2015 Fuku Info

aus dem Jahr 2015 in umgekehrter Chronologie. Das heißt: Das aktuellste folgt zuerst.

31.12.2015

Haushalt 2016 - Kürzungen von Subventionen bei Nichtinbetriebnahme von AKWs

Im Haushaltsplan für das Wirtschafsjahr 2016 kündig Ministerpräsident Shinzo Abe (LDP) drastische Kürzungen von Subventionen für die Präfekturen an, wenn die dort ansässigen AKWs nicht in Betrieb genommen werden. Auch die jeweiligen Stromkonzerne, die die infrage kommenden Reaktoren so rasch wie möglich instand setzen und „genehmigungsfähig“ machen sollen, damit die Überprüfung der Atomaufsichtsbehörde NRA schneller abgeschlossen werden kann, werden unter Druck gesetzt.

Die angekündigten Kürzungen der Subventionen würden vor allem Auswirkungen auf die Präfektur Niigata haben. Denn dort befindet sich das Tepco-AKW Kashiwazaki Kariwa, dessen   Wiederinbetriebnahme durch die Präfekturverwaltung weiterhin abgelehnt wird. Die Regierung, die ja allseits als atombefürwortend bekannt ist, ist jedoch bestrebt, dass vor allem dieses AKW wieder angefahren wird, damit der hochverschuldete Stromkonzern Tepco nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima wieder „auf einen grünen Zweig“ kommt. Deshalb werden auch die beiden Reaktoren 6 und 7 am AKW Kashiwazaki Kariwa mit höherer Priorität durch die Atomaufsichtsbehörde NRA zwecks Wiederinbetriebnahme überprüft.                                                 AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata. Bild: Petra Alt

Somit liegt auch die Vermutung nahe, das Abe mit diesen drastischen Kürzungen vor allen die Präfektur Niigata sanktionieren will, wenn der Präfekturgouverneur seine Meinung nicht ändert.

Des weiterem kündigt Abe für das kommende Haushaltsjahr an, sehr viel Geld in das Militär zu stecken, sowie weitere Ausgaben trotz hoher Staatsverschuldung zu tätigen.

Mit dem Ausbau des Militärs will Abe mehr Stärke, vor allem gegen China demonstrieren. Zudem argumentiert er, dass man mit hohen Staatsausgeben die Wirtschaft in Japan verbessern würde.

Der Etat 2016 zielt auf ein schnelleres Wirtschaftswachstum und höhere Steuereinnahmen ab. Und die hohen Staatsschulden sollen bis 2020 auch wieder im Plus sein.

 

Tepco-Bilanz am AKW Fukushima – keine Änderung zum Vorjahr

Sämtliche Maßnahmen, die bezüglich des radioaktiv verseuchten Wassers am havariertem AKW Fukushima dai ichi getätigt worden sind, zeigen keine nennenswerte Wirkung. So blieb auch die erhoffte Wirkung des neuen Schutzwalls aus, der das hochradioaktiv verseuchte Wasser davon abhalten sollte,  ins Meer zu gelangen (antiatom-fuku berichtete). Der Schutzwall, der über eine Länge von 780 Metern entlang der Küste vor dem AKW verläuft, wurde im Oktober fertiggestellt und wies kurz darauf schon erste Mängel auf.

Die Maßnahmen, bei denen das von der Bergseite kommende Grundwasser über Bohrlöcher abgepumpt und dann „kontrolliert“ ins Meer geleitet werden sollten, funktionierten ebenfalls nicht wie erhofft. Hiermit sollte verhindert werden, dass das Grundwasser in die hochradioaktiv verseuchten Reaktorkellerräume gelangt. Stattdessen steigt nur die Konzentration der radioaktiven Stoffe im Bereich der Küste vor den Reaktoren 1 bis 4.  

Abschließend zum Jahresende kommt Tepco zu dem Schluss, dass es bezüglich der „Wassersituation“ am AKW Fukushima dai ichi weder zu einer Verbesserung, noch zu einer Verschlechterung gekommen ist.  

  

28.12.2015

AKW Fukushima dai ichi – Fuchs im Reaktorgebäude 2

Im Reaktorgebäude 2 am havariertem AKW Fukushima dai ichi wurde am 21.12.2015 morgens um 6:00 Uhr ein Fuchs gesichtet. Dies ergaben die Bilder einer Überwachungskamera. Laut dem Betreiber Tepco habe sich der Fuchs für ca. 7 bis 8 Minuten im Gebäude am Reaktorsicherheitsbehälter aufgehalten. Dort herrscht jedoch eine sehr hohe Radioaktivität bis zu 10 Sv/h, also eine tödliche Dosis, die menschlichen Einsatz in diesen Bereichen unmöglich macht.

Tepco vermutet, dass der Fuchs entweder durch eine Bruchstelle, Kabelschacht oder durch eine geöffnete Tür in das Reaktorgebäude gelangt ist. Ob er sich dort noch befindet, ist jedoch unklar.  

Im Bereich, der von der Überwachungskamera eingesehen wird, werden Aufräumarbeiten durch ferngesteuerte Roboter getätigt. Die Anwesenheit des Fuchses habe jedoch keinerlei Auswirkungen für den weiteren Arbeitsablauf.

 

AKW Takahama – Reaktor 3 mit MOX-Brennelementen bestückt

Am AKW Takahama, Präfektur Fukui wurde Reaktor 3, der Ende Januar in Betrieb genommen werden soll, mit 157 Brennelementen bestückt. Darunter befinden sich auch 24 plutoniumhaltige MOX-Brennelemente.

Reaktor 4, der Ende Februar angefahren werden soll, wurde noch nicht bestückt. Auch dieser ist wie Reaktor 3 für den Einsatz von MOX zugelassen. Wie der Reaktor aber bestückt werden soll, steht laut den Kansai Elektrizitätswerken jedoch noch nicht fest.

Die von der Atomaufsichtsbehörde NRA für die Wiederinbetriebnahme genehmigten Reaktoren 3 und 4 wurden wegen massiver Sicherheitsmängel im April dieses Jahres per Gericht verboten. Das Urteil wurde jedoch durch ein erneutes Gerichtsverfahren von vor kurzem widerrufen, so dass die beiden Reaktoren nun doch wieder ans Netz gehen dürfen (antiatom-fuku berichtete).   

 

Präfektur Fukushima: Einwohnerzahl um 5,7% gesunken

Die Einwohnerzahl in der Präfektur Fukushima hat sich nach Angaben der Präfekturverwaltung seit Beginn der Reaktorkatastrophe von vor knapp 5 Jahren um 115458 Einwohner reduziert und liegt jetzt bei 1913606. Das entspricht einer Quote von 5,7%.

In den 4 Ortschaften Namie, Futaba, Okuma und Tomioka, die sehr nahe am AKW Fukushima dai ichi, also in der Sperrzone liegen, gibt es laut dem Einwohnermeldeamt gar keinen Einwohner mehr. In Tomioka lebt jedoch immer noch der Bauer Naoto Matsumura, der bis heute dem Evakuierungsbefehl nicht gefolgt ist.

In Katsurao leben noch 18 und in Iitate 41 Einwohner.

 

25.12.2015

Urteil gekippt, AKW Takahama darf ans Netz

Am gestrigen Donnerstag wurde nach neuen Verhandlungen am Landgericht Fukui das Urteil vom vergangenen April, was die Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 3 und 4 am AKW Takahama, Präfektur Fukui per einstweilige Verfügung untersagt hatte, widerrufen. Somit dürfen diese beiden Reaktoren nun wie geplant ans Netz gehen.

Dieses Urteil entspricht genau den Erwartungen der betreibenden Kansai Elektrizitätswerke, die auch fest damit gerechnet haben. Unter dieser Voraussetzung liefen auch schon die Vorbereitungen für die Wiederinbetriebnahme, sowie die begleitenden Überprüfungen durch die Atomaufsichtsbehörde NRA (antiatom-fuku berichtete).

Nun soll Reaktor 1 mit 157 Brennelementen bestückt werden. Diese Arbeiten haben heute begonnen und dauern voraussichtlich 5 Tage. Der Reaktor soll dann zwischen dem 28. und 30.01.2016 angefahren werden und ab den 01.02.2016 Strom produzieren.

Beide Reaktoren sind für den Gebrauch von MOX-Brennelementen zugelassen, was von der Atomaufsichtsbehörde NRA, wegen dem sog. „geschlossenen Brennstoffkreislauf“ mit „Wiederverwertung“ von Kernbrennstoff auch befürwortet wird.

Der Richter, der das Urteil im vergangenen April fällte, wurde, da es nicht atomlobbyistenkonform gewesen ist, an einen anderen, weniger wichtigen Gerichtshof versetzt. Denn schon im Frühjahr 2014 fällte er ein ähnliches Urteil, was ebenfalls die Wiederinbetriebnahme zweier Reaktoren untersagt hatte. Damals war das AKW Ōi,  ebenfalls Kansai Elektrizitätswerke betroffen. Hier besteht jedoch keine Aussicht auf eine Rücknahme des Urteils.

 

Wiederverwendung von radioaktiven Erdreich geplant

Mittlerweile haben sich Unmengen an radioaktiv verseuchtes Erdreich, Laub und Dreck angesammelt, was bei den Flächendekontaminationsarbeiten in der Präfektur Fukushima abgetragen worden ist. Dieses lagert überall in der Landschaft auf Behelfslagerplätzen verteilt in großen schwarzen Säcken unter freien Himmel. Nun soll nach Plänen der Regierung ein Teil des radioaktiv verseuchten Erdreichs dekontaminiert und wiederverwertet werden. Entsprechende Modellversuche laufen bereits.

Wo das dekontaminierte Erdreich dann zur Verwendung kommen soll, steht noch nicht fest.

Die Wälder, vor allem die in den Bergen sollen nicht dekontaminiert werden. Das sei laut den Behörden zu aufwändig. Die Wiederbesiedelung radioaktiv verseuchter Ortschaften, die bereits dekontaminiert worden sind, wird jedoch vorangetrieben. Oft werden diese Bereiche aber schon nach kurzer Zeit wegen den laufenden Fallout aus dem nahe gelegenen AKW Fukushima dai ichi „rekontaminiert“ und die Strahlung steigt dann wieder an.

 

22.12.2015

Mahnmal von Futaba soll demontiert werden

Die Tafel, die über der Zufahrtsstraße am Ortseingang von Futaba prangert, trägt das Logo „Atomkraft ist die leuchtend helle Energie der Zukunft“ und war einst das Aushängeschild für den als zukunftsträchtig propagierten Wirtschaftsmotor Atomkraft, worauf man in Futaba auch sehr stolz gewesen ist. Seit der Reaktorkatastrophe von Fukushima 2011 wurde diese jedoch zum Mahnmal von Futaba. Denn Futaba ist nämlich genau der Ort, zu dem auch das havarierte AKW Fukushima dai ichi gehört. Und da man jetzt nicht mehr ganz so stolz ist auf das Schild, wird es nun entfernt. Ein weiteres Schild mit ähnlichem Slogan soll ebenfalls entfernt werden.

Der Bürgermeister von Futaba „begründet“ diese Maßnahme damit, dass es mittlerweile marode sei, herab fallen und jemanden verletzen könnte. Das ist die offizielle Begründung. Der wahre Grund ist vielmehr, dass es der Atomlobby eher unangenehm geworden ist, in der Nähe eines explodierten Atomkraftwerks die Kernenergie weiterhin auf einem großen Schild zu propagieren.

Das Mahnmal von Futaba am Ortseingang von Futaba, nahe dem AKW Fukushima dai ichi . Bild: Petra Alt

Schon vor einiger Zeit wollte man das Schild entfernen. Ehemalige Bürger aus Futaba und Umgebung protestierten jedoch und wollten das Schild als Mahnmal behalten, so dass es zunächst belassen worden ist.

Außerdem ist das Mahnmal von Futaba, wie auch der Bahnhof von Tomioka zur regelrechten „Sehenswürdigkeit“ geworden. Seit dem die Schnellstraße N6 wieder freigegeben worden ist (antiatom-fuku berichtete), wird dort ständig gehalten, um es zu fotografieren.

Auch der Bahnhof in Tomioka wurde letztes Jahr abgerissen, da er zum „Anziehungspunkt“ geworden ist. Siehe dazu auch unseren ausführlichen Bericht zum Mahnmal von Futaba, Bahnhof Tomioka und der Schnellstraße N6 durch radioaktiv verseuchte Gebiete in Fukushima heute Berichte 2015.   

 

19.12.2015

AKW Fukushima: Neuer Schutzwall wirkungslos

Am havarierten AKW Fukushima dai ichi zeigt sich nun immer deutlicher, dass der im Oktober fertiggestellte Schutzwall (antiatom-fuku berichtete), der sich über 700 Meter entlang der Küste vor dem AKW erstreckt, wirkungslos ist. Dieser sollte verhindern, dass das radioaktiv verseuchte Grundwasser, was auch die Reaktorkellerräume mit dem geschmolzenen Brennelementen passiert, ins Meer gelangt.

Die Atomaufsichtsbehörde NRA äußerte bereits gestern schon ihre Bedenken, dass der Schutzwall mehr Schaden als Nutzen anrichtet, zumal sich vor dem Schutzwall immer mehr radioaktiv verseuchtes Grundwasser, nämlich 400 t/Tg ansammelt. Ursprünglich sollte dieses kontinuierlich abgepumpt, „gereinigt“ und dann „kontrolliert“ ins Meer verklappt werden. Aus technischen Gründen funktioniert dieser Vorgang jedoch nicht. Der Salzgehalt des Wassers sei laut Tepco zu hoch und könne dadurch nicht wie gewünscht gefiltert werden.

Hinzu kommen noch 200 t/Tg, die sich in den Reaktorkellerräumen ansammeln. Somit kommen pro Tag schon 600 t hochradioaktiv verseuchtem Wasser zusammen!

Um die Gesamtmenge des radioaktiv verseuchten Grundwassers zu reduzieren, werden täglich etwa 300 t aus der Umgebung der Reaktoren 1 bis 4 über Bohrlöcher abgepumpt.

Es wurde auch festgestellt, dass der Tritiumgehalt des Wassers im Bereich der Küste massiv angestiegen ist. Die von Tepco festgelegte Obergrenze von 1500 Bq/l wurde bereits überschritten. Da das hochradioaktive Tritium dem Wasser chemisch gesehen sehr ähnlich ist, lässt es sich so gut wie gar nicht aus dem „normalen“ Wasser herausfiltern und stellt somit enorme Probleme dar.

Kürzlich entnommene Wasserproben wiesen schon darauf hin, dass der neue Schutzwall nicht die erhoffte Wirkung erzielt (antiatom-fuku berichtete). 

Wie auch schon die „Eismauer“, die die Reaktoren 1 bis 4 umschließt (antiatom-fuku berichtete), ist auch dieser Versuch in den Augen der NRA gescheitert.  

   

17.12.2015

Abgelaufener Schwelbrand in der Wiederaufbereitungsanlage Rokkasho

Wie der Betreiber Nihon Gennen (Japan Nuclear Fuel Limited, JNFL) jetzt mitteilte, ist es heute in der Wiederaufbereitungsanlage Rokkasho, Präfektur Aomori zu einem Schwelbrand gekommen. Mitarbeiter entdeckten eine schwarze Schmauchspur im Bereich der Ein- und Ausschleusung der Brennelemente, die in dieser Halle gelagert werden.

Als Ursache für den Brand kommt am ehesten die Batterie eines Überwachungsinstrumentes infrage.

Laut der Nihon Gennen wurde niemand verletzt und es sei auch keine Radioaktivität in die Umwelt gelangt. Die IAEA wurde über den Vorfall informiert.   

 

13.12.2015

Miyagi, Zwischenlagerstandorte – 3 Ortschaften eventuell aus dem Rennen

Die drei Ortschaften Kurihara, Taiwa und Kami in der Präfektur Miyagi, die bisher als eventueller Standort für ein Zwischenlager für radioaktive Abfälle aus der Nachbarpräfektur Fukushima galten, sind nun möglicherweise aus dem Rennen. Zu dieser Ansicht kommt nun das Umweltministerium nach Gesprächen mit den jeweiligen Bürgermeistern auf der heutigen Konferenz in Sendai (Nord), Präfektur Miyagi.

Dieser Sinneswandel kommt dadurch zu Stande, da sich die Bürger in den betroffenen Ortschaften weiterhin massiv gegen ein Zwischenlager währen. In Kurihara und in Taiwa wurden zwar schon erste Begehungen durchgeführt, aber weitere Überprüfung auf „Eignung“ durch die Bürgerproteste verhindert.  

 

11.12.2015

AKW Fukushima: Wasserproben - 4000-fach erhöhte Radioaktivität innerhalb kurzer Zeit

In den unterirdischen Kabelschächten, die sich auf der Südseite vom Reaktorgebäude 4 des AKWs Fukushima dai ich befinden, ist die Radioaktivität des Wassers, was sich dort angesammelt hat, im Vergleich zum Vorjahr um das 4000-fache angestiegen! Dieses erschreckende Ergebnis geht aus den Wasserproben hervor, die am 03.12.2015 entnommen worden sind. Die Ergebnisse der Analyse vom 09.12.2015 stellte der Betreiber Tepco nun auf einer Pressekonferenz vor.

Der Cäsiumwert liegt aktuell bei 482.000 Bq/l. Im Dezember 2014 waren es noch 121 Bq/l. Bei den ß-Strahlern liegen die Werte bei 500.000 Bq/l (12/2014: 120 Bq/l). Der ß-Strahler Tritium liegt jetzt bei 6700 Bq/l (12/2014: 310 Bq/l).

Nach Angaben des Betreibers Tepco sei die Radioaktivität im umliegenden Grundwasser nicht erhöht. Laut Tepco und dem Wirtschaftsministerium (METI) könne das hochradioaktiv verseuchte Wasser aus den besagten Kabelschächten jedoch nicht in das umliegende Grundwasser übertreten. Die Verbindungsstelle zum Gebäude sei in der Vergangenheit zwecks Barriere bereits verfüllt worden.

Nach der Ursache für den drastischen Anstieg innerhalb von nur 12 Monaten werde fieberhaft gesucht.

 

09.12.2015

Umfrage – 53,2% lehnen die Wiederinbetriebnahme des AKWs Ikata ab

Nach einer aktuellen Umfrage, die in der Präfektur Ehime getätigt worden ist, lehnen 53,2% der Einwohner die Wiederinbetriebnahme des Reaktors 3 am AKW Ikata ab. 26,6% der Befragten befürworten die Wiederinbetriebnahme und die restlichen 20,2% konnten sich nicht festlegen.

Als Grund für die Ablehnung wurden neben der fehlenden Notwendigkeit und den allgemeinen Gefahren der Kernenergie unzureichende Fluchtmöglichkeiten im Falle einer Katastrophe benannt, wobei auch die Entschädigungszahlungen, die einem zustehen würden, infrage gestellt werden.

Unter den Befürwortern finden sich vorwiegend Mitarbeiter des AKWs, bzw. der betreibenden Shikoku Elektrizitätswerke, sowie Leute, die in irgendeiner Form vom AKW profitieren.

Beim Reaktor 3 am AKW Ikata, einen DWR der seit 1993 in Betrieb ist, handelt es sich um einen für MOX-Brennelemente nachgerüsteten Reaktor, der den neuen gesetzlich festgelegten Sicherheitsanforderungen entspricht und somit im Juli von der Atomaufsichtsbehörde NRA die Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme erhalten hat (antiatom-fuku berichtete). Auch der Bürgermeister von Ikata, der Oberbürgermeister und die Präfekturverwaltung haben der Wiederinbetriebnahme schon zugestimmt. Und für die im Januar geplante Wiederinbetriebnahme laufen bereits die Vorbereitungen.

In Ikata und in der Umgebung, sowie landesweit finden laufend Protestveranstaltungen und Demos gegen die Wiederinbetriebnahme weiterer AKWs statt.

 

07.12.2015

AKW Fukushima – Entsalzungsanlage immer maroder und störanfälliger

Auch nach fast 5 Jahren, sind die Probleme, vor allem die mit dem ständig austretenden radioaktiven Wasser am havarierten AKW Fukushima dai ichi immer noch nicht in den Griff zu bekommen.

Besonders schwierig wird es auch mit der Entsalzungsanlage, die bereits seit Juni 2011 in Betrieb ist und somit, vor allen wegen dem Salzwasser und der hohen Radioaktivität nun immer mehr Verschleißerscheinungen aufweist. Denn dort kommt es nämlich immer wieder zu Vorfällen, bei denen radioaktives Wasser entweicht. Hierbei handelt es sich zwar um eher kleinere Mengen, die auch durch die Schutzwälle abgefangen werden, dennoch ist zu beachten, dass sich die „Wasserportionen“ im Laufe der Zeit dann aber doch zu einer stattlichen Menge summieren.

Die Ursachen für die Wasseraustritte sind hauptsächlich Undichtigkeiten an den Rohrleitungen, die laut den überprüfenden Ingenieuren auf schlecht gearbeitete Schweißnähte zurückzuführen sind.

Da das zu entsalzende Wasser unter hohen Druck in die Rohre gepresst wird, vibrieren diese, wodurch die Schweißnähte der Verbindungsstellen noch zusätzlich beansprucht werden. Im vergangenen Oktober ist darunter sogar ein Rohr geplatzt. Dabei sind 1000 Liter hochradioaktives Wasser, mit einem Cäsiumgehalt von 550 Bq/l entwichen. Im November waren es 300 Liter, die bei einem ähnlichen Vorfall ausgetreten sind.

Die Ingenieure befürchten, dass es an der maroden Entsalzungsanlage in Kürze zu größeren Zwischenfällen kommen könnte, wenn da nicht schnellstens interveniert wird.

Nicht nur an der Entsalzungsanlage, sondern überall in der Reaktorruine entweicht radioaktives Wasser, was auch in Verbindung mit menschlichen Fehlern steht, wie zum Beispiel die o.g. Schweißnähte.

Am Reaktor 2, kam es kürzlich zu einer Leckage an einem Wasserrohr aus speziellen Kunstharz, die durch Hitzeeinwirkung verursacht worden ist. Der Grund hierfür war eine Lampe, die zu dicht am Rohr platziert worden ist. Das alles sind nur wenige von zahllosen Beispielen für die ganzen Vorfälle, bei denen radioaktives Wasser entwichen ist.     

 

05.12.2015

Nach Aufhebung der Evakuierung in Naraha – Nur 5% wollen zurück

Obwohl in der Stadt Naraha, 14 km südlich vom havariertem AKW Fukushima dai ichi, der Evakuierungsbefehl bereits vor 3 Monaten komplett aufgehoben worden ist, sind laut der Stadtverwaltung bisher „nur“ 388 von knapp 8000 der geflüchteten Einwohner zurückgekehrt. Das entspricht einer Quote von etwa 5%.

Teile von Naraha wurden bereits im Herbst 2014 freigegeben. Teilweise durften einige Ortschaften jedoch nur über Tag besucht werden. Die S-Bahn fährt seit dem ebenfalls wieder bis Bahnhof Tatsuta, Stadt Naraha (antiatom-fuku berichtete).

Die meisten der ehemaligen Einwohner, die nicht zurückkehren wollen begründen das mit der Nähe zum AKW Fukushima dai ichi, der erhöhten Strahlung und der damit verbundenen gesundheitlichen Gefahren. Zudem hat sich seit der Dreifachkatstrophe das Leben im Ort völlig verändert, bzw. deutlich verschlechtert. Dazu zählt auch, dass jetzt wesentlich weniger Einkaufsmöglichkeiten vorhanden sind als vorher. Die Grund- und Mittelschulen öffnen auch erst 2017, was eine Rückkehr für Familien noch zusätzlich unattraktiv macht.

Während die Regierung die Rückkehr in die immer noch verstrahlten Orte vorantreibt, raten unabhängige Experten dringend davon ab.

 

AKW Fukushima – Behälter für Brennelemente möglicherweise undicht

Bei einer Begutachtung am havariertem AKW Fukushima dai ichi hatte die Atomaufsichtsbehörde NRA die Metallbehälter, in denen hochradioaktives Brennmaterial gelagert wird, ins Visier genommen und dabei festgestellt, dass diese möglicherweis undicht sind.

Die besagten Behälter kommen aus einem Stahlwerk in Kobe, Südjapan. Auch am AKW Tokai, 120 km nördlich von Tokyo, sind möglicherweise die gleichen Behälter im Einsatz, was derzeit durch die NRA überprüft wird.  

 

03.12.2015

AKW Takahama – laufende Vorbereitungen trotz gerichtlicher Verbote

Obwohl das Gerichtsurteil, was eine Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 3 und 4 am AKW Takahama, Präfektur Fukui verbietet, laufen die Vorbereitungen für beide Reaktoren auf Hochtouren (antiatom-fuku berichtete). Am Reaktor 2 laufen sogar auch schon die letzten Überprüfungen durch die Atomaufsichtsbehörde NRA, die immer kurz vor der eigentlichen Wiederinbetriebnahme stattfinden. Die Kansai Elektrizitätswerke wollen diesen auch ab Ende Dezember mit Brennelementen bestücken und Ende Januar wieder anfahren.

So lange das Gerichtsurteil Bestand hat, ist es den Kansai Elektrizitätswerken weiterhin untersagt, die beiden Reaktoren wieder in Betrieb zu nehmen. Bisher liegt auch kein rechtskräftiges Gegengutachten vor, was das bestehende Gerichtsurteil infrage stellen könnte. Von daher ist es auch nicht nachvollziehbar, dass die NRA als staatliche Institution die finalen Tests für die Wiederinbetriebnahme unbekümmert fortsetzt.   

 

01.12.2015

Fukushima: Schilddrüsenkrebs bei 152 Kindern – weiterer Anstieg

Aktuellen Daten zur Folge, die die Untersuchungskommission der Präfektur Fukushima nun bekannt gab, sind mittlerweile 152 Kinder und Jugendliche an Schilddrüsenkrebs erkrankt. Im vergangenen August waren es noch 137 Kinder mit dieser Diagnose. Somit ist es mehr als naheliegend, dass da ein direkter Zusammenhang mit der Reaktorkatastrophe von 2011 und der damit verbundene erhöhte Radioaktivität besteht; zumal die Quote der Kinder, die in Fukushima an Schilddrüsenkrebs erkranken, bis Anfang 2011 bei 1 zu 1 Millon lag!

Zusammenhänge zwischen der erhöhten Radioaktivität und der sich häufenden Erkrankungen werden, auch wenn diese noch so offensichtlich sind, weiterhin von der Regierung und der restlichen Atomlobby dementiert.     

 

November 2015

 

29.11.2015

Reaktor 2 am AKW Tokai – Stilllegung wahrscheinlich

Am Reaktor 2, AKW Tokai, Präfektur Ibaraki, dauern die Sicherheitsüberprüfungen der Atomaufsichtsbehörde NRA bereits anderthalb Jahre und langsam zeichnet sich ab, dass die Genehmigung für die Wiederinbetriebnahme immer unwahrscheinlicher wird. Der bereits 37 Jahre alte Reaktor entspricht trotz Nachbesserungen nicht den neuen Sicherheitsanforderungen.

Neben den technischen Mängeln kommt auch noch hinzu, dass die Besiedelung im Umkreis zu hoch ist.

Das AKW Tokai, Betreiber Japan Atomic Power, besteht aus zwei Reaktoren, wovon Reaktor 1, ein Magnox GCR, der im Jahr 1969 in Betrieb ging und 1998 stillgelegt worden ist. Bei Reaktor 2 handelt es sich um einen SWR aus dem Jahr 1978. Dieser wurde notfallmäßig abgeschaltet, als es im März 2011 während der Dreifachkatastrophe auch dort zu einem Störfall im Kühlsystem, der leicht in eine Kernschmelze hätte münden können, gekommen ist.  

 

AKW Takahama – Werden Gerichtsurteile einfach ignoriert?

Die beiden Siedewasserreaktoren 3 und 4 am AKW Takahama, Präfektur Fukui sollen nach Plänen der Kansai Elektrizitätswerke Ende Januar wieder angefahren werden.

Diese beiden Reaktoren, die zwar nach „bestandener Sicherheitsüberprüfung“ durch die Atomaufsichtsbehörde NRA freigegeben worden sind, dürfen nach einem Gerichtsurteil von April 2015 allerdings doch nicht in Betrieb genommen werden. Begründet wurde das Urteil mit gravierenden Sicherheitsmängeln technischerseits und aufgrund der geologischen Verhältnisse im Umfeld.

Trotz des rechtskräftigen Gerichtsurteils verhalten sich die Kansai Elektrizitätswerke, das Wirtschaftsministerium und der Bürgermeister von Takahama so, als habe das Urteil keinen Bestand. Auch die Regierung, die die Rückkehr in die Atomkraft ja vorantreibt, sieht bei dieser Rechtswidrigkeit keinen Handlungsbedarf; eher im Gegenteil. Statt der Rechtsgültigkeit des Urteils Nachdruck zu verleihen, wurde sogar der zuständige Richter an einen anderen Gerichtshof, der weniger wichtig ist, versetzt.

Der Termin für die Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren war ursprünglich sogar für Ende Dezember geplant und die technischen Überprüfungen, die im Rahmen der Vorbereitung getätigt werden, laufen auch schon. Laut den Kansai Elektrizitätswerke wurde der Termin wegen der NRA, die noch Nachforderungen anstellte, verschoben. Über das bestehende Gerichtsurteil spricht jedoch keiner und alle verfahren so, als sei es nicht existent.

Die geplante Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren findet weiterhin kaum Akzeptanz in der Bevölkerung. Die Proteste in der Region, auch in Kyoto und Osaka, sowie landesweit sind weiterhin massiv.   

 

26.11.2015

AKW Fukushima: Neuer Schutzwall neigt sich in Richtung Meer

Nachdem der Betreiber Tepco vor ein paar Tagen feststellen musste, dass der neu errichtete Schutzwall am havariertem AKW Fukushima dai ichi kaum Wirkung zeigt (antiatom-fuku berichtete), musste man heute feststellen, dass sich der Schutzwall dazu auch noch in Richtung Meer neigt. An manchen Stellen neigt sich der Schutzwall sogar bis zu 20 cm!

Der erst 1 Monat alte Schutzwall, der vor dem AKW entlang der Küste verläuft, wurde errichtet, damit hochradioaktives Grund- und Kühlwasser zurück gehalten wird, damit es nicht ins Meer gelangt.

Als Ursache für die Neigung des Schutzwalls vermutet Tepco den hohen Druck durch den angestiegenen Grundwasserspiegel auf der Reaktorseite.

Tepco will nun den Schutzwall mit Stahlstützen verstärken und die entstandenen Risse mit Beton ausbessern.

Um sich ein anschaulicheres Bild vom Schutzwall zu verschaffen, siehe dazu auch das Video (japanisch) des Fernsehsenders NHK.  

 

24.11.2015

Rückbau am AKW Fukushima – Gigantische Ansaugdüse am Reaktor 1 im Einsatz

Im Rahmen der Rückbauarbeiten am havariertem AKW Fukushima dai ichi hat nun der Betreiber Tepco damit begonnen, kleinere Trümmerteile, Betonstücke und weitere Schuttteile aus dem oberen Teil vom Reaktorgebäude 1 zu entfernen. Dies geschieht über eine große Absaugvorrichtung, die an einen überdimensionalen Staubsauger erinnert. Parallel dazu läuft eine Sprinkleranlage, damit keine radioaktiven Partikel umher gewirbelt und verteilt werden.

Das durch die Wasserstoffexplosion stark beschädigte Gebäude von Reaktor 1 wurde im Herbst 2011 mit einer Schutzhülle versehen, wovon das Dach im September/Oktober 2015 zwecks Rückbau des Reaktors nun demontiert worden ist (antiatom-fuku berichtete).

Um erste Trümmerteile im oberen Bereich des Gebäudes zu entfernen, wurde die Ansaugdüse mittels Kran von oben in die geöffnete Schutzhülle eingelassen.

Mit Auffangcontainer wiegt das Gerät 22 t. Die 25 cm breite Düse kann bis zu 20 kg schwere Schutteile aufsaugen und wird über eine Fernsteuerung bedient.

Die Brennelemente im Abklingbecken von Reaktor 1 sollen laut Tepco voraussichtlich ab 2020 entfernt werden. 

     

22.11.2015

AKW Fukushima dai ichi: neuer Schutzwall wirkungslos

Der neue Schutzwall am havarierten AKW Fukushima dai ichi, der vor einen knappen Monat fertiggestellt worden ist (antiatom-fuku berichtete), zeigt so gut wie keine Wirkung. Dieser wurde errichtet, um das hochradioaktiv verseuchte Grund- und Kühlwasser aus den Reaktorkellerräumen davon abzuhalten ins Meer zu gelangen. Der Schutzwall, bestehend aus aneinandergereihten Stahlbetonsäulen, verläuft auf einer Länge von 720 Metern entlang der Küste vor dem AKW. Die Säulen ragen 30 Meter tief in den Boden und die Lücken wurden mit Beton verfüllt.

Die Werte der radioaktiven Partikel im Meerwasser vor der Küste sinken nach Fertigstellung des Schutzwalls jedoch widererwarten kaum ab. Nur im Hafenbecken konnte eine geringe Reduktion des Cäsiums festgestellt werden.

Nach vorherigen Berechnungen durch den Betreiber Tepco sollte durch den Schutzwall die tägliche Menge an Grund- und Kühlwasser, was ins Meer gelangt von 400 t auf 10 t und somit auch der Cäsiumgehalt auf 40% reduziert werden.

Auch wenn sich die Werte im Hafen etwas zu bessern scheinen, ist im Gesamten jedoch keine nennenswerte Reduktion der radioaktiven Partikel im Meerwasser vor der Küste feststellbar, was belegt, dass der Schutzwall so gut wie gar keine Wirkung zeigt.

Der Betreiber Tepco vermutet, dass noch verbliebene Ritzen in der Schutzmauer sind, durch die das radioaktive Wasser hindurch kommt. Als weitere mögliche Ursachen kommen laut Tepco auch Abwassergräben auf dem Gelände und Regenwasser infrage. Die genaue Ursachensuche wird jedoch noch einige Zeit in Anspruch nehmen.  

     

21.11.2015

Seismisch aktive Bruchzone – Endgültiges Aus für AKW Tsuruga?

Am AKW Tsuruga, Präfektur Fukui laufen zur Zeit, wie an vielen anderen AKWs auch, die Überprüfungen auf Erfüllung der neuen NRA-Sicherheitsanforderungen zur Wiederinbetriebnahme einiger Reaktoren. Am AKW Tsuruga wird Reaktor 2 auf technische Sicherheit überprüft, ein DWR, der im Jahr 1987 in Betrieb ging und seit 2011 still steht.

AKW Tsuruga, seismisch aktive Verwerfungen (gelbe Linie). Große Bruchzone (rot), weitere Verwerfungen (weiß). Bild: Screnshot AF)

Nach Überprüfung der geologischen Gegebenheiten auf dem Gelände des AKWs Tsuruga hat die Atomaufsichtsbehörde NRA die seismische Aktivität einer Verwerfungslinie, die quer über das Gelände am Reaktor 2 vorbei verläuft, in ihrem Bericht quasi bestätigt. Genau diese Verwerfung war schon 2012 wegen möglicher seismischer Aktivität unter den Experten heftig umstritten. Vom Betreiber Japan Atomic Power wurde diese Verwerfung nach eigenen Untersuchungen natürlich als unbedenklich eingestuft.

Weitere Bruchzonen befinden sich ebenfalls auf dem Gelände. Und entlang der Küste, parallel zum AKW verläuft eine sehr stark ausgeprägte Bruchzone.

Nach Einschätzung der NRA ist somit auch die Erdbebengefahr deutlich erhöht, was gegen eine Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme von Reaktor 2 spricht.

Reaktor 1, ein SWR aus dem Jahr 1970 kam schon alleine wegen des Alters für eine Überprüfung zur Wiederinbetriebnahme nicht infrage.

 

19.11.2015

AKW Sendai – Betreiber will Laufzeitverlängerung für Reaktor 2

Der Chef des AKWs Sendai, Michiaki Uriu, Kyushu Elektrizitätswerke will für Reaktor 2 eine Laufzeitverlängerung für weitere 20 Jahre beantragen. Dieser wurde wie auch Reaktor 1 aufwändig und teuer saniert, damit er den neuen Sicherheitsanforderungen der Atomaufsichtsbehörde NRA entspricht.

Da Reaktor 2, ein DWR, jedoch schon seit 1985 in Betrieb ist, darf er nach dem Gesetz noch weitere 10 Jahre betrieben werden und würde dann 2025 die maximale Laufzeit von 40 Jahren erreichen. Danach müsste er normalerweise stillgelegt werden.

Diese Pläne besprach Uriu mit dem Präfekturgouverneur Ito auf einer nichtöffentlichen Zusammenkunft. Über Reaktor 1, der sogar schon seit 1984 in Betrieb ist, wurde jedoch nicht gesprochen.

Die beiden Reaktoren am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima, sind derzeit die einzigen von ursprünglich 54 Reaktoren, die in Japan am Netz sind.

 

16.11.2015

Schneller Brüter Monju – NRA fordert Stilllegung

Der schnelle Brüter Monju, Präfektur Fukui, der wegen der zahllosen Sicherheitsmängel laufend in der Kritik steht, wird aller Voraussicht nach von der Atomaufsichtsbehörde NRA keine Genehmigung für die Wiederinbetriebnahme bekommen. Dieses teilte die NRA nun auch dem Ministerium für Erziehung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technik mit. Dem Betreiber Japan Atomic Energy Power wurde die endgültige Stilllegung des Reaktors nahegelegt.

Mittlerweile hat sich der schnelle Brüter Monju, der zu Beginn seiner ersten Inbetriebnahme gerade mal für einen Monat Strom geliefert hatte, als Investitionsruine erwiesen und wird auch in der Zukunft noch reichlich Geld verschlingen ohne eine einzige kW/h Strom zu liefern. Auch die Rechnung mit dem „geschlossenen Brennstoffkreislauf“ geht nicht auf.  

Das sind alles Tatsachen und Probleme, die Behörden immer wieder vor sich her geschoben haben und wofür keiner so richtig die Verantwortung übernehmen wollte. Es gab bisher keine klaren Aussagen zum Thema „Monju“ seitens der Behörden.

Der NRA-Chef Tanaka wurde jetzt jedoch deutlicher und sagt der Japan Atomic Energy Power und den zuständigen Behörden, dass der schnelle Brüter Monju aufgrund seiner sicherheitsrelevanten Mängel nicht mehr in Betrieb genommen, sondern endgültig stillgelegt werden sollte.

Auch die Störfälle aus der Vergangenheit, der Natriumunfall von 1995, das restliche Brennmaterial und Flüssignatrium, was sich noch im Reaktor befindet, sprechen nicht gerade für einen sicheren Betrieb der Anlage.

  

14.11.2015

Mittelstarkes Erdbeben und Tsunamiwarnung nähe AKW Sendai

Heute Morgen um 5:51 Uhr ereignete sich auf der südlichen Hauptinsel Kyushu ein mittelstarkes Erdbeben der Stärke 4,0 auf der Richterskala. Es wurde eine Tsunamiwarnung von 1 m Höhe herausgegeben.

Am stärksten betroffen war die Präfektur Kagoshima, wo sich auch das AKW Sendai befindet, was seit dem Herbst mit zwei Reaktoren wieder am Netz ist. Die beiden Reaktoren, die mittlerweile wieder im Vollbetrieb laufen, sind bisher die einzigen von ehemals 54 Reaktoren landesweit, die wieder am Netz sind (antiatom-fuku berichtete).

Kurz nach 6:00 Uhr wurde am AKW Sendai aufsteigender Dampf im Bereich der Turbinengebäude beobachtet. Laut den betreibenden Kyushu Elektrizitätswerken wären wohl jedoch keine Störungen aufgetreten und das AKW liefe weiterhin im Normalbetrieb.

Das Epizentrum des Erdbebens lag im Meer, etwa 160 km südwestlich von Kagoshima. Nachfolgend ereigneten sich dort 7 weitere kleine Erdbeben, die sich über den ganzen Tag verteilten und bis in den frühen Abend andauerten. Dann folgte um 19:21 ein kleineres Erdbeben der Stärke 1 bis 2 auf der Richterskala, was sich über die gesamte Nordostküste von Aomori bis Tokyo erstreckte. An dieser Küste befindet sich auch das havarierte AKW Fukushima dai ichi.

Am stärksten betroffen war die Stadt Iwaki in der Präfektur Fukushima. Das Epizentrum lag etwa 200 bis 300 km östlich vor der Küste von Sanriku, Präfektur Iwate.      

 

12.11.2015

Weitere Anträge auf Anerkennung der Folgeschäden bei AKW-Arbeitern mit Leukämie

Nach dem kürzlich die aufgetretene Leukämie eines ehemaligen Arbeiters, der zu Beginn der Reaktorkatastrophe am AKW Fukushima dai ichi tätig war, von den Behörden als Folgeerkrankung der hohen Radioaktivität anerkannt worden ist, erheben jetzt 7 weitere ehemalige AKW-Arbeiter, die ebenfalls an Leukämie erkrankten, auch einen Anspruch auf Anerkennung als Folgeerkrankung und entsprechender Entschädigung.

Der kürzlich anerkannte Fall ist der erste, der von den japanischen Behörden als gesundheitlicher Folgeschaden, der in Verbindung mit der Reaktorkatastrophe steht anerkannt worden ist. Von den 7 weiteren Leukämiefällen wurden bei drei die Anträge auf Anerkennung bereits abgelehnt. In einem weiteren Fall wurde die bereits zugesicherte Anerkennung widerrufen. Die letzten drei Fälle werden zur Zeit noch begutachtet.  

 

10.11.2015

Tepco – Werbespot für AKW Kashiwazaki Kariwa

Der Stromkonzern Tepco, der auch das havarierte AKW Fukushima dai ichi zu verantworten hat, hat nun einen 30-sekündigen Werbespot für sein AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata herausgebracht, der jetzt im Fernsehen läuft.

Der Stromkonzern Tepco, der bei der Atomaufsichtsbehörde NRA die Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 6 und 7 am AKW Kashiwazaki Kariwa beantragt hat, propagiert in diesem Werbespot die verbesserte technische Sicherheit, spezielle Abluftfilter, die Radioaktivität zurück halten sollen, sowie einen verbesserten Tsunamischutz und dann auch noch, dass die Wiederinbetriebnahme den Konzern finanziell wieder in die schwarzen Zahlen bringen würde.

AKW Kashiwazaki Kariwa. Bild: Petra Alt

Über die vorhandene geologische Verwerfungslinie entlang der Reaktoren spricht Tepco jedoch nicht.

Bei den beantragten Reaktoren 6 und 7 handelt es sich um eine „verbesserte“ Form des Siedewasserrektors aus den Jahren 1996 und 1997. Die Sicherheitsüberprüfungen der NRA laufen zur Zeit noch.   

08.11.2015

AKW Fukushima: Neuer Schutzwall wirklich effektiv?

Der neue Schutzwall am havariertem AKW Fukushima dai ichi (antiatom-fuku berichtete), der vor etwa einer Woche fertiggestellt worden ist, zeigt laut dem Betreiber Tepco Wirkung.

Der Schutzwall, bestehend aus nebeneinanderstehenden Stahlbetonsäulen, die tief ins Erdreich ragen, verläuft über eine Länge von 780 Metern entlang der Küste vor dem AKW, bzw. auch durch dessen Hafenbecken und soll das radioaktiv verseuchte Grund- und Kühlwasser der Reaktoren 1 bis 4 davon abhalten ins Meer zu gelangen.

Nach ersten Analysen von Wasserproben sei laut Tepco der Austritt radioaktiver Partikel zurückgegangen, was bedeuten würde, dass der neue Schutzwall Wirkung zeigt.

Allerding konnten in den Wasserproben, die direkt im Hafenbecken entnommen worden sind keine Veränderungen festgestellt werden.

 

Zum Zwischenfall am Reaktorblock 2

Beim Zwischenfall am Turbinengebäude von Reaktor 2, der sich am 05.11.2015 ereignete (antiatom-fuku berichtete), sind mindestens 225 Liter hochradioaktives Wasser ausgetreten. Die Ursache für diesen Zwischenfall konnte der Betreiber Tepco jedoch nicht gänzlich klären.

Auch an einer Filteranlage, die vorwiegend Strontium herausfiltern soll, waren am 02.11.2015 etwa 50 Liter radioaktives Wasser aus einem Ansaugrohr ausgetreten, was laut Tepco natürlich nicht ins Erdreich gelangt ist.

 

AKW Tsuruga – komplette Stilllegung wahrscheinlich

Wie die Atomaufsichtsbehörde NRA bereits in ihrem Bericht von 05.11.2015 mitteilte, verläuft auch unter Reaktor 2 eine seismisch aktive Verwerfungslinie (antiatom-fuku berichtete), so dass hierfür keine Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme erteilt werden kann.

Schon im Jahr 2012 wurde dort eine seismische Aktivität vermutet, die jedoch durch den Betreiber Japan Atomic Power natürlich dementiert worden ist.   

Das AKW Tsuruga, bestehend aus zwei Reaktoren und ging 1970 mit Reaktor 1, einem SWR ans Netz. Reaktor 2, ein DWR folgte dann 1987. Somit fällt das komplette AKW für den Betreiber Atomic Power weg.

Zur Zeit laufen, bzw. liefen an 26 Reaktoren von 16 AKWs NRA-Sicherheitsüberprüfungen zwecks Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme.  

Zwei Reaktoren an AKW Sendai, Präfektur Kagoshima wurden bereits durchgewunken, Reaktor 3 am AKW Ikata, Präfektur Ehime könnte bald der dritte sein (antiatom-fuku berichtete).

 

05.11.2015

AKW Fukushima dai ichi – Erneut hochradioaktives Wasser ausgetreten

Am havariertem AKW Fukushima dai ichi wurde heute Nacht um 0:10 Uhr erneut hochradioaktiv verseuchtes Wasser entdeckt, was im Bereich des Turbinengebäudes von Reaktor 2 ausgetreten ist. Um weiteres auslaufen von hochradioaktiven Wasser zu verhindern, wurden alle Pumpen, die in diesem Bereich das angesammeltes Wasser aus den Kellerräumen der betroffenen Gebäude abpumpen, sofort gestoppt. Nach der Ursache wird jetzt gesucht. Infrage kommen wahrscheinlich Undichtigkeiten an Rohrleitungen am Turbinengebäude 2. Laut dem Betreiber Tepco wären in der vergangenen Woche keine Störungen aufgetreten.

Die Strahlung in den Proben des ausgetretenen Wassers betragen für Cäsium134 4000000 Bq/l und für Cäsium137 18000000 Bq/l. Über die ausgetretene Wassermenge gibt es bisher noch keine Angaben.

Die NRA kritisierte heute auch das Management von Tepco, vor allem das mit den laufenden Zwischenfällen, bei denen ständig radioaktives Wasser am AKW Fukushima dai ichi entweicht. Bemängelt wird auch die unzureichende Aufklärung bezüglich der Ursachen, wofür vorwiegend der AKW-Chef Akira Ono verantwortlich gemacht wird. Hier bei wurde auch das Management am AKW Fukushima dai ni und der Umgang mit den radioaktiven Abfällen kritisiert.

 

AKW Tsuruga – Aktive Verwerfung unter Reaktor 2

Am AKW Tsuruga, Präfektur Fukui erhärtet sich der Verdacht, dass unterhalb von Reaktor 2 (DWR) eine aktive geologische Verwerfungslinie verläuft. Dies gab nun die Atomaufsichtsbehörde NRA in einem schriftlichen Bericht bekannt. Somit wird die Genehmigung einer Wiederinbetriebnahme des Reaktors immer unwahrscheinlicher. Laut dem Betreiber Japan Atomic Power Company würde es sich jedoch nicht um eine aktive Verwerfung handeln.

 

02.11.2015

AKW Ikata: Bürger fordern sofortigen Widerruf der Betriebsgenehmigung

Bürger, die im Umkreis vom AKW Ikata, Präfektur Ehime leben, fordern jetzt vom Präfekturgouverneur Tokihiro Nskamura den sofortigen Widerruf der im Oktober 2015 erteilten Betriebsgenehmigung für Reaktor 3 am AKW Ikata.

Reaktor 3, ein DWR, der weiterhin mit MOX bestückt werden soll, wurde im Mai 2015 von der Atomaufsicht NRA nach „bestandener Sicherheitsüberprüfung“ freigegeben (antiatom-fuku berichtete). Die Genehmigung durch die jeweilige Präfektur ist immer wieder vor einer Wiederinbetriebnahme eines Reaktors erneut nötig.

Das schriftliche Gesuch auf Widerruf der Genehmigung hat die Bürgerinitiative heute in der Präfekturverwaltung eingereicht. Begründet wird das Anliegen hauptsächlich mit der unzureichenden Erdbebensicherheit am AKW-Standort Ikata. Laut den betreibenden Shikoku Elektrizitätswerken und der NRA sei die Erdbebensicherheit natürlich ausreichend, was jedoch wissenschaftlich aber nicht bestätigt werden kann.

Reaktor 3 am AKW Ikata wäre, wenn die Genehmigung nicht zurückgezogen wird, der dritte Reaktor in Japan, der wieder ans Netz gehen dürfte. Die Reaktoren 1 und 2 am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima in Südjapan laufen bereits seit August, bzw. Oktober. Reaktor 2, der nach schrittweiser Steigerung nun die volle Leistung erreicht hat, soll ab Mitte November im Vollbetrieb laufen.

Für die Stromversorgung sind die Reaktoren laut unabhängigen Experten absolut nicht nötig. Der Energiebedarf könnte problemlos aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Auch aus der landesweiten Bevölkerung, die den Atomausstieg befürworten, kommen weiterhin massive Proteste gegen die Widerinbetriebnahme der AKWs.

 

Oktober

29.10.2015

AKW Fukushima, Reaktor 2 – Strahlung bis 9,5 Sv/h

Eine ferngesteuerte Messsonde, die am havarierten AKW Fukushima dai ichi im Gebäude von Reaktor 2 eingebracht worden ist, zeigte im Bereich des Sicherheitsbehälters zum Teil sehr hohe Strahlenwerte an. In einem Schacht mit Rohrleitungen am Sicherheitsbehälter herrscht zum Teil eine extrem hohe Radioaktivität mit Werten bis zu 9,4 Sv/h! Das ist eine Strahlendosis, die einen Menschen innerhalb von 45 Minuten töten würde.

Auch am Boden im Bereich von Abflussleitungen wurden sehr hohe Werte gemessen. Die dort vorhandene Metallteile, Gerätschaften sind zum Teil stark deformiert, was laut Tepco am ehesten auf die hohen Temperaturen bei Eintritt der Kernschmelze von 2011 zurückzuführen ist.

Die Messungen im Reaktorblock 2 wurden im September vorgenommen und die Ergebnisse jetzt von Tepco ausgewertet. Anhand der Daten soll u.a. auch der Ablauf der Dekontaminationsarbeiten geplant werden.

Im Reaktor 3, dessen Gebäude bei der Wasserstoffexplosion am stärksten zerstört worden ist, beinhaltet auch MOX-Brennelemente.

   

AKW Fukushima, Reaktor 3 - Spezialroboter für Dekontamination geplant

Im Rahmen der Rückbauarbeiten am havarierten AKW Fukushima dai ichi plant der Betreiber Tepco ab Mitte November den Einsatz eines Spezialroboters im Reaktorbock 3. Der Roboter ist sehr wendig, kann sich auf unebenen Flächen gut bewegen, ist auf 8 Meter Höhe ausfahrbar und mit 22 Kameras, die einen guten Rundumblick ermöglichen ausgestattet. Dieser soll dann vor allem schlecht zugängliche Bereiche, wie Wände, Decken, Zwischenräume von Rohrleitungen usw. im Reaktorgebäude dekontaminieren. Dabei sprüht er Trockeneis auf die Fläche, um den radioaktiven Staub und Dreck zu binden, der dann wie bei einer Reinigungsmaschine weggesaugt wird.

Laut Tepco soll dadurch die Strahlung erheblich gesenkt werden, so dass der Einsatz von menschlichen Arbeitern im Reaktorgebäude „möglich“ wird.

Die durchschnittliche Strahlung im Erdgeschoss der Reaktorblöcke 1 bis 3, beträgt 9 mSv/h in Block 1, 30 mSv/h in Block 2 und 125 mSv/h in Block 3.

Die von Tepco angestrebte Obergrenze, bei der das Arbeiten im Reaktorgebäude „zumutbar“ sei, liegt bei 3 mSv/h.

 

27.10.2015

AKW Fukushima, viel versprechender Schutzwall fertiggestellt

Die Bauarbeiten für den neuen Schutzwall (antiatom-fuku berichtete), der entlang der Küste vor dem havariertem AKW Fukushima dai ichi verläuft, wurden nun abgeschlossen. Der 780 Meter lange Schutzwall besteht aus 594 dicht aneinander gereihten Stahlbetonsäulen, dessen Zwischenräume mit Beton abgedichtet sind.  

Laut den Berechnungen von Tepco, dem Betreiber der Reaktorruine, soll das radioaktive Wasser, was täglich ins Meer gelangt, von 400 auf 10 Tonnen reduziert werden. Die radioaktiven „Inhaltsstoffe“ würden sich laut den Berechnungen wie folgt reduzieren: Cäsium und Strontium bis zu 40% und Tritium bis zu 15%.

Das abgefangene Wasser wird nach einer „Reinigung“ ins Meer verklappt. Allerdings muss man jedoch berücksichtigen, das Tritium („Überschweres Wasser“) sich fast gar nicht herausfiltern lässt! Somit ist fraglich, inwiefern die von Tepco berechnete Menge an Tritium, die am Ende mit dem gefiltertem Wasser ins Meer verklappt wird, wirklich „nur“ bei bis zu 15% liegt.

 

Energiepolitik – 90% lehnen Atomkraft an, wollen Energiewende

Bezüglich der gegenwärtigen Energiepolitik, bei der die Regierung trotz allgemeiner Ablehnung und fehlender Notwendigkeit auf Atomkurs bleibt, wurde eine landesweite Umfrage getätigt.

Das Wirtschaftsministerium strebt für den Energiefahrplan einen Anteil an Kernenergie von 20 bis 22% im Energiemix bis 2030 an. Dieses wird jedoch von etwa 90% der Bevölkerung abgelehnt.

89,9% der Befragten befürworten einen sofortigen, bzw. zügigen Atomausstieg. 8% haben keine konkrete Meinung und 2,6% wollen weiterhin Atomkraft, bzw. befürworten sogar dessen Ausbau.

Bezüglich der erneuerbaren Energien als solche, befürworten 91,7% einen weiteren Ausbau, 0,9% halten diese für ausreichend und 7,5% haben keine Meinung dazu.

 

24.10.2015

Radioaktiv verseuchtes Wasser - Neuer Schutzwall am AKW Fukushima  

Die Bauarbeiten eines neu errichteten Schutzwalls, der entlang der Küste vor dem havariertem AKW Fukushima dai ichi, bzw. in dessen Hafenbecken verläuft und das radioaktiv verseuchte Grundwasser davon abhalten soll ins Meer zu fließen, werden in den nächsten Tagen abgeschlossen (Bilder vom Schutzwall).

Entstanden ist ein 780 Meter langer Schutzwall aus vielen aneinander gereihten Stahlbetonsäulen, die bis zu 30 Meter in den Boden reichen. Die Zwischenräume der Säulen wurden mit Beton verfüllt. Diese Mauer soll das radioaktive Grundwasser, bzw. das hochradioaktive Kühlwasser aus den undichten Reaktoren zurückhalten. Das Wasser, was sich dann vor der Schutzmauer ansammelt, wird abgepumpt, „gereinigt“ und dann „kontrolliert“ ins Meer verklappt, so die Planung von Tepco.

Seit viereinhalb Jahren gelangen 400 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer.

Mithilfe der neuen Schutzmauer sollen laut dem Betreiber Tepco die Wassermengen, die unkontrolliert ins Meer gelangen, erheblich reduziert werden. Somit wird auch die Radioaktivität, die das Meer verseucht, deutlich eingedämmt, was Tepco als Meilenstein im Kampf mit dem verseuchten Wasser bezeichnet.

 

22.10.2015

Schneller Brüter Monju – Stilllegung wird immer wahrscheinlicher

Laut aktuellen Informationen der Atomaufsichtsbehörde NRA wird eine Stilllegung des schnellen Brüters Monju, Präfektur Fukui immer wahrscheinlicher. Je mehr die NRA überprüft, desto länger wird die Mängelliste. Nach gestrigen Informationen liegen bereits 1387 gravierende technische Mängel vor, so dass die vom Betreiber Nihon Genshiryoku Kikō (Japanische Organisation für Entwicklung und Forschung in der Atomenergie) beantrage Genehmigung auf Wiederinbetriebnahme in weite Ferne rückt und eine Stilllegung, selbst in Zeiten einer atomfreundlichen Abe-Politik, immer wahrscheinlicher wird.

 

Präfekturgouverneur bewilligt AKW Ikata

Der Präfekturgouverneur der Präfektur Ehime, Nakamura stimmt der von den Shikoku Elektrizitätswerken beantragte Wiederinbetriebnahme von Reaktor 3, der bereits von der Atomaufsichtsbehörde freigegeben worden ist, zu.

Der Bürgermeister der gleichnamigen Stadt Ikata, Yamashita, der eher eine ablehnende Haltung gegen das AKW Ikata hat, musste diese Entscheidung jedoch wohl oder übel hinnehmen.

Vor jeder Wiederinbetriebnahme eines Reaktors ist immer auch die Genehmigung der jeweiligen Präfektur erforderlich, die das AKW Ikata nun erhalten hat.

 

20.10.2015

AKW Fukushima – Bilder aus Reaktor 3

Im Rahmen der Erkundungsarbeiten über den Zustand des Inneren von Reaktor 3 am havarierten AKW Fukushima dai ichi liefert der Betreiber Tepco jetzt aktuelle Bilder. Über eine Kamera, die in das Innere des Sicherheitsbehälters von Reaktor 3 eingebracht worden ist, kommt die Wasseroberfläche, die bis zu einer Arbeitsplattform reicht, zur Darstellung (zur Abbildung). Der Wasserstand liegt bei 6,5 Metern und entspricht somit den vorherigen Vermutungen von Tepco. Die Strahlung weist Werte bis zu 1 Sv/h auf, die Lufttemperatur liegt bei 25 bis 26 C° und die Wassertemperatur bei 33 bis 35 C°. Sichtbare Schäden in Reichweite der Kamera wären laut Tepco jedoch nicht sehen.

Im Reaktor 3, wo sich 2011 ebenfalls eine Kernschmelze ereignete, befinden sich seit August 2010 auch plutoniumhaltige MOX-Brennelemente. Das Gebäude wurde bei der Wasserstoffexplosion sehr stark beschädigt.

 

18.10.2015

Bürgermeisterkonferenz: Ablehnende Haltung gegenüber dem AKW Ikata

Auf der Bürgermeister- und Pressekonferenz, die heute in Minamisoma, Präfektur Fukushima stattfand, war das AKW Ikata, Präfektur Ehime das Hauptthema. Neben den allgemeinen Gefahren der Atomkraft wird vor allem kritisiert, das der Reaktor 3 am AKW Ikata trotz unzureichender Evakuierungspläne, die im Falle einer radiologischen Notfallsituation greifen sollen, von der Atomaufsichtsbehörde NRA zur Wiederinbetriebnahme freigegeben worden ist. Hervorgehoben wurde das Problem von Suguru Sakurai, dem Bürgermeister von Minamisoma, der eine Wiederinbetriebnahme strikt ablehnt, da auch die Evakuierung von Minamisoma und weiteren AKW-nahen Ortschaften eher schleppend und unkoordiniert verlief. Auch die Todesfälle, die in Verbindung mit der Reaktorkatastrophe von Fukushima stehen mehren sich weiterhin, so Sakurai weiter. Sein Fazit: „Der beste Katastrophenschutz- und Evakuierungsplan ist es, das AKW Ikata erst gar nicht in Betrieb gehen zu lassen“.

 

17.10.2015

AKW Fukushima: Zwei defekte Brennelemente im Abklingbecken von Reaktor 3 

Am havariertem AKW Fukushima dai ichi werden zur Zeit Trümmerteile aus dem Abklingbecken von Reaktorgebäude 3 entfernt. Das Gebäude wurde bei der Wasserstoffexplosion 2011 sehr stark beschädigt, wobei auch Trümmer in das Abklingbecken fielen.

Nach dem am Donnerstag ein größeres etwa 2,6 t schweres Teil entfernt worden ist, konnten gestern die im Becken befindlichen Brennelemente besser gesichtet werden, wobei an zwei Brennelementen eine Deformierung am oberen Ende und am Griff festgestellt worden ist; womit sich die Anzahl der beschädigten Exemplare auf 6 Stück erhöht. Denn im August dieses Jahres wurden bereits 4 Brennelemente mit ähnlicher Deformierung entdeckt.

Im Abklingbecken von Reaktor 3 befinden sich 566 Brennelemente, die nach Entfernung der restlichen Trümmerteile geborgen werden sollen. Ob die beschädigten Brennelemente allerdings Probleme bereiten könnten, ist laut dem Betreiber Tepco jedoch noch unklar.

 

15.10.2015

Nichts gelernt aus Fukushima - Reaktor 2 am AKW Sendai wieder in Betrieb

Mit Reaktor 2 am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima in Südjapan, ging heute trotz fehlender Notwendigkeit und massiver Proteste aus der Bevölkerung, der zweite Reaktor in Japan wieder in Betrieb.

Nach letzten Überprüfungen der Steuerstäbe und weiteren abschließenden Tests wurde heute Morgen um 10:30 Uhr damit begonnen den mit 157 Brennelementen bestückten Reaktor anzufahren. Es wurden 32 Steuerstäbe heraus gezogen und um 11:00 Uhr begann die Kernspaltung.

Laut den betreibenden Kyushu Elektrizitätswerken verlief bisher alles komplikationsfrei und der Reaktor wird zunächst im kontrollierten Testbetrieb gefahren, bis er dann ab Mitte November im Vollbetrieb laufen soll.  

Das nächste AKW, was bald in Betrieb gehen könnte, ist der mit MOX-Brennelementen bestückte Reaktor 3 am AKW Ikata in der Präfektur Ehime.   

 

13.10.2015

AKW Sendai – Reaktor 2 wird übermorgen angefahren

Trotz massiver Proteste, vor allem vor Ort, soll übermorgen Reaktor 2 am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima in Südjapan wieder in Betrieb genommen werden. Laut den betreibenden Kyushu Elektrizitätswerken soll der Reaktor zunächst im kontrollierten Probelauf und dann ab Mitte November im Vollbetrieb laufen.

Mit Reaktor 2 geht der zweite Reaktor in Japan wieder in Betrieb. Reaktor 1, ebenfalls am AKW Sendai, wurde im August angefahren und läuft mittlerweile im Vollbetrieb.

Für den Betrieb dieser beiden Reaktoren wurden, bzw. werden, damit es nicht zum Überschuss in der Stromproduktion kommt, einige andere Kraftwerke in der Umgebung heruntergefahren.

 

12.10.2015

Kansai Elektrizitätswerke: AKW Takahama soll mit MOX betrieben werden

Die Reaktoren 3 und 4 am AKW Takahama, Präfektur Fukui sollen, wenn diese wieder in Betrieb gehen dürfen, mit plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen bestückt werden. Laut den betreibenden Kansai Elektrizitätswerken, wolle man somit, um den „Entsorgungsproblemen entgegenzuwirken“ den Brennstoffkreislauf schließen, indem man die gebrauchten Brennelemente wieder aufbereitet und weiter verwendet. Die Reaktoren 3 und 4, beides DWR, die 1985 in Betrieb gingen, entsprechen zwar den gesetzlich festgelegten Sicherheitsanforderungen der Atomaufsichtsbehörde NRA, wurden jedoch aufgrund sicherheitsrelevanter Mängel per Gericht verboten.

Auch der von der NRA freigegebene Reaktor 3 am AKW Ikata, Präfektur Ehime soll laut den Shikoku Elektrizitätswerken mit MOX-Brennelementen bestückt werden.

Der schwer beschädigte Reaktorblock 3 am havariertem AKW Fukushima dai ichi wurde im August 2010 ebenfalls mit MOX bestückt.

 

10.10.2015

AKW Takahama – Erneuter Gerichtsprozess in November

Wegen der angestrebten Wiederinbetriebnahme zweier Reaktoren am AKW Takahama, Präfektur Fukui, die von der Atomaufsichtsbehörde NRA bereits für sicher erklärt und freigegeben worden sind, streiten sich Bürgerinitiativen und die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke weiterhin vor Gericht.

Nach einem Gerichtsprozess am Landgericht Fukui von April 2015 wurde die Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren 3 und 4 untersagt (antiatom-fuku berichtete). Die Kansai Elektrizitätswerke gingen jedoch in Revision und forderten ein Zweitgutachten an. Ein erneuter Gerichtsprozess findet jedoch erst Mitte November statt, so dass der ursprünglich geplante Termin zur Wiederinbetriebnahme beider Reaktoren, der ebenfalls für November angesetzt gewesen ist, erst einmal in weiter Ferne rückt. Die Reaktoren 3 und 4, beides DWR, sind schon seit 1985 in Betrieb. Die Reaktoren 1 und 2, die schon ihre 40-jährige Laufzeit erreicht haben, sollen ggf. stillgelegt werden. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus.

 

Kawauchi - Weitere Rückführungen in verstrahlte Gebiete

Im Bezirk Kawauchi, etwa 6 km südwestlich vom havariertem AKW Fukushima dai ichi, soll ab den kommenden Frühling die Evakuierungsanordnung komplett aufgehoben werden. Der Bezirk Kawauchi, der bereits im Oktober 2014 teilweise wieder freigegeben worden ist, wurde nach Beginn der Reaktorkatastrophe 2011 komplett evakuiert.  

Die Vorbereitungen für die Rückführung laufen bereits. Ab November sollen auch provisorische Unterkünfte errichtet werden, die die Rückkehr der Flüchtlinge und den Aufbau einer neuen Existenz „erleichtern“ soll. Die Radioaktivität in der Umgebung ist jedoch auch nach der Flächendekontamination weiterhin erhöht und stellenweise, an den sog. Hotspots sogar sehr hoch.

 

09.10.2015

Tokyo – Hohe Cäsiumwerte in Flüssen

Sedimentproben, die im Zentral-Tokyo aus den Flüssen Sumida, Kanda und aus einem Fluss in Tokyo-Nihonbashi entnommen worden sind, weisen hohe Cäsiumwerte von teilweise über 400 Bq/kg auf. In einer Sedimentprobe, die aus dem Unterlauf des Flusses Sumida, dort, wo auch die Börse von Tokyo ansässig ist, wurden sogar 452 Bq/kg gemessen. Im Vergleich zum Vorjahr, wurde im Sediment aus dem Sumida sogar ein Anstieg verzeichnet.

Die hier nachgewiesenen radioaktiven Partikel stammen nachweislich aus dem 230 km entfernten havarierten AKW Fukushima dai ichi und werden laufend durch Wind und Regen herangetragen.

 

05.10.2015

AKW Fukushima, Reaktor 1: Dach der Schutzhülle entfernt

Am havariertem AKW Fukushima dai ichi wurde heute Morgen die letzte von insgesamt 6 Dachpaneelen der Schutzhülle von Reaktor 1 entfernt, so dass diese jetzt nach oben hin offen ist. Bis der Rest der Schutzhülle entfernt ist, wird es jedoch noch anderthalb Jahre dauern. Danach sollen die Trümmerteile, die auf dem Dach des Reaktorgebäudes, bzw. was davon übrig geblieben ist liegen, entfernt werden. Ab 2020 sollen dann, laut dem Zeitplan des Betreibers Tepco, die Brennelemente aus dem Abklingbecken entnommen werden.

Das Gebäude von Reaktor 1 wurde in den ersten Tagen der Reaktorkatastrophe 2011 durch eine Wasserstoffexplosion schwer zerstört, so dass, um die hochradioaktiven Partikel zurück zu halten, im Oktober 2011 die Schutzhülle errichtet worden ist.

 

Nordostjapan – Regierung legt Zwischenlagerstandorte fest

Wegen der radioaktiven Abfälle, die bei den Flächendekontaminationen entstehen, hat die Regierung nun neben der Präfektur Fukushima, 5 weitere Präfekturen für einen Zwischenlagerstandort bestimmt. Davon betroffen sind die Präfekturen Miyagi, Tochigi, Ibaraki, Gunma und Chiba in der Tohoku- bzw. Kanto-Region in Nordostjapan.

Widersprüche und Einwände werden hierbei von vorn herein durch die Regierung unterbunden.

Die Pläne, einfach Standorte zu bestimmen, hatte die Regierung bereits im Frühjahr angekündigt, nach dem sich trotz verlockender finanzieller „Unterstützung“ keine einzige Präfektur freiwillig als Zwischenlagerstandort gemeldet hatte (antiatom-fuku berichtete).  

 

32. Umweltkonferenz in Shika – sofortiger AKW-Stopp gefordert

Auf der 32. Nationalen Umweltkonferenz zum Thema „Umwelt und Atomkraft“, die am 03.10.2015 in Shika, Präfektur Shika stattfand, fordern unabhängige Experten den sofortigen Stopp der Wiederinbetriebnahme der AKWs.

Die Umweltexperten beklagen, dass die Regierung trotz unzureichender Evakuierungspläne im Falle einer weiteren Reaktorkatastrophe, sowie der allgemein bekannten Probleme, statt die Bevölkerung zu schützen, einige AKWs sogar wieder ans Netz gehen lässt.

Angeführt wurde auch, dass im Falle einer nuklearen Notfallsituation, vor allem in der Fukui-Bucht der Biwasee betroffen wäre. Der Biwasee, nähe Kyoto ist ein sehr wichtiges Trinkwasserreservoir für die Kansai-Region.

Zudem wiesen die Experten auch darauf hin, dass der Fallout an Cäsium137 durch das AKW Fukushima dai ichi 170 X höher ist als durch den Atombombenabwurf auf Hiroshima.

Unterm Strich wurde bei der jetzigen Konferenz, bei der 220 Vertreter aus Politik und Fachkreisen teilnahmen, von den unabhängigen Umweltexperten eindringlich an die Regierung appelliert, die Wiederinbetriebnahme der AKWs sofort zu stoppen.

 

02.10.2015

AKW Mihama, Wiederinbetriebnahme Reaktor 3 -  NRA eher skeptisch

Die Überprüfungen durch die Atomaufsichtsbehörde NRA am Reaktor 3 (DWR), AKW Mihama, Präfektur Fukui, dauen länger als geplant. Ob eine Wiederinbetriebnahme des Reaktors überhaupt genehmigt wird, ist jedoch fraglich, da die NRA wegen des stattlichen Alters des Reaktors, der schon seit 1976 in Betrieb ist, eher skeptisch ist. Die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke hatten im vergangenen März eine Laufzeitverlängerung für Reaktor 3 beantragt (antiatom-fuku berichtete), da dieser sonst, da er im nächsten Jahr die gesetzlich festgelegte Obergrenze von 40 Jahren erreichen würde, endgültig stillgelegt werden müsste.

Für die beiden anderen Altreaktoren 1 und 2, beides ebenfalls DWR, wurde bereits im vergangenen März die Stilllegung beschlossen.

 

September 2015

30.09.2015

AKW Fukushima: 210 Liter hochradioaktives Wasser entwichen

An einer der Dekontaminierungsanlagen am havariertem AKW Fukushima dai ichi sind 210 Liter hochradioaktives Abwasser ausgetreten. Die Wasserproben, die der Betreiber Tepco entnommen hat, weisen einen Cäsiumgehalt von 480 000 Bq/l auf. Das ausgelaufene Waser habe jedoch nicht das Gebäude der Dekontaminationsanlage verlassen und der Vorfall hätte auch keine gravierenden Auswirkungen, so der Betreiber Tepco.

 

Kyushu: Friedensgruppen fordern den sofortigen Stopp am AKW Sendai

Die Vereinigung für Friedendbewegung in der Präfektur Saga, Kyushu in Südjapan, sowie weitere Gruppierungen und Vereine, die sich am 28.09.2015 auf dem Kongress gegen Atom- und Wasserstoffbomben versammelten, fordern den sofortigen Betriebsstopp der Reaktoren 1 (läuft) und 2 (Start für den 15.10.2015 geplant) am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima, Kyushu.

Begründet wird das damit, dass eine weitere Reaktorkatastrophe Japan erheblichen Schaden zufügen würde; zumal die Lage am havariertem AKW Fukushima dai ichi weiterhin schwierig ist und die Ausmaße bereits gravierend sind.

Die Kyushushu Elektrizitätswerke vertreten jedoch die Meinung, dass die Wiederinbetriebnahme ihrer Reaktoren, also die Produktion von Atomstrom im Energieplan der Regierung vorgesehen sei und die beiden Reaktoren den Sicherheitsanforderungen der Atomaufsichtsbehörde NRA entsprechen würden.

 

28.09.2015

AKW Sendai – Reaktor 2 soll am 15.10.20215 wieder angefahren werden

Wie die Kyushu Elektrizitätswerke jetzt mitteilten, soll Reaktor 2 am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima in Südjapan am 15.10.2015 wieder angefahren werden. Am Reaktor 2, der auch wie schon Reaktor 1 nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima fast vier Jahre lang still stand, laufen die Vorbereitungsarbeiten auf Hochtouren.

Die Reaktoren 1 und 2 am AKW Sendai, beides Druckwasserreaktoren (DWR) aus den Jahren 1984 und 85, sind landesweit die ersten, die den neuen gesetzlichen Sicherheitsanforderungen genügen und somit wieder ans Netz dürfen. Reaktor 1 läuft bereits seit dem 11.08.2015 wieder (antiatom-fuku berichtete).   

 

27.09.2015

AKW Fukushima, Reaktor 2 – Möglicherweise komplette Kernschmelze

Nach Auswertung der Daten durch Wissenschaftler der Universität Nagoya, die bei einer Untersuchung mittels der Myon Technologie am Reaktor 2 des havariertem AKWs Fukushima dai ichi erhoben worden sind, sind möglicherweise 70 bis 100% der Brennelemente geschmolzen und durch den Boden des Reaktordruckbehälters gedrungen. Dabei käme am ehesten sogar die komplette Kernschmelze infrage, dessen Verdacht sich nun erhärtet.  

Die Bilder, die bei der Anwendung der Myon Technologie entstehen, ähneln den einer Wärmebildkamera, anhand dessen man nun orten kann, wo sich die geschmolzenen Brennelemente befinden.

Der Betreiber Tepco will dazu noch weitere Untersuchung durchführen, um das Procedere für die Bergung des Brennmaterials zu planen. Auch ein Roboter soll demnächst wieder eingesetzt werden.

Bei Eintritt der Reaktorkatastrophe von März 2011, ist damals aus dem Reaktor 2 eine extrem hohe Radioaktivität entwichen. Allerdings ging man damals „nur“ von einer partiellen Kernschmelze aus. Das Reaktorgebäude als solches blieb äußerlich weitgehend unbeschädigt.  

 

26.09.2015

Hokkaido - AKW Tomari geht vorerst nicht ans Netz

Wie die betreibenden Hokkaido Elektrizitätswerke auf der gestrigen Pressekonferenz mitteilten, wird das AKW Tomari (3 Druckwasserreaktoren) in diesem Geschäftsjahr, was noch bis Ende März 2016  andauert, nicht mehr ans Netz gehen. Begründet wird das mit den langwierigen Überprüfungen durch die Atomaufsichtsbehörde NRA auf Erfüllung der gesetzlichen Sicherheitsanforderungen. Ein eventueller Termin für die Wiederinbetriebnahme steht noch nicht fest. Fraglich ist auch, ob das AKW durch die NRA überhaupt eine ausreichende Erdbebensicherheit attestiert bekommt.

Nach Angaben der Hokkaido Elektrizitätswerke und dessen Vertreter müssten jedoch bis spätesten Ende 2016 so viele Reaktoren wie möglich wieder ans Netz gehen, da es andernfalls angeblich zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten und einem Anstieg der Strompreise auf Hokkaido kommen würde.  

 

23.09.2015

AKW Fukushima dai ichi: Die französische CEA berät Tepco

Wegen den Schwierigkeiten bei der Bergung der geschmolzenen Brennelementen der Reaktoren 1 bis 3 am havariertem AKW Fukushima dai ichi, will sich der Betreiber Tepco von der französischen Kommission CEA (Commissariat à l’énergie atomique et aux énergies alternatives = Staatliche Kommission für Atomenergie und alternative Energien) beraten und unterstützen lassen. Die CEA berät auch in Frankreich beim Rückbau von Altreaktoren.

Denn wegen der zum Teil extrem hohen Strahlung ist der Einsatz von Menschen im Bereich der Reaktoren nicht möglich, was die dringend notwendigen Bergungsarbeiten der beschädigten und zum Teil geschmolzenen Brennelemente erheblich behindert. Die Kühlung der Brennelemente ist bei undichten Reaktorbehältern ebenfalls erschwert. Zu dem gelangt das hochradioaktive Kühlwasser teilweise weiterhin ins Meer.

Die CEA will Tepco insbesondere beim Einsatz ferngesteuerter Roboter in den hochgradig verstrahlten Bereichen unterstützen und erhält in Gegenzug aktuelle Daten, auch über den laufenden Rückbau der Reaktoren.

 

20.09.2015

Änderung im Militärgesetz – Opposition will klagen

Gegen die von der Regierung (LDP/Komeito) beschlossene Änderung des Militärgesetzes (Artikel 9), was am vergangenen Donnerstag vom Oberhaus abgesegnet worden ist, will die Opposition nun vor Gericht klagen. Um den ganzen mehr Gewicht zu verleihen, will man dafür sogar möglichst viele Anwälte aus dem ganzen Land mobilisieren.

Nicht nur in Japan, sondern auch international wird diese Gesetzesänderung, quasi eine Neuauslegung des Gesetzes über Umwege, heftig kritisiert. China ist besorgt, dass es durch die Gesetzesänderung zu Unruhen im ostasiatischen Raum kommen könnte und Nordkorea, selber politisch sehr umstritten, droht mit militärischen Konsequenzen.

Im Unterhaus hat man schon vor einigen Wochen der Änderung im Militärgesetz zugestimmt, die es der japanischen Regierung nun erlaubt, nicht nur für die eigene Verteidigung, sondern auch offensiv aktiv zu werden.

Bei der jetzigen Zustimmung durch das Oberhaus kam es deshalb sogar zu Handgreiflichkeiten bei den teilnehmenden Abgeordneten und massiven Protesten vor dem Parlament (antiatom-fuku berichtete).  

Ministerpräsident Shinzo Abe (LDP) hat zwar kaum noch Rückhalt in der Bevölkerung, ist aber im Ober- und Unterhaus dominierend, so dass dieser Beschluss trotz dem möglich wurde.

Juristisch gesehen gibt es jedoch noch Aussichten, den Beschluss zu kippen, was die Opposition nun mit ihrer angestrebten Klage erhofft.

 

AKW Shimane, Reaktor 2 – Sanierung hinter dem Zeitplan

Laut den betreibenden Chugoku Elektrizitätswerken wäre eine Wiederinbetriebnahme des Reaktors 2 statt zum Jahresende erst ab März 2016 möglich. Begründet wird das damit, dass die Sanierungsarbeiten am Reaktor noch nicht abgeschlossen sind. Derzeit müsse unter anderem noch der von der Atomaufsichtsbehörde NRA geforderte Abluftfilter installiert werden. Dieser soll die Radioaktivität zurückhalten, falls bei einem Druckanstieg im Reaktorsicherheitsbehälter eine Druckentlastung nötig wird, die dann durch das Öffnen der Ventile erfolgen würde.

Die NRA-Überprüfung auf Erfüllung der neuen Sicherheitsanforderungen für Reaktor 2, einem SWR, der 1989 in Betrieb genommen worden ist, läuft noch. Reaktor 1, ebenfalls ein SWR, wurde im April 2015 endgültig stillgelegt, da er bereits die vierzigjährige Laufzeit erreicht hat und ein Antrag auf Verlängerung aussichtslos wäre. Reaktor 3, ein SWR, der ab 2007 gebaut worden ist, sollte im Dezember 2011 ans Netz gehen, was jedoch aufgrund der Reaktorkatastrophe in Fukushima bisher unterlassen worden ist.

 

18.09.2015

Nach Erdbeben und Tsunami in Chile - Tsunami auch in Japan

Nach einem schweren Erdbeben mit einer Stärke von 8,4 und einem nachfolgendem Tsunami in einer Höhe von 4,8 Metern, was sich gestern in Chile ereignete, wurde auch eine Tsunamiwarnung (Höhe 1 Meter) für die gesamte Pazifikküste Japans herausgegeben. Dieser traf dann heute Morgen zwischen 5:30 Uhr (Hokkaido, Nordjapan) und 7:30 Uhr (Okinawa, Südjapan) mit einer Höhe von 10 bis 40 cm ein, also niedriger, als vom Wetteramt zunächst berechnet.

Bezüglich der AKWs, die an der Pazifikküste liegen, hätte laut den Behörden keine Gefahr bestanden. An der Küsten vor dem havariertem AKW Fukushima dai ichi erreichte der Tsunami eine Höhe von 12 cm. Am AKW Sendai, wo seit Mitte August der landesweit erste Reaktor wieder läuft, erreichte der Tsunami die Küste mit einer Höhe von 15 cm.

Tsunamiwarnung (Bild: scrennshot, AF)

Trotz dieser aktuellen Warnung, die auch Erinnerungen an die Dreifachkatastrophe von März 2011 hervorrufen, sollen wie geplant weitere Reaktoren wieder ans Netz gehen.

Der momentan aktive Vulkan Aso in der Präfektur Kagoshima, der diese Woche auch schon ausgebrochen ist, beeindruckt die zuständigen Behörden allerdings auch nicht, obwohl dieser nicht weit vom AKW Sendai entfernt ist.  

 

Präfektur Tochigi - Weitere radioaktive Säcke in den Flüssen

Nach Überschwemmung durch Starkregen der letzten Tage wurden auch in Nikko, Präfektur Tochigi etwa 334 Säcke mit radioaktiven Abfall, wie Laub und Erdreich, die unter freien Himmel lagerten, mit der Strömung der über die Ufer getretene Flüsse mitgerissen. 20 der Säcke wurden bereits aus den Füssen gefischt, allerdings schon leer gespült.

Die Stadt Nikko ist mit seinen berühmten Tempeln, die in einer einst unberührten Natur liegen (lagen), ein Ort, der bei Touristen sehr beliebt ist.

Wegen der radioaktiven Verseuchung durch die Reaktorkatastrophe am AKW Fukushima dai ichi lagern überall, auch außerhalb der Präfektur Fukushima Säcke mit abgetragenem Erdreich, Laub und Dreck auf Lagerplätzen unter freien Himmel.  

 

Militärgesetz, Artikel 9 – Es kommt zu Handgreiflichkeiten im Parlament

Während draußen vor dem Parlament in Tokyo 13000 Leute, wie so oft in der letzten Zeit, gegen das Inkrafttreten des Artikels 9 im Militärgesetz demonstrierten, eskalierte die laufende Debatte im Parlament und es kam zu Handgreiflichkeiten.

Diese Gesetzesänderung erlaubt es der japanischen Regierung seine Armee künftig nicht nur zur Verteidigung des Landes, sondern auch für die offensive Kriegsführung einzusetzen (antiatom-fuku berichtete).

Die meisten Leute in der Bevölkerung und die Opposition lehnen dies jedoch ab.

Siehe dazu auch das Video und Artikel der Welt.de

 

13.09.2015

Starkregen in Iitate – Säcke mit radioaktiven Abfall  fort gespült

Durch den anhaltenden Starkregen der letzten Tage sind im radioaktiv verseuchten Ort Iitate, Präfektur Fukushima, sämtliche Flüsse über die Ufer getreten und überfluteten das Umland. Dabei wurden Säcke mit radioaktiv versechten Erdreich, Laub und Dreck, die in Ufernähe abgestellt worden sind, mit der Strömung mitgerissen und weiter Flussabwärts angespült.

Iitate liegt zwischen den havariertem AKW Fukushima dai ichi und Fukushima-City in einer sehr stark radioaktiv kontaminierten Zone. Da die Regierung auch hier eine Wiederbesiedelung anstrebt, laufen dort Flächendekontaminierungen. Dabei wird Boden abgetragen, Laub und Gestrüpp entfernt und in große Säcke verpackt, die dann provisorisch überall vor Ort gelagert werden.

Laut den Lokalbehörden handelt es sich um 82 Säcke, die mit der Strömung fort gespülten worden sind. Davon konnten 37 Stück wieder herausgefischt werden. Diese sein wohl auch unbeschädigt geblieben. An die restlichen Säcke, die noch im Wasser liegen käme man jedoch nicht heran, so dass man diese vorerst nicht bergen könne.   

 

AKW Sendai, Reaktor 2 wurde mit Brennelementen bestückt

Am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima laufen die Vorbereitungen für die Wiederinbetriebnahme von Reaktor 2 weiterhin auf Hochtouren. Laut den Angaben der betreibenden Kyushu Elektrizitätswerke wird jeder einzelne Schritt von der Atomaufsichtsbehörde NRA überwacht und man führe die Arbeiten äußerst sorgfältig durch.

Der Reaktor 2 wurde nun mit 157 Brennelementen bestückt und soll Mitte Oktober wieder angefahren werden. Ab Mitte November soll er dann im Vollbetrieb laufen, so die Planungen der Kyushu Elektrizitätswerke.

Reaktor 2 hatte wie auch schon der bereits im Vollbetrieb laufende Reaktor 1 die Sicherheitsüberprüfung der Atomaufsichtsbehörde NRA „bestanden“ und entspricht nun den gesetzlichen Anforderungen, womit die Wiederinbetriebnahme genehmigt worden ist (antiatom-fuku berichtete).  

 

10.09.2015

AKW Ikata – Sammelklage gegen die Wiederinbetriebnahme von Reaktor 1

Gegen die Wiederinbetriebnahme des Reaktors 3 am AKW Ikata, Präfektur Ehime, Shikokku Elektrizitätswerke, klagen nun 127 Bürger aus den umliegenden Städten und Gemeinden.

Dieser Reaktor wurde im Juli 2015 von der Atomaufsichtsbehörde NRA für sicher erklärt und zur Wiederinbetriebnahme freigegeben. Begründet wird die Klage mit 6 schwerwiegenden sicherheitsrelevanten Mängeln, wie z.B. die von der NRA unterschätzte Erdbebengefahr und dessen Auswirkungen, Flugzeugabsturz und unzureichender Flucht- und Rettungsplan im Falle einer radiologischen Notfallsituation.

Nach den Willen der betreibenden Shikokku Elektrizitätswerke soll der etwa 20 Jahre alte Reaktor, ein DWR mit einer Bruttoleistung von 890 MW, schon im kommenden Winter wieder ans Netz gehen.

 

AKW Sendai, Reaktor 1 im Vollbetrieb, Reaktor 2 wird vorbereitet

Am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima laufen bereits die Vorbereitungsmaßnahmen zur Wiederinbetriebnahme von Reaktor 2. Reaktor 1, der seit dem 11.08.2015 als landesweit erster Reaktor wieder in Betrieb ging, wurde in seiner Leistung schrittweise gesteigert und läuft seit heute im Vollbetrieb.

Reaktor 2 soll ab morgen mit 157 Brennelementen bestückt werden. Nach Angaben der betreibenden Kyushu Elektrizitätswerke dauern diese Arbeiten etwa 3 Tage.

 

AKW Fukushima dai ichi – Weiter Übertritt von radioaktiven Wasser

Am havariertem AKW Fukushima dai ichi sorgen die anhaltenden Regenfälle weiterhin für Probleme an den Abwasserrinnen. Hier ist wieder erneut, wie bereits in den Tagen zuvor (antiatom-fuku berichtete) radioaktives Wasser übergelaufen und ins Meer geflossen. Messungen einer Wasserprobe, die der Betreiber Tepco entnommen hatte, ergaben einen Wert für Cäsium134 von 130 Bq/l (gesetzliche Obergrenze: 60 Bq/l) und für Cäsium137 550 Bq/l (gesetzliche Obergrenze: 90 Bq/l).

 

08.09.2015

AKW Fukushima dai ichi – Weiterhin überlaufendes radioaktives Wasser

Am havariertem AKW Fukushima dai ichi nimmt der Kampf mit dem radioaktiv verseuchten, was ständig ins Meer läuft weiterhin kein Ende.  

Wieder ist, wie schon so oft, radioaktiv verseuchtes Wasser aus einer Abwasserrinne, die nach anhaltenden Regenfällen übergelaufen ist, ins Meer geflossen. Diese Bilder wurden bereits am Sonntag per Überwachungskamera festgehalten. Siehe dazu das Video der Überwachungskamera, Betreiberfirma Tepco, was auf der Homepage der Mainichi Shinbin zu sehen ist.   Zum Video 

 

06.09.2015

Naraha - Regierung treibt Rückführung in die Strahlenzone voran

Die Ortschaft Naraha, etwa 15 km südlich vom havariertem AKW Fukushima dai ichi wurde jetzt, nach Beendigung der Dekontaminierung der Bodenflächen komplett für die Rückkehr freigegeben. Laut den Behörden sei die Strahlung nicht mehr so hoch, so dass eine Rückkehr zumutbar sei. 

Naraha, was über 7400 Einwohner verfügte, wurde nach Beginn der Reaktorkatastrophe 2011 komplett evakuiert. Ab 2013 begannen dort die Dekontaminierungsarbeiten, wo bei auch radioaktiv verseuchtes Erdreich abgetragen worden ist. Dieses lagert nun in großen Säcken in den vielen Lagerstätten, die überall in der Landschaft zu sehen sind. Ab Mitte 2014 erfolgte eine teilweise Freigabe einiger Ortsteile in Naraha (antiatom-fuku berichtete).

Infotafel am Bahnhof Tatsuta, Bezirk Naraha, mit der Aufschrift ,,Willkommen in Naraha" ( Bild: Petra Alt)

Nur etwa 10% der Strahlenflüchtlinge wollen wieder zurück. Die meisten haben sich mittlerweile woanders nieder gelassen, z.B. in Iwaki oder Aizu Wakamatsu, wo sie eine neue Arbeit gefunden haben.

Zudem sind viele Leute verunsichert und eher skeptisch. „Man könne vielleicht nach 10 Jahren zurück“, so ein ehemaliger Einwohner, der sich wegen der immer noch hohen Strahlung Sorgen macht. Sorgen macht man sich auch vor allem um die Kinder, die ja viel empfindlicher auf radioaktive Strahlung reagieren als Erwachsene.

Im Durchschnitt liegt die radioaktive Strahlung in Naraha bei 0,2 bis 0,5µS/h und weist teilweise Werte von bis zu hohen 17µSv/h auf. Die „normale“ ODL liegt in Japan (außerhalb der betroffenen Gebiete, Werte wie vor den GAU) bei etwa 0,035 bis 0,045µSv/h.

Die Strahlung in Naraha wird auch mit weiteren Regenfällen wieder ansteigen, so dass der Effekt der Dekontaminationsversuche nicht sonderlich lange anhalten dürfte.

Die Entschädigungszahlungen, auf die jedoch einige noch sehr stark angewiesen sind, sollen auch bald komplett eingestellt werden, da ja Naraha nun als „unbedenklich“ eingestuft worden ist.

 

03.09.2015

AKW Fukushima dai ichi – weitere Verklappung von radioaktivem Wasser

Heute wurde am havariertem AKW Fukushima dai ichi damit begonnen, das hochradioaktiv verseuchte Wasser, was sich laufend in den Reaktorkellerräumen ansammelt, über 41 dafür geschaffene Bohrlöcher abzupumpen. Diese wurden rings um die Reaktor- und Turbinengebäude angelegt.

Mit diesen Maßnahmen will man den Wasserspiegel in den hochradioaktiv verseuchten Kellerräumen senken und den Grundwasserzulauf eindämmen.

Aus 20 der 41 Bohrlöcher wurden bereits 168 m3 hochradioaktives Wasser abgepumpt. Dieses Wasser wird nun „gereinigt“ und soll dann ins Meer verklappt werden. Die festgelegte Obergrenze für dieses Wasser liegt bei 1 Bq/l für Cäsium, 3 Bq/l für einige ß-Strahler, wie z.B. Strontium und stattlichen 1500 Bq/l für Tritium (überschweres Wasser), was generell kaum herauszufiltern ist.

Nicht nur der Betreiber Tepco, sondern auch angeblich unabhängige Institutionen halten diese Werte für unbedenklich und mit der Fischereigenossenschaft sei man im Gespräch.

 

02.09.2015

Korrosion an Glaskokillen im Atommülllager Rokkasho

In einer Lagerhalle für Atommüll an der Wiederaufbereitungsanlage und Atommülllager Rokkasho, Präfektur Aomori wurden an Glaskokillen, die wärmeentwickelnde hochradioaktive Abfälle enthalten Korrosionen entdeckt. Diese zeigen sich in Form einer Patina. Die Atomaufsichtsbehörde NRA fordert vom Betreiber der Anlage eine sofortige Aufklärung für diesen Vorfall.

Die korrodierten Glaskokillen müssen noch für weitere 30 bis 50 Jahre gekühlt werden und sollen dann, laut den Plänen des Betreibers einem unterirdischen Endlager, wofür jedoch noch kein Standort gefunden worden ist, zugeführt werden.  

 

J-Power - AKW Ōma soll 2021ans Netz

Laut der Atomfirma J-Power (Dengenkaihatsu) soll das AKW Ōma, Präfektur Aomori, was sich noch in der Bauphase befindet, 2021 in Betrieb gehen. Hierbei handelt es sich um einen Voll-MOX-Reaktor, der zur Zeit, obwohl dieser noch nicht fertiggestellt worden ist, durch die Atomaufsichtsbehörde NRA überprüft wird.

Diese Art von Reaktor, der zur „Wiederverwertung“ von gebrauchtem Kernbrennstoff, ausschließlich mit MOX-Brennelementen (plutoniumhaltig!) bestückt werden soll, ist unter unabhängigen Experten sehr umstritten (antiatom-fuku berichtete), da diese Brennelemente nach „Gebrauch“ noch stärker strahlen und somit noch schwieriger zu lagern sind.

 

August 2015

30.08.2015

Atom-Symposium in Tokyo

An diesem Wochenende fand in Tokyo ein Symposium mit 70 Fachleuten aus ganz Japan statt. Darin wurden die verschieden Probleme, die durch die Nutzung der Kernenergie entstehen, bzw. schon entstanden sind erörtert.

Das ist nun der fünfte Sommer seit Beginn der Reaktorkatastrophe in Fukushima. Der erste Reaktor (am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima) wurde, trotz fehlender Notwendigkeit wieder in Betrieb genommen; obwohl die Übernahme der Verantwortung für mögliche Schäden, bzw. den bereits eingetretenen Schäden durch die AKWs noch nicht geklärt ist.

Thema der Diskussion war unter anderem auch der Vulkan auf Sakurajima, der nahe am AKW Sendai liegt und die geologischen Verwerfungen, die möglicherweise seismisch aktiv sind, sowie weitere Gefahren durch Naturkatastrophen. Hier bei kamen auch weitere AKWs zur Sprache, die zur Zeit durch die Atomaufsichtsbehörde NRA auf Sicherheit überprüft werden. Unter den „Anwärtern“ ist auch das AKW Hamaoka, Präfektur Shizuoka, was sich auf zwei tektonischen Platten und seismisch aktiven geologischen Verwerfungen befindet.  

Auch zum Unfallhergang am AKW Fukushima dai ichi gibt es noch reichlich Klärungsbedarf. Auch die immer noch bestehenden Gefahren dort dürfen ebenfalls nicht unterschätzt werden. Denn durch den geschmolzenen Kernbrennstoff kann es jeder Zeit zu einer weiteren Wasserdampfexplosion, ähnlich einer phreatischen Explosion kommen.

Die Teilnehmer der Fachtagung sind sich einig, dass es bei den immer noch fehlenden Lösungsmöglichkeiten der Probleme am havarierten AKW Fukushima dai ichi und den Schwierigkeiten einer Schadensbegrenzung, die Wiederinbetriebnahme eines Reaktors auf keinen Fall vertretbar ist.  

Kritisiert wird auch, dass die Atomaufsichtsbehörde NRA im Grunde genommen nur bestrebt ist, so viele Reaktoren wie möglich zu „retten“.

Die horrenden Kosten, die die Kernenergie verursacht, Finanzierung (Steuerzahler!) und Schadensersatzzahlungen (die unzureichend sind) kommen ebenfalls zu Sprache.

 

Berechnungen zu den AKW-Kosten 2014

Nach Berechnungen, die in der Tageszeitung Tokyo Shinbun vorgestellt worden sind, haben die stillstehenden Reaktoren, obwohl sie keine einzige KW/h Strom produziert haben, im Jahr 2014 Unkosten von etwa 1,4 Billion Yen (1,2 Mrd. Euro) verursacht. Das soll natürlich nicht heißen, dass ein laufendes AKW wirtschaftlich wäre. Denn es ist ja mittlerweile bekannt, das die KW/h Atomstrom aufgrund der hohen zusätzlichen Unkosten für Kernenergie deutlich teurer ist, als es von den Stromkonzernen dargestellt wird. Auch im puncto Nutzen-Risiko-Verhältnis ist, was ebenfalls bekannt ist, das Risiko deutlich größer als der Nutzen.

 

29.08.2015

Geplante Endlagerstandorte heftig umstritten

Neben den bereits festgelegten Langzeit- bzw. Endlagerstandorten für radioaktive Abfälle in den Präfekturen Chiba und Miyagi, sollen nun nach Plänen des Umweltministeriums auch in den Präfekturen Gunma, Tochigi und Ibaraki weitere Endlagerstandorte entstehen.

In der Präfektur Tochigi, wo die Behörden den Ort Shioya als „möglichen“ Standort ausgewählt haben, protestierten gestern über 2700 Anwohner. Begründet wird die Ablehnung unter anderem auch wegen den nahe gelegenen Frischwasserquellen, die auch als sehr berühmt und reichhaltig gelten. Zudem ist auch der bei Touristen sehr beliebte Ort Nikko nicht weit entfernt.

Wegen den ganzen radioaktiven Abfall, der seit der Reaktorkatastrophe von Fukushima anfällt, sollen auch in den Nachbarpräfekturen Langzeit- bzw. Endlagerstandorte geschaffen werden.

Zuerst hatte die Regierung vor einiger Zeit eine öffentliche Ausschreibung getätigt, worauf sich jedoch keine der 47 Präfekturen, trotz einer verlockenden finanziellen Beigabe meldete. Und da nun keine Präfektur „freiwillig“ bereit ist einen Endlagerstandort zu errichten, will die Regierung die Standorte nun bestimmen.  

Nicht nur in Tochigi, auch in den anderen bereits ausgewählten Präfekturen mehren sich die Proteste, da auch dort massive Umweltschäden durch die Lagerung radioaktiver Abfälle befürchtet werden.

 

Hohe Radioaktivität - Nadelbäume zeigen Wachstumsstopp

In der Präfektur Ibaraki, etwas nördlich von Tokyo, weisen einige Tannen Abnormalitäten auf, die auf einen Wachstumsstopp hinweisen, der laut Experten in Verbindung mit der erhöhten Umweltradioaktivität steht.

Schon 2012 wurde das gleiche Phänomen an zahlreichen Nadelbäumen in den stark radioaktiv verseuchten Ortschaften Okuma und Namie, die sehr nahe am havariertem AKW Fukushima dai ichi liegen festgestellt.

 

24.08.2015

AKW Sendai, Reaktor 1 – Leckagen bestätigt

Beim Störfall, der sich vorgestern am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima ereignete (antiatom-fuku berichtete), wurden nun die vermuteten Leckagen an den Wasserleitungen des Kondensators im Turbinenhaus von Reaktor 1 bestätigt. Hierbei handelt es sich um 25 mm lange Risse am 5 von 13 000 Leitungen, die zum Kondensator und Sekundärkühlkreislauf gehören. Die beschädigten Leitungen werden nun laut den betreibenden Kyushu Elektrizitätswerken repariert und die restlichen Leitungen ebenfalls auf Schäden überprüft.

Der Reaktor 1, der am 11.08.2015 nach ausführlichen und langwierigen Sicherheitsüberprüfungen landesweit als erster Reaktor wieder in Betrieb genommen worden ist, weist trotz der Freigabe durch die Atomaufsicht NRA und weiteren Überprüfungen offensichtlich technische Mängel auf, die laut unabhängigen Experten die Sicherheit des Reaktorblocks wieder einmal infrage stellen dürften.

Laut den Kyushu Elektrizitätswerken wird die Leistung des Reaktors, die zur Zeit bei 75% liegt, so lange nicht weiter gesteigert, bis die Schäden an den Rohleitungen behoben worden sind. Wann der Reaktor in den Vollbetrieb übergehen wird, ist im Moment noch unklar. Eine Abschaltung des Reaktors wurde jedoch nicht diskutiert.   

 

Im August – Bereits 3 Tote am AKW Fukushima dai ichi

Am havariertem AKW Fukushima dai ichi gab es am vergangenen Freitag wieder einen Todesfall eines Arbeiter zu beklagen. Der 60 jährige Arbeiters eines Subunternehmers war am frühen Freitagnachmittag in der Nähe des Reaktors 1 beschäftigt, als er plötzlich bewusstlos zusammenbrach. Nach notärztlicher Versorgung wurde er sofort mit dem Rettungswagen in ein Krankenhaus nach Iwaki gebracht, wo er dann jedoch am selben Nachmittag noch verstarb.

Ein Hitzschlag oder Arbeitsunfall lag nicht vor. Der Arbeiter weist keine äußeren Verletzungen auf. Als Ursache wurde eine nicht näher bezeichnete internistische Vorerkrankung benannt.  

Das ist nun bereits der 3. Todesfall in diesem August, der sich am AKW Fukushima dai ichi ereignet hat. Insgesamt sind seit Beginn der Reaktorkatastrophe am AKW Fukushima dai ichi 12 Arbeiter, davon 3 durch einen direkten Arbeitsunfall ums Leben gekommen.

 

22.08.2015

AKW Sendai - Störfall am Reaktor 1

Am Reaktor 1, AKW Sendai, Präfektur Kagoshima wurde gestern ein Störfall gemeldet, bei dem Wasser aus undichten Leitungen des Sekundärkreislaufes austritt. Messgeräte im Turbinenhaus registrierten Abweichungen, die Hinweise auf Leckagen in den Leitungen geben.

Der nukleare Teil sei laut den betreibenden Kyushu Elektrizitätswerken angeblich nicht betroffen.

Der Reaktor wurde nach fast vier Jahren Stillstand nach bestandener NRA-Sicherheitsüberprüfung als landesweit erster Reaktor nach fast zweijähriger Freiheit von Atomstrom am 11.08.2015 wieder in Betrieb genommen und sollte dann nach und nach in seiner Leistung gesteigert werden (antiatom-fuku berichtete).

Die Leistung des Reaktors, die zur Zeit bei 75% liegt, sollte gestern auf 95% gesteigert werden. Solange die Ursache der Störung noch nicht gefunden, bzw. behoben ist, so der Betreiber, wird die Leistung erst einmal nicht weiter gesteigert. Der für Anfang September geplante Vollbetrieb wird sich ebenfalls verschieben.

 

20.08.2015

Iitate – Wiederbesiedelung für März 2016 angestrebt

Die Ortschaft Iitate, die bei Eintritt der Reaktorkatastrophe von Fukushima 2011 hochradioaktiv verseucht worden ist, soll nach Plänen der Regierung, wenn „möglich“ im März 2016 wiederbesiedelt werden. Spätestens im März 2017 sollen die Strahlenflüchtlinge zurückkehren.

Laut dem Bürgermeister Kanno, sei das jedoch zu optimistisch, da die Dekontaminationsarbeiten der Straßen, Felder und Wälder teilweise noch nicht einmal zur Hälfte abgeschlossen sind. Dekontaminiert wurden bisher nur die direkten Wohngebiete.

Die Regierung ist weiterhin, um Entschädigungszahlungen einzusparen, sehr stark bestrebt, die Strahlenflüchtlinge so rasch wie möglich in ihre Heimatorte zurück zu führen.

Unabhängige Experten raten jedoch, wegen der weiterhin bestehenden erhöhten Radioaktivität, sowie hochradioaktiver Hotspots von einer Rückkehr dringend ab.

Radioaktiver Fallout. Iitate liegt in der "Schmauchspur", rot/gelb markiert (Bild: Skizze Archiv)

Iitate, was in der „Schmauchspur“ liegt, wurde in den ersten Tagen nach Beginn der Reaktorkatastrophe aufgrund der Windrichtung und von Regenfällen sehr stark radioaktive verseucht.  

 

18.08.2015

AKW Fukushima dai ichi: Hohe Tritiumwerte in Wasserproben

In Grundwasserproben, die der Betreiber Tepco am AKW Fukushima dai ichi aus den Bohrlöchern im H6-Bereich der Lagertanks für hochradioaktiv verseuchtes Abwasser entnommen hat, wurden hohe Tritiumwerte von 2400 Bq/l Wasser gemessen. Die Proben wurden vor 4 Tagen entnommen und heute lagen die Ergebnisse vor.

Immer wieder weisen Wasserproben, die irgendwo auf dem AKW-Gelände entnommen worden sind, hohe Radioaktivitätswerte auf, so dass diese alarmierenden Ereignisse schon quasi alltäglich geworden sind. Genauso wie die regelmäßige Verklappung von angeblich „nur“ schwach radioaktiven Grundwasser, was zuvor auf dem Gelände abgepumpt worden ist, bevor es die hochgradig verseuchten Reaktorkellerräume erreicht. Erst gestern wurden wieder knapp 2000 m3 ins Meer verklappt.  

Nach anhaltenden Starkregen ist dazu auch noch ein Abwassergraben auf dem AKW-Gelände übergelaufen, da 2 von 8 Pumpen versagten. Das übergetretene Wasser ergoss sich ins Meer.

 

Ibaraki: Steigende Radioaktivitätswerte in Küstengewässer

An der Küste der Präfektur Ibaraki, die südliche Nachbarpräfektur von Fukushima, steigen die Cäsiumwerte in den Küstengewässern stätig an. Grund hierfür sind laut den Umweltexperten die vermehrten Taifune im Spätsommer/Herbst, die den küstennahen Meeresboden aufwühlen und die radioaktiven Partikel aus der Reaktorruine Fukushima dai ichi zu Tage fördern.

Im Vergleich zu den Jahren zuvor, ist ein kontinuierlicher Anstieg zu verzeichnen.

 

16.08.2015

Nahe AKW Sendai – Vulkan zeigt steigende Aktivität

Der Vulkan Sakurajima, Kyushu in Südjapan, nur etwa 50 km vom AKW Sendai entfernt, zeigt wieder vermehrt Aktivität, die von den Behörden nun mit Stufe 4 (Evakuierungsbereitschaft) eingestuft worden ist.

Der Vulkan Sakurajima, der schon im Mai dieses Jahres eine verstärkte Aktivität mit aufsteigenden Rauch zeigte (antiatom-fuku berichtete), danach aber wieder etwas zur Ruhe kam, jedoch in den letzten Wochen wieder aktiver geworden ist, könnte jetzt sogar bald ausbrechen.

Trotz dieser Umstände wurde am vergangenen Dienstag Reaktor 1 am AKW Sendai angefahren (antiatom-fuku berichtete). Seit vorgestern wurde seine Leistung (auf 30%) gesteigert, so dass er wieder Strom produziert.

Laut den betreibenden Kyushu Elektrizitätswerken würde der Vulkan für das AKW keine Gefahr bieten, so dass am laufenden Reaktor 1 keine besonderen Maßnahmen erforderlich sein. Eine Abschaltung wurde erst gar nicht in Erwägung gezogen.  

 

14.08.2015

AKW Sendai, Reaktor 1 produziert wieder Strom

Die Leistung des Reaktors 1 am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima, der am vergangenen Dienstag wieder in Betrieb genommen wurden ist, wurde nun auf 30% gesteigert. Seit heute produziert er wieder Strom und soll dann ab Anfang September im Vollbetrieb laufen.

Um ein Überkapazität im Stromnetz zu vermeiden, werden andere Kraftwerke entsprechend gedrosselt.

Reaktor 2, der ebenfalls durch die Atomaufsichtsbehörde NRA freigegeben worden ist, soll Mitte Oktober wieder angefahren werden (antiatom-fuku berichtete).

Die Wiederinbetriebnahme des ebenfalls freigegebenen Reaktors 3 am AKW Ikata, Präfektur Ehime ist laut den betreibenden Shikoku Elektrizitätswerken für den kommenden Winter geplant.

 

11.08.2015

Zurück zur Kernenergie - AKW Sendai, Reaktor 1 wieder in Betrieb

Wie bereits angekündigt, begannen die Kyushu Elektrizitätswerke heute Morgen um 10:30 Uhr damit, den Reaktor 1 am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima wieder hochzufahren.

Der hochgefahrene Reaktor wird zunächst mit reduzierter Leistung laufen und dann nach und nach bis zum Vollbetrieb gesteigert.

Der mittlerweile 30 Jahre alte Reaktor 1, ein DWR, der im Mai 2011 wegen Routinewartung vom Netz ging, war seit über 4 Jahren nicht mehr in Betrieb, da er wegen der abgelaufenen Reaktorkatastrophe in Fukushima, wie alle anderen Reaktoren auch, nicht mehr angefahren werden durfte.

AKW Sendai, Präfektur Kagoshima (Bild: AF Archiv)

Der lange Stillstand des Reaktors, sowie die allgemeinen Gefahren und die fehlende Notwendigkeit für Atomstrom, ist für die Atomaufsichtsbehörde NRA, der Kyushu Elektrizitätswerke und der Regierung jedoch kein Hindernis. Auch ein Vulkanausbruch, der sich vor dem Wochenende auf Kyushu, nicht sonderlich weit vom AKW Sendai ereignete, trug nicht zur Abschreckung bei.

Die Verantwortung für den Fall einer Reaktorkatastrophe ist ebenfalls immer noch unklar.

Und der Katastropheneinsatz- und Evakuierungsplan ist noch sehr lückenhaft. Eine Evakuierung würde zu lange dauern.

Ein Unfall wie in Fukushima, könne in Sendai jedoch nicht passieren, so die NRA.

Vor dem Haupttor des AKWs Sendai protestierten auch heute wieder zahlreiche Leute gegen die Wiederinbetriebnahme. Es lehnen auch weiterhin über 60% der Bevölkerung, trotz der hoch angepriesenen Sicherheitsüberprüfungen durch die NRA, die Wiederinbetriebnahme der AKWs ab.

Laut der Regierung sein die NRA-Sicherheitsvorschriften die strengsten der Welt. Ob das AKW Sendai die internationalen Sicherheitsstandards der IAEA erfüllt, ist jedoch fragwürdig.

Mehrere Gerichtsprozesse, u.a. auch von großen Klägergemeinschaften, sind in der Vergangenheit, trotz handfester Argumente gescheitert.

Die Wiederinbetriebnahme von Reaktor 2 am AKW Sendai ist für Mitte Oktober geplant.

 

10.08.2015

AKW Sendai – Reaktor 1 wird morgen angefahren

Morgen um 10:30 Uhr soll damit begonnen werden, Reaktor 1 am AKW Sendai wieder anzufahren. Zwischen den Brennelementen im Reaktor befinden sich die Steuerstäbe, die dann zum Teil heraus gezogen werden sollen, damit die Kernspaltung beginnen kann. Ab Freitag werden dann die Brennelemente genügend Wärme produzieren um das Wasser zu verdampfen, damit die Turbine angetrieben wird und die Stromproduktion beginnen kann. Dann soll die Leistung des Reaktors nach und nach gesteigert werden und ab Anfang September im Vollbetrieb laufen.

Laut der Atomaufsichtsbehörde sei alles in Ordnung am Reaktor und letzte Checks wurden heute Nachmittag abgeschlossen.

Allerdings stehen die Katastrophenmaßnahmen im Falle einer radiologischen Notfallsituation weiterhin in der Kritik. Zu wenig Fluchtwege, küstennahe Zufahrtsstraßen, die beim Tsunami überspült werden und somit eine schnelle eine schnelle Evakuierung erschweren.

Kurz um: Eine Evakuierung der 30 km-Zone um das AKW Sendai wäre im vorgegebenen Zeitrahmen quasi nicht möglich.

Neben vielen weiteren Mängeln, ist auch dieses kein Hindernis für die Freigabe des Reaktors zur Wiederinbetriebnahme.   

 

09.08.2015

Tödlicher Arbeitsunfall am AKW Fukushima dai ichi

Gestern Morgen um 6:25 Uhr ereignete sich am havariertem AKW Fukushima dai ichi ein Unfall, wobei ein Arbeiter (52) eines Subunternehmers, der mit Dekontaminationsarbeiten beschäftigt gewesen ist, durch ein Reinigungsfahrzeug schwer am Kopf verletzt worden ist. Trotz sofortiger notärztlicher Versorgung, erlag er im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen nach anderthalb Stunden.

Das ist schon der dritte tödliche Arbeitsunfall in diesem Jahr, der sich an den beiden AKWs Fukushima dai ichi und dai ni ereignete.

Direkt nach dem Unfall stoppte der Betreiber Tepco sämtliche Arbeiten auf dem Gelände und will nun als Konsequenz daraus, wie ein Sprecher mitteilte, die Sicherheitsvorschriften überarbeiten. Der genaue Unfallhergang wird ebenfalls noch geklärt, so der Sprecher.  

 

08.08.2015

AKW Sendai, Reaktor 1 - Probleme an Kühlwasserpumpen

Am Reaktor 1, AKW Sendai, Präfektur Kagoshima, der nach vier Jahren Stillstand am kommenden Dienstag wieder angefahren werden soll, kam es zu technischen Problemen an die Pumpen für die Kühlwasserzufuhr. Arbeiten diese Pumpen nicht ordnungsgemäß, ist die Kühlwasserzufuhr für die Brennelemente im Reaktor beeinträchtigt!

Obwohl die Ursache für den technischen Fehler noch nicht gefunden worden ist, sehen die betreibenden Kyushu Elektrizitätswerke keine Probleme für die bevorstehende Wiederinbetriebnahme des Reaktors.

 

Hiroshima Gedenktag – Widerspruch: Abe propagiert Abschaffung von Atomwaffen

Am vergangenen Donnerstag, als sich der Atombombenabwurf auf Hiroshima zum 70. Male jährte, hielt auch der amtierende Ministerpräsident Shinzo Abe (LDP) eine Ansprache im Friedenspark von Hiroshima. Darin betonte er, dass er eine weltweite Abschaffung von Atomwaffen befürworte und für ein friedliches Miteinander sei. Mit dieser Aussage steht er jedoch massiv im Widerspruch mit dem, was er aktuell tut. Denn zum einen führte er das Geheimhaltungsgesetz ein, was die Demokratie untergräbt, dann sollen auch noch, trotz fehlender Notwendigkeit, einige AKWs so schnell wie möglich wieder in Betrieb genommen werden und zu guter Letzt wird dann auch noch das Militärgesetz zu Ungunsten des Friedens geschickt ausgehebelt, so dass die japanische Armee aktiv Kriege führen darf.

Die Wiederinbetriebnahme der AKWs, die für die Deckung des Strombedarfes jedenfalls nicht nötig ist, geschieht jedoch „natürlich nur zur friedlichen Nutzung der Kernenergie“, versteht sich. Auch das Japan bereits über stattliche 45 t Plutonium verfügt (Nordkorea „nur“ 50 kg), wird komplett verschwiegen.

Bezüglich Abes widersprüchlicher Politik protestierten wieder Tausende Menschen vor dem Parlament in Tokyo. Siehe nachfolgendes Video (japanisch/deutsch)

Morgen, am 09.08.2015 jährt sich der Atombombenabwurf auf Nagasaki zum 70. Male, der ebenfalls mit einer Gedenkfeier bedacht werden soll.

Bei den beiden Atombombenabwürfen starben etwa 80 000 Leute sofort und zahllose weitere Opfer an den Folgen.

Bild: Videoausschnitt

 

Tepco-AKW Kashiwazaki Kariwa soll zügig durch die NRA-Sicherheitsüberprüfung

Die beiden Reaktoren 6 und 7 am AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata sollen laut der Atomaufsichtsbehörde NRA prioritär zwecks Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme auf Erfüllung der neuen Sicherheitsstandards überprüft werden.

Bei den beiden Reaktoren handelt es sich, ähnlich wie am AKW Fukushima dai ichi auch, um zwei Siedewasserreaktoren (SWR), die 1996 und 1997 in Betrieb gingen.

Der Betreiber Tepco, der auch für das havarierte AKW Fukushima dai ichi verantwortlich ist, begrüßt diesen Schritt der NRA, da auch er von der angestrebten Rückkehr zur Atomenergie finanziell profitieren möchte.

 

05.08.2015

AKW Sendai, Reaktor 1 – Wiederinbetriebnahme um einen Tag verschoben

Am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima laufen die Vorbereitungen zur Wiederinbetriebnahme des Reaktors 1 auf Hochtouren. Einige Tests, die nun mehr Zeit in Anspruch nehmen als geplant, laufen noch. Auch das Alter des Reaktors (32 Jahre) und der Umstand, dass dieser seit 4 Jahren nicht mehr in Betrieb gewesen ist, ist nun verstärkt ins Bewusstsein der Atomaufsichtsbehörde NRA und weiteren Experten gerückt und lässt diese aufhorchen.

Der für den 10.08.2015 geplante Neustart wurde nun um einen Tag verschoben. Weitere Verzögerungen sind nicht ausgeschlossen.

Der Reaktor 1 am AKW Sendai wäre somit landesweit das erste AKW, was nach fast 2 Jahren ohne Atomenergie in Japan wieder ans Netz gehen würde. Laut den betreibenden Kyushu Elektrizitätswerken soll der Reaktor zunächst mit reduzierter Leistung laufen und dann ab Mitte September in den Vollbetrieb gehen (antiatom-fuku berichtete).

 

04.08.2015

AKW Fukushima, Reaktor 3 – Leichte Schäden an 4 Brennelementen

Am havariertem AKW Fukushima dai ichi sind aus dem Abklingbecken von Reaktor 3 die restlichen großen Trümmerteile geborgen worden. Dabei wurde jedoch entdeckt, dass an 4 Brennelementen der Henkel, der sich am oberen Ende befindet, verbogen ist. Dazu ist das Abklingbecken noch mit reichlich Betonschutt bedeckt.

Laut dem Betreiber Tepco, wären die o.g. Brennelemente als solches jedoch wohl nicht beschädigt, da die Radioaktivität im Wasser des Abklingbeckens nicht angestiegen sei.

Siehe hierzu auch die Abbildung der Tokyo Shinbun.

 

03.08.2015

Tritiumwolke über Tokyo

Seit Beginn der Bergungsarbeiten radioaktiver Trümmerteile aus dem Abklingbecken von Reaktor 3 des havariertem AKWs Fukushima dai ichi (antiatom-fuku berichtete), wurde in Tokyo, was nur 230 km südlich liegt, ein Anstieg der Radioaktivität in der Luft gemessen. Hierbei handelt es sich um den ß-Strahler Tritium, was mit der Luftfeuchtigkeit als Wolke nun nach Tokyo gelangt. Während unabhängige Umweltexperten den Anstieg der Strahlung sofort registriert haben, also seit dem 27.07.2015, zeigen die offiziellen ODL-Messsonden in Tokyo keine erhöhten Werte an.

Für die Tohoku-Region (Nordostjapan) raten die Experten auch dringend davon ab, sich langer als nötig im Freien aufzuhalten. Hunde sollten ebenfalls nur so kurz wie möglich ausgeführt werden. Es wird auch angeraten, eine Gesichtsmaske zu tragen, wenn man nach draußen muss.

Die gemessenen Strahlenwerte in der Luft (in der Tritiumwolke) liegen teilweise bis zu 3,4 µSv/h, also 85 X höher als normal.

Auch die kürzlich begonnene Entfernung der Schutzhülle von Reaktor 1 (antiatom-fuku berichtete), trägt mit aller Wahrscheinlichkeit ebenfalls zur Tritiumwolke bei.

 

02.08.2015

AKW Sendai: Termin rückt immer näher – Proteste werden massiver

Schon seit Wochen gibt es massenhaft Proteste gegen die ohnehin nicht notwendige Wiederinbetriebnahme des Reaktors 1 am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima, die jedoch mit näher rücken des Starttermins immer energischer werden. Dazu finden kontinuierliche Demos und Mahnwachen vor dem Haupttor des besagten AKWs statt. Große Antiatomorganisationen organisieren landesweit, auch mithilfe von Spenden günstige Möglichkeiten für die Anreise und Hotels vor Ort, so dass möglichst viele Teilnehmer, vor allem jetzt, in der heißen Phase an den Protesten vor dem AKW teilnehmen können.

Denn nach fast zwei Jahren ohne Atomstrom soll am 10.08.2015 der erste Reaktor wieder ans Netz gehen. Die Stromversorgung als solche steht hier allerdings nicht im Vordergrund. Es ist mehr das militärische Interesse, Profit und das „zeigen von Stärke“. Denn die Stromversorgung ist nämlich Dank der anderen Energielieferer und vor allem der stark angewachsenen erneuerbaren Energie problemlos gewährleistet.

Nach Eintritt der Reaktorkatastrophe von 2011 gingen alle AKWs nach und nach vom Netz (antiatom-fuku berichtete).

Der Termin für die nun bevorstehende Wiederinbetriebnahme des Reaktor 1 am AKW Sendai wurde ebenfalls geschickt ausgewählt. Denn seit Monaten sind die Leute mit anderen politischen Themen, wie z.B. die Aushebelung des Artikels 9 im Militärgesetz beschäftigt und somit, so glaubt die Regierung, von der Wiederinbetriebnahme des ersten AKWs abgelenkt.

Bild: Flyer mit Demoterminen gegen die Wiederinbetriebnahme am AKW Sendai.

Auch die Anreise nach Kyushu ist im Moment teuer, da Schulferien sind und das halbe Land unterwegs ist. Durch diesen „Effekt“ rechnet die Regierung mit weniger Demonstranten, die extra aus anderen Regionen anreisen.

Einige Bürger rütteln jedoch auf, so dass die Wiederinbetriebnahme nicht still und leise im Hintergrund anderer politischer Probleme abläuft, sondern ins Bewusstsein der Bevölkerung rückt.  

Der Hiroshima-Gedenktag am kommenden Donnerstag (06.08.2015) wird ebenfalls noch einmal für Zündstoff sorgen. Denn in der kommenden Woche jähren sich die beiden Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki zum 70. Male. Auch dieser Brennstoff wurde einst im Atomkraftwerk hergestellt.

 

AKW Fukushima, Reaktor 3 – Großes Trümmerteil geborgen

Am havariertem AKW Fukushima dai ichi wurde heute ein 20 t schweres Teilstück der Brennelementwechselvorrichtung aus dem Abklingbecken von Reaktor 3 geborgen. Das zuvor 35 t schwere Trümmerteil musste, damit die beiden Kräne es überhaupt anheben konnten, mit Spezialwerkzeug unter Wasser zerteilt werden.

Mit dem besagten Trümmerteil, also der Brennelementwechselvorrichtung, wurden die Brennelemente vom Abklingbecken in den Reaktor transportiert, bzw. umgekehrt. Diese war bei der Wasserstoffexplosion 2011 ins Abklingbecken gefallen.

Die Arbeiten, die mit äußerster Vorsicht durchgeführt werden mussten, damit die Brennelemente im Abklingbecken nicht beschädigt werden, wurden über zwei ferngesteuerte Kräne, die von einer Kamera überwacht werden, erfolgreich beendet.

Wenn die restlichen Trümmerteile entfernt worden sind, sollen die 566 Brennelemente aus dem Abklingbecken geborgen werden.

 

Juli 2015

30.07.2015

AKW Fukushima, Reaktor 3 - Großes Trümmerteil soll geborgen werden

Am havariertem AKW Fukushima dai ichi sollen nun auch die Trümmerteile aus Reaktor 3 geborgen werden. Das Gebäude wurde bei der Wasserstoffexplosion im März 2011 sehr stark beschädigt. Ein großes Trümmerteil, was zur Wechselvorrichtung der Brennelemente gehört, liegt immer noch im Abklingbecken und würde somit die Bergung der dort eingelagerten 556 Brennelemente massiv behindern.

Allerdings sind diese Arbeiten aufgrund der hohen Strahlung im Bereich des Abklingbeckens und der immer noch heißen Kernschmelze am Reaktorboden nicht gerade als ungefährlich zu bezeichnen, so dass diese über zwei ferngesteuerte Kräne durchgeführt werden sollen. Dabei darf das etwa 14 Meter lange Trümmerteil nicht auf die Brennelemente fallen. Denn dadurch könnten die Brennelemente beschädigt werden und eine noch höhere Radioaktivität freisetzen.

Derweil wird weiterhin hochradioaktives Wasser aus Kabelschächten von Reaktor 2 und 3 abgepumpt und an dem Teilstück der Eismauer auf der küstenfernen Seite der Reaktoren gebaut.  

 

AKW Fukushima - Rückbau der Schutzhülle am Reaktor 1

Zum Rückbau der Schutzhülle von Reaktor 1 am havariertem AKW Fukushima dai ichi (antiatom-fuku berichtete), nachfolgend ein Kurzvideo und Bericht des schweizerischen Nachrichtensenders SRF.

 

28.07.2015

AKW Fukushima, Reaktor 1 - Schutzhülle wird demontiert

Am havariertem AKW Fukushima dai ichi wurde nun damit begonnen, die erste der sechs Dachpaneelen der Schutzhülle von Reaktor 1 zu entfernen. Die zweite Paneele soll Ende August entfernt werden. Der komplette Rückbau der Schutzhülle soll, laut dem Betreiber Tepco bis Mitte 2016 abgeschlossen sein.

Zur Vorbereitung dieser Arbeiten wurde kürzlich ein Bindemittel eingespritzt, damit die hochradioaktiven Partikel bei der Demontage der Schutzhülle nicht umher gewirbelt werden (antiatom-fuku berichtete).

Danach sollen Trümmerteile und Schutt entfernt werden, bis dann ab voraussichtlich 2020 die noch unbeschädigten 392 Brennelemente entfernt werden können.

Das Reaktorgebäude wurde bei der Wasserstoffexplosion bei Eintritt der Reaktorkatastrophe von März 2011 völlig zerstört und erhielt im September 2011 einen „Sarkophag“ in Form einer Schutzhülle.   

 

Verklappung von radioaktiven Wasser - Fischereigenossenschaften stimmen zu

Die Fischereigenossenschaften von Soma und Futaba, nahe dem havariertem AKW Fukushima dai ichi stimmten nun, nach wochenlangen Debatten einer regelmäßigen Verklappung von leicht radioaktiv kontaminiertem Grundwasser durch den Betreiber Tepco zu. Dieses Wasser soll dann über zahlreiche Bohrlöcher, die sich  auf dem AKW-Gelände befinden abgepumpt, „gereinigt“ und dann ins Meer verklappt werden. Über eine endgültige Genehmigung dieser Maßnahmen wird Ende August entschieden.

Laut dem Betreiber Tepco wird das besagte Grundwasser über Bohrlöchern auf dem AKW-Gelände abgepumpt, „gereinigt“ und bevor es noch mehr radioaktiv verseucht wird, ins Meer geleitet. Somit wolle man die Grundwassermenge, die in die hochradioaktiv verseuchten Reaktorkellerräume läuft, auf die Hälfte, also etwa 150 m³/Tag reduzieren.

Bisher wird „nur“ das von der Bergseite kommende Grundwasser abgefangen, „gereinigt“ in seit einem Jahr regelmäßig ins Meer verklappt (antiatom-fuku berichtete).

Eine von Tepco in Erwägung gezogene Verklappung des hochradioaktiven Wassers aus den Lagertanks, wird jedoch von den Fischereigenossenschaften weiterhin kategorisch abgelehnt.

 

25.07.2015

Greenpeace warnt vor Aufhebung der Evakuierungsanordnung für Iitate

Die japanische Fraktion der Umweltorganisation Greenpeace führt in der Präfektur Fukushima regelmäßig Strahlenmessungen durch und rät dringend von einer Wiederbesiedlung strahlenbelasteter Ortschaften, die „dekontaminiert“ worden sind, ab.   

Im konkreten Fall soll die Ortschaft Iitate, die bei Eintritt der Reaktorkatastrophe 2011 vollständig evakuiert werden musste, ab März 2017 wiederbesiedelt werden. Hier hatte Greenpeace im April, Juni und Juli Strahlenmessungen durchgeführt. Und obwohl die erhobenen Werte gegen eine Rückführung sprechen, deklariert die Regierung die Ortschaft Iitate nach Abschluss der Flächendekontamination als „sicher“.

Zur Zeit laufen dort intensive Dekontaminationsarbeiten um die Radioaktivität zu senken. Das abgetragene Erdreich, Laub und Dreck wird in große Säcke gefüllt und in eines der zahllos vorhandenen Deponien zwischengelagert.

Laut der Regierung wären dann 96% der Fläche wieder „sauber“, so dass die für März 2017 geplante Rückführung der Strahlenflüchtlinge vollzogen werden kann. Auch die festgelegte Obergrenze von 0,23 µS/h, die in Iitate durch die Flächendekontamination angestrebt wird, sei laut der Regierung unbedenklich.

Allerdings ist die Strahlung in den Grüngebieten und Wäldern, die teilweise nur 20 Meter von den Wohnhäusern entfernt sind, deutlich höher. Außerdem werden laufend neue radioaktive Partikel durch Wind und Regen heran getragen, so dass die Strahlung innerhalb kurzer Zeit wieder ansteigt.

 

AKW Sendai – Vorlaufphase am Reaktor 1 beginnt

Wie die Kyushu Elektrizitätswerke gestern bekannt gaben, wird Reaktor 1 am AKW Sendai, Kagoshima, der voraussichtlich am 10.08.2015 wieder hochgefahren werden soll, ab dem 04.08.2015 in die Vorlaufphase versetzt. Ab etwa dem 13.08.2015 würde der Reaktor mit der Stromproduktion beginnen.

Die massiven Proteste, sämtliche Bedenken und Gefahren und die fehlende Notwendigkeit für die Wiederinbetriebnahme stoßen bei den Verantwortlichen jedoch weiterhin auf taube Ohren.  

 

Atomaufsichtsbehörde NRA - AKW Ōma darf nicht weiter gebaut werden

Das noch nicht fertiggestellte AKW Ōma, Präfektur Aomori in Nordjapan, was sich seit der Reaktorkatastrophe von Fukushima im Baustopp befindet, darf jetzt nun doch nicht, wie vom Atomkonzern J-Power geplant, ab November 2015 weiter gebaut werden. Das gab gestern die Atomaufsichtsbehörde NRA bekannt. Denn bei der Durchführung der geowissenschaftlichen Untersuchungen hatte die NRA eine seismisch aktive geologische Verwerfungslinie auf der AKW-Baustelle bestätigt, weswegen der Weiterbau des AKWs untersagt worden ist.

Beim AKW Ōma handelt es sich um einen Voll-MOX-Reaktor, der ursprünglich im März 2012 in Betrieb gehen sollte.  

 

22.07.2015

Aktuelle Umfrage: Zunahme der Unzufriedenheit mit Abes Politik

Einer landesweiten telefonischen Umfrage der Nachrichtenagentur Kyodo zur Folge, die am 17. und 18.07.2015 durchgeführt worden ist, befürworten nur noch 37,7% der Befragten die derzeitige Politik von Shinzo Abe. Im Vormonat waren es noch 47,4%. Somit sank die Befürworterqoute um stattliche 9,7% in eines kurzen Zeitraums von nur einem Monat.

51,6% lehnten Abes Politik entschieden ab. Im Juni waren es noch 43,0%.

Begründet wird diese Unzufriedenheit unter anderem auch wegen der aktuellen Änderung im Militärgesetz, wobei der Artikel 9, der einen offensiven Militäreinsatz verbietet, untergraben wird (antiatom-fuku berichtete).

Auch die für August geplante Wiederinbetriebnahme des ersten Reaktors, trotz fehlender Notwendigkeit und den negativen Erfahrungen mit Kernenergie in Japan, spricht nicht gerade positiv für den amtierenden Ministerpräsidenten Abe.   

 

21.07.2015

Erdbeben in Präfektur Fukushima

Heute um 18:16 Uhr ereignete sich in der Präfektur Fukushima wieder ein Erdbeben der Stärke 3,0 auf der Richterskala. Die Ausläufer erstreckten sich südlich bis Tokyo und in den Norden bis Aomori. Das Epizentrum in 60 km Tiefe lag im Pazifik, nur ein paar km vor der Küste von Fukushima. Eine Tsunamiwarnung wurde nicht herausgegeben.

Am havariertem AKW Fukushima dai ichi sei laut dem Betreiber Tepco auch kein weiteren Schäden aufgetreten.    

19.07.2015

AKW Fukushima – Schutzhülle von Reaktor 1 soll jetzt entfernt werden

Laut den Plänen des Betreibers Tepco soll nun ab dem 28.07.2015 von Reaktor 1 am havariertem AKW Fukushima dai ichi die Schutzhülle entfernt werden. Begonnen wird dann mit der Demontage der Dachpanelen.

Zur Vorbereitung für diese Arbeiten wurde ein Mittel in das Innere der Schutzhülle eingespritzt, was die hochradioaktiven Partikel binden soll, damit diese bei der Demontage der Hülle nicht umher gewirbelt werden. Für die nachflgenden Demontagearbeiten der Hülle veranschlagte Tepco einen Zeitraum von etwas anderthalb Jahren. Erst danach könne man sich an den radioaktiven Schutt machen, der im explodierten Gebäude herum liegt.

Mit der Demontage sollte eigentlich schon Ende Mai begonnen werden; das Vorhaben wurde jedoch wegen der Problematik mit den hochradioaktiven Partikeln dann aber erst einmal zurückgestellt (antiatom-fuku berichtete).

 

Militärgesetz ,Artikel 9 – Änderung durch die Hintertür

Das Vorhaben der Regierung LDP/Komeito, den Artikel 9 im Militärgesetz zu Ungunsten des Friedens abzuändern, ist heftig umstritten und wird schon seit längerem scharf kritisiert. Dazu finden landesweit, vor allem vor dem Parlament in Tokyo laufend massive Proteste statt.

Da die von Ministerpräsident Shinzo Abe (LDP) gewünschte Änderung trotz Mehrheit im Ober- und Unterhaus nach jetziger Gesetzeslage „nicht so einfach möglich“ ist, geschieht die Änderung nun über Umwege, womit man die Gesetzeslage raffiniert untergräbt. Hierbei wird der Artikel 9 als solches zwar nicht verändert, aber gewisse „Nebenabsprachen“ sollen es jedoch ermöglichen, den Artikel 9 auszuhebeln, so das offensive Militäreinsätze durch die japanische Armee, die per Art. 9 eigentlich verboten sind, möglich werden.

Noch muss die Gesetzesänderung vom Oberhaus verabschiedet werden.

Abe „begründet“ das als wichtigen Schritt in Bezug auf das immer mächtiger werdende China.

Die USA, die sich als Verbündeter mit Japan sieht, begrüßt diesen Schritt mit nicht ganz uneigennützigem Hintergrund.

 

16.07.2015

AKW Fukushima dai ichi- hohe Strahlenwerte durch Starkregen

Durch einen Starkregen in der Präfektur Fukushima schwollen am havariertem AKW Fukushima dai ichi die Abwasser- und Drainagegräben stark an, so dass Schutzwälle überliefen und sich das radioaktiv kontaminierte Regenwasser auch ins Meer ergoss.

Die Pumpen an den Bohrlöchern auf dem Gelände, 8 Stück, laufen zwar auf Hochtouren, kommen der Wassermenge, die der Starkregen mit sich bringt, jedoch nicht mehr nach.

Auch an den 12 Bohrlöchern, aus denen radioaktives Grundwasser zwecks Verklappung ins Meer, abgepumpt werden sollte, wurden erneut hohe Tritiumwerte festgestellt. Hohe Radioaktivitätswerte traten dort bereits Ende Juni auf, so dass die Pläne, das abgepumpte Wasser ins Meer zu verklappen, wieder verworfen worden sind (antiatom-fuku berichtete).

Laut ursprünglicher Planung sollte das Grundwasser abgepumpt und ins Meer verklappt werden, bevor es die Reaktorkellerräume erreicht, wo es dann noch stärker radioaktiv verseucht wird.

Die „reguläre“ Verklappung, die seit Mai 2014 nahezu wöchentlich stattfindet, läuft jedoch weiterhin. Hierbei wird das von der Bergseite kommende Grundwasser abgefangen, gesammelt, „gereinigt“ und dann über einen Bypass, der die hochradioaktiv verseuchten Reaktoren 1 bis 4 umgeht, ins Meer verklappt (antiatom-fuku berichtete mehrfach darüber).

 

14.07.2015

AKW Sendai: Wiederinbetriebnahme Reaktor 1 für den 10.08.2015 geplant

Nach einer fast zweijährigen atomfreien Phase in Japan, soll der erste Reaktor bald wieder ans Netz gehen. Am 10.08.2015 wollen die Kyushu Elektrizitätswerke den Reaktor 1 am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima wieder anfahren. Der Reaktor soll dann erst einmal mit reduzierter Leistung laufen, bevor er dann ab Mitte September in den Vollbetrieb gehen soll.   

Der Reaktor 1, ein DWR mit einer Bruttoleistung von 890 MW, der 1984 in Betrieb ging, steht seit 4 Jahren still.

Laut der Atomaufsichtsbehörde NRA werde jedoch jeder Arbeitsschritt ganz genau überwacht. Auch der Betreiber propagiert, dass der Reaktor technisch einwandfrei sei.

Das stärkere Erdbeben, was sich vor ein paar Tagen in der Region ereignete, stellt anscheinend ebenfalls „kein Problem“ dar.

 

Noch offiziell vorhandene Reaktoren in Japan – AKW Fukushima dai ni mit einberechnet

Die offizielle Anzahl der kommerziellen Reaktoren in Japan liegt zur Zeit bei 43 von ursprünglich 54 Stück. Die 6 Reaktoren am havariertem AKW Fukushima dai ichi gelten offiziell als stillgelegt und im Rückbau befindlich. Weitere 5 Reaktoren dreier AKWs haben die gesetzlich festgelegte Obergrenze von 40 Jahre überschritten und erhalten auch keine weitere Laufzeitverlängerung.

Die 4 Reaktoren des AKWs Fukushima dai ni, nur 12 km südlich der Reaktorruine, wurden hier jedoch noch nicht mit einberechnet, obwohl der atomfreundliche  Ministerpräsident Shinzo Abe (LDP) dessen Stilllegung vor etwa einem Jahr sogar selber angeordnet hatte (antiatom-fuku berichtete). Aber scheinbar ist das nicht mehr wirklich relevant und der Betreiber Tepco will sich eh nicht davon trennen. Aus Furcht vor heftigen Protesten durch Atomkraftgegner, die vor allem in der Präfektur Fukushima besonders stark ausgeprägt sind, hat Tepco die ganze Zeit darüber geschwiegen und seine Pläne nicht preisgegeben.

Tepco hatte sich ja anfangs auch bemüht, die Reaktoren 5 und 6 am AKW Fukushima dai ichi zu „retten“. Diese sollen jedoch, auch wenn diese noch weitgehend „heile“ geblieben sind, endgültig stillgelegt werden (antiatom-fuku berichtete).

Ohne dem AKW Fukushima dai ni wären es „nur noch“ 39 Reaktoren landesweit.

 

13.07.2015

Kyushu, Südjapan: Erdbeben Stärke 5,7 – nicht weit vom AKW Sendai

Um 2:52 Uhr ereignete sich ein stärkeres Erdbeben von 5,7 auf der Richterskala im Bezirk Saiki, Kyushu, keine 100 km von Vulkan Sakurajima, der zeitweise aktiv ist und vom AKW Sendai entfernt, was am 10.08.2015 wieder in Betrieb gehen soll. Eine Tsunamiwarnung wurde jedoch nicht heraus gegeben. Das Epizentrum lag in 60km Tiefe.

 

11.07.2015

Fukushima: Hochradioaktives Wasser – Kabelschacht mit Beton verfüllt

Im Kampf gegen das hochradioaktiv verseuchte Wasser am havarierten AKW Fukushima dai ichi wurde ein küstenseitig angelegter unterirdischer Kabelschacht vor Reaktor 2 mit Beton verfüllt. Laut dem Betreiber Tepco werde so nun das hochradioaktiv verseuchte Wasser, was ständig nachläuft, abgeschirmt, damit es nicht ins Meer gelangt.

Unmittelbar nach Eintritt der Reaktorkatastrophe von März 2011, hatten sich dort etwa 5000 m³ hochradioaktiv verseuchtes Wasser im Reaktorkeller und im Kabelschacht angesammelt. Dieses Wasser wurde jetzt bis Ende Juni 2015 abgepumpt.

Ursprünglich sollte mittels der „Eismauer“ (Teilstück als Test vor Reaktor 2) der Boden gefroren und dann das Wasser abgepumpt werden. Dieser Plan gelang jedoch nicht (antiatom-fuku berichtete), so dass jetzt stattdessen der küstenseitige Kabelschacht mit Beton verfüllt worden ist.

 

AKW Sendai: Reaktor 1 mit Brennelementen bestückt

Der Reaktor 1 am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima, der nächsten Monat wieder ans Netz gehen soll, wurde nun mit 157 Brennelementen bestückt (antiatom-fuku berichtete) und ist nun nahezu startbereit. Letzte Überprüfungen an den Rohrleitungen des Reaktors wären laut den betreibenden Kyushu Elektrizitätswerken auch in Ordnung gewesen.

Ab den 13.07.2015 soll dann der Wasserstand im Reaktor auf Betriebshöhe angepasst und das Wasser im Kühlkreislauf zum Zirkulieren gebracht werden. Somit wird das Rohrsystem der Reaktorkühlung noch einmal auf Dichtigkeit überprüft.

Auch eine Katastrophenschutzübung für den Fall einer radiologischen Notfallsituation wurde für Ende Juli angesetzt.

 

AKW Sendai – Keine Notwendigkeit für Atomstrom

Bezüglich dem AKW Sendai mehren sich die Proteste gegen die Wiederinbetriebnahme. Das Haupttor wird schon seit Wochen durch Protestcamps belagert. Landesweit macht man sich ebenfalls gegen die bevorstehende Wiederinbetriebnahme stark und versucht dies in allerletzter Minute noch zu verhindern.

Immer wieder wird betont, was auch schon mehrfach belegt worden ist, dass Japan problemlos komplett auf Kernenergie verzichten kann!

Mai Ōishi (30), Hausfrau aus Sendai: „Hier am AKW Sendai könnte durchaus das gleiche passieren wie in Fukushima. Es ist nicht nachvollziehbar, wie man ein AKW trotz fehlender Notwendigkeit wieder ans Netz nehmen kann, zumal es in Fukushima immer noch keine Lösung für die Probleme gibt“.

Daichi Tanaka (24), aus Chiba: „Ich kenne Leute, die aus Fukushima geflüchtet sind. Wenn wieder so ein Erdbeben und Tsunami auftritt, kann es wieder zu so einer Katastrophe kommen. Wir haben auch ohne AKWs ausreichend Strom. Wir brauchen keine AKWs. Uns statt die AKWs wieder ans Netz zu nehmen, wäre es besser, einen anderen Weg einzuschlagen.

Noch in letzter Minute einen Stopp per Gericht zu erwirken erscheint jedoch unter der japanischen Gesetzgebung eher schwierig. Auch die Tatsache des immer noch fehlenden Endlagers, ist neben den für Japan besonders relevanten Gefahrenpunkten, wie Erdbeben und Tsunami, vor Gericht „kein ausreichendes Argument“.

 

AKW Mihama: Kansai Elektrizitätswerke fordern neues Gutachten

Laut einem Gutachten der Atomaufsichtsbehörde NRA verläuft am Reaktor 3, AKW Mihama, Präfektur Fukui eine seismisch aktive geologische Verwerfungslinie, die im Falle eines Erdbebens gravierende Folgen verursachen könnte. Die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke lassen jedoch nicht locker, widersprechen der NRA-Aussage und fordern nun ein neues Gutachten.

Eine baldige Entscheidung wird laut der NRA angestrebt und soll im kommenden August vorliegen.

 

07.07.2015

AKW Fukushima – wieder einmal hohe Tritiumwerte im Wasser

Am havariertem AKW Fukushima dai ichi wurden an 12 Bohrlöschern hohe Tritiumwerte in den Wasserproben vom 02.07.2015 entdeckt. Über diese Bohrlöcher wird das Grundwasser, was von der Bergseite kommt, damit es nicht noch stärker radioaktiv verseucht wird, abgepumpt, bevor es die Kellerräume der Reaktoren 1 bis 4 erreicht. Dann wird es gesammelt und ins Meer verklappt.

Die Wasserprobe eines der Bohrlöcher wies einen Tritumwert von 17000 Bq/l auf. Die gesetzliche Obergrenze liegt bei immer noch stattlichen 15000 Bq/l Wasser.

Die Analyseergebnisse liegen seit gestern vor, woraufhin der Betreiber Tepco, laut eigenen Angaben, die Einleitung des Wassers aus den Bohrlöchern ins Meer sofort gestoppt hätte.

Bis Ende Juni wären die Tritiumwerte in den Wasserproben nie über 1500 Bq/l angestiegen. Tepco wolle nun engmaschiger kontrollieren.

 

10 Reaktoren vom „Fukushima-Typ“ in der NRA-Überprüfung

Zu Zeit laufen landesweit an 25 Reaktoren von 15 AKWs, dessen Betreiber die die Wiederinbetriebnahme ihrer Reaktoren beantragt haben, die Sicherheitsüberprüfungen der Atomaufsichtsbehörde NRA. Darunter befinden sich 10 Siedewasserreaktoren (SWR) wie in Fukushima. Auch der Voll-MOX-Reaktor am AKW Ōma, Präfektur Aomori, was sich noch im Bau befindet (z.Z. Baustopp), ist nur ein „verbesserter“ SWR!

Am Reaktor 2 („verbesserter“ SWR) des AKWs Shika verläuft eine geologische Verwerfungslinie, dessen seismische Aktivität man eigentlich auch nicht mehr wegdiskutieren kann.

Zwei der 5 bereits freigegebenen Reaktoren wurden, da die Sicherheitsanforderungen entgegen dem Gutachten der NRA doch nicht erfüllt worden sind, per Gericht verboten (Reaktor 3 und 4 am AKW Takahama, bd. DWR ).

Der erste Reaktor, ein DWR am AKW Sendai in Südjapan, darf im August wieder angefahren werden, Reakor 2, ebenfalls ein DWR, im Oktober.  

 

05.07.2015

AKW Fukushima dai ichi – „Eismauer“, ein Milliardengrab

Am AKW Fukushima dai ichi gehen die Probleme mit dem Projekt „Eismauer“, was zwischenzeitlich sogar schon mehrfach aufgegeben worden ist (antiatom-fuku berichtete mehrfach darüber), weiter. Denn entgegen den Planungen des Betreibers Tepco kann diese, obwohl sie mittlerweile schon fertiggestellt worden ist, Ende des Jahres nicht in Betrieb gehen.

Für die unterirdische Eismauer, die die Reaktoren 1 bis 4 umgibt, wurden auf einer Länge von 1,5 km 1551 Rohre tief in den Boden gerammt. Diese sind über ein Rohrsystem, in dem eine chemische Kühlflüssigkeit zirkuliert, miteinander verbunden. Mit dieser Kühlflüssigkeit sollte das Erdreich auf Minus 30°C gefrostet werden, so dass das hochradioaktiv verseuchte Wasser, was aus der Reaktorkühlung kommt, nicht mehr ins Erdreich und somit ins Meer gelangen kann.

Allerdings wurden bereits im April 2015 auf dem Testabschnitt der Eismauer festgestellt, dass die gewünschte Minustemperatur nicht erreicht wird.

An 18 Stellen der Eismauer befinden sich Messsonden, die die Temperatur im Boden überwachen sollen. An 12 Messpunkten wurden in den letzten beiden Monaten eine durchschnittliche Temperatur von 10,1 bis –20,9°C gemessen. Am gravierendsten waren die Temperaturunterschiede im Bereich von Reaktor 1. Laut dem Betreiber Tepco müssten aber erst noch weitere Daten gesammelt werden, bevor man nach der Ursache suchen könnte.

Mit der Eismauer, so Tepco, könne die Menge des radioaktiv verseuchten Wassers, was täglich ins Meer läuft um ein Drittel reduziert werden.  

Die Atomaufsichtsbehörde NRA ist da jedoch nicht so optimistisch.

Die Kosten für die Eismauer schießen weiter in die Höhe und liegen zur Zeit bei 320 Mrd. Yen, umgerechnet 233,6 Mio. Euro. Hinzu kämen dann noch die laufenden Kosten, wenn die Eismauer tatsächlich in Betrieb gehen sollte.

 

04.07.2015

AKW Sendai, Reaktor 1 wird bald mit Brennelementen bestückt

Am Reaktor 1, AKW Sendai, Präfektur Kagoshima wurden nun die abschließenden Überprüfungen durch die Atomaufsichtsbehörde NRA beendet, so dass die betreibenden Kyushu Elektrizitätswerke den Reaktor mit Brennelementen bestücken dürfen. Diese Arbeiten sollen ab dem 07.07.2015 beginnen und dauern voraussichtlich 4 Tage. Es sollen dann 157 Brennelemente in den Reaktor eingesetzt werden.

Dabei werden diese über eine Unterwasserschleuse aus dem benachbarten Abklingbecken in das Ablegebecken neben den Reaktor transportiert und dann in das Reaktorinnere gehoben.

Das Procedere wird in einer Animation dargestellt. Siehe dazu das Kurzvideo des NachrichtensendersTV asahi (Sprache in Video japanisch, jedoch selbsterklärend).

Die Wiederinbetriebnahme des Reaktors ist für Mitte August geplant und wäre somit der erste landesweit (antiatom-fuku berichte).

 

02.07.2015

AKW Mihama, Reaktor 3 – Geologische Verwerfung seismisch aktiv?

Am AKW Mihama, Präfektur Fukui streiten sich wieder einmal die Experten über die seismische Aktivität einer geologischen Verwerfungslinie, die am Reaktor 3 entlang verläuft (antiatom-fuku berichtete).

Die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke, die den Reaktor 3 gerne wieder in Betrieb nehmen möchten, streiten eine mögliche seismische Aktivität der besagten geologischen Verwerfung weiterhin ab. Dazu wurden zwar Studiendaten vorgelegt, die aber nur sehr unzureichend sind. Unabhängige Experten, die aber sehr wohl eine seismische Aktivität vermuten, fordern weitere Untersuchungen.

Während die Reaktoren 1 und 2 wegen Überalterung stillgelegt werden sollen, befindet sich Reaktor 3 in der NRA-Sicherheitsüberprüfung auf Erfüllung der neuen Sicherheitsanforderungen.

 

Tepco-AKW Kashiwazaki Kariwa - Begehung durch die IAEA

Der Betreiber Tepco, der auch das havarierte AKW Fukushima dai ichi zu verantworten hat, hat nun gemeinsam mit dem Industrie- und Wirtschaftsministerium um eine Begehung durch die Internationale Atomaufsicht IAEA am AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata gebeten. Diese soll bis Mitte Juli auch schon abgeschlossen sein.

Nach Vermutungen von Atomkritikern, will der Betreiber Tepco und die Regierung damit nur den Eindruck vermitteln, dass man Verantwortung zeige und für Sicherheit und Transparenz sorgen würde.

Die Reaktoren 6 und 7 befinden sich zur Zeit in der NRA-Sicherheitsüberprüfung zur Wiederinbetriebnahme.

Denn vor allem wegen den jüngsten Skandalen, u.a. mit der zu niedrigen Tsunamimauer, was jahrelang bekannt war (antiatom-fuku berichtete) und den laufenden Pannen am AKW Fukushima dai ichi, ist das Vertrauen in den Betreiber Tepco und der Regierung nicht gerade sehr groß.

 

Juni 2015

29.06.2015

AKW Fukushima: Austritt einer hochradioaktiven Masse am Reaktor 2

Am havariertem AKW Fukushima dai ichi ist an einem undichten Deckel einer seitlichen Öffnung des Sicherheitsbehälters von Reaktor 2 eine zähflüssige schwarze Masse ausgetreten. Dies wurde mittels eines Erkundungsroboters, der mit einer Kamera ausgestattet gewesen ist, festgestellt. Die Strahlung in der unmittelbaren Umgebung lag bei über 1 Sv/h! Für eine Messung höherer Radioaktivitätswerte war der Roboter jedoch nicht ausgestattet.

Bei der ausgetretenen Masse handelt es sich vermutlich um eine geschmolzene Kabelisolierung. Die jetzige Robotererkundung erfolgte im Rahmen einer „Vorstudie“. Im kommenden August soll der Reaktor 2 dann gründlich erkundet werden.

Reaktor 2, dessen Gebäude noch weitgehend intakt geblieben ist, „beherbergt“ wie Reaktor 1 und 3 eine immer noch heiße Kernschmelze, dessen Ausmaße wegen der tödlich hohen Strahlung immer noch nicht erkundet werden konnten.  

 

26.06.2015

Säcke mit radioaktiven Abfällen schutzlos der Witterung ausgesetzt

In einem Zwischenlager für radioaktive Abfälle, wie Erdreich, Laub und Dreck, die im Rahmen laufender Dekontaminationsarbeiten im Bezirk Naraha (ca. 12 km südlich vom havariertem AKW Fukushima dai ichi) angefallen sind, wurden an einigen Säcken größere Löscher festgestellt (Siehe Abbildung der Tokyo Shinbun). Diese Säcke, die normalerweise für Bauschutt gedacht sind und gefüllt etwa eine Tonne wiegen, lagern gestapelt unter freien Himmel und sind somit auch den Witterungseinflüssen ausgesetzt. Die gemessenen Strahlenwerte ergeben für Cäsium137 etwa 3000 Bq/kg.

Solche Lagerplätze unter freien Himmel gibt es zuhauf in der Präfektur Fukushima, sowie zum Teil auch in den Nachbarpräfekturen. Manchmal sind die Säcke, um diese vor Regen zu schützen, wenigsten mit einer Schutzplane abgedeckt.

Ein Langzeitzwischenlager (für die nächsten 30 Jahre), was von der Firma Fukushima Eco Tec Clean Center betrieben werden soll, wird in Tomioka errichtet (antiatom-fuku berichtete), weitere Lager sind geplant.

 

AKW Fukushima - Unzureichender Tsunamischutz wurde schon 1999 moniert

Unabhängige, sowie behördliche Experten machten bereits im Jahr 1999 verstärkt auf den landesweit bestehenden unzureichenden Tsunamischutz an japanischen AKWs aufmerksam.

Das alles wurde jedoch durch die jeweiligen Stromkonzerne nicht ernst genommen und jahrelang fleißig ignoriert. Die Behörden griffen ebenfalls nicht ein.

Insbesondere am AKW Fukushima dai ichi, dessen Gelände nach Berechnung der Experten, schon bei einem Tsunami von 8 Metern, vor allen im Bereich der Reaktoren 1 bis 4, sowie dessen Notstromaggregate überflutet wird, wurde das Problem vom Betreiber Tepco ignoriert und den Behörden einfach so toleriert.

 

23.06.2015

AKW Fukushima – Hohe Radioaktivität in einem undichten Reinigungsbecken

In einem unterirdischen Wasserbecken, was an Reaktor 3 angrenzt, sammelt sich laufend radioaktiv verseuchtes Wasser an und vermischt sich mit dem hochradioaktiv verseuchten Wasser aus der Reaktorkühlung. Das Becken, was 100 m³ fasst, besteht zwar aus Edelstahl, ist aber trotz dem mittlerweile völlig undicht geworden.

Vor der Reaktorkatastrophe wurde das Becken im Rahmen der Reaktorwartung zum Auffangen des gebrauchten Kühlwassers genutzt, damit der Reaktor gereinigt werden konnte.

Die nun gemessenen Strahlenwerte der Wasserproben aus den Becken ergaben für Cäsium137 55000 Bq/l und für Kobalt60 6000 Bq/l.

Laut dem Betreiber Tepco hätte das jedoch keinen Einfluss auf die Umgebung.  

 

Problematische Plastikschläuche

Die am AKW Fukushima dai ichi eingesetzten Rohrleitungen, vor allem die häufig verwendeten Kunststoffschläuche weisen in vielen Fällen Knickstellen auf, die brüchig werden könnten, so dass, wie bereits passiert (antiatom-fuku berichtete), radioaktives Wasser austreten kann. Nun sollen 139 solcher „Rohrleitungen“ überprüft werden.

Die Plastikschläuche werden durch die hohe Radioaktivität angegriffen und undicht, was sich als erstes an den Knickstellen bemerkbar macht.

 

Problemstoff Tritium

Bezüglich dem Problem mit dem Tritium („überschweres Wasser“) am AKW Fukushima dai ichi, was sich mit der Wasserdekontaminationsanlage ALPS nicht herausfiltern lässt, will die Regierung mit den Fischern und der Präfektur in Dialog treten und verspricht, alles daran zu setzten, um eine bestmögliche Lösung für das Problem zu finden. Wie die Lösung aussehen soll, ist bisher noch nicht bekannt.

Denn täglich gelangen weiterhin 300 bis 400 m³ radioaktives Waser, was natürlich auch Tritium beinhaltet, ins offene Meer. Zudem wird weiterhin reichlich radioaktives Wasser nach einer „Reinigung“ ins Meer verklappt.

 

21.06.2015

Militärgesetz - Scharfer Gegenwind für Abe

Die vom regierenden Ministerpräsidenten Shinzo Abe (LDP) in Gang gesetzte Änderung des Militärgesetzes stößt nicht nur immer mehr auf Kritik, sondern es wird auch verstärkt an der Legalität der Vorgehensweise bei der Gesetzesänderung gezweifelt. Vor allem Juristen stellen das Procedere der Regierung in Frage und sehen darin auch eine Verfassungswidrigkeit.

Im Parlament, bei den Debatten wird der Ton ebenfalls immer schärfer. Abes Äußerungen werden immer aggressiver und die Kritik aus der Opposition immer schärfer.  

Selbst der Verteidigungsminister Gen Nakatani steht nicht mehr so wirklich hinter der Vorgehensweise von Abe und räumt kleinlaut ein, dass eine Änderung im Militärgesetz sehr wohl, entgegen den bisherigen Behauptungen des Ministerpräsidenten Abe, eine Gefahr für japanische Streitkräfte bei Militäreinsätzen bedeuten würde.

Durch die Änderung im Militärgesetz (Artikel 9 von 1946, Verbot kriegerischer Aktivitäten und die Führung eigener Streitkräfte) wäre die japanische Armee keine Verteidigungskraft mehr, sondern ein regelrechte Streitkraft, die aktiv Kriege anzetteln „dürfte“. 

Bild: Shinzo Abe, LDP (Screenshot)

Juristen und weitere unabhängige Experten weisen darauf hin, dass die von Abe angestrebte Gesetzesänderung nicht nur verfassungswidrig ist, sondern dass es sich dabei sogar um eine regelrechte Manipulation der Verfassung handelt.

Auch der Großteil der Bevölkerung steht dem Ganzen immer skeptischer gegenüber. Einer aktuellen repräsentativen Umfrage zur Folge lehnen 63% der Befragten diese Gesetzesänderung, die zu Ungunsten des Friedens wäre und die Wiederinbetriebnahme von AKWs vehement ab.

Erst am vergangenen Wochenende demonstrierten wieder einmal 25 000 Leute vor dem Parlament in Tokyo gegen das Gesetz und gegen die Wiederinbetriebnahme der AKWs.

Abes Popularität, die zwar mit 41% immer noch sehr hoch ist, sinkt stetig und hat seit der Wahl 12/2012 den niedrigsten Stand erreicht, zumal Abes Wirtschaftsversprechen (Abenomix) ebenfalls nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat. Die Wiederwahl Abes im Dezember 2014 (antiatom-fuku berichtete), war ebenfalls eher eine Verzweiflungstat, beziehungsweise durch „nicht wählen gehen“ zustande gekommen.

 

18.06.2015

AKW Fukushima – Kein Ende im Kampf mit dem radioaktiven Wasser

Am havariertem AKW Fukushima dai ichi ist im Kampf mit dem hoch radioaktiv verseuchten Wasser immer noch kein Ende in Sicht. Weiterhin werden in regelmäßigen Abständen große Mengen an Radioaktiven Wasser nach einer „Reinigung“ ins Meer verklappt. Etwa 300 bis 400 m³ gelangen „von alleine“ ins Meer.

Die mehrfach aufgegebene und dann doch weiter gebaute „Eismauer“, die die Reaktoren 1 bis 4 umschließt, besteht aus ein unterirdisches Rohrsystem, worüber ein Frostungsmittel geleitet werden soll. Dieses soll dann verhindern, dass hochradioaktiv verseuchtes Kühlwasser die Reaktorkellerräume verlässt und ins Meer gelangt (antiatom-fuku berichtete mehrfach) Ein in April 2015 fertig gestellter Testabschnitt entsprach nicht den Erwartungen.

Leckende Lagertanks und Regenwasser, was sich hier und dort ansammelt, bereitet ebenfalls so manche Probleme.

Täglich kämpfen und improvisieren 6000 bis 7000 Arbeiter unter hoher Strahlung in einer lebensfeindlichen Umgebung und bemühen sich neben den Rückbauarbeiten um eine Schadensbegrenzung.   

Obwohl im Bereich von Reaktor 4, vor dem Gebäude die radioaktiv verseuchte Schutt- und Trümmerteile weggeräumt worden sind, herrscht dort immer noch eine hohe Strahlung von etwa 25,00 µS/h. Also 10 X höher als im Bereich der Lagertanks für hochradioverseuchtes Wasser.  

 

Unzureichender Tsunamischutz - Geheime Tepco-Dokumente aufgedeckt

Neben all den Missständen, die der Betreiber Tepco aufweist, sind jetzt auch noch geheime Dokumente aus dem Jahre 2008 ans Licht gekommen. Diese Dokumente, Protokolle einer geheimen Sitzung besagen, „dass man um das Problem mit dem unzureichenden Tsunamischutz nicht herum kommen würde . . .“

Somit belegen diese Dokumente, dass es dem Betreiber Tepco bereits viele Jahre vor der Reaktorkatastrophe der unzureichende Tsunamischutz bewusst gewesen ist. Eine Verbesserung war jedoch zu „unwirtschaftlich“.

Die besagten Dokumente fielen jene Anwälte in die Hände, die eine Klägergruppe von 40 Tepco-Aktionären vor Gericht vertreten.

 

AKW Ikata – Reaktor 3 soll mit MOX beladen werden

Der Reaktor 3 am AKW Ikata, Präfektur Ehime, der von der Atomaufsichtsbehörde NRA bereits zur Wiederinbetriebnahme frei gegeben worden ist (antiatom-fuku berichtete), soll sogar mit MOX-Brennelementen beladen werden. Die beinhalten Plutonium und Uran. Wie die Shikoku Elektrizitätswerke und die Behörden betonten, „sei das nur zum Zwecke der kommerziellen Stromerzeugung und damit der Brennstoffkreislauf geschlossen werde.“ Und wie die Regierung bekräftigt, „würde da natürlich auch kein militärischer Hintergrund bestehen.“ Parallel dazu ändert die Regierung (LDP/Komeito) allerdings das Militärgesetz zu Ungunsten des Friedens.

 

16.06.2015

AKW Hamaoka: Abklingbecken von Reaktor 3 ziemlich voll

Das Abklingbecken von Reaktor 3 am AKW Hamaoka, Präfektur Shizuoka hat nur noch sehr wenig Aufnahmekapazität für weitere Brennelemente, was der Präfekturgouverneur, Heita Kawakatsu (DPJ) auf einer Konferenz mit den betreibenden Chuo Elektrizitätswerken und der Atomaufsichtsbehörde NRA bemängelte. Denn genau für diesen Reaktor wurde in den letzten Tagen die Überprüfung auf Erfüllung der Sicherheitsanforderungen zur Genehmigung der Wiederinbetriebnahme bei der NRA beantragt (antiatom-fuku berichtete).

Für die NRA und einige andere Lokalpolitiker stellen die vollen Abklingbecken jedoch kein sonderliches Problem dar. Man bringt den betreibenden Chuo Elektrizitätswerken sogar ein ausgesprochenes Vertrauen entgegen „Die Chuo Elektrizitätswerke setzen alles daran, um eine bestmögliche Sicherheit der Anlage zu gewährleisten“.

Im Falle einer NRA-Freigabe für Reaktor 3, muss neben der Präfekturverwaltung auch die örtliche Gemeinde, zu der das AKW gehört, zustimmen. Für Reaktor 4 laufen die NRA-Überprüfungen bereits.

 

13.06.2015

AKW Sendai – Reaktor 1 wird in Kürze mit Brennelementen beladen

Am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima laufen seit einigen Wochen die Vorbereitungen für die Wiederinbetriebnahme der von der Atomaufsichtsbehörde NRA freigegebenen Reaktoren 1 und 2. Wie die Kyushu Elektrizitätswerke gestern nun bekannt gaben, soll Reaktor 1 ab dem 04.07.2015 mit Brennelementen beladen werden. Parallel dazu laufen jedoch noch weitere Überprüfungen der NRA, unter anderem an den Rohrsystemen des Reaktors.

Reaktor 1 soll dann ab Mitte August wieder in angefahren werden und wäre somit der erste Reaktor, der die über anderthalbjährige atomfreie Zeit in Japan beenden würde.  

 

AKW Hamaoka – Wiederinbetriebnahme für Reaktor 3 beantragt

Die Elektrizitätswerke Choubu haben, wie gestern bekannt gegeben worden ist, für Reaktor 3 am AKW Hamaoka, Präfektur Shizuoka die NRA-Überprüfung auf Erfüllung der neuen Sicherheitsanforderungen für die Wiederinbetriebnahme, beantragt. Für Reaktor 4 laufen die Überprüfungen bereits seit Februar 2014.

Das AKW Hamaoka, besteht aus 5 Siedewasserreaktoren (SWR), wovon die Reaktoren 1 und 2 seit 2009 stillgelegt worden sind.

Infolge der Reaktorkatastrophe von Fukushima 2011, wurde am AKW Hamaoka eine neue 22 Meter hohe Tsunamimauer gebaut, die das AKW nun sicherer machen soll.

Das AKW Hamaoka steht jedoch schon seit Ewigkeiten unter heftiger Kritik und wird nicht umsonst als „das gefährlichste AKW der Welt“ bezeichnet. Denn es befindet sich auf einer Subdukionszone, bei der sich die eine unter die andere Kontinentalplatte schiebt, womit die Erdbebenanfälligkeit in dieser Region noch höher ist als im restlichen Japan, wo sich eh schon jeden Tag ein Erdbeben ereignet. (SieheErdbeben-Ticker)

 

10.06.2015

AKW Fukushima – weitere Verzögerung bei der Bergung der Brennelemente

Nach aktuellen Informationen des Betreibers Tepco und der Regierung verschiebt sich am havariertem AKW Fukushima dai ichi die Entnahme der Brennelemente aus den Abklingbecken der Reaktoren 1 bis 3 um weitere 2 bis 3 Jahre. Demnach soll die die Bergung der Brennelemente von Reaktor 1 voraussichtlich 2017 und von Reaktor 2 ab 2020 beginnen. Zu Reaktor 3 gab es bisher noch keine neuen Informationen. Die endgültige Version des neuen Fahrplans für den Rückbau will die Regierung am Donnerstag bekannt geben.

Der Zeitraum für den gesamten Rückbau des AKWs wird auf 30 bis 40 Jahre geschätzt.

 

AKW Sendai – Prüfergebnis für Reaktor 2 auch für Reaktor 1 relevant

Das Ergebnis der letzten technischen Überprüfung vor Inbetriebnahme des Reaktors 2, am AKW Sendai, Kagoshima, die nun durch die Atomaufsichtsbehörde NRA begonnen worden ist, ist auch für Reaktor 1, dessen Überprüfung bereits seit März läuft, von Bedeutung. Denn beide Reaktoren verfügen teilweise über technische Einheiten, die gemeinsam genutzt werden. 

      

        AKW Sendai Kagoshima

Eine Nichtentsprechung der technischen Sicherheit nach der letzten Überprüfung, die kurz vor der Wiederinbetriebnahme durchzuführen ist, hätte das auch Konsequenzen für Reaktor 1, der dann möglicherweise auch nicht in Betrieb genommen werden dürfte. Die Überprüfung für Reaktor 1 ist voraussichtlich am 20.06.2015 abgeschlossen, wonach die Brennelemente dann eingefüllt werden dürfen.

Danach soll Reaktor 1 voraussichtlich Ende Juli in Betrieb gehen dürfen und wäre somit der erste, der nach über anderthalb Jahren, die Japan ohne Kernenergie gewesen ist, wieder ans Netz gehen würde (antiatom-fuku berichtete). Reaktor 2 soll voraussichtlich im Ende September wieder angefahren werden.

 

07.06.2015

Hohe Cäsium-Werte in essbaren Wildpflanzen

In den Bergen der Präfektur Fukushima, nahe der Ortschaft Iitate wurden überall hohe Cäsium-Werte in wildwachsenden Gewürz- und Gemüsepflanzen gemessen. Die Werte der Proben liegen im Durchschnitt zwischen 12000 und 14000 Bq pro kg. Die gesetzlich festgelegte Obergrenze für Lebensmittel liegt bei 100 Bq.

 

Okuma, Iitate - Angestrebte Wiederbesiedelung trotz hoher Strahlung

Der Ort Iitate, der weiterhin eine hohe Strahlung aufweist und nach Beginn der Reaktorkatastrophe vollständig evakuiert worden ist, soll nach Wünschen der Regierung wiederbesiedelt werden.

Auch der Ort Okuma, zu dem auch das havarierte AKW Fukushima dai ichi gehört (an der Ortsgrenze zu Futaba), soll wiederbesiedelt werden. Dazu beginnen ab Juli die Flächendekontaminationsarbeiten, wodurch die Radioaktivität gesenkt werden soll. Die zu dekontaminierende Fläche beträgt etwa 95 Hektar. Die Arbeiten sollen bis Ende des Jahres sogar schon abgeschlossen sein.

Die Regierung treibt die Rückführung der Strahlenflüchtling an und will zu dem sämtliche Entschädigungszahlungen, die noch laufen, bis 2016 komplett einstellen.

Das erklärt auch u.a. warum eine schnelle Rückführung in die verstrahlten Heimatorte angestrebt wird. Den dadurch entfallen weitere Ansprüche auf Entschädigung (antiatom-fuku berichtete mehrfach über diese Maßnahmen).

 

05.06.2015

Fukushima - Großes Endlager in Futaba/Tomioka geht in Betrieb

Das Endlager für radioaktiv verseuchtes Erdreich, Laub, Dreck und weiterer Abfälle, die bei den Flächendekontaminationsarbeiten der radioaktiv verseuchten Gebiete anfallen, soll bald in Betrieb genommen werden.

Bild: Screenshot Endlager

Die etwa 9,4 ha große Grube, die nun mitten in der bergischen Landschaft der beiden Ortschaften Futaba/Tomioka, nahe dem havariertem AKW Fukushima dai ichi klafft, gleicht nahezu einem Tagebau. Die Grube wurde mit einer zweifachen Kunststofffolie ausgelegt. Darin soll dann der Atommüll geschichtet werden; dazwischen weiteres Material zur Abschirmung. Für die Ableitung des Regenwassers sei ebenfalls gesorgt.

Die Regierung und das Fukushima Eco Tec Clean Center, der künftige Betreiber dieser Anlage sind in Bezug auf Sicherheit für die Umwelt sehr zuversichtlich. Bei den Bürgern aus der Umgebung, die da  aber eher skeptisch sind, stößt das Vorhaben auf großen Widerstand.

960 000 m³ der Grube sind bereits mit radioaktiven Erdreich etc. verplant, noch Platz für 740 000 m³ verbleibend.

 

02.06.2015

AKW Fukushima, radioaktives Wasser – Undichtes Rohr war nur aus PVC

Zum Zwischenfall am havarierten AKW Fukushima dai ichi, bei dem letzte Woche radioaktives Wasser bei Umfüllarbeiten aus einer defekten Rohrleitung entwichen ist (antiatom-fuku berichtete), gab der Betreiber Tepco heute neue Einzelheiten bekannt. Demnach wird die entwichene Wassermenge auf bis zu 15000 m³ geschätzt. Die Radioaktivität des entwichenen Wassers, bestehend vorwiegend aus ß-Strahlern, liegt bei 1100 000 Bq/l.

Die Ursache für die Leckage in der besagten Rohrleitung erklärt sich dadurch, dass diese aus nur PVC besteht, wie der Betreiber Tepco nun einräumte. Zudem wurde diese seit 2013 nicht mehr auf Dichtigkeit überprüft.

Schon 2013 wurde darauf hingewiesen, dass diese Plastikrohre unter der hohen Strahlung schnell rissig werden können. Zum Teil wurden diese 2014 auch ausgetauscht, allerdings waren diese Arbeiten noch nicht abgeschlossen.

 

01.06.2015

AKW Sendai – Wiederinbetriebnahme verschiebt sich auf Mitte August

Wie die Kyushu Elektrizitätswerke heute bekannt gaben, verschiebt sich die Wiederinbetriebnahme des Reaktors 2 am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima auf Mitte August.

Reaktor 1 und 2 wurden bereits im Herbst 2014 von der Atomaufsichtsbehörde NRA für „sicher“ erklärt und für die Wiederinbetriebnahme frei gegeben. Die für Reaktor 1 geplante Wiederinbetriebnahme war ursprünglich für Anfang Juli angesetzt, wurde jedoch aufgrund weiterer technischer Überprüfungen auf Ende Juli und jetzt sogar auf Mitte August verschoben.

Auch Reaktor 2 war eigentlich schon für Ende Juli vorgesehen, wurde jedoch vor kurzem, auch wegen noch laufender technischer Überprüfungen, auf September verschoben.

Die technischen Überprüfungen würden noch einige Zeit in Anspruch nehmen, so dass der ursprüngliche Termin nicht eingehalten werden könne.

 

Mai 2015

30.05.2015

Starkes Erdbeben von 8,5, was sich über ganz Japan erstreckte

Heute um 20:23 Uhr ereignete sich ein starkes Erdbeben der Stärke 8,5 auf der Richter-Skala. Dadurch, dass sich das Epizentrum auf offener See in 700 km Entfernung und dazu auch in 590 km Tiefe in Pazifik befand, haben sich die Auswirkungen noch in Grenzen gehalten. In Tokyo war das Erdbeben mit 5,0 auf der Richter-Skala zwar noch deutlich zu spüren, größere Schäden sind jedoch ausgeblieben. Eine Tsunami-Warnung wurde nicht heraus gegeben. Das Erdbeben erstreckte sich in alle Richtungen des Landes.

Die Auslöser waren Spannungen, die dadurch entstanden sind, weil sich die pazifische unter die philippinische Kontinentalplatte schiebt.

Siehe dazu auch die Zeichnungen der Yomiuri Shinbun und die Karte der Wetterstation.

 

AKW Fukushima: Drastischer Anstieg an Radioaktivität im Hafen

Am AKW Fukushima dai ichi wurden heute an vier Messpunkten im Hafen stark ansteigende Werte des ß-Strahlers Strontium90 im Wasser festgestellt. Die Werte lagen zwischen 190 bis 320 Bq/l Wasser. Gestern lagen diese noch bei 100 Bq/l.

Als Ursache, so der Betreiber Tepco, kommt am ehesten der Vorfall von gestern infrage, bei dem radioaktiv verseuchtes Wasser aus einer defekten Rohrleitung entwichen ist (antiatom-fuku berichtete gestern).

 

29.05.2015

AKW Fukushima dai ichi – Loch im Rohr, radioaktives Wasser entwichen

Am havariertem AKW Fukushima dai ichi ist an einem Rohr zwischen Wassertank und Turbinengebäude von Reaktor 3 über ein 1 cm großes Loch radioaktiv verseuchtes Wasser entwichen. Von dort aus gelangte es in einem Abwassergraben und somit in den Hafen des AKWs.

Über das Rohr lief radioaktiv verseuchtes Wasser aus einer der ebenerdigen Lagerbecken, die Anfang 2013 ausgehoben worden sind. Diese wurden jedoch im März 2013 schon undicht und mussten wieder leer gepumpt werden (antiatom-fuku berichtete). Allerdings läuft dort ständig neues Wasser nach, was dann wieder abgepumpt werden muss.

Über das defekte Rohr wurden 236 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser geleitet, was umgefüllt werden sollte. Die Leckage wurde jedoch erst heute bemerkt, obwohl die Arbeiten bereits seit drei Tagen liefen. Daraufhin wurden die Arbeiten direkt gestoppt. Wie viel radioaktives Wasser entwichen ist, ist jedoch nicht bekannt.

 

Vulkan am AKW Sendai – Unabhängige Experten warnen erneut

Unabhängige Experten warnten erneut vor einem möglichen Vulkanausbruch im Bereich des AKWs Sendai, Präfektur Kagoshima in Südjapan. Eine Gefahr, die durch die Atomaufsichtsbehörde NRA zu sehr herunter gespielt wird.  

Das AKW Sendai wurde durch die NRA zur Wiederinbetriebnahme frei gegeben und die Kyushu Elektrizitätswerke wollen, wie ein Sprecher diese Woche noch einmal betonte, Reaktor 1, der die letzten NRA-Überprüfungen vor Inbetriebnahme „bestanden“ hatte, Ende Juli anfahren. Die für Ende Juli geplante Wiederinbetriebnahme von Reaktor 2 wurde, wegen noch laufender Tests auf September verschoben.

Dass Vulkane, vor allen auf dem sog. Pazifischen Feuerring, auf dem Japan sich befindet, nicht zu sehr unterschätzt werden dürfen, zeigt ein weiterer Vulkanausbruch von heute, der sich auf einer Insel in Südjapan ereignete. Hier mussten sogar über 150 Menschen evakuiert werden.

 

25.05.2015

Stärkeres Erdbeben in der Kanto-Region

Heute Nachmittag um 14:28 Uhr ereignete sich ein Erdbeben der Stärke 5 auf der Richter-Skala in der Kanto-Region (Großraum Tokyo). Das Epizentrum lag in Tsuchiura, Präfektur Saitama, die nördliche Nachbarpräfektur von Tokyo.

Das Erdbeben erstreckte sich bis weit in den Norden, so dass auch die Präfektur Fukushima betroffen gewesen ist. Eine Tsunamiwarnung wurde jedoch nicht heraus gegeben. Auch an den AKWs Tokai (100 km nördlich von Tokyo), Präfektur Ibaraki, AKW Fukushima dai ni und dem bereits havarierten AKW Fukushima dai ichi sind laut den jeweiligen Betreibern keine Vorkommnisse aufgetreten. Auch wenn die o.g. AKWs nicht (mehr) in Betrieb sind, sind sie dennoch weiterhin gefährlich.

 

AKW Fukushima: Gefahr einer Wasserstoffexplosion an Polyethylentanks möglich

Am havariertem AKW Fukushima dai ichi ist im Bereich der Lagertanks für hochradioaktiv verseuchtes Abwasser aus der Wasserdekontaminationsanlage ALPS ein zusätzliches Problem aufgetreten. Und zwar sammelt sich am Boden der Lagertanks Wasserstoff an, so dass diese Tanks zu einer tickenden Zeitbombe werden und plötzlich explodieren könnten!

Die besagten Abwassertanks, die aus Polyethylen, einem in der Industrie sehr häufig verwendeten Kunststoff bestehen, haben eine Höhe von 1,80 Meter und einem Durchmesser von 1,50 Metern. Sie stehen auf einem Betonfundament, wobei der untere Bereich der Tanks im Fundament eingefasst ist.

Dort wurde nun, wie auch schon im letzten Monat, ein Wasseraustritt an mehreren Tanks festgestellt. Laut dem Betreiber Tepco sei das radioaktiv verseuchte Wasser, was entwichen ist, innerhalb der Betoneinfassung verblieben und nicht ins Erdreich eingedrungen.

Wie die Atomaufsichtsbehörde NRA auf einer Konferenz am Freitag bekannt gab, ist das Problem bereits an mehreren Tanks (bei etwa 10%) aufgetreten. Dabei sei das Wasser über den undicht gewordenen Deckel entwichen.

Begründet wird das „Phänomen“ damit, dass durch die hohe Strahlung, die im Wassertank herrscht, die Wassermoleküle „zerlegt“ werden, wobei dann Wasserstoff entsteht, was sich dann am Boden ansammelt. Dabei erhöht sich der Innendruck im Tank und der Deckel löst sich. Die gefährlichen Gase, die sich dort gebildet haben und hochradioaktives Wasser dringen nach außen. Auch das Material der Lagertanks wird durch die hohe Radioaktivität angegriffen, so dass sich Mikroleckagen bilden.

Die Konzentration des Wasserstoffes am Boden wird immer höher und im schlimmsten Fall kann es sogar zu einer Wasserstoffexplosion kommen. Hier würde ein kleiner Funkenflug schon ausreichen, um eine Explosion auszulösen!

 

Fukushima: Wasserbilanz auf dem AKW-Gelände

In den Lagertanks für hochradioaktives Wasser lagern mittlerweile 6 570 000 m³ auf dem AKW-Gelände. Im März betrug die Menge noch 6 170 000 m³. Das heißt: Tendenz weiter steigend! Die maximale Lagerkapazität für hochradioaktiv verseuchtes Wasser liegt zur Zeit bei 7 670 000 m³. Weitere Tanks werden aufgestellt.

Eine Reduzierung der gelagerten Wassermenge durch eine verstärkte Dekontamination über zusätzliche Filteranlagen ist jedoch, entgegen den Prognosen von Tepco bisher nicht gelungen.

 

21.05.2015

Richtigstellung zum Fall „AKW Takahama“ vom 20.05.2015

Entgegen unserer gestrigen Berichterstattung, haben die klagenden Kansai Elektrizitätswerke am 18.05.2015 vor Gericht doch kein Recht bekommen (siehe Bericht vom 20.05.2015).

Das heißt: Das Urteil vom 14. April bleibt weiterhin bestehen und die Reaktoren 3 und 4 dürfen weiterhin nicht ans Netz gehen.

Hier ist uns ein Übersetzungsfehler unterlaufen, wofür wir uns, antiatom-fuku in aller Form entschuldigen möchten.

Richtig heißt es: Die Kansai Elektrizitätswerke haben vor dem Landgericht Fukui gegen das Urteil von April (Verbot der Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 3 und 4 am AKW Takahama nach Klage durch Bürgerinitiativen) geklagt, jedoch kein Recht bekommen. Die Klage wurde abgewiesen und die Wiederinbetriebnahme weiterhin untersagt.

Die sicherheitsrelevanten Beanstandungen, wie z.B. der unzureichende Erdbeben- und Tsunamischutz, der mangelhaft ausgearbeitete Katastrophenschutz- und Evakuierungsplan, die zum Verbot der Wiederinbetriebnahme führten, wurden von den betreibenden Kansai Elektrizitätswerken als unbegründet bezeichnet. Eine Meinung, die die Richter jedoch nicht teilen konnten.

 

Vulkanausbruch am Berg Sakurajima

Am Vulkan Sakurajima, Kagoshima in Südjapan, der in der letzten Zeit eh schon vermehrt Aktivität zeigte, ist es heute Morgen um 10:30 Uhr zu einem explosionsartigen Vulkanausbruch gekommen. Dabei stieg eine sehr hohe Rauchwolke auf. Schon in den frühen Morgenstunden brodelte es in Krater und Rauch stieg auf.

Laut dem Wetterdienst könnte die Vulkanasche mit dem Wind weiträumig verteilt werden.

Das AKW Sendai, was durch die Atombehörde NRA zur Wiederinbetriebnahme frei gegeben worden ist, liegt nur etwa 50 bis 60 km von Insel Sakurajima entfernt.

 

20.05.2015

AKW Takahama – Vollstreckung der einstweiligen Verfügung wurde zurück gewiesen

Nach dem im April per Gerichtsurteil die geplante Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 3 und 4 am AKW Takahama, Präfektur Fukui untersagt worden ist (antiatom-fuku berichtete), gingen die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke in Revision, so das erneut vor Gericht verhandelt werden musste.  

Dabei wurde jetzt am Landgericht Fukui die einstweilige Verfügung vom 14. 04.2015, die die Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 3 und 4 untersagt hatte, zurück gewiesen; mit dem Ergebnis, dass die beiden Reaktoren den Sicherheitsanforderungen entsprechen würden und somit wie geplant ans Netz gehen dürfen.

Laut dem jetzigen Urteil werden nun die sicherheitsrelevanten Beanstandungen, wie z.B. der unzureichende Erdbeben- und Tsunamischutz, der mangelhaft ausgearbeitete Katastrophenschutz- und Evakuierungsplan, die zum Verbot der Wiederinbetriebnahme führten, als unbegründet bezeichnet und die betreibenden Elektrizitätswerke Kansai bekamen Recht.

 

18.05.2015

Präfektur Fukushima – 4 weitere Kinder mit Schilddrüsenkrebs

Wie erst jetzt durch die Experten der behördlichen Untersuchungskommission der Präfektur Fukushima bekannt gegeben worden ist, wurden bei der zweiten Screening-Untersuchungsrunde bei 4 weiteren Kindern, die bereits im März untersucht worden sind, ein Schilddrüsenkrebs entdeckt.

In der ersten Untersuchungsrunde wiesen jedoch genau diese Kinder schon in der Ultraschalluntersuchung einen Befund auf, den man nicht eindeutig als „normal“ bzw. als  „pathologisch“ bezeichnen konnte. Eine weitere Diagnostik blieb jedoch aus. Somit wurde der Krebs erst jetzt in der 2. Screening-Runde entdeckt.

Bei einem weiteren Kind, was im Februar schon die 2. Kontrolluntersuchung erhielt, wurde ebenfalls ein bösartiger Befund erhoben. Somit sind es schon 5 Kinder mit einem neu aufgetretenen Schilddrüsenkrebs.

Die Experten der Untersuchungskommission dementieren jedoch einen möglichen Zusammenhang mit der erhöhten Radioaktivität, obwohl seit der Reaktorkatastrophe eine signifikante Häufung der bösartigen Schilddrüsenerkrankungen bei Kindern besteht.

In dieser 2. Screening-Runde wurden 385 000 Patienten, die zum Zeitpunkt der Reaktorkatastrophe unter 18 Jahre alt waren, untersucht. Allerdings stehen noch zahllose Untersuchungsergebnisse aus, so dass die Anzahl der Neuerkrankungen noch weiter ansteigen könnte.   

 

15.05.2015

AKW Ikata bekommt NRA-Freigabe

Wie heute schon bekannt wurde, hat Reaktor 3 am AKW Ikata, Präfektur Ehime die Sicherheitsüberprüfung der Atomaufsichtsbehörde NRA bestanden und entspricht somit den gesetzlichen Sicherheitsanforderungen. Das Ergebnis dieser Überprüfung wird auf der für den 20.05.2015 angesetzten Konferenz noch offiziell bekannt gegeben.

Bevor die betreibenden Shikoku Elektrizitätswerke den Reaktor jedoch wieder ans Netz nehmen dürfen, müssen noch weitere behördliche Genehmigungen der Präfektur Ehime und die Zustimmung der Anwohner eingeholt werden.

Somit ist Ikata das 3. AKW (Reaktor 3), was die „Sicherheitsüberprüfung“ der NRA bestanden hat.

Die AKWs Sendai, Reaktor 1 und 2 und Takahama 3 und 4 haben das Prüfsiegel der NRA bereits erhalten, wobei die genehmigte Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren am AKW Takahama jedoch im April per Gericht wieder verboten worden ist (antiatom-fuku berichtete). Bezüglich dem AKW Sendai, was im April per Gericht genehmigt worden ist, werden jedoch noch weitere Prozesse in höherer Instanz angestrebt.

 

AKW Fukushima dai ichi - Schutzhülle von Reaktor 1 wird entfernt

Am AKW Fukushima dai ichi begannen heute die Rückbauarbeiten der Schutzhülle von Reaktor 1. Damit der hochradioaktive Feinstaub nicht in die Umwelt entweicht, wurde vor einer Woche eine Dachpaneele der Schutzhülle entfernt und über das Loch ein Bindemittel eingesprüht. Laut dem Betreiber Tepco sei das Bindemittel sehr zuverlässig, so dass nicht so viele radioaktive Partikel in die Luft geschleudert werden.

Denn bei der Entfernung von Trümmerteilen aus Reaktor 3 wurden im August 2013 erhebliche Mengen an radioaktiven Partikeln durch die Luft gewirbelt und sogar bis Minamisoma getragen.

Dieses will man jetzt jedoch mit dem Bindemittel vermeiden und dazu auch die auf dem Gelände aufgestellten Messgeräte zur Überwachung des radioaktiven Feinstaubs in der Luft von 8 auf 24 Stück aufstocken.

Die Rückbauarbeiten der Schutzhülle, die aufgrund der hohen Strahlung im Bereich des Gebäudes von Reaktor 1 nur langsam voran gehen, dauern voraussichtlich bis Ende 2016. Dazu wird auch ein ferngesteuerter Kran eingesetzt.

Starke Winde, bzw. Stürme können die Arbeiten jedoch, die dann auch sofort unterbrochen werden müssen, erheblich beeinträchtigen.

Nach Entfernung der Schutzhülle sollen dann auf den Boden liegende Trümmerteile aufgesammelt werden. Danach will man sich dem Abklingbecken widmen und dort die Trümmer entfernen, damit die Brennelemente geborgen werden können.

 

13.05.2015

AKW Shika - Aktive Verwerfung unterhalb von Reaktor 1

Wie die Atomaufsichtsbehörde NRA auf der heutigen Konferenz bekannt gab, verläuft am AKW Shika, Präfektur Ishikawa in Nordwestjapan eine seismisch aktive geologische Verwerfungslinie unterhalb von Reaktor 1 hindurch. Das ergaben Untersuchungen mit Probegrabungen, die im Rahmen der NRA-Sicherheitsüberprüfung auf dem AKW-Gelände durchgeführt worden sind. Dieser Erkenntnis zufolge wird der Reaktor mit aller Wahrscheinlichkeit nicht mehr in Betrieb gehen dürfen, so dass eine Stilllegung eher in Betracht kommen würde.

Laut den betreibenden Elektrizitätswerken Hokuriku, die den Reaktor gerne wieder ans Netz nehmen wollen, ist diese Verwerfungslinie natürlich nicht seismisch aktiv.

Auch für Reaktor 2 sieht die Lage eher kritisch aus. Denn unter dem Turbinengebäude, nahe dem Reaktor entlang, verläuft auch eine seismisch aktive Verwerfungslinie. Eine weitere, jedoch seismisch nicht aktive Verwerfung verläuft unterhalb der Rohleitungen, die Meerwasser für die Kühlung von Reaktor 2 ansaugen.

Das AKW Shika besteht aus zwei SWR, die in den Jahren 1993 und 2006 in Betrieb gingen, 2011 abgeschaltet worden sind und für die die Elektrizitätswerke Hokuriku bei der NRA die Sicherheitsüberprüfung für die Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme beantragt hat, die zur Zeit noch laufen.

 

Gerichtsurteil von Sendai – Doch noch keine neue Entscheidung

Nach der letzten Gerichtsverhandlung (antiatom-fuku berichtete am 05.05.2015) gibt es, entgegen ersten Informationen doch noch kein endgültiges Urteil, was die Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 1 und 2 am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima untersagen würde. Die Angelegenheit wurde „ergebnisoffen“ vertagt. Somit hat das vorherige Gerichtsurteil, was zu Gunsten des Betreibers, den Elektrizitätswerken Kyushu ausgesprochen worden ist, Gültigkeit.

Dieser will die beiden Reaktoren, wenn auch etwas später als ursprünglich geplant, Ende Juli wieder in Betrieb nehmen.

Die Bürgerinitiativen, die die Wiederinbetriebnahme ablehnen, wollen jedoch in höhere Instanz klagen. Ein Termin steht jedoch noch nicht fest.

11.05.2015

Weitere Rückführungen in verstrahlte Gebiete geplant – Bürger verunsichert

In einer Bürgerversammlung in Iwaki, Präfektur Fukushima, zum Thema „Rückführung in die Heimatorte“ zeigten teilnehmende Bürger, die nach Eintritt der Reaktorkatastrophe aus der Stadt Naraha flüchten mussten, erhebliche Bedenken dorthin zurück zu kehren. Die Ortschaften von Naraha, wozu auch Tatsuta und Kido gehören, die nach teilweiser Flächendekontamination schon seit dem Sommer 2014 wiederbesiedelt werden „dürfen“, weisen jedoch noch zum Teil sehr hohe Strahlenwerte auf. Dennoch ist die Regierung bestrebt die Flüchtlinge wieder dorthin zurück zu führen. Die nördliche Stadtgrenze von Naraha ist nur 12 km vom havariertem AKW Fukushima dai ichi entfernt.

Neben der erhöhten Strahlung ist man vor allem auch wegen dem Trinkwasser, was aus dem Stausee am Fluss Kido kommt, besorgt. Denn die dort entnommenen Proben vom Boden des Sees weisen deutlich erhöhte Radioaktivitätswerte auf. Laut der Regierung sein die Dekontaminationsmaßnahmen jedoch ausreichend.

Des weiteren fehlen Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte etc., Defizite, die nach Plänen der Präfekturverwaltung jedoch bald behoben werden sollen. Vor allem ist man auch wegen der Kinder besorgt, zumal die Rate an Schilddrüsenkrebs bei Kindern deutlich zugenommen hat.  

Karte der Stadt Naraha, dessen nördliche Stadtgrenze nur 12 km vom havariertem AKW Fukushima dai ichi entfernt ist. (Bild: antiatom-fuku)

Bis zum 05.07.2015 wollen die Behörden über eine vollständige Aufhebung der Evakuierungspflicht im Stadtgebiet, die noch zum Teil, nach den Richtlinien des Drei-Zonen-Modells (antiatom-fuku berichtete) besteht, entscheiden.

Das 2013 geschaffene Drei-Zonen-Model hat die 20-km-Sperrzone zum Teil aufgeweicht und teilt die Evakuierungszone, je nach Höhe der Radioaktivität, nun in 3 Kategorien. Das heißt: Eine ODL unter 20 mSv/a erlaubt eine dauerhafte Rückkehr. In Gebieten bis 50 mSv/a sind Aufenthalte über Tag und in Gebieten mit einer ODL von über 50 mSv/a sind weiterhin keine Aufenthalte erlaubt.

Hierunter fallen insbesondere 6 Ortschaften, die möglicherweise komplett auf langer Sicht unbewohnbar bleiben. Davon betroffen sind Namie, Okuma, Futaba, Tomioka (der nördlich gelegene Nachbarort von Tatsuta), Katsurao und Iitate.

In diesen Ortschaften sind bisher auch keine Dekontaminationsversuche vorgesehen. Sie bleiben dauerhaft unbewohnbar.

 

09.05.2015

AKW Mihama, Reaktor 3 – Laut NRA keine seismisch aktive Verwerfungslinie

Während Reaktor 1 und 2 am AKW Mihama, Präfektur Fukui nach 40-jähriger Betriebszeit still gelegt werden sollen, wollen die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke „zumindest“ Reaktor 3 wieder ans Netz nehmen, der zur Zeit durch die Atomaufsichtsbehörde NRA auf Erfüllung der neuen Sicherheitsstandards überprüft wird. Bezüglich der seismologischen Prüfung attestierte die NRA dem Betreiber nun ausreichende Sicherheit für Reaktor 3. Denn eine vorhandene geologische Verwerfungslinie in der Nähe des Reaktors sei laut der NRA seismisch nicht aktiv und stelle somit keine Gefahr dar.

Die NRA-Sicherheitsüberprüfung zur Freigabe der Wiederinbetriebnahme von Reaktor 3, die zunächst unter Vorbehalt begonnen worden ist, wird nun, nach dem die Bruchzone „abgeklärt“ worden ist, weiter fortgesetzt.

Das AKW Mihama besteht aus drei Druckwasserreaktoren (DWR), wovon zwei, wie bereits beschlossen, aufgrund ihrer Alterung, stillgelegt werden sollen (antiatom-fuku berichtete). Allerdings erreicht auch Reaktor 3, der der 1976 in Betrieb ging, bald eine 40-jährige Laufzeit, die laut dem Gesetz in der Regel eine Stilllegung vorgibt.      

 

05.05.2015

Erneutes Gerichtsurteil – AKW Sendai darf nicht ans Netz

Nach dem laut dem Gerichtsurteil von Mitte April die Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 1 und 2 am AKW Sendai, Präfektur Fukui genehmigt worden ist, gingen die klagenden Anwohner in Revision, so dass heute erneut vor dem Landgericht Fukui verhandelt wurde.

Dieses Mal bekamen jedoch die Anwohner Recht, so dass die Kyushu Elektrizitätswerke die beiden Reaktoren im kommenden Juli doch nicht in Betrieb nehmen dürfen.

Begründet wird das Urteil damit, dass der Flucht- und Rettungsplan im Falle einer radiologischen Notfallsituation (Super-GAU) nicht ausreichend ist. Es wurde zwar ein 30-km-Umkreis als Evakuierungszone vorgesehen, allerdings wurden dabei verschiedene Windrichtungen für radioaktive Wolken nicht ausreichend berechnet. Auch die Gefahren durch nahe gelegener Vulkane wurden zu sehr unterschätzt.

Wegen der angekündigten Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 1 und 2 am AKW Sendai, die Ende 2014 die Sicherheitsüberprüfung der Atomaufsichtsbehörde NRA „bestanden“ haben, streiten sich Bürgerinitiativen mit den betreibeben Kyushu Elektrizitätswerken schon seit Ende 2014 vor Gericht (antiatom-fuku berichtete).   

 

Politik: Artikel 9 – Großdemo in Yokohama

Am Wochenende versammelten sich etwa 30 000 Menschen in Yokohama zu einer Großdemo gegen die von Ministerpräsident Shinzo Abe angestrebte Änderung im Artikel 9 des Militärgesetzes.

Der Artikel 9, der nach dem zweiten Weltkrieg in Kraft trat, sieht vor, das Japan „nur“ über Selbstverteidigungskräfte, aber über keine „kriegsführende“ Armee verfügen darf. Und genau dieses Gesetz will Abe aufweichen. Dazu ist jedoch eine ⅔-Mehrheit nötig, die Abe in der kommenden Oberhauswahl wohlmöglich sogar erlangen könnte. Aber eine größere Hürde speziell in diesem Gesetz ist allerdings der notwendige Bürgerentscheid, der die Änderung kippen und Abe zum Verhängnis werden könnte.

Denn die meisten Bürger, wie sich in Yokohama und bei verschiedenen Umfragen zeigte, lehnen eine Änderung im Artikel 9, der zu Ungunsten des Friedens wäre und auch die Meinungsfreiheit einschränken und somit die Demokratie untergraben würde, strikt ab.  

 

Erneuerbare Energien – Umdenken bei den Kyushu Elektrizitätswerken?

Der Südjapanische Energiekonzern Kyushu Elektrizitätswerke plant einen gigantischen Batteriespeicher, nahe der Stadt Fukoka, zur Zwischenspeicherung von Strom, der aus erneuerbaren Energien produziert worden ist. Dadurch sollen Stromschwankungen vermieden werden, weil ja die erneuerbaren Energien, wie Wind und Sonne, stets im unterschiedlichen Maße Energie liefern und somit nur schwer der jeweiligen Nachfrage angepasst werden können.

Mithilfe dieser Speicherbatterie kann dann nun entsprechend der Nachfrage ein kontinuierlicher Stromfluss ins Netz gespeist und die Grundlast kontinuierlich gedeckt werden.

Die Bauarbeiten für das Projekt, was vom Wirtschafts- und Industrieministerium sogar finanziell gefördert wird, sollen in Kürze beginnen.

Kommt da jetzt das große Umdenken bei dem einst eifrigen Atomkonzern? Oder was steckt dahinter? Denn vor noch nicht so langer Zeit haben die Kyushu Elektrizitätswerke, die ein Monopol in Kyushu haben, die erneuerbare Energien eher blockiert, statt zu unterstützen.

Das Interesse, das AKW Sendai wieder ans Netz nehmen zu dürfen, besteht zwar weiterhin, allerding haben die Kyushu Elektrizitätswerke aber auch erkannt, das in Japan, auch wenn die Regierung nicht mitzieht, eine Energiewende stattfindet und der Konzern somit rechtzeitig den neuen Trend folgen will, bevor es zu massiven wirtschaftlichen Nachteilen kommt.

 

03.05.2015

AKW Fukushima – Lagertank: erneut radioaktives Wasser entwichen

Am havariertem AKW Fukushima dai ichi ist wieder einmal hochradioaktives Wasser aus einem Lagertank im Bereich H3 entwichen. Das entdeckten am Freitag Vormittag Arbeiter bei einem Kontrollgang. Es hatte sich am Boden eine Wasserlache gebildet, die auf eine Undichtigkeit des Lagertanks hinweist. Das ausgetretene Wasser sei laut dem AKW-Betreiber Tepco jedoch nicht über den Schutzwall, der die Tanks umgibt, getreten.

Die Strahlung des ausgetretenen Wassers liegt bei hohen 40 mSv/h und in der Luft sogar bei 70 mSv/h. Über die ausgelaufene Menge liegen keine Angaben vor. Inwieweit andere Tanks noch betroffen sind, ist ebenfalls unklar. Auch über eventuell rostige Stellen, die nun undicht werden und als Ursache infrage kommen könnten, gibt es keine Angaben.

April 2015

30.04.2015

Atomaufsichtsbehörde NRA erteilt Laufzeitverlängerung für 2 Altreaktoren

Für die beiden Reaktoren 1 und 2 am AKW Takahama, Präfektur Fukui haben die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke jetzt landesweit als erstes eine Laufzeitverlängerung von weiteren 20 Jahren bekommen. Dazu wurde eine „spezielle Sicherheitsüberprüfung“ durch die Atomaufsichtsbehörde NRA durchgeführt, die die beiden Reaktoren nun für weiterhin „verkehrsfähig“ befunden hatte.

Diese beiden Siedewasserreaktoren (SWR), die eigentlich auch für eine eventuelle Stilllegung vorgesehen waren (antiatom-fuku berichtete), Inbetriebnahme 1974 und 1975, dürfen nun noch weitere 20 lange Jahre am Netz bleiben, was eine Gesamtlaufzeit von etwa 60 Jahren bedeutet.

Auch für den Reaktor 3, ein DWR (Inbetriebnahme 1976) am AKW Mihama, ebenfalls in der Präfektur Fukui, läuft eine „spezielle Sicherheitsüberprüfung“ der NRA zwecks Laufzeitverlängerung. Das Ergebnis ist noch offen.

 

Regierung - Geplanter Energiemix für 2030

Auf einer Konferenz von Anfang dieser Woche stellte das Wirtschaftsministerium den von der Regierung angestrebten Energiemix für das Jahr 2030 vor. Demnach sollen die erneuerbaren Energien auf 20 bis 22 % ansteigen, der Anteil an Erdgas bei 27%, Steinkohle bei 26% und Erdöl bei 3% liegen. Allerdings ist darin, wie bereits durch die Regierung schon in den Wochen zuvor angekündigt, ein Anteil von 20 bis 22% Kernenergieenthalten.

„Begründet“ wird das von der Regierung und den Stromkonzernen mit der schon mehrfach widerlegten Theorie der Minderung der CO2-Emmission und dem Treibhauseffekt (antiatom-fuku berichtete). Auch der angeblich so günstige Atomstrom wird ganz gerne mit zu niedrig angegebenen Preisen pro KW/h angegeben. Denn neben der „normalen“ Atommülllagerung etc., fallen speziell in Japan und der Ukraine noch horrende Zusatzkosten für die havarierten AKWs an, die mit in die KW/h Atomstrom berechnet werden müssten!

Dazu wurde die fehlende Notwendigkeit der Kernenergie in Japan, dessen Reaktoren immer noch alle still stehen, mehrfach bewiesen.

 

27.04.2015

Wiederinbetriebnahme AKW Sendai: Gericht sagt „ja“ – NRA sagt „nein“

Nachdem eine Bürgerinitiative gegen die Wiederinbetriebnahme zweier Reaktoren am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima in Südjapan vor Gericht geklagt hatte, wurde am vergangenen Mittwoch das Urteil gesprochen. Demnach erhielten die Bürger, trotz schlagkräftiger Argumente, vor Gericht kein Recht, so dass die betreibenden Kyushu Elektrizitätswerke die Reaktoren 1 und 2 am AKW Sendai, wie geplant im Juli ans Netz nehmen dürfen.

Allerdings hat jetzt die Atomaufsichtsbehörde NRA dem Betreiber einen Strich durch die Rechnung gemacht, so dass die Reaktoren im Juli nicht ans Netz gehen dürfen. Denn laut der NRA hätten die Kyushu Elektrizitätswerke Wartungs- und Vorbereitungsmaßnahmen der beiden Reaktoren vernachlässigt, so dass die Pläne der Wiederinbetriebnahme vorerst gestoppt worden sind. Ein neuer Termin steht bisher noch nicht fest.

 

25.04.2014

Kinderspielplatz in Tokyo - Hohe Strahlung gemessen

Auf einem Kinderspielplatz in Tokyo-Ikebukoro wurde bereits schon am Donnerstag ein radioaktiver Hotspot entdeckt. Dort wurde in der Nähe der Rutschbahn eine sehr hohe Strahlung von 480 µSv/h !! gemessen.

Die gesetzlich festgelegte Obergrenze für Radioaktivität aus der Umgebung, der man ausgesetzt sein darf, liegt in „normalen“ Gebieten bei 1 mSv/a. Lediglich in den durch die Reaktorkatastrophe radioaktiv höher belasteten Gebieten wurde die Obergrenze auf stattliche 20 mS/a „angepasst“.  

Somit wäre auf dem Spielplatz die Jahresobergrenze schon nach etwas mehr als 2 Stunden erreicht!

In Gebieten mit einer hohen Strahlung, die „dekontaminiert“ worden sind, gilt eine ODL-Obergrenze von 0,23 µSv/h.

Der Spielplatz wurde durch die örtlichen Behörden sofort gesperrt.

 

Professor Koide fordert Sarkophag für das AKW Fukushima

Auf einer Konferenz mit internationalen Fachleuten, die heute in Tokyo stattfand, forderte Professor Koide, ein Atom-Experte der Universität Kyoto, das havarierte AKW Fukushima Dai ichi mit einem Sarkophag wie in Tschernobyl zu versiegeln, um die Radioaktivität einzuschließen.

Auch von den derzeitigen Plänen des Betreibers Tepco und der Regierung, die Brennelemente aus den havarierten Reaktoren zu bergen, rät Koide dringend ab.

 

Seit der Reaktorkatastrophe - Rückgang wild lebender Habichte

Umweltschützer stellten fest, dass in der Vogelpopulation der wild lebende Habicht, seit der Reaktorkatastrophe von vor vier Jahren deutlich zurückgegangen ist. Das lässt darauf schließen, dass die erhöhte Radioaktivität mit aller Wahrscheinlichkeit dafür verantwortlich ist.  

Dazu wurde eine Studie über den Zeitraum seit der Reaktorkatastrophe in der Präfektur Tochigi, der südlichen Nachbarpräfektur von Fukushima durchgeführt.     

 

21.04.2015

AKW Fukushima: Radioaktives Regenwasser ins Meer entwichen

Durch einen Komplettausfall aller 8 Pumpen, die das anfallende Regenwasser aus den Abflussgräben im Bereich der Reaktoren 1 bis 4 am havariertem AKW Fukushima dai ichi abpumpen sollen, hat sich das ganze radioaktiv verseuchte Regenwasser angesammelt. Folglich ist es ist dann übergelaufen und  ins Meer geflossen.

Die Ursache für den Ausfall der 8 Pumpen, sei laut dem Betreiber Tepco noch unklar.  Auch über die Menge des radioaktiv verseuchten Regenwassers, was ins Meer gelaufen ist konnte Tepco bisher noch keine Angaben machen.

 

Aomori – Große Solarparks

In der Präfektur Aomori, Nordjapan, entstehen zur Zeit 6 große Solarkraftwerke, die durch die Firma Mitsubishi an 6 Standorten errichtet werden. Diese 6 Solarkraftwerke, bestehend aus insgesamt 513600 Solarpanelen werden eine Leistung von 115 MW haben, womit etwa 38000 Haushalte mit Ökostrom versorgt werden können.

Der erste Probelauf ist für Juli geplant und ab November dieses Jahres sollen die Anlagen dann in den Vollbetrieb gehen.  

 

Urteil von Takahama – NRA-Chef findet das überzogen

Auf einer Konferenz äußerte der Chef der Atomaufsichtsbehörde NRA Shunichi Tanaka, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Fukui, womit die Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 3 und 4 am AKW Takahama, Präfektur Fukui untersagt worden sind, völlig überzogen sei.

Die Reaktoren 3 und 4 hatten den Stresstest im Februar „bestanden“ und wurden durch die NRA zur Wiederinbetriebnahme frei gegeben. Dagegen hatten Bürgerinitiativen geklagt und Recht bekommen (antiatom-fuku berichtete).

Die Kansai Elektrizitätswerke zeigen sich ebenfalls uneinsichtig und wollen in Revision gehen. 

 

17.04.2015

AKW Fukushima dai ichi, Reaktor1 – zweite Mission erfolgreich

Nach dem in der vergangenen Woche die erste Robotermission im Sicherheitsbehälter von Reaktor 1 am havariertem AKW Fukushima dai ichi nicht planmäßig verlaufen ist (antiatom-fuku berichtete), wurde die zweite Mission, die am 15.04.2015 begonnen wurde, heute erfolgreich beendet. Hierzu wurde erneut ein Roboter über eine Rohrleitung in den Sicherheitsbehälter von Reaktor 1 eingebracht und in die Tiefe hinunter gelassen.  

Wie der baugleiche Vorgänger, war auch dieser Roboter mit einer Kamera und Messinstrumenten ausgerüstet. Er inspizierte nun im Halbkreis die gegenüberliegende Seite in der unteren Ebene des Sicherheitsbehälters und lieferte laut dem Betreiber Tepco wertvolle Informationen, die später sehr hilfreich für die Bergung der geschmolzenen Brennelemente sein könnten.

Nach Beendigung der Mission wurde der Roboter wieder zurückgeholt.

Auf den Kamerabildern ist das Gitterost, was sich unterhalb des Reaktordruckbehälters befindet und die darunter liegende Wasseroberfläche zu erkennen. Die radioaktive Strahlung lag zwischen 4,7 und 8,3 Sv/h und die Temperatur bei 19,4 bis 21,1 °C.

 

Das Urteil von Takahama macht Schule

Das Gerichtsurteil von Takahama (antiatom-fuku berichtete), was in der Bevölkerung sehr großen Anklang gefunden hat, könnte bald Schule machen. Denn nun lässt auch eine Bürgerinitiative rechtliche Schritte gegen die Wiederinbetriebnahme „ihres“ AKWs, also dem AKW Onagawa, Präfektur Miyagi prüfen. Hier befindet sich der Reaktor 2 in der NRA-Sicherheitsüberprüfung.

Die Wiederinbetriebnahme der von der Atomaufsichtsbehörde NRA freigegebenen Reaktoren 3 und 4 am AKW Takahama, Präfektur Fukui wurde jetzt per Gericht verboten. Die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke, die naturgemäß alles andere als zufrieden mit dem Urteil sind, versuchen nun gegen das Urteil anzugehen.

 

15.05.2015

AKW Ikata besteht möglicherweise den NRA-Stresstest

Der Reaktor 3 am AKW Ikata, Präfektur Ehime, der sich noch in der Sicherheitsüberprüfung der Atomaufsichtsbehörde NRA befindet, hat laut einer „Zwischenbilanz“ der NRA und der betreibenden Shikoku Elektrizitätswerke gute Aussichten den „Stresstest“ zu bestehen und somit wieder in Betrieb gehen zu dürfen. Der Reaktor sei wohl technisch einwandfrei und würde den neuen Sicherheitsanforderungen entsprechen.

Zur Zeit werden durch die NRA die geologischen Verhältnisse, sowie die umliegende Vulkane unter die Lupe genommen.

Nördlich des AKWs verläuft eine sehr stark ausgeprägte geologische Verwerfungslinie, die sehr leicht zum Epizentrum eines Erdbebens werden könnte. Diese Verwerfungslinie ist laut der NRA auch noch nicht vom Tisch. Weitere Überprüfungen speziell hierzu sollen noch erfolgen.

Laut der betreibenden Shikoku E-Werke wird zur Zeit an einen verbesserten Erdbeben- und Tsunamischutz gearbeitet. Entsprechende Baumaßnahmen sind im Gange.

 

14.04.2015

AKW Takahama – Wiederinbetriebnahme endgültig per Gericht verboten

Nach einem Urteil des Bezirksgerichtes Fukui, wurde nun die Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 3 und 4, beides DWR, am AKW Takahama, Präfektur Fukui, per einstweilige Verfügung verboten. Begründet wurde das Urteil unter anderem mit der unzureichenden Erdbebensicherheit der beiden Reaktoren. Die Erdbebengefahr werde durch die Atomaufsichtsbehörde NRA zu sehr unterschätzt, so das Gericht.

Die Reaktoren 3 und 4 wurden im Februar diesem Jahres nach Beendigung der Überprüfung auf Erfüllung der neuen Sicherheitsanforderungen durch die Atomaufsichtsbehörde NRA für „sicher“ erklärt. Somit waren das, nach dem die Reaktoren 3 und 4 am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima in Südjapan grünes Licht erhalten hatten, die nächsten zwei Reaktoren, die wieder ans Netz gedurft hätten.

Anwohner und Bürgerinitiativen klagten schon Ende 2014 vor Gericht und bekamen zunächst Recht (antiatom-fuku berichtete). Allerdings ging der Betreiber Kansai Elektrizitätswerke in Revision, so dass ein erneutes Gerichtsverfahren eingeleitet werden musste.

Das jetzige Gerichtsurteil wird nicht nur von den Kansai Elektrizitätswerken, sondern auch von der Regierung, vor allem vom Ministerpräsidenten Shinzo Abe als Schlappe empfunden.

Genauso empfand es auch das japanische Atomforum, was erst kürzlich auf einer Versammlung vor 900 Politikern propagierte, das das Jahr „2015“ das Jahr der Rückkehr zur Atomenergie sei. Auch werde die Kernenergie durch die Regierung als wichtigen Wirtschaftsfaktor gesehen. „Die Klimaziele mit Senkung der CO2-Emissionen könne man nur mithilfe der Kernenergie erreichen“. Als „Indikator-Jahr“ hat die Regierung jedoch 2013, ein Jahr mit einem besonders hohen Verbrauch an fossiler Energie und somit hohem CO2-Aussoß bei geringem Anteil an Kernenergie ausgesucht. Damit will die Regierung der Bevölkerung vorgaukeln, dass wegen der Abschaltung der AKWs zu viel an fossilen Brennstoffen benötigt worden ist und somit die gesetzten Klimaziele nie erreicht werden können.

Unabhängige Experten konnten diese Thesen jedoch widerlegen. Zudem ist es auch keine große Kunst, nach einem Jahr mit einen sehr hohen CO2-Ausstoß, wie im Jahr 2013 diesen zu reduzieren, damit die Zahlen der Statistik besser aussehen.

Japan ist nun seit etwa mehr als 1½ Jahren frei von Atomenergie!

 

13.04.2015

AKW Fukushima dai ichi - Bilder der Kernschmelze aus Reaktor 1

Der Roboter, der am AKW Fukushima dai ichi, im Reaktor 1 zur Erkundung der Kernschmelze eingesetzt worden ist, aber nach nur drei Stunden schon versagte (antiatom-fuku berichtete), hatte dennoch ein paar Informationen geliefert.

Aus dem Reaktorsicherheitsbehälter lieferte die Roboterkamera Bilder eines Metallklumpens, der unter Wasser auf eine Art Gitterrost liegt. Hierbei handelt es sich um einen Teil der geschmolzenen Brennelemente. Die dort gemessene Strahlung liegt zwischen 7,0 und 9,7 Sv/h! und somit im tödlichen Dosisbereich. Die Temperatur pendelte zwischen 17,8 bis 20,2 °C.

Heute wurde dann, nach dem der navigationsunfähig gewordene Roboter nicht mehr in die Gänge gebracht werden konnte, das Steuerkabel durchtrennt. Die Ursache für das Versagen des Roboters ist laut dem Betreiber Tepco weiterhin unklar.

44 Mitarbeiter, davon 8 der Firma Tepco und 36 weitere Techniker von kooperierenden Firmen waren im Wechsel mit dieser Aufgabe beschäftigt. Die Steuerung des Roboters erfolgte aus einen „etwas weniger“ verstrahlten Gebäudeteil im Reaktorblock. Das heißt: Die Mitarbeiter waren einer radioaktiven Strahlung von durchschnittlich 1,73 mSv/h ausgesetzt, was laut dem Betreiber Tepco noch als „vertretbar“ deklariert worden ist.

Zu den Bildern der Kernschmelze vom Nachrichtendienst Jiji

 

12.04.2015

AKW Fukushima, Reaktor 1 – Erkundungsroboter nach 3 Stunden defekt

Der Roboter, der am vergangenen Freitag am havariertem AKW Fukushima dai ichi in Block 1 das Innere des Reaktorsicherheitsbehälters mit den durchgeschmolzenen Brennelementen erkunden sollte, hat schon nach drei Stunden seinen Dienst quittiert.

Als der Roboter in den Reaktorsicherheitsbehälter abgelassen wurde, blieb er auf einmal stehen und konnte nicht mehr bewegt werden. Ob ein Hindernis im Weg war, oder eine andere Ursache infrage kommt, ist laut dem AKW-Betreiber Tepco noch unklar. Somit war der Roboter nach nur drei Stunden navigationsunfähig und soll nun wieder zurückgeholt werden.

Mit dem Roboter wollte Tepco aktuelle Informationen über das Ausmaß der Kernschmelze einholen, damit die Bergung der geschmolzenen Brennelemente irgendwie geplant werden kann. Strahlung und Temperatur sollten ebenfalls gemessen werden (antiatom-fuku berichtete).

 

Baustelle AKW Ōma - Aktive Verwerfungslinie vorhanden?

Auf der Halbinsel Shimokita, Präfektur Aomori in Nordjapan weist die Bodenfläche eine Wölbung auf, die aller Wahrscheinlichkeit in Verbindung mit einer seismisch aktiven Verwerfungslinie steht. Und genau an dieser Stelle befindet sich nämlich die Baustelle für das AKW Ōma, einem Voll-MOX-Reaktor der Atomfirma J-Power (Dengenkaihatsu). Die Bauarbeiten ruhen zwar seit der Reaktorkatastrophe von Fukushima, aber aufgegeben wurde das „Projekt“ jedoch noch nicht.

Diese möglicherweise aktive Verwerfungslinie, die mitten durch das AKW-Gelände verläuft, war nun Hautthema auf einer Konferenz der Atomsicherheitsbehörde NRA, die am Freitag in Tokyo abgehalten worden ist. Aus früheren Dokumenten geht bereits hervor, dass man damals schon bei der besagten Bruchzone, also schon weit vor Beginn der Bauarbeiten, eine seismische Aktivität nicht ausschließen konnte. Der Bau wurde jedoch begonnen, ohne dass weitere Untersuchungen der Verwerfungen veranlasst worden sind.

Eine seismische Aktivität wird von der Firma J-Power, die um ihr Projekt fürchtet, allerdings bestritten.

Da die vorliegenden Dokumente von damals nur unzureichend und lückenhaft sind, will die NRA der Sache nun genauer auf den Grund gehen.

 

11.04.2015

AKW Fukushima dai ichi – Roboter soll Reaktor 1 erkunden

Am havarierten AKW Fukushima dai ichi soll nun, laut dem Betreiber Tepco ein ferngesteuerter Roboter das Innere von Reaktor 1 erkunden und weitere Informationen zu den geschmolzenen Brennelementen liefern. Dazu wurde der Roboter in den Reaktorsicherheitsbehälter eingelassen, wo er nun über die eingebaute Kamera, im „Rundgang“ einen Überblick über die untere Ebene des Reaktordruckbehälters verschaffen soll. Beurteilt werden soll auch, in wie weit die Kernschmelze in das Erdreich eingedrungen ist. Es werden Temperatur und Strahlung gemessen. Hinterher soll auch das hochradioaktive Wasser, was sich dort angesammelt hat, näher untersucht werden.

Der gesamte Vorgang wird voraussichtlich ein paar Wochen in Anspruch nehmen.

Das Innere des Reaktors ist weiterhin hochgradig verstrahlt, dass eine menschliche Intervention weiterhin unmöglich ist.

 

Das hochradioaktive Wasser breitet sich weiter aus

Im Kampf mit dem hochradioaktiven Wasser am AKW Fukushima dai ichi ist die „Option“, das hochradioaktive Wasser, was auf dem Gelände in Tanks lagert, ins Meer zu verklappen noch nicht vom Tisch. Tepco erwägt diese Maßnahme weiterhin, falls sich keine andere Lösung finden lässt.

Weiterhin gibt es Probleme mit der Dekontamination des verstrahlten Wassers, was sich laufend am AKW Fukushima dai ichi ansammelt und auch in großen Mengen Tag für Tag unkontrolliert ins Meer sickert (antiatom-fuku berichtete mehrfach darüber).

An der Westküste der USA und Kanada wurden in den letzten Tagen kleine Mengen an Cäsium134 nachgewiesen, die, da es keine weitere Nuklearkatastrophe gegeben hat, nur aus dem havarierten AKW Fukushima dai ichi stammen konnte.

Da Cäsium134 eine HWZ von „nur“ 2 Jahren hat, ist somit auf ein kontinuierliches Nachlaufen der Radioisotope aus dem AKW Fukushima dai ichi zu schließen.

Schon kurz nach der Reaktorkatastrophe und in der Zeit danach, wurden durch Meereswissenschaftler Veränderungen z.B. bei verschiedenen Meerestieren im Pazifik bzw. an der amerikanischen Westküste festgestellt und dabei verschiedene radioaktive Stoffe nachgewiesen (antiatom-fuku berichtete).

 

09.04.2015

AKW Mihama – erneute Diskussionen wegen geologischer Verwerfung

Am AKW Mihama, Präfektur Fukui laufen seit März die Sicherheitsüberprüfungen der Atomaufsichtsbehörde NRA für Reaktor 3, der auf Wunsch der Kansai Elektrizitätswerke wieder in Betrieb gehen soll.

Dort wurde laut der NRA jedoch eine mit aller Wahrscheinlichkeit seismisch aktive Verwerfungslinie von etwa einem Kilometer Länge nachgewiesen, die auch unterhalb des Reaktors 3 verläuft. Für die restlichen beiden Reaktoren 1 und 2 wurde schon vor einiger Zeit eine endgültige Stilllegung beschlossen (antiatom-fuku berichtete).

Somit würde eine Bestätigung der seismischen Aktivität das endgültige Aus für das AKW Mihama bedeuten, was der Betreiber natürlich versucht mit allen Mitteln abzuwenden. Eine erneute Begutachtung des AKW-Geländes im Bereich der besagten Verwerfung erfolgt nun durch ein geowissenschaftliches Expertenteam.

 

06.04.2015

Öffentliche Info-Veranstaltung zum Endlager in der Präfektur Miyagi

In Nordjapan sind an 5 Standorten außerhalb der Präfektur Fukushima, weitere Endlager für Atommüll, der aus dem havariertem AKW Fukushima dai ichi und durch Flächendekontamination aus der der Präfektur Fukushima stammt, geplant. Dazu gab es Ende der Woche eine öffentliche Informationsveranstaltung in Sendai, Präfektur Miyagi, Nordjapan, an der 160 Leute aus der Präfektur Miyagi teilnahmen.

In der Präfektur Miyagi ist der Bau eines Endlagers an einem von drei bereits vorausgewählten Ortschaften vorgesehen.

Bürger und Umweltverbände wehren sich jedoch dagegen, da keiner der drei Ortschaften die nötigen Sicherheitskriterien erfüllen kann. Bauern befürchten auch, dass radioaktive Flüssigkeiten ins Erdreich eindringen und somit ihre Felder kontaminieren könnten. Laut den Befürwortern der Endlager sei diese Befürchtung jedoch unbegründet, da Beton den Müll vom Erdreich abschirmen würde. Fraglich ist nur, ob der Beton bei Erdbeben nicht vielleicht Risse bekommen könnte . . .

Die vier restlichen Standorte, die für ein Endlager außerhalb der Präfektur Fukushima vorgesehen sind, sind in den Präfekturen Ibaraki, Tochigi, Chiba und Gunma geplant. In der Präfektur Fukushima selber, wird bereits ein großes Endlager in Okuma/Futaba, nahe dem havariertem AKW Fukushima dai ichi gebaut (antiatom-fuku berichtete).     

 

Atompolitik: Laut Abe angeblich kein Atomausstieg vor 2030 möglich

Nach Angaben des Ministerpräsidenten Shinzo Abe (LDP) wäre ein Atomausstieg frühestens 2030 möglich. Er „begründet“ seine Aussage damit, dass der Anteil an Kohle, Gas und Öl zur Deckung der Grundlast des Stromverbrauches seit der Abschaltung aller AKWs um ein vielfaches angestiegen sei und auf langer Sicht zu teuer wäre. Auch wegen dem Anstieg der CO2-Emmission müsse man laut der Regierung und dem Wirtschaftsministerium den Verbrauch an fossilen Brennstoffen drastisch einschränken und stattdessen wieder vermehrt auf die Kernenergie zurückgreifen.

Der Ausbau weiterer Geothermie- und Wasserkraftwerke, so die Regierung, würde zu lange dauern, so dass im Moment die AKWs noch nötig seien.

Unabhängige Experten widersprechen dem jedoch, da die AKWs schon seit Beginn der Reaktorkatastrophe von 2011 nach und nach vom Netz gegangen sind und Japan seit 1½ Jahren sogar komplett frei ist von Atomenergie. In dieser Zeit hätte man schon längst entsprechende Maßnahmen ergreifen können. Zumal auch bekannt ist, dass die rohstoffliefernden Länder für Öl, Gas und Kohle ihre Preise speziell für den Export nach Japan drastisch erhöht haben. Länder, wie Arabien haben die Situation in Japan, was anfänglich tatsächlich einen erhöhten Bedarf an Rohstoffimporte hatte, durch die Preiserhöhungen schamlos ausgenutzt und die japanische Regierung hat das einfach so laufen lassen und in der Bevölkerung versucht, den Glauben zu verbreiten, dass die Strompreise wegen der teuren Rohstoffimporte angestiegen wären und die Atomenergie deutlich billiger sei.

Bürgerinitiativen und Umweltorganisationen mahnen die Regierung an, die erneuerbaren Energien, die bereits deutlich auf dem Vormarsch sind, zu fördern, statt diese laufend mithilfe der Atomkonzerne zu blockieren.

Denn der Ausbau der erneuerbaren Energien hätte mittlerweile schon viel weiter sein können, wenn die Regierung das unterstützt hätte, statt der Atomlobby die Stange zu halten. Die überteuerten fossilen Rohstoffe wären dann auch nicht mehr in der jetzigen Menge nötig und die Grundlast des Stromverbrauchs könnte u.a. schon durch Geothermie und wie z.B. in Norwegen durch Wasserkraft gedeckt werden.

Norwegen deckt seinen Strombedarf aus 100% erneuerbaren Energien und benötigt auch kein Kohle, Gas, Atom zur Deckung der Grundlast.

 

03.04.2015

AKW Fukushima – Hohe Strahlung im Bereich der ALPS

Am havariertem AKW Fukushima dai ichi ist wieder einmal ein Wasserproblem aufgetreten. An der Wasserdekontaminationsanlage ALPS hat sich hochradioaktiv verseuchtes Wasser im Bereich des Wassertanks der ALPS angesammelt. Laut dem Betreiber Tepco sei das Wasser jedoch nicht aus dem Tank ausgelaufen. Nach der Ursache werde noch gesucht. Fraglich ist allerdings, wo das Wasser sonst her gekommen sein soll.

Nach aktuellen Messungen liegen die Strahlenwerte des Wassers, was sich im Bereich der ALPS befindet, für Strontium90, ein ß-Strahler, bei 3 900 000 Bq/l, für Cäsium134 bei 1900 Bq/l und für Cäsium137 bei 100 Bq/l Wasser.

Die Wasserdekontaminationsanlage ALPS dient der Herausfilterung radioaktiver Stoffe (62 Arten) aus dem Abwasser. Tritium kann hierbei nicht erfasst werden. Die Anlage ist sehr störanfällig und laufend defekt. Und obwohl mittlerweile schon mehrere Wasserdekontaminationsanlagen verschiedener Hersteller im Einsatz sind/waren, kommt man den Anforderungen mit der Dekontamination des hochradioaktiv verseuchten Wassers nicht mehr nach und hängt weiterhin hinter dem Zeitplan (antiatom-fuku berichtete mehrfach darüber).

 

Weitere Rückführungen in verstrahlte Gebiete geplant – Ehemalige Anwohner klagen vor Geericht

Ab April 2016 sind von der Regierung weitere Rückführungen von Flüchtlingen aus der Gemeinde Minamisoma, die keine 10 km vom havariertem AKW Fukushima dai ichi entfernt ist, geplant. Auch die dortigen S-Bahnstationen der JR-Joban-Linie sollen wieder in Betrieb genommen werden.

Gegen diesen Beschluss klagen jedoch 530 Betroffene vor dem Landgericht Tokyo. Klagen gegen die Regierung sind bisher noch selten gewesen.

Begründet wird diese Klage durch die voreilige Aufhebung der Sperrzone bei weiterhin hoher Strahlung trotz erfolgter Flächendekontamination in den Ortschaften, die wiederbesiedelt werden sollen. Dort sind auch zahlreiche Hotspots (punktuelle Bereiche mit sehr hoher Strahlung) vorhanden, in die man jeder Zeit unbemerkt hinein tappen könnte.

Des weiterem wird vermutet, dass die Regierung auch hier jeglichen Entschädigungsansprüchen vorbeugen möchte.

Schon in der Vergangenheit wurden radioaktiv verseuchte Gebiete, wie z.B. Tatsuta (im 20-km-Umkreis) nach einer Flächendekontamination als „unbedenklich“! deklariert und wiederbesiedelt (antiatom-fuku berichtete).

 

NRA-Sicherheitsanforderungen - Drei weitere Reaktoren vor dem Aus?

Nach großorientierenden Begutachtungen durch die Atomaufsichtsbehörde NRA würden die Reaktoren 1 und 2 am AKW Takahama, und Reaktor 3 am AKW Mihama, beide in der Präfektur Fukui den neuen Sicherheitsanforderungen möglicherweise nicht entsprechen. Diese drei Reaktoren weisen bereits eine lange Betriebsdauer von annähernd 40 Jahren auf werden immer störanfälliger und entsprechen nicht mehr dem neusten Stand der Technik. Zudem liegt die maximale Betriebsdauer eines Reaktors nach jetziger Gesetzeslage bei 40 Jahren.  

 

März 2015

29.03.2015

Kyushu - Vulkan Sakurajima aktiv

Der Vulkan von Sakurajima, Kyushu in Südjapan ist zur Zeit wieder einmal aktiv, es tritt seit Mitte dieser Woche Rauch aus. Der lokale Wetterdienst warnt vor einen möglichen Ausbruch. Schon im Januar 2015 wurde dort eine Aktivität festgestellt, bei der ebenfalls Rauch austrat. Im August 2013 zeigte sich zunächst eine Rauchwolke und dann kam es zum Ausbruch.

In ganz Japan, vor allem in der Nähe von AKW-Standorten, sind Vulkane und pyroklastische Ströme vorhanden, die vereinzelt aktiv sind (antiatom-fuku berichtete).

Nach Angaben des Betreibers Tepco sind am havariertem AKW Fukushima dai ichi im Zeitraum von April 2014 bis November 2014 mit dem verstrahlten Wasser etwa 742 Mrd. Bq Cäsium ins Meer gelangt.

Die Abwasserleitungen links und rechts vom AKW wurden mittlerweile verschlossen und dafür eine Abwasserleitung, die ins Hafenbecken führt angelegt. Diese wird seit April 2014 genutzt.

 

AKW Fukushima – Nahezu vergeblicher Kampf mit dem radioaktiven Wasser

Die von der französischen Atomfirma gekauften Wasserdekontaminationsanlagen, 5 Stück, kommen, wie auch den bisherigen Filteranlagen den Anforderungen ebenfalls nicht nach. Somit hinkt Tepco, im Kampf mit dem radioaktiv verseuchten Wasser weiterhin hinter seinem Zeitplan hinterher. Mit dem Kauf der 5 Dekontaminierungseinheiten von Areva hat Tepco weitere 70 Mrd. Yen in den Sand gesetzt.

 

Baldiges Aus für Japans Atomfirma Japan Atomic Power?

Nach dem das AKW Tsuruga, Präfektur Fukui quasi sein Todesurteil erhalten hat, indem die Atomaufsichtsbehörde NRA eine seismische Aktivität der geologischen Verwerfungslinie, die unterhalb des Reaktors 2 verläuft, bestätigt hat (antiatom-fuku berichtete), befürchtet der Betreiber Japan Atomic Power (Dengenkaihatsu) nun den wirtschaftlichen Ruin für seinen Konzern.

Der Reaktor 1 am AKW Tsuruga und der Reaktor 1 am AKW Tokai wurden wegen der langen Betriebszeiten bereits still gelegt. Somit bleibt nur noch Reaktor 2 am AKW Tokai übrig, der aber ebenfalls schon in die Jahre gekommen ist. Eine Nachrüstung entsprechend den NRA-Sicherheitsanforderungen würde sich nicht mehr lohnen.

Im Moment lebt der Energiekonzern Japan Atomic Power, ein reiner Atomstromproduzent, nur noch von den fixen Gebühren, die andere Stromkonzerne, die Aktien bei J-Power haben, zahlen müssen. Diese sind jedoch selber klamm und wollen die Aktien nach Möglichkeit bald abstoßen.

Die Geschäftsführung von J-Power hofft nun auf den Export von Nukleartechnologie, woran sie schon beteiligt haben und auf das Geschäft mit dem Rückbau stillgelegter Atomanlagen.

Die von der NRA bestätigte seismische Aktivität der Verwerfungslinie am AKW Tsuruga will die Geschäftsführung anfechten.

 

26.03.2015

Zahlreiche aktive geologische Verwerfungen an AKW-Standorten

Im Rahmen der Sicherheitsüberprüfungen  mehrerer Reaktoren, die wieder in Betrieb gehen sollen, hegt die Atomaufsichtsbehörde NRA den dringenden Verdacht einer seismischen Aktivität mehrerer geologischer Verwerfungslinien.

Eine davon verläuft unterhalb des Reaktors 2 am AKW Tsuruga, Präfektur Fukui. Parallel davon verlaufen weitere Verwerfungen, die mit aller Wahrscheinlichkeit ebenfalls seismisch aktiv sind. Der Betreiber, die Japan Atomic Power streitet eine seismische Aktivität der Verwerfungen jedoch weiterhin ab.

Auch am AKW Higashidori, Präfektur Aomori, verlaufen, wie von der NRA jetzt bestätigt, seismisch aktive Verwerfungen.

Schon in den Jahren zuvor waren beide AKWs wegen den möglicherweise aktiven geologischen Verwerfungen heftig umstritten (antiatom-fuku berichtete).   

 

Hakodate – 140 000 Unterschriften gegen das AKW Ōma

In der Präfektur Aomori, Nordjapan übergaben Bürgerinitiativen 140 000 Unterschriften gegen den Weiterbau und Inbetriebnahme des AKW Ōma an das Wirtschaftsministerium der Stadt Hakodate. Betreiber und Bauherr des AKW Ōma ist die Atomfirma J-Power (Dengenkaihatsu), die das AKW mit finanzieller Unterstützung vom Land baut.

Das AKW Ōma, im Ort Ōma, Präfektur Aomori, besteht aus einem Reaktor, der ausschließlich mit MOX-Brennelementen betrieben werden soll. Das AKW liegt direkt an der Küste der Meerenge, nur 20 km von Hokkaido entfernt. Der Bau, der bereits vor der Reaktorkatastrophe von Fukushima begonnen worden ist, wurde schon mehrfach wegen Bürgereinwände unterbrochen. 

Seit April 2014 läuft eine Klage mehrerer Bürgergemeinschaften gegen den Weiterbau des AKWs Ōma vor dem Landgericht Tokyo.

 

24.03.2015

AKW Fukushima dai ni – Entnahme der Brennelemente beendet

Am AKW Fukushima dai ni, was nur 12 km südlich vom havariertem AKW Fukushima dai ichi entfernt liegt, wurden die Entnahmearbeiten der Brennelemente aus den 4 Reaktoren beendet. Diese lagern nun in den Abklingbecken der jeweiligen Reaktoren. Begonnen wurden diese Arbeiten bereits im Oktober 2012, zuerst am Reaktor 4, Reaktor 2, dann Reaktor 1 und zuletzt Reaktor 3, der insgesamt 764 Brennelemente beinhaltete.

Laut dem Betreiber Tepco sind nun alle 4 Reaktoren leer und alle 2500 Brennelemente lagern nun sicher im Abklingbecken.

 

Tokyo – 14 000 demonstrierten gegen die Abe-Politik

Am Sonntag gingen in Tokyo etwa 14 000 Leute auf die Straße, um ihren Ärger über die Politik der Regierung LDP/Komeito, unter Ministerpräsident Shinzo Abe (LDP), Luft zu machen.

An die Abenomix-Versprechen von Ende 2012 glaubt schon lange kaum noch jemand mehr, der ausbleibende wirtschaftliche Aufschwung, das Geheimhaltungsgesetz, was 2014 in Kraft trat, die Lockerung des Militärgesetzes (Artikel 9) und das Bestreben der Regierung, bei fehlender Notwendigkeit und gegen den Willen der Bevölkerung (85%) wieder zur Atomkraft zurück kehren zu wollen, überschreitet die Schmerzgrenze nun völlig.

Schon Ende 2014 nahm die Unzufriedenheit mit Abes Politik in der Bevölkerung stätig zu, so dass Abe, gewieft wie er ist, die Flucht nach vorne ergriff, nach nur zwei Jahren Amtszeit ganz plötzlich das Parlament auflöste und zu Neuwahlen aufrief. Somit konnte er sich weitere 4 Jahre an der Regierungsspitze erhaschen. Denn wie er richtig einschätzte, waren die Oppositionsparteien, die ehe zersplittert und uneinig gewesen sind, nicht auf mögliche Neuwahlen vorbereitet. Und schon köderte Abe mit ein paar neuen Wahlversprechen als einzige große und scheinbar „stabile“ Partei die wenigen Wähler, die in einem wahlmüden und politisch eher pessimistisch eingestellten Land noch zu Wahlurne gingen (antiatom-fuku berichtete im Dezember 2014).

 

21.03.2015

AKW Fukushima dai ichi: Massiver Tritiumanstieg innerhalb weniger Tage

Im H-6-Bereich der Lagertanks für hochradioaktiv verseuchtes Wasser am AKW Fukushima dai ichi wurde im Grundwasser ein massiver Anstieg an Tritium (überschweres Wasser) festgestellt.

Aus einem Bohrloch im H-6-Bereich wurde am 17.03.2015 eine Wasserprobe entnommen und analysiert. Das Ergebnis zeigt, dass der Gehalt an Trirtium jetzt bei 3400 Bq/l Wasser liegt und somit im Vergleich zur Probe vom 10.03.2015, die bei 200 Bq/l Wasser lag, um das 17-fache gestiegen ist.

Im letzten Jahr sind dort große Mengen an hochradioaktiv verseuchtem Wasser ins Erdreich gedrungen.

Der Strontiumwert sei laut dem Betreiber Tepco jedoch nicht angestiegen.  

 

AKW Fukushima dai ichi: Neue Informationen zum Zustand in Reaktor 1

Am AKW Fukushima dai ichi erhielt man laut dem Betreiber Tepco neue Informationen über den Zustand der geschmolzenen Brennelemente von Reaktor 1. Über ein spezielles Scann-Verfahren, der sogenannten „Muon-Technologie“, was ähnlich wie eine Röntgenaufnahme aussieht, konnte sich der Betreiber Tepco einen Einblick in den Reaktordruckbehälter verschaffen. Darin sind keine Brennelemente mehr sichtbar, was bedeutet, dass das gesamte Brennmaterial durch den Druck- und Sicherheitsbehälter durchgeschmolzen ist. Die Kernschmelze befindet sich wie schon bereits vermutet, im Betonfundament, bzw. im Erdreich darunter.

Bisher konnte der Reaktor aufgrund der hohen Strahlung von innen nicht gesichtet werden. Selbst die Elektronik von Robotern, Kameras usw. wurden unter der hohen Strahlung zerstört.

Die Bergung der geschmolzenen Brennelemente von Reaktor 1 erscheint jetzt nach neusten Erkenntnissen zur Zeit unmöglich.

Als nächstes soll das Muon-Verfahren am Reaktor 2 angewendet werden, damit man auch dort mehr Informationen über die geschmolzenen Brennelemente erhält und eine Bergung dessen, wenn überhaupt möglich, besser planen kann.

 

Wasserbilanz am AKW Fukushima dai ichi

Am havariertem AKW Fukushima dai ichi kämpft man weiterhin mit den Massen an radioaktiv verseuchtem Wasser. Seit Beginn der Reaktorkatastrophe von vor vier Jahren, werden die Mengen an hochradioaktiven Wasser, was in Tanks auf dem Gelände lagert immer mehr und beläuft sich zur Zeit auf 617 0000 m³. Im Februar waren es noch 6 090 000 m³.

Versuche des Betreibers Tepco die Mengen durch Filterung radioaktiver Stoffe zu reduzieren laufen eher schleppend und für das anfallende Tritium (überschweres Wasser),gibt es immer noch keine Lösung.

Bezüglich dem Wassermanagement hinkt Tepco weiter hinter dem Zeitplan her und weiterhin gelangen Unmengen an Grundwasser in die Reaktorkellerräume, vermischen sich mit dem Kühlwasser der drei Kernschmelzen, werden abgepumpt „gereinigt“ und wenn das nicht mehr möglich ist, in Tanks auf dem Gelände gelagert. Die Strahlung zwischen den Lagertanks ist teilweise so hoch, dass dort bestimmte Bereiche sogar nicht mehr betreten werden dürfen. 300 bis 400 m³ an radioaktiven Wasser gelangen jeden Tag ins Meer.  

 

AKW Sendai – Konkrete Pläne für die Wiederinbetriebnahme

Mittlerweile befinden sich 20 Reaktoren der landesweiten AKWs in der sogenannten Sicherheitsüberprüfung der Atomaufsichtsbehörde NRA. Darunter wurden bereits 4 Reaktoren zweier AKWs für technisch sicher erklärt und werden für die Wiederinbetriebnahme frei gegeben.

Die in Oktober 2014 als sicher deklarierten Reaktoren 1 und 2, beides DWR, am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima sollen im Sommer wieder angefahren werden (antiatom-fuku berichtete). Dabei soll, wie der Betreiber, die Kyushu Elektrizitätswerke am Donnerstag bekannt gab, der Reaktor 1 ab Juni 2015 angefahren werden, zunächst im Testbetrieb und dann ab August im Vollbetrieb laufen.     

 

 

18.03.2015

AKW Fukushima dai ichi: Schutzhülle von Reaktor 1 soll entfernt werden

Am havariertem AKW Fukushima dai ichi soll nun im Rahmen der Rückbauarbeiten die Schutzhülle von Reaktor 1 entfernt werden. Vorher wird unter die Schutzhülle, damit die hochradioaktiven Partikel zurück gehalten werden, ein Bindemittel eingespritzt. Der Abbau der Schutzhülle soll dann Ende April beginnen.

 

Weitere Altreaktoren, die endgültig stillgelegt werden sollen

Wie der Betreiber Nihon Dengen (Japan Atomic Power Company) nun offiziell bekannt gab, soll der Reaktor 1 am AKW Tsuruga, Präfektur Fukui endgültig still gelegt werden. Reaktor 1 ist ein SWR, der 1970 in Betrieb genommen worden ist und somit die gesetzlich zulässige Betriebsdauer von 40 Jahren überschritten hat.

Somit sind es bereits 6 Reaktoren verschiedener AKWs, die endgültig still gelegt werden sollen (antiatom-fuku berichtete).

Eine Ausnahmeregelung lässt es jedoch zu, dass die Laufzeit für marode Altreaktoren mit 40-jähriger Betriebszeit, nach Erfüllung der neuen Sicherheitsanforderungen der Atomaufsichtsbehörde NRA, um weitere 20 Jahre verlängert werden kann. Für einige Altreaktoren verschiedener Stromkonzerne, wo es sich wirtschaftlich noch lohnt, wird diese auch beantragt.

Zur Zeit befinden sich 20 Reaktoren, für die eine Wiederinbetriebnahme beantragt worden ist in der NRA-Sicherheitsüberprüfung. Die Reaktoren 1 und 2 am AKW Sendai, Kyushu uns Reaktor 3 und 4 am AKW Takahama, Fukui wurden bereits durch die NRA und den Behörden frei gegeben und sollen voraussichtlich im Sommer ans Netz gehen (antiatom-fuku berichtete).

15.03.2015

UN-Klimakonferenz in Sendai, Nordjapan

Zu diesjährigen Klimakonferenz, die in Sendai, Nordjapan stattfand, trafen sich an die 1000 Delegierte aus über 180 Ländern und berieten in Anbetracht des Klimawandels und der zunehmenden Umweltkatastrophen, wie man die Folgen solcher Katastrophen reduzieren könnte. Dabei kam man zu den Schluss, dass man verstärkt Vorsorge betreiben müsste, was vor allem durch Ministerpräsident Shinzo Abe (LDP) betont worden ist.

Allerdings ist es genau dieser, der in Japan allerdings keine Vorsorge zur Vermeidung weiterer katastrophaler Folgen durch Naturkatastrophen treffen will. Denn hier wäre es nämlich in erster Linie wichtig, dass die AKWs in Japan, die auch noch alle an der Meeresküste gebaut sind, vom Netz bleiben! Aber Abe will trotz der Dreifachkatastrophe von 2011 und der nachweislich fehelenden Notwendigkeit von Kernenergie einige Reaktoren wieder in Betrieb gehen lassen.

Nachfolgend ein ausführlicher Bericht der DW zur UN-Klimakonferenz

 

5 Reaktoren jetzt offiziell werden still gelegt

Nach offizieller Bekanntgabe der jeweiligen Stromkonzerne, sollen insgesamt 5 Reaktoren endgültig still gelegt werden. Davon betroffen sind die Reaktoren 1 und 2 am AKW Mihama, Präfektur Fukui, Baujahr 1970 und 1972, Reaktor 1 am AKW Shiga, ebenfalls Präfektur Fukui, Baujahr 1970, Reaktor 1 am AKW Shimane, Präfektur Shimane, Baujahr 1974 und Reaktor 1 am AKW Genkai, Kyushu, Baujahr 1975.

Allerdings sind das alles Reaktoren im fortgeschrittenen Alter, für die sich eine teure Investition nicht mehr lohnen würde und für den Betreiber unwirtschaftlich wäre. Fraglich wäre auch, ob diese Reaktoren überhaupt die Sicherheitsüberprüfung der Atomaufsichtsbehörde NRA bestehen würden.  

 

11.03.2015

Vier Jahre nach der Dreifachkatastrophe von März 2011

Heute jährt sich die Dreifachkatastrophe, bei der etwa 20 000 Leute ums Leben kamen, bzw. verletzt worden sind und es auch zum Super-GAU am AKW Fukushima dai ichi gekommen ist, zum 4. Male.

Vor allem in den vom Tsunami betroffenen Regionen fanden heute zahlreiche Gedenkveranstaltungen statt.

Noch in vielen Abschnitten sind die Spuren vom Tsunami sichtbar. Der Wiederaufbau wird auch noch einige Jahre in Anspruch nehmen und der Rückbau am havariertem AKW Fukushima dai ichi sogar noch Jahrzehnte. 

 

AKW Fukushima dai ichi - Erneuter Zwischenfall mit radioaktiven Wasser

Am AKW Fukushima dai ichi kam es gestern erneut zu einem Zwischenfall, bei dem 400 m³ radioaktives Regenwasser, was sich im Bereich der Lagertanks (Abschnitt H 4, hinter Reaktor 4) für hochradioaktives Wasser angesammelt hatte und über die Schutzwälle getreten ist.

Das Desaster wurde bei einem Kontrollgang entdeckt. Das ausgetretene radioaktive Wasser, was noch nicht versickert, bzw. ins Meer geflossen ist, wurde abgepumpt.

Bereits in der Vergangenheit traten solche Zwischenfälle schon häufiger auf. Entweder waren irgendwelche Abflussventile am Schutzwall offen, der Regen zu heftig oder Leckagen an den Tanks vorhanden, so dass sich das radioaktive Wasser immer wieder seinen Weg über das Gelände bahnen konnte (antiatom-fuku berichtete mehrfach über diese Vorfälle).

 

Am Bahnhof Tomioka - Riesiges Zwischenlager für radioaktives Erdreich

Am Bahnhof Tomioka stapeln sich unzählige große schwarze Säcke mit radioaktiv verseuchtem Erdreich, Laub und Dreck, was sich im Rahmen der Flächendekontaminationsarbeiten im Ort Tomioka (12 km von havariertem AKW Fukushima dai ichi), Okuma und Futaba (unter 10 km, bzw. in direkter Nachbarschaft zur Reaktorruine). Vor lauter schwarzen Säcken, die hier in die Höhe gestapelt worden sind, kann man vom Bahnhof aus noch nicht einmal mehr die angrenzende Meeresküste sehen.

Die Bodenflächen wurden durch die Reaktorkatastrophe zum Teil besonders stark radioaktiv kontaminiert, so dass extrem viel abgetragen werden musste.

Die Säcke werden jetzt nach und nach in ein weiteres Zwischenlager in der Nähe gebracht. Um die Säcke, die auf den LKW geladen werden sollen, besteigen die Arbeiter sogar den strahlenden Berg der ganzen Säcke, um diese an den Kran zu hängen.

 

09.03.2015

Bundeskanzlerin Merkel zu Besuch in Japan

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist zur Zeit zu Besuch in Japan. Einer der Schwerpunkte ist die Vorbereitung zum G7-Treffen in Japan, der unter deutscher Leitung im Juni stattfinden wird. Thema wird dann auch unter anderem der Ukraine-Konflikt sein. Auch die deutsch-japanischen Wirtschaftsbeziehungen sollen hiermit gefestigt werden.  

Im Gespräch mit Ministerpräsident Shinzo Abe (LDP) appellierte daran, den Atomausstieg in Japan zu festigen und die AKWs nicht mehr wieder in Betrieb zu nehmen. Laut Abe, der jedoch trotz nicht enden wollender Reaktorkatastrophe im eigenem Lande, weiter an der Kernenergie festhält, wären die erneuerbaren Energien wohl noch nicht ausreichend, so dass man noch weiterhin auf die Atomkraft angewiesen sei. Auch in Anbetracht der gesteckten Klimaziele, sei laut Abe, um die CO2-Emmissionen gering zu halten, die angeblich klimafreundliche Kernenergie weiterhin nötig.

Hier kommt wieder das Märchen mit der niedrigen CO2-Emmission der angeblich klimafreundlichen AKWs zum Einsatz.

Auch der japanische Kaiser Aki Hito hat Angela Merkel schon empfangen.

Morgen möchte sich Merkel mit weiblichen politischen Führungskräften treffen und am Mittwoch, am Fukushima-Jahrestag den Opfern der Dreifachkatastrophe gedenken.  

 

08.03.2015

Zum 4. Fukushima-Jahrestag – Landesweite Antiatom-Demos

In der kommenden Woche jährt sich die Reaktorkatastrophe von Fukushima zum 4. Male. Die Strahlenopfer, das Meer und die restliche Umwelt leiden weiterhin unter den Folgen, dessen Ausmaß immer noch nicht abschätzbar ist. Dennoch will Ministerpräsident Shinzo Abe (LDP) weiter an der Atomkraft festhalten und die ersten Reaktoren nach Möglichkeit bald wieder ans Netz gehen lassen (antiatom-fuku berichtete mehrfach darüber).

Anlass genug, auf die Straße zu gehen und seine Stimme gegen die Wiederinbetriebnahme der AKWs zu erheben, den Ausbau der erneuerbaren Energien voran zu treiben und bessere Bedingungen für die Strahlenopfer einzufordern. So bekräftigten etwa 23 000 Teilnehmer auf den Antiatom-Demos, die an diesem Wochenende landesweit in Japan stattfanden.

Bei den Anti-AKW-Demos in Tokyo wurde vor dem Regierungsparlament, dem Wirtschaftsministerium und an der Tepco Firmenzentrale in erster Linie die derzeitige Atompolitik, trotz abgelaufener Reaktorkatastrophe, das „Wassermanagement“ am AKW Fukushima dai ichi, weitere atombezogenen Missstände, sowie die Geheimniskrämerei scharf kritisiert und auf Alternativmöglichkeiten und Verbesserungen, die jedoch von der Regierung fleißig ignoriert werden, hingewiesen.

 

06.03.2015

Bürger in Fukushima - Von der Regierung im Stich gelassen

Einer Umfrage zur Folge, die durch eine Lokalzeitung in der Präfektur Fukushima durchgeführt worden ist, fühlen sich 71% der Einwohner vom Staat im Stich gelassen. Demnach haben die Bürger nicht das Gefühl, dass die Regierung die Probleme in Fukushima, die seit Beginn der Reaktorkatastrophe bestehen, richtig einschätzt (richtig einschätzen will), bzw. in den Griff bekommt.

96% der Befragten sehen besonders große Probleme mit dem hochradioaktiven Wasser, was über 10 Monate hinweg von Reaktor 2 am havariertem AKW Fukushima dai ichi  „unentdeckt“ ins Meer gelaufen ist, womit das Vertrauen im „Wassermanagrment“ des Betreibers Tepco wieder einmal erheblich gestört worden ist.

73% der Bürger sorgen sich wegen der erhöhten Strahlung und 69% sind sich sicher, das Fukushima seien ursprünglichen Zustand wie vor der Reaktorkatastrophe nie mehr erreichen und für immer gebrandmarkt sein wird.  

Mauer neben einer Straße nähe Fukushima Hauptbahnhof. Das eingearbeitete Label trägt die Aufschrift: „うつくしまふくしま“ (Utsukushima Fukushima, Glückliche Insel Fukushima). (Bild: Petra Alt)

Allerdings kann hier von „utsukushi“ keine Rede mehr sein. Die Mauer bestand schon vor der Reaktorkatastrophe.

 

03.03.2015

Ein Teil der olympischen Spiele 2020 in Fukushima?

Die Präfekturverwaltung Fukushima will einen Teil der olympischen Spiele, die 2020 in Tokyo stattfinden, in ihrer Präfektur ausführen. Dazu soll das Sportzentrum „J-Village“ in der Küstenortschaft Hirono, 20 km vom havariertem AKW Fukushima dai ichi, für die Austragung von Baseball- und Softballspielen genutzt werden.

Mit diesen Maßnahmen will die Präfekturverwaltung den Imageschaden in Fukushima, der auch schon reichlich finanzielle Verluste für die Präfektur einbrachte, wieder gut machen. So will man auch die umliegende Bevölkerung, sowie die Spieler und Gäste der Olympiade von der angeblichen Unbedenklichkeit der Lebensmittel in Fukushima „überzeugen“ und all die aufgedeckten Falschinformationen, die nur der Verharmlosung der Folgen dienten, „widerlegen“.

Die bereits eingetretenen gesundheitlichen Folgen, z.B. die steigende Anzahl an Krebserkrankungen seit der Reaktorkatastrophe von 2011, werden hierbei in den Hintergrund gedrängt. .

Auch das AKW, was offiziell als „unter Kontrolle“ gilt, darf vor und während der olympischen Spiele natürlich keine Probleme machen, die die Olympiade beeinträchtigen könnten.

Die Lage am AKW Fukushima dai ichi ist auch nach fast 4 Jahren immer noch sehr schwierig. Das Problem mit dem radioaktiv verseuchten Wasser, was überall herausläuft, ins Grundwasser und ins Meer gelangt, sowie die Vorgehensweise bei der Bergung der geschmolzenen Brennelemente aus den sehr stark strahlenden Reaktoren 1 bis 3 ist weiterhin ungelöst, so dass von einer Kontrolle über das Kraftwerk absolut keine Rede sein kann.

Im Reaktor 2, dessen Gebäude äußerlich weitgehend heile geblieben ist, ist die Strahlung besonders hoch, da diese sich im Gebäude konzentriert. Hier wird sich die Bergung der Kernschmelze, auch mittels Roboter äußerst schwierig gestalten.

 

01.03.2015

AKW Sendai – Wiederinbetriebnahme für den kommenden Sommer geplant

Nach dem die betreibenden Kyushu Elektrizitätswerke für die Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 1 und 2 am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima, die von der Atomaufsichtsbehörde NRA noch nachgeforderten Nachbesserungen erbracht und die entsprechenden Dokumente eingereicht haben, soll der Reaktor 1 im kommenden Sommer wieder ans Netz gehen. Für Reaktor 2, für den ebenfalls sicherheitsrelevante Nachbesserungen gefordert worden sind, müssen die noch fehlenden Dokumente bis Ende März bei der NRA vorliegen.

Reaktor 2 soll dann nach Plänen des Betreibers im Anschluss nach Reaktor 1 wieder angefahren werden.

Der ursprüngliche Termin, der sich jedoch aufgrund geforderter Nachbesserungen, noch ausstehender Dokumente und der Proteste aus der Bevölkerung und lokaler Behörden immer wieder verschoben hatte, war für Oktober 2014 vorgesehen gewesen (antiatom-fuku berichtete).

Bezüglich der Reaktoren 3 und 4 am AKW Takahama, Präfektur Fukui, gibt es weiterhin, vor allem in der Präfekrtur Kyoto Skepsis seitens der Lokalbehörden und massive Proteste aus der Bevölkerung, die die Wiederinbetriebnahme strikt ablehnt. Auch die Versuche der NRA und der betreibenden Elektrizitätswerke Kansai die Bevölkerung davon zu „überzeugen“, dass das AKW Takahama angeblich sicher und notwendig sei, funktioniert nicht.    

 

Februar 2015

 

25.02.2015

Wasserbilanz am AKW Fukushima dai ichi und neue „Quellen“

Auf dem Gelände der Reaktorruine Fukushima dai ichi mehren sich die Lagertanks für hochradioaktiv verseuchtes Wasser, da die Wasserdekontamination weiterhin nur schleppend verläuft. Während die Menge des hochradioaktiv verseuchten Wassers in den Lagertanks im Januar noch bei 5 930 000 m³ lag (antiatom-fuku berichtete), ist diese nun auf 6 090 000 m³ angestiegen. Die Obergrenze der Lagerkapazität liegt derzeit bei 7 810 000 m³.

Auch der zunächst aufgegebene Bau der „Eismauer“,wird weiter voran getrieben. 1274 von 2049 der unterirdischen Rohrleitungen für das chemische Kühlmittel sind bereits im Boden installiert.

Die „Eismauer, die die Reaktoren 1 bis 4 umgibt, soll verhindern, dass hochradioaktiv verseuchtes Kühlwasser aus den Reaktorkellerräumen ins Erdreich, bzw. ins Meer gelangt. Die muss jedoch über mehrere Jahre aktiv „unterhalten“ werden und wird somit (für den Steuerzahler) sehr kostenintensiv sein.

Bei einer Kontrolle wurde festgestellt, dass laufend radioaktives Regenwasser, was sich immer wieder auf dem Dach von Reaktor 2 ansammelt, auf den Boden, bzw. ins Meer läuft. Der Betreiber Tepco, der das zunächst verschwieg, gibt nun zu, dass das Problem schon seit Mai 2014 bekannt ist. Es wurde jedoch nichts dagegen unternommen. Die Radioaktivität des Wassers vor dem AKW sei dadurch angeblich nicht angestiegen.

 

Umfrage zu AKW Takahama: 85% lehnen Wiederinbetriebnahme ab

Einer aktuellen Umfrage zur Folge, sprechen sich 85% der umliegenden Bevölkerung gegen die Wiederinbetriebnahme des AKWs Takahama, Präfektur Fukui aus. Das AKW Takahama wurde nach Sendsai, Präfektur Kagoshima nach bestandener „Sicherheitsüberprüfung“ durch die Atomaufsicht NRA für die Wiederinbetriebnahme frei gegeben worden.

Wegen noch fehlender Genehmigungen verschiedener Lokalbehörden und dem großen Widerstand aus der Bevölkerung sind beide AKWs noch nicht wieder am Netz, so dass Japan weiterhin atomfrei ist. 

 

22.02.2015

AKW Fukushima Dai ichi – Erneuter Anstieg der Radioaktivität im Hafenbecken

Sowohl im Hafenbecken des havarierten AKWs Fukushima dai ichi, als auch im Grundwasser, was von der Bergseite kommt, wurde erneut ein Anstieg der Radioaktivität festgestellt. Die radioaktive Belastung des Wassers, vorwiegend durch ß-Strahler, liegt somit bei 7230 Bq/l.

Laut dem Betreiber Tepco könne das Wasser vom Hafenbecken nicht ins Meer gelangen, da die Hafenzufahrt verschlossen sei.

Nach der Ursache für den Anstieg der Radioaktivität werde noch gesucht. Vermutlich kommen laut Tepco dafür auch Regenfälle infrage. Ein Entweichen von hochradioaktiven Wasser aus den Lagertanks sei laut Tepco jedoch ausgeschlossen, da sämtliche Ventile geschlossen und die Schutzwälle ausreichen sein. 

 

Studie zum Cäsium-Fallout im Großraum Tokyo

Laut einer Studie sind im Großraum Tokyo die Präfekturen Chiba und Ibaraki durch die Reaktorkatastrophe von Fukushima am stärksten von Fallout mit Cäsium137 betroffen. Besonders stark betroffen sind vor allem auch die Flussmündungen, wir frühere Studien bereits zeigen, und die Bucht von Tokyo.

 

Minderjähriger für Dekontaminationsarbeiten angeheuert

Eine Baufirma, die radioaktive Abfälle, die bei den Flächendekontaminationsarbeiten angefallen sind verarbeitet, hat einen Minderjährigen für diese Arbeiten beschäftigt und ist dabei aufgeflogen.

Bei einer Kontrolle wurde ein 15 Jähriger, der dort für 3000 Yen (ca. 20 Euro/Tag) beschäftigt war, angetroffen. Somit liegt ein eindeutiger Verstoß gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz vor, was die Verrichtung von Arbeiten mit Gefahrenstoffe durch Minderjährige strikt verbietet. Gegen diese Firma wird nun ermittelt.

 

Stromanbieter ab 2016 frei wählbar

Bisher konnte man nur den örtlichen Stromanbieter wählen, womit ab April 2016 Schluss sein soll. Der Strommarkt wird eröffnet, in dem das örtliche Monopol aufgehoben wird. Somit kann jeder Verbraucher seinen Stromanbieter frei wählen und entscheiden, welche Energieform dominierend werden soll. Das ist eine sehr positive Veränderung auf dem Strommarkt, die aber auch ihre Tücken haben kann. Denn geht bis jetzt noch nicht hervor, wie es mit der Durchleitung des Stroms vom Wunschanbieter durch die Netze der örtlichen Stromkonzerne steht und wie es mit der Durchleitungsgebühr und weiteren (hausgemachten) Gebühren aussehen wird.  

 

18.02.2015

IAEA sieht Fortschritte am AKW Fukushima dai ichi, findet Tritium unproblematisch

Die internationale Atombehörde IAEA übergab dem Wirtschafts- und Industrieministerium seinen Bericht der kürzlich durchgeführten Begehung am havariertem AKW Fukushima dai ichi. Darin werden die „Fortschritte“ beim Rückbau der Anlage gelobt und die radioaktive Strahlung auf dem AKW-Gelände sei laut der IAEA stellenweise deutlich gesenkt worden.

Allerdings musste die IAEA in ihren Bericht auch einräumen, dass man immer noch vor der Frage steht, wie die Brennelemente aus den Reaktoren 1 bis 3, dort, wo eine Kernschmelze abgelaufen ist, geborgen werden sollen. Denn hierfür gibt es immer noch keine Lösung.

Auch die Endlagerung für radioaktiven Abfälle, die am AKW Fukushima dai ichi, sowie aus der Umgebung (Erdreich, Dreck etc.) anfallen ist noch nicht geklärt. Das Dach einer primitiven Leichtbauhalle für radioaktive Abfälle ist am Wochenende durch einen Sturm teilweise zerstört worden.

Das Wasserproblem besteht nimmt auch kein Ende. Weiterhin fließen täglich 350 m³ radioaktiv verseuchtes Wasser in die Reaktorkellerräume und umspülen die geschmolzenen Brennelemente. Etwa 400 m³ gelangen ins Meer.

Die Dekontamination des Wassers läuft ebenfalls eher schleppend und weiterhin werden in regelmäßigen Abständen große Mengen an radioaktiven Wasser, was zuvor gefiltert worden ist, ins Meer verklappt.

Das hochradioaktiv verseuchte Wasser, was in den Tanks auf dem Gelände lagert, soll nach Plänen des Betreibers Tepco, der Atomaufsichtsbehörde NRA und der Regierung nach einer Filterung ins Meer verklappt werden (antiatom-fuku berichtete). Die endgültige Genehmigung steht jedoch noch aus und die Fischereigenossenschaft wehrt sich weiterhin gegen diese Pläne, die die IAEA jedoch, da die Umweltbelastung gering sei, befürwortet.

Das Unfassbare an den ohnehin schon gravierenden Problemen mit dem verstrahlten Wasser ist auch die Aussage der IAEA, das das Tritium („überschweres Wasser“) zwar so gut wie gar nicht herausgefiltert werden könne, aber für den Menschen nicht sonderlich gefährlich sei. „Tritium habe nur eine geringe chemische Giftigkeit, so der IAEA-Experte Juan Carlos Lentijo, und sei für den Menschen nicht so schädlich“. Eine Aussage, die laut unabhängigen Experten in keiner Hinsicht vertretbar ist! Zumal Tritium überall dorthin gelangt, wo „normales“ Wasser hinkommt, das heißt in jede Körperzelle! Dort strahlt es weiter und richtet nachhaltige Schäden an.

Eine Tatsache, die hier natürlich „aus gutem Grunde“ (um das Image der Atomlobby zu wahren) komplett verschwiegen wird. „Es wird ja schließlich an allen AKWs radioaktives Abwasser in die Gewässer geleitet, das sei gängige Praxis“, so Lentijo weiter.

 

15.02.2015

AKW Fukushima: Roboter soll Kernschmelze erkunden

Die Firma Hitachi hat einen neuen Roboter entwickelt, der mit einer Kamera, einer Temperatur- und Strahlenmesssonde ausgerüstet ist. Dieser soll laut dem Betreiber Tepco ab April 2015 zum Einsatz kommen. Er soll dann das Innere der havarierten Reaktoren 1 bis 3 erkunden, Livebilder senden, die Temperatur und die Strahlung messen. Damit will man sich Informationen über das geschmolzene Brennmaterial verschaffen und die Frage klären, inwieweit der Kernbrennstoff, was auch stark anzunehmen ist, durch den Boden des Reaktordruckbehälters und des Sicherheitsbehälters geschmolzen ist. Kühlwasser, was laufend aus den Reaktoren in die Reaktorkellerräume dringt, lässt darauf schließen.

Bisher war es aufgrund der extrem hohen Strahlung auch nach vier Jahren immer noch nicht möglich die Reaktoren in irgendeiner Form von Innen zu sichten.

Im besten Fall könnte man die Kernschmelze sehen und dessen Ausmaß beurteilen.

Möglicherweise wäre aber unter Umständen nur trübes Wasser zu sehen, oder die Sicht wäre aufgrund von Wasserdampf bei hohen Temperaturen deutlich eingeschränkt. Im schlimmsten Falle würde aufgrund der hohen Strahlung sogar die Elektronik des Roboters versagen.

 

Abriss von Häusern in den kontaminierten Gebieten

In einigen Ortschaften, die im 20-km-Umkreis des havarierten AKWs Fukushima dai ichi liegen und nach Dekontaminationsmaßnahmen wiederbesiedelt werden sollen, werden eine ganze Reihe von Häuser abgerissen. Betroffen sind auch Häuser in Orten außerhalb der 20-km-Zone, die wiederbesiedelt werden sollen.

Erneute Dekontaminationsversuche der zum Teil verfallenen Häuser sei laut den Behörden nicht mehr rentabel, zumal die meisten Flüchtlinge eh von einer Rückkehr in die immer noch verstrahlten Gebiete absehen will.  

 

12.02.2015

AKW Stresstest - Schwerwiegende Gefahrenpunkte verschwiegen

Nach Abschluss der sog. Sicherheitsüberprüfung, inklusive „Nachbesserungen“, hat der Stromkonzern Kansai Elektrizitätswerke den schriftlichen Prüfbericht und somit die endgültige Erlaubnis der Atomaufsichtsbehörde NRA zur Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 3 und 4 am AKW Takahama, Präfektur Fukui erhalten.

Jetzt fehlt nur noch die Zustimmung der lokalen Behörden und der Präfekturverwaltung.

Das AKW Takahama ist somit nach dem AKW Sendai, Betreiber Kyushu E-Werke, das zweite AKW in Japan, was den sog. Stresstest „bestanden“ hat.

Die Wiederinbetriebnahme des AKWs Sendai, die ursprünglich für Oktober 2014 geplant gewesen ist, wurde immer wieder aufgeschoben und konnte bis jetzt verhindert werden.

Nach der NRA-Freigabe im letzten Monat gab es öffentliche Kritik bezüglich der Sicherheitsmängel. Laut der Kansai E-Werke und der NRA wurde jedoch nachgebessert, so dass nun alle Sicherheitsanforderungen erfüllt sein.

Was in dem Prüfbericht allerdings nicht erwähnt wird, ist der besonders gefährliche Standort des AKWs Takahama, was sich in der Wakasa-Bucht von Fukui befindet. Denn genau dort herrscht mit 14 Reaktoren, darunter ein „schneller Brüter“, eine extrem hohe AKW-Dichte. Die Wakasa-Bucht von Fukui ist auch als „Nuklear Ginza“ bekannt, in der die schmutzigen Atomgeschäfte besonders gut florieren. Diese werden vorwiegend auf dem Rücken der schlecht bezahlten AKW-Hilfsarbeiter, die die gefährlichen Jobs machen, die sonst keiner machen will, ausgetragen.

Der Katastrophenschutzplan ist unzureichend und die Eingreifmaßnahmen bei Erdbeben, Tsunami und Terrorangriffen werden in dem Schriftstück ebenfalls nur unzureichend abgehandelt. Es heißt lediglich, dass der Tsunamischutz ausreichend sei, da zur Zeit ein neuer Deich gebaut wird. Die Evakuierungszone in Falle einer Katastrophe beträgt 30 km im Umkreis, was laut der NRA und der Kansai E-werke ebenfalls ausreichend sei. Allerdings, so unabhängige Experten, ist aufgrund der hohen Reaktordichte die Gefahr einer Havarie von mehreren Reaktoren gleichzeitig mit extrem hoher Freisetzung an Radioaktivität in der Wakasa-Bucht Fukui wesentlich höher als an Einzelstandorten von AKWs. Ein Erdbeben und/oderTsunami, der die Wakasa-Bucht trifft, könnte eine Kernschmelze in mehreren Reaktoren gleichzeitig auslösen!

Eine Ähnliche Situation gab es im März 2011 in Nordostjapan, als das AKW Fukushima dai ichi havarierte. Denn auch die AKWs Tokai, Fukushima dai ni, Ongawa und das Atommülllager und Wiederaufbereitungsanlage Rokkasho wurden durch das Erdbeben getroffen und zum Teil von Tsunami überspült. Diese Anlagen kamen jedoch noch mit einem „blauen Auge“ davon. Allerdings kam es auch dort, was in den Medien jedoch kaum erwähnt worden ist, zu einer teilweisen sehr brenzlichen Situation, die sehr leicht hätte in eine Kernschmelze münden können!

In der Wakasa-Bucht von Fukui, in der 14 Reaktoren dicht an dicht stehen, würde eine Katastrophe mit mehrfacher Kernschmelze und massiver Freisetzung hoher Radioaktivität viel schneller eintreten, als an anderen Standorten. Auch hierauf wurde bei der „Sicherheitsüberprüfung“ nicht eingegangen.  

 

10.02.2015

AKW Fukushima – Tepco hält immer noch an der „Eismauer“ fest

Während der Atomkonzern Tepco das eigentlich aufgegebene Projekt „Eismauer“ immer noch weiter verfolgen will, wird die Skepsis bei der Atomaufsichtsbehörde NRA immer größer. Nach Angaben der NRA auf der Konferenz von gestern, würde vor allem der küstenseitige Abschnitt der „Eismauer“ nicht richtig gefrieren.

Die sogenannte „Eismauer“, die die Reaktoren 1 bis 4 umgibt, soll über ein in den Boden eingebrachtes Röhrensystem, in dem ein chemisches Kühlmittel zirkuliert, das Erdreich gefrieren, damit das radioaktiv verseuchte Kühlwasser nicht mehr ständig ins Meer gelangt.

Die „Eismauer“, die ursprünglich im März 2015 fertig sein sollte, wurde mit mehreren Unterbrechungen bis zur Hälfte fertig gestellt.  

 

06.02.2015

AKW Fukushima dai ichi - Immer mehr hochradioaktives Wasser

Am havariertem AKW Fukushima dai ichi gibt es weiterhin kein Vorwärtskommen mit dem Wasserproblem. Mittlerweile stehen auf dem Gelände etwa 1000 Lagertanks in verschiedenen Größen, die insgesamt 700 000 t hochradioaktives Abwasser beinhalten. Und täglich gelangen weiterhin 300 t radioaktives Grundwasser in die hochgradig radioaktiv verseuchten Reaktorkellerräume.

Bis März wird die Gesamtmenge voraussichtlich 800 000 t ansteigen, so dass noch weitere Lagertanks nötig sind. Diese werden zur Zeit im Eiltempo aufgestellt.

Denn auch die Wasserdekontamination über die ALPS und einer weiteren Dekontaminationsanlage läuft nicht wie geplant. Laufend treten technische Probleme auf.

Die „Eismauer“, die eigentlich schon quasi aufgegeben worden ist, ist zur Hälfte fertig. Laut ursprünglichen Zeitplan war die Fertigstellung und Inbetriebnahme für März 2015 vorgesehen. Was nun mit der „Eismauer“ letztendlich genau geschehen soll, ist laut dem Betreiber Tepco im Moment unklar.

Die von der Atomaufsichtsbehörde NRA genehmigte und von der IAEA befürwortete Verklappung von hochradioaktivem Wasser der Lagertanks, was vorher einer Dekontamination unterzogen werden soll (antiatom-fuku berichtete), wurde von den Lokalbehörden noch nicht genehmigt und wird durch die Fischereigenossenschaft weiterhin strikt abgelehnt.  

 

03.02.2015

Schienenersatzverkehr mitten durch die Sperrzone

Natürlich ist man dankbar, wenn man auf dem schnellsten Wege von A nach B kommt – aber nicht, wenn`s mitten durch die Sperrzone geht!

Seit dem Wochenende besteht ein Schienenersatzverkehr auf der Bahnstrecke der JR-Joban-Linie, der durch die radioaktiv verseuchte Sperrzone führt. Dieser Streckenabschnitt ist durch den Tsunami von 2011 noch völlig zerstört und aufgrund der radioaktiven Verseuchung noch nicht wieder instand gesetzt worden.

Wie die staatliche Bahngesellschaft Japan Rail (JR) feierlich verkündete, wird jetzt nun der Streckenabschnitt, der vom Bahnhof Tatsuta über die Bundesstraße 6, vorbei an den AKWs Fukushima dai ni und dai ichi bis Haranomachi Bahnhof (Minamisoma) führt, mit einem Schienenersatzverkehr bedient.

Die Busse fahren mehrmals täglich ohne Zwischenhalt. Der Busfahrer ist, wie auch schon die Lokführer der S-Bahnen, die dem Streckenabschnitt Iwaki – Tatsuta bedienen, mit einem Dosimeter ausgestattet. Allerdings ist der Busfahrer, der durch die hochgradig kontaminierten Gebiete fahren muss, einer deutlich höheren Strahlung ausgesetzt.

Nach vorherigen Messungen, die auf Testfahrten getätigt worden sind, erhält man pro Fahrt eine Strahlendosis bis maximal 1,0 µS/v, was laut den Behörden zumutbar ist. Die JR zelebriert nur die rasche Verbindung beider Orte, die wieder hergestellt worden ist und das „gute“ Vorwärtskommen im Wiederaufbau.

Proteste der Busfahrer – zwecklos! Denn die JR, die eher atombefürwortend ist, zeigt da wenig Verständnis, wenn die Mitarbeiter sich um ihre Gesundheit sorgen.

  

01.02.2015

Gesetzliche Regulierung zur Anerkennung von Strahlenschäden

Das Gesundheitsministerium informiert über die aktuell festgelegte gesetzliche Regulierung von Entschädigungszahlungen bei gesundheitlichen Schäden in Folge eines erhöhten Krebsrisikos durch erhöhte Radioaktivität bei AKW-Arbeitern. Darin heißte es, dass Ansprüche nur dann geltend gemacht werden können, wenn die Strahlenexposition über einen Zeitraum von 5 Jahren mehr als 100 mSv/a beträgt. Als Folgeerkrankung werden u.a. Lungen-,Blasen- und Kehlkopfkrebs.

Weitere Krebserkrankungen, sowie andere nicht kanzerogene Erkrankungen, die seit der Reaktorkatastrophe jedoch gehäuft auftreten, sind hier allerdings nicht mit inbegriffen.

Ministerpräsident Shinzo Abe (LDP) überlässt jetzt dem AKW-Betreiber Tepco die Entscheidung darüber, ob die vier Reaktoren am AKW Fukushima dai ni und die beiden noch heilen Reaktoren 5 und 6 am havarierten AKW Fukushima dai ichi wieder in Betrieb genommen oder still gelegt werden sollen.

 

AKW Fukushima dai ichi und dai ni: Regierung macht den Weg frei für die Wiederinbetriebnahme

Laut Beschluss der letzten Kabinettsitzung will Ministerpräsident Shinzo Abe (LDP) dem AKW-Betreiber Tepco selbst die Entscheidung über Wiederinbetriebnahme ober Stilllegung der Reaktoren 1 bis 4 am AKW Fukuashima dai ni und der Reaktoren 5 und 6 am AKW Fukushima dai ichi überlassen.

 

Eine mögliche Wiederinbetriebnahme des AKWs Fukushima dai ni wurde in der Vergangenheit schon häufiger diskutiert und stieß immer wieder auf heftige Kritik. Die Stilllegung wurde dann, sogar durch die jetzige Regierung selber im vergangenem Herbst dann letztendlich doch beschlossen.

2012 erwog Tepco sogar die Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 5 und 6 am AKW Fukushima dai ichi, was jedoch kurz darauf durch die Behörden unterbunden worden ist (antiatom-fuku berichtete).

Nun ist es die Regierung selber, die dem Betreiber Tepco die verordnete Stilllegung der o.g. Reaktoren zurück nimmt. Ministerpräsident Shinzo Abe, der die Wiederinbetriebnahme des AKWs Fukushima dai ni befürwortet, empfiehlt zwar wegen der unmittelbaren Nähe zu den zerstörten Reaktoren die Stilllegung der Reaktoren 5 und 6 am AKW Fukushima dai ichi, überlässt es Tepco jedoch selber, was damit passieren soll.

Fraglich ist jetzt jedoch, ob Abe, der wie Tepco auch, die Wiederinbetriebnahme befürwortet, sich, falls ein gravierender Störfall auftritt, aus der Verantwortung stehlen will. (Denn Tepco hat ja entschieden.)

Abe betont zwar, dass diese Reaktoren, genau wie alle anderen landesweiten Reaktoren der Sicherheitsüberprüfung der Atomaufsichtsbehörde NRA unterzogen werden müssen, sieht aber keine Probleme in den Standorten der beiden AKWs und der damit verbundenen Gefahren, wie z.B. durch Tsunami.

Theoretisch dürften die o.g. Reaktoren den NRA-Stresstest, wenn er objektiv durchgeführt wird, nicht bestehen; zumal das AKW Fukushima dai ichi den Stresstest ja quasi schon unter realen Bedingungen „absolviert“ und nicht bestanden hat.

 

Januar 2015

 

29.01.2015

Präfektur Fukushima - Zwischenlager in Okuma und Fuktaba beschlossen

Das Umweltministerium hat heute die Errichtung der beiden umstrittenen Zwischenlager für radioaktiv kontaminiertes Erdreich, Laub, Schutt und weiterer Feststoffen in Futaba und Okuma beschlossen. Beide Orte liegen in unmittelbarer Nachbarschaft zum AKW Fukushima dai ichi.

Die beiden Zwischenlager, dessen Baubeginn für Anfang Februar 2015 angesetzt ist, umfassen zusammen eine Fläche von 16 km2.

Die ehemaligen Bürger aus den betroffenen und Umweltverbände befürchten jedoch, dass die beiden Zwischenlager zum Endlager werden.

 

AKW Fukushima - IAEA befürwortet zusätzliche Verklappung

Die internationale Atomaufsichtsbehörde IAEA befürwortet die Pläne von Tepco und der Atomaufsichtsbehörde NRA, dass das hochradioaktiv verseuchte Grund- und Kühlwasser der havarierten Reaktoren am AKW Fukushima dai ichi nach einer Dekontamination ins Meer geleitet wird. (Eine vollständige Dekontamination des Wassers ist nicht möglich; vor allen bleibt das hoch gefährliche Tritium im Wasser zurück!).

Mit dieser Maßnahme will der Betreiber Tepco dem Wasserproblem etwas entgegen wirken und die anfallenden Mengen reduzieren (antiatom-fuku berichtete).

Die örtlichen Fischer und die Fischereigenossenschaft lehnen dieses Vorhaben jedoch weiterhin strikt ab. Umweltverbände schlagen ebenfalls Alarm.

Im Meer entlang der Küste von Fukushima und weiter südlich ist das Fischen generell noch wegen der hohen Strahlenbelastung strikt verboten. Es wird dort nur noch zu Forschungszwecken gefischt.

 

Noch zahlreiche Strahlenflüchtlinge in Übergangshäusern

Zur Zeit leben immer noch 12600 Leute, die in unmittelbarer Umgebung zum AKW Fukushima dai ichi wohnten und nach der Reaktorkatastrophe ihre verstrahlte Heimat verlassen mussten, in Übergangshäusern. Die Entschädigungszahlungen laufen eher schleppend und an eine Rückkehr in die Heimat ist nicht zu denken.

   

25.01.2015

AKW Fukushima dai ichi: Reaktorwasser soll ins Meer verklappt werden

Der Betreiber Tepco, der im Kampf mit dem hochradioaktiv verseuchten Wasser, was sich täglich am AKW Fukushima dai ichi ansammelt, nicht richtig voran kommt, will jetzt auch noch das Grundwasser, was sich im Bereich der Reaktoren 1 bis 4 ansammelt, abpumpen, „reinigen“ und ebenfalls ins Meer verklappen. Für diese Maßnahme hat Tepco bereits die Genehmigung der Atomaufsichtsbehörde NRA erhalten.

Die Fischereigenossenschaft der Präfektur Fukushima und die örtlichen Fischer sind jedoch strikt gegen dieses Vorhaben. Gespräche mit Tepco, der NRA und weiteren Behörden laufen noch, eine endgültige Genehmigung seitens der Behörden steht noch aus.

Bisher wurde „nur“ das von der Bergseite kommende radioaktiv verseuchte Grundwasser gesammelt, soweit es überhaupt möglich ist dekontaminiert und dann über einem Bypass, der die havarierten Reaktoren umgeht, ins Meer verklappt. Diese Verklappungen, die in idR ein Volumen von etwa 1800 m³ umfassen, erfolgen weiterhin in regelmäßigen Abständen (antiatom-fuku berichtete mehrfach darüber).

Die letzte Verklappung mit etwa 2200 m³ radioaktiv verseuchtem Wasser erfolgte vor einer knappen Woche und die nächste steht bevor.

Die Dekontaminationsmaßnahmen des Wassers mit der Dekontaminationsanlage ALPS und einer weiteren Filteranlage vorlaufen weiterhin eher schleppend und auf dem Gelände häuft sich das hochradioaktiv verseuchte Wasser in den Lagertanks.

Der Betreiber Tepco liegt bezüglich der Wasserdekontamination und der Reduktion der Wassermengen auf dem Gelände weit hinter dem Zeitplan, da man mit den Dekontaminierungsmaßnahmen nicht nachkommt.

Auch für das Tritium („überschweres Wasser“) hat man noch keine Lösung. Es gelang weiterhin ins Meer.     

 

20.01.2015

Fukushima – Zwei AKW-Arbeiter tödlich verletzt

Am AKW Fukushima dai ni ereignete sich heute Morgen ein schwerer Arbeitsunfall mit Personenschaden. Ein Arbeiter, der an Maschineneinheiten Kontrollarbeiten durchführte, stürzte und geriet zwischen den Maschinenteilen wo er sich schwere Verletzungen zuzog. Nach Erstversorgung durch den herbei gerufenen Notarzt wurde er sofort per Hubschrauber in eine Klinik geflogen, wo er seinen schweren Verletzungen jedoch erlag.

Der Arbeiter, der gestern am AKW Fukushima dai ichi einen Arbeitsunfall erlitt, erlag heute ebenfalls seinen schweren Verletzungen. Der Unfall ereignete sich, als der Arbeiter, der eine Materialüberprüfung an den neu errichteten Lagertanks durchführte und abrutschte. Dabei fiel er aus 10 Meter Höhe in das noch leere Tankinnere (antiatom-fuku berichtete).

Ersten Informationen zur Folge erlitt er leichte Verletzungen, die jedoch als deutlich schwerer herausstellten, als zunächst angenommen.

 

19.01.2015

Arbeitsunfall am AKW Fukushima dai ichi

Am AKW Fukushima dai ichi ereignete sich heute ein Arbeitsunfall, bei dem ein Arbeiter aus 10 Meter Höhe in einen leeren Lagertank für radioaktives Wasser gestürzt ist. Der 50 jährige Arbeiter eines Subunternehmers überprüfte den Tank im Rahmen einer Dichtigkeitskontrolle auf eventuelle Leckagen, als sich der Unfall ereignete.

Er wurde leicht verletzt und in ein Krankenhaus nach Iwaki, 40 km südlich vom AKW Fukushima dai ichi gebracht.

Die Unfallursache und ob Sicherheitsvorschriften verletzt worden sind, wird laut dem Betreiber Tepco überprüft.

Das ist schon der vierte Arbeitsunfall in diesem Jahr, der mit Verletzungen einhergeht. 

Generell ist ein Anstieg von Arbeitsunfällen in den letzten Monaten zu verzeichnen.

 

17.01.2015

Atommüll - Bilanz am AKW Fukushima dai ichi

Zur Zeit lagern auf dem Gelände des AKWs Fukushima dai ichi 2 120 000 m³ radioaktive Feststoffe, z.B. Erdreich, Schutt etc. (Stand: 11/2014). Darunter beträgt der Anteil an Stahl Beton und weiterer Schutt eine Menge von 1 320 000 m³. Das Holz der gefällten Bäume, die für die Lagertanks weichen mussten, macht ein Volumen von 80 000 m³ aus.

Die radioaktiven Flüssigstoffe, hier vor allem das hochradioaktiv verseuchte Wasser, was in den Lagertanks zwischengelagert ist, haben ein Volumen von 5 930 000 m³. Die Maximalkapazität der Lagertanks liegt bei 7 410 000 m³ (Stand: 01/2015).

Von diesem Wasser sollen 3 010 000 m³ mit der Wasserdekontaminierungsanlage ALPS, bzw. mit der neuen Filteranlage für radioaktive Stoffe „gereinigt“ und dann ins Meer verklappt werden. 260 000 m³ werden zur Zeit „gereinigt“. Eine vollständige Dekontaminierung des radioaktiv verseuchten Wassers ist generell nicht möglich. Vor allem das Tritium („überschweres Wasser“) stellt ein nahezu unlösbares Problem dar.

Die Mengen an radioaktiv verseuchtem Wasser, die Tag für Tag am AKW Fukushima dai ichi entstehen, zeigen im Verlauf der Jahre eine steigende Tendenz.

2012 fielen im Durchschnitt 386 m³/Tg an, die Jahresmenge lag bei 1 410 000 m³.

2013 fielen im Durchschnitt 447 m³/Tg an, die Jahresmenge lag bei 1 630 000 m³.

2014 fielen im Durchschnitt 504 m³/Tg an, die Jahresmenge lag bei 1 840 000 m³.

Der Atommüll, der durch das AKW Fukushima dai ichi verursacht wird, wird eher mehr, aber nicht weniger. Wie stark er sich in den nächsten Jahren vermehren wird, können der Betreiber Tepco und die örtlichen Behörden jedoch noch nicht einschätzen. Zwei Atommülllager in AKW-Nähe sollen laut den Behörden ab 2016 in Betrieb gehen könnten.

 

Stilllegung von fünf Reaktoren beschlossen

Fünf Reaktoren an vier AKWs, die 2016 die gesetzlich festgelegte Obergrenze von 40 Betriebsjahren erreichen würden, sollen laut der jeweiligen Betreiber in diesem Jahr noch stillgelegt werden. Diese Reaktoren gelten als unwirtschaftlich, da sie erst aufwändig aufgerüstet werden müssten, um den neuen Sicherheitsanforderungen der Atomaufsichtsbehörde NRA entsprechen zu können. Wegen der bald erreichten Maximalbetriebsdauer der Reaktoren lohnt es sich für die Betreiber nicht mehr darin zu investieren.

Am AKW Mihama, Präfektur Fukui, Betreiber Kansai Elektrizitätswerke werden die Reaktoren 1 und 2 stillgelegt. Am AKW Shimane, Präfektur Shimane, Betreiber Chuokoku  Elektrizitätswerke ist es der Reaktor 1. Am AKW Genkai, Kyushu in Südjapan, Betreiber Kyushu Elektrizitätswerke ist es der Reaktor 1. Am AKW Tsuruga, Präfektur Fukui, Betreiber JAPC (Nihon Genden) ist es der Reaktor 1.

Diese fünf maroden Altreaktoren würden die NRA-Überprüfung aller Voraussicht nach eh nicht bestehen, so dass die jeweiligen Betreiber schon im Vorfeld von einem Antrag auf Sicherheitsüberprüfung Abstand genommen haben.      

 

13.01.2015

AKW Fukushima: Erneut ansteigende Radioaktivität im Grundwasser

Grundwasserproben, die der Betreiber Tepco am havariertem AKW Fukushima dai ichi gestern aus Bohrlöchern, die küstenseitig vor Reaktor 2 liegen entnommen hat, ergaben sich Radioaktivitätswerte, die im Vergleich zur Vorprobe vom 08.01.2015 um etwa 50% angestiegen sind. Hierbei handelt es sich vorwiegend um Strontium90, Cäsium134 und Cäsium137, sowie um Kobalt60. Aus diesen Bohrlöchern wurden heute erneut Wasserproben entnommen, dessen Ergebnis jedoch noch nicht vorliegt.  

In den restlichen Grundwasserproben, die aus weiteren Bohrlöchern entnommen worden sind, sei laut Tepco kein signifikanter Anstieg zu verzeichnen gewesen.

 

10.01.2015

AKW Takahama - Erneute Klage gegen die Wiederinbetriebnahme

Eine Bürgerinitiative und dessen Anwälte haben erneut eine Klage gegen die Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 3 und 4 am AKW Takahama, Präfektur Fukui beim zuständigen Landgericht eingereicht. Die Reaktoren 3 und 4, beides DWR, sind seit 1985 in Betrieb.

Der Betreiber, die Kansai Elektrizitätswerke (Kansaidenryoku) haben erst kürzlich durch die Atomaufsichtsbehörde NRA nach „bestandener“ Sicherheitsüberprüfung grünes Licht für die Wiederinbetriebnahme beider Reaktoren erhalten und warten jetzt nur noch auf die Genehmigung der lokalen Behörden in ihrer Gemeinde.

Ein von der Bürgerinitiative zuvor geführter Gerichtsprozess von November 2014, der zu nächst erfolgversprechend erschien (antiatom-fuku berichtete), ist am Ende dann doch noch gescheitert. Der Grund für die erneute Klage sind neben den allgemeinen Gefahren laufender AKWs insbesondere der unzureichende Schutz gegen Tsunami und Erdbeben, sowie der Anspruch auf das Grundrecht, in einer gefahrenfreien Umgebung leben zu können. 

 

AKW Genkai – Reaktor 3 und 4 soll bis zum Sommer wieder ans Netz gehen

Auch am AKW Genkai, bestehend aus 4 DWR, kann es der Betreiber Kyushu Elektrizitätswerke (Kyushudenryoku), wie es der Firmenchef auf einer Pressekonferenz verkündete, kaum noch abwarten, bis das AKW wieder ans Netz darf.

Die NRA-Sicherheitsüberprüfungen für die Reaktoren 3 und 4 laufen bereits. Mit welchem Ergebnis diese enden werden, ist jetzt jedoch noch nicht absehbar.

 

Reaktor 3 wurde 2010 auf MOX-Brennelemente umgestellt. Reaktor 1, der keine Aussicht auf das Bestehen der NRA-Sicherheitsüberprüfung hat, war seit 1975 (40 Betriebsjahre erreicht) in Betrieb und soll nun still gelegt werden. Über Reaktor 2, der seit 1981 in Betrieb war, gibt es noch keine Entscheidung.  

Die Kyushu Elektrizitätswerke sind jedoch sehr zuversichtlich, dass die beiden Reaktoren bis zum Sommer 2015 wieder hochgefahren werden dürfen. 

 

07.01.2015

Niigata – Izumida lehnt Wiederinbetriebnahme am Tepco-AKW Kashiwazaki Kariwa weiterhin ab

Der Stromkonzern Tepco, der auch das AKW Fukushima dai ichi zu verantworten hat, will die Reaktoren 6 und 7 am AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata dessen Sicherheitsüberprüfung durch die Atomaufsichtsbehörde NRA schon vor einiger Zeit beantragt worden ist, so schnell wie möglich wieder ans Netz nehmen.

Mit diesem Anliegen trat der Tepco-Chef Naomi Hirose zum wiederholten an den Präfekturgouverneur Hiruko Izumida, in dessen Präfektur das besagte AKW liegt, heran. Dazu plant Tepco auch Informationsveranstaltungen, bei denen Bürger über die „Notwendigkeit“ des AKWs „überzeugt“ werden sollen. Diese will Tepco Ende Januar abhalten.

Izumida, der die Wiederinbetriebnahme der beide Reaktoren am AKW Kashiwazaki Kariwa generell ablehnt, fordert erst einmal eine vollständige Aufklärung über den Unfallhergang am AKW Fukushima dai ichi, eine Antwort auf die Frage, warum Tepco die drei Kernschmelzen fast zwei Monate lang verheimlicht hatte und eine aussagekräftige Information über die jetzigen Zustände am AKW Fukushima dai ichi.

Auch der unzureichende Erdbeben- und Tsunamischutz, der Flucht- und Rettungsplan und die allgemeinen Gefahren kerntechnischer Anlagen geben Izumida Anlass zur Kritik.

 

Die Präfektur Niigata ist die Nachbarpräfektur von Fukushima und somit auch nicht sonderlich weit vom havarierten AKW Fukushima dai ichi entfernt.

 

UNSCEAR-Bericht: 40 Organisationen aus 9 Ländern fordern Korrektur

Der aktuelle UNSCEAR-Bericht beinhaltet Daten, die eigentlich eine realistische Auskunft über die bisher eingetretenen Gesundheits- und Umweltfolgen nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima geben soll. Dem UNSCEAR-Bericht zur Folge sei man da noch mit einem blauen Auge davon gekommen. Die seit der Reaktorkatastrophe gehäuft aufgetretenen Schilddrüsenkrebserkrankungen bei Kindern in der Präfektur Fukushima sei auch nur ein Zufall.

Der UNSCEAR-Bericht wurde zwar von der WHO erstellt, jedoch von der atomfreundlichen IAEA überwacht, so dass eine objektive Berichterstattung zu den Gesundheitsfolgen durch den radioaktiven Fallout unterbunden worden ist.

Schon die Ärzte-Organisation IPPNW kritisierte all die Verharmlosungen, die die Umwelt- und Gesundheitsfolgen der Reaktorkatastrophe herunterspielen und zeigt in eigenen Berichten genau auf, in wie weit die Folgen wirklich fort geschritten sind.

Jetzt kommen noch weitere 40 Organisationen aus 9 Ländern hinzu, die den UNSCEAR-Bericht in gleicher Weise kritisieren eine Korrektur fordern.

Auch in der Präfektur Fukushima werden ständig auf diversen „Informationsveranstaltungen“ die Folgen weiterhin verharmlost und an die Bürger appelliert, „dass man nicht so hysterisch sein solle“. All diese Kampagnen werden durch die Regierung forciert und gefördert.

 

04.01.2015

Möglicherweise gehen dieses Jahr mehrere AKWs wieder ans Netz

Trotz der Reaktorkatastrophe in Fukushima vor knapp 4 Jahren und der Tatsache, dass seit über einem Jahr kein einziger der 54 Reaktoren mehr am Netz ist, die Stromversorgung aber trotz dem problemlos gewährleistet ist, will die Regierung wieder zurück zur Atomkraft.

Laut der Atomsicherheitsbehörde NRA könnten im Laufe dieses Jahres einige AKWs die Überprüfung auf Erfüllung der neuen Sicherheitsstandards bestehen und wieder ans Netz gehen. Davon wäre das AKW Sendai, Kyushu Elektrizitätswerke (Kyushudenryoku), was die Überprüfung bereits bestanden hat, das erste und das AKW Takahama, Kansai Elektrizitätswerke (Kansaidenryoku), Präfektur Fukui das nächste AKW, was nach ebenfalls  bestandener Sicherheitsüberprüfung bald wieder ans Netz gehen dürfte.

Bei beiden AKWs sind sich jedoch die umliegenden Gemeindeverwaltungen noch nicht einig. Denn einige Gemeindevorstände lehnen eine Wiederinbetriebnahme „ihres“ AKWs ab.

Der Energieplan für 2015, der Ende Dezember im Kabinett beschlossen worden ist, sieht es vor, das Japan in Zukunft zwar unabhängiger von der Kernenergie werden solle, aber ein Großteil der landesweiten Reaktoren wieder ans Netz soll.

In Moment sei die Kernenergie nach Meinung der LDP-dominierten Regierung unter Shinzo Abe noch unbedingt nötig.

Der Chef der Atomaufsichtsbehörde NRA Shunichi Tanaka betonte zwar, dass die Sicherheitsanforderungen für den Tsunami- und Erdbebenschutz deutlich höher und der Katastrophenschutz- und Rettungsplan im Falle radiologischen Notfallsituation deutlich verbessert worden sei, räumte aber auch ein, dass es einen 100%igen Schutz nicht geben kann.

 

03.01.2015

Streit um Zwischenlagerstandorte für radioaktiven Abfall

Mittlerweile sind schon unzählige Kubikmeter an abgetragenem Erdreich, Laub und Dreck aus den radioaktiv kontaminierten Gebieten angefallen, die überall in der Präfektur Fukushima in großen Säcken zwischengelagert worden sind. Alles was brennbar ist wurde zum Teil verbrannt, um das Volumen zu verringern. Zurück bleibt jedoch die radioaktive Asche, die noch entsorgt werden muss.

Auch illegal entsorgte Säcke mit radioaktiv verseuchten Erdreich, Laub und Dreck, die irgendwo am Straßenrand stehen oder im Fluss liegen, kann man überall noch finden.

Und genau für diesen ganzen radioaktiven Abfall hatte die Regierung schon vor einigen Monaten mehrere große Zwischenlagerstandorte in den angrenzenden Nachbarpräfekturen geplant (antiatom-fuku berichtete). Das stößt jedoch nicht nur bei der Bevölkerung, sondern auch bei den jeweiligen Präfekturverwaltungen auf großen Widerstand.

Die Lokalpolitiker begründen ihre Ablehnung damit, dass im Bereich der Zwischenlager Radioaktivität in die Umgebung und vor allem ins Grundwasser gelangen könnte. Zudem ist man besorgt, dass diese Zwischenlager irgendwann zum Endlager werden.

In Utsunomiya, Präfektur Tochigi, ist man ganz besonders besorgt, da die Präfektur Tochigi, in der sich auch der berühmte Ort Nikko befindet, über zahlreiche Quellen verfügt, die wegen ihrer hervorragenden Trinkwasserqualität besonders geschätzt werden.                                                                                                           

Hinzu kommt noch, dass die Dekontaminierungsarbeiten in den betroffenen Regionen bei weitem noch nicht abgeschlossen sind. Teilweise mussten diese sogar wiederholt werden, da immer wieder neuer Fallout durch Regen nieder geht. Hier und dort, auch außerhalb der Präfektur Fukushima entstehen neue gefährliche „Hotspots“(Kleine oder größere Bereiche, die eine hohe radioaktive Strahlung aufweisen).