einer Konferenz, die in Iwaki, Präfektur Fukushima abgehalten worden ist, debattierten Verantwortliche aus Regierung und Atomwirtschaft, sowie Tepco, der Betreiber der havarierten Anlage Fukushima dai ichi über die Entsorgung, bzw. Zwischenlagerung des Atommülls, der sich in der Präfektur Fukushima ansammelt.

Hier handelt es sich um etwa 560 000 m³ radioaktiven Müll (z.B. Laub, Erdreich), der durch die sogenannten Dekontaminationsmaßnahmen entstanden ist oder direkt aus dem havarierten AKW (z.B. getragene Schutzkleidung, Schutt) stammt. Darunter befinden sich etwa 160 000 m³ nicht brennbare Feststoffe, die irgendwo gelagert werden müssen. Dafür plant Tepco die Errichtung einer Lagermöglichkeit auf dem Gelände des AKWs Fukushima dai ichi.

Eine weitere „Lagermöglichkeit“ wird unter anderem auch in der Präfektur Chiba geplant (antiatom-fuku berichtete). Chiba ist die Nachbarpräfektur von Tokyo. Weitere Lagerplätze außerhalb der Präfektur Fukushima sind weiter im Norden vorgesehen.

In der Präfektur Fukushima wimmelt es schon von kleinen und großen Mülldeponien für radioaktive Abfälle, die durch die eh schon sehr umstrittenen Dekontaminierungsmaßnahmen angefallen sind. Denn mit jeden Regen steigen die Strahlenwerte in den dekontaminierten Gebieten wieder an. Die Wälder lassen sich eh nicht dekontaminieren. Andern falls müsste man diesen komplett abholzen und das gesamte „Gestrüpp“ entfernen.

Auch im 230 km entfernten Tokyo, wo die Auswirkungen des Fallouts ebenfalls feststellbar sind, wurden erst kürzlich schwarze radioaktive Partikel in getrockneten Pfützen gefunden, die eindeutig aus dem havarierten AKW Fukushima dai ichi stammen.

 

06.04.2014

Prognose der AKW-Neustarts nach NRA-Sicherheitsüberprüfung

31 der noch vorhandenen 48 von ursprünglich 54 Reaktoren werden den neuen Sicherheitsanforderungen der Atomaufsichtsbehörde NRA nicht erfüllen können. Eine Nachrüstung der betroffenen Reaktoren wäre zu aufwändig, bzw. gar nicht mehr möglich. Auch die maximale Laufzeit einiger Reaktoren würde ebenfalls bald erreicht werden, so dass sich eine Investition eh nicht mehr lohnen würde.

Bei 14 Reaktoren sind die Aussichten auf eine Wiederinbetriebnahme trotz geologischer Verwerfungslinien, Erdbebengefahr etc. schon besser. Das AKW Sendai, Betreiber Kyushudenryoku in Südjapan wurde sogar bevorzugt in die NRA-Überprüfung aufgenommen, da es schon für ziemlich „sicher“ gehalten wird (antiatom-fuku berichtete). Regierung und Betreiber erhoffen sich auch schon eine Wiederinbetriebnahme der beiden zu überprüfenden Reaktoren ab dem Sommer. Der pyroklastische Strom, der erst kürzlich nahe dem AKW Sendai festgestellt worden ist (antiatom-fuku berichtete), scheint auch kein Thema mehr zu sein.

Weitere Reaktoren, vorwiegend dort, wo die wirtschaftliche Abhängigkeit am größten erscheint und somit mehr Zustimmung durch die örtliche Bevölkerung erhofft wird, haben ebenfalls recht gute Aussichten die NRA-Tests zu bestehen.

 

05.04.2014

AKW Fukushima dai ichi – Überlaufende Schutzwälle durch Starkregen

Durch einen lang anhaltenden Starkregen liefen am AKW Fukushima dai ichi im Bereich der Lagertanks für hochradioaktiv verseuchtes Wasser die Schutzwälle (Höhe: 25 bis 30 cm) an einigen Stellen über. Dazu fiel noch eine fest installierte Strahlenmessstation für 3 Stunden und 15 Minuten aus. Die Ursache hier für war ein Kurzschluss, der durch eingedrungenes Regenwasser entstanden ist.

 

Ab Mai: Radioaktiv verseuchtes Wasser über Bypass ins Meer

Um das anfallende radioaktiv verseuchte Wasser am AKW Fukushima dai ichi zu reduzieren, will der Betreiber Tepco das Grundwasser, was von der Bergseite kommt abfangen und über einen Bypass ins Meer leiten, damit es nicht in die hochradioaktiv verseuchten Reaktorkellerräume dringt. Die entsprechenden Maßnahmen dazu, die bei unabhängigen Experten eher umstritten sind, sollen Anfang Mai beginnen. Dafür wird „nur noch“ die Zustimmung der örtlichen Fischereigenossenschaft erwartet.

Die Regierung, insbesondere Wirtschaftsminister Motegi und der Betreiber Tepco versichern, dass die Strahlengrenzwerte der Wassers, was ins Meer geleitet werden soll nicht überschritten werden. Die Atomaufsichtsbehörde NRA übernimmt die Überwachung dieser Maßnahmen.

 

03.04.2014

Neuer UNSCEAR-Bericht – Weiterhin Verharmlosung der Fukushima-Folgen

Der neue UNSCEAR-Bericht, worin die Gesundheitsfolgen der Reaktorkatastrophe von Fukushima dar gestellt werden soll, liegt vor und ist, wie auch schon der UNSCEAR-Zwischenbericht vom Herbst 2013 sehr atomlobbyistenfreundlich gestaltet.

Der UNSCEAR-Bericht soll eine Langzeitprognose in Bezug auf gesundheitliche Schäden abgeben, die aufgrund der erhöhten Strahlung resultieren.

Laut den Autoren ist in der Präfektur Fukushima kein signifikanter Anstieg von Krebserkrankungen, die in einem Zusammenhang mit der Reaktorkatastrophe von 2011 stehen zu erwarten. Im UNSCEAR-Bericht wurden diese Daten sogar „belegt“. Und zwar durch sehr sorgfältig ausgesuchte „Stichproben“, die zwar aus Fukushima stammten, jedoch gering radioaktiv belastet und somit nicht repräsentativ waren. Die gleiche Vorgehensweise wurde auch bei den Lebensmittelproben durchgeführt.

Die Herkunft, bzw. der Auslöser einer Krebserkrankung kann nicht siegessicher zurück verfolgt werden. Es kann nur gemutmaßt werden. Und obwohl man mit dem Stock daran fühlen kann, fehlt der endgültige Beweis, dass die erhöhte Radioaktivität verantwortlich für die enorme Zunahme der Krebserkrankungen in der Präfektur Fukushima ist. Und genau das macht sich die Atomlobby, die nur ihr Image retten will zu Nutzen.

Die Ärzteorganisation IPPNW, sowie weitere unabhängige Experten kritisieren den neuen UNSCEAR-Bericht, da er im Widerspruch mit den erhobenen Daten unabhängiger Fachleute steht. Zu dem ist nach nur drei Jahren auch noch gar keine Langzeitprognose möglich! Aber der UNSCEAR-Bericht spricht schon von einer Langzeitprognose, die auch noch so klingt, als sei man in Fukushima nach der Reaktorkatastrophe noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen. Das ist aber absolut nicht der Fall; zumal die Katastrophe immer noch andauert und das AKW weiterhin nicht so wirklich unter Kontrolle ist.  

Die IPPNW hingegen erwartet mehrere 10 000de von Krebsneuerkrankungen in der Präfektur Fukushima, die in den nächsten Jahren noch auftreten werden.

Somit liegt der Verdacht nahe, dass die IAEO mit aller Macht versucht das Thema „Fukushima“ unter den Teppich zu kehren, damit die Reaktorkatastrophe schnell in Vergessenheit gerät und sich keiner mehr mit dem Folgen befasst und die internationale Atomlobby keinen weiteren Imageschaden davon trägt.

 

02.04.2014

Präfektur Chiba: Zwischenlager für Atommüll sollen dort eingerichtet werden

In der Präfektur Chiba, nördlich neben Tokyo, sollen Zwischenlager für radioaktive Abfälle eingerichtet werden. Für die genaue Standortfestlegung plant die Präfekturverwaltung eine Bürgerversammlung am 06.04.2014, bei der die Bürger über die Standortauswahl mitentscheiden sollen. Zu mindest soll es den Anschein haben und den Eindruck erwecken, als würden die Bürger bei der Zwischenlagerstandortauswahl mit einbezogen werden.

Hier könnte allerdings eine mögliche Strategie seitens der Behörden dahinter stecken! Denn wenn die Bürger mit einbezogen worden sind, kann sich auch keiner beschweren, wenn der eigene Wohnort als Zwischenlagerstandort ausgesucht worden ist. . .

Von den Behörden anvisierte Standorte sind zum Beispiel die Orte Kawashi und Abiko, beides Wohnorte im nordwestlichen Teil der Präfektur Chiba.

 

Fukushima: Weiterer Anstieg von Schilddrüsenkrebs bei Kindern

Nach Informationen des Kinderarztes Dr. Isamu Takamatsu, Mitglied im japanischen Ärtzenetzwerk zum Schutz von Kindern vor Radioaktivität, sind mittlerweile schon 74 Kinder und Jugendliche aus der Präfektur Fukushima an Schilddrüsenkrebs erkrankt. Allein im vergangenen Februar sind 8 neue Fälle dazu gekommen. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen.

In der Präfektur Fukushima ist die Krebsrate um das 30-fache höher als im restlichen Japan, was Dr. Takamatsu, sowie weitere Fachleute auf die erhöhte radioaktive Strahlung aufgrund der Reaktorkatastrophe von März 2011 zurück führen.

Die Regierung jedoch bestreitet jegliche Zusammenhänge zwischen den gehäuften Erkrankungen und der Reaktorkatastrophe weiterhin.

 

März 2014

31.03.2014

Regierung strebt eilige Rückführung der Strahlenflüchtlinge an

Die Regierung will insgesamt 11 Ortschaften in der Präfektur Fukushima, die nach Eintritt der Reaktorkatastrophe 2011 aufgrund der hohen Strahlung evakuiert worden sind, nach und nach wieder frei geben.

Einige Orte, darunter auch  Tamura, was zum Teil bis in die Sperrzone reicht sollen  schon ab morgen wieder frei geben werden (antiatom-fuku berichtete). Laut Regierung ist eine Strahlendosis bis 20 mSv/a auch für Kinder tolerabel. Da solche Werte mit der Gesundheit nicht vereinbar sind, werden diese „Vorgaben“ durch unabhängige Experten heftig kritisiert. Eine „normale“ Hintergrundstrahlung liegt bei 1 bis 2 mSv/a.

Unabhängige Experten mutmaßen jedoch, dass die Regierung deshalb eine möglichst rasche Rückführung der Evakuierten in ihre Häuser anstrebt, damit möglichst schnell wieder „Normalität“ einkehrt, das Problem verschleiert werden kann und die Entschädigungszahlungen möglichst niedrig ausfallen.

 

28.03.2014

AKW Fukushima dai ichi – Arbeitsunfall mit Todesfolge

Bei Prüfarbeiten an einem Gebäude nahe den Lagerplätzen für radioaktive Feststoffabfälle, wie Erdreich, Schutt und weiterer Materialien ist ein Arbeiter (55) unter einer plötzlich herab stürzende Sandmasse begraben worden. Er wurde zwar schnellstmöglich wieder befreit und ins Krankenhaus gebracht. Dort erlag er jedoch seinen Verletzungen.

Über die genaueren Einzelheiten zum Unfallhergang gibt es noch keine Informationen.

 

Reaktor 4: Betriebsstörung am Entnahmekran

Die Betriebsstörung am Entnahmekran für die Brennelemente am Reaktor 4, AKW Fukushima dai ichi, die sich in diesen Tagen ereignete (antiatom-fuku berichtete), ist laut Tepco auf einen Bedienerfehler zurück zu führen.

Hier bei war der Kran mitten im Arbeitsvorgang zum Stillstand gekommen. Dieser Zwischenfall blieb laut dem Betreiber Tepco jedoch ohne Folgen.

 

27.03.2014

Fukushima, Reaktor 4 - technische Störung bei Bergung der Brennelemente

Seit November 2013 laufen am AKW Fukushima dai ichi die Bergungsarbeiten der Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 4. Dabei ist es jetzt zu einer technischen Störung am Entnahmekran gekommen, während die Transportbox für die Brennelemente über dem Abklingbecken hing.

Die Ursache der Störung ist noch unklar. Laut Tepco bestand jedoch keine zusätzliche Gefahr aufgrund der technischen Panne und die Strahlenwerte, die im Bereich der Entnahmevorrichtung gemessen werden, würden auch keine Abweichungen zeigen.

Bis jetzt wurden schon 528 Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 geborgen. 1005 Brennelemente, darunter auch einige, die defekt sind befinden sich noch im Abklingbecken. Das Reaktorgebäude ist weiterhin einsturzgefährdet (antiatom-fuku berichtete mehrfach darüber).

 

25.03.2014

AKW Fukushima- Radioaktiv verseuchtes Wasser soll ins Meer geleitet werden

Auf dem Gelände der havarierten Reaktorruine Fukushima dai ichi lagern mittlerweile etwa 430 000 Tonnen hochradioaktives Wasser aus der Brennelementekühlung. Laufend gibt es Probleme mit Leckagen an den Lagertanks für hochradioaktives Abwasser und die Umgebungsstrahlung in diesen Bereichen steigt ebenfalls in einer sehr gefährlich hohen Konzentration an (antiatom-fuku berichtete).

Täglich werden große Mengen an hochradioaktiv verseuchtes Wasser, was nicht mehr „ausreichend“ dekontaminiert und für die Kühlung der Brennelemente nicht mehr verwendet werden kann, in die Lagertanks gepumpt. Laufend müssen weitere Lagertanks dazu gebaut werden, da die Kapazität ständig an ihre Grenzen stößt.

Schon in den zurückliegenden Monaten, da es immer noch keine brauchbare Lösung für das „Wasserproblem“ gibt, gab es seitens des Betreibers Tepco Andeutungen, das man das hochradioaktive Wasser aus den Lagertanks ins Meer leiten „müsse“.

Neusten Informationen zur Folge, erhält der Energiekonzern Tepco nun auch noch die behördliche Erlaubnis das hochradioaktiv verseuchte Wasser aus den Lagertanks in den Pazifik zu leiten.

Sogar die örtlichen Fischer und die Fischereigenossenschaft haben unter der Bedingung, dass das abzuleitende Wasser erst nach einer „ausreichenden“ Dekontaminierung ins Meer geleitet werden darf zugestimmt.

In den Monaten zuvor gab es immer wieder Widerstände seitens der örtlichen Fischer und der Fischereigenossenschaft gegen derartige Pläne.

Der Bau der umstrittenen „Eismauer“ (Aktive Frostung im Boden mittels Chemikalien, antiatom-fuku berichtete mehrfach darüber), die die Reaktorgebäude 1 bis 4 umschließen und somit das Grundwasser fern halten soll, damit dieses vor einer starken radioaktiven Kontamination geschützt wird, soll voraussichtlich im Sommer beginnen.

 

23.03.2014

AKW Fukushima dai ichi - Steigende Tritiumwerte im Grundwasser

Am havariertem AKW Fukushima dai ichi ergaben Wasserproben, die am 22.03.2014 aus einem Bohrloch nahe den H6-Lagertanks, aus denen Ende Februar 100 Tonnen hochradioaktiv verseuchtes Wasser ausliefen entnommen wurden sind, einen hohen Tritiumwert von 4600 Bq/l Wasser. Im Vergleich zur Wasserprobe vom Vortag ist an dieser Messstelle der Tritiumgehalt im Grundwasser um das 11-fache gestiegen!

 

Defekte Wasserdekontaminierungsanlage ALPS soll bald wieder laufen

Die Filtereinheiten A und C der Dekontaminationsanlage ALPS am havarierten AKW Fukushima dai ichi soll in den nächsten Tagen wieder in Betrieb gehen. Diese musste in den vergangenen Tagen wegen technischer Probleme abgeschaltet werden.

An der ALPS ist der Abschnitt B, einer der drei Filtereinheiten defekt, so dass die hochradioaktiven Partikel nicht ordnungsgemäß dem gebrauchten Kühlwasser entzogen worden sind (antiatom-fuku berichtete).

 

Radioaktivitätsmessungen von Wasserproben am AKW Fukushima dai ichi

Radioaktivitätsmessungen von Wasserproben, die am 19.03.2014  im H6-Bereich der Lagertanks aus denen kürzlich 100 Tonnen hochradioaktiv verseuchtes Wasser ausliefen, entnommen worden sind, ergaben Strontium90-Wete von 120 Bq/l. Die gesetzliche Obergrenze für den ß-Strahler Strontium90liegt bei 30 Bq/l.

 

TV-Talkshow – Ministerpräsident Abe will sich Sympathie erschleichen

Ministerpräsident Shinzo Abe (LDP) trat diese Woche in einer lustigen TV-Talk Show auf. Diese wurde, um möglichst viele Zuschauer zu erreichen zu einer der Hauptsendezeiten ausgestrahlt. Hier bei bemühte er sich in einem lockeren Smalltalk nett und sympathisch zu wirken.

Hierbei liegt die Vermutung nahe, dass sich Abe damit die Sympathie in der Bevölkerung erschleichen will, um für seine (atom)politischen Pläne mehr Akzeptanz in der Bevölkerung zu erhaschen.

 

19.03.2014

Pyroklastische Ströme nahe dem AKW Sendai in Südjapan

Am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima in Südjapan, was laut der Atomaufsichtsbehörde NRA am ehesten den neuen Sicherheitsanforderungen entsprechen könnte und somit bevorzugt für eine eventuelle Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme überprüft wird (antiatom-fuku berichtete), wurden jetzt pyroklastische Ströme festgestellt. Diese stehen in Verbindung mit einem Vulkan nahe der Stadt Aira, ebenfalls in der Präfektur Kagoshima.

Laut dem Betreiber Kyushudenryoku sei das AKW im Falle eines Vulkanausbruches nicht gefährdet. Die NRA hingegen will der Sache jedoch erst einmal genauer auf den Grund gehen.

 

18.03.2014

AKW Fukushima dai ichi – Erneute Störung der APLS-Filteranlage

Die Filteranlage ALPS zur Dekontaminierung des hochradioaktiv verseuchten Wassers aus der Reaktorkühlung am havariertem AKW Fukushima dai ichi steht wieder einmal wegen einer Betriebsstörung still.

Schon gestern wurden noch zu hohe Radioaktivitätswerte im Wasser, was bereits gefiltert worden ist festgestellt. Diese Werte weisen heute eine weiter steigende Tendenz auf. Als Ursache vermutet der Betreiber Tepco einen Defekt an einer der Filter.

Die Wasserdekontaminierungsanlage ALPS filtert 62 hochradioaktive Stoffe aus dem gebrauchten Kühlwasser und ist mit vielen Unterbrechungen seit zwei Jahren im Testbetrieb (antiatom-fuku berichtete häufiger darüber).

 

16.03.2014

AKW Sendai – bevorzugter Sicherheitscheck durch die NRA

Die Atomaufsichtsbehörde NRA will das AKW Sendai, Präfektur Kagoshima in Südjapan bevorzugt auf Erfüllung der neuen Sicherheitsstandards zur Wiederinbetriebnahme überprüfen. Der Grund für die bevorzugte Behandlung ist, dass das AKW Sendai laut ersten Berichten der NRA als einziges AKW, was die Wiederinbetriebnahme beantragt hat, die geforderten Sicherheitsstandards erfüllt, ohne aufwändig nachrüsten zu müssen. Dem nach sieht es unter anderem fast so aus, als wäre die Tsunamimauer ausreichend hoch und die Anlage als solche erdbebensicher.

Der Betreiber Kyushudenryoku, der sich jetzt natürlich auf dem Bauch gepinselt fühlt, will die Anlage so schnell wie möglich wieder in Betrieb nehmen. Natürlich nur, wie er als Begründung vor gibt, um den hohen Stromverbrauch während der Hitzeperiode im Sommer zu kompensieren, damit es nicht zu Engpässen kommt.

Der NRA-Chef Y. Tanaka, betont jedoch, um die Bevölkerung zu beruhigen, dass die Überprüfungen noch nicht abgeschlossen sind und noch weitere Begehungen vor Ort erfolgen würden. „Es sei noch nichts entschieden“ bekräftigte Tanaka.

Überprüft werden die vom Betreiber beantragten Rektoren 1 und 2, beides DWR.

Eine endgültige Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme muss jedoch durch die Präfekturverwaltung erfolgen. Das könnte aber eine größeres Hindernis für den Betreiber bedeuten, zumal sich auch der Großteil der örtlichen Bevölkerung gegen das AKW ausspricht.

Bleibt dann nur noch abzuwarten, wie Ministerpräsident Shinzo Abe (LDP) dann auf diese „Problem“ reagieren wird…

 

14.03.2014

Wiederbesiedelung radioaktiv kontaminierter Gebiete

Die Regierung will einige Bezirke, die in der 20 km-Sperrzone liegen nach und nach wieder frei geben. Die ersten Strahlenflüchtlinge sollen nach Plänen der Regierung sogar schon ab kommenden April in die betroffenen Orte zurückkehren.

Darunter ist der zum havarierten AKW nächstgelegene Ort nur knapp 9 km entfernt.

Laut der Regierung reichen die durchgeführten Dekontaminationsmaßnahmen und die dadurch erzielte Senkung der Umgebungsradioaktivität aus. Eine Strahlenbelastung von 20 mS/a sei laut der Regierung auch für Kinder tolerabel.

In Tschernobyl hingegen galten Gebiete ab einer Strahlenbelastung von 5 mS/a allerdings schon als evakuierungspflichtig. Unabhängige Experten und Ärzte warnen jedoch eindringlich davor dot hin zurück zu kehren (antiatom-fuku berichtete).

Bis 2016 sollen sogar 30 000 von 100 000 Evakuierten wieder zurück „dürfen“. Ministerpräsident Shinzo Abe (LDP) lobt das „gute Vorankommen“ dieser Maßnahmen und will so schnell wie möglich Normalität einkehren lassen, damit auch die olympischen Spiele 2020, wie er meint, reibungslos starten können.

 

Fukushima Jahrestag zum Trotz – Regierung verkündet die angestrebte Wiederinbetriebnahme der AKWs

Ministerpräsident Abe will zwar, wie er am Vortag des Fukushima Jahrestages äußerte die Kernkraft zwar reduzieren aber ein Atomausstieg käme für ihm nicht infrage. Stattdessen will er, was er wieder einmal in aller Deutlichkeit bekräftigte, die ersten Reaktoren wohl möglich schon im Sommer wieder in Betrieb nehmen (antiatom-fuku berichtete). Auch Wirtschaftsminister Motegi (LDP) befürwortet die rasche Wiederinbetriebnahme einiger Reaktoren.

Schon alleine in Tokyo gingen am Wochenende 32 000 Leute auf die Straße um den Opfern in Fukushima eine Stimme zu verleihen und gegen den Weiterbetrieb der AKWs zu demonstrieren, was bei der Regierung allerdings nur auf taube Ohren stößt.

 

Kosten versus Nutzen

Schon alleine die durchgeführte Nachrüstung an den AKWs, für die eine  Wiederinbetriebnahme nach Erfüllung der neuen Sicherheitsauflagen bei der Atomaufsichtsbehörde NRA beantragt haben, kostet den Stromkonzernen schon über 10 Mio. Euro. Denn die „Nachrüstung“ reduziert nicht die Erdbeben und lässt auch nicht die seismisch aktiven Verwerfungslinien verschwinden. Die allgemeinen Gefahren und Hinterlassenschaften, inklusive hoher Kosten bleiben ebenfalls bestehen. Von daher hätte man diese Summe besser mal in erneuerbare Energien hätte investiert!

 

11.03.2014

Die Dreifachkatastrophe jährt sich zum dritten Male

Heute wurde in Japan landesweit den Opfern der Dreifachkatastrophe vom 11. März 2011 gedacht. Dabei kamen 15 884 Menschen durch den Tsunami zu Tode und weitere 2640 Leute gelten noch als vermisst Behördliche Statistik von 01/2014).

In den offiziellen Gedenkfeiern wurden jedoch „nur“ die Tsunamiopfer bedacht, aber nicht die Opfer, die aufgrund der Reaktorkatastrophe ihre Heimat verloren, bzw. schon Folgeerkrankungen durch die hohe Radioaktivität davon getragen haben.

Wasserstoffexplosion am AKW Fukushima dai ichi im März 2011. Bild: AF

Japan hat genau so wie die Ukraine nichts gelernt aus der Reaktorkatastrophe im eigenen Lande.

Unabhängige Experten der „International Nuclear Risk Assessment Group“ INRAG in Wien, die kurz nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima gegründet worden ist, bemängeln, das die japanische Regierung, obwohl die Lage am AKW Fukushima dai ichi absolut nicht unter Kontrolle ist, einige Reaktoren im Land wieder hochfahren will. Es wird seitens der INRAG auch stark kritisiert, dass immer noch Leute in den verstrahlten Gebieten leben müssen und die Regierung zur Tagesordnung übergeht, statt Abhilfe zu schaffen.

Hierzu werden Zahlen geschönt. Auch leitende Ärzte der Universität Fukushima, die sich als Strahlenexperten bezeichnen, beschönigen die Krankheitszahlen und sehen natürlich keinen Zusammenhang in Verbindung mit der erhöhten Radioaktivität; obwohl sie ja selber betroffen sind.

In Japan gab es nie eine unabhängige Atomaufsicht, die objektiv arbeitete. So kam (kommt) es immer zu Mauscheleien unter den Stromkonzernen, der Regierung und weiteren Institutionen, was unter anderem auch eine Ursache für gravierende Sicherheitsmängel und der Reaktorkatastrophe in Fukushima gewesen ist.

 

Geschmacklos und eiskalt!

Kurz vor dem dritten Jahrestag nach der Reaktorkatastrophe bekräftigte Ministerpräsident Shinzo Abe (LDP) noch einmal, dass er so schnell wie möglich einige Reaktoren, die durch die Atomaufsichtsbehörde NRA als sicher deklariert worden sind wieder ans Netz nehmen will. Dazu erhofft sich Abe auch noch Verständnis aus der Bevölkerung. Diese öffentliche Meinungsäußerung des Ministerpräsidenten wurde vor allem wegen dem Jahrestag der Reaktorkatastrophe aus mehreren Reihen scharf kritisiert.

 

Der Großteil der Bevölkerung spricht sich weiterhin gegen die Wiederinbetriebnahme der AKWs aus und ging am Wochenende landesweit auf die Straße um zu demonstrieren. Auch vor dem Parlament in Tokyo fand eine riesige Protestveranstaltung statt.

 

09.03.2014

AKW Fukushima dai ichi – Hochradioaktives Wasser soll umgefüllt werden

Bezüglich dem nicht enden wollenden Problem mit den immer wieder undicht werdenden Tanks für hochradioaktiv verseuchtes Abwasser am havariertem AKW Fukushima dai ichi, hat jetzt die Atomaufsichtsbehörde NRA den Betreiber Tepco angewiesen, das hochradioaktiv verseuchte Wasser aus den Lagertanks in die bereits vorhandenen unterirdischen Lagerbecken um zu füllen. Das Wirtschaftsministerium befürwortet die Entscheidung der NRA.

Anfang des letzten Jahres wurden auf dem AKW-Gelände sechs unterirdische Lagerbecken für das hochradioaktiv verseuchte Abwasser aus der Reaktorkühlung angelegt. Das siebte Becken befand sich schon im Bau. Diese Becken mussten jedoch im Frühjahr 2013 wieder leer gepumpt werden, da die dreifache Kunststoffplane, womit die Becken ausgelegt waren undicht geworden ist. Das hoch radioaktive Abwasser wurde dann in die eilig errichteten Lagertanks umgefüllt (antiatom-fuku berichtete mehrfach).

     

Mittlerweile lagern schon über 300 000 Tonnen hochradioaktives Wasser in Tanks auf dem Gelände am AKW Fukushima dai ichi, wodurch die Umgebungsstrahlung immer weiter ansteigt. Bild: AF

Die Gründe für das nun angeordneten Umfüllmanöver sind unter anderem, so berichtet NRA-Chef Tanaka auf einer Pressekonferenz, die weiter ansteigende Umgebungsstrahlung auf dem AKW-Gelände, vor allem im Bereich der Lagertanks, sowie die immer wieder auftretenden Leckagen mit Austritt des hochradioaktiven Wassers in großen Mengen (antiatom-fuku berichtete). „So kann es nicht weiter gehen, die Tanks müssen da weg“ so Tanaka weiter.

Täglich werden für die Kühlung der Brennelemente und der drei Kernschmelzen Unmengen an Wasser gebraucht. Es wird zwar zum Teil über die ALPS dekontaminiert und wiederverwertet, muss aber letztendlich dann doch irgendwann endgelagert werden, da eine vollständige Wasserdekontaminierung nicht möglich ist.

Die ALPS „erfasst“ zwar 99% des Cäsiums137 und Cs134, kann jedoch bestimmte Stoffe wie zum Beispiel Strontium90 und Tritium („überschweres Wasser), was die meisten Probleme macht, nicht heraus filtern. Somit kann das Wasser nach mehreren „Kühlgängen“ aufgrund der immer weiter steigenden Radioaktivität nicht mehr verwendet werden und wird zur Zeit in die Lagertanks gefüllt. Zu dem weist die ALPS laufend Betriebsstörungen auf, so dass diese laufend still steht und repariert werden muss.

Wegen der Lagertanks gibt Tepco mittlerweile zu, dass diese Tanks, die für diesen Zweck überhaupt nicht geeignet gewesen sind und nur aus Kostengründen eingesetzt worden sind.

Mittlerweile werden schon mehr als 300 000 Tonnen hoch radioaktives Wasser in den Tanks auf dem Gelände gelagert.

 

06.03.2014

NRA: Ausreichender Katastrophenschutz für zwei AKWs attestiert

Die Atomaufsicht NRA, die derzeit landesweit an mehreren AKWs die Sicherheitsüberprüfungen für die beantragte Wiederinbetriebnahme durchführt, hat jetzt zwei Stromkonzernen attestiert, das der Katastrophenschutz, bzw. der Katastrophenplan im Falle einer Nuklearkatastrophe an den zu überprüfenden Anlagen ausreichend sei. Somit sind laut der NRA alle sicherheitsrelevanten Maßnahmen für den Fall einer radiologischen Notfallsituation an den Reaktoren 3 und 4 am AKW Takahama, Präfektur Fukui, Betreiber Kansaidenryoku und an den Reaktoren 3 und 4 am AKW Genkai, Kyushu, Betreiber Kyushudenryoku ausreichend. Die weiteren Überprüfungen der einzelnen Anlagenteile an den Reaktoren dauern jedoch noch einige Zeit an.

Am AKW Ikata, Südjapan, Betreiber Shikokudenryoku ist der Brandschutz am Reaktor 3 nach Überprüfung der NRA unzureichend. Hier wurde Nachbesserung gefordert.

Bleibt abzuwarten, was die Endergebnissen der NRA-Überprüfungen vor allem in puncto Erdbebensicherheit und der zahllosen Verwerfungslinien, die zum Teil seismisch aktiv sind sagen. Am AKW Ōi, Präfektur Fukui wurden ja bereits die geologischen Verwerfungen als nicht aktiv deklariert.

 

Radioaktiv verseuchte Landflächen

Laut unabhängigen Experten beträgt die radioaktiv verseuchte Landfläche in Japan etwa 15%. Nach Meinung der Regierung sind es jedoch nur etwa 9%. Auch die fragwürdigen Dekontaminationsmaßnahmen und die angestrebte Rückführung der Strahlenflüchtlinge in den betroffenen Ortschaften werden von der Regierung weiter voran getrieben.

 

Bergung der Brennelemente aus Reaktor 4

Am havarierten AKW Fukushima dai ichi wurden bereits 418 der 1533 Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 geborgen.

Das einsturzgefährdete Reaktorgebäude 4 hatte im Sommer 2013 eine Stützvorrichtung mit Schutzhülle und Entnahmekran für die Bergung der Brennelemente erhalten.

Die Bergungsarbeiten laufen seit November 2013 und dauern voraussichtlich bis Ende 2014 (antiatom-fuku berichtete mehrfach).

 

01.03.2014

AKW Sendai – Aktive geologische Verwerfung nahe den Reaktoren

Am AKW Sendai in Südjapan, Betreiber Kyushudenryoku verlaufen mehrere geologische Verwerfungslinien, wovon eine laut Geowissenschaftlern möglicherweise seismisch aktiv ist. Hier bei handelt es sich um eine Bruchzone, die über eine Länge von 800 Metern parallel zu den Reaktoren verläuft. Laut dem Betreiber Kyushudenryoku stellt diese Bruchzone jedoch keine Gefahr dar.

Für die Reaktoren 1 und 2, beides DWR, hat der Betreiber Kyushudenryoku Ender 2013 die Sicherheitsüberprüfungen zur Wiederinbetriebnahme bei der Atomaufsichtsbehörde NRA beantragt.

 

Februar  2014

28.02.2014

Energieversorger drohen mit weiteren Strompreiserhöhungen

Mehrere Stromkonzerne drohen mit einer erneuten Strompreiserhöhung um die roten Zahlen auszugleichen. Als Begründung gaben die Konzerne massive Verdienstausfälle an, die laut eigenen Angaben in Verbindung mit den abgeschalteten AKWs stehen. So wird auch seitens der Konzerne bemängelt, dass die Sicherheitsüberprüfungen der Atomaufsichtsbehörde NRA zu lange dauern und somit den AKW-Betrieb behindern würden.

Wie auch die Regierung, die noch einmal die Abkehr vom Atomausstieg bekräftigt hat, bleiben auch die großen Stromkonzerne weiterhin auf Atomkurs und versuchen über die Strompreise Druck auf die Bevölkerung aus zu üben.    

 

25.02.2014

AKW Fukushima dai ichi: Ausfall der Kühlung im Abklingbecken von Reaktor 4

Am AKW Fukushima dai ichi, Reaktor 4 ist die Kühlung von Abklingbecken ausgefallen. Um die rasche Wiederherstellung der Stromversorgung wurde sich sofort bemüht. Als Ursache kommt laut dem Betreiber Tepco ein beschädigtes Stromkabel in Frage. Die Ursache hierfür ist jedoch noch unklar.

Im Normalbetrieb liegt die Wassertemperatur im Abklingbecken unter 20°C. Richtig gefährlich wird es, wenn die Temperatur über 65°C ansteigt.

In wie weit die Temperatur in diesem Fall angestiegen ist, darüber gibt es keine Informationen.

Noch muss der Großteil der Brennelemente aus dem Abklingbecken geborgen werden und das Gebäude ist trotz Stützgerüst weiterhin einsturzgefährdet. Ein stärkeres Erdbeben würde schon reichen. Der aufgeweichte Erdboden beeinträchtigt ebenfalls die Stabilität des Gebäudes (antiatom-fuku berichtete).

 

24.02.2014

Aufgeweichter Untergrund – Zunehmende Einsturzgefahr der Reaktorgebäude am AKW Fukushima dai ichi

Warnungen unabhängiger Experten zur Folge, wird der Untergrund am AKW Fukushima dai ichi, auf dem die Reaktorgebäude stehen immer instabiler. Denn durch das ständige eindringen der großen Wassermengen in das Erdreich über eine so lange Zeit (seit Beginn der Reaktorkatastrophe 2011) ist der Untergrund mittlerweile völlig aufgeweicht und instabil geworden. Somit ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis die Reaktorgebäude absacken bzw. im schlimmsten Fall sogar einstürzen.

Erst Ende letzter Woche ist wieder reichlich hochradioaktives Wasser aus den Lagertanks entwichen und ins Erdreich gesickert (antiatom-fuku berichtete). Dazu kommen noch die täglichen Mengen für die externe Reaktorkühlung, das nachlaufende Grundwasser, sowie Regenwasser.

Bisher ist nur ein kleiner Teil der Brennelemente geborgen, so dass diese eine noch sehr große Gefahr dar stellen, wenn eines der Reaktorgebäude Schlagseite bekommt, beziehungsweise einstürzt. Denn in den Reaktoren/Abklingbecken 1 bis 4 bifinden sich auch insgesamt 80 defekte Brennelemente!

 

22.02.2014

Pannen am AKW Fukushima – Wirtschaftsminister Motegi mahnt Tepco an

Auf der gestern einberufenenKabinettssitzung verkündete der Industrie- und Wirtschaftsminister Motegi, dass er bezüglich dem erneuten „Wasserproblem“ (antiatom-fuku berichtete gestern) den Energiekonzern Tepco angewiesen hat, die Arbeiten am havariertem AKW Fukushima dai ichi besser zu koordinieren und bessere Vorkehrungen zu treffen, so dass solche Zwischenfälle, wie mit dem überlaufenden Wasser in Zukunft nicht mehr auftreten.

Der Betreiber Tepco hingegen bekräftigt jedoch weiterhin, das entweder ein menschlicher Fehler vorliegt, bzw. das fragliche Ventil an den Rohrleitungen der Lagertanks sogar vorsätzlich geöffnet worden ist, so dass das hochradioaktiv verseuchte Wasser auslaufen konnte.

 

Atompolitik – Scharfe Kritik vom Ex-Minister Kan

EX-Minister Naoto Kan (DPJ), der 2011, als die Dreifachkatastrophe ausbrach im Amt war, äußerte sich sehr kritisch gegenüber der jetzigen Energie- und Atompolitik und stellt auch die von der Regierung angestrebten Pläne zur Wiederinbetriebnahme der AKWs in Frage.

Auch die Atomaufsichtsbehörde NRA wird kritisiert. Hierzu äußerte Kan Bedenken, das die NRA bei ihren Sicherheitsüberprüfungen der AKWs auch wirklich zu Gunsten der Sicherheit für die Bevölkerung entscheiden wird.

Schon zu seiner Amtszeit 2011, als die Katastrophe ausbrach änderte Kan seine Meinung gegenüber der Kernenergie, die er zuvor befürwortete, und kritisierte auch das Krisenmanagement und Vorgehensweise von Tepco. Als Konsequenz seiner öffentlichen Äußerungen wurde er kurz darauf aus dem Amt mobbt.

 

21.02.2014

AKW Fukushima: Etwa 100 Tonnen hochradioaktives Wasser ausgetreten

Am AKW Fukushima dai ichi, im Bereich der Lagertanks für hochradioaktiv verseuchtes Wasser ist wieder einmal Wasser aus den Tanks entwichen. Schon vorgestern wurde im Abschnitt H 6 der Lagertanks ablaufendes Regenwasser, was sich oben auf den Tanks angesammelt hatte beobachtet.

Die Tanks sind mit einer Ablaufrinne und einem Ablaufrohr ausgestattet, damit das Regenwasser, was sich oben ansammelt nicht die Wände herunter läuft.

Tanks mit hochradioaktiv verseuchtem Wasser am AKW Fukushima dai ichi (Bild aus der Tageszeitung).

Aufgrund eines offenen Ventils im Rohrleitungssystem der Tanks, was hätte geschlossen sein müssen, wurde nun gestern Nachmittag einer der Tanks über das Fassungsvermögen hinaus gefüllt und lief somit über. Dabei sind etwa 100 Tonnen hochradioaktives Wasser mit einer Strahlung von 2,3 Mrd. Bq/l entwichen und auf den Boden gelaufen.

Laut dem Betreiber Tepco, der wieder einmal in Erklärungsnot gerät, wird menschliches Versagen als Ursache vorgegeben.

 

18.02.2014

Erneute Untersuchungen auf seismische Aktivität am AKW Kashiwazaki Kariwa

Am AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata sollen auf Anordnung der Atomaufsichtsbehörde NRA die geologischen Verwerfungslinien erneut auf seismische Aktivität untersucht werden. Unter allen Reaktoren, außer unterhalb von Reaktor 4 verlaufen (aktive?) geologische Verwerfungslinien.

        

        AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata, Bild: P. Alt

 

Der Energiekonzern Tepco, der auch das havarierte AKW Fukushima dai ichi zu verantworten hat, hat bei der NRA einen Antrag auf Sicherheitsüberprüfungen zur Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 6 und 7 beantragt (antiatom-fuku berichtete mehrfach).

Laut dem Betreiber Tepco sind am AKW Kashiwazaki Kariwa im fraglichen Bereich keine aktiven Verwerfungslinien vorhanden. Die NRA hält die von Tepco erhobenen Daten jedoch für unzureichend und fordert weitere geologische Untersuchungen durch Tepco.

Hier zu plant Tepco auf dem AKW-Gelände einen Schacht von etwa 4 Meter Breite und 20 bis 30 Metern Tiefe zu buddeln, um die geologischen Schichten besser beurteilen zu können.  Diese Arbeiten werden voraussichtlich einige Monate in Anspruch nehmen.

Sollten am Ende die geologischen Verwerfungslinien als seismisch nicht aktiv deklariert werden, dann könnte Tepco auf eine Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 6 und 7 ab Juli 2014 hoffen.

 

15.02.2014

AKW Fukushima dai ichi – Wieder einmal hochradioaktives Wasser im Erdreich

Am havariertem AKW Fukushima dai ichi wurde wieder eine Leckage entdeckt, aus der hochradioaktives Kühlwasser ins Grundwasser eindringt.

Die Wasserprobe, die jetzt aktuell aus einem küstennahen Bohrloch am Turbinengebäude von Reaktor 2 entnommen worden ist zeigt einen erschreckend hohen Cäsiumwert von 76 000 Bq/l Wasser.

Der Betreiber Tepco vermutet, dass an einer Verbindungsstelle am unterirdischen Verbindungstunnel zum Turbinengebäude von Reaktor 2 Undichtigkeiten aufgetreten sind, aus denen nun das von Reaktor 2 kommende hochradioaktiv verseuchte Wasser ins Grundwasser eindringt.

Die Kellerräume der Reaktoren 1 bis 3 sind wegen dem durch geschmolzenen Kernbrennstoff hochradioaktiv verseucht und werden durch das Kühlwasser laufend „ausgewaschen“. Das Wasser, was nicht wieder abgepumpt werden konnte gelangt somit ins Grundwasser und somit in Richtung Meer.

 

13.02.2014

Im Bereich der Tanks für hochradioaktives Wasser - Große Risse im Boden

Am AKW Fukushima dai ichi haben sich im Bereich der Wassertanks für hochradioaktiv verseuchtes Wasser, zwei große Risse im Betonfundament gebildet. Die Risse weisen eine Länge von 8 und 12 Metern auf. Die dort aufgestellten Lagertanks können sich, da der Boden jetzt nicht mehr eben ist sehr leicht verziehen und somit undicht werden. Das hochradioaktive Wasser, was dort gelagert wird, würde somit auslaufen und ins Erdreich eindringen.

 

12.02.2014

Laut NRA keine aktive Verwerfung am AKW Ōi vorhanden

Nach erneuten Überprüfungen der geologischen Verhältnisse am AKW Ōi, Präfektur Fukui, Betreiber Kansaidnryoku wurden bei den untersuchten geologischen Verwerfungen auf dem AKW-Gelände keine seismischen Aktivitäten festgestellt. Dieses Ergebnis wurde heute durch die  Atomaufsichtsbehörde NRA bekannt gegeben. Somit bleibt das AKW Ōi weiter im Rennen und wird weiteren Sicherheitsüberprüfungen für eine mögliche Wiederinbetriebnahme vorbereitet.

Die schon seit lagen heftig umstrittenen Verwerfungslinien, die quer über das Gelände zwischen den Reaktoren verlaufen (antiatom-fuku berichtete mehrfach) sind laut unabhängigen Experten jedoch auf alle Fälle seismisch aktiv.

 

Weiterer Anstieg von Schilddrüsenkrebs in der Präfektur Fukushima

Unabhängigen Untersuchungen zur Folge ist in der Präfektur Fukushima die Anzahl der Kinder, die seit der Reaktorkatastrophe an Schilddrüsenkrebs erkrankt sind auf 33 Fälle angestiegen. Bei 75 weiteren Kindern besteht ein dringender Verdacht auf Schilddrüsenkrebs.

 

11.02.2014

Weiterer Rückgang kritischer Berichterstattung in den Medien

Wie schon vor dem Inkrafttreten des neuen Geheimhaltungsgesetzes befürchtet, werden jetzt die Medienberichte, vor allem jene, die die Reaktorkatastrophe in Fukushima und dessen Folgen betreffen deutlich reduziert.

Denn nach Wünschen der Regierung unter Ministerpräsident Abe (LDP) und der restlichen Atomlobby soll der Super-GAU und dessen Folgen weiter in den Hintergrund gedrängt werden (antiatom-fuku berichtete schon häufiger über dieses Problem)

So werden z.B. Berichterstatter vom öffentlich rechtlichen Fernsehsender NHK abgemahnt, wenn dessen Berichte zu kritisch, also der Realität zu nahe kommen. Dazu erfolgt generell eine Zensur der Berichte bevor diese ausgestrahlt werden.

Auch heute, zwei Jahre und 11 Monate nach der Dreifachkatastrophe berichtet das NHK „nur“ über die Tsunamiopfer, erwähnt jedoch mit keiner einzigen Silbe, was mit den Strahlenopfer und Flüchtlingen nach der Reaktorkatastrophe geworden ist und was da alles noch im Argen ist. Der Fernsehbericht klang bald so, als hätte es überhaupt gar keinen Super-GAU gegeben.

Die Tsunami- und Reaktorkatastrophe jährt sich bald zum dritten mal und die Anzahl der Strahlenflüchtlinge ist mittlerweile auf etwa 48 000 Personen angestiegen.

Auch für Tepco, dem Betreiber der havarierten Anlage in Fukushima wird „Dank“ Abes Geheimhaltungsgesetz alles noch viel einfacher, wenn es darum geht die Wahrheit zu verschleiern.

Dann werden z.B. auch Falschangaben über Strahlenwerte, sowie andere Vertuschungen nicht mehr so schnell auffallen. So wurden, wie sich jetzt heraus stellte Radioaktivitätswerte, die im Sommer 2013 am AKW Fukushima dai ichi gemessen worden sind, wie schon sooft, einfach nach unten korrigiert.

 

09.02.2014

Gouverneurswahl in Tokyo – Wieder ein Sieg für die LDP

Das Ergebnis der Gouverneurswahl in der Präfektur Tokyo steht fest und gesiegt hat, zu aller Freude von Ministerpräsident Abe (LDP) der ebenfalls LDP-Politiker Hajime Masuzoe (65).

Unter den 16 Kandidaten die zur Wahl angetreten sind, hat Masuzoe, der zum ersten Mal antrat haushoch gewonnen.

Der vom ehemaligen Ministerpräsidenten und zum Kernkraftgegner konvertierte Junichiro Koizumi (ehem. LDP) unterstütze den Kandidaten Morihiro Hosokawa, der ebenfalls für einen sofortigen Atomausstieg ist tatkräftig während der Wahlkampfperiode. Somit war auch die Energiepolitik und der Atomausstieg ein großes Thema im Wahlkampf. Allerdings wurde Hosokawa nur Dritter.

Mit nur knapp 32% war die Wahlbeteiligung dieses Mal deutlich niedriger als bei der letzten Wahl. Neben der pessimistischen Einstellung in puncto Politik wurde auch der massive Schneefall vom Vortag als Grund angegeben nicht zur Wahl zu gehen.

Auf Nachfragen der anwesenden Journalisten, wie Masuzoe nun die Politik in Tokyo gestalten wolle, antwortete dieser beim Thema Atomausstieg eher ausschweifend.

 

08.02.2014

AKW Fukushima dai ichi – Erneut hohe Strontiumwerte

Nach Auswertung der Wasserproben, die vorgestern am AKW Fukushima dai ichi aus einem küstennahen Bohrloch entnommen worden sind, ist nun im Vergleich zur Vorprobe ein deutlicher Anstieg von Strontium90 im Grundwasser zu verzeichnen.

Die aktuelle Probe weist einen Strontium90-Wert von 10 Mio Bq/l Wasser auf. Im Vergleich zur Probe von Juli 2013 (5 Mio. Bq/l Wasser) ist der Wert nun auf das Doppelte angestiegen.

 

Gefährlich hohe Strahlung am Abklingbecken von Reaktor 4 gemessen

Am AKW Fukushima dai ichi im Bereich der Entnahmevorrichtung zur Bergung der Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 wurde eine gefährlich hohe Strahlung in verschiedenen Arbeitsbereichen festgestellt.

An der grünen Arbeitsbrücke vom Entnahmekran wurde der Gamma-Strahler Kobalt60 in einer Höhe von 81,0 µSv/h gemessen. Auf der Arbeitsplattform am Abklingbecken liegt die Strahlung bei 90,0 µSv/h.

Die Werte die hier erreicht werden sind für die anwesenden Arbeiter schon absolut gesundheitsgefährdend, so dass die Atomaufsichtsbehörde NRA Tepco dringend anwiesSchutzmaßnahmen für die Arbeiter zu ergreifen. Das ist jedoch eine Forderung, die sich eher schwierig gestalten dürfte.

               

Video des Asahi TV. Das Video ist zwar auf japanisch, die Bilder sind jedoch sehr informativ. Bild: Screenshot, ANN.

 

AKW-Ausbau - Der Bau dreier Reaktoren soll fortgesetzt werden

Wie der Wirtschafts- und Industrieminister Toshimitsu Motegi (LDP) bekannt gab, soll der Bau dreier geplanter Reaktoren fortgesetzt werden.

Nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima von 2011 wurde für die drei neuen Reaktoren, die sich schon im Bau befanden, ein Baustopp verhängt, der jetzt wieder aufgehoben worden ist.

Auch Stromkonzern Tepco, der das havarierte AKW Fukushima dai ichi zu verantworten hat ist mit dabei.

Einer der Reaktoren wird am AKW Shimane, Betreiber Chugokudenryoku weiter gebaut. Die beiden anderen Reaktoren befinden sich in Aomori, Nordjapan. Davon entsteht im Ort Ōma ein Reaktor im Auftrag der Firma Dengenkaihatsu, der ausschließlich mit MOX-Brennelementen betrieben werden soll. Den dritten sich in Bau befindlichen Reaktor am AKW Higashidori hat Tepco zu verantworten. Der Reaktor soll im März 2017 in Betrieb gehen.

Alle drei Reaktoren wurden schon Anfang 2011 von der damaligen Regierung (DPJ) genehmigt und befanden sich schon im Bau, als sich die Reaktorkatastrophe in Fukushima ereignete.

Der verhängte Baustopp wurde durch den bekanntlich atomkraftbefürwortenden Ministerpräsident Shinzo Abe beendet.

 

06.02.2014

Chubudenryoku beantragt NRA-Sicherheitsüberprüfungen für das AKW Hamaoka

Der Stromkonzern Chubudenryoku hat bei der Atomaufsichtsbehörde NRA die vorgeschriebene Sicherheitsüberprüfung zur Wiederinbetriebnahme von Reaktor 4 beantragt. Für den Reaktor 3 will Chubudenryoku ebenfalls einen Antrag stellen.

Die „Notwendigkeit“ zur Wiederinbetriebnahme des AKW Hamaoka, Reaktor 3 und 4, beides SWR „begründet“ Chubudenryoku damit, dass die Gaskraftwerke, die aufgrund der AKW-Abschaltung verstärkt ausgelastet sind zu kostenintensiv wären. Zu dem sei ja auch die Tsunamimauer auf 22 Meter hoch gezogen worden und würde das AKW somit schützen.

Wie viel Zeit die NRA-Sicherheitsüberprüfungen in Anspruch nehmen werden und ob am Ende überhaupt eine Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme erfolgt ist eher fraglich. Die Präfekturverwaltung Shizuoka, die die letztendliche Genehmigung für die Wiederinbetriebnahme des AKW Hamaoka erteilen muss, zeigt sich ebenfalls eher ablehnend.

Denn das AKW Hamaoka, was „landläufig“ als das gefährlichste AKW der Welt galt, liegt in einem Bereich, in dem sich vier tektonische Platten gegeneinander verschieben. Das Gebiet ist somit extrem erdbebengefährdet.

 

04.02.2014

Riesiger Solar-Park in der Präfektur Fukushima

In der Präfektur Fukushima entsteht ein neuer Solarpark mit einer Leistung von 26,2 MW. Die Anlage wird auf einen ehemaligen Golfplatz installiert und soll im März 2015 in Betrieb gehen.

 

AKW Tomari – Mängel an Reaktorrohrleitungen

Am AKW Tomari, Hokkaido in Nordjapan laufen zur Zeit am Reaktor 3 (DWR), wie an vielen weiteren AKW-Standorten auch, die NRA-Sicherheitsüberprüfungen für eine mögliche Wiederinbetriebnahme. Die Atomaufsicht NRA stellte jedoch deutliche Sicherheitsmängel an den Rohrleitungen von Reaktor 3 fest, die dringend nachgebessert werden müssen.

Für den Betreiber Hokkaidodenryoku bedeutet das ein weiterer Aufschub für eine eventuelle (wenn überhaupt) Wiederinbetriebnahme von Reaktor 3.

Die Überprüfung für die Reaktoren 1 und 2, ebenfalls DWR, stehen noch bevor.

 

Januar 2014

31.01.2014

Innerhalb der Regierung mehren sich die Stimmen gegen die Atomkraft

Immer mehr Abgeordnete der eigentlich atombefürwortenden Regierungspartei LDP sprechen sich gegen den Weiterbetrieb der AKWs aus. In der heutigen Kabinettssitzung forderten bereits 50 der 407 Abgeordneten den Atomausstieg und einen schnelleren Ausbau der erneuerbaren Energien.

Der als atomfreundlich bekannte Ministerpräsident Shinzo Abe hält jedoch weiterhin an seiner Meinung fest, dass ein Atomausstieg unverantwortlich sei.

 

29.01.2014

Das Projekt „Eismauer“ am AKW Fukushima dai ichi wird voraussichtlich nur zum Teil umgesetzt

Entgegen den ursprünglichen Planungen vom Frühjahr 2013 (antiatom-fuku berichtete mehrfach) soll die unterirdische „Eismauer“  nur im Bereich vor den Reaktoren 2 und 3 installiert werden.

Die „Eismauer“ soll das radioaktive Grund- und Kühlwasser, nach dem es die stark verstrahlten Reaktorkellerräume durchlaufen hat daran hindern ins Meer abzulaufen. Sie wird jetzt nicht wie ursprünglich geplant um die Reaktoren 1 bis 4 herum gebaut (Länge 1,4 km), sondern nur im Abschnitt vor den Reaktoren 2 und 3.

Für die Eismauer werden Löcher in den Boden gebohrt und die Kühlrohre eingebracht. Darüber zirkuliert dann hinterher die Kühlflüssigkeit. Die Arbeiten sollen bis März beendet sein. Bei erfolgreicher Frostung des Abschnittes sollen dann ab Mai etwa 11 000 t hochradioaktives Wasser, was sich dort angesammelt hat abgepumpt werden.

Hintergrund der Planänderung sind Kritik und Zweifel seitens Experten, da es keinerlei Erfahrungen mit Projekten in dieser Größenordnung gibt und die Störanfälligkeit des Kühlkreislaufes der „Eismauer“ möglicherweise zu groß ist. Dazu zählen auch Schäden durch Erdbeben und Korrosion.

Auch fehlt hierzu die Langzeiterfahrung und die Unterhaltungskosten der Eismauer sind ebenfall schlecht kalkulierbar.

 

26.01.2014

Landesweite Umfrage zu Atomkraft und Abes Politik

Einer landesweiten Telefonumfrage der Nachrichtenagentur Kyodo zur Folge sprechen sich 60,2 % der Befragten gegen eine Wiederinbetriebnahme der AKWs aus. 31,6% der Befragten sind mit einer Wiederinbetriebnahme weitgehend einverstanden und der Rest ist noch unentschlossen.

Zur Wirtschaftspolitik von Ministerpräsident Shinzo Abe (LDP) äußerten sich 24,5% der Befragten zuversichtlich und glauben, dass sich die wirtschaftliche Lage in Japan verbessert hätte. 73% stehen der Wirtschaftspolitik von Ministerpräsident Abe jedoch eher skeptisch gegenüber und konnten bisher auch noch keine positive Veränderung feststellen.

Auch bezüglich dem neuen Geheimhaltungsgesetz sind etwa 54% der Befragten sehr skeptisch und befürchten sogar, das das schwammig formulierte Gesetz sehr gut nach den Bedürfnissen der Lobbyisten ausgelegt werden kann.

 

23.01.2014

AKW Fukushima dai ichi, Reaktor 3 – Immens hohe Strahlung

Das hochradioaktiv verseuchte Wasser, was im Reaktor 3 aus verschiedenen Leckagen dringt, weist laut dem Betreiber Tepco eine Strahlung von über 24 Mio. Bq/l auf.

Vor ein paar Tagen wurden am Reaktor 3 Leckagen an verschiedenen Stellen, auch an Rohrleitungen von Reaktor 3 entdeckt, aus denen hoch radioaktiv verstrahltes Kühlwasser entweicht (antiatom-fuku berichtete).

 

22.01.2014

Reaktor 3 – Stündlich laufen 1,5 t radioaktiv verseuchtes Wasser aus

Am AKW Fukushima dai ichi reißen die „Wasserprobleme nicht ab“. Stündlich dringen 1,5 t radioaktiv verseuchtes Abwasser aus der Reaktorkühlung in die Umgebung bzw.  ins Erdreich. Schon vor zwei Tagen wurden im ersten Stock des Reaktorgebäudes mithilfe einer ferngesteuerten Roboterkamera aus den Rohrleitungen austretendes Kühlwasser und eine riesige Pfütze auf dem Boden entdeckt.

Nach Angaben von Tepco, dem Betreiber, wird der Reaktor stündlich mit 5,5 t 7°C kalten Wasser gespeist. Das auslaufende Kühlwasser weist eine Temperatur von 20°C auf. Über die Höhe der Strahlung gab es jedoch noch keine Informationen.

 

Umstrittene Verwerfungslinie am AKW Tsuruga – seismisch aktiv?

Das AKW Tsuruga, Präfektur Fukui wird jetzt durch die Atomsicherheitsbehörde NRA erneut auf seismische Aktivität einer geologischen Verwerfung, die unterhalb von Reaktor 2 (DWR) verläuft untersucht.

Bei der vorherigen Untersuchung in Mai 2013 wurde die umstrittene Verwerfungslinie als seismisch aktiv eingestuft. Dieses wurde jedoch in Juli 2013 durch den Betreiber widersprochen und fortlaufend abgestritten, so dass jetzt eine erneute Untersuchung der NRA angeordnet worden ist.

 

20.01.2014

AKW Fukushima dai ichi: Beschädigtes Abwasserrohr am Reaktor 3

Am AKW Fukushima dai ichi entdeckten Mitarbeiter Leckagen an den abwasserführenden Rohrleitungen von Reaktor 3. Dort dringt hochradioaktiv verstrahltes Wasser, was aus der Reaktorkühlung kommt nach außen.

Schon vorgestern wurde an anderer Stelle des Reaktors, und zwar im ersten Stock aus einer undichten Rohrleitung austretendes Wasser entdeckt, was dort auf den Boden lief.

Unterhalb des Reaktors 3, nahe dem geschmolzenen Brennmaterial wurden über einen ferngesteuerten Roboter Wasserproben entnommen. Der Gehalt an Cäsium137 liegt bei 170 000 Bq/l und für Cäsium134bei 700 000 Bq/l Wasser.

Im Bereich der Kernschmelze gelangt laufend hochradioaktiv verseuchtes Wasser ins Erdreich. Das Ausmaß der Schäden, die der Boden des Reaktordruckbehälters aufweist und wie viel Wasser dort austritt ist weiterhin unbekannt.

 

19.01.2014

Gefahr für die Wiederaufbereitungsanlage und Atommülllager Rokkasho durch aktive Vulkane

Im Rahmen der laufenden Sicherheitsüberprüfungen stieß die Atomaufsichtsbehörde NRA auf zwei pyroklastische Ströme, die im Gestein unter dem Gelände der Wiederaufbereitungsanlage und Atommülllager Rokkasho, Präfektur Aomori verlaufen. Und nur knapp 60 km südwestlich der Anlage befindet sich ein aktiver Vulkan. In Anbetracht das die Lagerkapazität für Atommüll schon um das achtfache überlastet ist und dort auch reichlich hochradioaktives Material zur Wiederaufbereitung (zu MOX-Brennelementen) lagert, klingt das nicht gerade beruhigend; zumal die Anlage nicht nur durch einen möglichen Vulkanausbruch, sondern auch durch Erdbeben und den teilweise aktiven geologische Verwerfungen bedroht ist.

 

17.01.2014

Thema „Atomausstieg“ im Mittelpunkt der Gouverneurswahl in Tokyo

Bei der bevorstehenden Neuwahl des Präfekturgouverneurs in Tokyo, die im Februar statt findet, wird der ehemalige Regierungspolitiker Morihiro Hosokawa als Favorit gehandelt. Hosokawa, ein passionierter Atomkraftgegner erhält, vor allem jetzt in der Wahlkampfphase die volle Unterstützung durch J. Koizumi, einen ehemaligen Ministerpräsidenten und Mentor des derzeitigen Ministerpräsidenten S. Abe (LDP). Während Koizumi seit der Reaktorkatastrophe in Fukushima seine Haltung zur Kernenergie grundlegend geändert hat, hält Abe weiterhin daran fest.

Allerdings könnte die Gouverneurswahl je nach Ausgang den amtierenden Ministerpräsidenten Abe in seiner atom- und energiepolitischen Haltung schwächen, da Toyo politisch ein sehr wichtiger Standort ist. Die Regierung sitzt in Tokyo und auch der Atomkonzern Tepco (Tokyodenryoku), hat dort seinen Hauptsitz. Somit ist es Abe ein Dorn im Auge, das der Kandidat Hosokawa bald der neue Präfekturgouverneur von Tokyo sein könnte. Eine viel versprechende Prognose, die aus aktuellen Umfragewerten hervor geht.

Das ist auch der Grund dafür, warum Abe immer noch keine konkreten Pläne für die zukünftige Energiepolitik des Landes vorgelegt hat. Auch bezüglich der geplanten AKW-Deals mit Indien, Vietnam und weiteren Ländern gibt sich Abe zurückhaltend. Denn diese hätten eigentlich schon bis Ende Dezember vorliegen sollen.

In England ist Japan schon „Dank“ Ministerpräsident Abe am Bau dreier Reaktoren beteiligt.

Sollte Hosokawa die Wahl gewinnen, wird Abe mit seinen Atomplänen wahrscheinlich etwas zurück rudern müssen, da er eine nicht ausreichende Rückendeckung befürchtet. Auch der Wirtschafts- und Industrieminister Motegi räumte ein, dass man sich nun mehr um ein Endlager für den Atommüll und einen schnelleren Ausbau der erneuerbaren Energien kümmern müsse.

Auch die Bevölkerung übt mit Demos, zahllosen Protestbriefen/ Internetkommentaren weiterhin Druck auf die Regierung aus. „Darauf müsse man jetzt reagieren“, so Motegi.

Der Wahlkandidat Hosokawa betonte, dass in Tokyo weiterhin auf Atomstrom verzichtet werden kann und soll. Auch die umliegenden Präfekturen sollen da mit einbezogen werden. Durch diese Haltung und der Unterstützung Koizumis rückt der Atomausstieg in den Mittelpunkt des Wahlkampfes. Auch das ist eine Tatsache, die Abe schlecht verkraften kann.

Früher war Tokyo einer der Hauptabnehmer des Atomstroms aus den Tepco-AKWs Fukushima dai ichi und dai ni.

 

16.01.2014

Tepco will sogar 4 Reaktoren am AKW Kashiwazaki Kariwa in Betrieb nehmen

Trotz großer Kritik will der Stromkonzern Tepco, der auch das AKW Fukushima dai ichi zu verantworten hat, für die Reaktoren 1 und 5, beides Siedewasserreaktoren (SWR) am AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata ab Februar 2015 wieder in Betrieb nehmen. Dazu will Tepco bei der Atomsicherheitsbehörde NRA die vorgeschriebene Sicherheitsüberprüfung, die für eine Wiederinbetriebnahme nötig ist beantragen.

Für die Reaktoren 6 und 7, beides SWR laufen die Sicherheitsüberprüfungen der NRA schon. Der Start dieser beiden Reaktoren ist nach Plänen von Tepco für Juli 2014 vorgesehen. Die zuständige Präfekturverwaltung in Niigata lehnt die Wiederinbetriebnahme des AKW Kashiwazaki Kaliwa weiterhin ab. Gründe hierfür sind laut dem Präfekturgouverneur H. Izumida unter anderem auch die nicht abreißenden Missstände, Pannen und Fehlinformationen in Sachen AKW Fukushima dai ichi seitens Tepco.

Auch gegenüber den Bürgern der Präfektur Niigata ist aufgrund dieser Probleme und der Folgen durch das AKW Fukushima dai ichi eine mögliche Wiederinbetriebnahme des AKWs Kashiwazaki Kariwa nicht mehr vermittelbar.

 

14.01.2014

Schon wieder Strontium 90-Höchstwerte im Grundwasser am AKW Fukushima

Am AKW Fukushima dai ichi ergaben Wasserproben, die gestern aus einem Bohrloch, was sich etwas südlich von Reaktor 2 befindet einen Strontium90-Wert von 2400 000 Bq/l Wasser. Die gesetzlich festgelegte Obergrenze liegt bei 30 Bq/l.

Als mögliche Ursache für das hochgradig radioaktiv verseuchte Grundwasser am o.g. Bohrloch gibt der Betreiber Tepco an, dass die Kellerräume, Zugangswege und Schächte von Reaktor 2 während der Havarie 2011 am stärksten kontaminiert worden sind.

 

13.01.2014

AKW Fukushima dai ichi – Künftig Kühlung mit Luft statt mit Wasser?

Experten für Nuklear- und Reaktortechnologie überlegen, ob die Kernschmelzen der Reaktoren 1 bis 3 am AKW Fukushima dai ichi statt mit Wasser nicht auch mit kalter Luft gekühlt werden könnten.

Zur Zeit werden täglich 360 t Wasser in die havarierten Reaktoren gepumpt, um das durch geschmolzene Brennmaterial zu kühlen. Dabei landet immer mehr stark verstrahltes Wasser, was nicht mehr im Kühlkreislauf verwertet werden kann in Tanks auf dem Gelände.

Dieses Problem will man jetzt lösen, in dem die Kühlung durch Wasser Schritt für Schritt durch Kühlung mit Luft ersetzt wird. Die Experten berufen sich hier bei auf den Tschernobyl-Unfall von 1986, als man den havarierten Reaktor 4 ebenfalls über die Kellerräume mit kalter Luft kühlte. Nach dem gleichen Prinzip wolle man nun, laut dem Vorschlag der Experten auch in Fukushima vorgehen.

Allerding könnte sich das Vorhaben in Fukushima etwas komplizierter gestalten, da die Ausmaße in Fukushima etwas größer sind und die Situation somit nicht eins zu eins übertragbar ist. Während man in Tschernobyl schon nach 2½ Jahren mit einer Spezialkamera in den Reaktor hinein sehen konnte, versagt in Fukushima jegliche Elektronik wegen der extrem hohen Strahlung. Somit war ein Einblick in die havarierten Reaktoren bis Dato noch nicht möglich. Man kann also nicht genau sagen, wo die Kernschmelze überall hin geflossen ist.

Die Idee mit der Luftkühlung ist jedoch theoretisch durch aus denkbar und soll nun mit dem Wirtschaftsministerium, weiteren Verantwortlichen und der Atomaufsichtsbehörde NRA auf Durchführbarkeit überprüft werden.

 

12.01.2014

Geheimhaltungsgesetz – Ein Komplott mit der IAEA gegen die Strahlenopfer

Für die Präfekturen Fukui, dort, wo die meisten AKWs stehen, Fukushima, wo man mit den Folgen der Reaktorkatastrophe kämpft, hat die Regierung und die IAEA, ein Abkommen geschlossen. Dieses Abkommen wurde durch das neue Geheimhaltungsgesetz, was in Dezember beschlossen worden ist möglich.

Hierdurch können die IAEA und die Verantwortlichen vor Ort jetzt frei entschieden, welche Informationen bezüglich der weiteren Folgen und gesundheitlichen Schäden, die aufgrund der Reaktorkatastrophe entstanden sind veröffentlicht bzw. geheim gehalten werden dürfen. Für die Zurückhaltung der Informationen reichen schon fadenscheinige Argumente wie zum Beispiel: „Das beunruhigt nur die Bevölkerung“.

Zu befürchten ist nun, dass die Folgen der Reaktorkatastrophe in Fukushima, wie auch schon in Tschernobyl so weit wie möglich unter den Teppich gekehrt werden sollen. So besagt zum Beispiel der Unfallbericht der IAEA, dass es keine gesundheitlichen Unregelmäßigkeiten gegen hat, die mit der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl im Zusammenhang stehen.

Auch die WHO-Studie, die unter der Federführung der IAEA erstellt worden ist, stuft die gesundheitlichen Folgen nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima wesentlich geringer ein als es der Tatsache entspricht. Sie verharmlost die Folgen sogar(antiatom-fuku berichtete).

Untersuchungsergebnisse unabhängiger Experten sprechen jedoch eine ganz andere Sprache. Dem nach besteht bei 59 Kindern ein dringender Verdacht, bzw. eine gesicherte Diagnose einer  Schilddrüsenkrebserkrankung.

 

10.01.2014

Steigende Umgebungsstrahlung am AKW Fukushima di ichi

Messungen haben ergeben, dass die radioaktive Strahlung am AKW Fukushima dai ichi, vor allem im Bereich der Lagertanks für hochradioaktiv verseuchtes Abwasser im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen ist. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Anzahl der Tanks mit dem hochradioaktiv verseuchten Wasser stetig ansteigt und zum Teil Leckagen aufwiesen, so dass Wasser ausgelaufen ist.

Das hochradioaktiv verseuchte Wasser stammt aus dem Kühlkreislauf der havarieren Reaktoren 1 bis 4, bzw. dessen Abklingbecken und kann nicht mehr „ausreichend“ dekontaminiert und somit nicht weiter verwertet werden. 

 

08.01.2014

AKW Fukushima: Nuklearexplosion im Untergrund des Reaktors 3

Nach Informationen russischer Experten soll es unterhalb von Reaktor 3 am havariertem AKW Fukushima dai ichi zu einer nuklearen Explosion gekommen sein. Wie sich jetzt erst herausstellte, ereignete sich die Explosion bereits an Sylvester.

Bei dieser Explosion handelt es sich um eine so genannte hydrovulkanischen Explosion (Hydrovolcanic Explosion, die im englischen Sprachraum auch als „China Syndrom“ bezeichnet wird), die durch Wasserkontakt mit der in das Betonfundament/Erdreich vorgedrungenen Kernschmelze entstehen kann. Hierbei wurde auch eine seismische Aktivität mit nachfolgend einer zweiten, etwas schwächeren seismischen Aktivität in der Umgebung verzeichnet.

Schon am 19.12.2013 gab es erste Hinweise für eine kritische Veränderung, als mysteriöser Dampf kurzzeitig aus dem Reaktorgebäude 3 aufstieg, was sich an den nachfolgenden Tagen sogar wiederholte. Diese Hinweise hat der Betreiber Tepco jedoch nicht als Warnung gewertet.

Allerdings wiesen schon im November 2011 Experten auf diese Gefahren hin, die von Tepco jedoch nicht als solche bewertet worden sind.

Hierzu ein ausführlicher Bericht mit weiteren Hintergründen (englisch)

 

Sprunghafter Anstieg von Tritium an den Lagertanks für radioaktives Abwasser

Dazu stellte sich auch noch heraus, das es Ende Dezember zu einem extremen Anstieg an Tritium im Grundwasser gekommen ist. Das besagen die Proben, die aus den Bohrlöchern im Bereich der H 4 Lagertanks für hochradioaktives Abwasser entnommen worden sind. Der Tritiumgehalt im Wasser sei sprunghaft von 2000 Bq/l (Wasserprobe vom 28.12.2013)

auf 450 000 Bq/l angestiegen.

 

07.01.2014

Nach Fukushima-Einsatz: 51 US-Soldaten sind an Krebs erkrankt

Nach der Dreifachkatastrophe in März 2011 lag ein US-amerikanischer Fugzeugträger mit 5000 Soldaten für zweieinhalb Monate vor der Küste der Präfektur Fukushima, nicht weit vom havariertem AKW vor Anker um Tsunamiopfern zu helfen und nach weiteren Vermissten zu suchen.

Während des Einsatzes waren die Soldaten einer Strahlendosis ausgesetzt, die zum Teil das 300fache der Norm überschreitet. Auch die Wasserversorgung des Schiffes erfolgte aus dem ebenfalls radioaktiv verseuchten Meer. Das entsalzte Wasser wurde nicht nur zum duschen, sondern auch für die Nahrungszubereitung genutzt.

Jetzt, zweieinhalb Jahre danach sind 51 Soldaten an Leukämie, an Hodenkrebs, sowie an weiteren Krebsarten mit zum Teil unklaren Blutungen erkrankt und klagen nun gegen den Atomkonzern Tepco, der das AKW Fukushima dai ichi zu verantworten hat.

Während der US-amerikanische Einsatz zum fraglichen Zeitpunkt durch die japanischen Behörden dankend angenommen worden ist, soll das Schiff jetzt angeblich gar keine amtliche Genehmigung zum anlanden gehabt haben. Hier entsteht nun ein möglicher Verdacht, dass man sich vor möglichen Schadenersatzforderungen schützen will. 

Auch wurden Fälle bekannt, bei denen Tepco jetzt versucht, bereits ausgezahlte Entschädigungszahlungen an Leuten, die wegen der Reaktorkatastrophe ihre Heimat verlassen mussten zurück zu fordern. Diese Leistungen seien laut Tepco bei einigen Betroffenen zu Unrecht ausgezahlt worden, da diese Leute ja nicht in der offiziellen Evakuierungszone lebten und somit freiwillig weg gegangen sind.

 

05.01.2014

AKW-Betreiber bedrängen die NRA

Die Atomkonzerne drängen weiterhin auf eine raschere Durchführung der Überprüfungen durch die Atomaufsichtsbehörde NRA, die für die Wiederinbetriebnahme der Reaktoren nötig sind. Seit Juli 2013 gelten die neuen strengeren Sicherheitsbestimmungen für kerntechnische Anlagen.

Die Konzerne und Lobbyisten „begründen“ die Eile damit, dass das Land mit jeden Tag, an dem die Reaktoren weiter still stehen einen volkswirtschaftlichen Verlust von etwa 70 Mio. Euro erleiden würde.

Die NRA lässt sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen und besteht auf eine gründliche Durchführung der Überprüfung an den Anlagen, die mindestens ein halbes Jahr pro Reaktor in Anspruch nimmt.

Da die AKWs noch deutliche Sicherheitsmängel, wie zum Beispiel unzureichender Tsunami- oder Terrorschutz aufweisen, ist bis jetzt noch kein einziger Reaktor für die Wiederinbetriebnahme durch die NRA frei gegeben worden.

Hinzu kommt auch das Vorhandensein geologischer Verwerfungen, die zum Teil seismisch aktiv sind und die Erdbebengefahr. Davon sind nicht nur die AKWs, sondern auch das bereits überlastete Atommülllager Rokkasho, Präfektur Aomori betroffen.

In Anbetracht der laufenden Kosten für die Zwischenlagerung der gebrauchten Brennelemente, die laufenden Folgekosten für das havarierte AKW Fukushima dai ichi und in Anbetracht fehlender Endlagermöglichkeiten kann man diesen „volkswirtschaftlichen Verlust“ von täglich 70 Mio. Euro sicherlich gut verkraften. Denn diese Kosten wurden in den Berechnungen der Stromkonzerne und Atomlobbyisten nicht berücksichtigt.

Trotz aller Sorgfalt der NRA ist jedoch zu befürchten, dass dieses Jahr einige Reaktoren wieder ans Netz gehen könnten, zumal die Regierung unter Shinzo Abe die Kernenergie trotz aller Folgen unterstützt.

 

03.01.2014

Fukushima: Tepco und Subunternehmer „sparen“ an Personalkosten

Entgegen den Versprechungen von Tepco, dem Betreiber der Atomruine Fukushima dai ichi, wurde das Gehalt bzw. die Gefahrenzulage für die Arbeiter nicht angehoben. Die meisten Arbeiter, die für die Aufräumarbeiten am AKW Fukushima dai ichi tätig sind, sind über einen Subunternehmer dort beschäftigt.

Das Gehalt und die Gefahrenzulage sind im Anbetracht der Anforderungen viel zu niedrig und sollten, wie Tepco Anfang des Winters ankündigte deutlich verbessert werden (antiatom-fuku berichtete).

Die Realität sieht allerdings anders aus, da jeder spart wo er kann. Der hochverschuldete Betreiber Tepco spart nicht nur am Material und somit an Sicherheit, sondern auch beim Personal. So holt sich der Konzern natürlich auch bei den Subunternehmern das „günstigste Angebot“ ein.

Täglich gehen 3000 Mitarbeiter am AKW Fukushima dai ichi ein und aus. Das sind hohe Personalkosten, die der Konzern mit allen Mitteln zu drücken versucht. Tepco denkt sogar darüber nach, das Personal auf die Hälfte zu reduzieren.

Der „hohe Personalschlüssel“ ist hauptsächlich durch die kurzen Arbeitszeiten aufgrund der hohen Strahlung bedingt. Und langsam wird es extrem schwer neue Leute für diese Arbeiten zu rekrutieren.

Der Subunternehmer, der ebenfalls profitieren möchte, drückt trotz Personalnot die Gehälter. Ein Arbeiter verdient somit 70 bis 140 Euro pro Tag. Ein ordentlicher Versicherungsschutz der Arbeiter ist ebenfalls fraglich.

 

Dubiose Subunternehmer rekrutieren Obdachlose für die „heißen Jobs“

Das AKW Fukushima dai ichi sucht schon seit längerem Hände ringend nach Mitarbeitern für Aufräum- und Reinigungsarbeiten. Da aufgrund der hohen Strahlung die Arbeitseinsätze auf „nur“ wenige Wochen bei kurzen Schichten pro Tag begrenzt sind, ist die Fluktuation auch dem entsprechend hoch.

Um dieses „Problem“ zu lösen werden wieder verstärkt Obdachlose unter fadenscheinigen Versprechungen bei unzureichender Information über die Gesundheitsgefahren für die „heißen Jobs“ am AKW rekrutiert.

So wurden in der nördlich von Fukushima gelegenen Großstadt Sendai mehrere Fälle bekannt, bei denen Obdachlose für die „heißen Jobs“ angesprochen worden sind. Trotz der schlechten Bezahlung müssen diese Arbeiter sogar für die Unterkunft und das Essen vor Ort bezahlen, so dass vom Lohn kaum noch etwas über bleibt.

Diese Arbeiter erledigen unter großen gesundheitlichen Gefahren einfache Hilfsarbeiten am havarierten AKW Fukushima dai ichi. Und ob bei ihnen eine ordnungsgemäße Strahlendosimetrie erfolgt ist ebenfalls eher fraglich.

Der „Arbeitgeber“ ist meistens ein Subunternehmer des Energiekonzerns Tepco und die „Arbeitsvermittler“, also diejenigen, die für das Rekrutieren zuständig sind erhalten etwa 100 Euro pro angeworbenen Arbeiter.

 

NRA-Sicherheitsüberprüfungen: Bereits 16 Anträge auf Neustart

Inzwischen liegen der Atomaufsichtsbehörde NRA für 16 Reaktoren an 9 AKWs Anträge für die Überprüfung der Anlagen nach den neuen Sicherheitsbestimmungen vor, die für eine Wiederinbetriebnahme vorgeschrieben sind.

Auch das AKW Onagawa, was beim großen Erdbeben 2011 ebenfalls einen Störfall hatte, stellte in Dezember für seinen Reaktor 2, einen Siedewasserreaktor (SWR) einen Antrag auf Wiederinbetriebnahme (antiatom-fuku berichtete).

 

01.01.2014

Japaner mit Erde aus Fukushima am Flughafen in Kiew „erwischt“

Am gestrigen Sylvester beschlagnahmte der ukrainische Zoll am Flughafen Kiew 12g radioaktiv verseuchte Erde, die ein japanischer Fluggast in der Nähe des AKWs Fukushima dai ichi aufgesammelt und mitgenommen hatte. Die radioaktiv kontaminierte Erde, die in zwei Behältern verteilt war, wies eine Strahlenwert auf, der fast das doppelte der in der Ukraine „erlaubten“ Obergrenze erreichte.

Darüber, ob es sogar zu einer Festnahme des Fluggastes gekommen ist, gibt es derzeit keine Informationen. Die japanische Botschaft in Kiew bemüht sich um genauere Informationen.

Unbekannt ist auch, was der Japaner in der Ukraine mit der Erde vor hatte.

Der aus Japan kommende Fluggast hatte vorher einen Zwischenstopp in Frankfurt, wo die radioaktive Erde nicht aufgefallen ist. Von dort aus ist er dann weiter nach Kiew geflogen.