2016 Fuku Info

aus dem Jahr 2016 in umgekehrter Chronologie. Das heißt: Das aktuellste folgt zuerst.

 

Dezember

31.12.2016

Überlegung für ein Atommüllendlager auf hoher See

Auf der Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle hat jetzt das Japanische Institut für marine Geoforschung (JAMSTEC) in Zusammenarbeit mit dem Amt für kerntechnische Entsorgung (NUMO) befunden, dass die Insel Minamitorishima möglicherweise für ein Tiefenlager geeignet sein soll. Dort hätten die seismischen Aktivitäten der oberen Erdschichten für das neue Endlager, das in etwa 500 Meter Tiefe entstehen soll, angeblich keine Auswirkungen. Die kleine dreieckige Hochseeinsel, die nur eine Fläche von 1,5 km² aufweist, liegt 1800 km südöstlich von Tokyo entfernt. Bisher befindet sich dort nur eine Wetterstation.  

Kritiker sehen jedoch die räumliche Entfernung vom japanischen Festland eher als Verlockung für diese Entscheidung.

 

28.12.2016

Gleich zwei stärkere Erdbeben in Nordostjapan

Um 21:38 Uhr ereignete sich heute Abend ein stärkeres Erdbeben der Stärke 6- mit der Einstufung M 6,3 in der Tohoku-Region, Nordostjapan. Das Epizentrum befindet sich in 10 km Tiefe unter der Stadt Hitachi, Präfektur Ibaraki, also der südlichen Nachbarpräfektur von Fukushima. Kurz darauf, um 21:53 Uhr folgt ein mittelstarkes Nachbeben der Stärke 4 mit der Einstufung M 4,7. Eine Tsunamiwarnung wurde für beide Beben nicht herausgegeben.

 

Endlager in der Präfektur Saga geplant – Präfekturgouverneur skeptisch

In der Präfektur Saga, auf der südlichen Haupinsel Kyushu, zieht die Regierung den Bau eines unterirdischen Endlagers für hochradioaktiven Atommüll in Erwägung. Laut der Regierung sein die örtlichen Geoformationen in Saga für ein Tiefenlager geeignet. Der amtierende Präfekturgouverneur Yoshinori Yamaguchi steht dem Ganzen jedoch eher skeptisch gegenüber und will dieses sogar, wie er im Interview mit der Nachrichtenagentur Kyodo verkündete, versuchen zu verhindern.

In der Präfektur Saga befindet sich auch das AKW Genkai, das zurzeit durch die Atomaufsichtsbehörde NRA auf Erfüllung der gesetzlich festgelegten Sicherheitsanforderungen überprüft wird. Die Erdbebenregion Kumamoto, sowie aktive Vulkane befinden sich ebenfalls in der Nähe.

 

25.12.2016

AKW Fukushima dai ichi – Vorbereitung für Robotereinsatz im Reaktor 2

Im Februar kommenden Jahres soll am havariertem AKW Fukushima dai ichi der Sicherheitsbehälter von Reaktor 2 mittels Roboter von innen erkundet werden. Damit will sich der Betreiber Tepco einen Überblick über das Ausmaß der Kernschmelze verschaffen. Denn genau dieses ist seit der Reaktorkatastrophe von 2011 bisher noch nicht möglich gewesen.

Um das alles vorzubereiten, wurde jetzt eine Rohrverbindung zum Sicherheitsbehälter angebohrt. Über das nun geschaffene Loch wird dann im Januar eine Art Aufräumroboter „vorgeschickt“, der sicherstellen soll, dass keine Trümmerteile oder andere Hindernisse im Weg liegen, die den Erkundungsroboter behindern könnten. Sollten dennoch Trümmerteile im Weg liegen, werden diese mittels Wasserstrahl weggespült. Der eigentliche Erkundungsroboter soll dann im Februar eingesetzt werden. Er soll das Innere des Reaktorsicherheitsbehälters filmen, Temperatur und Strahlung messen. Damit sollen ersten Daten über den Zustand der geschmolzenen Brennelemente verschafft werden, was seit der Reaktorkatastrophe von 2011 bisher noch nicht möglich war.

Der Reaktor 1 wurde bereits im April 2015 durch einen Roboter erkundet (antiatom-fuku berichtete).

 

Fukushima, Reaktor 3 – Entnahme der Brennelemente erneut verschoben

Der Termin für die Entnahme der Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 3 am AKW Fukushima dai ichi wurde erneut verschoben. Der Grund hierfür sind die immer noch sehr hohen Strahlenwerte im oberen Teil des stark beschädigten Reaktorgebäudes 3, die bisher nicht nennenswert gesenkt werden konnten. Dadurch ist es äußerst schwierig die Trümmerteile, die das Abklingbecken bedecken zu entfernen. Auch die für Reaktor 3 extra angefertigte Entnahmevorrichtung muss auch noch erst aufgebaut werden. Die ersten Teile hierfür wurden jedoch schon angeliefert.

Es befinden sich 566 Brennelemente, davon 52 unbenutzte im Abklingbecken, mit dessen Bergung, so Tepco, jetzt erst im Januar 2018 begonnen werden soll. Der eigentlich ursprüngliche Termin war schon 2015.   

Für Reaktor 1 und 2 ist die Entnahme der Brennelemente aus dem Abklingbecken für 2020 geplant.     

 

AKW Fukushima dai ichi – Eismauer, defekte Rohre und Austritt von Kühlmittel

Im Bereich von Reaktor 1 am AKW Fukushima dai ichi ist ein Teilabschnitt der unterirdischen Eismauer ausgefallen. Hier taute der tiefgefrorene Boden auf, da in 28 der Rohre, die 30 Meter tief in den Boden reichen keine Kühlflüssigkeit mehr zirkulierte. Grund dafür waren Leckagen an den zuführenden Rohren, aus denen die Kühlflüssigkeit ausgelaufen ist. Dies entdeckte ein Arbeiter eines Subunternehmers am vergangenen Donnerstag. Ursache für die Undichtigkeiten an den Rohren waren Verbindungsstücke, die sich gelöst hatten.

Die unterirdische Eismauer umgibt die Reaktoren 1 bis 4 und gefriert das Erdreich bis in 30 Meter Tiefe. Somit soll verhindert werden, dass hochradioaktives Wasser aus der Reaktorkühlung ins Meer gelangt. Die Wirkung der Eismauer ist allerdings fraglich und unter den Fachleuten sehr umstritten.

 

22.12.2016

Spenden durch Atomlobbyisten, Befangenheit bei der Sicherheitsbewertung am AKW Sendai

Um die von stark angezweifelte Sicherheit am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima objektiv und erneut zu bewerten, hat die Präfekturverwaltung ein Gremium aus 12 vermeintlich unabhängig arbeitenden Fachleuten zusammengestellt. Jetzt stellte sich allerdings heraus, dass zwei der Experten in den vergangenen 3 bis 4 Jahren Forschungs- und Spendengelder aus der Atomwirtschaft erhalten haben. Dadurch ist ein objektives Gutachten nicht mehr gewährleistet.

Auf Anordnung der Präfekturverwaltung sollte das AKW Sendai einer außerordentlichen Neubewertung in puncto Sicherheit, wie z.B. Erdbeben und nahegelegener Vulkane etc. unterzogen werden.

Jetzt allerdings musste sich Präfekturgouverneur Satoshi Mitazono wieder kritische Fragen gefallen lassen. Denn im schon November verlor der eigentlich atomkritische Mitazono das Vertrauen der Bürger, als er aufgrund unzureichender politischer Handhabe die Wiederinbetriebnahme von Reaktor 1 nach Beendigung der Routinewartung, entgegen seiner ursprünglichen Versprechen genehmigt hatte (antiatom-fuku berichtete).     

 

20.12.2016

Mittleres Erdbeben in der Präfektur Fukushima

In Nordostjapan ereignete sich heute Nacht um 1:41 Uhr ein mittelstarkes Erdbeben der Stärke 3,0 mit der Einstufung M 5,5. Das Erdbeben erstreckte sich bis Aomori im Norden und bis Tokyo in Osten, wo es mit einer Stärke von 1,0 noch zu spüren war.

Eine Tsunamiwarnung wurde nicht herausgegeben. Das Epizentrum lag, wie bereits Ende November im Meer vor der Küste der Präfektur Fukushima. Damals traten innerhalb weniger Tage gleich mehrere stärkere Erdbeben, sogar einmal mit Tsunami auf (antiatom-fuku berichtete).

 

18.12.2016

AKW Fukushima dai ichi – ALPS, radioaktives Wasser ausgetreten

Am havarierten AKW Fukushima dai ichi wurden am gestrigen Samstag im Bereich der Dekontaminationsanlage ALPS gleich an vier Rohrleitungen Undichtigkeiten entdeckt, aus denen radioaktives Wasser tropfte. Um 10:17 Uhr bemerkte ein Arbeiter eines Subunternehmers vier Pfützen auf dem Boden. Das Wasser tropfte aus undichten Ventilen, bzw. aus zwei Rohrverbindungen der ALPS. 

Nun sucht der Betreiber Tepco nach der Ursache und will den Schaden so rasch wie möglich beheben. Von dem ausgetretenen radioaktiven Wasser sei laut Tepco nichts in die Umwelt gelangt, sondern im Gebäude der ALPS verblieben.

Die Wasserdekontaminierungsanlage ALPS besteht aus drei Einheiten und filtert 62 verschiedene radioaktive Stoffe aus dem stark kontaminierten Abwasser der Reaktorkühlung.

Auch an einigen Lagertanks, die sich in der Nähe von Reaktor 1 befinden traten heute Nacht um 0:27 Uhr technische Probleme an Versorgungsleitungen auf. Diese gingen mit einem Druckabfall einher. Hier sucht Tepco ebenfalls nach der Ursache und bemüht sich um Schadensbegrenzung.  

 

Fehlende Rückstellung: AKW-Rückbau finanziert über die Stromrechnung

Am vergangenen Freitag kam in Tokyo das Subkomitee, bestehend aus Mitglieder des Wirtschaftsministeriums und weiteren Politikern zusammen, um neue Reformen in der Energiepolitik festzulegen.

Hautthema der Versammlung waren Kosten für das havarierte AKW Fukushima dai ichi, mögliche Kosten für gestellte Schadensersatzforderungen und die Kosten für den Rückbau anderer AKWs. Diese Kosten sollen zum Teil über die Stromrechnung der Normalbürger abgedeckt werden, indem die Strompreise weiter angehoben werden sollen.  Auch Stromfirmen, die keine AKWs betreiben, also alle, die auf erneuerbare Energien setzen, sollen zu Gunsten der AKW-Betreiber zur Kasse gebeten werden. „Begründet“ wird die Forderung des Wirtschaftsministeriums damit, dass die AKWs die Grundlast in der Stromversorgung decken würden und somit notwendig sein. „Die erneuerbaren Energien könnten jedoch, so das Komitee, als Ergänzung für die Abdeckung der Spitzenlast ihren Strom ins Netz einspeisen“. Unabhängige Experten befürchten jedoch, dass mit dieser Vorgehensweise der voranschreitende Ausbau der erneuerbaren Energien ausgebremst werden soll. Denn viele Bürger wollen keinen Atomstrom mehr beziehen und können seit April dieses Jahres ihren Stromanbieter selber auswählen. Dadurch wird die Konkurrenz für die Atomkonzerne immer größer, was der Regierung allerdings ein Dorn im Auge ist.

Nicht nur die Rückbaukosten für das AKW Fukushima dai ichi, sondern auch die „vorzeitige“ Stilllegung anderer Reaktoren, die die gesetzlich festgelegte Maximallaufzeit von 40 Jahren noch nicht erreicht haben, soll dem Bürger mit zur Last gelegt werden. Das sind zurzeit 6 Reaktoren. Hier soll der Bürger auch für die entgangenen Gewinne, die der Reaktor hätte noch einbringen können mit aufkommen.

Die Rücklagen, die die Stromkonzerne für die Stilllegung ihrer alten Reaktoren angelegt haben, sind völlig unzureichend. Das sieht man vor allem daran, dass die Rücklagen noch nicht einmal die Kosten für den Rückbau der seit 2014 stillgelegten 6 Reaktoren decken. Das betrifft Reaktor 1 und 2 am AKW Mihama, Reaktor 2 am AKW Shika, Kansai Elektrizitätswerke, Reaktor 2 am AKW Tsuruga und Reaktor 2 am AKW Tokai (etl. Stilllegung versus Laufzeitverlängerung), Japan Atomic Power.

 

16.12.2016

AKW Sendai - Reaktor 2 geht in Revision

Am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima wird seit 18:00 Uhr der Reaktor 2 zwecks Revision, die alle 13 Monate fällig ist heruntergefahren. Die Steuerstäbe wurden eingefahren, um die Kernspaltung zu drosseln. Um 1:00 Uhr endete dann die Stromproduktion und seit 6:00 Uhr ist er nun komplett heruntergefahren.

Laut den Versprechen des Präfekturgouverneurs Satoshi Mitazono, der ja eigentlich die komplette Abschaltung des AKWs Sendais erwirken wollte, soll Reaktor 2 neben der Routinewartung einer außerordentlichen Sicherheitsüberprüfung unterzogen werden.  

Somit laufen zurzeit landesweit wieder „nur“ zwei Reaktoren, Sendai 1 und Ikata 3.   

 

14.12.2016

Leukämiekranker AKW-Arbeiter erhält Schadensersatz

Vor dem Landgericht Tokyo klagte jetzt eine 42jähriger AKW-Arbeiter gegen die Atomkonzerne Tepco und Kyushu Elektrizitätswerke auf Schadensersatz für seine Leukämieerkrankung, die er infolge der hohen Strahlenbelastung während seiner Tätigkeit in den AKWs Fukushima dai ichi, dai ni und Genkai erworben hatte. Dort war er im Zeitraum von Oktober 2011 bis Ende 2013 für insgesamt 500 Tage als Schweißer tätig.

Der Klage wurde nun stattgegeben und das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales erkannte seine Leukämie als berufsbedingt an; da er im fraglichen Zeitraum eine dokumentierte Strahlendosis von etwa 20 mSv erhalten hatte. Die gesetzlich festgelegte Untergrenze für die Anerkennung einer Leukämie als Folgeerkrankung liegt bei 5 mSv, so dass diese in seinem Fall sogar um das 4fache überschritten worden ist. Hinzu kommt auch noch eine weitere Strahlendosis in unbekannter Höhe, die er vor allem am AKW Fukushima dai ichi während der Arbeit ohne Dosimeter erworben hatte.

Dieser Verstoß ist jedoch kein Einzelfall, denn solche Verstöße gegen das Arbeitsschutzgesetz gab es in der Vergangenheit schon sehr häufig am AKW Fukushima dai ichi. In solchen Fällen wird die Verantwortung jedoch laufend zwischen dem Betreiber Tepco und seinen Subunternehmern hin und her geschoben.

Einen weiteren Mangel, den der ehemalige Arbeiter ebenfalls beklagt, sind die unzureichenden Unterweisungen im Umgang mit Radioaktivität und dessen Gefahren, die durch Tepco sogar stets verharmlost worden sind.

 

AKW Fukushima dai ichi - Kosten für den Rückbau

Die Rückbaukosten für das havarierte AKW Fukushima dai ichi, die 2013 noch auf etwa 90 Mrd. Euro geschätzt worden sind, betragen nach aktuellen Schätzungen mindestens das Doppelte.  

 

10.12.2016

AKW Genkai – Genehmigung der NRA fast sicher

Für das AKW Genkai, Präfektur Saga, Kyushu in Südjapan können die betreibenden Kyushu Elektrizitätswerke bald mit dem „erfolgreichen“ Ablegen der NRA-Sicherheitsüberprüfung für beide Reaktoren 3 und 4 rechnen. Während die letzten Überprüfungen noch laufen, hat die Atomaufsichtsbehörde NRA die beiden Reaktoren schon für „sicher“ befunden und den Kyushu Elektrizitätswerken die entsprechende Genehmigung mündlich zugesichert. Der schriftliche Bescheid mit Prüfbericht erfolgt voraussichtlich im Januar. Danach werden die Kyushu Elektrizitätswerke auch die Genehmigung, die vor jeder Wiederinbetriebnahme eines Reaktors nötig ist, bei der Präfekturverwaltung beantragen. Die beiden Reaktoren würden dann voraussichtlich ab Herbst 2017 wieder ans Netz gehen.   

 

AKW Mihama – Klage gegen Laufzeitverlängerung

Gegen die Laufzeitverlängerung des Reaktors 3 am AKW Mihama, Präfektur Fukui, klagt jetzt eine Bürgerinitiative vor dem Landgericht Nagoya. Die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke hatten für den Reaktor 3, einen Druckwasserreaktor, der 1976 in Betrieb ging, eine Laufzeitverlängerung für weitere 20 Jahre beantragt, die im vergangenen Juli von der Atomaufsichtsbehörde NRA erteilt worden ist (antiatom-fuku berichtete). Normalerweise müsste Reaktor 3, da er die gesetzliche Maximallaufzeit von 40 Jahren erreicht hat, stillgelegt werden. Im Ausnahmefall, wenn die NRA den fraglichen Reaktor unter der Voraussetzung einer entsprechenden Nachrüstung für weiterhin betriebsfähig befindet, kann, wie jetzt im Fall von Mihama 3 eine Laufzeitverlängerung erteilt werden. Bevor er aber wieder in Betrieb gehen darf, muss er jedoch den gesetzlichen Vorgaben entsprechend nachgerüstet werden.

Die Klägergemeinschaft begründet ihre Klage vor allem damit, dass aufgrund der Wetterlage in der Fukui-Region, also wegen den häufig auftretenden Westwinden, die im Falle einer Reaktorkatastrophe nämlich ganz Japan verseuchen würde.

Gleichzeitig läuft am Landgericht Nagoya auch noch eine Klage gegen das AKW Takahama, das sich ebenfalls in der Präfektur Fukui befindet. Hier wird gegen die Laufzeitverlängerung der Reaktoren 1 und 2, zwei Druckwasserreaktoren aus dem Jahr 1974 und 75 geklagt.  

 

08.12.2016

AKW Sendai, Reaktor 1 wurde wieder angefahren

Am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima wurde wie von den betreibenden Kyushu Elektrizitätswerken angekündigt der Reaktor 1 nach Beendigung der Routinewartung angefahren. Ab 21:30 Uhr begann die Betreibermannschaft damit die Steuerstäbe zurückzuziehen, um den Reaktor wieder in gangzusetzen. Dieser läuft jetzt erst einmal im Testbetrieb. Ab den 11.12.2016 soll er dann ab ca. 13:00 Uhr mit der Stromproduktion beginnen und dann schrittweise in seiner Leistung gesteigert werden, so dass er dann ab den 06.01.2017 im regulären Leistungsbetrieb läuft.

Der Reaktor 2 soll am 16.12.2016 zwecks Routinewartung heruntergefahren werden, die voraussichtlich bis zum 23.02.2017 dauern soll.   

 

06.12.2016

Gefahr durch Vulkane für volle Abklingbecken am AKW Sendai

Während der zweimonatigen Revision wurden am Reaktor 1, AKW Sendai, Präfektur Kagoshima wurden 48 der 157 Brennelemente ausgetauscht. Das entspricht einem Gewicht von 22t. Das Abklingbecken von Reaktor 1 ist jetzt aktuell zu 72% ausgelastet. Das entspricht einem Gesamtgewicht von 542t. Vor der Revision lag die Auslastung bei 68%. Der Reaktor soll am 08.12.2016 wieder angefahren werden.

In der Umgebung des AKWs Sendai befinden sich einige aktive Vulkane. Auch eine pyroklastische Strömung verläuft in der Nähe des AKWs. Diese könnte vor allen für die vollen Abklingbecken am AKW Sendai zur Gefahr werden. Die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke und die Atomaufsicht NRA beschwichtigen dies jedoch.

Der Reaktor 2, dessen Abklingbecken auch schon mit 72% ausgelastet ist, soll ab dem 16.12.2016 in Revision gehen. 

Vor der Präfekturverwaltung fanden heute wieder Proteste gegen die Wiederinbetriebnahme des AKWs statt. Zu dem forderten die Demonstranten den Präfekturgouverneur Satoshi Mitazono auf, die Genehmigung für die Wiederinbetriebnahme rückgängig zu machen; zumal er noch bei Amtsantritt drastische Maßnahmen gegen das AKW Sendai versprochen hatte (antiatom-fuku berichtete).  

 

04.12.2016

Streichung von Geldern für Flüchtlinge außerhalb der Präfektur Fukushima

Die Hilfsorganisation „Fukushima Projekt Ibaraki“ kritisierte auf einer Zusammenkunft die Vorgehensweise der Regierung, bzw. der Präfektur Fukushima im Umgang mit Flüchtlingen, die nach Eintritt der Reaktorkatastrophe 2011 wegen der radioaktiven Verseuchung ihre Heimat verließen. Und zwar sollen alle Leute, die aus eigener Initiative, also ohne Evakuierungsbefehl und dazu auch noch aus der Präfektur Fukushima geflüchtet sind, ab März 2017 keine Mietbefreiung mehr erhalten. In der südlichen Nachbarpräfektur Ibaraki leben derzeit 1612 Familien, die von dieser Neuregelung nun betroffen sind.

Das bedeutet nicht nur existenzielle Probleme für einige Betroffene Familien, sondern auch eine Art „Abstrafung“, weil sie die Präfektur Fukushima verlassen haben. Denn die Regierung und die Präfekturverwaltung sind nämlich generell bestrebt, die Einwohnerzahl der Präfektur Fukushima „stabil“ zu halten. So wird auch die Wiederbesiedelung der Evakuierungszone nach einer Flächendekontamination der Ortschaften vorangetrieben, obwohl diese Gebiete weiterhin gesundheitlich bedenklich sind. Auch die Ortschaft Futaba, zu der das havarierte AKW Fukushima dai ichi gehört, soll dekontaminiert und nach und nach wieder freigegeben werden. Futaba liegt nicht nur nahe am Kraftwerk, sondern auch mitten in der hochradioaktiven „Schmauchspur“, die fast bis Fukushima City reicht.   

  

AKW Sendai – Mitazono in Erklärungsnot

In der Präfektur Kagoshima, in der sich auch das AKW Sendai befindet, musste sich Präfekturgouverneur Satoshi Mitazono den kritischen Fragen der lokalen Bevölkerung stellen. Hauptthema der Präfekturversammlung Ende dieser Woche war die bevorstehende Wiederinbetriebnahme von Reaktor 1, die Mitazono, der bei Amtsantritt im Juli 2016 noch eine ablehnende Haltung gegenüber dem AKW Sendai vertreten hatte, Ende November genehmigt hatte (antiatom-fuku berichtete).

Reaktor 1 befindet sich seit Oktober in Revision und soll am 08.12.2016 wieder angefahren werden.

Im Wahlkampf propagierte Mitazono noch, dass er neben den allgemeinen Gefahren, auch im Anbetracht der Erdbebenserie von Kumamoto von April 2016 und der dadurch verstärkten Unsicherheit in der lokalen Bevölkerung das AKW Sendai einer außerordentlichen Überprüfung mit Neubewertung der Sicherheitskriterien durch die Atomaufsichtsbehörde NRA erwirken wollte. Wie sich jedoch bald herausstellte, fehlte ihm dazu die gesetzliche Grundlage. Außerdem können sich die betreibenden Kyushu Elektrizitätswerke auf die im Sommer 2015 bereits absolvierte NRA-Sicherheitsüberprüfung der beiden Reaktoren 1 und 2 berufen.

Nun gerät Mitazono in Erklärungsnot. Denn seine jetzige 180°-Wendung ist den Bürgern verständlicherweise nicht mehr zu vermitteln. Die Bürger fühlen sich schlicht weg verschaukelt und sind auch sehr enttäuscht von ihren Präfekturgouverneur.

„Begründet“ wurde Mitazonos Zustimmung damit, dass er keine ausreichende Handhabe gegen die Wiederinbetriebnahme von Reaktor 1 hätte. Zu dem sind die in der Präfekturverwaltung vertretenen Atomkraftbefürworter in der Überzahl, so dass eine Ablehnung angeblich nicht durchsetzbar gewesen wäre. Unter diesen Umständen wird er wohl auch Reaktor 2 durchwinken (müssen), wenn dieser nach Abschluss der Revision, die Mitte Dezember beginnt, wieder angefahren werden soll.

Die Bürger fragen sich nun zu recht, was es mit Mitazonos ursprünglichen Haltung gegenüber der Kernkraft im Vergleich zu jetzt auf sich hat. Denn entgegen den Versprechungen im Wahlkampf für die Abschaltung des AKWs Sendai zu sorgen, macht er nun genau das Gegenteil. Die Bürger fordern jetzt von Mitazono eine aufrichtige Haltung ohne einzuknicken. Zudem solle er weiter hinter seiner ursprünglichen Meinung stehen, statt wie ein Fähnchen im Wind einfach den bequemeren Weg einzuschlagen.

 

01.12.2016

Regierung hegt konkretere Pläne für neuen Schnellen Brüter

Die Regierung, die den sogenannten „geschlossenen Brennstoffkreislauf“ trotz aller Kritik unabhängiger Experten weiterhin befürwortet, hegt nun konkretere Pläne für den Bau eines neuen schnellen Brüters. Denn der vorhandene Schnelle Brüter Monju, Präfektur Fukui, der seit dem Natriumunfall von 1995 einen Totalschaden hat, soll nach langen hin und her endgültig stillgelegt werden (antiatom-fuku berichtete).

Über den sogenannten „geschlossenen Brennstoffkreislauf“ sollen die gebrauchten Brennelemente aus „herkömmlichen“ AKWs aufbereitet und im Schnellen Brüter verwendet werden, so dass am Ende weniger hochradioaktiver Atommüll für die Endlagerung anfällt – so die Theorie. Obwohl sich in der Praxis schon gezeigt hat, dass dieser Plan nicht funktioniert, hält die Regierung weiterhin daran fest.

Wirtschafts- und Industrieminister Hiroshige Seko (LDP) betonte auf der gestrigen Konferenz auch, dass für die Umsetzung noch weitere Forschungsdaten nötig sind, die nicht nur im französischen Gemeinschaftsprojekt ASTRID, woran Japan mit beteiligt ist, sondern auch unabhängig davon im eigenen Forschungsreaktor erhoben werden müssten. Hierfür käme der Forschungsreaktor Joyo, Präfektur Ibaraki infrage, der zurzeit stillsteht.

Laut Seko sollen bald Baupläne für den neuen Brüter vorliegen, so dass der Bau 2018 beginnen könnte. Die endgültige Vorgehensweise soll dann in Kürze auf einer Ministerkonferenz entschieden werden. Bezüglich des geschlossenen Brennstoffkreislaufs zeigt sich die Regierung sehr zuversichtlich und vertritt die Meinung, dass bis 2050 die Brütertechnologie zuverlässig funktionieren würde. Unabhängige Experten warnen jedoch auch vor eine mögliche Kostenexplosion, wofür der Steuerzahler dann geradestehen muss. Schon jetzt ist klar, dass die Kosten für einen Schnellen Brüter wie Monju, 7 X höher sind als in einem herkömmlichen AKW. Dazu muss man sich auch fragen, wie das Projekt „Schneller Brüter“ bei all der Vorgeschichte gegenüber der Bevölkerung vertreten werden soll.  

 

November

30.11.2016

AKW Tsuruga: Arbeitsunfall mit radioaktiven Kühlwasser

Bei Wartungsarbeiten im Reaktorblock 2 am AKW Tsuruga, Präfektur Fukui ereignete sich heute Morgen um 10:50 Uhr ein Arbeitsunfall, bei dem 10 Arbeiter eines Subunternehmers mit radioaktiven Wasser kontaminiert worden sind. Bei der Überprüfung von Ventilen an Rohrleitungen, die zum Primärkühlkreislauf des Reaktors gehören, löste sich ein Bolzen, so dass 160 Liter radioaktives Wasser im Schwall aus der Leitung schossen. Zwei der Arbeiter hatten das radioaktive Wasser sogar ins Gesicht bekommen. Bei den anderen war „nur“ die Schutzkleidung kontaminiert worden.

Laut den Betreiber Nihon Genden (Japan Atomic Power Company) habe der Vorfall keine ernsthaften Auswirkungen für die Arbeiter, da es sich hier „nur“ um schwach radioaktives und normal temperiertes Wasser handeln würde.

Schon in der Vergangenheit gab es ähnliche Vorfälle in dieser Art.

Der Reaktor 2, ein DWR aus dem Jahr 1987 befindet sich seit 11/2015 in der Sicherheitsüberprüfung der Atomaufsichtsbehörde NRA. Er steht seit 2011 still und soll nach Wünschen des Betreibers möglichst bald wieder in Betrieb gehen. Der Reaktor 1 (SWR aus dem Jahr 1970) hingegen wurde 04/2015 endgültig stillgelegt.   

 

28.11.2016

Paradoxe Entscheidung: AKW Sendai, Reaktor 1 darf ans Netz

Auf der heutigen Präfekturversammlung in Kagoshima stand die von den Kyushu Elektrizitätswerken beantragte Genehmigung für die Wiederinbetriebnahme des Reaktors 1 am AKW Sendai auf der Tagesordnung. Dieser befindet sich zurzeit in Revision und soll nach Plänen der Kyushu Elektrizitätswerke am 08.12.2016 wieder angefahren werden.

Auch wenn es paradox klingt, erteilte Präfekturgouverneur Satoshi Mitazono die benötigte Genehmigung. Dies erfolgt jedoch nicht aus Überzeugung, sondern eher auf Druck der Regierung und der Atomindustrie.

Als Kernkraftgegner vertritt Mitazono naturgemäß eine sehr ablehnende Haltung gegen den Weiterbetrieb des AKWs Sendai und würde die Anlage auch am liebsten sofort stilllegen. Allerdings hat er in diesem Fall nicht genug politische Handhabe, so dass er jetzt mit knirschenden Zähnen der Wiederinbetriebnahme von Reaktor 1 zustimmen musste. Das heißt: Reaktor 1 darf wie geplant am 08.12.2016 hochgefahren werden. 

Vor jeder Wiederinbetriebnahme eines Reaktors, der gewartet worden ist (alle 13 Monate), ist die Genehmigung der Präfekturverwaltung nötig. Diese muss jedes Mal erneut von den jeweiligen Stromkonzernen beantragt werden.

Der Reaktor 2 wird am 16.12.2016 zwecks Revision heruntergefahren.  

 

27.11.2016

Warnschuss aus Fukushima – auch Einfluss auf AKW Sendai, Kagoshima

Auch in den Tagen danach wurde die Präfektur Fukushima von weiteren, jedoch leichteren Nachbeben heimgesucht. Auslöser hierfür war ein Stärkeres Erdbeben mit nachfolgenden Tsunami am 22.11.2016 (antiatom-fuku berichtete). Das Erdbeben und der Tsunami sind zwar glimpflicher verlaufen als zunächst angenommen, dennoch sorgte das für Gesprächszündstoff im ganzen Land. Denn wieder war ein Erdbeben der Auslöser für einen Störfall an einem AKW!

Dies weckt nicht nur Erinnerungen an 2011, sondern könnte nun auch Auswirkungen auf das AKW Sendai, Präfektur Kagoshima in Südjapan haben. Denn der sich in der Wartung befindliche Reaktor 1 soll nämlich voraussichtlich am 08.12.2016 wieder angefahren werden. Vorausgesetzt, die betreibenden Kyushu Elektrizitätswerke erhalten die Genehmigung der Präfekturverwaltung. Dies ist jedoch eher unwahrscheinlich, da der im Juli dieses Jahres neu gewählte Präfekturgouverneur Satoshi Mitazono mit breiter Unterstützung der Bevölkerung die endgültige Stilllegung des AKWs Sendai anstrebt.

Einer der Gründe für die ablehnende Haltung gegenüber dem AKW Sendai ist u.a. auch die Erdbebenserie in der Nachbarpräfektur Kumamoto von April 2016.

Auch wenn Mitazono wegen seiner ablehnenden Haltung gegenüber dem AKW Sendai von der Regierung und den Kyushu Elektrizitätswerken laufend unter Druck gesetzt wird, dürfte das in Anbetracht des Erdbebens mit nachfolgendem Tsunami, was sich diese Woche in der Präfektur Fukushima ereignete, nur noch bekräftigen. Als Folge dessen wird dann auch, was vorher schon als „schwierig“ galt, nun erst recht keine Genehmigung der Präfekturverwaltung erfolgen.

Voraussichtlich wäre dann zum Jahresende „nur“ noch Reaktor 3 am AKW Ikata, Präfektur Ehime am Netz.

 

22.11.2016

Fukushima, Nordostjapan: Mehrere Erdbeben mit Tsunami

Heute Morgen um 5:59 Uhr ereignete sich ein stärkeres Erdbeben in der gesamten Tohoku- und Kanto-Region, d.h. im Nordosten Japan. Das Epizentrum lag in der Präfektur Fukushima, die mit einer Stärke von 5,0 getroffen worden ist. Eine Tsunamiwarnung wurde für die Nordostküste, wo sich auch die beiden AKWs Fukushima dai ichi und dai ni befinden, herausgegeben. Um ca. 6:30 Uhr traf dann der vorhergesagte Tsunami mit einem Meter Höhe auf die Küste.

Im Verlaufe des heutigen Tages folgten noch viele weitere Erdbeben mit einer Stärke von 1 bis 4 auf der Richter-Skala. Hier lag das Epizentrum jedoch im Meer, 60 km vor der Küste der Präfektur Fukushima. Die Nachbeben erstreckten sich bis Niigata, Tokyo und teilweise bis in den Süden. Siehe Erdbebenübersichtskarte.

 

AKW Fukushima dai ni: Ausfall der Kühlung des Abklingbeckens

Am AKW Fukushima dai ni kam es um 6:10 Uhr im Reaktorblock 3 zum Ausfall einer Kühlpumpe des Abklingbeckens. Dort lagern die gebrauchten Brennelemente von Reaktor 3, die weiterhin aktiv gekühlt werden müssen. Auslöser hierfür war das Erdbeben um 5:59 Uhr.

Um 6:31 Uhr wurde das AKW Fukushima dai ni und um 6:38 Uhr das AKW Fukushima dai ichi von einem ein Meter hohen Tsunami getroffen. Laut einen Sprecher der Betreiberfirma Tepco wären an beiden AKWs keine Schäden aufgetreten. Auch die Kühlung am Abklingbecken des Reaktors 3 funktioniere wieder.     

 

20.11.2016

Schulausflug zum AKW Fukushima dai ichi

An einen Schulausflug der besonderen Art nahmen am vergangenen Freitag 13 Schüler einer Oberschule der Präfektur Fukushima teil. Mit einem Bus ging es zum havariertem AKW Fukushima dai ichi um die Anlage vor Ort zu besichtigen. Mit dieser Besichtigungstour will man den Jugendlichen den Fortschritt beim Rückbau der Anlage verdeutlichen und bestehende Ängste minimieren. Die Schüler, die sich auch im Unterricht mit diesem Thema befassen, können nun vom Busfenster aus die explodierten Reaktoren aus nächster Nähe betrachten. Aussteigen dürfen sie jedoch nicht.

Auf dieser Tour erhalten die Schüler von Tepco und der Schule ausgewählte Informationen und sollen sich nun ein „besseres“ Bild von der Gesamtsituation am AKW Fukushima dai ichi verschaffen. Ein weiteres Ziel der Initiatoren ist es auch, dass die Schüler hinterher ihre Erfahrungen mit Gleichaltrigen teilen, um ihnen die Ängste vor der Radioaktivität zu nehmen. Damit soll nämlich auch dazu beigetragen werden, dass die Präfektur Fukushima, die von außen als gefährlich empfunden wird, wieder zur Normalität verholfen wird; so die Theorie der Gehirnwäsche, die unabhängige Kritiker hinter der Aktion vermuten. Geschickt ist es nämlich auch, dass die Jugendlichen sich gegenseitig, also auf gleicher Augenhöhe austauschen und „aufklären“ sollen, so die Kritiker. Denn das wirkt nämlich oft viel glaubhafter für die Jugendlichen, als die Infos von den Erwachsenen.

Zur Bustour ein paar Bilder, die die Asahi Shinbun zusammengestellt hat (einfach auf das große Bild klicken).

 

UNSCEAR Zwischenbericht spielt die Katastrophe weiterhin herunter

In einem aktuellen Zwischenbericht der UNSCEAR, der nun in Aizu Wakamatsu, Präfektur Fukushima vorgestellt worden ist, wird weiterhin behauptet, dass die Reaktorkatastrophe von 2011 keinen Einfluss auf den Anstieg der Krebsrate in der Präfektur Fukushima hätte. Das neue Zwischenbericht der UNSCEAR sieht wie auch schon im UNSCEAR-Bericht von 2014 keinerlei gesundheitlichen Bedenken aufgrund der erhöhten Radioaktivität. Die vielen Krankheitsbefunde sein dem Bericht zufolge nur aufgrund der engmaschigen Untersuchungen zu Tage gefördert worden.

Unabhängige Experten hatten schon in der Vergangenheit die Berichte der atomfreundlichen UNSCEAR kritisiert.

 

AKW Fukushima – Tepco holt sich Rat bei Rosatom

Im Kampf mit dem radioaktiv verseuchten Wasser am havariertem AKW Fukushima dai ichi wollen sich die Regierung und der Betreiber Tepco von der russischen Atomaufsichtsbehörde Rosatom beraten lassen. Denn immer noch gibt es keine Lösung für das Wasserproblem am AKW. Die unterirdische Eismauer hält nicht dicht. Grundwasser läuft ständig nach und „spült“ die hochgradig radioaktiv verseuchten Reaktorkellerräume. Wasser, was nicht abgepumpt werden kann, sickert ins Meer oder wird „kontrolliert“ verklappt. Besonders problematisch ist das Tritium. Denn es lässt sich bei der Wasserdekontamination fast gar nicht herausfiltern. 70%, d.h. 690.000 m³ des radioaktiven Wassers, das in Tanks auf dem Gelände lagert, ist mit Tritium belastet.

Von Rosatom, die bereits im experimentellen Versuch Tritium aus den Wasser extrahieren konnten, erhofft sich Tepco nun Hilfe, zumal Rosatom auch schon Erfahrungen durch Tschernobyl hat.   

 

18.11.2018

AKW Ōi: trotz seismischer Aktivität, Aussicht auf grünes Licht der NRA

Für das AKW Ōi, Präfektur Fukui, was zurzeit durch die Atomaufsichtsbehörde NRA auf Erfüllung der Sicherheitsanforderungen überprüft wird, können die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke bald mit dem Prüfsiegel und der Genehmigung rechnen. Überprüft werden die Reaktoren 3 und 4, beides DWR aus den Jahren 1991 und 1992. Diese beiden Reaktoren wurden nun entsprechend der gesetzlich festgelegten Sicherheitsanforderungen nachgerüstet und die entsprechenden Dokumente bei der NRA eingereicht. Weitere NRA-Prüfungen laufen zwar noch, aber die Aussichten für eine Genehmigung stehen sehr gut, so dass die beiden Reaktoren möglicherweise ab September 2017 wieder in Betrieb genommen dürfen.

Unabhängige Experten, sowie die Anwohner stehen diesen „Fortschritten“ jedoch sehr skeptisch gegenüber, da sich nämlich am AKW Ōi zwei seismisch aktive geologische Verwerfungslinien befinden, wodurch die Erdbebengefahr erhöht wird. Diese verlaufen sogar unterhalb der Reaktoren! Und genau das war nämlich einer der Gründe, warum der Weiterbetrieb am AKW Ōi im Mai 2014 gerichtlich verboten worden ist (LG Fukui, Urteil von Mai 2014). Die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke gingen jedoch in Revision und hatten Erfolg.

 

Niigata: kein Neustart am Tepco-AKW Kashiwazaki Kariwa erwünscht

Der Präfekturgouverneur von Niigata, Ryuichi Yoneyama betonte auf der Präfekturversammlung von Mittwoch noch einmal mit Nachdruck, dass er für die Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 6 und 7 am AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata keine Genehmigung erteilen wird, solange die Probleme am AKW Fukushima dai ichi nicht behoben worden sind. Denn das AKW Kashiwazaki Kariwa, das zurzeit von der Atomaufsichtsbehörde NRA auf Erfüllung der Sicherheitsanforderungen überprüft wird, wird nämlich vom selben Betreiber, also Tepco, der auch das havarierte AKW Fukushima dai ichi zu verantworten hat betrieben.

Bevor eine Wiederinbetriebnahme am AKW Kashiwazaki Kariwa überhaupt diskutiert wird, fordert Yoneyama, dass die Ursachen für den GAU am AKW Fukushima dai ichi gänzlich geklärt, eine Lösung der fortbestehenden Probleme gefunden und der weitere Umgang mit den Betroffenen menschenwürdig geregelt wird.

Yoneyama wurde letzten Monat zum Präfekturgouverneur von Niigata gewählt und hat, genau wie sein Amtsvorgänger eine atomkritische Haltung (antiatom-fuku berichtete).

 

15.11.2016

Futaba – Bau einer Verbrennungsanlage für Atommüll

Nahe der Küste von Futaba, nördlich neben dem havarierten AKW Fukushima dai ichi, begannen heute die Bauarbeiten eines weiteren Zwischenlagers für radioaktiv verseuchtes Erdreich und weiteren Atommüll. Eine Verbrennungsanlage, die dort ebenfalls errichtet wird, soll das Volumen der radioaktiven Abfälle reduzieren. Die Verbrennung radioaktiver Abfälle ist jedoch heftig umstritten, da die radioaktiven Stoffe mit der Emission in die Umwelt gelangen. Laut dem Umweltministerium stelle diese Vorgehensweise jedoch kein Problem dar. Die Anlage soll voraussichtlich im Herbst 2017 in Betrieb gehen.

 

AKW Fukushima – erneut radioaktives Wasser entwichen

Am AKW Fukushima dai ichi entdeckten Mitarbeiter heute Nacht um 0:45 Uhr bei einem Kontrollgang eine etwa 1m² große Wasserlache unterhalb einer Ansaugpumpe einer Reinigungsanlage für radioaktiv kontaminiertes Grundwasser. Diese befindet sich in einem Gebäude und laut dem Betreiber Tepco wäre das ausgelaufene Wasser nicht in den Boden gesickert.   

 

13.11.2016

NRA-Prüfsiegel für zwei Reaktoren am AKW Genkai

Die Kyushu Elektrizitätswerke, die das laufende AKW Sendai, Präfektur Kagoshima betreiben, bekommen in Kürze von der Atomaufsichtsbehörde NRA das schriftliche Prüfsiegel für zwei weitere Reaktoren, die nach „bestandener“ Überprüfung den gesetzlich festgelegten Sicherheitsanforderungen entsprechen und somit wieder in Betrieb gehen dürfen.   

Überprüft wurden die Reaktoren 3 und 4 am AKW Genkai, Präfektur Saga. Hierbei handelt es sich um zwei DWR aus dem Jahr 1993 und 1996, die seit dem Frühjahr 2011 im Langzeitstillstand standen.

Die Kyushu Elektrizitätswerke planen die Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren für das kommende Frühjahr. Allerdings ist hierfür auch die Genehmigung der Präfekturverwaltung notwendig. Diesbezüglich sind die Kyushu Elektrizitätswerke jedoch zuversichtlich.

Unabhängige Experten stehen dem Ergebnis der NRA-Überprüfung jedoch sehr skeptisch gegenüber. Denn trotz nahegelegener Vulkane, der Erdbebenserie von Kumamoto und der Nähe zu den Großstädten Nagasaki und Fukoka, die sich im 30-km-Umkreis befinden, wurde das AKW Genkai von der NRA für sicher befunden. Dazu soll Reaktor 3 u.a. auch mit plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen bestückt werden.

Wie auch schon in Sendai, kommt auch im Fall „Genkai“ ein massiver Widerstand aus der Bevölkerung. Denn nicht nur die vollen Abklingbecken, sondern auch der Einsatz von MOX bereitet den Anwohnern Sorge. Die Regierung, die der Bevölkerung allerdings mit tauben Ohren begegnet, bemüht sich stattdessen, die Wiederinbetriebnahme möglichst vieler Reaktoren in Japan voranzutreiben.     

 

12.11.2016

AKW Sendai - Neubewertung der Erdbebensicherheit

Wie schon bei seiner Wahl im Sommer bereits angekündigt, hat der neue Präfekturgouverneur Satoshi Mitazono eine Neubewertung der Erdbebensicherheit am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima angeordnet. Anlass dafür war die Erdbebenserie von Kumamoto in der gleichnamigen Nachbarpräfektur von April dieses Jahres (Antiatom-fuku berichtete).

Die beiden Reaktoren 1 und 2 am AKW Sendai wurden von der Atomaufsichtsbehörde für sicher erklärt und durften im August, bzw. Oktober 2015 wieder angefahren werden. Reaktor 1 ist seit dem vergangenen Oktober wegen Routinewartung wieder vom Netz und Reaktor 2 soll im Dezember gewartet werden.

Nach einer eigenen Überprüfung durch die betreibenden Kyushu Elektrizitätswerke sei die Erdbebensicherheit der Anlage angeblich gewährleistet. Auch die Erdbebenserie von Kumamoto hätte keinerlei Auswirkungen, so der Betreiber. Präfekturgouverneur Mitazono, der jetzt selber auch eine Begehung am AKW Sendai durchführte, hatte nun eigene Experten einer unabhängigen Institution beauftragt und will je nach Ergebnis eine Stilllegung der Anlage erwirken.    

 

09.11.2016

Schneller Brüter Monju – radioaktives Natrium, Rückbau unmöglich?

In einer Konferenz der Regierung und der JAEA, der Betreiberfirma des Schnellen Brüters Monju, Präfektur Fukui war das radioaktive Natrium, das beim Zwischenfall von 1995 ausgetreten ist Hauptthema im Rahmen der von der Regierung geforderten Stilllegung des Brüters.

Durch den damaligen Unfall, bei dem flüssiges Natrium, was als Kühlmittel genutzt wird, befinden sich 760 von insgesamt 1670 t in einem verklumpten Zustand noch im Reaktorkreislauf. Da das Natrium stets im direkten Kontakt mit den Brennelementen im Reaktor steht, ist es hochradioaktiv. Hinzu kommt noch die Gefahr einer sofortigen Entzündung des Natriums, sobald es mit Wasser oder Luft in Kontakt kommt. Somit muss das Natrium im Falle einer Stilllegung und Rückbau des Brüters für die Zwischen- bzw. Endlagerung über lange Zeit völlig dicht verpackt werden. Für dieses Problem gibt es landesweit bisher noch keine Lösung. Selbst die betreibende JAEA, die noch weiterhin am Schnellen Brüter Monju festhält, hat noch nicht einmal einen Lösungsansatz, wie man im Regelfall mit den Natriumaltlasten umgegangen wäre. Man wolle sich jedoch jetzt Gedanken machen, so die JAEA.

Fakt ist jedenfalls, dass ohne die Entfernung des verklumpten Natriums aus dem Reaktor und den zum Teil geborstenen Rohrleitungen kein Rückbau des Schnellen Brüters möglich ist.          

 

06.11.2016

Autowaschanlagen in Fukushima - Hohe Radioaktivität im Abwasser

Umweltexperten stellten eine hohe radioaktive Kontamination im Abwasser von Autowaschanlagen in der Präfektur Fukushima fest und trugen diese Ergebnisse dem Umweltministerium vor.

In den etwa 1700 Autowaschanlagen in der Präfektur Fukushima wurden im Absetzbecken für gebrauchtes Waschwasser radioaktiv kontaminierter Dreck, der die gesetzlich festgesetzte Obergrenze von 8000 Bq/kg teilweise um das 7-fache überschritt festgestellt. Der radioaktive Dreck stammt mutmaßlich von Autos, die das Gelände des havarierten AKWs Fukushima dai ichi befahren haben.

Die Umweltexperten fordern nun vom Umweltministerium, das man nach einer Lösung für dieses Problem suchen müsse, da die radioaktiven Partikel sonst weiterhin ungehindert in die Umwelt gelangen würden.

 

AKW Fukushima dai ichi, Reaktor 1 – Bilder zur Demontage der Schutzhülle

Die Schutzhülle, die im Herbst 2011 am havarierten AKW Fukushima dai ichi um das schwer beschädigte Reaktorgebäude 1 gebaut worden ist, wird seit einigen Monaten demontiert (antiatom-fuku berichtete). Zuerst wurden die Dachpaneelen, dann die obere Hälfte der Wandpaneelen entfernt. Das Gebäude von Reaktor 1 wurde bei Reaktorkatastrophe von März 2011 durch die Wasserstoffexplosion stark beschädigt.

Um möglichst keinen radioaktiven Staub aufzuwirbeln, können diese Arbeiten nur sehr langsam und mit größter Vorsicht erfolgen. Als nächster Schritt ist die Entfernung von Trümmerteilen, wie Beton und Stahlteile, die u.a. auch im Abklingbecken liegen geplant. Danach soll die Entnahme der Brennelemente aus dem Abklingbecken erfolgen.

Zur Entfernung der Schutzhülle am Reaktor 1 hat die Mainichi Shinbun ein paar Bilder zusammengestellt.

 

05.11.2016

Tomioka - Wiederbesiedelung ab Anfang 2017 geplant

Die stark verstrahlte Ortschaft Tomioka, nahe dem havarierten AKW Fukushima dai ichi soll nach Plänen der Regierung und der Präfekturverwaltung Fukushima ab Januar/Februar 2017 schrittweise wieder freigegeben werden. Tomioka wurde, wie auch die Nachbarorte im 20-km-Umkreis am 12.11.2011, also einen Tag nach der Reaktorkatastrophe wegen der hohen Strahlung vollständig evakuiert.

Ab April 2017 soll der Evakuierungsbefehl sogar vollständig aufgehoben werden. Die Infrastruktur wird wiederaufgebaut. Ab März 2017 sollen die ersten Geschäfte für den Bedarf des täglichen Lebens, wie Supermarkt und Drogerie eröffnet werden. Die Bahnverbindung der teilweise vom Tsunami zerstörten Joban-Linie (Zwischen Sendai Hauptbahnhof, Präfektur Miyagi über Iwaki bis Tokyo-Ueno) soll ebenfalls wiederhergestellt werden. Das nördliche Teilstück zwischen Hamayoshida Bahnhof, Präfektur Miyagi und Soma Bahnhof, Präfektur Fukushima, das zurzeit noch über einen Schienenersatzverkehr bedient wird, soll ab nächsten Monat wieder in Betrieb genommen werden. Hier wurden die Schienen wiederinstandgesetzt. Das Teilstück zwischen Soma und Odaka wurde zuvor schon in Betrieb genommen. Der nächste Bahnhof nach Odaka ist der sehr stark radioaktiv verseuchte Ort Namie, in direkter Nachbarschaft zum AKW Fukushima dai ichi. Auch für Namie sind sogenannte Rückführungsmaßnahmen geplant. Allerdings wurde hierfür noch kein Termin festgelegt.  

Die Ortschaft Odaka gehört zu Minamisoma (Soma Süd) und wurde vor kurzem schon freigegeben (antiatom-fuku berichtete).    

Noch laufen die Flächendekontaminationsarbeiten in Tomioka, bei denen, um die Radioaktivität zu senken oberflächliche Erdschichten abgetragen werden. Die meisten Häuser, die zum Teil schwer beschädigt sind, wurden im Frühjahr abgerissen und die Fläche geebnet. Hier sind Neubauten geplant. Ein großer Solarpark ist bereits im Bau und soll dann 9100 Haushalte mit Strom versorgen.

Viele Bürger, sowie unabhängige Experten stehen dem Ganzen jedoch eher skeptisch gegenüber, da die Strahlung zum Teil noch bedenklich hoch ist und durch die Flächendekontamination nicht dauerhaft gesenkt werden kann. Denn mit Wind und Regen kommen aus der Reaktorruine immer wieder neue radioaktive Partikel, die sich überall niederlassen, womit die Strahlung sehr rasch wieder ansteigt.  

Hinzu kommt natürlich auch die direkte Nähe zum havariertem AKW.

 

02.11.2016

AKW Fukushima: 3m³ radioaktives Wasser entwichen, 24000 Bq/l

Am havariertem AKW Fukushima dai ichi sind bei einem Zwischenfall von gestern Morgen 3 m³ radioaktives Wasser im Bereich der Entsalzungsanlage ausgelaufen. Dieses weist eine Strahlenbelastung von 45000 Bq/l an ß-Strahler auf. Laut dem Betreiber Tepco sei es jedoch nicht in die Umwelt gelangt.

Bei diesem Vorfall ist das Wasser aus dem Entlüftungsrohr eines Tanks der Entsalzungsanlage geflossen, was von den Mitarbeitern gestern Morgen um 6:30 Uhr entdeckt worden ist. Die Anlage wurde daraufhin sofort gestoppt, so dass der Wasseraustritt um 7:00 Uhr spontan nachließ.   

 

01.11.2016

Todai Universität: Erdbebensicherheit am AKW Tomari unzureichend

Am AKW Tomari, Landkreis Furuu, Hokkaido gerät nun eine geologische Verwerfung in den Fokus der Atomaufsichtsbehörde NRA. Dort wird zurzeit der Reaktor 3, ein DWR aus dem Jahr 2009 auf Erfüllung der Sicherheitsanforderungen überprüft.

Über die seismischen Gegebenheiten und die daraus resultierenden Gefahren in Verbindung mit dem AKW Tomari berichteten am Sonntag 2 Professoren der Todai Universität Tokyo auf einer Konferenz.

Das AKW Tomari liegt etwa 50 km westlich von der Großstadt Sapporo auf der Shakodan Halbinsel. Diese ist aufgrund ihrer Geostruktur besonders anfällig für Erdbeben. Zu dem verläuft am Meeresboden entlang der Küste eine 70 km lange geologische Verwerfungslinie, die seismisch aktiv ist.  

Laut den betreibenden Hokkaido Elektrizitätswerken bestehe jedoch keine erhöhte Erdbebengefahr und auch keine seismische Aktivität am AKW-Standort. Die Atomaufsichtsbehörde NRA konnte allerdings keine plausiblen Daten vorlegen, die die Aussagen der Hokkaido Elektrizitätswerke bestätigen würden.

Erst kürzlich wurde schon der Deich vor dem AKW Tomari durch die NRA bemängelt (antiatom-fuku berichtete).

 

 

Oktober

30.10.2016

Trinkwasser in Tokyo aktuell stärker kontaminiert als in Fukushima

Nach Analyse der Radioaktivitätswerte im Trinkwasser, die landesweit im Zeitraum von Januar bis März 2016 getätigt worden sind, stellten unabhängigen Experten nun etwas Bemerkenswertes fest. Und zwar ist das Trinkwasser in Tokyo aktuell höher mit Cäsium134 und Cäsium137 belastet als das in der Präfektur Fukushima. Hierzu wurden die Daten der Atomaufsichtsbehörde NRA und die der Stadtwerke Tokyo verglichen.

So wurde in der Präfektur Fukushima ein durchschnittlicher Cäsiumwert (Cs134 und Cs137) im Leitungswasser von 1,2 mBq/l und in Tokyo ein Wert von 1,7 mBq/l ermittelt. Dieses Ergebnis wirft nun Fragen auf, so die unabhängigen Experten. Denn auf der Homepage der Stadtwerke Tokyo sind hierzu keine aktuellen Informationen zu finden. Lediglich Werte für radioaktives Jod131 bis zum 04.04.2011 einschließlich, als der Wert bei 8 Bq/l lag.

Das Unfallereignis am AKW Fukushima dai ichi liegt mittlerweile 5½ Jahre zurück. Damals wurde Japan, vor allem der Norden und der Osten durch den radioaktiven Fallout zum Teil sehr stark kontaminiert. Die Radioaktivität, die sich zum Unfallzeitpunkt in den ersten Tagen ausbreitete, wird auf 900 Billiarden Becquerel geschätzt.

Am 22.03.2011 wurde im Leitungswasser von Tokyo radioaktives Jod131 mit einem Wert von 210 Bq/l festgestellt.

Unter den 47 Präfekturen wurden in 11 deutlich höhere Belastungen mit Cäsium134 und Cäsium137 im Trinkwasser nachgewiesen als in den übrigen Präfekturen.  

Nun fragt man sich, warum das Trinkwasser in Tokyo, was 230 km südlich vom havarierten AKW Fukushima dai ichi liegt, stärker kontaminiert ist als in der Präfektur Fukushima.  

Durch den radioaktiven Fallout der ersten Tage wurden auch die beiden wichtigsten Trinkwasserflüsse für Tokyo, Arakawa und Tamagawa radioaktiv verseucht. Vermutet wird nun, dass die Oberläufe der beiden Flüsse immer wieder aufs Neue mit Cäsium137 und Cäsium134, das aus dem AKW Fukushima dai ichi entweicht kontaminiert werden.  

 

Atomaufsichtsbehörde NRA: Deich am AKW Tomari unzureichend

Die Überprüfungen durch die Atomaufsichtsbehörde NRA am Reaktor 3, AKW Tomari, Landkreis Furuu auf der nördlichen Hauptinsel Hokkaido ziehen sich weiter in die Länge. Denn der Deich könnte nämlich bei starker Belastung (Taifune, Starkregen, Tsunami) aufweichen und brechen und stellt somit einen gravierenden Sicherheitsmangel dar, so die NRA.  

Das AKW Tomari, unweit von der Großstadt Sapporo besteht aus 3 DWR, wovon der zu überprüfende Reaktor 3 seit Mai 2012 stillsteht. Dieser ging damals als landesweit letzter Reaktor vom Netz, womit Japan nach 42 Jahren zum ersten Mal wieder frei von Atomstrom geworden ist.  

Aktuell laufen landesweit „nur“ 2 Reaktoren (Reaktor 2 am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima und Reaktor 3 (mit MOX) am AKW Ikata, Präfektur Ehime).      

 

26.10.2016

Einstweilige Verfügung - AKW Genkai landet vor Gericht

Eine Bürgerinitiative, die eine mögliche Wiederinbetriebnahme des AKWs Genkai, Präfektur Saga, Kyushu in Südjapan per einstweilige Verfügung stoppen will, hat nun ein entsprechendes Gesuch beim Amtsgericht Saga eingereicht. Auch wenn die Sicherheitsüberprüfung der Atomsicherheitsbehörde NRA noch nicht beendet worden ist, wurden die beiden zu überprüfenden Reaktoren 3 und 4 schon für „Erdbebensicher“ erklärt. Und die betreibenden Kyushu Elektrizitätswerke können schon bald mit dem ersehnten Prüfsiegel der NRA rechnen.

Das AKW Genkai besteht aus vier DWR. Reaktor 1 aus dem Jahr 1975 wurde bereits stillgelegt. Für Reaktor 2 aus dem Jahr 1981 ist ebenfalls eine Stilllegung vorgesehen. Ein endgültiger Beschluss steht jedoch noch aus.

Reaktor 3, der 1994 in Betrieb ging, wurde 2010 für MOX-Brennelemente umgerüstet und soll auch im Falle einer NRA-Freigabe mit MOX betrieben werden. Der Reaktor 4 ging 1997 in Betrieb.

 

23.10.2016

„Wasserbilanz“ am AKW Fukushima dai ichi

Laut aktuellen Tepco-Dokumenten lagern in den Tanks, die auf dem Gelände des AKWs Fukushima dai ichi stehen, 1.000.000 m³ hochradioaktives Wasser. Es fällt weiterhin reichlich radioaktives Wasser an, so dass die Kapazität der Tanks wieder einmal knapp wird. Die Menge an hochradioaktiven Wasser, was sich in den Reaktorkellerräumen der Reaktoren 1 bis 4 und den angrenzenden Nebengebäuden befindet, beläuft sich auf etwa 83400 m³. Dieses Wasser ist extrem hochradioaktiv und droht in die Umwelt zu gelangen!

Es wird weiterhin versucht, soweit es überhaupt machbar ist, das radioaktive Wasser der Kellerräume abzupumpen, bevor es ins Meer gelangt.

Tepco will bis August 2018 das gesamte Wasser aus den Reaktorkellerräumen entfernt und in Lagertanks umgefüllt haben. Ob dieser optimistische Plan überhaupt aufgeht, ist im Moment noch völlig unklar.

Täglich gelangen weiterhin 300 bis 400 Tonnen radioaktives Wasser ins Meer und die unterirdische „Eismauer“ weist weiterhin undichte Stellen auf.  

 

22.10.2016

Rokkasho erhält hochradioaktiven Atommüll aus Sellafield

Aus der Wiederaufbereitungsanlage Sellafield, England ist wieder ein hochradioaktiver Atommülltransport im Zwischenlager und Wiederaufbereitungsanlage Rokkasho, Präfektur Aomori angekommen. Transportiert wurde hochradioaktiver Atommüll, der in Sellafield in 132 Glaskokillen verschweißt und in Edelstahlbehälter verpackt worden ist. Hierbei handelt es sich um verbrauchte Brennelemente aus den AKWs, die in früherer Zeit nach Sellafield gebracht, dort „verarbeitet“, bzw. zerkleinert und in Glaskokillen verschweißt und eingelagert worden sind.   

Von den 132 Glaskokillen „gehören“ 56 Tepco, 56 den Kansai Elektrizitätswerken und 20 Stück der Gendenkaihatsu (Japan Atomic Power Company).

Bereits seit März 2010 laufen diese Atommüllrückgaben, die über den Seeweg getätigt werden. Mit dem jetzigen und 6. Transport summieren sich die hochradioaktiven Glaskokillen aus Sellafield auf 520 Stück. Rechnet man die Rückgaben aus La Hague, Frankreich noch dazu, dann kommt man auf 1830 Glaskokillen, die schon in Rokkasho angekommen sind. Aus Sellafield werden bis 2019 jedoch noch 380 Stück erwartet.

Laut den Behörden ist die Strahlung, die die Castoren während des Transportes an die unmittelbare Umgebung abgeben, unbedenklich.    

 

18.10.2016

AKW Fukushima: Austritt von radioaktiven Wasser – Leckage behoben

Nach dem am havarierten AKW Fukushima dai ichi gestern noch weiterhin radioaktives Wasser aus defekten Rohrleitungen der Filtereinheit A der Dekontaminationsanlage ALPS getropft ist, konnte das Problem heute Vormittag nun behoben werden.

Bereits am Samstag entdeckten Mitarbeiter bei einem Kontrollgang eine Pfütze im Bereich der Einheit A, die auf eine Leckage an einer Rohrleitung hinweist (antiatom-fuku berichtete). In den nachfolgenden Tagen wurden dort weitere Leckagen entdeckt. Das ausgetretene radioaktive Wasser sei laut dem Betreiber Tepco jedoch nicht in die Umwelt gelangt.    

 

16.10.2016

Präfektur Niigata, Gouverneurswahl -  deutlicher Sieg für Yoneyama

Die offizielle Amtszeit des amtierenden Gouverneurs der Präfektur Niigata, Hirohiko Izumida (54) läuft in Kürze aus, so dass heute neu gewählt wurde. Unter den 4 Kandidaten, die für die Wahl des neuen Präfekturgouverneurs ins Rennen geschickt worden sind, entschied sich der Wahlkampf im Grunde genommen nur zwischen den beiden Kandidaten Tomio Mori (67), der von der atombefürwortenden LDP/Komeito unterstützt wird und dem Kernkraftgegner Ryuichi Yoneyama (49), der durch das Bündnis, bestehend aus 3 kleineren Parteien unterstützt wird.

Um 20:00 Uhr schlossen die Wahllokale und im vorläufigen Endergebnis zeichnete sich ein klarer Sieg für den Kandidaten Ryuichi Yoneyama (49) ab. Auch wenn der LDP-Kandidat Mori ebenfalls einen stattlichen Anteil der Stimmen erhielt, weist Yoneyama dennoch einen deutlichen Vorsprung auf. Die anderen beiden Kandidaten erhielten nur einen sehr geringen Anteil der Wählerstimmen und waren sofort aus dem Rennen.

Der amtierende Präfekturgouverneur Hirohiko Izumida (54) wollte nicht erneut kandidieren, da er wegen seiner „negativen“ Haltung gegenüber dem AKW Kashiwazaki Kariwa von Tepco und der Regierung laufend unter Druck gesetzt worden ist.

Das Hauptstreitthema „AKW Kashiwazaki Kariwa“, was nach Wünschen des Betreibers Tepco wieder in Betrieb genommen werden soll, hat die Wahl in der Präfektur Niigata nun entschieden. Mit dem heutigen Wahlergebnis haben die Bürger nämlich eine klare Absage erteilt; zumal das AKW Kashiwazaki Kariwa auch noch durch den selben Betreiber, nämlich Tepco, der auch das havarierte AKW Fukushima dai ichi zu verantworten hat, betrieben wird.

Das besagte AKW Kashiwazaki Kariwa befindet sich noch in der Sicherheitsüberprüfung der Atomaufsichtsbehörde NRA. Für die Wiederinbetriebnahme sind die Reaktoren 6 und 7, beides eine sogenannte verbesserte Form des Siedewasserreaktors aus dem Jahr 1996 vorgesehen. Laut einer aktuellen Umfrage lehnen 73% der Bürger eine Wiederinbetriebnahme ab. „Nur“ 27% der Befragten befürworten das AKW.

Somit wird Yoneyama der 2. Präfekturgouverneur, der die Wahl aufgrund seiner Ablehnung gegenüber dem örtlichen AKW gewinnt. Denn auch in Kagoshima, Kyushu in Südjapan war der Hauptstreitpunkt ein AKW, nämlich das AKW Sendai, was bereits im vergangenem Jahr mit zwei Reaktoren wieder in Betrieb ging. Auch dieses stieß in der Bevölkerung auf wenig Gegenliebe, was sich in der Gouverneurswahl von Juli, als der Kernkraftgegner Satoshi Mitazono gewann, deutlich wiederspiegelte (antiatom-fuku berichtete).

 

15.10.2016

AKW Fukushima – hochradioaktives Wasser aus ALPS ausgetreten

Am havarierten AKW Fukushima dai ichi ist wieder einmal hochradioaktives Wasser ausgetreten. An der Filteranlage ALPS, über die radioaktive Stoffe aus dem gebrauchten Kühlwasser herausgefiltert werden, hatte sich unterhalb einer Rohrleitung eine Pfütze gebildet. Diese entdeckte ein Arbeiter heute Morgen um 11:15 Uhr bei einem Kontrollgang im Bereich der Einheit A der ALPS, die zurzeit wegen Wartungsarbeiten stillsteht.

An dem Rohr, aus dem das hochradioaktive Wasser, was noch nicht gefiltert worden ist, heraustropfte, wurde eine undichte Schweißnaht festgestellt. Laut dem Betreiber Tepco sei das Wasser nicht in die Umwelt gelangt.

Die Filteranlage ALPS, die aus drei Einheiten besteht, filtert 62 radioaktive Stoffe aus dem Abwasser der Reaktorkühlung. Die Einheit A sollte heute eigentlich wieder in Betrieb genommen werden, was jetzt jedoch wegen nötiger Reparaturarbeiten verschoben werden muss.  

 

Effekt der Eismauer weiterhin eher mäßig

Der küstenseitige Abschnitt der umstrittenen Eismauer, die über ein unterirdisches Kühlsystem die Reaktoren 1 bis 4 umschließt, ist nun durchgehend gefrostet. An den bergseitigen Abschnitten gelang die Gefrierung des Bodens nur unzureichend. Teilabschnitte, die nicht gefroren, wurden nach Rücksprache mit der Atomaufsichtsbehörde NRA mit Zement verfüllt.

Bisher zeigte die unterirdische Eismauer, die ab dem vergangenen März abschnittsweise in Betrieb genommen worden ist, nur eine geringe Wirkung. Zudem wurde das Ziel der Komplettinbetriebnahme bis August nicht erreicht (antiatom-fuku berichtete). Es sind immer noch Abschnitte vorhanden, die nicht gefrieren und durch denen das hochradioaktive Wasser dringt und Richtung Meer sickert.   

 

08.10.2016

Kumamoto, Berg Aso - Vulkanausbruch

Heute kam es in den frühen Morgenstunden um 1:47 Uhr zu einem explosionsartigen Vulkanausbruch am Berg Aso, Präfektur Kumamoto, Kyushu in Südjapan. Funken sprühten heraus, wie bei einem Feuerwerk. Die Lavastücke flogen bis zu einem km weit und verteilten sich in der Umgebung. Die Rauchwolke breitete sich über viele km aus. Der Vulkanausbruch wurde mit der Warnstufe 3 (von 5) eingestuft.

Die Präfektur Kumamoto wird derzeit sehr häufig von schweren Naturereignissen heimgesucht. Im April dieses Jahres waren es die vielen Erdbeben (antiatom-fuku berichtete), die zahllosen Nachbeben und einige Taifune, die für Land unter sorgten. Zuletzt wütete Anfang dieser Woche Taifun Nr. 18, der dann weiter nach Tokyo und Nordjapan zog.

Der Berg Aso liegt sehr zentral auf der Südinsel Kyushu. Das AKW Sendai (in Betrieb) ist nur 140 km südwestlich und das AKW Genkai (in der Sicherheitsüberprüfung) nur 135 km nordwestlich davon entfernt.

Zum Vulkanausbruch siehe das Video des Fernsehsenders NHK.

 

Bevorstehende Gouverneurswahl in Niigata – Atomkraft Hauptwahlkampthema

Am Sonntag den 16.10.2016 wird in der Präfektur Niigata ein neuer Präfekturgouverneur gewählt. Die beiden Hauptkandidaten sind Tomio Mori (67), von der atombefürwortenden Regierungskoalition LDP/Komeito und Ryuichi Yoneyama (49), ein Kandidat aus einem Bündnis von 3 kleineren Parteien, die die Kernenergie strikt ablehnen. Der amtierende Präfekturgouverneur Hirohiko Izumida (54), der seit 2004 im Amt ist, wird nicht erneut antreten. Wegen seiner atomkritischen Haltung, vor allem gegenüber dem AKW Kashiwazaki Kariwa, die er trotz der „Zugehörigkeit“ zu den atombefürwortenden Parteien LDP und Komeito vertritt, wird er von der Regierung und der Atomindustrie laufend unter Druck gesetzt, so dass er nicht mehr die Kraft für eine weitere Amtszeit hat. Denn das AKW Kashiwazaki Kariwa in der Präfektur Niigata wird nämlich vom Energiekonzern Tepco betrieben, der auch das havarierte AKW Fukushima dai ichi zu verantworten hat. Im September 2013 hatte Tepco die Überprüfung der Reaktoren 6 und 7 durch die Atomaufsichtsbehörde NRA beantragt. Die Überprüfungen laufen derzeit noch. Das AKW wird aber prioritär behandelt, da die Regierung, um den Pleitekonzern Tepco auf die Beine zu helfen, eine rasche Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren anstrebt.

Somit ist die Kernenergie das Hauptthema beim Wahlkampf, der bereits auf Hochtouren läuft. Dazu hat Yoneyama gestern noch eine große Wahlveranstaltung vor dem Niigata Hauptbahnhof gehalten und dabei auch die Fragen der Bürger beantwortet.    

 

06.10.2016

AKW Fukushima: 32 Liter hochradioaktives Wasser entwichen

Am havarierten AKW Fukushima dai ichi sind, wie der Betreiber Tepco heute mitteilte 37 Liter hochradioaktives Wasser aus einem Lagertank, der undicht geworden ist ausgelaufen. Das entwichene Wasser, was vorwiegend den ß-Strahler Strontium enthält, weist eine Strahlung von 590.000 Bq/l auf. Dazu wurde das Wasser im Tank mit sehr hochradioaktiv verseuchtem Restwasser, was kurz nach Beginn der Reaktorkatastrophe darin gelagert worden ist vermischt. Die Tanks sind nicht verschweißt, sondern nur zusammengesteckt, was diese dem entsprechend anfälliger für Undichtigkeiten macht.

Laut Tepco wurde das ausgelaufene Wasser jedoch vom Schutzwall abgehalten, so dass es nicht in den Boden versickern konnte.  

 

AKW Sendai: Reaktor 1 vom Netz - Revision

Der Reaktor 1 am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima wurde nun für die bevorstehende Revision heruntergefahren. Begonnen wurde damit gestern Abend, in dem die Steuerstäbe eingelassen worden sind, um die Leistung zu drosseln. Heute Morgen um 6:20 Uhr war der Reaktor dann komplett heruntergefahren. Laut den betreibenden Kyushu Elektrizitätswerken soll der Reaktor am 08.12.2016 wieder angefahren werden.

 

05.10.2016

AKW Sendai: Reaktor 1 geht vom Netz

Der Reaktor 1 am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima wird ab heute heruntergefahren. Grund dafür ist die bevorstehende Routinewartung, die ab morgen beginnen soll.

Um die Leistung des Reaktors zu drosseln, wurden ab 18.00 Uhr die Steuerstäbe zwischen die Brennelemente eingelassen. Ab morgen früh 1:00 Uhr endet dann die Stromproduktion. Laut den betreibenden Kyushu Elektrizitätswerken soll die Wartung 3 Monate dauern und würde dann voraussichtlich Anfang Januar wieder ans Netz gehen. Reaktor 2 soll am 16.12.2016 in Revision gehen.

Der Reaktor 1 am AKW Sendai war landesweit der erste Reaktor, der den neuen Sicherheitsanforderungen der Atomaufsichtsbehörde NRA „entsprochen“ hatte und somit wieder ans Netz gehen durfte. Die Sicherheitsanforderungen wurden laut den zuständigen Behörden wegen der Reaktorkatastrophe von Fukushima deutlich verschärft.

 

Tschechisches Forschungszentrum will Tepco in Fukushima helfen

Das tschechische Forschungszentrum UJV in Řež hat eine spezielle Technologie entwickelt, die dabei helfen soll die geschmolzenen Brennelemente der Reaktoren 1 bis 3 am AKW Fukushima dai ichi, die zum Teil auch den Reaktorboden durchdrungen sind zu entfernen. Nach einjähriger Verhandlung mit dem eher beratungsresistenten Stromkonzern Tepco und der Regierung wurde nun im vergangenen Sommer der Vertrag unterzeichnet. Über ein bestimmtes Verfahren sollen Plutonium und Uran getrennt und somit weitere Schritte für die Entfernung der Kernschmelze erleichtert werden. Dabei handelt es sich um ein Forschungsprojekt, was ursprünglich von den Amerikanern entwickelt und dann in Tschechien ausgebaut worden ist.  

Nach Schätzungen von Tepco befinden sich etwa 130 Tonnen geschmolzenes Brennmaterial in den havarierten Reaktoren, bzw. unterhalb der Reaktoren. Dies wurde mittels der sogenannte Myon-Technologie ermittelt.

Laut dem Direktor Martin Ruscak sei die UJV in Řež weltweit die einzige Institution, die derzeit in der Lage ist, diesen Prozess durchzuführen.

 

01.10.2016

Altreaktor 3 am AKW Mihama – erhält weitere 20 Jahre Laufzeit

Für die im vergangenen Juli bereits mündlich zugesicherte Laufzeitverlängerung des Reaktors 3 am AKW Mihama, Präfektur Fukui (antiatom-fuku berichtete), erhalten die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke am kommenden Mittwoch den schriftlichen Bescheid der Atomaufsichtsbehörde NRA.

Der Reaktor 3, ein DWR der 1976 in Betrieb ging, erreicht jetzt die gesetzlich festgelegte Obergrenze von 40 Jahren und müsste somit normalerweise stillgelegt werden. Mit der von der NRA nun erteilten Laufzeitverlängerung darf der Reaktor jetzt aber weitere 20 betrieben werden.

Auch am AKW Ikata, Präfektur Ehime hat man eine 20jährige Lauzeitverlängerung für den Reaktor 2 beantragt. Der Chef der betreibenden Shikoku Elektrizitätswerke Yuto Saeki zeigt sich diesbezüglich auch sehr zuversichtlich und rechnet fest mit einer Zusage der NRA.

Der Reaktor 2 aus dem Jahr 1982 ging Anfang 2012 wegen der Routinewartung vom Netz und seit dem still. Die Überprüfung der NRA läuft bereits. Reaktor 1 wurde stillgelegt (Beschluss von 05/2016). Und Reaktor 3 läuft im Vollbetrieb.

 

September

29.09.2016

Sagae - radioaktives Erdreich freigemessen, auf normale Deponie entsorgt

In der Stadt Sagae, Präfektur Yamagata wurde jetzt in den vergangenen Tagen radioaktiv kontaminiertes Erdreich auf einer normalen Mülldeponie entsorgt. Hierbei handelt es sich um 2,5 m³ Erdreich, Laub und Dreck, was bei einer Flächendekontamination einer städtischen Parkanlage angefallen ist. Laut einer behördlich durchgeführten Strahlenmessung vom vergangenen April liegt die Strahlung bei maximal bis zu 6590 Bq/kg und unterschreitet somit die gesetzlich festgelegte Obergrenze von 8000 Bq/kg.

Somit ist Yamagata nach Chiba landesweit die zweite Präfektur, die freigemessenen radioaktiven Abfall auf einer ganz normalen Deponie entsorgt. Dieser Abfall wurde vom Umweltministerium freigegeben und gilt somit nicht mehr als Sondermüll.

 

AKW Fukushima – extrem hochradioaktives Wasser im Kondensator

In den Turbinengebäuden der Reaktoren 1 bis 4 am AKW Fukushima dai ichi befindet sich schätzungsweise 6800 m³ stehendes Wasser, was stark radioaktiv kontaminiert ist. Davon haben sich etwa 2000 m³ Wasser im Bereich der Kondensatoren angesammelt. 

Laut neusten Informationen ist die Radioaktivität Wassers im Kondensator sogar 1000 Mal höher als im restlichen Wasser, was sich im Turbinengebäude befindet.

Da zurzeit keine freien Lagertanks mehr vorhanden sind, verbleibt das Wasser weiterhin im Turbinengebäude, so der Betreiber Tepco. Tepco zeigt sich auch weiterhin sehr zuversichtlich und will das „Wasserproblem“ bis 2020 sogar gelöst haben.

 

26.09.2016

AKW Sendai – Sonderüberprüfung auf Erdbebensicherheit gefordert

Wie die betreibenden Kyushu Elektrizitätswerke heute auf einer Pressekonferenz mitteilten, soll das AKW Sendai, Präfektur Kagoshima, Kyushu in Südjapan einer gesonderten Überprüfung auf Erdbebensicherheit unterzogen werden. Anlass hierfür ist die Erdbebenserie von Kumamoto, ebenfalls Kyushu, die sich im vergangenen April ereignete. Nicht nur bei der Bevölkerung, sondern auch beim Präfekturgouverneur Satoshi Mitazono ist die Skepsis gegenüber dem AKW Sendai ziemlich groß, so dass die Kyushu Elektrizitätswerke dem entsprechend unter Druck gesetzt werden.

Zurzeit laufen noch 2 Reaktoren am AKW Sendai, wovon Reaktor 1 am 06.10.2016 zwecks Revision heruntergefahren werden soll. Dann soll auch die gesonderte Überprüfung auf Erdbebensicherheit erfolgen. Ob Reaktor 1 im Dezember dann wie geplant wieder angefahren werden darf, ist jedoch fraglich. Denn hierfür ist auch die Genehmigung der Präfekturverwaltung nötig.

Mitazono wurde bei der Neuwahl des Präfekturgouverneurs im Sommer vor allem wegen seiner ablehnenden Haltung gegenüber der Kernenergie gewählt (antiatom-fuku berichtete).

Für Reaktor 2 ist die Revision für Dezember geplant.

 

AKW Fukushima – hochradioaktives Wasser droht ins Meer zu laufen

Wegen der heftigen Regenfälle der vergangenen Woche, ist der Wasserspiegel im Hafenbecken des AKWs Fukushima dai ichi dramatisch angestiegen und droht überzulaufen. Die Radioaktivität im Wasser ist durch den Aufgewühlten Schlamm noch weiter angestiegen und es fehlen nur noch 3 cm bis das Hafenbecken überläuft. Normalerweise ist der Wasserspiegel 30 cm unterhalb der Kaimauer. Die Öffnung des Hafens wurde, damit das hochradioaktive Wasser zurückgehalten wird vor einiger Zeit zugemauert. Um nun ein überlaufen zu vermeiden, pumpt der Betreiber Tepco das Wasser kontinuierlich ab.

 

23.09.2016

AKW Higashidori und AKW Onagawa – Nachbesserung im Verzug

Wie die betreibenden Tohoku Elektrizitätswerke auf der heutigen Pressekonferenz bekannt gaben, wird sich der Terim für die eventuelle Wiederinbetriebnahme des Reaktors 1 am AKW Higashidori, Präfektur Aomori und Reaktor 2 am AKW Onagawa, Präfektur Miyagi  bis April 2017 verschieben. Grund dafür ist ein zeitlicher Verzug bei den Nachbesserungsarbeiten, die für die Entsprechung der Sicherheitsanforderungen der Atomaufsichtsbehörde NRA nötig sind.

Das AKW Higashidori verfügt über einen SWR, der 2005 in Betrieb ging. Der Reaktor 2 am AKW Onagawa, ebenfalls ein SWR wurde 1995 in Betrieb genommen.

Die NRA-Sicherheitsüberprüfungen an beiden AKWs dauern noch an. Überprüft wird neben der technischen Sicherheit der Reaktoren als solches auch der Standort auf erdbeben- und Tsunamifestigkeit. Wie die Überprüfung ausgehen wird ist jedoch noch unklar.   

 

21.09.2016

Regierung plant „Ersatz“ für den Schnellen Brüter Monju

Die endgültige Stilllegung des Schnellen Brüters Monju, Präfektur Fukui wird bereits seit einigen Monaten diskutiert (antiatom-fuku berichtete), jetzt verfestigen sich die Pläne der Regierung jedoch.

Mit dem Schnellen Brüter Monju sollte der sogenannte Brennstoffkreislauf geschlossen werden, so dass durch die laufend wiederholte Wiederaufbereitung des gebrauchten Kernbrennstoffes und der erneuten „Verwertung“ im Brüter weniger Atommüll entstehen würde.

Das Konzept ist jedoch nicht aufgegangen und Monju steht seit dem schweren Natriumunfall, der sich kurz nach der Inbetriebnahme 1995 ereignete, im Langzeitstillstand und hat bereits Unsummen an Geld verschlungen.

Auch wenn die Atomlobby nun zur Einsicht kommt, dass das Projekt „Monju“ vorbei ist, kommt man jedoch immer noch nicht zur Einsicht und plant sogar schon eine neue Form des Schnellen Brüters, der in Japan mal verwirklicht werden soll. Noch sind die Pläne in den Anfängen und ein Standort wurde bisher auch noch nicht festgelegt.

Am Projekt „Astrid“ in Frankreich, ein Schneller Brüter der 4. Generation ist Japan ebenfalls beteiligt.

 

18.09.2016

Weitere Unsummen an Steuergelder für AKW Fukushima verplant

Für den Rückbau am havarierten AKW Fukushima dai ichi will die Regierung im kommenden Jahr umgerechnet 72 Billionen Euro an Steuergelder locker machen. Dieses wird sich voraussichtlich mit 0,5 bis 1,5 Euro auf die Stromrechnung der Allgemeinheit auswirken.

Etwa 35 Billionen Euro werden für den Rückbau, Schadensbegrenzungsmaßnahmen am AKW Fukushima dai ichi und 26 Billionen für Schadensersatzzahlungen eingeplant. Der Rest der veranschlagten Summe soll für weitere Kosten, die in Verbindung mit der Reaktorruine stehen verwendet werden.

Nicht nur unter den Normalbürgern, die die Zeche mit ihren Steuern bezahlen müssen, sondern auch unter unabhängigen Experten stößt dies auf heftige Kritik. Zumal die Regierung, sowie weitere Lobbyisten die Kernenergie als kostengünstig propagieren.

In der Bevölkerung regt sich jedoch Prostet: „von wegen billiger Atomstrom!“ Denn die ganzen Folgekosten müssen ja schließlich mit in den Strompreis des Atomstroms einberechnet werden.

 

16.09.2016

AKW Genkai, Reaktor 3 und 4 – NRA-Prüfsiegel fast sicher

Am AKW Genkai, Präfektur Saga, Kyushu kommt die Überprüfung durch die Atomaufsichtsbehörde NRA, die zurzeit die Reaktoren 3 und 4 auf Erfüllung der Sicherheitsanforderungen überprüft bald zum „erfolgreichen“ Abschluss. Das schriftliche Prüfsiegel dürften die betreibenden Kyushu Elektrizitätswerke, die auch das noch laufende AKW Sendai in der Präfektur Kagoshima betreiben, bis zum kommenden Winter erwarten.

Mit Genkai wären das dann bereits 5 Reaktoren landesweit, die betrieben werden dürfen. Mit den beiden Reaktoren am AKW Takahama wären es sogar schon 7, wenn diesen nicht per Gericht (LG Otsu) verboten worden wären (antiatom-fuku berichtete).

 

12.09.2016

Radioaktiv verseuchte Gebiete – Bahnstrecke wird dekontaminiert

Im Rahmen der Flächendekontamination radioaktiv verseuchter Gebiete in der Präfektur Fukushima soll nun das Erdreich und der Bahnschotter auf dem Streckenabschnitt zwischen Tatsuta und Namie auf der Joban-Bahnlinie ausgetauscht werden.

Nach Plänen der Regierung soll die Bahnstrecke, die in Tokyo-Ueno beginnt, über Mito, Iwaki entlang der Küste am AKW Fukushima dai ni und dem havarierten AKW Fukushima dai ichi und Namie bis Sendai (Nord) Hauptbahnhof führt komplett wieder in Betrieb genommen werden. Bisher sind noch einige Streckenabschnitte, die durch die Sperrgebiete mit hoher Strahlung führen gesperrt. Die betroffenen Bahnhöfe müssen noch „saniert“, bzw. neu errichtet werden. Zum Teil werden die gesperrten Streckenabschnitte durch Schienenersatzverkehr bedient.

Die Regierung ist weiterhin sehr stark bestrebt ehemalige Einwohner, die nach der Reaktorkatastrophe flüchteten zurückzuführen. In Bezirk Naraha, 20 km südlich der Reaktorruine sind bisher nur knapp 10% und auch vorwiegend ältere Leute zurückgekehrt. Familien mit Kindern und jüngere Leute stehen einer Rückkehr, aus Sorge wegen der erhöhten Radioaktivität eher skeptisch gegenüber.   

 

10.09.2016

AKW Ōma – weitere Verschiebung der geplanten Inbetriebnahme

Für das sich noch im Bau befindliche AKW Ōma, ein MOX-Reaktor in der Präfektur Aomori, Nordjapan wurde die für 2022 geplante Inbetriebnahme, wie die Betreiberfirma Dengenkaihatsu (J-Power) nun mittelte um zwei Jahre verschoben. Somit würde der Reaktor „erst“ 2024 ans Netz gehen.  

Begründet wird der Verzug mit der laufenden Sicherheitsüberprüfung durch die Atomaufsichtsbehörde NRA und den dadurch nötig werdenden Nachbesserungen. Der ursprüngliche Termin für die Wiederinbetriebnahme war eigentlich schon für 2012 vorgesehen.  

Der örtliche Bürgermeister fiebert der Inbetriebnahme jedoch schon entgegen und erhofft sich dadurch einen wirtschaftlichen Aufschwung für die Region. Die Bevölkerung ist dem AKW Ōma gegenüber jedoch skeptischer eingestellt.  

 

08.09.2016

Fukushima - Vergeblicher Kampf gegen das radioaktiv verseuchte Wasser

Auch 5½ Jahre nach Beginn der Reaktorkatastrophe ist das Dauerproblem mit dem radioaktiv verseuchten Wasser noch nicht einmal ansatzweise gelöst. Täglich gelangen weiterhin 400 Tonnen radioaktives Wasser aus den Reaktorkellerräumen, die vom Grundwasser durchspült werden ins Meer. Das hochradioaktive Wasser aus der Reaktorkühlung, was nach seiner „Reinigung“ in der Filteranlage ALPS in Lagertanks lagert, weist immer noch eine Menge von 800.000 Tonnen auf. Im vergangenen April waren es 840.000 Tonnen, was bedeutet, dass es entgegen den Prognosen von Tepco nicht nennenswert verringert werden konnte. Der Plan des Betreibers Tepco und der Regierung das Problem mit dem radioaktiv verseuchten Wasser bis zur Olympiade 2020 behoben zu haben, ist laut unabhängigen Experten äußerst optimistisch.  

Das hochradioaktive Tritium („überschweres Wasser“), was aufgrund seiner chemischen Eigenschaften besondere Schwierigkeiten bereitet und sich fast gar nicht herausfiltern lässt, ist in hoher Konzentration in den Lagertanks vertreten. Zudem verflüchtigt es sich, bzw. verdunstet wie „ganz normales“ Wasser und gelangt somit überall hin.

Die sogenannte unterirdische „Eismauer“, die die Reaktoren 1 bis 4 über ein Rohrsystem mit zirkulierender Gefrierflüssigkeit umschließt, zeigt weiterhin kaum Wirkung. Seit dem Taifun Nr. 10, der Ende August wütete, weist die „Eismauer“ zwei Abschnitte auf, die nicht gefrieren. Hier dringt das Grundwasser ungehindert in die Reaktorkellerräume, umspült die Kernschmelzen und gelangt dann ins Meer, da es nicht vollständig abgepumpt werden kann.

Die immensen Kosten steigen weiter und gehen zu Lasten der Steuerzahler.   

 

05.09.2016

Betriebsverbot am AKW Takahama – Reaktor 3 wird ebenfalls entleert

Da die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke mit einem Langzeitstillstand der beiden Reaktoren 3 und 4 am AKW Takahama, Präfektur Fukui rechnen müssen, müssen die Brennelemente wieder entfernt werden. Die Entnahme der Brennelemente von Reaktor 3 erfolgt jetzt in den nächsten Tagen. Unter den 157 Brennelementen befinden sich 24 MOX-Brennelemente.

Die Brennelemente aus Reaktor 4 wurden bereits im August entfernt (antiatom-fuku berichtete).

Grund für den Betriebsstopp beider Reaktoren ist ein Gerichtsurteil von März dieses Jahres (LG Ōtsu).

 

02.09.2016

AKW Fukushima – Leckagen in der „Eismauer“ nach Taifun

Der Grundwasserspiegel am havarierten AKW Fukushima dai ichi ist durch den Taifun Nr. 10, der in diesen Tagen wütete (antiatom-fuku berichtete), drastisch angestiegen und hat dazu noch zwei Leckagen in der „Eismauer“ verursacht. Obwohl in diesem Bereich insgesamt 740 Tonnen Grundwasser abgepumpt worden sind, konnte diese „Wasserschäden“ nicht verhindert werden. Im Bereich der Leckagen ist die Eismauer abgetaut, so dass das Grundwasser nun ungehindert in die hochradioaktiv verseuchten Reaktorkellerräume dringen und diese mit dem Endergebnis, dass das radioaktive Wasser ins Meer gelangt „durchspült“.

Die „Eismauer“ bestehend aus ein unterirdisches Rohrsystem, über das ein chemisches Frostungsmittel zirkuliert. Sie umschließt die Reaktoren 1 bis 4 und soll verhindern, dass das Grundwasser, was in Richtung Meer fließt, mit dem hochradioaktiven Wasser der Reaktoren vermischt wird.

Laut dem Betreiber Tepco sei die „Eismauer“ aufgrund der enormen Wassermenge der letzten Starkregefälle an den besagten Anschnitten aufgetaut. Diese Leckagen will Tepco nun mit einer chemischen Kühlflüssigkeit beheben.

 

August

30.08.2016

AKW Fukushima - Taifun Nr. 10 wütet in Nordostjapan

Heute hat der Taifun Nr. 10, der zurzeit in der Kanto- und Tohoku-Region, also Nordostjapan seine volle Stärke entfaltet. Der heftige Wind und der Starkregen bereitet vor allem Sorge am havarierten AKW Fukushima dai ichi. Durch den Starkregen steigt der Wasserspiegel in den Reaktorkellerräumen und das Grundwasser weiter an, so dass die installierten Pumpen bald an ihre Grenzen kommen. Radioaktiv verseuchtes Wasser könnte somit verstärkt ins Meer gelangen.

Auch im Bereich der Lagertanks für hochradioaktiv verseuchtes Abwasser ist man besorgt, das Wasser über die Schutzwälle treten könnte.

Das Dach der Schutzhülle von Reaktor 1 ist mittlerweile demontiert, so dass der zerstörte Reaktor nach oben hin offen und somit der Witterung schutzlos ausgesetzt ist. Die Schutzhülle wird, da die Brennelemente entnommen werden sollen, rückgebaut (antiatom-fuku berichtete).

Sorge bereiten auch die drei 120 Meter hohen Schornsteine auf dem AKW-Gelände. Denn der Schornstein, der sich zwischen Reaktor 1 und 2 befindet weit einige Bruchstellen im Haltegerüst auf, die sich auf etwa 60 Meter Höhe befinden (antiatom-fuku berichtete). Laut dem Betreiber Tepco würde der Schornstein dem starken Sturm jedoch standhalten. Gefahr bestünde nur im Fall eines stärkeren Erdbebens, so Tepco. Ein Abknicken des Schornsteins würde eine massive Strahlenfreisetzung nach sich ziehen.

Der Taifun, der allmählich nachlässt, wird morgen weiter in Richtung Westen ziehen.     

 

29.08.2016

Nach Schlamperei – radioaktive Säcke unter Neubauten entdeckt

In der Präfektur Fukushima wurden jetzt zahlreiche Säcke mit radioaktiv verseuchter Erde in einem Neubaugebiet entdeckt. Diese sind dort in etwa 1 Meter Tiefe verbuddelt und reichen bis an die Wohnhäuser heran, die vor 2 Jahren hier errichtet worden sind.

Diese Säcke sind bei der Flächendekontamination radioaktiv verseuchter Gebiete angefallen und wurden dort in einer Grube zwischengelagert, die dann zugeschüttet worden ist.

Auf Anordnung des Umweltministeriums ist eine genaue Dokumentation der Zwischenlager zwingend vorgeschrieben, was in diesem Falle aber offenbar nicht erfolgte. In der Präfektur Fukushima, zum Teil auch in den angrenzenden Präfekturen befinden sich überall Zwischenlager für radioaktive Säcke mit Erdreich, Laub und Dreck. Um die Übersicht zu behalten, müssen diese Standorte genauestens auf einer Karte verzeichnet werden. Es besteht sogar der Verdacht, dass verantwortliche Mitarbeiter der Präfekturverwaltung möglicherweise sogar davon wussten, es jedoch verschwiegen, als das Neubaugebiet errichtet worden ist.

Die Säcke, die jetzt im Wohngebiet entdeckt worden sind, können auch nicht ohne Weiteres entfernt werden, da sie sich zum Teil unter den Häusern befinden. Denn kleinere Häuser sind in Japan i.d.R. nicht unterkellert, so dass die verbuddelten Säcke beim Bau nicht bemerkt worden sind.

 

26.08.2016

AKW Ikata: Rohrleitung undicht – Wasser ausgetreten

Am AKW Ikata, Präfektur Ehime ereignete sich, wie die betreibenden Shikoku Elektrizitätswerke heute bekannt gaben, ein kleiner Zwischenfall. An einer Rohleitung, die sich im Reaktorblock 3 befindet drang Wasser aus. Laut den Shikoku Elektrizitätswerken handelt es sich hier um „Frischwasser“. Radioaktivität sei somit nicht in die Umwelt gelangt. Der Betriebsablauf sei dadurch auch nicht beeinträchtigt worden, so das der Reaktor 3 wie geplant ab dem 07.09.2016 im normalen Leistungsbetrieb gehen kann, so der Betreiber.  

Der Reaktor 3 wurde am 12.08.2016 trotz massiver Proteste aus der Bevölkerung und trotz fehlender Notwendigkeit wieder angefahren. Er lief zunächst im Testbetrieb und wurde dann Schritt für Schritt in seiner Leistung gesteigert (antiatom-fuku berichtete). Laut der Überprüfung durch die Atomaufsichtsbehörde NRA galt er als technisch einwandfrei.

 

24.08.2016

AKW Kashiwazaki Kariwa – NRA-Überprüfung bald abgeschlossen

Die Überprüfung auf Erfüllung der Sicherheitsanforderungen an den beiden Reaktoren 6 und 7 am AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata wird möglicherweise noch in diesem Jahr zum Abschluss gebracht und die Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme von der Atomaufsichtsbehörde NRA erteilt.

Neben weiteren Überprüfungen an landesweiten Reaktoren, die derzeit durchgeführt werden, werden die Reaktoren 6 und 7 am AKW Kashiwazaki Kariwa, beides sogenannte fortgeschrittene SWR aus dem Jahr 1996 und 97 von der NRA prioritär überprüft. Das AKW wird durch den Stromkonzern Tepco, der auch das AKW Fukushima dai ichi zu verantworten hat betrieben. Mit der bevorzugten Überprüfung mit Aussicht auf Genehmigung der NRA will die Regierung dem hochverschuldeten Konzern Tepco zu einer zeitnahen Geldeinnahmequelle verhelfen.

Allerdings ist auch hier, wie in den anderen Präfekturen auch, eine Genehmigung der Präfekturverwaltung nötig. Der Präfekturgouverneur von Niigata, H. Izumida will diese jedoch solange nicht erteilen, bis die immer noch anhaltenden Probleme am havarierten AKW Fukushima dai ichi noch nicht behoben sind.       

 

21.08.2016

Tokyo: Anti-Atom-Protest-Camp am METI zwangsgeräumt

Das Anti-Atom-Protest-Camp „Tento Hiroba“, was sich an einer großen Kreuzung vor dem Wirtschaftsministerium in Tokyo befindet, wurde heute Nacht zwangsgeräumt. Das Ganze geschah heute Morgen um 3:30 Uhr mit einem riesen Polizeiaufgebot, was plötzlich vor dem Protest-Camp stand. Der Bereich wurde abgesperrt und dann wurde das Protest-Camp binnen anderthalb Stunden Stück für Stück abgebaut.

Die Nachricht verbreitete sich rasend schnell und viele Kernkraftgegner machten sich sofort auf den Weg zum Geschehen.

In einer spontanen Protestveranstaltung, die dann um 6:00 Uhr stattfand, wurde die Vorgehensweise der Behörden und der Polizei scharf kritisiert, erneut auf die Gefahren und Probleme der Kernenergie hingewiesen und verdeutlicht, dass man sich durch die Atomlobby nicht unterdrücken und einschüchtern lässt. 

Das Protest-Camp, bestehend aus einem Hauszelt mit improvisiertem „Vorplatz“ wurde im September 2011 an der großen Kreuzung vor dem Wirtschaftsministerium errichtet und war 1807 Tage in Aktion. Anlass war die Reaktorkatastrophe von März 2011. Mit wechselnder Dauerbesetzung, Info-Veranstaltungen und Protesten machten Bürger aus der Umgebung und Fukushima auf die Gefahren und Folgen der Atomkraft aufmerksam, mahnten vor der erneuten Wiederinbetriebnahme der AKWs und dass Fukushima nicht in Vergessenheit geraten darf.

Siehe dazu auch das Video des Fernsehsenders NHK „Auflösung des Protest-Camps am Wirtschaftsministerium METI in Tokyo“.

 

20.08.2016

AKW-Arbeiter – 2. Leukämiefall behördlich anerkannt

Bei einem 50jährigen AKW-Arbeiter, der an Leukämie erkrankt ist, wurde diese nun vom Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales als beruflich bedingte Folgeerkrankung, die aufgrund der hohen Strahlung während seiner Tätigkeit am havariertem AKW Fukushima dai ichi entstanden ist, anerkannt.

Der 50jährige Arbeiter war kurz nach Beginn der Havarie, also ab April 2011 für einige Wochen am AKW Fukushima dai ichi tätig und hat in dieser Zeit eine Strahlendosis von schätzungsweise 54,4 mSv abbekommen. Er trug zwar eine Vollmaske, Bleiweste und Schutzanzug während der Arbeit, erkrankte jedoch trotz dem. Die Leukämieerkrankung wurde dann im Januar 2015 diagnostiziert. Bis heute befindet er sich in ambulanter Behandlung.

Ein anderer Fall wurde bereits in den Monaten zuvor von den Behörden als Berufsbedingt anerkannt.

 

AKW Fukushima – Tepco im Kampf mit dem Wasser

In den kommenden 4 Jahren will der Betreiber Tepco am AKW Fukushima dai ichi das hochradioaktiv verseuchte Wasser, das sich in den Kellerräumen der Reaktoren und der anderen Gebäude befindet, schätzungsweise 68000 Tonnen um 90% reduzieren. Es soll abgepumpt und „gereinigt“ werden.

Das Projekt „unterirdische Eismauer“ wurde in den vergangenen Tagen als gescheitert erklärt, da diese kaum eine nennenswerte Wirkung zeigte (antiatom-fuku berichtete). Das eindringende Wasser muss weiterhin abgepumpt und in Tanks verfüllt werden. „Dies sei keine Dauerlösung“, so der Betreiber Tepco, der nun zur Einsicht gekommen ist, dass die Eismauer ein gigantischer Fehltritt gewesen ist.

 

18.08.2016

AKW Fukushima dai ichi: NRA erklärt Eismauer für gescheitert

Nach dem die sogenannte Eismauer, die die Reaktoren 1 bis 4 am havarierten AKW Fukushima dai ichi über ein unterirdisches Kühlsystem umschließt, nach 4½ Monaten kaum Wirkung zeigt, wurde das „Projekt“ nun von der Atomaufsichtsbehörde NRA für gescheitert erklärt.

Die Eismauer war schon von Anfang an unter den Experten heftig umstritten. Schon in der Planungsphase wurde die Wirkung, allein schon wegen der gigantische Größe angezweifelt.  

Die unterirdische Eismauer, die das radioaktiv verseuchte Kühlwasser aus den havarierten Reaktoren eigentlich davon abhalten sollte ins Meer zu gelangen, wurde Ende März dieses Jahres abschnittsweiseweise in Betrieb genommen. Es kam jedoch zu Problemen, da einige Abschnitte nicht gefroren und somit Leckagen hinterließen, durch denen das hochradioaktive Wasser dringt. Es wurde versucht die Leckagen mit Zement abzudichten, was jedoch vergeblich war (antiatom-fuku berichtete).

Laut dem Betreiber Tepco wären zwar 99% der unterirdischen Eismauer auf eine Temperatur von unter 0C° gesenkt worden, die erhoffte Wirkung blieb jedoch aus. Es gelangen immer noch erhebliche Mengen an radioaktiven Wasser aus den Reaktorkellerräumen über das Grundwasser ins Meer.

„Man müsse sich jetzt etwas Anderes überlegen“, so der Betreiber Tepco.

 

17.08.2016

AKW Takahama – Brennelemente werden wieder entnommen

Nach dem der Weiterbetrieb der beiden Reaktoren 3 und 4 am AKW Takahama, Präfektur Fukui per Gerichtsurteil (LG Ōtsu, Urteil von Juni 2016) weiterhin untersagt worden ist und die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke nun mit einem Langzeitstillstand rechnen, werden jetzt die Brennelemente von Reaktor 4 wieder entnommen. Unter den 157 Brennelementen befinden sich 4 MOX-Brennelemente. Die Entnahme der Brennelemente von Reaktor 3 soll Anfang September erfolgen. Dieser ist sogar mit 24 MOX- von insgesamt 157 Brennelementen bestückt.

15.08.2016

AKW Ikata, Reaktor 3 – Beginn der Stromproduktion

Im Reaktorblock 3 am AKW Ikata, Präfektur Ehime begann ab ca. 14:00 Uhr die Stromproduktion. Der Reaktor, der am 12.08.2016 angefahren worden ist (antiatom-fuku berichtete), lief zunächst nur im Testbetrieb und wird jetzt Schritt für Schritt in seiner Leistung gesteigert. Laut den betreibenden Shikoku Elektrizitätswerken sei bisher alles reibungslos verlaufen. Die schrittweise Leistungssteigerung erfolgt noch bis zum 22.08. und ab dem 07.09.2016 wird der Reaktor dann im „normalen“ Leistungsbetrieb laufen.

Als nächstes, wohl möglich noch bis Ende des Jahres, werden wahrscheinlich die Reaktoren 3 und 4 am AKW Genkai, Präfektur Saga und alle drei Reaktoren am AKW Tomari, Hokkaido von der Atomaufsichtsbehörde als technisch sicher deklariert und freigegeben.  

 

12.08.2016

AKW Ikata, Inbetriebnahme Reaktor 3

Wie bereits angekündigt, wurde heute Morgen um 9:00 Uhr damit begonnen, den Reaktor 3 am AKW Ikata, Präfektur Ehime nach über 5 Jahren Stillstand anzufahren. Um die Kernspaltung in Gang zu setzen, wurden einige Steuerstäbe herausgezogen. Der Reaktor läuft nun im Testbetrieb. Laut den Shikoku Elektrizitätswerken funktioniert bis jetzt alles reibungslos. Ursprünglich sollte der Reaktor schon Ende Juli in Betrieb gehen. Dies verzögerte sich jedoch aufgrund einer defekten Kühlpumpe, die erst ausgetauscht werden musste (antiatom-fuku berichtete).

Die Stromproduktion beginnt voraussichtlich ab den 15.08.2016 und ab Anfang September soll der Reaktor 3 dann im Vollbetrieb laufen.

Mit Reaktor 3 am AKW Ikata sind jetzt 3 Reaktoren in landesweit Betrieb. Allerdings nur für kurze Zeit! Denn im Herbst werden die beiden laufenden Reaktoren am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima, Kyushu wegen bevorstehender Wartung heruntergefahren, dann läuft „nur noch“ der Reaktor 3 am AKW Ikata. Vorausgesetzt es tritt kein weiterer Störfall auf.    

 

11.08.2016

AKW Ikata, Reaktor 3 wird morgen angefahren

Nach Plänen der betreibenden Shikoku Elektrizitätswerke soll der Reaktor 3 am AKW Ikata, Präfektur Ehime morgen Vormittag ab 9:00 Uhr angefahren werden. Begonnen wird mit dem Rückzug von Steuerstäben, so dass die Kernspaltung beginnt. Der Reaktor wird zunächst im Testbetrieb gefahren und ab Samstag beginnt die Turbine zu arbeiten. Ab den 15.08.2016 beginnt dann die Stromproduktion und ab Anfang September soll der Reaktor mit einer Leistung von 890 MW im Vollbetrieb laufen.

Der Reaktor war seit der Wartung von April 2011 außer Betrieb, da er, wie alle anderen landesweiten Reaktoren aufgrund der Reaktorkatastrophe von Fukushima nicht mehr angefahren werden durfte. Er wurde mit 16 MOX und 141 „normalen“ Brennelementen bestückt.

Aus der Bevölkerung der Umgebung und auch aus Oita in Nordkyushu kommen weiterhin massive Proteste, die sich gegen die Wiederinbetriebnahme richten. Besonders brisant ist vor allen die parallel zum AKW Ikata verlaufende mittlere tektonische Linie, einer sehr stark ausgeprägten seismisch aktiven geologischen Verwerfung (antiatom-fuku berichtete), die über eine Länge von mehr als 1000 km nördlich von Tokyo quer durch Shikoku bis nach Kyushu verläuft.

 

09.08.2016

Präfektur Saga: AKW Genkai stößt auf große Ablehnung

Einer Unterschriftensammlung zufolge, die Greenpeace Japan gestern bei der Präfekturverwaltung Saga, Kyushu einreichte, lehnen 37000 Bürger die Wiederinbetriebnahme des AKWs Genkai, sowie der anderen Reaktoren im Land strikt ab.

Begründet wird die Aktion vor allem mit den Gefahren, wie z.B. Erdbeben versus fehlender Notwendigkeit für diese Risikotechnologie. Greenpeace betont vor allem, dass sich solch eine verheerende Katastrophe wie in Fukushima nicht wiederholen darf.

 

Gedenken an die Atombombenopfer von Nagasaki

Drei Tage nach Hiroshima, also am 09.08.1945 wurde auch in Nagasaki eine Atombombe, die sogar noch mehr Zerstörungskraft als in Hiroshima hatte, abgeworfen. Auch hier wurden mehrere 100.000de von Leben ausgelöscht und in der Zeit danach starben zahllose weitere Opfer an den Folgen der Radioaktivität.

Dazu fanden heute in Japan, vor allem in Nagasaki Gedenkveranstaltungen für die Opfer statt. 

 

07.08.2016

Gedenkfeiern zum 71. Hiroshima-Tag

Am gestrigen Samstag jährte sich der Atombombenabwurf auf Hiroshima zum 71. Male. Dazu wurde vielerorts in Japan, vor allem in der Stadt Hiroshima der Opfer gedacht. Auch in Deutschland fanden Gedenkfeiern statt.

Bei einem Atombombenabwurf der US-Armee auf Hiroshima wurden am 06.08.1945 über 90.000 Leute, die sich im 500 Meter-Umkreis befanden, sofort getötet. Ein zweiter Atombombenabwurf folgte nur 3 Tage später, am 09.08.1945 und traf Nagasaki.  

Mehrere 100.000de starben kurz nach den beiden Abwürfen, bzw. in den nachfolgenden Jahren an den Folgen der radioaktiven Strahlung.

Genaue Opferzahlen können nicht ermittelt werden, da immer noch 1000de an den Spätfolgen der Verstrahlung zu leiden haben.

In einer sehr interessanten Dokumentation des Fernsehsenders Phönix wird über den Atombombenabwurf, der Vorplanung und den anschließenden Folgen berichtet.

Video: ZDF History Hiroshima

04.08.2016

AKW Ikata - Reaktor 3 soll am 12.08.2016 angefahren werden

Am AKW Ikata, Präfektur Ehime laufen nun zum wiederholten Male die letzten Vorbereitungen und Tests zur Wiederinbetriebnahme des Reaktors 3. Nach Informationen der Shikoku Elektrizitätswerke soll er am 12.08.2016 angefahren werden.

Ursprünglich sollte der Reaktor ja schon Ende Juli angefahren werden. Es kam jedoch schon vorzeitig zu einer technischen Störung an einer Kühlpumpe, die dann ausgetauscht werden musste (antiatom-fuku berichtete). Daraufhin wurde die Wiederinbetriebnahme auf Anfang dieses Monats verschoben.

Wird der Reaktor wie jetzt geplant am 12.08.2016 angefahren, wäre das der 3. Reaktor, der zurzeit landesweit in Betrieb ist.

 

03.08.2016

Geplantes AKW Kaminoseki soll möglicherweise doch noch gebaut werden

Das geplante AKW Kaminoseki, Präfektur Yamaguchi, nicht weit von Hiroshima, darf möglicherweise doch gebaut werden. Die entsprechende Genehmigung der Atomaufsichtsbehörde NRA wurde den Chukoku Elektrizitätswerken, die das AKW betreiben werden, schon in Aussicht gestellt.

2009 begannen bereits die ersten Vorbereitungen des Geländes für den Bau des AKWs Kaminoseki, was ursprünglich schon 2015 mit Reaktor 1 und 2018 mit Reaktor 2, beides eine sogenannte „verbesserte“ Form des SWR, ans Netz gehen sollte. Bis auf das geebnete Gelände, was sich die Natur mittlerweile wieder zurückerobert hat, ist noch nichts passiert.

Immer wieder kam es zu Verzögerungen. Und seit der Reaktorkatastrophe in Fukushima herrscht dort Baustopp. Zwischenzeitlich wurde sogar überlegt das Projekt zu verwerfen, aber mit dem Regierungswechsel von 2012, wurde es von Ministerpräsident Shinzo Abe (LDP) wieder aufgegriffen.

Wann der Bau nun letztendlich beginnen soll, ist derzeit noch unklar.

Klar ist nur, dass sich die Anwohner damals wie heute weiterhin gegen den Bau des ohnehin nicht benötigten AKWs wehren. Siehe dazu auch den Bericht „Iwaishima – schützt unsere Heimat“ mit weiteren Hintergrundinformationen.    

 

Juli

31.07.2016

AKW Fukushima dai ichi – Tot eines Arbeiters

Bereits gestern Morgen um 10:40 Uhr ist auf dem Gelände des AKWs Fukushima dai ichi ein 50jähriger Arbeiter eines Subunternehmers während der Arbeit plötzlich bewusstlos zusammengebrochen. Der sofort herbei gerufene Rettungswagen brachte ihm in ein Krankenhaus in Iwaki, wo er dann um kurz nach 13:00 Uhr verstarb.

Die Ursache für den unerwarteten Tod des Arbeiters ist bisher noch unklar. Vermutet wird eine bisher nicht bekannte internistische Vorerkrankung vermutet, die als Auslöser infrage kommen könnte.

 

Reaktor 3, AKW Ikata soll am 11.08.2016 angefahren werden

Wie die betreibenden Shikoku Elektrizitätswerke jetzt bekannt gaben, soll der Reaktor 3 am AKW Ikata, Präfektur Ehime am 11.08.2016 angefahren werden. Eigentlich sollte der Reaktor schon Ende Juli angefahren werden, was jedoch wegen einer defekten Kühlpumpe, die ausgetauscht werden musste, verschoben wurde (antiatom-fuku berichtete).

Nicht nur die Anwohner, sondern auch unabhängige Experten stehen der Wiederinbetriebnahme des AKWs, bei ohnehin fehlender Notwendigkeit, sehr kritisch gegenüber. Gewarnt wird vor allem, auch in Anbetracht der Erdbebenserie von Kumamoto im vergangenen April, vor der Erdbebengefahr für das AKW Ikata. Denn parallel zur Landzunge, auf der sich das AKW befindet verläuft die mittlere tektonische Linie (siehe Abbildung). Das ist eine sehr stark ausgeprägte seismisch aktive geologische Verwerfung, die über eine Länge von mehr als 1000 km nördlich von Tokyo quer durch Shikoku, vorbei am AKW Ikata und durch Kyushu verläuft. Hinzu kommen noch viele kleinere zum Teil seismisch aktive Verwerfungen, die ebenfalls AKW-nah verlaufen. Diese Konstellation kann dazu führen, dass Erdbeben heftiger ausfallen, womit sich die Wahrscheinlichkeit, dass das AKW schwer beschädigt wird, deutlich erhöht.

Zudem liegt das AKW Ikata am Anfang der Landzunge, was im Falle einer Nuklearkatastrophe die Evakuierung der etwa 5000 Einwohner der dahinterliegenden Ortschaften über den Landweg unmöglich machen würde. Die radioaktive Wolke würde wegen der Lage des AKWs in jedem Fall große Landabschnitte treffen; entweder Shikoku, Kyushu oder die Hauptinsel Honshu.   

 

28.07.2016

AKW Sendai – Ankündigung der Reaktorwartung

Der Reaktor 1 am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima soll nach Informationen der betreibenden Kyushu Elektrizitätswerke am 06.10.2016 zwecks Wartung heruntergefahren werden. Dazu wird am 10.08.2016 auch ein offizielles Gesuch bei der Präfekturverwaltung eingereicht. Das ist zwar nur eine reine Formsache, aber für den neugewählten Präfekturgouverneur Satoshi Mitazono (58) ein willkommener Antrag, der jetzt schon als genehmigt gilt. Denn wie bereits angekündigt, will Mitazono, der die Kernenergie ablehnt, das AKW Sendai nicht mehr am Netz haben.

Für Reaktor 2, der auch bald wegen Wartung vom Netz geht, gibt es jedoch noch keinen genauen Termin.      

 

25.07.2016

AKW Mihama, Laufzeitverlängerung für Altreaktor nahezu genehmigt

Für den Altreaktor 3 am AKW Mihama, Präfektur Fukui hat die Atomaufsichtsbehörde NRA den betreibenden Kansai Elektrizitätswerken eine Laufzeitverlängerung für weitere 20 Jahre zugesichert. (Gesamtlaufzeit 60 Jahre!).  

Der Reaktor 3, ein DWR, der seit 1976 in Betrieb ist, hat jetzt in diesem Jahr die maximale Laufzeit von 40 Jahren erreicht und müsste laut dem Gesetz eigentlich stillgelegt werden. Laut den Kansai Elektrizitätswerken und der NRA sei dieser jedoch noch weiterhin „tauglich“, so dass eine weitere Laufzeit genehmigt wird. Die endgültige Zusage der NRA erfolgt am 03. August.

Somit wäre das nach Reaktor 1 und 2 am AKW Takahama der dritte Altreaktor mit einer Laufzeitverlängerung.

Das AKW Mihama besteht aus drei DWR, wovon die Reaktoren 1 und 2 aus dem Jahr 1970 und 1972 bereits im April 2015 stillgelegt worden sind.

 

24.07.2016

AKW Ikata, Reaktor 3 – Konstruktionsfehler an Kühlpumpe

Die Ursache für den Defekt einer Kühlpumpe am Reaktor 3, AKW Ikata, Präfektur Ehime ist geklärt. Hierbei handelt es sich um ein Konstruktions- bzw. Materialfehler. Die defekte Pumpe führte am 17.07.2016 bereits in der Vorbereitungsphase zu einem Störfall, indem der Kühlkreislauf des Reaktors nicht ordnungsgemäß funktionierte. Laut den betreibenden Shikoku Elektrizitätswerken sei die Pumpe nun ausgetauscht worden und die Vorbereitungen würden nun fortgesetzt werden.

Die für Ende dieses Monats geplante Wiederinbetriebnahme des Reaktors, der von der Atomaufsichtsbehörde NRA überprüft und als „technisch in Ordnung“ freigegeben worden ist, musste wegen der defekten Kühlpumpe verschoben werden (antiatom-fuku berichtete). Er soll jetzt Anfang August angefahren werden.

 

AKW Fukushima dai ichi – unterirdische Eismauer gescheitert

Die sogenannte Eismauer am havarierten AKW Fukushima dai ichi zeigt kaum Wirkung. Ursprünglich sollte diese über ein unterirdisches Rohrsystem, was die Reaktoren 1 bis 4 umschließt, der Erdboden gefrostet werden, so dass kein radioaktives Wasser aus der Reaktorkühlung ins Grundwasser, bzw. ins Meer gelangt. Das Projekt war schon von Anfang an unter den Experten heftig umstritten. Es wurde jedoch letztendlich vom Betreiber Tepco fertiggestellt, von der Atomaufsichtsbehörde NRA genehmigt und ab dem vergangenen März Abschnitt für Abschnitt in Betrieb genommen. Laut Tepco sollte die Frostung im kommenden August komplett sein, so dass die vier Reaktoren rund herum abgeschirmt sind.

Schon im April traten jedoch erste Probleme auf, das bestimmte Abschnitte nicht gefroren. Diese Lücken wurden dann mit Beton verfüllt (antiatom-fuku berichtete). Nun räumt Tepco ein, dass das Projekt, was schon Unsummen an Geld verschlungen hat, möglicherweise fehlgeschlagen ist.

Nach wie vor gelangen täglich 300 Tonnen radioaktives Wasser ins Meer und weitere 300 Tonnen werden täglich abgepumpt und müssen in Lagertanks gefüllt werden. In den Reaktorkellerräumen befinden sich schätzungsweise 60.000 Tonnen hoch radioaktives „Brackwasser“. Um das Risiko für Mensch und Umwelt zu senken, so der Betreiber Tepco, soll das Wasser gefiltert und in Tanks verfüllt werden. Die Lagertanks auf dem Gelände werden jedoch wieder einmal knapp, so dass weitere aufgestellt werden müssen.  

 

21.07.2016

Sommer 2016 – keine Stromeinsparungen empfohlen

Zum ersten Male seit der Reaktorkatastrophe von Fukushima 2011 gab die Regierung keine Empfehlung zur Stromeinsparung wehrend der Sommerperiode heraus. Weder Privathaushalte noch die Industrie sollen während der heißen Monate ihren Stromverbrauch drosseln.

Die Sommer in Japan, vor allem auch in diesem Jahr sind sehr heiß und überall laufen die Klimaanlagen. Der August ist erfahrungsgemäß der Monat mit dem höchsten Stromverbrauch.

Alles aber kein Problem, die Stromversorgung ist gewährleistet – das „erkennt“ jetzt auch die Regierung, die aber trotz dem weiter an der Kernenergie festhält.

Obwohl landesweit „nur“ 2 Reaktoren laufen (AKW Sendai, Kyushu), klappt es wie auch in den Sommerperioden zuvor problemlos mit der Stromversorgung. Auch wenn die Regierung den Ausbau der erneuerbaren Energien nicht sonderlich fördert, hat sich diese jedoch enorm ausgebreitet.

Einige Experten empfehlen aber trotzdem, um die CO²-Emission zu reduzieren, in den heißen Monaten sparsam mit dem Strom umzugehen. Denn momentan wird die Grundlast der Stromversorgung noch vorwiegend durch fossile Energieträger gedeckt.

In den Jahren 2011 und 2012 wurde, nachdem alle AKWs nach und nach vom Netz gingen, mit massiven Stromengpässen und einen möglichen Blackout gedroht. All diese bösen Prognosen blieben jedoch aus und die Bevölkerung merkte schnell, dass die Kernenergie ohne weiteres entbehrlich ist (antiatom-fuku berichtete mehrfach).

 

20.07.2016

AKW Sendai, Kyushu – Erdbebensicherheit soll neu bewertet werden

Wie der neue Präfekturgouverneur der Präfektur Kagoshima (Kyushu), Satoshi Mitazono (58) in einem Interview mit der Tageszeitung Asahi Shinbun bekannt gab, soll am AKW Sendai, wenn die Reaktoren 1 und 2 wegen der Wartung heruntergefahren werden, die Erdbebensicherheit neu begutachtet werden. Anlass hierfür ist die Erdbebenserie von April (antiatom-fuku berichtete), wobei vor allen geologische Verwerfungen am AKW Sendai auf seismische Aktivität überprüft werden sollen. Die Umsetzbarkeit des Katastrophenschutz- und Evakuierungsplans für den Fall einer radiologischen Notfallsituation soll ebenfalls neu bewertet werden.

Der bekennende Kernkraftgegner Mitazono kann zwar die Abschaltung der beiden Reaktoren nicht „einfach so“ anordnen, das ist auch nicht nötig, da für die beiden Reaktoren nämlich eine Wartung ansteht. Er kann aber die Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme, die nach Beendigung der Revision nötig ist, verweigern. Denn nach jeder Revision eines Reaktors (Laut Gesetz alle 13 Monate) ist immer auch die Genehmigung der jeweiligen Präfekturverwaltung nötig, bevor er wieder angefahren werden darf.   

 

17.07.2016

AKW Ikata – technischer Defekt an Kühlpumpe

Wegen technischer Probleme verschiebt sich die Wiederinbetriebnahme des Reaktors 3 am AKW Ikata, Präfektur Ehime auf Anfang August dieses Jahres. Nach Informationen der betreibenden Shikoku Elektrizitätswerke ist eine Kühlpumpe, die sich im Reaktorsicherheitsbehälter befindet, defekt und läuft nicht. Das defekte Bauteil soll jetzt ausgetauscht werden.

Der Reaktor wurde von der Atomaufsichtsbehörde NRA laut den Prüfprotokollen ausgiebig und nach strengsten Vorgaben überprüft und dann am Ende für technisch einwandfrei und sicher erklärt! Auch die Vorbereitung zur Wiederinbetriebnahme wurde von der NRA begleitet.

Nach all den technischen Überprüfungen, die angeblich nach besten Wissen und Gewissen durchgeführt worden sind, fragt man sich nun, wie das sein kann. Somit ist es quasi ja schon zum Störfall gekommen, bevor der Reaktor überhaupt angefahren worden ist.

Ursprünglich sollte der Reaktor (DWR, seit 1994), der mit 16 MOX und 141 „normalen“ Uranbrennelementen bestückt ist, am 26.07.2016 angefahren werden.

 

16.07.2016

AKW Fukushima dai ichi – Pläne für Sarkophag wieder verworfen

Auf der gestrigen Konferenz mit Lokalpolitikern der Präfektur Fukushima gab die für Schadensbegrenzung und Rückbau verantwortliche Behörde bekannt, dass man die Pläne für den Sarkophag wieder verworfen hätte. „Es gäbe technische Schwierigkeiten“, so die „Begründung“ der Behörde.

Der von Anfang an umstrittene Plan war es die Reaktoren 1 bis 3 mit den geschmolzenen Brennelementen in eine Stahlbetonhülle, also in einem Sarkophag einzuschließen.

Unabhängige Experten, Bürger und Lokalpolitiker der Präfektur Fukushima stehen dem Plan deshalb sehr skeptisch gegenüber, weil nicht weiß, wie sich die Kernschmelze unter dem Sarkophag verhalten wird und inwiefern das Material in die Umwelt gelangt. Die Folgen wären nämlich unkalkulierbar.

In einer kürzlich vorausgegangenen Bürgerversammlung hatte die für Schadensbegrenzung und Rückbau verantwortliche Behörde den Sachverhalt noch so dargestellt, als sei der Sarkophag die sicherste Lösung.     

 

14.07.2016

AKW Ōi – Erdbebengutachten unzureichend

Die Erdbebensicherheit am AKW Ōi, Präfektur Fukui soll nach Angaben der Atomaufsichtsbehörde NRA neu bewertet werden. Nach Durchsicht der Unterlagen, ergab sich, das die Erdbebengefahr für das AKW in der Vergangenheit viel zu gering eingestuft worden ist. Der damals zuständige Gutachter Kunihiko Shinazaki und die betreibeibenen Kansai Elektrizitätswerke vertreten jedoch die Meinung, dass die Anlage ausreichend sicher vor Erdbeben sei und halten eine neue Überprüfung für unnötig. Unabhängige Experten befürworten diese Maßnahme jedoch.

 

AKW Fukushima dai ichi – Sarkophag wird diskutiert

Am havariertem AKW Fukushima dai ichi wird, um die hoch radioaktiv strahlenden Reaktoren 1 bis 3 abzuschirmen, ein Sarkophag diskutiert. Die Idee der für den Rückbau zuständigen Behörde ist es die geschmolzenen Brennelemente von der Umwelt abzuschirmen. Diese würden dann nämlich im Reaktor verbleiben.

Die Präfekturverwaltung und die Bürgermeister der umliegenden Ortschaften lehnen einen Sarkophag und Verbleib der geschmolzenen Brennelemente jedoch kategorisch ab. Nach einstimmiger Meinung der Lokalpolitiker sei das nicht zu verantworten, da man nicht weiß, wie sich die ohnehin kaum kontrollierbare Kernschmelze in Zukunft verhalten wird und welche Auswirkungen es dann haben könnte.  

 

Reaktor 2, Auswertung Myon-Test

Nach endgültiger Auswertung der Ergebnisse des Myon-Testes, der Ende Juni am Reaktor 2, AKW Fukushima dai ichi durchgeführt worden ist (antiatom-fuku berichtete), kamen die Experten nun zu dem Schluss, dass der größte Teil der Kernschmelze, schätzungsweise 200 Tonnen noch im Reaktordruckbehälter ist. Dies ließen schon die ersten Bilder vermuten, als man einen schwarzen Schatten auf den mittels Myon-Technologie erstellten Bildern erkennen konnte, der sich im Reaktordruckbehälter befindet.

 

12.07.2016

Kagoshima: Gouverneurswahl hat Folgen für das AKW Sendai

Nach der Gouverneurswahl von gestern (antiatom-fuku berichtete), ist der von der Regierungs-Opposition unterstützte Kernkraftgegner Satoshi Mitazono (58) neuer Gouverneur der Präfektur Kagoshima, was nicht ohne Folgen für das AKW Sendai sein wird. Er löst den atombefürwortenden und von der Regierung unterstützten Yuichiro Ito ab.  

Mitazono kann zwar den Betrieb der beiden Reaktoren 1 und 2 am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima nicht „einfach so“ verbieten, aber die Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme nach Wartung beider Reaktoren verweigern. Denn nach einer 13-monatigen Betriebszeit ist die gesetzlich vorgeschriebene Wartung fällig. Somit müsste Reaktor 1, der im August 2015 in Betrieb ging, im kommenden September und Reaktor 2, der im Oktober 2015 in Betrieb ging, im kommenden November heruntergefahren werden. Für die anschließende Wiederinbetriebnahme wäre dann die Zustimmung des Präfekturgouverneurs Mitazono nötig, die er dann aber nicht erteilen wird.

Auch für das AKW Genkai, was sich in der selben Präfektur befindet, wird es schwierig. Hier laufen aber noch die Überprüfungen durch die Atomaufsichtsbehörde NRA.

Auch in der Präfektur Niigata, wo sich das ebenfalls heftig umstrittene Tepco-AKW Kashiwazaki Kariwa befindet, regt sich großer Widerstand. Und zwar nicht nur bei den Bürgern und unabhängigen Experten, sondern auch beim Präfekturgouverneur Hirohiko Izumida, der im Falle einer NRA-Freigabe der Reaktoren 6 und 7 am AKW Kashiwazaki Kariwa keine Betriebsgenehmigung erteilen wird. Was hier noch besonders brisant ist, ist der Umstand, dass die Firma Tepco, die auch das havarierte AKW Fukushima dai ichi zu verantworten hat, der Betreiber des AKWs Kashiwazaki Kariwa ist.

 

Landgericht Ōtsu – AKW Takahama bleibt weiterhin von Netz

Die Kansai Elektrizitätswerke, die das AKW Takahama, Präfektur Fukui betreiben, sind heute erneut vor dem Landgericht Ōtsu gescheitert. Somit dürfen die Reaktoren 3 und 4 weiterhin nicht betrieben werden.

Diese mussten nach einem Gerichtsurteil von Anfang März (antiatom-fuku berichtete) nach nur kurzer Betriebszeit wieder vom Netz genommen werden und stehen seitdem still.

Schon im Juni gingen die Kansai Elektrizitätswerke in Revision, jedoch, wie auch bei der heutigen Gerichtsverhandlung, ohne Erfolg. Nun wollen die Kansai Elektrizitätswerke vor dem Oberlandesgericht in Osaka klagen. 

   

AKW Fukushima dai ichi – erneut hochradioaktives Wasser entwichen

Bei Umfüllarbeiten im Bereich der Lagertanks, die sich auf dem Gelände des AKWs Fukushima dai ichi befinden, sind 80 Liter hochradioaktives Wasser mit einem Strontiumwert von 1200 Bq/l auf den Betonboden gelaufen. Laut dem Betreiber Tepco konnte es jedoch mit einem Reinigungsfahrzeug aufgesogen werden, so dass es nicht in den Boden gesickert ist.

Der Vorfall ereignete sich bereits gestern Vormittag um 10:40 Uhr.

 

11.07.2016

Gouverneurswahl in der Präfektur Kagoshima – Kernkraftgegner gewinnt

Parallel zur gestrigen Oberhauswahl, bei der die regierende LDP/Komeito gewann (antiatom-fuku berichtete), fand in der Präfektur Kagoshima, Kyushu die Gouverneurswahl statt. Und es siegte Satoshi Mitazono (58), ein ausgesprochener Kernkraftgegner, der die Abschaltung der AKWs in der Präfektur Kagoshima anstrebt und dieses auch zum Wahlkampfthema machte.  

In Kagoshima laufen derzeit die beiden landesweit einzigen Reaktoren (AKW Sendai, Kyushu Elektrizitätswerke). Auch für das AKW Genkai, ebenfalls in Kagoshima streben die Kyushu Elektrizitätswerke eine Wiederinbetriebnahme zweier Reaktoren an.

Bei der Oberhauswahl haben jedoch andere Themen dominiert, wie z.B. die wirtschaftliche Lage, sodass die Kernkraft, trotz ihrer großen Ablehnung in den Hintergrund gerückt ist. Denn immer noch erhoffen sich die meisten Wähler vom Ministerpräsidenten Abe (LDP) eine Stabilisierung der Wirtschaftslage. Man traut ihm am ehesten zu, dass er trotz dem misslungenen „Abenomix“, die Wirtschaft doch noch in Schwung bringt und der Deflation entgegenwirken kann. Und genau die Wirtschaft war nämlich auch das Hauptwahlkampfthema, womit die angestrebte Änderung der Pazifischen Verfassung (Artikel 9, Militärgesetz), was wie auch die Kernenergie vom Großteil der Bevölkerung abgelehnt wird, in den Hintergrund geriet.

Bezüglich der wirtschaftlichen Lage wird bereits ein Nachtragshaushalt mit Mehrausgaben von 90 Mrd. Euro diskutiert. Damit soll der Deflation (Aufwertung des Yens) und die dadurch verminderten Exportgeschäfte wieder angekurbelt werden. Die für 2017 geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer wurde, um das Konsumverhalten nicht noch weiter zu bremsten, auf 2019 verschoben.

Ob es wie von Abe gewünscht zu einer Änderung des Artikels 9 im Militärgesetz kommt, ist jedoch, zumindest in nächster Zeit fraglich, da man sich innerhalb der Koalition und auch innerhalb der LDP nicht einig ist.

 

10.07.2016

Oberhauswahl – Abe erreicht Mehrheit

Am heutigen Sonntag fand in Japan die 24. Oberhauswahl statt. Wie bereits prognostiziert, fährt die regierende LDP/Komeito einen satten Gewinn ein, erreicht nun im Oberhaus eine ⅔ Mehrheit und hat somit quasi die Alleinherrschaft im Parlament. Denn die ohnehin eher kleine Opposition schrumpft jetzt noch weiter zusammen.

Von den insgesamt 242 Sitzen im Oberhaus wurde heute die Hälfte neu gewählt. Die LDP/Komeito erreicht laut vorläufigem Endergebnis 61 der 121 neu gewählten Sitze und bildet somit die stärkste Kraft.

Viele Bürger sind weiterhin verunsichert und unentschlossen, so dass der Gang zur Wahlurne eher schwerfällt. Denn es gibt in Japan quasi nur eine einzige starke Partei (die LDP). Die zweitstärkste Kraft, also die DPJ liegt sehr weit hinter der LDP, so dass viele Leute eher pessimistisch sind und sich keine Machtwechsel vorstellen können. Von daher geben sie ihre Stimme erst gar nicht ab. Die Erkenntnis, dass nur viele Stimmen etwas (einen Machtwechsel) bewirken können, ist bei den meisten Japanern, wie sich schon in der Vergangenheit gezeigt hat, noch nicht angekommen. Somit lag auch heute, ersten Informationen zufolge, die Wahlbeteiligung bei nur 27,25%. Auch bei den Jungwählern, die in diesem Jahr zum ersten Male wählen durften, war die Beteiligung eher gering. Auch das in diesem Jahr auf 18 herabgesetzte Alter, ab wann man zum ersten Mal wählen darf, hat zu keiner größeren Wahlbeteiligung beigetragen.

Die Abe-Anhänger hingegen gaben jedoch ihre Stimme ab, was die Abe-Regierung noch zusätzlich zum Wahlsieg verhalf.   

 

09.07.2016

Prognose der Oberhauswahl – Abe wird stärkste Kraft bleiben

Am morgigen Sonntag findet in Japan die Oberhauswahl statt. Die Hälfte der Sitze wird dann neu gewählt. Das Oberhaus entspricht in etwa der Funktion des deutschen Bundestages.

Das Interesse, bzw. die prognostizierte Wahlbeteiligung wird jedoch trotz der enormen Dringlichkeit weiterhin eher gering sein. Laut einer aktuellen Umfrage des Fernsehsenders NHK ist die regierende LDP mit 38,5% stärkste Kraft. Die größte Oppositionspartei DPJ kommt gerade mal auf 8,8%.

Wie auch schon bei den vorausgegangenen Wahlen, sind die Japaner, die mit der derzeitigen Politik (Geheimhaltungsgesetz, Atompolitik trotz Fukushima, der misslungene „Abenomix“) eher unzufrieden sind, weiterhin unmotiviert und pessimistisch, so dass der Gang zur Wahlurne u.U. unterbleiben wird. Davon wird jedoch die Abe-Regierung, dessen Wähler stets treu zur Urne gehen, wieder einmal kräftig profitieren.

Der misslungene „Abenomix“ zeichnet sich auch darin aus, das der Yen immer teurer wird, wozu aktuell auch noch der Brexit beigetragen hat. Unter den steigenden Yen hat vor allem der Exporthandel zu leiden. Die Regierung und die Banken überlegen jedoch Maßnahmen gegen die anhaltende Yen-Deflation.

Siehe auch den ausführlichen Artikel der Neue Züricher Zeitung.

 

Laufzeitverlängerung für Altreaktor 3 am AKW Mihama

Für den Altreaktor Mihama 3, einem DWR, der 1976 in Betrieb ging, erteilt die Atomaufsichtsbehörde NRA nun eine Laufzeitverlängerung für weitere 20 Jahre. Nach dem japanischen Atomgesetz müssen Reaktoren nach einer Laufzeit von 40 Jahre stillgelegt werden. Eine Laufzeitverlängerung kann jedoch, wie im Fall von Mihama, beantragt werden.  

Mihama 3 ist nach Reaktor 1 und 2 am AKW Takahama, Präfektur Fukui, bereits der dritte Altreaktor, der weiterhin am Netz bleiben darf.

 

AKW Hamaoka – Nachbesserungen dauern länger als geplant

Nach Informationen der betreibenden Chubu Elektrizitätswerke dauern die Sanierungsarbeiten am Reaktor 4, AKW Hamaoka, Präfektur Shizuoka länger als geplant. Ursprünglich sollten diese im kommenden September abgeschlossen sein. Diese Nachbesserungen sind für die Freigabe zur Wiederinbetriebnahme durch die Atomaufsichtsbehörde NRA erforderlich. Entsprechende Überprüfungen durch die NRA laufen bereits. Die 22 Meter hohe Tsunamimauer, die im März 2016 fertiggestellt worden ist (antiatom-fuku berichtete), wurde bereits abgenommen.

Bezüglich der Abnahme des Reaktors 4 durch die NRA zeigen sich die Chubu Elektrizitätswerke sehr zuversichtlich.

Als nächstes wird die NRA auch das Katastrophenmanagement für den Fall einer radiologischen Notfallsituation überprüfen.

 

06.07.2016

AKW Genkai – wachsender Widerstand

Nicht nur in der Präfektur Saga in Kyushu, sondern auch in den umgebenen Gemeinden mehrt sich der Widerstand gegen eine mögliche Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 3 und 4 am AKW Genkai. Diese möchten die Kyushu Elektrizitätswerke, die auch das einzige in Japan laufende AKW Sendai betreiben, nach Möglichkeit noch in diesem Jahr wieder ans Netz nehmen. Die Atomaufsichtsbehörde NRA, die die beiden Reaktoren zurzeit noch überprüft, zeigt sich zuversichtlich. Allerdings wächst der Widerstand, nicht nur bei den Bürgern, sondern auch bei den Lokalpolitikern aus dem Umreis, sowie auch aus der Stadt Nagasaki. Der Oberbürgermeister der Stadt Ikari betont neben den Gefahren auch die fehlende Notwendigkeit der AKWs, wie sich in den letzten 5 Jahren nach Abschaltung der restlichen Reaktoren ja bereits gezeigt hatte.

Auch wenn nach der Freigabe der beiden Reaktoren am AKW Genkai durch die Atomaufsichtsbehörde NRA seitens der Präfektur Saga und der Stadt Genkai eine Betriebsgenehmigung erteilt wird, ist es dennoch fraglich, ob die Reaktoren dann letztendlich wirklich angefahren werden dürfen.

 

Kawamata – Rückführung verschoben

Für die Stadt Kawamata, Präfektur Fukushima, die nach Eintritt der Reaktorkatastrophe evakuiert werden musste, plante die Regierung die Aufhebung des Evakuierungsbefehls für Ende August dieses Jahres (Antiatom-fuku berichtete). Nach Widersprüchen durch Gemeindevorstände und weiteren Lokalpolitiker wurde die Aufhebung nun auf Ende März 2017 verschoben. Auch die betroffene Bevölkerung zeigt sich besorgt und ist eher skeptisch gegen diese Rückführungspläne.

Die Regierung hält es jedoch für vertretbar in diese Gebiete zurückzukehren, da diese ja dekontaminiert worden sind. Die immer noch erhöhte Strahlung ist nach Meinung der Regierung nicht gesundheitsgefährdend.  

 

03.07.2016

AKW Ikata – Mehrere Gerichtsverfahren gegen die Wiederinbetriebnahme

Gegen die Wiederinbetriebnahme des Reaktors 3 am AKW Ikata,  Präfektur Ehime laufen bereits mehrere Klagen an verschiedenen Gerichtshöfen. Darunter auch die Klage eines Bürgers aus der Präfektur Ōita im nördlichen Kyushu, was nur 45 km vom AKW Ikata entfernt liegt. Somit wäre auch seine Heimat im Falle einer nuklearen Notfallsituation unmittelbar betroffen. Wie auch schon in den anderen Gerichtsersuchen, wird diese Klage u.a. wegen der Bedrohung für Leib und Leben begründet, zumal das AKW Ikata auch noch im Bereich seismisch aktiver Bruchzonen und nahe des südpazifischen Tiefseegrabens, dem Ryukyu-Graben liegt.

Unabhängig dazu hat sich in der Präfektur Ōita auch eine Bürgerinitiative formiert, die gerichtlich gegen die Wiederinbetriebnahme des AKWs Ikata vorgehen will.

Mit einer endgültigen gerichtlichen Entscheidung ist jedoch nicht vor September zu rechnen. Die Wiederinbetriebnahme des Reaktors 3 ist jedoch schon für Ende dieses Monats geplant (antiatom-fuku berichtete).

 

AKW Tomari – Erneute Überprüfung der Erdbebensicherheit gefordert

Wie an einigen anderen Reaktoren verschiedener AKWs, laufen auch an den Reaktor 1 bis 3 des AKWs Tomari, Landkreis Furuu auf Hokkaido in Nordjapan die Sicherheitsüberprüfungen der Atomaufsichtsbehörde NRA.

Obwohl die Untersuchungen der geologischen Verhältnisse am AKW Tomari eigentlich schon abgeschlossen worden sind, will die Atomaufsichtsbehörde NRA jetzt jedoch noch weitere Analysen bezüglich der Erdbebengefahr durch mögliche seismische Aktivität geologischer Verwerfungen und der Gefahren nahgelegener Vulkane durchführen. Nach Meinung der betreibenden Hokkaido Elektrizitätswerke, die ihre drei Reaktoren aus „wirtschaftlichen Gründen“ möglichst schnell wieder ans Netz nehmen will, sein alle Bedenken unbegründet.

 

Juni

30.06.2016

AKW Fukushima – Neue Erkenntnisse zum Zustand der Kernschmelze

Am havarierten AKW Fukushima dai ichi kam jetzt erneut die sogenannte Myon-Technologie (Ein spezielles „Durchleuchtungsverfahren“) zum Einsatz, um den Status der geschmolzenen Brennelemente zu erfassen. Reaktor 1 wurde bereits letztes untersucht. Hier hat die Kernschmelze dem Boden des Reaktorsicherheitsbehälters durchdrungen (antiatom-fuku berichtete). Das Brennmaterial der Reaktoren 2 und 3 galt bisher als nicht auffindbar.

Jetzt wurde jedoch mittels der Myon-Technologie ein großer schwarzer Schatten auf dem Boden des Reaktorbehälters geortet, womit jetzt anzunehmen ist, dass das geschmolzene Brennmaterial wahrscheinlich noch im Reaktorinneren ist.

Auf Grundlage dieser Erkenntnisse und der Erhebung weiterer Daten will der Betreiber Tepco das weitere Vorgehen bei der Entfernung der Kernschmelze und den Rückbau planen.

 

Radioaktives Erdreich für den landesweiten Straßenbau

Das Umweltministerium hat heute die landesweite „Wiederverwertung“ des radioaktiv verseuchten Erdreichs aus der Präfektur Fukushima offiziell beschlossen. Darunter fällt Erdreich, was im Rahmen der Dekontamination radioaktiv verseuchter Bodenflächen angefallen ist und einen Cäsiumwert von 8000 Bq unterschreitet. „Verwendet“ werden soll das Erdreich vorwiegend im Straßenbau.

Diese „Vorgehensweise“ war schon von Anfang an unter den Experten und der Bevölkerung heftig umstritten, wird aber von der Regierung als bedenkenlos eingestuft. Denn die Regierung ist der Auffassung, dass eine „homogene“ Verteilung der radioaktiv kontaminierten Erde gesundheitliche Gefahren der radioaktiven Stoffe senken würde.

 

29.06.2016

AKW Genkai – Aussicht auf Betriebsgenehmigung

Auf der heutigen Aktionärshauptversammlung verkündete der Konzernchef Uryu, dass die finanzielle Situation für die Kyushu Elektrizitätswerke weiterhin schwierig ist und um dieses auszugleichen, die beiden Reaktoren 3 und 4 am AKW Genkai ziemlich rasch, also nach Möglichkeit noch in diesem Geschäftsjahr wieder in Betrieb genommen werden müssten. Bezüglich der laufenden Sicherheitsüberprüfungen durch die Atomaufsichtsbehörde NRA, zeigt sich Uryu sehr zuversichtlich und rechnet fest mit einer baldigen Freigabe der beiden Reaktoren.

Ob für den Reaktor 2, der vor 35 Jahre in Betrieb ging, eine Laufzeitverlängerung beantragt werden soll, wird noch überlegt. Dazu konnte Uryu noch keine Stellung nehmen. Denn laut dem Gesetz müssen alle Reaktoren, die seit 40 Jahren in Betrieb sind, stillgelegt werden, wenn keine Laufzeitverlängerung beantragt und genehmigt worden ist.

 

Baustelle „AKW Ōma“ eine Investitionsruine

Am noch nicht fertig gestellten AKW Ōma, Präfektur Aomori, verzögert sich der Zeitplan weiterhin. Und es ist auch noch nicht einmal klar, ob es jemals in Betrieb gehen wird. Denn würde man den bisherigen Bauplan folgen, entspräche es nicht den jetzigen Sicherheitsanforderungen der Atomaufsichtsbehörde NRA. Aufwändige Nachbesserungen wären an den bereits fertiggestellten Bauabschnitten ebenfalls nötig.

Das AKW Ōma, im Grunde genommen ein Forschungsreaktor, besteht aus einer „verbesserten“ Form des Siedewasserreaktors, der ausschließlich mit plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen bestückt werden soll. Ursprünglich sollte der Voll-MOX-Reaktor sogar schon 2012 in Betrieb gehen, hat aber bisher nur Unsummen an Geld verschlungen, ohne eine einzige kw/h Strom zu liefern. Der Bau ist bis heute noch nicht fertiggestellt.

Der Betreiber Dengenkaihatsu (J-Power) wollte mit diesem Reaktortyp den sogenannten Brennstoffkreislauf (Recycling gebrauchter Uranbrennstäbe) schließen und plante sogar schon weitere Reaktoren dieser Art.  

Minister Kawano (LDP), der in der Regierung, um die Regierungsarbeit zu optimieren, eine beratende Funktion hat, hatte nun zum Gutachten des Wirtschaftsministeriums eine vollständige Offenlegung der Finanzen des AKWs Ōma gefordert. Denn mit dem Projekt „AKW Ōma“ befürchtet er, wie auch schon am Schnellen Brüter Monju, eine absolute Investitionsruine, die nur Geld verschlingt, ohne Nutzen zu bringen. Fraglich ist nur, ob der atombefürwortende Ministerpräsident Shinzo Abe seinen Rat folgen wird.

 

27.06.2016

Forscherteam untersucht Cäsium-Fallout in Tokyo

Ein Forscherteam der Universität Kyushu, unter der Leitung von Professor Utsunomiya hat den radioaktiven Fallout, der vier Tage nach Eintritt der Reaktorkatastrophe von Fukushima in Tokyo niederging, untersucht. Die Proben wurden alle am 15.11.2011 gesammelt. Davon waren 89% des Cäsium-Fallout als glasverschmolzene Partikel niedergegangen. Tokyo liegt 230 km südlich der Reaktorruine Fukushima.

Die Experten kommen zu dem Schluss, dass unter diesem Aspekt die gesundheitlichen Auswirkungen für Tokyo neu bewertet werden müssen.  

 

AKW Fukushima – erneut Leckagen in Lagertank

Am havarierten AKW Fukushima dai ichi entdeckten Arbeiter eines Subunternehmers im Bereich der Lagertanks Leckagen, aus denen hochradioaktives strontiumhaltiges Wasser tropfte. Die Undichtigkeit befand sich im Bereich der Bolzen, die die Stahlplatten des Tanks verbinden. Laut dem Betreiber Tepco wären höchstens 72 Liter herausgetropft, die auch innerhalb des Schutzwalls verblieben und nicht ins Erdreich gedrungen sind.

 

AKW Ikata: Reaktor 3 beladen

Am AKW Ikata, Präfektur Ehime wurde Reaktor 3 mit 157 Brennelementen, darunter 16 MOX bestückt. Die Arbeiten haben vier Tage gedauert und verliefen planmäßig. Am 28.07.2016 soll der Reaktor angefahren werden und ab Mitte August im Leistungsbetrieb laufen, so die Pläne der betreibenden Shikoku Elektrizitätswerke.

 

25.06.2016

Bevorstehende Oberhauswahl im Juli

Am 10.07.2016 finden in Japan die Oberhauswahlen statt. Denn am 25.07.2016 endet die Amtszeit der jetzigen Abgeordneten im Oberhaus.

Das Oberhaus ist ähnlich wie der deutsche Bundesrat, der u.a. die vom Unterhaus (ähnlich dem Bundestag) beschlossenen Gesetzen zustimmt, bzw. ablehnt. Ohne dessen Zustimmung können neue Gesetze i.d.R. nicht in Kraft treten.   

Bei der jetzigen Oberhauswahl könnte die regierende LDP/Komeito im günstigsten Fall sogar eine Zweidrittelmehrheit erreichen. Das würde bedeuten, dass die vom Unterhaus beschlossenen Gesetze im Oberhaus aufgrund der LDP-Mehrheit problemlos durchgewunken werden, da die Opposition zu klein geworden ist. Somit wäre u.a. der Beschluss fragwürdiger Gesetze, die nicht nur die Demokratie, sondern auch die Meinungsfreiheit weiter untergraben ohne weiteres möglich.

Schon alleine die LDP könnte ohne ihren kleinen Koalitionspartner Komeito problemlos 222 der 389 Sitze erreichen und dadurch fast ein komplettes Monopol im Regierungsparlament bilden.

Umfragen zufolge ist ein Drittel der Wahlberechtigten noch sehr unschlüssig. Vor allem Regierungskritiker, die die „Abe-Dominanz“ eingrenzen wollen, versuchen nun die Unentschlossen von der Wichtigkeit der bevorstehenden Wahl zu überzeugen, damit ein völliges Monopol der LDP entgegengewirkt werden kann. Denn in Vergangenheit ist die Wahlbeteiligung stets sehr gering gewesen.

 

AKW Fukushima dai ichi – Bilanz der letzten Tage

Am havariertem AKW Fukushima dai ichi bestehen die Probleme mit der „Eismauer“ weiterhin. Trotz intensiver Bemühung gefrieren die küstenseitigen Abschnitte nicht und auch im bergseitigen Abschnitt ist die Mauer „löchrig“.

Die sogenannte Eismauer, die über ein unterirdisches Rohrsystem den Erdboden rings um die Reaktoren 1 bis 4 gefrieren soll, sollte eigentlich eine wirksame Barriere für das hochradioaktive Wasser aus der Reaktorkühlung sein, damit es nicht mehr ins Meer läuft. Die von Anfang an heftig umstrittene Eismauer wird seit März dieses Jahres Schritt für Schritt in Betrieb genommen (antiatom-fuku berichtete) und sollte eigentlich bis August komplett gefrostet sein, so die ursprüngliche Planung des Betreibers Tepco.

Die Aufräumarbeiten am Reaktor 1 mussten wegen einem Defekt an der Saugvorrichtung für Kleintrümmer kurz unterbrochen werden. Aus dem Getriebe des Gerätes tropfte Öl. Das defekte Teil wurde daraufhin ausgetauscht.

Zurzeit werden dort, um das Abklingbecken freizulegen Kleintrümmer aus dem oberen Geschoss, aufgesogen. Größere Teile sollen dann per Kran entfernt werden.

 

23.06.2016

AKW Ikata – Reaktor 3 wird ab morgen bestückt

Am AKW Ikata, Präfektur Fukui laufen die Vorbereitungen für die Wiederinbetriebnahme des Reaktors 3 auf Hochtouren. Dieser soll ab Morgen Vormittag mit 157 Brennelementen beladen werden. Diese Arbeiten dauern voraussichtlich 4 Tage und sollen am 27.06.2016 abgeschlossen sein.

Unter den Brennelementen befinden sich auch 16 plutoniumhaltige MOX-Brennelemente. Die Wiederinbetriebnahme des Reaktors ist für Ende Juli geplant.

20.06.2016

AKW Takahama: Laufzeitverlängerung für zwei Altreaktoren

Die Atomaufsichtsbehörde NRA erteilte den Kansai Elektrizitätswerken heute eine Laufzeitverlängerung für die Reaktoren 1 und 2 am AKW Takahama, Präfektur Fukui. Diese beiden Altreaktoren, die 1974 und 1975 in Betrieb gingen, dürfen nun für weitere 20 Jahre betrieben werden, also insgesamt für60 Jahre!

Laut den Kansai Elektrizitätswerken sollen die beiden Reaktoren, um den Sicherheitsanforderungen der NRA zu entsprechen, in den kommenden 3½ Jahren aufwendig nachgerüstet werden. Diese könnten dann, nach einem Langzeitstillstand seit 2011, im Herbst 2019 wieder ans Netz gehen.  

Der Betrieb der Reaktoren 3 und 4 wurde aufgrund unzureichender Sicherheit bei Naturkatastrophen und wegen der Störanfälligkeit per Gericht verboten (antiatom-fuku berichtete).

 

19.06.2016

AKW Takahama – Reaktoren werden wieder entladen

Nach dem Gerichtsurteil vom vergangenen Freitag (antiatom-fuku berichtete), rechnen die Kansai Elektrizitätswerke nun mit einem längeren Stillstand ihrer beiden Reaktoren 3 und 4 am AKW Takahama, Präfektur Fukui.

Die Kansai Elektrizitätswerke, die gegen das Urteil von März dieses Jahres klagten, scheiterten am Freitag vor dem Landgericht Ōtsu, so dass die beiden Reaktoren weiterhin nicht betrieben werden dürfen.

In Folge dessen beschloss die Konzernleitung, dass die Brennelemente nun aus beiden Reaktoren wieder entfernt und in die jeweiligen Abklingbecken verbracht werden sollen. Reaktor 4 soll Anfang August und Reaktor 3 Ende August entleert werden. Diese Arbeiten dauern, wie schon auch bei der Beladung der Reaktoren, jeweils 4 Tage. Unter den jeweils 157 Brennelementen, die eingesetzt worden sind, befinden sich 24 MOX- im Reaktor 3 und 4 MOX-Brennelemente in Reaktor 4.    

 

18.06.2016

AKW Takahama, weiterhin Betriebsverbot - Kansai E`Werke scheitern vor Gericht

Die Kansai Elektrizitätswerke, die nach dem gerichtlichen Betriebsverbot ihrer beiden Reaktoren 3 und 4 am AKW Takahama, Präfektur Fukui geklagt hatten, sind gestern vor dem Landgericht Ōtsu gescheitert.

Nach dem der Weiterbetrieb der beiden Reaktoren 3 und 4 am AKW Takahama per Gericht untersagt worden ist (LG Ōtsu, Urteil vom 09.03.2016, antiatom-fuku berichtete), klagten die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke gegen dieses Urteil. Die Klage des Betreibers wurde jedoch bei der gestrigen Verhandlung, die ebenfalls am Landgericht Ōtsu stattfand, abgewiesen, so dass die beiden Reaktoren weiterhin nicht in Betrieb genommen werden dürfen.

Begründet wird das Urteil damit, dass die Mängel, die im März zum Betriebsverbot geführt hatten, weiterhin vorhanden sind. Dazu zählen neben den allgemeinen Gefahren für Mensch und Umwelt, vor allen die unzureichende Erdbeben- und Tsunamisicherheirt des AKWs.

 

AKW Ikata – Reaktor 3 soll am 26.07.2016 angefahren werden

Wie die betreibenden Shikoku Elektrizitätswerke auf ihrem gestrigen Zusammentreffen bekannt gaben, soll der Reaktor 3 am AKW Ikata, Präfektur Ehime am 26.07.2016 angefahren werden. Verläuft alles nach Plan, so der Betreiber, würde ab dem 29.07.2016 die Stromproduktion beginnen.

Dieser Reaktor ist somit der 5., der nach Freigabe der Atomaufsichtsbehörde NRA wieder in Betrieb genommen werden darf.

Zurzeit laufen landesweit jedoch „nur“ 2 Reaktoren am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima, da der Betrieb der Reaktoren 3 und 4 am AKW Takahama, Präfektur Fukui im März dieses Jahres per Gericht verboten worden ist.  

 

14.06.2016

AKW Ikata, Reaktor 3 – Vorbereitungen zur Wiederinbetriebnahme laufen

Am AKW Ikata, Präfektur Ehime laufen am Reaktor 3 die Vorbereitungen für die Wiederinbetriebnahme, die für Ende Juli angesetzt ist. Somit würden dann landesweit Reaktoren laufen.

Nach Plänen der betreibenden Shikoku Elektrizitätswerke soll der Reaktor 3 ab den 24.06.2016 mit 157 Brennelementen, darunter 16 plutoniumhaltige MOX-Brennelemente beladen werden. Die gesamten Vorbereitungen werden durch die Atomaufsichtsbehörde NRA begleitet, was im Grunde genommen aber nur das Sicherheitsgefühl bei den Bürgern erhöhen soll, indem der Anschein einer strengen Überwachung entsteht.

Der Großteil der Anwohner lehnt die ohnehin unnötige Wiederinbetriebnahme des AKWs jedoch weiterhin ab. Vor dem AKW Ikata und in der Umgebung finden regelmäßig Proteste, sowie Sitzblockaden vor dem Haupttor statt.

 

12.06.2016

Radioaktiv verseuchte Gebiete – weitere Freigaben für Rückkehr

Die japanische Regierung, die die Akte „Fukushima“ so rasch wie möglich schließen will, treibt die Rückführung in die radioaktiv verseuchten Gebiete weiter voran. So hat die Regierung die Ortschaft Katsurao zum Teil komplett (in der Skizze grün) und für den Aufenthalt tagsüber (gelb) freigegeben. Nur der nordöstliche Teil der Ortschaft Katsurao (rot) bleibt weiterhin Sperrzone. Ein Teil von Kawauchi wird in Kürze freigegeben. In Minamisoma sollen gesperrte Bereiche für den Aufenthalt über Tag freigegeben werden. Der nördliche Teil „darf“ bereits wiederbesiedelt werden. Die Ortschaft Iitate, die mitten in der „Schmauchspur“ liegt, soll nach Plänen der Regierung ab März 2017 sogar komplett frei, bzw. zur stundenweise Rückkehr frei gegeben werden. Eine kleinere Ortschaft südlich von Iitate könnte sogar ab dem kommenden August freigegeben werden.

Derzeit laufen noch Dekontaminierungsarbeiten, bei denen radioaktiv kontaminierte Bodenflächen abgetragen werden. Dadurch kann die Strahlung jedoch nicht nachhaltig gesenkt werden und steigt nach einigen Monaten sogar wieder an. Die Regierung hält eine Strahlenobergrenze bis 20 mSv/a allerdings für tolerabel. Für die Ortschaften, die sich in direkter Nachbarschaft zum AKW Fukushima dai ichi befinden, sieht die Regierung ebenfalls eine Wiederbesiedelung in nächsten Jahren vor.

Die grünen Bereiche auf der Skizze wurden bereits ab 2014 nach und nach für die Rückkehr freigegeben (antiatom-fuku berichtete).

 

Für Iitate – „Infoveranstaltung“ für Strahlenflüchtlinge

Für die geflüchteten Einwohner aus Iitate fand heute eine Informationsveranstaltung statt, bei der Regierungsvertreter den „Erfolg“ der Flächendekontamination und die Pläne der Regierung für die Rückführung nach Iitate vorstellte. Die Ortschaft Iitate liegt mitten in der Schmauchspur, der stark radioaktiv kontaminierten Zone, die vom havariertem AKW Fukushima dai ichi nach Nordwesten in Richtung Fukushima-City zieht.

Die etwa 90 Teilnehmer zeigen sich gegenüber den Plänen der Regierung jedoch eher skeptisch und sorgen sich wegen der immer noch erhöhten Strahlung in Iitate.

 

AKW Takahama – mögliche Laufzeitverlängerung für Altreaktoren

Gegen die Kansai Elektrizitätswerke, die eine Laufzeitverlängerung für die beiden Altreaktoren 1 und 2 am AKW Takahama, Präfektur Fukui beantragt hatten, klagen nicht nur Bürgerinitiativen, sondern auch Greepeace Japan. Begründet werden die Klagen vor Gericht neben den üblichen Gefahren vor allem mit der unzureichenden Erdbebensicherheit des AKWs. Denn die Atomaufsichtsbehörde NRA, die die beiden Reaktoren noch überprüft, stellte nämlich schon ihre Zusage in Aussicht.

Der Weiterbetrieb der beiden etwas neueren Reaktoren 3 und 4 wurde im März per Gericht verboten. Am Reaktor 4 kam es auch kurz nach Wiederanfahren im Februar zu einem Störfall mit RESA (antiatom-fuku berichtete).

 

AKW Ikata: Sitzblockade am Haupttor

Am AKW Ikata versammelten sich am Wochenende wieder ca. 150 Leute vor dem Haupttor und protestierten gegen die Wiederinbetriebnahme des Reaktors 3. Anlass ist die bevorstehende Wiederinbetriebnahme des Reaktors 3, der Ende dieses Monats mit Brennelementen bestückt und im Juli wieder angefahren werden soll.

Die Sitzblockaden am Haupttor finden regelmäßig statt und waren vor allen gestern, am „elften“ sehr gut besucht. Der „elfte“ eines Monats ist stets eine Mahnung und ruft zu landesweiten Protesten auf. Auch die Erdbebenserie von Kumamoto, Kyushu rüttelte viele Leute wieder wach.

 

09.06.2016

AKW Fukushima - IRID forscht an neuen Roboter zur Erkundung der Kernschmelze in Reaktor 3

Das internationale Forschungszentrum für Reaktorstilllegung (IRID) entwickelt derzeit einen schwimmenden Unterwasserroboter, der am havariertem AKW Fukushima dai ichi eingesetzt werden soll. Nach Plänen der IRID soll dieser dann das Innere des Reaktors 3 inspizieren und Auskunft über den Zustand der geschmolzenen Brennelemente geben. Diese sind mit aller Wahrscheinlichkeit komplett geschmolzen, aus dem Reaktorsicherheitsbehälter entwichen und auf Boden des Reaktordruckbehälters geflossen, bzw. ins Betonfundament eingedrungen.

Der Roboter soll über dann über eine Rohrleitung ins Innere eingebracht und unter Wasser navigiert werden. Das Kabel des Roboters, bzw. kleine Trümmerteile könnten jedoch sehr hinderlich sein. Er muss auch sehr wendig und klein sein, damit er durch die Rohrleitungen passt. An diesen Problemen arbeiten die Ingenieure noch, sind aber sehr zuversichtlich, dass der Roboter 2017 schon eingesetzt kommen wird.  

 

Fukushima – Neue Offsite Center für beide AKWs

Wie die Atomaufsichtsbehörde NRA nun bekannt gab, soll ab Juli jeweils ein neues Offsite-Center für das AKW Fukushima dai ichi in Minamisoma und für das AKW Fukushima dai ni in Naraha eröffnet werden. Von dort aus soll dann das weitere Vorgehen am AKW Fukushima dai ichi und dai ni koordiniert werden.

 

Schneller Brüter Monju – NRA empfiehlt Stilllegung

Die Atomaufsichtsbehörde NRA empfiehlt dem Ministerium für Erziehung, Kultur, Wirtschaft und Technik (MEXT) die endgültige Stilllegung des schnellen Brüters Monju, Präfektur Fukui.  

Der schnelle Brüter Monju war einst der große Traum vom geschlossenen Brennstoffkreislauf (Wiederverwertung) und ewiger Energiequelle. In der Realität hat der Brüter jedoch nur Unsummen an Geld verschlungen, viel Schaden verursacht, nur sage und schreibe zwei Monate Energie geliefert, hochradioaktiven Abfall hinterlassen, weitere Folgekosten und Probleme hinterlassen. Eine Wiederinbetriebnahme wäre sehr illusorisch. Davon ist die Regierung jedoch noch nicht ganz überzeugt.

 

Radioaktives Erdreich soll landesweit „wiederverwertet“ werden

Radioaktiv kontaminiertes Erdreich aus der Präfektur Fukushima, was dort überall abgetragen worden ist, soll nun laut einer Empfehlung des Umweltministeriums im ganzen Land verteilt und dann im Straßen- und Dammbau wiederverwendet werden. „Wiederverwertet“ soll Erdreich mit einem Cäsiumgehalt bis zu 8000 Bq/m³. Dadurch sollen die zahllosen Lagerplätze für radioaktive Säcke in der Präfektur Fukushima reduziert werden. Innerhalb der Präfektur kamen solche „Recycling Maßnahmen“ bereits zur Anwendung.

Radioaktives Erdreich, Laub und Dreck (Bild: AF)

 

05.06.2016

AKW Fukushima: Hochradioaktiv verseuchter Schornstein einsturzgefährdet

Am havariertem AKW Fukushima dai ichi ragen 3 Schornsteine empor, wovon der erste, der sich zwischen den Reaktoren 1 und 2 befindet, deutliche Bruchstellen am Haltegerüst aufweist. Der 120 Meter hohe Schornstein weist neben kleineren Defekten vor allem in der Mitte des Haltegerüstetes 10 Bruchstellen auf, an denen die Stangen an den Schweißnähten sogar komplett durchgebrochen sind. Er ist somit instabil und könnte beim nächsten Erdbeben auf halber Höhe, also auf 55 bis 66 Meter abknicken, so dass das obere Ende herunterstürzt.

Nach Vermutungen des Betreibers Tepco sind die Schäden am Haltegerüst durch die enorme Erschütterung des starken Erdbebens vom 11.03.2011, der Druckwelle, die durch die Wasserstoffexplosion von Reaktor 1 hervorging und den zahlreichen Nachbeben entstanden. Dadurch hatte der Schornstein ziemlich stark gewackelt, wodurch das Haltegerüst zu stark beansprucht worden ist.

Tepco sieht nun vor, die obere Hälfte des Schornsteins zu demontieren, bevor diese von alleine herunterkracht. Allerdings gestaltet sich der Rückbau schwer, da der Schornstein, inklusive der dazugehörigen Rohrleitungen von Innen hochradioaktiv kontaminiert ist. Die hohe Radioaktivität erklärt sich durch das Venting von Reaktor 1, als dieser nach Beginn der Kernschmelze dringend druckentlastet werden musste.

Somit ist die Demontage der oberen Hälfte des Schornsteins nur über eine Fernsteuerung möglich. Die Arbeiten werden auch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Das untere Stück, was eine noch höhere Strahlung aufweist, soll erst einmal stehen bleiben.

Abbildung einer der Bruchstellen am Haltegerüst (Tokyo Shinbum online).

 

NRA – will hochradioaktives Abwasser ins Meer verklappen

Im aussichtslos erscheinenden Kampf gegen das hochradioaktiv verseuchte Wasser am AKW Fukushima dai ichi drängt die Atomaufsichtsbehörde NRA weiterhin darauf, das hochradioaktive Wasser, was auf dem Gelände in Tanks lagert ins Meer zu verklappen.

Einige Abschnitte der unterirdischen „Eismauer“, die die Reaktoren 1 bis 4 umschließt, gefrieren nicht, so dass das radioaktiv verseuchte Wasser aus der Reaktorkühlung weiterhin hindurchdringt (antiatom-fuku berichtete). Die Atomaufsichtsbehörde NRA hat zwar einer Zementverfüllung der Leckagestellen zugestimmt, glaubt jedoch immer weniger an den Erfolg der Eismauer. Die Lagertanks mit dem hochradioaktiven Wasser weisen auch ständig Leckagen auf. Das hochradioaktive Tritium kann ebenfalls nicht herausgefiltert werden, so dass die NRA die Verklappung des Wassers ins Meer weiterhin als einfachste und kostengünstigste „Lösung“ anpreist. Die Fischereigenossenschaften, sowie Bürgerinitiativen lehnen diesen „Vorschlag“ weiterhin ab und die Regierung hält sich diskret zurück.

 

04.06.2016

AKW Tokai: 750 Liter radioaktive Flüssigkeit ausgetreten

Am AKW Tokai, Präfektur Ibaraki entdeckten Mitarbeiter gestern Nachmittag um 14:55 Uhr im Reaktorgebäude 2 eine große „Wasserlache“ auf dem Boden. Hierbei handelt es sich um radioaktive Flüssigstoffe, die dort in Fässern gelagert werden. Nach ersten Messungen ergibt die Strahlung der ausgetretenen Flüssigkeit, insgesamt etwa 750 Liter, einen Wert von 1700 Bq/cm³. Die festgelegte Obergrenze liegt bei 40 Bq/cm³, so dass die betreibende Japan Atomic Power Company noch am selben Nachmittag ein Zutrittsverbot für die betroffenen Bereiche verhängte. Laut der Japan Atomic Power wurden jedoch keine Mitarbeiter kontaminiert und es wäre auch nichts in die Umwelt gelangt.

Es wird vermutet, das durch Druckerhöhung in den Fässern Leitungen undicht geworden sind, aus denen die radioaktive Flüssigkeit dann ausgetreten ist.

 

AKW Hamaoka – Atommülltransport nach Rokkasho

Die Chobu Elektrizitätswerke, die das AKW Hamaoka, Präfektur Shizuoka betreiben, wollen im Januar 2017 640 Fässer mit schwachradioaktiven Abfallstoffen, die dort lagern, in das Atommüllzwischenlager Rokkasho, Präfektur Aomori, Nordjapan verfrachten. Laut dem Betreiber sollte dies bereits diesen Monat geschehen, wurde jedoch aufgeschoben, da der Deckenkran der Lagerhalle, wo sich die Fässer befinden defekt ist.

Ob der Transport über die Schiene oder per Schiff erfolgen soll, ist bisher nicht bekannt.  

 

01.06.2016

AKW Ikata – weitere Gerichtsklagen gegen Wiederinbetriebnahme

Vor dem Landgericht Matsuyama, Präfektur Ehime klag eine Bürgerinitiative, die die für Ende Juli geplante Wiederinbetriebnahme von Reaktor 3 am AKW Ikata per einstweilige Verfügung verbieten lassen will. Laut den Rechtsanwälten finden dazu erst einmal mehrere Anhörungen statt, die sich bis November hinziehen können. Erst danach kann mit einem Urteil gerechnet werden.

Der Reaktor 3 am AKW Ikata wurde von der Atomaufsichtsbehörde NRA als sicher deklariert und zur Wiederinbetriebnahme freigegeben (antiatom-fuku berichtete).

Weitere AKWs, die als nächstes eine Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme erhalten könnten, sind die Reaktoren 3 und 4 am AKW Genkai, Präfektur Saga, Kyushu in Südjapan und Reaktor 3 am AKW Tomari, Hokkaido in Nordjapan.   

 

Sperrzone – Regierung treibt Rückführung voran

Nach einem Beschluss der Regierung (Kabinettssitzung vom 31.05.2016), sollen nun die Ortschaften Kawauchimura und Katsurao, sowie Teile von Minamisoma, die in  der 20-km-Sperrzone liegen für „Rückkehrwillige“ wieder freigegeben werden. Diese Gebiete liegen nahe den havariertem AKW Fukushima dai ichi und sind dem entsprechend radioaktiv verseucht. Die durchgeführten Dekontaminierungsmaßnahmen sind, wie sich in der Vergangenheit schon laufend gezeigt hat, nicht sonderlich nachhaltig. Nach kurzer Zeit steigt die Radioaktivität stets wieder an.

Die Sperrzone, die zunächst in einen Radius von 20 km um das AKW gewesen ist, wurde hinterher in drei Zonen eingeteilt und die Außengrenze der Strahlenhöhe angepasst (antiatom-fuku berichtete darüber). Die „roten Bereiche“, dort wo die Strahlung über 50 mSv/a liegt, sollen nach Plänen der Regierung ebenfalls dekontaminiert und dann ab März 2017 wieder freigegeben werden. In Gebieten mit Werten bis zu 20 mSv/a hält die Regierung eine Rückkehr auch für Kinder vertretbar.

Geflüchtete, die wieder in ihre Häuser zurückkehren „können“, haben keinen Anspruch mehr auf Entschädigungszahlungen. Es ist zu vermuten, dass hier die Kostenersparnis vor der Gesundheit der Betroffenen steht.    

 

Mai

 

30.05.2016

AKW Fukushima dai ichi – Beginn der Trümmerräumung am Reaktor 1

Am AKW Fukushima dai ichi wurde jetzt mit der Räumung der Trümmer vom Reaktorgebäude 1, was im März 2011 durch eine Wasserstoffexplosion stark beschädigt worden ist, begonnen. Dazu wird auch eine Art „Staubsauger in groß“ eingesetzt, der pro Tag etwa 1,5 t Kleintrümmer aufsaugen kann (antiatom-fuku berichtete über dieses Gerät). Diese Maßnahme dient u.a. auch zur Vorbereitung für die Räumung der großen Trümmerteile. Damit soll verhindert werden, dass radioaktive Partikel in der Luft umherwirbeln. Dafür wird zusätzlich auch eine Lösung versprüht, die die Partikel bindet.  

Ab September dieses Jahres sollen dann die Seitenwände der Schutzhülle, die im September 2011 errichtet worden ist, abgebaut werden. Das Dach wurde bereits im vergangenen Herbst entfernt. Ab 2020 sollen dann die Brennelemente aus dem Abklingbecken entnommen werden.  

 

29.05.2016

Schneller Brüter Monju: JAEA stellt erneut Antrag auf Betriebsgenehmigung

Die JAEA, die den schnellen Brüter Monju in der Präfektur Fukui betreibt, will in den nächsten Tagen erneut einen Antrag auf Überprüfung und Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme bei der Atomaufsichtsbehörde NRA einreichen.

Die Wiederinbetriebnahme des schnellen Brüters wurde im Mai 2013, nach dem zahllose Mängel festgestellt worden sind, von der NRA untersagt. Eine ganze Reihe von Wartungs- und Prüfdokumente fehlten. Fälschungen wurden ebenfalls aufgedeckt.

2015 erhielt die JAEA wieder keine Betriebsgenehmigung, da die erbrachten Nachbesserungen nur unzureichend gewesen sind.

Der schnelle Brüter Monju befindet sich seit dem Natriumunfall von Dezember 1995 im Langzeitstillstand. Damals kam es, nach dem der Reaktor gerade mal 3 Monate in Betrieb war, zu einem Zwischenfall, bei dem Natrium ausgetreten ist. 2010 Testbetrieb des wieder instand gesetzten Reaktors. Der Testlauf verlief jedoch mit Komplikationen, so dass er abgebrochen werden musste. Auch damals schon stellte die frühere Atomaufsichtsbehörde NISA Unregelmäßigkeiten in den Prüfberichten fest.  

Laut der JAEA wären die nötigen Dokumente jetzt jedoch vollständig und der Reaktor in einem technisch einwandfreien Zustand, so man nun erneut einen Antrag auf Überprüfung auf Erfüllung der neuen Sicherheitsstandards mit nachfolgender Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme bei der NRA einreichen will.   

 

28.05.2016

AKW Ikata - Gemeinden fordern erneute Überprüfung durch die NRA

Bürgermeister und Gemeindeverwaltungen im Umfeld des AKWs Ikata, Präfektur Ehime fordern die Atomaufsichtsbehörde NRA auf, den Reaktor 3 am AKW Ikata erneut auf Erfüllung der Sicherheitsanforderungen zu überprüfen.

Anlass für die plötzliche Meinungsänderung der Bürgermeister und Gemeindevorstände ist die kürzlich eingetretene Erdbebenserie von Kumamoto (antiatom-fuku berichtete), die einem die Gefahren von AKWs in Erdbebengebieten wieder einmal verdeutlichte. Die Bürgermeister begründen ihre jetzige Ablehnung gegenüber der Wiederinbetriebnahme des Reaktors damit, dass man die eh schon besorgte Bevölkerung keine unnötigen Gefahren aussetzen sollte.

Dazu haben 209 Bürgermeister aus 26 Städten und Gemeinden aus der Umgebung, wovon sich 7 Ortschaften direkt im 30-km-Umkreis zum AKW Ikata befinden, einen schriftlichen Antrag an die NRA gestellt.  

Der Reaktor 3 am AKW Ikata wurde durch die NRA überprüft und zur Wiederinbetriebnahme freigegeben. Und die Bürgermeister/Gemeindevorstände wollten der Wiederinbetriebnahme ja auch zustimmen, wenn das Erdbeben von Kumamoto diese nicht wachgerüttelt hätte.

Nach Plänen der betreibenden Shikoku Elektrizitätswerke soll der Reaktor im Juni mit Brennelementen bestückt und Ende Juli wieder angefahren werden. Auch plutoniumhaltige MOX-Brennelemente sollen hier zum Einsatz kommen.  

 

27.05.2016

Hochradioaktives Tritium soll ggf. ins Meer verklappt werden

Auf der heutigen Konferenz, bei der Fachleute vom Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie, das Amt für Rohstoffen und Energie, sowie der Stromkonzern Tepco zusammenkamen, war das hochradioaktiv verseuchte Wasser in den Lagertanks am havarierten AKW Fukushima dai ichi das Hauptthema. Das besagte Wasser wurde zwar durch die Filteranlage ALPS soweit es überhaupt möglich ist „gereinigt“, ist aber durch das Tritium, was sich nicht herausfiltern lässt, weiterhin hochradioaktiv.

Denn das hochradioaktive Tritium („überschweres“ Wasser) ist dem „normalen Wasser chemisch gesehen sehr ähnlich, wodurch es nahezu unmöglich wird es herauszufiltern.

Die Teilnehmer der Konferenz sprachen sich dafür aus, dass der Verdünnungseffekt ausreichend sei, wenn man das Tritiumwasser ins Meer verklappen würde. Zudem sei das auch die kostengünstigste Lösung.

Schon in der Vergangenheit wurde von verschiedenen Atomlobbyisten diese Art von „Problemlösung“ vorgeschlagen (antiatom-fuku berichtete), was jedoch nicht nur bei den örtlichen Fischereiverbänden, sondern auch bei den Bürgern und Umweltverbänden auf harsche Kritik stößt.  

 

G-7-Treffen – Klimaschutz eher nur am Rande

Das zweitägige G-7-Treffen in Ise, Präfektur Mie ging heute zu Ende. Neben den zwar auch wichtigen Themen wie Stabilisierung Weltwirtschaft, Terror und Fluchtursachen bekämpfen, kam die Energiepolitik eher zu kurz. Siehe dazu den Artikel vom Spiegel online.

Anschließend besuchte Barak Obama Hiroshima, gedachte der Atombombenopfer, plädierte für eine Welt ohne Atomwaffen und sprach auch mit Zeitzeugen. Somit ist Obama der erste US-Präsident der USA, der Hiroshima, was neben Nagasaki durch eine US-Atombombe zerstört worden ist.  

 

26.05.2016

Eismauer am AKW Fukushima – Teilabschnitt gefriert nur unvollständig

Am AKW Fukushima dai ichi gibt es erste ernsthafte Probleme mit der sogenannten unterirdischen Eismauer. Diese wird seit dem März dieses Jahres abschnittsweise gefrostet und soll im kommenden August komplett, also rund herum in Betrieb sein (antiatom-fuku berichtete).

Die Eismauer funktioniert über ein unterirdisches Rohrsystem, was die Reaktoren 1 bis 4 umschließt und über eine zirkulierende chemische Flüssigkeit den Erdboden im Bereich der havarierten Reaktoren gefriert. Somit soll verhindert werden, dass das hochradioaktiv verseuchte Wasser aus der Reaktorkühlung ins Meer gelangt.

Weißer Bereich rechts im Bild: Teilabschnitt der Eismauer gefriert nicht (Skizze AF)

Allerdings wurde gestern festgestellt, dass ein küstenseitiger Teilabschnitt der Eismauer nicht vollständig gefriert, so dass eine Leckage, durch die das hochradioaktive Wasser dringt, entstanden ist. Der Betreiber Tepco will nach Rücksprache mit der Atomaufsichtsbehörde NRA die Leckage mit Zement verschließen.

 

Klage vor Gericht – Tepco muss Schadensersatz an Hinterbliebene zahlen

Nach einem Gerichtsurteil vom 25.05.2016, was am Landgericht Tokyo gefällt worden ist, muss der Stromkonzern Tepco nun umgerechnet 200.000 Euro an die Hinterbliebenen zweier Angehöriger, dessen Tod in Verbindung mit der Reaktorkatastrophe von Fukushima steht zahlen.

Schon im vergangenem April hatten Hinterbliebene an einem anderen Gericht erfolgreich gegen Tepco geklagt und eine Entschädigung von etwas mehr als 200.000 Euro bekommen.

Anlass der Klagen ist der Tod von Angehörigen, die sich zum Zeitpunkt der Reaktorkatastrophe im angeschlagenen Gesundheitszustand Krankenhaus von Futaba, nahe dem AKW Fukushima dai ichi befanden, von dort evakuiert wurden und letztendlich verstarben. Der erhöhte Stress durch die Katastrophe, die hohe Radioaktivität wirkten sich extrem negativ auf den Gesundheitszustand der evakuierten Patienten aus.

 

24.05.2016

Endlagersuche: Regierung favorisiert „Bergwerke“

Die Regierung hält in Sachen Endlagersuche für Atommüll weiter an eine unterirdische Einlagerung, ähnlich wie in einem Bergwerk fest. Der hochradioaktive Müll soll dann in 300 m Tiefe in einer angeblich geologisch sicheren „Bergwerk“ eingelagert werden. Flüssige Abfälle sollen vor der Einlagerung in Glaskokillen eingeschweißt werden, so die Pläne der Regierung. Man wolle nach Gebieten suchen, die keine geologischen Verwerfungen oder Vulkanaktivitäten aufweisen; was in Japan allerdings etwas schwierig werden dürfte.

Dazu finden landesweit mehrere Symposien statt, mit denen die Regierung es den Lokalpolitikern „schmackhaft“ machen will. Einen konkreten Standort hat man jedoch noch nicht im Visier.

Die Pläne für unterirdische Endlager sind unter den Wissenschaftlern jedoch sehr umstritten, da Japan, was auf dem pazifischen Feuerring liegt, seismisch sehr aktiv ist.

 

22.05.2016

Präfektur Fukushima: Neuer Solarpark in Minamisoma

Im Minamisoma, nahe dem havarierten AKW Fukushima dai ichi wurde jetzt mit dem Bau einer großen Solaranlage begonnen. Diese soll voraussichtlich im Frühling 2018 in Betrieb gehen und mit einer Leistung von 60 Megawatt etwa 20.000 Haushalte mit Strom versorgen.

Die Firma Solar Power Minamisoma (SPC), die den neuen Solarpark betreiben wird, erhält volle Unterstützung durch die Präfektur Fukushima, die seit der Reaktorkatastrophe den Betrieb der AKWs kategorisch ablehnt.

Auch anderorts sprechen sich Lokalpolitiker, Bürgerinitiativen gegen die Wiederinbetriebnahme „ihrer“ AKWs aus. So fand in Saga, Kyushu in Südjapan eine Konferenz mit Ärzten, Rechtsanwälten und weiteren Fachleuten statt, die auf die Probleme in Verbindung mit dem laufenden AKW Sendai und dem AKW Genkai, was wieder in Betrieb gehen soll hinweist. Denn die kürzlich eingetretene Erdbebenserie vom Kumamoto, Kyushu (antiatom-fuku berichtete), bei der sich Erdrutsche ereigneten, eine Shinkansen-Zug entgleiste und weitere massive Schäden entstanden sind, sind Anlass genug, um die Pläne zur Wiederinbetriebnahme der AKWs noch einmal kritisch zu überdenken; zumal die Reaktorkatastrophe von Fukushima ebenfalls durch ein Erdbeben ausgelöst worden ist.

 

20.05.2016

G7-Treffen – Pläne für mehr Wachstum

Nächte Woche beginnt das G-7-Treffen in Ise. Im Vorfeld trafen sich die Finanzminister der G-7-Gruppe in Sendai (Nord), Präfektur Miyagi. Die japanische Regierung will die ausländischen Gäste, vor allem auch Deutschland für seine „Abenomics-Kurs“ gewinnen.

Siehe dazu den ausführlichen Bericht der Konrad Adenauer Stiftung.

 

Bundesumweltministerin Hendricks besucht AKW Fukushima dai ichi

Anlässlich des Ende Mai beginnenden G7-Gipfels aus der Ise-Halbinsel in Japan, führte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks Gespräche mit Tepco und das havarierte AKW Fukushima dai ichi. Sie warb dafür, dass die Technologie führend wäre im Rückbau von AKWs. Nach dem Besuch ist die Ministerin nun der Überzeugung, dass Lage am AKW, wie von Tepco behauptet unter Kontrolle sei. Nur die Entsorgung des Atommülls aus der Reaktorruine, so Herndricks, sei noch nicht gelöst. „Da wäre noch Handlungsbedarf“.

 

16.05.2016

Niigata/Nagano – kleiner Vulkanausbruch

An einem Berg zwischen der Präfektur Niigata und Nagano kam es gestern zu einem kleinen Vulkanausbruch. Es wurde die Warnstufe 1 herausgegeben.

Bereits am 06.05.2016 wurde dort am Krater aufsteigender Rauch festgestellt. Der besagte Berg, 2400 m, ein Vulkan, der schon in früherer Zeit ausgebrochen ist, hatte in letzter Zeit schon häufiger Auffälligkeiten gezeigt.

 

Präfektur Ibaraki – Erdbeben Stärke 5,5

Um 21:53 Uhr ereignete sich ein mittelstarkes Erdbeben in der Präfektur Ibaraki an der Nordostküste, was sich über Fukushima bis nach Sendai (Nord) erstreckte. Südlich der Präfektur Ibaraki reichte das Erdbeben bis zur Ise Halbinsel. In Tokyo war es mit Stärke 2 zu spüren. Eine Tsunamiwarnung wurde nicht herausgegeben.

 

AKW Takahama, Reaktor 1 und 2 – Laufzeitverlängerung in Überprüfung

Für die beiden Altreaktoren 1 und 2 am AKW Takahama, Präfektur Fukui hatten die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke eine Laufzeitverlängerung für weitere 20 Jahre beantragt (antiatom-fuku berichtete). Die Überprüfungen laufen zur Zeit und voraussichtlich bis 07.07.2016 wird das Ergebnis, sowie die Entscheidung der Atomaufsichtsbehörde NRA vorliegen.  

 

AKW Hamaoka – NRA-Überprüfung noch bis September

Am AKW Hamaoka laufen noch bis voraussichtlich September die NRA-Überprüfungen an den Reaktoren 4 und 5, die die betreibenden Chubu Elektrizitätswerke gerne wieder ans Netz nehmen möchten.

Eine gigantische Tsunamimauer, die das AKW küstenseitig umgibt, wurde bereits fertiggestellt und soll nun das Sicherheitsgefühl erhöhen.

Das AKW Hamaoka galt schon in der Vergangenheit als das gefährlichste AKW der Welt, da es sogar auf einer Subduktionszone steht.

Die NRA wird die beiden Reaktoren wahrscheinlich freigeben, allerdings sträuben sich die Lokalpolitiker, die dem AKW, wegen den Gefahren und auch wegen der fehlenden Notwendigkeit eher skeptisch gegenüberstehen. Der Großteil der lokalen Bevölkerung lehnt die Wiederinbetriebnahme ebenfalls ab.

 

14.05.2016

Energiepolitik: Regierung will CO²-Emission senken, Ausrede für die AKWs

Nach Beschluss der gestrigen Kabinettssitzung will die Regierung LDP/Komeito die Treibhausgase bis 2015 um 80% reduzieren. Diese Pläne sollen dann auf dem G7-Treffen, was Ende Mai in Japan stattfindet vorgestellt werden.

Eine Ausrede für die momentan hohe CO²-Emission hat Ministerpräsident Shinzo Abe (LDP) auch schon parat. Denn wieder wird es heißen, dass die Abschaltung der AKWs nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima zu einem hohen Verbrauch an fossilen Brennstoffen geführt hätte und somit die CO²-Emission entsprechend hoch sei.

Obwohl diese Thesen durch unabhängige Experten bereits widerlegt worden sind, werden diese jedoch gerne weiterhin hervorgebracht.   

Hintergrundinformation zur Energiepolitik in Japan, Pläne zur CO²-Reduktion und die irreführende Berechnungsgrundlage der Regierung, die unterm Strich nur die AKWs als unentbehrlich darstellen will, finden Sie im Fuku Info-Blatt von 12/2015.

 

Minamisoma – weitere Rückführungen in radioaktiv verseuchte Gebiete

Im Rahmen der Wiederbesiedelung radioaktiv verseuchter Gebiete will die Regierung ab den 01.07.2016 für weitere 3 Ortschaften in Minamisoma, nahe dem AKW Fukushima dai ichi den Evakuierungsbefehl aufheben. Dort sein die Dekontaminierungsmaßnahmen erfolgreich verlaufen, so dass die Strahlung nun niedrig genug sei. Seit der Reaktorkatastrophe gelten für die Präfektur Fukushima hochgesetzte ODL-Grenzwerte bis zu 20 mSv/a. „Normal“ ist in Japan 1 mSv und in Deutschland 1 bis 2 mSv pro Jahr.

Zurück sollen nun die Einwohner, inklusive Kinder, die nach Eintritt der Reaktorkatastrophe wegen der hohen Radioaktivität von dort fliehen mussten. Somit verlieren die Leute, was offiziell natürlich nicht benannt wird, den auf Entschädigung. Denn sie „können“ ja wieder zurück in ihre Häuser.

Diese „Rückführungsmaßnahmen“ sind jedoch heftig umstritten, da zum einem die Radioaktivität durch neue Partikel aus der Reaktorruine immer wieder ansteigt und selbst niedrige Dosen, vor allem für Kindergesundheitsschädlich sind.

 

10.05.2016

AKW Ikata Reaktor 1: Stilllegung endgültig, soll jetzt rückgebaut werden

Nach einem endgültigen Beschluss der betreibenden Shikoku Elektrizitätswerke, wird der Reaktor 1 am AKW Ikata, Präfektur Ehime nun endgültig stillgelegt und dessen Rückbau in die Wege geleitet.

Im Grunde genommen wurde die Stilllegung bereits im vergangenen März beschlossen (antiatom-fuku berichtete), es waren lediglich noch ein paar Formalitäten nötig, die aber jetzt erbracht worden sind. Einen Antrag auf Laufzeitverlängerung haben die Shikoku Elektrizitätswerke aufgrund der hohen Sanierungskosten, die anfallen würden, nicht in Erwägung gezogen. Denn Reaktor 1, ein DWR, ging bereits 1977 in Betrieb und erreicht somit 2017 das gesetzlich festgelegte Laufzeitmaximum von 40 Jahren.

Somit sinkt die offizielle Zahl der japanischen Reaktoren zur kommerziellen Nutzung von ursprünglich 54 auf 42.

Durch die Havarie am AKW Fukushima dai ichi wurden die ersten 4 Reaktorblöcke zerstört und die Reaktoren 5 und 6 stillgelegt. Im Zuge der neuen Sicherheitsvorschriften der Atomaufsichtsbehörde NRA wurden weitere 5 Reaktoren an 4 AKWs und jetzt auch Reaktor 1 am AKW Ikata offiziell stillgelegt.   

Die Stilllegung der 4 Reaktoren am AKW Fukushima dai ni, was nur 12 km südlich der Reaktorruine dai ichi liegt, wurde zwar schon mehrfach, sogar selbst schon einmal durch die regierende LDP gefordert, jedoch bisher noch nicht offiziell umgesetzt. Der Betreiber Tepco würde diese jedoch gerne aus finanziellen Gründen, wenn möglich, wieder in Betrieb nehmen.  

 

07.05.2016

Präfektur Tochigi: Hochradioaktiv belastete Kräuter in den Handel gelangt

In der Präfektur Tochigi sind hochradioaktiv belastete Kräuter aus den Bergen in den Handel gelangt. Die besagten Kräuter stammen von einem örtlichen Gemüsehändler, der diese Bergkräuter ganz frisch zum Direktverkauf anbietet.

Die Proben weisen Radioaktivitätswerte von 500 bis 2100 Bq/kg auf. Laut der Präfekturverwaltung sei der Verzehr dieser Kräuter angeblich gesundheitlich unbedenklich. Die gesetzlich festgelegte Obergrenze für Lebensmittel liegt bei 100 Bq/kg und wird somit deutlich überschritten.

Der Händler hat jedoch reagiert und einen freiwilligen Rückruf der Ware gestartet.

 

Umweltministerium: Radioaktiver Abfall bis 8000 Bq/kg als „Normalmüll“ deklariert

Nach einer Entscheidung des Umweltministeriums vom 28.04.2016 gelten radioaktiv belastete Abfälle, die 8000 Bq/kg unterschreiten als ab sofort nicht mehr als Sondermüll und „können“ somit auf einer normalen Mülldeponie entsorgt werden. Hierunter fallen vorwiegend Abfälle, die in Verbindung mit dem AKW Fukushima dai ichi stehen und nun als Normalmüll behandelt werden können.

Schon in der Vergangenheit wurden radioaktive Abfälle bis 800 Bq/kg landesweit in herkömmlichen Müllverbrennungsanlagen verbrannt und die radioaktive Asche iorgendwo zwischengelagert. Jetzt ist die Obergrenze „amtlich“.

Auch landet radioaktives Erdreich, Dreck und Schutt wieder im Straßen- und Deichbau etc. (antiatom-fuku berichtete über diese „Recyclingmaßnahmen“).

Mit der neuen (bereits bestehenden Regelung) will man, so die Kritiker, nur die Anzahl der radioaktiven Säcke mit Erdreich, Laub und Dreck, die in Nordostjapan überall in der Landschaft lagern reduzieren.

    

03.05.2016

Erdbebengefahr - Experten raten dringend zur Abschaltung der Reaktoren

Auf einer Konferenz mit Wissenschaftlern, Rechtsanwälten und weiteren Fachleuten, die gestern in Shiga stattfand, raten die Teilnehmer zu einem sofortigen Betriebsstopp der zwei laufenden Reaktoren 1 und 2 am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima, Kyushu. Anlass für diese Forderung, die auch immer mehr aus der Bevölkerung kommt, waren die multiplen Erdbeben in Kumamoto, ebenfalls Kyushu (antiatom-fuku berichtete), die mit 48 Toten und über 1500 Verletzten, Erdrutschen und massiven Sachschäden wieder einmal die Gefahren durch AKWs ins Bewusstsein rückten.

Die teilnehmenden Experten sind sich sicher, da das Epizentrum primär in Kumamoto war und nicht in Kagoshima, ist das AKW Sendai noch einmal unbeschadet davongekommen.

Auch von der für Juli geplanten Wiederinbetriebnahme des Reaktors 3 am AKW Ikata, Präfektur Ehime raten die Experten, da sich das AKW auf einer geologischen Bruchzone befindet, dringend ab. Dieser soll sogar auch mit MOX-Brennelementen bestückt werden.

Die Atomaufsichtsbehörde NRA und die beiden betreibenden Elektrizitätswerke sind jedoch der Auffassung, dass die vielen Erdbeben, geologischen Bruchzonen und Vulkane keine Gefahr für die beiden AKWs darstellen würden.

Das AKW Tomari, Hokkaido in Nordjapan hat bereits die Befürwortung durch die umliegenden Gemeinden und könnte nach Ikata das nächste AKW sein, das trotz Erdbebengefahr und geologischen Verwerfungen zur Wiederinbetriebnahme freigegeben wird.

 

April

30.04.2016

AKW Fukushima dai ichi – Eismauer zeigt erste Wirkung

Nach Aussagen des Betreibers Tepco zeigt die 1,5 km lange unterirdische Eismauer, die die Reaktoren 1 bis 4 am havariertem AKW Fukushima dai ichi umschließt erste Erfolge. Denn in den küstenseitig angelegten unterirdischen Kabelschächten von Reaktor 1 wurde nämlich ein Anstieg des hochradioaktiven Wassers, was sich darin angesammelt hat festgestellt, was nun darauf schließen lässt, dass die Eismauer das hochradioaktive Wasser daran hindert ins Meer zu gelangen.

Mit der Inbetriebnahme der zunächst stark umstrittene Eismauer, dessen Bau zwischenzeitlich sogar gestoppt worden ist, wurde Ende März begonnen. Hierbei wurde zuerst der Abschnitt im Bereich des Reaktors 1 gefrostet. Weitere Abschnitte folgen nach und nach und ab August soll die Eismauer, also ringsherum im Vollbetrieb laufen (antiatom-fuku berichtete).

Das innerhalb der Eismauer ansteigende Wasser soll, damit es nicht überläuft, abgepumpt werden.

Bisher liegen laut Tepco, da mit dem Betrieb der Eismauer erst Ende März begonnen worden ist, noch keine weiteren Daten bezüglich der Wirkung vor.

 

26.04.2016

Nach der Erdbebenserie - Sofortiger Stopp für AKW Sendai gefordert

Ein Bündnis von Krankenhaus- und niedergelassenen Ärzten, sowie weitere Teilnehmer forderten gestern auf einer Konferenz mit Regierungsvertretern den sofortigen Betriebsstopp der beiden Reaktoren 1 und 2 am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima auf der südlichen Hauptinsel Kyushu.

Anlass für das Treffen war die jüngste Erdbebenserie in Kyushu (antiatom-fuku berichtete) und der nun nötige Wiederaufbau. Begründet wird die Forderung damit, dass im Falle eines Erdbebens, wo das Epizentrum in Sendai statt in Kumamoto liegt, das AKW nicht mehr so glimpflich davonkommen würde. Die von der Atomaufsichtsbehörde NRA attestierte Erdbebensicherheit reicht nämlich absolut nicht aus. Die Reaktoren würden diesen Erschütterungen wie in Kumamoto nämlich nicht standhalten.  Zudem ist der Flucht- und Rettungsplan für den Fall einer radiologischen Notfallsituation nicht ausreichend.

Die Bürger sind nach der Erdbebenserie ebenfalls noch stärker sensibilisiert, befürworten ebenfalls einen sofortigen Betriebsstopp des AKWs Sendai, sowie die Nichtinbetriebnahme des AKWs Genkai, Präfektur Sago, ebenfalls in Kyushu. Denn auch dieses wollen die Kyushu Elektrizitätswerke wieder in Betrieb nehmen. Es liegt jedoch noch keine Genehmigung vor, da die sogenannten Sicherheitsüberprüfungen noch laufen.

Zudem kommt es immer noch zu vereinzelten Nachbeben in Kyushu.

 

Regierung sieht Verklappung von tritiiertes Wasser als kostengünstige Lösung

Bei einer Konferenz in Iwaki, Präfektur Fukushima, kamen gestern Vertreter der Fischereiverbände und Lokalpolitiker zusammen. Thema war im Rahmen des Wiederaufbaus der Umgang mit dem radioaktiv verseuchten Wasser aus dem AKW Fukushima dai ichi.

Nach Ansicht der Regierung könne man das radioaktiv verseuchte Wasser aus der Reaktorkühlung, nach dem es dekontaminiert worden ist, trotz des Tritiums, was noch darin enthalten ist, als „geringfügig radioaktiv“ ins Meer verklappen. Dies sei zu dem auch die kostengünstigste Lösung. Entsprechende Gegenargumente von den Fischereiverbänden, die die Verklappung von tritiumhaltigem Wasser kategorisch ablehnen, wurden auf der Konferenz einfach ignoriert.

 

23.04.2016

Nach Erdbebenserie - Bilanz in Kumamoto

Durch die mehrfachen Erdbeben, die auf der südlichen Hauptinsel Kyushu auftraten sind (antiatom-fuku berichtete), zogen die Behörden nun Bilanz. Seit dem Beginn der Erdbebenserie wurden bis gestern 48 Tote und 1285 Verletzte, darunter 267 Schwerverletzte gemeldet. 2 Leute, die vermutlich durch einen großen Erdrutsch in Kumamoto verschüttet wurden sind, werden noch vermisst.

Bis zu 80.000 Leute mussten in eine Notunterkunft flüchten. Allein in der Präfektur Kumamoto, die am stärksten betroffen war, wurden durch die zahlreichen Erdbeben 5184 Wohnhäuser beschädigt. Davon sind 1553 Häuser komplett zerstört und somit nicht mehr bewohnbar.

Vom AKW Sendai in der Nachbarpräfektur Kagoshima, wo derzeit landesweit die beiden einzigen Reaktoren im Vollbetrieb laufen, wurde keine Störung im Betriebsablauf gemeldet. Laut den Kyushu Elektrizitätswerken und der Atomaufsichtsbehörde NRA habe sich nun „bestätigt“, dass die Anlage erdbebensicher sei. Unabhängige Experten stehen dieser Haltung jedoch eher kritisch gegenüber, zumal das Hauptepizentrum vorwiegend in der Präfektur Kumamoto lag und somit die Erschütterungen am AKW Sendai nicht so stark ausgeprägte gewesen sind.

 

21.04.2016

AKW Fukushima – wieder einmal hochradioaktives Wasser entwichen

Am havariertem AKW Fukushima dai ichi entdeckten Mitarbeiter bei einem Kontrollgang im Bereich der Lagertanks für hochradioaktiv verseuchtes Abwasser, Abschnitt G6, eine Leckage in einem Rohr, aus der Wasser tropfte. Diese Leckage wurde bereits gestern Abend um 19:00 Uhr entdeckt.

Das ausgetretene hochradioaktive Wasser, etwa 3 Liter, was über den Boden lief, wurde mit einem speziellen Bindemittel aufgenommen. Laut dem Betreiber Tepco wäre jedoch nichts ins Erdreich gedrungen und hätte somit keine Auswirkungen für die Umwelt. Das ausgetretene Wasser weist eine ß-Strahlung von 260000 Bq/l auf.

 

20.04.2016

Endlagersuche – Atommüll soll im Meeresboden vergraben werden

Auch in Japan wird eifrig nach einem Endlager für Atommüll gesucht. Denn wie in allen anderen atomkraftbetreibenden Ländern auch, gibt es auch in Japan immer noch kein brauchbares Endlager. Zu diesem Thema hatte heute nun eine Arbeitsgruppe des Wirtschaftsministeriums vorgeschlagen, den hochradioaktiven Atommüll im Meer entlang bestimmter Küstenabschnitte, in 300 Meter unter dem Meeresboden zu vergraben. Dies Endlager sollen im Küstenbereich bis zu 15 km von Festland entfernt liegen. Man wolle jedoch keine Küstenabschnitte auswählen, wo sich geologische Verwerfungen, bzw. Vulkane befinden.

Unterdessen soll auch weiterer leicht- bis mittelradioaktiver Abfall aus den havarierten AKW Fukushima dai ichi und weitere radioaktive Abfälle aus der Flächendekontamination in verschiedenen Ortschaften der Nachbarpräfekturen gelagert werden. Diese Lagerplätze, die sich überall in der Landschaft, vor allen in der Präfektur Fukushima mehren, sind schon seit langem heftig umstritten. Immer wieder kommt es zu Protesten durch Anwohner, die sich um ihre Gesundheit sorgen und weitere Umweltschäden, z.B. durch Kontamination des Grundwassers befürchten.  

 

19.04.2016

Kumamoto - weiter anhaltende Erdbeben

Immer wieder kommt es weiterhin zu erneuten Erdbeben auf der südlichen Hauptinsel Kyushu, die schon seit mehreren Tagen anhalten (antiatom-fuku berichtete). Am meisten betroffen ist die Präfektur Kumamoto, die auch gestern über Tag und heute Nacht, bzw. in den frühen Morgenstunden vermehrt dort sattfanden. So auch wieder ein mittelstarkes Erdbeben der Stärke 4 in Kumamoto.

Laut dem japanischen Wetterdienst waren es schon über 600 Beben in unterschiedlichen Stärken, die die südliche Hauptinsel Kyushu innerhalb von nur wenigen Tagen heimgesucht haben. Weitere Nachbeben folgen laufend und vor weiteren Erdrutschen wird gewarnt.

 

Eine Abschaltung der beiden laufenden Reaktoren 1 und 2 am AKW Sendai in der Nachbarpräfektur Kagoshima hält die Atomaufsichtsbehörde NRA jedoch nicht für nötig. Und die betreibenden Kyushu Elektrizitätswerke sind ebenfalls der Auffassung, dass trotz der Erdbebenserie von ihrem AKW keine Gefahr ausgehen würde.   

 

17.04.2016

Erdbeben und Erdrutsche in Kyushu – weitere Todesopfer

Nach dem starken Mehrfacherdbeben der vergangenen Tage auf der südlichen Hauptinsel Kyushu (antiatom-fuku berichtete), sind neben dem massiven Sachschaden auch noch 42 Todesopfer und 201 Schwerverletzte in der Präfektur Kumamoto, Zentralkyushu zu beklagen. Viele Gebäude wurden beschädigt oder stürzten ein. Nach eventuell Verschütteten wird gesucht. Denn durch die einsetzenden Regefälle kam es auch verstärkt zu Erdrutschen, die zum Teil Straßen und Häuser mit sich rissen.

Unterdessen werden die Stimmen für eine sofortige Abschaltung der beiden Reaktoren am AKW Sendai (Süd) immer lauter. Denn dem Zufall ist es zu verdanken, dass es dort zu keinem Störfall gekommen ist.

Siehe dazu die Bilder der Asahi Zeitung Online

 

16.04.2016  um 16:50 Uhr jp. Zeit/9:50 MEZ

Kyushu Erdbebenserie – Erste Ausmaße werden sichtbar

Nach der immer noch anhaltenden Erdbebenserie auf der südlichen Hauptinsel Kyushu, die in den frühen Morgenstunden des 15.04.2016 begann (antiatom-fuku berichtete), werden nun ersten Ausmaße der Zerstörung sichtbar. Neben vielen Verletzten sind auch 24 Todesopfer zu beklagen. Außerdem werden noch zahlreiche Leute vermisst, die u.U. verschüttet sein könnten. Mehrere 100 Haushalte sind von der Strom- und Gasversorgung abgeschnitten.

Neben zerstörten Brücken und Gebäuden ist es auch zu Erdrutschen gekommen. Zu erwartende Regenfälle könnten weitere Erdrutsche hervorrufen.

Am stärksten betroffen ist die Präfektur Kumamoto, Zentralkyushu. Hier kam es auch zu einem Erdrutsch, so dass jetzt 1000 Leute (700 Studenten und 300 Anwohner aus der Nachbarschaft), die in einer Turnhalle der Universität Minamiaso Zuflucht suchten von der Außenwelt abgeschnitten sind. Denn durch den Erdrutsch wurde die einzige Zufahrtsstraße komplett zerstört. Am Vulkan Aso kam es zu Aktivitäten.  

 

Erdrutsch an der Universität Minamiaso. Die einzige Zufahrtsstraße ist nun zerstört (Bild: Screenshot)

Laut der Atomaufsichtsbehörde NRA und den Kyushu Elektrizitätswerken sei es am AKW Sendai, wo zur Zeit landesweit die beiden einzigen Reaktoren im Vollbetrieb laufen, zu keiner Störung gekommen. Betont wird auch noch, dass es am AKW Genkai, in der Nachbarpräfektur Saga, am AKW Ikata, Präfektur Ehime und dem AKW Shimane ebenfalls keine Abweichungen aufgetreten sein. Diese AKWs stehen zur Zeit still. Überprüfungen durch die NRA zweckst Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme laufen noch. Das AKW Ikata wurde bereits freigegeben und soll im Juli angefahren werden. Unterdessen werden jedoch die Proteste in der Bevölkerung gegen die Wiederinbetriebnahme der AKWs, bzw. dessen Weiterbetrieb lauten. Denn nach Meinung der unabhängigen Experten bieten laufende Reaktoren größere Gefahren, als stillstehende. Zumal das Erdbeben in den Bereichen der stillstehenden Reaktoren nicht so stark ausgeprägt gewesen ist, als in Kumamoto. Und ob es am laufenden AKW Sendai wirklich zu keiner Störung im Betriebsablauf gekommen ist, ist noch nicht klar ersichtlich, da bis jetzt nur Aussagen des Betreibers und der NRA vorliegen.

Zu dem gesamten Geschehen siehe die Bilder und die nachfolgenden Videos (weiter unter auf der Seite) der NHK News web. Die Videos sind zwar in der Originalfassung ohne Übersetzung, dennoch gut verständlich, da die Bilder schon reichen, um das Ausmaß zu erfassen.

 

16.04.2016

Kyushu unter Dauerbeschuss – mehrere Erdbeben

Und wieder ereignete sich zentral der südlichen Hauptinsel Kyushu ein Erdbeben der Stärke 6,4 gestern Vormittag um 9:26 Uhr, sowie weitere Nachbeben. Hier war vor allen die Stadt Kumamoto betroffen. Das Beben war auch im südlichen Teil der Hauptinsel Honshu zu spüren.

In den frühen Morgenstunden um 3:03 Uhr folgte schon das nächste Erdbeben. Danach folgten einige weitere Erdbeben um 3:10 Uhr, 3:26 Uhr und 3:57 Uhr, sowie kleinere Nachbeben. Eine Tsunamiwarnung wurde nicht herausgegeben. Das Epizentrum befand sich zentral, bzw. im nördlichen Teil der Insel.

Durch das gestrige Erdbeben wurde auch die berühmte Burg Kumamoto massiv in Leidenschaft gezogen. Am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima, wo derzeit landesweit die zwei einzigen Reaktoren laufen, sei es laut den betreibenden Kyushu Elektrizitätswerken zur keinem Störfall gekommen.  

  

15.04.2016

Kyushu: Gleich zwei Erdbeben nahe dem AKW Sendai

In der Präfektur Kumamoto, Kyushu in Südjapan ereignete sich um 3:36 Uhr ein Erdbeben der Stärke 4 auf der Richter-Skala. Auch das AKW Sendai, wo derzeit zwei Reaktoren im Vollbetrieb laufen, wurde vom Erdbeben erfasst. Der immer wieder aktive Vulkan Sakurajima ist ebenfalls mit in betroffenen Bereich.  

Bereits um 1:53 Uhr ereignete sich sogar ein etwas heftigeres Erdbeben der Stärke 5,0, dessen Epizentrum zentral der Hauptinsel Kyushu lag.

Erst kürzlich hatte eine Bürgerinitiative genau wegen der Erdbebengefahr, der unzureichenden Erdbebensicherheit am AKW Sendai, der Gefahr durch Vulkanausbrüche und weiteren Gefahrenpunkten vor Gericht geklagt, den Prozess jedoch verloren. Denn die Richter hielten die bestehenden „Sicherheitsvorkehrungen“ für ausreichend, so dass die Kyushu Elektrizitätswerke die beiden Reaktoren weiter betreiben darf.

Erdbebenkarte des Wetterdienstes tenki.jp . Bild: screenshot

 

13.04.2016

AKW Fukushima – Ehemalige Lagerbecken weiterer Anstieg der Radioaktivität

Im verbliebenen Restwasser der ehemaligen unterirdischen Lagerbecken am havariertem AKW Fukushima dai ichi steigt die Radioaktivität weiter an. Eine steigende Radioaktivität, vor allem durch ß-Strahler wurde bereits am 06.04.2016 festgestellt (antiatom-fuku berichtete). Aktuelle Wasserproben zeigen eine weitere Tendenz nach oben.

Im Zeitraum von 30.03. bis zum 06.04.2016 stieg die Strahlung sogar um das 100fache !! innerhalb einer Woche. Denn am 30.03. lag der Wert noch bei 87 Bq/l Wasser und am 06.04.2016 bei 8100 Bq/l. Die Wasserproben vom 07.04. ergaben 9300 Bq/l. Ein weiterer Anstieg ist zu erwarten. Laut dem Betreiber Tepco sei die Ursache jedoch noch unklar.

Diese Wasserbecken wurden 2012/2013 zur Lagerung des hochradioaktiven Abwassers angelegt, mussten jedoch wieder abgepumpt werden, da sie undicht wurden. Allerdings befindet sich darin noch reichlich hochradioaktives Restwasser, was jetzt die Probleme bereitet. Das 7. Becken war noch im Bau, als die ersten drei schon Leckagen aufwiesen.  

 

10.04.2016

Rückbau am AKW Fukushima - Internationales Forum in Iwaki

Heute und Morgen findet in Iwaki, Präfektur Fukushima das erste internationale Forum statt, was sich mit dem Rückbau des AKWs Fukushima dai ichi und den verstrahlten, nicht mehr bewohnbaren, aber immer noch nicht aufgegebenen Gebieten in der Nähe der Reaktorruine befasst. Vertreten ist auch der OECD und die NEA. Das jetzige Forum ist seit Beginn der Reaktorkatastrophe das erste Mal, dass Japan das Thema „AKW Fukushima“ auf internationaler Ebene zur Sprache bringt und sich Rat holt. Bisher hatte die japanische Regierung Hilfsangebote von außen eher abgelehnt. Es wird sich zeigen, ob die Regierung nach dem jetzigen Forum die Vorschläge der internationalen Experten annimmt und umsetzen wird.  

 

09.04.2016

AKW Fukushima: Steigende Strahlung an den ehemaligen Lagerbecken

Im Bereich der ehemaligen unterirdischen Lagerbecken für hochradioaktiv verseuchtes Wasser, die im Jahr 2013 hinter dem AKW angelegt worden sind, steigt nun die Strahlung drastisch an. Somit kommen zu den ohnehin schwer händelbaren „Wasserproblemen“ auch noch die „Altlasten“ wieder zum Vorscheinen, die jetzt auch noch zusätzliche Probleme bereiten.

Die unterirdischen Lagerbecken wurden Ende 2012/Anfang 2013 angelegt, um das hochradioaktive Kühlwasser, was nicht mehr „gereinigt“ und wiederverwertet werden kann, zu lagern. Zwecks Abdichtung wurden die Becken mit drei Lagen dicker Kunststofffolie ausgelegt, die der hohen Radioaktivität jedoch nicht standhielt. Sie wurde undicht, so dass hochradioaktives Wasser ins Erdreich gelangte. Als man das bemerkte, wurden die Becken, soweit es möglich war wieder abgepumpt und das Wasser in oberirdische Lagertanks umgefüllt. (antiatom-fuku berichtete damals mehrfach über diese Lagerbecken).

Nun steigt jedoch die Strahlung im Restwasser der Becken immer weiter an. Laut dem Betreiber Tepco wäre die Ursache für dieses „Phänomen“ noch nicht bekannt.  

Das ist jedoch nicht das einzige „Wasserproblem“. Denn immer wieder kommt es zu Leckagen in Rohrleitungen, oder anderen Wasseraustrittsstellen. Aber zumindest läuft die Bodenfrostung mittels der „Eismauer“ weiter nach Plan und gefriert immer mehr Abschnitte rings um die Reaktoren 1 bis 4. Hiermit soll verhindert werden, dass das hochradioaktiv verseuchte Kühlwasser der drei Kernschmelzen ins Grundwasser, bzw. ins Meer gelangt. Die Wirkung der „Eismauer“ kann jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt beurteilt werden.  

 

06.04.2016

Gerichtsurteil – AKW Sendai darf weiter am Netz bleiben

Nach heutiger Gerichtsverhandlung am Oberlandesgericht Miyazaki, Präfektur Kagoshima dürfen die beiden Reaktoren 1 und 2 am AKW Sendai (Süd), Kyushu Elektrizitätswerke, jetzt doch weiter am Netz bleiben. Geklagt hatte eine Bürgerinitiative aus Anwohnern, die ihre Klage mit erheblichen Sicherheitsmängel des AKWs begründeten (antiatom-fuku berichtete). Laut dem Urteil sein die Sicherheitsanforderungen der Atomaufsichtsbehörde NRA am AKW Sendai angeblich ausreichend. Eine ausreichende Erdbebensicherheit sei ebenfalls gewährleistet und eine Gefahr durch den nahegelegenen Vulkan Sakurajima wäre wohl eher gering, so das Urteil. Zudem wurde auch der Flucht- und Rettungsplan für den Fall einer Reaktorkatastrophe als adäquat bezeichnet.   

 

04.04.2016

Gerichtsverhandlung: Muss das AKW Sendai bald wieder vom Netz?

In der für den kommenden Mittwoch angesetzten Gerichtsverhandlung am Oberlandesgericht Miyazaki, Präfektur Kagoshima wird entschieden, ob die beiden laufenden Reaktoren am AKW Sendai (Süd), ebenfalls Präfektur Kagoshima wieder vom Netz müssen.

Geklagt wird durch Anwohner aus der Region. Der Fall wurde bereits vor einem Jahr am Landgericht Kagoshima verhandelt, wobei das Urteil zu Gunsten der betreibenden Kyushu Elektrizitätswerke ausfiel.

AKW Sendai. Bild: Screenshot

Der Weiterbetrieb der beiden Reaktoren 3 und 4 am AKW Takahama, Präfektur Fukui wurde im vergangenen Februar per Gericht untersagt (Landgericht Otsu bei Kyoto, antiatom-fuku berichtete). Wenn die beiden Reaktoren am AKW Sendai nach der Gerichtsverhandlung ebenfalls wieder vom Netz müssen, wäre Japan wieder komplett frei von Atomstrom! Es würde kein Reaktor mehr laufen! Von daher wird das Urteil mit sehr großer Spannung erwartet.

Die Hauptstreitpunkte für kommende Verhandlung sind die unzureichende Erdbebensicherheit, der nahegelegene Vulkan Sakurajima, der in letzter Zeit laufend aktiv ist und der mangelhafte Flucht- und Rettungsplan im Falle einer radiologischen Notfallsituation.  

 

02.04.2015

AKW Fukushima dai ichi – Status

Die „Eismauer“ am AKW Fukushima dai ichi, mit dessen Hilfe das radioaktiv verseuchte Wasser, was laufend ins Meer gelangt, reduziert werden soll (antiatom-fuku berichtete), wurde am 31.03.2016 in Betrieb gesetzt. Laut dem Betreiber Tepco werde dadurch die tägliche Menge an radioaktiven Wasser, was ins Meer gelangt um etwa 150 Tonnen reduziert.

Weiterhin wird über Bohrlöcher im Boden das von der Bergseite kommende Grundwasser, soweit es überhaupt möglich ist, abgepumpt, „gereinigt“ und dann über einen Bypass „kontrolliert“ ins Meer verklappt. Radioaktives Wasser mit einer hohen Tritiumkonzentration, wir sprechen hier von mehreren 10.000 Bq !!, werde laut Tepco jedoch nicht verklappt. Es wird in die Lagertanks gefüllt, die sich hinter dem AKW befinden. Davon gibt es mittlerweile 1000 Stück. Die darin enthaltene Wassermenge liegt bei etwa 840.000 Tonnen. Es wird krampfhaft überlegt, wie man diese Mengen reduzieren könnte. Nach Plänen der Atomaufsichtsbehörde NRA käme dafür eine Verdampfung infrage, bei der das Volumen reduziert werden soll. Diese Maßnahme ist jedoch sehr umstritten.

Reaktorstatus:

Reaktorblock 1: 392 Brennelemente im Abklingbecken. Noch keine konkreten Pläne, wann und wie diese geborgen werden sollen. Die Dachpaneelen der Schutzhülle wurden entfernt. Radioaktive Strahlung im Reaktorsicherheitsbehälter stellenweise bei 9,7 Sv/h. Im Betonfundament wurde, wie bereits vermutet, geschmolzener Kernbrennstoff festgestellt. Strahlung im Reaktorgebäude: Stellenweise 5 bis 50 mSv/h.

Reaktorblock 2: 615 Brennelemente im Abklingbecken. Die darüber liegenden Trümmer werden entfernt. Durchschnittliche Strahlung oberhalb des Reaktorsicherheitsbehälters: 880 mSv/h. Durchschnittliche Strahlung oberhalb des Reaktordruckbehälters: 7,3 Sv/h. Ob geschmolzener Kernbrennstoff noch im Reaktordruckbehälter vorhanden ist, ist fraglich. Vermutlich ebenfalls durchgeschmolzen.

Reaktorblock 3: 566 Brennelemente im Abklingbecken. Die darüber liegenden Trümmer wurden vollständig entfernt. Als nächstes wird die Bergung der Brennelemente aus dem nun zugänglich gewordenem Abklingbecken angestrebt. Die dort herrschende Strahlung liegt bei etwa 136 mSv/h. Um die Strahlung weiter zu reduzieren, soll der Bereich mit dicken Stahlplatten abgedeckt werden. Ein menschlicher Einsatz zwecks Rückbau wird in einem Jahr angestrebt. Durchschnittliche Strahlung am Boden des Reaktordruckbehälters: 4,8 Sv/h. Ob geschmolzener Kernbrennstoff noch im Reaktordruckbehälter vorhanden ist, ist fraglich. Vermutlich ebenfalls durchgeschmolzen.

Reaktorblock 4: Abklingbecken und Reaktor sind leer. Keine aktuellen Strahlenmessdaten vorliegend.

 

 

März

31.03.2016

AKW Fukushima dai ichi – Eismauer geht in Betrieb

Die unterirdische Eismauer, die am AKW Fukushima die Reaktoren 1 bis 4 umschließt, wurde heute in Betrieb genommen. Diese besteht aus einem unterirdischen Rohrsystem, worin eine chemische Kühlflüssigkeit zirkuliert, die das umliegende Erdreich gefriert (antiatom-fuku berichtete mehrfach darüber).

Die „Eismauer“, dessen Funktionsfähigkeit schon wegen der gigantischen Größe unter den Experten zum Teil heftig umstritten gewesen ist, wurde kürzlich nach knapp 2 Jahren Bauzeit fertiggestellt. Jetzt soll diese nach und nach den Boden im Bereich der havarierten Reaktoren gefrieren, so dass dort kein hochradioaktiv verseuchtes Wasser mehr aus der Reaktorkühlung ins Grundwasser, bzw. ins Meer entweichen kann. Das von der Bergseite kommende Grundwasser wird durch die „Eismauer“ um die Reaktoren herumgeleitet, so dass es diese nicht mehr „durchspült“, so die Pläne vom Betreiber Tepco.

Der Bau der „Eismauer“ wurde wegen Zweifel an der Funktionalität mehrfach unterbrochen, dann aber letztendlich doch fertiggestellt. Die Atomaufsichtsbehörde NRA, die das Projekt zuerst nicht genehmigen wollte, stimmte jetzt gestern zu.

Die Gefrierung des Bodens geschieht schrittweise und soll nach etwa 8 Monaten komplett, also rund herum sein, so dass die vier Reaktoren komplett abgeschirmt sind, als würden sie in einem Becken stehen.

Ob die Mauer Wirkung zeigt, wird sich in nächster Zeit herausstellen. Zur Zeit gelangen immer noch etwa 300 Tonnen radioaktives Wasser pro Tag ins Meer. Hinzu kommt noch das radioaktiv verseuchte Wasser, was nach einer „Reinigung“ „kontrolliert“ ins Meer verklappt wird.

Fest steht jedenfalls, dass die Betriebskosten (für den Steuerzahler) sehr hoch sein werden. Hinzu kommt auch die Frage, wie störanfällig das Kühlsystem sein wird und wie reibungslos der laufende Betrieb der „Eismauer“ sein wird.  

28.03.2016

Weitere landesweite Demos zum 5. Fukushima Jahrestag

Auch an diesem Wochenende fanden zum 5. Fukushima Jahrestag landesweit zahlreiche Protestveranstaltungen statt.

An der Großdemo in Tokyo-Yoyogi versammelten sich 35000 Teilnehmer, die den 5. Fukushima Jahrestag gedachten und sich für eine atomkraftfreie Zukunft stark machen. Auch der von der Regierung LDP/Komeito forcierte Export der Nukleartechnologie, sowie die Unterstützung von AKW-Neubauten im Ausland wurden kritisiert. Der schlechte Umgang mit der Bevölkerung in der Präfektur Fukushima wurde ebenfalls angemahnt.

Anti-AKW-Demo in Tokyo. Bild: antiatom-fuku

In Kaminoseki, Präfektur Yamaguchi gingen etwa 2000 Leute auf die Straße und protestierten vor allem gegen das noch im Bau befindliche AKW Kaminoseki. Am AKW Kaminiseki, Baubeginn 2009, befindet sich seit Beginn der Reaktorkatastrophe von Fukushima im Baustopp. Die betreibenden Chuokoku Elektrizitätswerke und die Regierung wollen den Bau jedoch, trotz fehlender Notwendigkeit so schnell wie möglich fortsetzen.  

In der Einkaufsstraße von Takamatsushi, Präfektur Ehime demonstrierten etwa 2000 Leute gegen das AKW Ikata, was sich in der selben Präfektur befindet. Der Reaktor 1 wird jetzt zwar nach jüngsten Beschluss stillgelegt, aber Reaktor 3 soll ab Juli 2016 wieder ans Netz gehen (antiatom-fuku berichtete).

In Sendai (Nord), Präfektur Miyagi gingen etwa 600 Leute auf die Straße, um gegen die Wiederinbetriebnahme des AKWs Onagawa, Tohoku Elektrizitätswerke zu demonstrieren.

 

25.03.2016

AKW Ikata, Stilllegung Reaktor 1

Wie der Firmenvorstand der Shikoku Elektrizitätswerke auf einer Konferenz nun beschlossen hat, soll der Reaktor 1 am AKW Ikata, Präfektur Ehime ab Mai 2016 stillgelegt werden. Hierbei handelt es sich um einen Druckwasserrektor, der 1977 in Betrieb ging und somit die gesetzlich festgelegte Obergrenze von 40 Jahren Laufzeit bald erreichen wird. Die Shikoku Elektrizitätswerke könnten zwar bei der Atomaufsichtsbehörde NRA eine Lauzeitverlängerung für weitere 20 Jahre beantragen, was jedoch eine sehr aufwändige Sanierung des Reaktors erforderlich machen würde, die aber zu unwirtschaftlich, also zu teuer wäre.

Der Reaktor 3 (DWR, seit 1994) wurde von der Atomaufsichtsbehörde NRA für „sicher“ erklärt und wird voraussichtlich ab Juli 2016 wieder in Betrieb gehen (antiatom-fuku berichtete). Was mit Reaktor 2 (DWR, seit 1982) geschieht, ist jedoch noch unklar.

Zur Stilllegung des Reaktors 1 folgen noch weitere Beschlüsse durch die Behörden, die für den kommenden Mai zu erwarten sind.  

 

23.03.2016

AKW Ikata, Wiederinbetriebnahme Reaktor 3: Termin für Juli angesetzt

Wie die betreibenden Shikoku Elektrizitätswerke heute bekannt gaben, soll der Reaktor 3 am AKW Ikata, Präfektur Ehime im Juli 2016 wieder ans Netz genommen werden. Dieser wurde nach einer Überprüfung durch die Atomaufsichtsbehörde NRA im Juli 2015 für „sicher“ befunden und freigegeben. Die Zustimmung des Präfekturgouverneurs und des Bürgermeisters von Ikata erfolgte im Oktober 2015.  

Der Reaktor 3, ein DWR, wurde 1993 ist seit 1993 in Betrieb. Er soll u.a. auch mit plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen bestückt werden.

 

20.03.2016

AKW Fukushima: Verbrennungsanlage für Schutzkleidung in Betrieb

Am havarierten AKW Fukushima dai ichi wurde jetzt eine Verbrennungsanlage fertiggestellt, die am 18.03.2016 in Betrieb genommen worden ist. Hier soll vorwiegend die gebrauchte Schutzkleidung der Arbeiter, die sich an verschiedenen Lagerplätzen überall stapelt, verbrannt werden. Laut dem Betreiber Tepco würde die Radioaktivität, die mit der Emission bei der Verbrennung ausgestoßen wird, die festgelegte Obergrenze nicht überschreiten.

 

Untersuchung der Kernschmelze am Reaktor 2 in Vorbereitung

Der Reaktor 2 soll in Kürze durch die Myontechnologie (bildliche Darstellung eines Objektes mithilfe von Elementarteilchen) untersucht werden. Die Vorbereitungen hier für laufen bereits. Hierdurch will man sich ein Bild verschaffen, inwiefern die Kernschmelze durch die Reaktorhülle in den Untergrund gedrungen ist. Am Reaktor 1 wurde diese Untersuchung bereits vor einem Jahr durchgeführt. Die Untersuchung zeigte, dass kein Brennmaterial mehr im Reaktordruckbehälter nachweisbar ist. Mit anderen Worten: Die Kernschmelze ist durch den Boden des Druckbehälters gedrungen und hat sich durch den Sicherheitsbehälter ins Betonfundament gefressen (antiatom-fuku berichtete). Vermutlich ist es auch ins darunterliegende Erdreich gedrungen.

 

Lobbyistenverband beklagt Urteil von Takahama

Der größte japanische Wirtschaftsverband Keidanren beklagte sich Ende dieser Woche über das aktuelle Gerichtsurteil (Landgericht Ōtsu), was den Weiterbetrieb der Reaktoren 3 und 4 am AKW Takahama, Präfektur Fukui verbietet. (Urteil von 02/2016, antiatom-fuku berichtete). Laut den Wirtschaftsverband Keidanren sei das AKW Takahama ein wichtiger Wirtschaftsmotor für die Kansai-Region.

Die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke haben bereits eine Gegenklage an das zuständige Landgericht Ōtsu eingereicht, dabei jedoch nicht damit gerechnet, das für die Bearbeitung des Falls derselbe Richter zuständig ist, der auch das Urteil von Takahama zu Gunsten der klagenden Bürgerinitiative fällte. Damit dürften die Hoffnungen der Kansai Elektrizitätswerke, dass das Urteil wieder aufgehoben wird eher gering ausfallen.

Der Wirtschaftsverband besteht aus Lobbyisten und setzt sich für die Belange der großen Atomkonzerne ein. Der Vorsitzende des Verbandes ist auch gleichzeitig der Konzernchef der Kansai Elektrizitätswerke. Auch andere Bosse großer Konzerne sind hier im Vorstand vertreten.  

 

16.03.2016

AKW Ikata – Wiederinbetriebnahme von Reaktor 3 rückt näher

Der Reaktor 3 am AKW Ikata, Präfektur Ehime, soll nach Plänen der betreibenden Shikoku Elektrizitätswerke im Sommer ans Netz gehen. Das ist bereits der 5. Reaktor im Lande, der durch die Atomaufsichtsbehörde NRA für „sicher“ deklariert und freigegeben worden ist.

Unmittelbar vor der Wiederinbetriebnahme werden, wie auch schon am AKW Sendai und AKW Takahama weitere technische Überprüfungen durch die NRA erfolgen. Der Reaktor soll u.a. auch mit MOX-Brennelementen bestückt werden.

Im Moment laufen landesweit „nur“ zwei Reaktoren am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima in Südjapan. Der Weiterbetrieb der Reaktoren 3 und 4 am AKW Takahama, Präfektur Fukui wurde am 09.03.2016 per einstweilige Verfügung verboten, nachdem eine Bürgerinitiative vor dem Landgericht Otsu bei Kyoto klagte.

 

Werbevideo für das Tepco-AKW Kashiwazaki Kariwa

Der Betreiber Tepco, der auch das havarierte AKW Fukushima dai ichi zu verantworten hat, hat nun ein Werbevideo ins Netz gestellt, worin die „Sicherheit“ am AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata propagiert wird. Dort werden zur Zeit die Reaktoren 6 und 7 durch die NRA überprüft.

Von den 17 Reaktoren, die Tepco einst betrieben hatte, sind „nur noch“ die beiden Reaktoren 6 und 7 am AKW Kashiwazaki Kariwa übriggeblieben. Das AKW Fukushima dai ichi (6 Reaktoren) kommt für eine Wiederinbetriebnahme eh nicht mehr infrage und das AKW Fukushima dai ni eigentlich auch nicht. Denn während die noch „heilen“ Reaktoren 5 und 6 am AKW Fukushima dai ichi ursprünglich wieder in Betrieb gehen sollten, dann aber doch endlich aufgegeben worden sind, kann sich Tepco von den 4 Reaktoren des AKWs Fukushima dai ni jedoch nicht so richtig trennen. Für diese Reaktoren wurde aber schon die Stilllegung durch die Regierung angeordnet. Die Reaktoren 1 bis 5 am AKW Kashiwazaki Kariwa sind nicht mehr betriebsbereit, so dass „nur noch“ die beiden Reaktoren 6 und 7 übrigbleiben, um den Pleitekonzern wieder Profit einzubringen.   

   

14.03.2016

Kleine positiver Trend auf dem Strommarkt

Fünf Jahre nach der Dreifachkatastrophe zeichnet sich, wenn auch nur langsam, aber stätig, ein positiver Trend auf dem Strommarkt ab. Der Anteil an erneuerbaren Energien (ohne Wasserkraft) ist seit 2011 von 1,2 auf 3,2% gestiegen. Dieser Prozentsatz könnte jedoch höher sein, wenn die Regierung unter Shinzo Abe (LDP) die erneuerbaren Energien besser fördern würde, statt an der gefährlichen Kernenergie festzuhalten.

Der Strommarkt wird ab nächsten Monat liberalisiert, so dass sich jeder Verbraucher seinen Stromanbieter selber aussuchen kann. Man kann nun zwischen etwa 200 neuen Anbietern frei wählen. Es wurden sogar landesweit viele neue Stromleitungen installiert.  

Bisher war man gezwungen, den jeweils örtlichen Stromanbieter zu nehmen. Eine Alternative gab es nicht.

 

11.03.2016

Dreifachkatastrophe jährt sich heute zum 5. Male

Genau heute vor 5. Jahren begann mit einem heftigen Beben der Stärke 9,0 auf der Richter-Skala, was sich um 14:46 Uhr ereignete eine Verkettung katastrophaler Ereignisse. 45 Minuten später folgte ein Tsunami, der über 16.000 Leute in den Tod riss. Am AKW Fukushima dai ichi fiel schon durch das Erdbeben der der Strom aus, die im Vollbetrieb laufenden Reaktoren 1 bis 3 heizten sich auf und der Tsunami, der das Gelände überflutete, richtete weitere Schäden an.

Noch über 2.500 Leute gelten weiterhin als vermisst. An die 100.000 Leute leben immer noch in den provisorisch eingerichteten Container-Siedlungen.

Anlässlich dieser verheerenden Dreifachkatastrophe fanden heute landesweit Gedenkfeiern statt. Bei den offiziellen Feiern geraten die Opfer der Reaktorkatastrophe als solche jedoch eher in den Hintergrund, was damit zusammenhängt, dass die atombefürwortende Regierung, die den Wiedereinstieg in die Kernenergie schon eingeleitet hat, die Folgen und Gefahren der Kernenergie gerne verschweigen und „Gras drüber wachsen lassen“ will.

Der Rückbau am AKW Fukushima dai ichi wird voraussichtlich noch 30 bis 40 Jahre in Anspruch nehmen und wirft aktuell immer wieder neue Probleme auf. Das radioaktiv verseuchte Wasser gelangt weiterhin ins Meer. Überall in der betroffenen Region stapeln sich die Säcke mit Kontaminiertem Erdreich, die im Rahmen der Dekontaminierungsversuche durch Erdabtragung entstanden sind.

Und während der Großteil der Bevölkerung die Kernenergie ablehnt, bleibt die Regierung immer noch auf Atomkurs.

 

AKW Ikata: 65% lehnen die Wiederinbetriebnahme ab

Laut einer repräsentativen Umfrage lehnen 65% der Bürger aus der Präfektur Ehime die Wiederinbetriebnahme des Reaktors 3 am AKW Ikata, was sich ebenfalls in der Präfektur Ehime befindet, ab.

Der Reaktor 3 am AKW Ikata wurde von der Atomaufsichtsbehörde NRA bereits freigegeben und soll im Frühsommer wieder angefahren werden. Hinzu kommt noch, dass er neben „herkömmlichen“ Uran- auch mit plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen bestückt werden soll.

Begründet wird die Ablehnung der befragten Bürger mit der Erdbeben- und Tsunamigefahr, den jüngsten Störfällen am AKW Takahama, den noch immer anhaltenden Problemen und Folgen am havariertem AKW Fukushima dai ichi und der fehlenden Notwendigkeit für Atomstrom.

Neben den offiziellen Gedenkfeiern zum 5. Jahrestag der Dreifachkatstrophe finden auch zahlreiche Protestveranstaltungen gegen die Wiederinbetriebnahme der Reaktoren statt. Bei eine Protestveranstaltung in Hiroshima, was nur 100 km von Ikata entfernt ist,  kamen auch ehemalige Atombombenopfer aus Hiroshima und Nagasaki zur Sprache, die vor den Weiterbetrieb der Atomanlagen, insbesondere AKW Ikata warnen und an die Folgen der radioaktiven Verstrahlung erinnerten.

Siehe dazu auch das nachfolgende Video des Nachrichtensenders TBS (japanisch).   

http://news.tbs.co.jp/newseye/tbs_newseye2723295.html

 

10.03.2016

Nach Gerichtsurteil – AKW Takahama, Reaktor 3 jetzt vom Netz

Nachdem durch das gestrige Gerichtsurteil, Landgericht Ōtsu, der Weiterbetrieb des Reaktors 3 am AKW Takahama, Präfektur Fukui untersagt worden ist (antiatom-fuku berichtete), mussten die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke dieses nun zeitnah umsetzen. So wurden heute Morgen ab 10:00 Uhr die Steuerstäbe in den Reaktor gefahren, um die Kernspaltung und somit die Leistung des Reaktors zu drosseln. Die Stromproduktion endete um 17:00 Und um 20:00 Uhr kam der Reaktor zum Stillstand.  

Für den Reaktor 4, der seit dem kürzlich eingetretenen Störfall still steht, ist die Wiederinbetriebnahme ebenfalls untersagt worden.

Zur Zeit laufen „nur“ noch 2 Reaktoren am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima in Südjapan.

 

09.03.2016

Gerichtsurteil: AKW Takahama muss vom Netz!

Nach einem Gerichtsurteil, was heute am Landgericht Ōtsu, Präfektur Shika gefällt worden ist, muss der Reaktor 3 am AKW Takahama wieder vom Netz genommen werden. Reaktor 4, der seit dem Störfall vom 29.02.2016 (antiatom-fuku berichtete) außer Betrieb ist, darf ebenfalls nicht mehr wieder angefahren werden. Begründet wird das Urteil damit, dass die Erdbeben- und Tsunamisicherheit unzureichend sei. Auch die Katastrophenschutzmaßnahmen wie u.a. der Flucht- und Rettungsplan für den Fall einer radiologischen Notfallsituation ist nicht ausreichend. Ferner wurden noch geologische Verwerfungen auf dem AKW-Gelände, sowie weitere Gefahrenpunkte angeführt.

Das ohnehin schon umstrittene AKW Takahama geriet vor allem in den letzten Wochen wegen der jüngsten Störfälle am Reaktor 4 in die Kritik und wurde schon mehrfach vor Gericht verhandelt.

Im aktuellen Fall geklagt und Recht bekommen hatten jetzt 29 Bürger aus der Umgebung, die sich zu einer Klägergemeinschaft formiert hatten.  

Die Kansai Elektrizitätswerke, die die Kröte jetzt nun schlucken mussten, werden den Reaktor 3, der mittlerweile im Vollbetrieb läuft ab morgen 10:00 Uhr wieder herunterfahren. Man wolle aber in Revision gehen und gegen das Urteil klagen, so der Betreiber.  

Die beiden Reaktoren 3 und 4 wurden durch die Atomaufsichtsbehörde NRA überprüft, als technisch einwandfrei deklariert und zur Wiederinbetriebnahme freigegeben. Reaktor 3 läuft seit Ende Januar und Reaktor 4 lief ab Ende Februar für ein paar Tage, bis sich ein erneuter Störfall mit RESA ereignete (antiatom-fuku berichtete).   

 

08.03.2016

AKW Fukushima – Entnahme der Brennelemente verzögert sich

Die Entnahme der Brennelemente aus den Abklingbecken der Reaktoren 1 bis 3 am havarierten AKW Fukushima dai ichi wird sich erheblich verzögern. Somit liegt der Betreiber Tepco einige Jahre hinter dem ursprünglichen Zeitplan. 

Da die Radioaktivität im Inneren der Reaktorgebäude weiterhin sehr hoch ist, die Bindung umherfliegender radioaktiver Partikel sich schwieriger gestaltet als gedacht und weiterhin so gut wie gar keine Kenntnis über den Zustand im Inneren der Reaktoren vorhanden ist, kann laut Tepco mit der Entnahme der Brennelemente voraussichtlich erst ab 2021 begonnen werden.

Etwas Klarheit soll ein Roboter verschaffen, der in Kürze das Innere von Reaktor 1 erkunden soll. Denn bisher weiß man nicht, inwiefern Trümmerteile die Bergung der Brennelemente behindern würden. Zudem ist das Wasser, was sich im Druckbehälter von Reaktor 1 befindet, besonders trüb, was die Beurteilung der zum Teil geschmolzenen Brennelemente nicht gerade erleichtert. 

Die Untersuchung mittels Roboter im Reaktor 2 ist für August 2016 vorgesehen. Für Reaktor 3, dessen Inneres ebenfalls noch unklar ist, liegt noch kein Termin vor.

In den Reaktoren 1 bis 3 befinden sich insgesamt 1496 Brennelemente mit einem Gewicht von 248,5 t. Die radioaktive Strahlung dort liegt weiterhin im tödlichen Dosisbereich!  

 

AKW Fukushima – Radioaktives Wasser weiterhin nicht beherrschbar

Das radioaktiv verseuchte Wasser am havariertem AKW Fukushima dai ichi breitet sich weiterhin aus und ist immer noch nicht in den Griff zu bekommen. Auch mit der „Reinigung“ des hochradioaktiven Wassers, was auf dem Gelände in Tanks lagert, liegt Tepco weit hinter dem Zeitplan. Das Wirtschaftsministerium und der Betreiber Tepco suchen jedoch nach neuen Lösungen.

Der im Oktober fertiggestellte Schutzwall vor dem AKW entlang der Küste (antiatom-fuku bwrichtete), wurde mittlerweile mit Öffnungen versehen, damit er den Druck, der durch das Grund- und Kühlwasser ausgeübt wird, überhaupt noch stand hält. Aus diesen Öffnungen läuft das hochradioaktiv verseuchte Wasser aus den Reaktorkellerräumen mit dem Grundwasser direkt ins Meer.  

In den Tanks auf dem Gelände lagern zur Zeit 780000 t radioaktives Wasser (Stand: 02/2016). Weitere 160000 t hochradioaktiv verseuchtes Wasser müssen noch in der Dekontaminierungsanlage ALPS „gereinigt“ werden. Bis wann diese Arbeiten abgeschlossen sind, ist noch völlig unklar.

Erschwerend kommt noch hinzu, dass das radioaktive Wasser in einfachen Tanks lagert, wo man nicht weiß, wie lange die noch dicht halten.

Das Grund- und Kühlwasser der drei Reaktoren mit der Kernschmelze gelangt weiterhin ins Meer. Um dieses, soweit es überhaupt machbar ist zu verhindern, wird das bergseitige Grundwasser, bevor es die hochgradig radioaktiv verseuchten Reaktorkellerräume erreicht abgepumpt und über einen Bypass ins Meer geleitet.

Die Konzentration an hochradioaktiven Tritium (überschweres Wasser) ist zum Teil sehr hoch. Es lässt sich jedoch so gut wie gar nicht herausfiltern!

Das Wasserproblem besteht schon seit Beginn der Reaktorkatastrophe vor 5 Jahren und nimmt immer mehr zu, statt dass man es in den Griff bekommt.

Tepco und das Wirtschaftsministerium hoffen nun auf die „Eismauer“, die die Reaktoren 1 bis 4 umgibt und nach langen hin und her im Februar dann doch noch fertiggestellt worden ist. 

 

05.03.2016

AKW Takahama – Scharfe Kritik bezüglich der Sicherheit

Nach dem jüngsten Vorfällen am AKW Takahama, Präfektur Fukui (antiatom-fuku berichtete) wird die Kritik bezüglich der Sicherheit der Anlage immer schärfer. Dieses kam vor allem auf der gestrigen Präfekturversammlung zur Sprache, bei der auch mehrere unabhängige Experten anwesend waren.

Auch in der Bevölkerung macht sich immer mehr Unsicherheit breit. Die angeblich strengsten Sicherheitsvorschriften der Atomaufsichtsbehörde NRA, wo nach der fraglichen Reaktor als technisch einwandfrei eingestuft worden ist, werden immer mehr infrage gestellt.

Bei einem Störfall, der sich in der vergangenen Woche ereignete, kam es zu einer RESA am Reaktor 4. Dieser wurde erst drei Tage zuvor angefahren (antiatom-fuku berichtete).

 

2 Schiffe mit Plutonium in Kobe angelandet

Wie heute bekannt wurde, sind zwei Schiffe mit 331 kg Plutonium aus den USA im Hafen von Kobe (Südjapan) angekommen. Das Plutonium kommt aus der US-amerikanischen Kernforschungsanlage Savannah River Site (Bundesstaat South Carolina), die auch aufgrund der Debatte wegen den 152 Castoren mit den Brennelementkugeln aus Jülich bekannt ist.

Laut offiziellen Angaben sei das Plutonium jedoch „nur“ für Forschungszwecke bestimmt.

In der kommenden Woche soll dann eines der beiden Schiffe nach Tokai, Präfektur Ibaraki weiterfahren, wo ebenfalls Plutonium gelagert werden soll. In Tokai befinden sich neben dem gleichnamigen AKW auch eine große Kernforschungsanlage und Zwischenlager für radioaktive Stoffe.

Video: Im Hafen von Kobe

02.03.2016

Pannenreaktor am AKW Takahama – Ursache weiterhin unklar

Immer noch suchen die Kansai Elektrizitätswerke nach der Ursache, die am 29.02.2016 zu einem Störfall mit Reaktorschnellabschaltung (RESA) am Reaktor 4, AKW Takahama, Präfektur Fukui führte. Dieser wurde erst 3 Tage zuvor angefahren (antiatom-fuku).

Laut den Kansai Elektrizitätswerken würde die Ursachensuche noch ein paar Tage in Anspruch nehmen. Die Kernspaltung im Reaktor wurde bei der RESA wieder gestoppt, die Temperatur und der Druck liegen im Normbereich, so dass er sich in einem stabilen Zustand befinden würde.

Ein erneuter Startversuch für den Pannenreaktor 4 ist nun für Ende März geplant. Allerdings wird dieser erneut einer technischen Überprüfung der Atomaufsichtsbehörde NRA unterzogen.  

 

Februar

29.02.2016

AKW Takahama – Störfall am Reaktor 4 - RESA

Am AKW Takahama, Präfektur Fukui kam es heute zu einem Störfall mit Reaktorschnellabschaltung (RESA) am Reaktor 4, der erst am vergangenen Freitag wieder angefahren worden ist. Auslöser war ein technisches Problem an einem Stromgenerator. Um 14:01 Uhr, als gerade die Leistung des Reaktors soweit gesteigert worden ist, so dass die Stromproduktion begann, trat der Störfall ein. Zuvor lief der Reaktor nur im Testbetrieb.  

Am Reaktor 4 kam es bereits letzte Woche, vor der Wiederinbetriebnahme schon zu einem Störfall, wobei radioaktiv verseuchtes Wasser aus dem Primärkreislauf entwichen ist (antiatomn-fuku berichtete).

 

28.02.2016

Hiroshima: Atombombenopfer klagen gegen das AKW Ikata

Eine Klägergemeinschaft aus Hiroshima klagt gegen die Wiederinbetriebnahme des AKWs Ikata, Präfektur Ehime. Darunter befinden sich auch 16 Einwohner, die noch unter den Strahlenfolgen durch den Atombombenabwurf auf Hiroshima zu leiden haben.

Das AKW Ikata, bestehend aus 3 Reaktoren, darf im Frühling mit Reaktor 3 wieder ans Netz gehen. Dieser soll unter anderem auch mit plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen bestückt werden (antiatom-fuku berichtete).   

Die Präfektur Ehime mit dem AKW Ikata liegt keine 100 km von Hiroshima entfernt. Und im Anbetracht der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki, der Reaktorkatastrophe in Fukushima vor knapp 5 Jahren, ist es in keiner Hinsicht mehr vertretbar, dass nahegelegene AKW Ikata, bei ohnehin fehlender Notwendigkeit, in Betrieb gehen zu lassen. Damit begründen die Initiatoren der Klägergemeinschaft, wie sie es nun auf einer Bürgerversammlung bekannt gaben, ihre Klage vor Gericht.

Laut den Kansai Elektrizitätswerken werde nun fieberhaft nach der Ursache gesucht.

 

26.02.2016

AKW Takahama: Reaktor 4 seit heute wieder in Betrieb

Am AKW Takahama, Präfektur Fukui wurde heute der landesweit vierte Reaktor wieder in Betrieb genommen. Zwei Reaktoren am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima und Reaktor 3 am AKW Takahama laufen bereits seit dem Herbst 2015, bzw. seit Januar 2016.  

Ab 17:00 Uhr begann die Betreibermannschaft der Kansai Elektrizitätswerke den Reaktor 4 anzufahren. Die Kernspaltung wird voraussichtlich morgen früh ab 6:00 Uhr einsetzen. Der Reaktor wird zunächst im Testbetrieb gefahren, schrittweise gesteigert, so dass ab dem 29.02.2016 die Stromproduktion beginnt. Ab Ende März soll er dann im Vollbetrieb laufen.

Laut den Kansai Elektrizitätswerken verlief bisher alles planmäßig.

 

25.02.2016

AKW Takahama – Störfall-Reaktor 4 wird morgen angefahren

Wie heute bekannt wurde, wollen die Kansai Elektrizitätswerke den Reaktor 4 am AKW Takahama, Präfektur Fukui an den sich vergangene Woche ein Störfall ereignete (antiatom-fuku berichtete) wieder hochfahren. Hierbei war radioaktives Wasser aus dem Primärkreislauf entwichen.

Laut den Kansai Elektrizitätswerken sei der Fehler jedoch behoben worden und der Reaktor sei nun technisch einwandfrei. Die letzten Überprüfungen wurden heute abgeschlossen und morgen früh ab 5:00 Uhr soll mit dem Wiederanfahren des Reaktors begonnen werden.

Reaktor 4, ein DWR mit einer Bruttoleistung von 870 MW aus dem Jahre 1985 wurde mit 153 „herkömmlichen“ und 4 plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen bestückt. Er ist somit der 4. Reaktor, der ab morgen wieder hochgefahren wird.

Wenn alles planmäßig verläuft, beginnt ab den 29.02. die Stromproduktion und ab den 03.03.2016 soll er dann im Vollbetrieb laufen.

 

22.02.2016

Zwischenfall am AKW Takahama – Ursache gefunden, Neustart verschoben

Die Ursache für den Zwischenfall im Reaktorblock 4 am AKW Takahama, Präfektur Fukui, bei dem radioaktives Kühlwasser ausgetreten und über den Boden gelaufen ist, wurde jetzt gefunden. Laut den Kansai Elektrizitätswerken ist radioaktiv kontaminiertes Kühlwasser über eine Leckage aus einer Rohrverbindung des Primärkreislaufes getreten. Ursache sei ein nicht ordnungsgemäß festgezogener Bolzen gewesen, wodurch die Rohrleitung undicht geworden ist.

Vor zwei Tagen entdeckten Mitarbeiter in einem Nebengebäude des Reaktors 4, radioaktives Wasser auf dem Boden (antiatom-fuku berichtete).

Die für den 26.02.2016 geplante Wiederinbetriebnahme des Reaktors wird auf unbestimmte Zeit verschoben. Laut der Atomaufsichtsbehörde NRA wurde dieser als technisch einwandfrei eingestuft und Ende 2015 zur Wiederinbetriebnahme freigegeben.  

 

20.02.2016

AKW Takahama: Austritt von Radioaktivität – Neustart von Reaktor 4 verschoben

Am AKW Takahama, Präfektur Fukui, wurde heute radioaktives Wasser in einem Nebengebäude von Reaktor 4 auf dem Fußboden entdeckt. Daraufhin wurden die Arbeiten, die die für Ende Februar geplante Wiederinbetriebnahme des Reaktors vorbereiten, sofort unterbrochen.

Laut der örtlichen Atomaufsichtsbehörde und der betreibenden Kansai Elektrizitätswerke sei jedoch keine Radioaktivität in die Umwelt gelangt. Nach der Ursache werde nun gesucht und der Neustart des Reaktors sei laut den Kansai Elektrizitätswerken auf unbestimmte Zeit verschoben worden.

Reaktor 4 wurde von der Atomaufsichtsbehörde NRA nach den neuen, nach offiziellen Angaben strengeren Richtlinien überprüft, als „sicher“ befunden und zur Wiederinbetriebnahme freigegeben. Er ist mit 153 „herkömmlichen“ Uran- und mit 4 plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen bestückt (antiatom-fuku berichtete).

 

18.02.2016

AKW Takahama: Mögliche Laufzeitverlängerung für zwei Altreaktoren

Für die Reaktoren 1 und 2 am AKW Takahama, Präfektur Fukui, beides DWR aus dem Jahre 1974 und 1975 haben die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke eine Laufzeitverlängerung von 20 Jahren beantragt. Hierzu hat die Atomaufsichtsbehörde NRA eine Überprüfung durchgeführt. Die NRA befindet, wie heute auch bekannt wurde, dass die Grundvoraussetzungen für die Sicherheitsüberprüfung auf Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme, bzw. zur Erteilung einer Laufzeitverlängerung gegeben sind.

Die gesetzlich festgelegte Obergrenze für die Laufzeit der Reaktoren beträgt 40 Jahre. Danach müssen diese i.d.R. stillgelegt werden.

Reaktor 3 am AKW Takahama läuft bereits wieder sei Ende Januar und Reaktor 4 soll in Kürze folgen. Beide Reaktoren (DWR) laufen seit 1985.

 

Fukushima: 16 weitere Schilddrüsenkrebsfälle bei Kinder

In einer weiteren Screening-Runde, die im Dezember 2015 abgeschlossen worden ist, wurde bei 16 weiteren Kindern und Jugendlichen eine Schilddrüsenkrebserkrankung festgestellt.

Untersucht wurden 230.000 Kinder und Jugendliche (2. Screening-Runde) aus der Präfektur Fukushima, die zu Beginn der Reaktorkatastrophe unter 18 Jahre alt gewesen sind. Im Vergleich zu Ende November sind jetzt 14 neue Fälle hinzugekommen, womit die Zahl der betroffenen auf 167 anstieg.

Vor Eintritt der Reaktorkatastrophe lag die Quote der an Schilddrüsenkrebs erkrankten Kindern nahezu bei 0.

 

16.02.2016

AKW Fukushima – Fertigstellung der umstrittenen „Eismauer“

Die heftig umstrittene „Eismauer am havariertem AKW Fukushima dai ichi wurde in der vergangenen Woche fertiggestellt.

Die „Eismauer“, die die Reaktoren 1 bis 4 umschließt,  besteht aus 1568 Rohren, die tief in die Erde ragen und über ein Kreislaufsystem, über das eine chemische Kühlflüssigkeit zirkuliert, miteinander verbunden sind. Da die ordnungsgemäße Funktion der Eismauer durch Experten immer wieder infrage gestellt worden ist, wurde Bau schon mehrfach unterbrochen und sollte sogar eingestellt werden (anti-atom fuku berichtete mehrfach).

Die Atomaufsichtsbehörde NRA und der Betreiber Tepco sind jedoch, was den Betrieb der Eismauer betrifft, sehr zuversichtlich. Zunächst soll erst mal nur ein Abschnitt der Eismauer zwecks Probelauf in Betrieb genommen werden.

Mit der Eismauer, die das Erdreich im Bereich der Reaktoren 1 bis 4 auf minus 30°C gefriert, soll verhindert werden, dass das hochradioaktiv verseuchte Kühlwasser der Kernschmelzen aus den Reaktoren 1 bis 3 ins Grundwasser, bzw. ins Meer gelangt.

Was in der Theorie gut klingt, könnte sich jedoch in der Praxis als schwierig erweisen.  Hinzu kommen dann auch noch die laufenden Kosten für den Unterhalt der Eismauer. Die bisherigen Baukosten alleine belaufen sich schon auf etwa 270 Mio. Euro.

 

14.02.2016

Verschmolzene Cäsiumpartikel in den Wäldern von Fukushima

Ein Forscherteam der Tokyo Universität fand in den Wäldern der Präfektur Fukushima in Glas verschmolzene Cäsiumpartikel, die mit aller Wahrscheinlichkeit aus dem havariertem AKW Fukushima dai ichi stammen. Chemische Reaktionen und die große Hitze der Kernschmelze in den Reaktoren ließen die Partikel in dieser Form entstehen, die dann zuhauf in die Atmosphäre geschleudert und überall verteilt worden sind.

Schon im Sommer 2011 wurden nicht weit vom AKW solche Partikel, die auf den Blättern der Kiefern hafteten gefunden. Diese wurden im Labor unter dem Mikroskop sichtbar gemacht. (Siehe dazu die Abbildungen der Zaikei Shinbun).

 

13.02.2016

AKW Fukushima: NRA-Chef will radioaktives Wasser ins Meer verklappen

Nach einer Begehung am havariertem AKW Fukushima dai ichi, die kürzlich durch die Atomaufsichtsbehörde NRA durchgeführt worden ist, befindet der NRA-Chef Shunichi Tanaka, wie er auf einer Pressekonferenz nun verkündete, dass, wenn der Rückbau vorangehen soll, das radioaktive Wasser, was auf dem Gelände lagert, nach einer „Reinigung“ ins Meer verklappt werden müsste. „Anders sei kein Rückbau möglich“.

„Auf dem Gelände stehen bereits an die 1000 große Lagertanks mit hochradioaktivem Wasser. Für weitere Tank sei kein Platz mehr“, so Tanaka.

Laut Tanaka müsse das Wasser soweit es möglich ist, bzw. bis die gesetzlich festgelegte Obergrenze unterschritten ist, dekontaminiert und dann, auch wenn sich das Tritium („überschweres Wasser“) nicht herausfiltern lässt, kontrolliert ins Meer geleitet werden.

Dass das darin enthaltene hochradioaktive Tritium, was der Körper wie „normales Wasser“ aufnimmt, mit ins Meer gelangt, wird billigend in Kauf genommen.

Als nächstes müssten jetzt, laut den Plänen von Tanaka, sämtliche Trümmerteile und die noch „heilen“ Brennelemente aus den Reaktoren 1 bis 3 entfernt werden. „Dann werde auch die Situation für die Arbeiter, da die Strahlung ja sinken würde, deutlich besser“, so Tanaka weiter.

Nach fast 5 Jahren nach Beginn der Reaktorkatastrophe am AKW Fukushima dai ichi, ist die Strahlung weiterhin sehr hoch, da die geschmolzenen Brennelemente der Reaktoren 1 bis 3 ja quasi freiliegen. Die Reaktorgebäude wurden damals durch die Wasserstoffexplosion zum Teil sehr schwer beschädigt. Am Reaktor 4 ist die Situation jedoch deutlich besser, da er zum Unfallzeitpunkt wegen Wartung leer war und die Brennelemente aus dem Abklingbecken bereits entfernt worden sind.

Im Verwaltungsgebäude und Stützpunkt für Mitarbeiter des AKWs sieht es immer noch aus, wie nach dem Erdbeben. Umgefallene Spinde liegen immer noch auf dem Boden und in der Zimmerdecke klafft ein Loch. Denn Aufräumarbeiten waren aufgrund der hohen Strahlung bisher noch nicht möglich.

Siehe hierzu auch die Bilder der Mainichi Shinbun online von 02/2016.        

 

AKW Kashiwazaki Kariwa – NRA: keine aktive geologische Verwerfung

Laut einem Gutachten der Atomaufsichtsbehörde NRA, worin die Erdbebensicherheit im Rahmen der laufenden Sicherheitsüberprüfungen am AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata beurteilt worden ist, sei die geologische Verwerfungslinie, die nahe der Reaktoren 6 und 7 verläuft, seismisch nicht aktiv, so dass keine erhöhte Erdbebengefahr bestehen würde.

Für die beiden Reaktoren 6 und 7 hatte der Betreiber Tepco, der auch das AKW Fukushima dai ichi zu verantworten hat, die Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme beantragt. Das AKW wird derzeit durch die NRA prioritär überprüft.

 

11.02.2016

Angestrebte Wiederinbetriebnahme - Tepco hält am AKW Fukushima dai ni fest

Der Atomkonzern Tepco, der auch das havarierte AKW Fukushima dai ichi zu verantworten hat, will, obwohl die Präfektur Fukushima es mehrfach abgelehnt hat, eine Wiederinbetriebnahme des „Schwester-AKWs“ Fukushima dai ni anstreben.

Im Vordergrund stehen hier eindeutig wirtschaftliche Interessen, da der hochverschuldete Konzern Tepco von seinen ehemals 17 Reaktoren andernfalls „nur“ Reaktor 6 und 7 am AKW Kashiwazaki Kariwa als einzige Option für eine mögliche Einnahmequelle hätte. Zudem will man sich auch zu Nutzen machen, dass die atomfreundliche LDP/Komeito-Regierung die Wiederinbetriebnahme sämtlicher Reaktoren befürwortet und unterstützt.

Dieses nahm auch der frühere und einst atombefürwortende Ministerpräsident Junichiro Koizumi (ehemals LDP) zum Anlass einer Kundgebung, die er gestern in Iwaki, Präfektur Fukushima vor 1300 Zuschauern hielt.

Koizumi, der seit der Reaktorkatastrophe zur Einsicht gekommen ist und nun die Atomkraft strikt ablehnt, wies erneut auf die weiterhin bestehenden Dauerproblemen am AKW Fukushima dai ichi und den bereits eingetretenen Folgen hin und forderte erneut den sofortigen Atomausstieg.

 

08.02.2016

Studie in Fukushima: Zunahme chronischer Erkrankungen

Einer Studie zufolge, die zwischen 2012 und 2014 in der Präfektur Fukushima durchgeführt worden ist, sind die Fälle an Diabetes mellitus und Hyperlipidämie (Erhöhte Blutfettwerte) im Vergleich zum Zeitraum vor der Reaktorkatastrophe von 2011 deutlich angestiegen. In dieser Studie zeigt sich auch, dass vorwiegend ehemalige Einwohner aus der Evakuierungszone betroffen sind.

Durchgeführt wurden diese Untersuchungen durch eine Klinik in Soma, nördlich von havariertem AKW Fukushima dai ichi.  

 

04.02.2016

Pazifik südlich von Fukushima - Rückgang der Muschelbestände

Ein Forschungsteam des Kunitachi Instituts in Tsukuba, Präfektur Ibaraki, was über einen längeren Zeitraum die Meeresvegetation entlang der Nordostküste beobachtet hatte, fand nun heraus, dass der Bestand an Muscheln, sowie weiteren wirbellosen Meerestieren in den Küstenbereichen, die südlich des havariertem AKWs Fukushima dai ichi liegen, deutlich zurückgegangen ist. Als Ursache kommen radioaktive Partikel aus dem AKW Fukushima dai ichi infrage, die mit der Oyashio-Strömung, einer von Norden kommenden kalten Meeresströmung, die entlang der Nordostküste in Richtung Süden führt, heran getragen werden. Die Präfektur Ibaraki liegt südlich neben der Präfektur Fukushima.

 

03.02.2016

AKW Takahama: Reaktor 4 nun mit Brennelementen bestückt

Am AKW Takahama, Präfektur Fukui laufen bereits die Vorbereitungen für die Wiederinbetriebnahme des Reaktors 4, die für Ende Februar geplant sind (antiatom-fuku berichtete). In den vergangenen Tagen wurde der Reaktor mit Brennelementen bestückt. Diese Arbeiten wurden heute Morgen abgeschlossen. Unter den 157 „normalen“ Uranbrennelementen befinden sich, wie auch schon in Reaktor 3 vier plutoniumhaltige MOX-Brennelemente.

Reaktor 3, der ebenfalls mit MOX bestückt, läuft bereits seit letzte Woche Freitag und produziert seit dem 01.02.2016 Strom. Seine Leistung wird nun schrittweise gesteigert und ab morgen wird er im Vollbetrieb laufen.

Laut den betreibenden Kansai Elektrizitätswerken verlief bisher alles ordnungsgemäß.  

 

Januar

30.01.2016

AKW Takahama, Reaktor 3 ab Donnerstag im Vollbetrieb

Reaktor 3 am AKW Takahama, der gestern wieder angefahren worden ist, soll ab den 04.02.2016 im Vollbetrieb laufen. Zurzeit läuft er noch im Testbetrieb, bei dem die Leistung nach und nach gesteigert wird. Ab Montag wird der entstandene Wasserdampf die Turbine antreiben und die Stromproduktion beginnt.

Laut den betreibenden Kansai Elektrizitätswerken verlief bisher alles störungsfrei.

Reaktor 4, der ebenfalls wieder in Betrieb gehen darf (antiatom-fuku berichtete), wird ab morgen mit 157, darunter 4 plutoniumhaltige MOX-Brennelementen beladen und soll Ende Februar angefahren werden.

Während dessen gehen die Proteste der Bevölkerung, auch vor dem Haupttor des AKWs weiter, die bei den Verantwortlichen jedoch weiterhin auf taube Ohren stoßen.

 

29.01.2016

AKW Takahama: Reaktor 3 wurde heute hochgefahren

Am AKW Takahama, Präfektur Fukui wurde heute ab 17:00 Uhr, wie bereits von den Kansai Elektrizitätswerken angekündigt, der Reaktor 3 wieder angefahren.

Das ist nun der dritte Reaktor, der nach Sendai 1 und 2 wieder ans Netz geht.

Ministerpräsident Shinzo Abe (LDP) bekräftigte noch einmal, dass die von der Atomaufsichtsbehörde NRA überprüften Reaktoren seiner Meinung nach sicher sein und er dessen Wiederinbetriebnahme weiter vorantreiben wird.  

Reaktor 3 ist zudem neben „herkömmlichen“ Uranbrennelementen auch mit plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen bestückt. Damit wird laut Regierung der sogenannte Brennstoffkreislauf geschlossen (Wiederverwertung abgebrannter Brennelemente); ein These, die schon mehrfach durch unabhängigen Experten widerlegt worden ist.

AKW-Status für Ende Januar 2016. Skizze: antiatom-fuku

Reaktor 4 soll Ende Februar ans Netz gehen.

Im 30-km-Umkreis des AKWs Takahama befinden sich auch der Großraum Kyoto und der Biwasee, ein sehr wichtiges Trinkwasserreservoir.

Vor dem AKW versammelten sich heute trotz des Regens wieder zahlreiche Bürger, die neben den o.g. Punkten auch die von der Regierung als ausreichend deklarierten Katastrophenschutzmaßnahmen, die fehlende Notwendigkeit und die allgemeinen Gefahren laufender AKWs zur Sprache brachten und gegen die Wiederinbetriebnahme protestierten.

 

27.01.2016

AKW Takahama – Reaktor 3 geht am Freitag in Betrieb

Am AKW Takahama, Präfektur Fukui soll nach Angaben der betreibenden Kansai Elektrizitätswerken übermorgen (29.01.2016) ab dem frühen Abend damit begonnen werden, den Reaktor 3 schrittweise wieder anzufahren.

Dieser wurde, wie auch Reaktor 4, als sicher befunden und durch die Behörden für die Wiederinbetriebnahme freigegeben (antiatom-fuku berichtwete).

Der Reaktor 4, der Ende Februar angefahren werden soll, wird ab Sonntag (31.01.2016) mit Brennelementen bestückt.  

Die landesweiten Bürgerproteste gegen die Wiederinbetriebnahme der AKWs sind im Anbetracht der allgemeinen Gefahren, der fehlenden Notwendigkeit für Kernenergie und der immer noch anhaltenden Probleme am havariertem AKW Fukushima dai ichi weiterhin groß. Die Regierung LDP/Komeito zeigt sich jedoch weiterhin ignorant.

 

Abiko: Finanzielle Unterstützung für Schilddrüsenuntersuchungen

In der Stadt Abiko, Präfektur Chiba (etwas südlich von der Präfektur Fukushima) wurde jetzt im Rathaus beschlossen, das Schilddrüsenuntersuchungen bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahre finanziell unterstützt werden sollen. Dieser Check beinhaltet eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse und einen Bluttest. Hierdurch soll eine Krebserkrankung der Schilddrüse, die aufgrund der erhöhten Radioaktivität seit Beginn der Reaktorkatastrophe gehäuft in Nordostjapan auftritt, frühzeitig erkannt werden.

Bisher wurden solche Screening-Untersuchungen nur für Kinder, die in der Präfektur Fukushima leben finanziell unterstützt. Für die Nachbarpräfekturen hielt man das bisher nicht für nötig und wird von der Regierung auch nicht unterstützt.

Die Anzahl der in der Präfektur Fukushima an Schilddrüsenkrebs erkrankten Kinder liegt mittlerweile bei etwa 150 Fällen. Vor der Reaktorkatastrophe lag die Zahl bei 0 Fällen und stieg erst im fortgeschrittenen Erwachsenenalter geringfügig an.

 

23.01.2016

Nuklearanlage Tokai – Verglasung hochradioaktiver Flüssigabfälle

In der nuklearen Wiederaufbereitungs- und Forschungsanlage in Tokai, Präfektur Ibaraki in Ostjapan sollen ab dem 25.01.2016 etwa 35 m³ hochradioaktive Flüssigabfälle in Glaskokillen verglast und dort gelagert werden.

Dieser Teil der Anlage steht seit 2007 wegen laufender Verbesserungsmaßnahmen der Erdbebensicherheit still und soll, obwohl diese von der Atomaufsichtsbehörde NRA noch nicht freigegeben worden ist, am Montag wieder in Betrieb gehen.

Nuklearanlage JAEA in Tokai. Bild: Petra Alt

Denn die NRA hatte nämlich bereits 2013 die Genehmigung für die Lagerung plutoniumhaltige und weitere hochradioaktive Flüssigabfälle um 5 weitere Jahre, also bis 2018 verlängert. Somit darf mit der Verglasung schon begonnen werden werden.

Die o.g. Nuklearanlage befindet sich mit weiteren ähnlichen „Einrichtungen“ und dem AKW Tokai quasi mitten im Wohngebiet. In einer der Anlagen, in der Uran konzentriert wird, ereignete sich 1999 auch der Kritikalitätsunfall, wobei 3 Arbeiter hochgradig verstrahlt worden sind.

 

21.01.2016

AKW Takahama, Reaktor 3 – Wiederinbetriebnahme nächste Woche

Am AKW Takahama, Präfektur Fukui laufen bereits die Vorbereitungen für die Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 3 und 4 auf Hochtouren (antiatom-fuku berichtete).

Wie die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke heute mitteilten, soll Reaktor 3 am 29.01.2016, also in der kommenden Woche angefahren werden. Das wäre somit der dritte Reaktor, der nach Reaktor 1 und 2 am AKW Sendai in Südjapan wieder ans Netz geht.

Der genaue Termin für Reaktor 4, dessen Wiederinbetriebnahme für Ende Februar vorgesehen ist, steht noch nicht fest.

Der Reaktor 3, der jetzt wieder ans Netz geht, ist neben Uranbrennelementen auch mit MOX bestückt.

 

18.01.2016

AKW Fukushima: Neuer Entnahmekran für Brennelemente von Reaktor 3

Im Toshiba-Werk in Yokohama wurde jetzt ein neuer Entnahmekran vorgestellt, der über zwei Arme die Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 3 am havariertem AKW Fukushima dai ichi entfernen soll. Er wird ferngesteuert und verfügt über 22 Kameras, die eine reibungslose Navigation ermöglichen. Denn wegen der immer noch sehr hohen Strahlung ist ein menschlicher Einsatz im Reaktorgebäude 3 weiterhin unmöglich.

Im Abklingbecken von Reaktor 3 lagern 566 Brennelemente, davon sind 52 Stück noch unbenutzt. Das Reaktorgebäude wurde bei der Wasserstoffexplosion im März 2011 sehr stark zerstört. Die großen Trümmerteile wurden bereits entfernt. Kleine Trümmer, wie etwa Betonsplitter, Kabelreste, Metallteile müssen jedoch noch aus dem Abklingbecken entfernt werden. Erst dann kann der neue Spezialkran zum Einsatz kommen.

Die Entnahme der Brennelemente soll laut dem Betreiber Tepco 2017 beginnen. Zuvor soll das zerstörte Reaktorgebäude mit einer Schutzhülle versehen werden.

 

14.01.2016

Erneute Sammelklage gegen das AKW Takahama

Nach dem das Landgericht Fukui das Urteil von April 2015, welches die Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 3 und 4 am AKW Takahama, Präfektur Fukui untersagte, Ende 2015 widerrufen hatte, streben die Anwohner aus der Region nun eine Sammelklage an. Damit soll erwirkt werden, dass der Betrieb der beiden umstrittenen Reaktoren doch noch untersagt wird. Verhandelt wird der Fall an einem höheren Gerichtshof in Nagoya. Nach Wünschen der Kläger soll der Termin genau auf den 11.03.2016, also genau auf den 5. Fukushima-Jahrestag gelegt werden. Damit wolle man ein Zeichen setzen und verdeutlichen, dass man mit dieser Klage einer zweiten Reaktorkatastrophe entgegenwirken wolle.  

Nach Plänen der Kansai Elektrizitätswerke soll Reaktor 3 am 28.01.2016 und Reaktor 4 Ende Februar angefahren werden. 

 

12.01.2016

Radioaktiv verseuchte Gebiete – Regierung treibt Rückführung voran

In weiteren Teilen der Sperrzone am havariertem AKW Fukushima dai ichi wird der Evakuierungsbefehl im Laufe des Jahres von der Regierung endgültig aufgehoben (In der Skizze gelb dargestellt). Dazu gehören 9 Stadtbezirke, bzw. Ortschaften, die bis Dato nur über Tag besucht werden durften.

Laut der Regierung sei die Strahlung durch die Dekontaminationsmaßnahmen ausreichend gesenkt worden, so dass diese angeblich keine gesundheitliche Gefahr mehr darstellt. Auch der Aufbau der Infrastruktur, Ärzte und Einkaufsmöglichkeiten sollen so rasch wie möglich wieder hergestellt werden.

In den rot markierten Gebieten (s. Skizze) bleibt der Evakuierungsbefehl weiterhin bestehen.

Evakuierungsgebiete verschiedener Kategorien um das havarierte AKW Fukushima dai ichi. Bild: Screenshot TV

Unter unabhängigen Experten, sowie bei vielen Bürgern stehen die von der Regierung forcierten „Rückführungsmaßnamen“ in die immer noch verstrahlten Gebiete schon lange in der Kritik (antiatom-fuku berichtete).   

 

09.01.2016

Tsunamischutt – Aufräumarbeiten in der Sperrzone

Während in vielen Ortschaften entlang der Nordostküste die Wiederaufbauarbeiten im vollen Gang sind, ist in einigen anderen Küstengebieten, die in der Sperrzone liegen, die Zeit förmlich stehen geblieben. Hier sind die Spuren des Tsunamis von vor knapp 5 Jahren noch deutlich zu sehen. Zerstörte Häuser, Ruinen, die der Witterung gnadenlos ausgesetzt sind. Überall wuchert das Unkraut. Siehe auch die Bilder der Kahoku online.

Bild rechts: vom Tsunami zerstörte Einkaufsstraße. Bild: Petra Alt

Nun beginnen an diesen Orten, auch in Futaba, die Aufräumarbeiten. Zu Futaba gehört auch das havarierte AKW Fukushima dai ichi. Das Mahnmal von Futaba wurde, da die Atomlobby nicht mehr an ihre Vergangenheit erinnert werden möchte, vor kurzem entfernt. Es trug die Aufschrift: „Atomkraft ist die leuchtend helle Energie der Zukunft“ (antiatom-fuku berichtete).

Die Ortschaften, in denen nun der Tsunamischutt entfernt werden soll, wurden nach Beginn der Reaktorkatastrophe wegen der radioaktiven Verseuchung vollständig evakuiert.

In der Präfektur Fukushima leben bis heute noch 57000 Tsunami- und Strahlenflüchtlinge in Containerhäusern, die als Übergang dienen sollen. Außerhalb der Präfektur Fukushima leben noch 47000 Leute in den provisorischen Unterkünften.

 

06.01.2016

AKW Fukushima dai ichi – Behälter mit hochradioaktiven Schlamm undicht

Im Kampf gegen das radioaktiv verseuchte Wasser am havarierten AKW Fukushima dai ichi, kommt es immer wieder zu neuen Problemen.

Um das hochradioaktiv verseuchte Wasser, was für die Reaktorkühlung verwendet worden ist und nun in den großen Tanks auf dem Gelände lagert, zu reduzieren, wird es mit einem speziellen Bindemittel versetzt. Dabei entsteht ein hochradioaktiver Schlamm, der dann in speziellen Behältern gelagert wird.

Nun entdeckten jedoch Mitarbeiter bei Kontrollgängen, dass genau aus diesen Behältern Wasser austritt, was sich an der Oberfläche des Schlamms abgesetzt hatte. Denn in den Behältern bildet sich laufend Wasserstoffgas, was den Druck im Inneren weiter erhöht, so dass diese undicht werden. Dieses „Phänomen“ ist zwar nicht neu, trat im April letzten Jahres bereits auf (antiatom-fuku berichtete), was jetzt jedoch mehr Ausmaße annimmt.

Zur Zeit befinden sich etwa 1700 solcher hochradioaktiven Schlammbehälter auf dem Gelände, wovon bei 34 Stück schon eine entstandenen Undichtigkeit mit Wasseraustritt festgestellt worden ist.  Die Radioaktivitätswerte des Wassers liegen für Cäsium bei 1000 Bq/l und für Strontium bei sehr hohen 3.000.000 Bq/l !!, was vor allen für die Arbeiter eine große Gefahr darstellt.

Nun ist dringender Handlungsbedarf geboten und der Betreiber Tepco sucht nach einer Lösung für diese Problembehälter.

 

04.01.2016

Hokkaido – NRA attestiert Erdbebensicherheit für das AKW Tomari

Am AKW Tomari, Hokkaido in Nordjapan, wurde der erste Teil der Sicherheitsprüfung, d.h. Überprüfung der Erdbebensicherheit, durch die Atomaufsichtsbehörde NRA abgeschlossen. Demnach wurde das AKW für erbebensicher befunden, was vom Chef der Hokkaido Elektrizitätswerke auf einer Konferenz in der Präfekturverwaltung auch stolz verkündet worden ist. Als nächstes erfolgen technische Überprüfungen an allen drei Reaktoren des AKWs.

Der Präfekturgouverneur Harumi Takahashi befürwortet die Wiederinbetriebnahme des AKWs voll und ganz. Und obwohl die Stromversorgung auf Hokkaido problemlos gewährleistet ist, soll das AKW soll rasch wie möglich wieder ans Netz gehen.  

Das AKW Tomari besteht aus drei DWR aus den Jahren 1989, 1991 uns 2009.

 

AKW Ikata –  Laufzeitverlängerung für Reaktor 1 wird überlegt

Am AKW Ikata, Präfektur Ehime wird über eine mögliche Laufzeitverlängerung für Reaktor 1, einen DWR aus dem Jahr 1977 diskutiert, die die betreibenden Shikoku Elektrizitätswerken etl. bei den Behörden beantragen wollen.

Die gesetzlich vorgeschriebene Obergrenze von 40 Jahren wäre nämlich bald erreicht, so dass der Reaktor endgültig stillgelegt werden müsste.  

Reaktor 3 wurde bereits freigegeben und darf im Frühling wieder ans Netz gehen (antiatom-fuku berichtete).

Wie man mit Reaktor 2 (DWR, Inbetriebnahme: 1982) verfahren will, ist bisher noch nicht bekannt.

 

02.01.2016

AKW Ikata, Reaktor 3 – Wiederinbetriebnahme voraussichtlich zum Frühlingsende

Die Wiederinbetriebnahme von Reaktor 3 am AKW Ikata, Präfektur Ehime wird voraussichtlich, da die technischen Überprüfungen, die von der Atomaufsichtsbehörde NRA stets in der vorbereitenden Phase des Reaktors getätigt werden, noch einige Monate in Anspruch nehmen werden. Laut den betreibenden Shikoku Elektrizitätswerken soll der Reaktor, der auch mit MOX-Brennelementen bestückt werden soll, zum Frühlingsende angefahren werden. Dieser wurde im Mai 2015 von der NRA als „sicher“ befunden und freigegeben und im Oktober vom Präfekturgouverneur Tokihiro Nakamura genehmigt.

Zur Zeit sind in Japan 2 von 48 (ursprünglich) 54 Reaktoren in Betrieb (beides AKW Sendai, Präfektur Kyushu in Südjapan). Die Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 3 und 4 am AKW Takahama ist für Ende Januar, bzw. Ende Februar angesetzt (antiatom-fuku berichtete).