2017 Fuku Info

aus dem Jahr 2017 in umgekehrter Chronologie. Das heißt: Das aktuellste folgt zuerst.

 

August

19.08.2017

Kosten und Probleme am AKW Fukushima dai ichi

Aktuellen Berechnungen zufolge, wurden seit der Reaktorkatastrophe bereits 912.968.272 Euro an Steuergelder für die Schadensbegrenzung und den Rückbau am havarierten AKW Fukushima Dai ichi aufgewendet. Darunter fällt z.B. die „Reinigung“ und Lagerung des radioaktiv verseuchten Kühlwassers, die bisher durchgeführten Robotereinsätze im Inneren der Reaktoren, die laufenden Vorbereitungen für die Entnahme der Brennelemente und der Betrieb der „Eismauer“, die radioaktives Wasser zurückhalten soll.

Die Kosten für den Rückbau des AKWs obliegen zwar theoretisch dem betreibenden Stromkonzern Tepco, der aber laut dem Wirtschafts- und Industrieministerium (METI) und dem Amt für Rohstoffe und Energie wegen den enormen technischen Schwierigen am AKW, die Kosten nicht alleine stemmen kann, so dass diese auch durch den Staat, also durch den Steuerzahler getragen werden müssen. Zudem will die Regierung die Präfektur Fukushima so schnell wie möglich in den „Normalzustand“ zurückführen, was laut den Behörden ebenfalls nur mit Hilfe der Steuergelder möglich ist.

Der von Steuergelder finanzierte Anteil für die Rückbaumaßnahmen am AKW Fukushima dai ichi beläuft sich mittlerweile auf 912.968.272 Euro (Stand 07/2017).

Tepco kommt zwar (theoretisch) für die Entschädigungszahlungen und für die Kosten der Flächendekontamination der radioaktiv kontaminierten Gebiete auf, allerdings bleiben die Kosten für die 30jährige Lagerung der abgetragenen Erdschichten am Staat, also am Steuerzahler hängen.

Die Kosten für die unterirdische „Eismauer“, die die Reaktoren 1 bis 4 umschließt, liegen mittlerweile bei 268.611.678 Euro. Die ohnehin schon heftig umstrittene Eismauer, die hochradioaktiv verseuchtes Wasser zurückhalten soll, damit es nicht ins Meer gelangt, ist zwar nun komplett in Betrieb, zeigt aber weiterhin kaum Wirkung. Das in Lagertanks deponierte hochradioaktiv verseuchte Wasser auf dem AKW-Gelände bleibt weiterhin, vor allem wegen dem hohen Tritiumgehalt ein ungelöstes Problem und behindert somit den Rückbau der Reaktorruine.

Die Probleme mit dem radioaktiv verseuchten Wasser werden aber von Tepco verharmlost dargestellt (Pressekonferenz von 07/2017). Und ein erneuter Zwischenfall, der sich diese Woche ereignete, zeigt wieder einmal, wie schwierig es ist, der Lage mit dem radioaktiven Wasser Herr zu werden. Am 16.08.2017 ist an der Filteranlage für radioaktiv verseuchtes Wasser (ALPS) eine Leckage aufgetreten, aus der hoch radioaktiv verseuchtes Wasser, das noch „gereinigt“ werden sollte, herausgetropft ist. Das waren laut Tepco schätzungsweise 50 ml. Es wies einen Wert von 22.000.000 Bq/l auf! Die Leckage wurde notdürftig mit Klebeband! geflickt.   

 

15.08.2017

AKW Genkai, Wiederinbetriebnahme verschiebt sich auf 2018

Die für den kommenden Herbst geplante Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 3 und 4 am AKW Genkai, Präfektur Saga verschiebt sich auf Anfang 2018. Grund dafür sind bauliche Nachbesserungen, die laut den betreibenden Kyushu Elektrizitätswerken bis zum Herbst, bzw. bis Dezember noch nicht abgeschlossen werden können. Zudem müssen auch die Rohrleitungen der beiden Reaktoren erneut auf Erdbebenfestigkeit, gemäß neuer Vorgaben überprüft und protokolliert werden.

Die beiden Reaktoren wurden im Januar dieses Jahres trotz noch laufender Bau- und Nachbesserungsarbeiten von der Atomaufsichtsbehörde NRA schon für „sicher“ befunden und zur Wiederinbetriebnahme freigegeben.

Die Nachbesserungen sollten bis Juli eigentlich schon abgeschlossen sein, so der ursprüngliche Zeitplan der Kyushu Elektrizitätswerke.

Auch die für den kommenden Herbst geplante Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 3 und 4 am AKW Ōi, Präfektur Fukui verschiebt sich ebenfalls, da auch hier noch weitere Nachbesserungen nötig sind (antiatom-fuku berichtete). Laut den Kansai Elektrizitätswerken ist die Wiederinbetriebnahme nun für Dezember geplant.  

Zurzeit sind in Japan 5 Reaktoren an 3 AKWs am Netz.   

 

10.08.2017

Nordkoreakonflikt: Japan bereitet sich für den Ernstfall vor

In Anbetracht der weiter zunehmenden Spannung zwischen Nordkorea und den USA, sowie den jüngsten Drohungen durch Nordkorea, erklärte der neue Verteidigungsminister Itsunori Onodera (57, LDP), dass Japan, für den Fall, das der US-Militärstützpunkt auf der Pazifikinsel Guam von Nordkorea angegriffen wird, sein Recht auf kollektive Selbstverteidigung ausüben würde. Mit anderen Worten „ein militärisches Eingreifen“. Denn erst gestern drohte Machthaber Kim Jong Un mit einem Atomwaffenangriff auf den US-Stützpunkt der Insel Guam (antiatom-fuku berichtete am 09.08.2017). In solch einem Fall würden die von Nordkorea abgefeuerten Raketen Kyushu, Südjapan direkt überfliegen, bevor diese dann in Guam einschlagen.

Onodera stellte direkt klar, dass er die USA auf jeden Fall unterstützen wolle, in dem die von Nordkorea abgefeuerten Raketen abgefangen werden sollen.

Nach früherer Gesetzgebung war dies nur bei direkter Bedrohung japanischen Territoriums möglich. Vor knapp zwei Jahren hatte Ministerpräsident Shinzo Abe, auch im Hinblick auf Nordkorea ein Gesetz durchgeboxt, das es Japan grundsätzlich erlaubt, die USA und andere Verbündete im Falle eines Angriffs zu verteidigen. Unabhängige Experten stehen dem Abfangmanöver jedoch sehr skeptisch gegenüber, da es nämlich fraglich ist, ob Japan die auf Guam gerichtete Raketen überhaupt abfangen kann.

 

06.08.2017

Gedenkfeiern zum Hiroshima-Jahrestag

Vielerorts fanden dieses Wochenende in Japan privat organisierte, und auch einige offizielle Gedenkfeiern zum 72. Jahrestag der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki statt. Dadurch, dass es nun die militärische Nutzung und nicht die zivile Nutzung der Atomkraft betrifft, werden diese Gedenkfeiern nämlich auch von staatlicher Seite unterstützt, während am Fukushima-Jahrestag „nur“ die Erdbeben- und die Tsunamiopfer bedacht werden, und die Reaktorkatastrophe inklusive Opfer von der Politik völlig außer Acht gelassen wird.

Denn schon damals, als die USA nach nur wenigen Jahren nach den Atombombenabwürfen die Kernenergie nach Japan brachte, wurde nämlich feinsäuberlich zwischen dem „guten“ und dem „bösen“ Atom unterschieden.   

 

AKW Ōi: Wiederinbetriebnahme verzögert sich bis Dezember

Am AKW Ōi, Präfektur Fukui dauern die von der Atomaufsichtsbehörde NRA nachgeforderten sicherheitsrelevanten Nachbesserungen an den Reaktoren 3 und 4 noch weiter an, so dass die beiden Reaktoren nicht wie geplant im Herbst, sondern erst im Dezember oder später wieder in Betrieb genommen werden können. Ausschlaggebend hierfür ist eine Unstimmigkeit, bzw. ein Druckfehler in den Dokumenten, die von den betreibenden Kansai Elektrizitätswerken bei der NRA eingereicht worden sind. Das betrifft technische Überwachungsgeräte, die an den Reaktoren 3 und 4 den Austritt von Wasser detektieren sollen.

Die Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren wurde durch die NRA zwar schon genehmigt, allerdings vorerst unter Vorbehalt, bis die geforderten Nachbesserungen abgeschlossen sind.

Unabhängige Experten und Bürger kritisieren die Wiederinbetriebnahme des AKWs nicht nur wegen den allgemeinen Gefahren, sondern vor allem auch wegen der unzureichenden Erdbebensicherheit, die laut unabhängigen Experten durch die NRA völlig unterbewertet worden ist. Klagen vor Gericht gegen das AKW Ōi scheiterten jedoch. Auch das jüngste Urteil am LG Nagoya fiel zu Gunsten der betreibenden Kansai Elektrizitätswerke aus.

 

02.08.2017

Gleich zwei Erdbeben in Nordostjapan

Heute Nacht um 2:02 Uhr ereignete sich in der Kanto- und Tohoku-Region (Nordostjapan) ein Erdbeben der Stärke 4,0 mit der Einstufung M 5,5. Das Epizentrum lag im nördlichen Teil der Präfektur Ibaraki und erstreckte südlich bis Tokyo und nördlich über die Präfektur Fukushima bis in die Präfektur Miyagi. Ein weiteres Erdbeben der Stärke 4,0 mit der Einstufung M 4,6, dessen Epizentrum im südlichen Teil der Präfektur Ibaraki lag, ereignete sich heute Morgen um 7:15 Uhr. Dieses war jedoch milder und betraf vorwiegend die Präfektur Ibaraki und Tokyo. Für beide Beben wurde keine Tsunamiwarnung herausgegeben.

 

Energieplan bis 2030 mit 20 bis 22% Kernenergie

Das Industrie- und Wirtschaftsministerium (METI) stellte auf einer Pressekonferenz, die am gestrigen Montag stattfand erste Entwürfe für den neuen Energieplan bis 2030 vor. Dieser soll dann am 09.08.2017 einem Beratungskomitee vorgelegt und bis Ende März 2018 endgültig festgelegt werden.

Im Energieplan enthalten ist der angestrebte Anteil an Kernenergie, der bis 2030 bei 20 bis 22% liegen soll. Die Kernenergie sei angeblich nötig, um die CO2-Emission nachhaltig zu senken. Ein Neubau von AKWs werde zwar nicht angestrebt, so das Industrie- und Wirtschaftsministerium, aber die vorhandenen Reaktoren, die zum Teil auch schon in die Jahre gekommen sind, sollen nachgerüstet und die Laufzeit generell von 40 auf 60 Jahre verlängert werden.   

  

Juli

30.07.2017

Endlagersuche: 30% der Fläche in Japan als geeignet deklariert

Am vergangenen Freitag stellte das Ministerium für Wirtschaft und Industrie eine von Wissenschaftlern der NUMO (Amt für kerntechnische Entsorgung) erarbeiteten Landkarte vor, die mögliche Endlagerstandorte für hochradioaktive Abfälle in Japan kennzeichnet. Laut der Karte kommen 30% der Landesfläche für ein unterirdisches Atommüllendlager infrage.

Bei Interesse der jeweiligen Gemeinden der auserwählten Gebiete soll dann gemeinsam mit den jeweiligen Gemeindeverwaltungen der potentielle Standort vor Ort genausten auf seine Eignung untersucht werden. Dort soll dann der hochradioaktive Atommüll in Glaskokillen verschweißt in 300 Meter Tiefe eingelagert werden. In Glaskokillen verschweißt würde die Radioaktivität über Zehntausende von Jahren nicht ins Grundwasser, umliegende Erdschichten, bzw. an die Erdoberfläche treten, so die Befürworter.   

Die Karte ist farblich in 4 Bereiche unterteilt. Gebiete mit Vulkanen, seismisch aktiven geologischen Verwerfungen, die nicht infrage kommen, sind gelb markiert.

Gebiete mit möglichen Erdöl, Gas und Kohlevorkommen, die später mal angebohrt werden sollen, werden hier grau/silberfarben dargestellt. Gebiete, die als bedingt geeignet deklariert worden sind, werden hier grün dargestellt. Besonders bevorzugte Gebiete innerhalb der grünen Zone, die zwecks Atommülltransport gut per Schiff erreichbar sind, sind dunkelgrün markiert. Diese liegen stets 20 km von der Küste entfernt.

Ab dem kommenden Herbst will das Wirtschaftsministerium landesweit diese Karte bei den Bürgern vorstellen, mit ihnen ins Gespräch kommen, von der Wichtigkeit und der Vorgehensweise der Standortauswahl „überzeugen“.

Die Präfektur Fukushima und die Gemeinde Rokkasho, Präfektur Aomori lehnen ein Endlager bereits ab.

Laut der Karte kommen z.B. Gebiete in der Präfektur Tokyo, Osaka, Präfektur Kanagawa, Okinawa und Aichi infrage. Diese sind dunkelgrün markiert. Für die Präfektur Tokyo kommt da hauptsächlich die über 1000 km entfernte, aber zu Tokyo gehörende Insel Minami-Torishima infrage, die schon seit längerem als möglicher Standort diskutiert worden ist (antiatom-fuku berichtete).

 

26.07.2017

Geplante Verklappung von Tritiumwasser – NRA-Chef in Rage

Im Streit um die geplante Verklappung von hochradioaktiven Wasser mit hoher Tritiumkonzentration, das am AKW Fukushima dai ichi in Tanks auf dem Gelände lagert, ist weiterhin unklar, wer unter den Verantwortlichen in den Interviews mit den Medien was und in welcher Form gesagt haben soll.

Wie am 14.07.2017 bekannt wurde, hatte der neue Tepco-Chef Takashi Kawamura angeordnet, das Tritiumwasser, 777000 Tonnen über mehrere Jahre verteilt ins Meer zu verklappen. Dies löste vor allem bei den Fischern und der Fischereigewerkschaft eine heftige Protestwelle aus (antiatom-fuku berichtete am 16.07.2017). Kawamuras Aussage wurde zwar durch einen Tepco-Sprecher dementiert, der behauptete, dass noch nichts beschlossen sei, sich aber in Widersprüche verstrickte. Nun empört sich seit ein paar Tagen der Chef der Atomaufsichtsbehörde NRA, Shunichi Tanaka, der regelrecht vor Wut kocht, weil er Gerüchten zufolge, der Verklappung ins Meer zugestimmt hätte. Das würde aber nicht stimmen, so Tanaka. Kawamura hingegen behauptet jedoch, dass Tanaka der gleichen Meinung gewesen wäre wie er, so dass weiterhin Widersprüche bestehen.

Allerdings hatte die NRA schon in der Vergangenheit eine Verklappung von radioaktiv belasteten Wasser ins Meer befürwortet. Denn bei einer Begehung am AKW Fukushima dai ichi, die die IAEA gemeinsam mit der NRA und Tepco im Februar 2015 durchführte, wurde das „Wasserproblem“ bereits angesprochen. Damals hatte die IAEA, um das „Wasserproblem“ zu lösen, die Verklappung ins Meer vorgeschlagen. Auch bezüglich des Tritiums sah man kein Problem, da die Verdünnung ausreichend sei. Der Vorschlag der IAEA wurde von der NRA befürwortet.

Siehe dazu auch rückblickend den Bericht von Japanmarkt von 02/2015.

23.07.2017

AKW Fukushima: Bergung der Kernschmelze schwieriger als gedacht

Nach ersten Auswertungen der Videoaufnahmen, die am havarierten AKW Fukushima dai ichi mittels Tauchroboter im Sicherheitsbehälter von Reaktor 3 getätigt worden sind, kommt der Betreiber Tepco nun zu der Erkenntnis, dass sich die Entnahme der geschmolzenen Brennelemente deutlich schwieriger gestalten wird, als zunächst angenommen. Denn die Unterwasserbilder zeigen, dass sich ein Teil der geschmolzenen Brennelemente überall auf dem Boden des Sicherheitsbehälters verteilt hat. Ein weiterer Teil der geschmolzenen Brennelemente hängt wie Eiszapfen an der Unterseite des Druckbehälters herunter. Dort befindet sich auch die Einschubvorrichtung der Steuerstäbe, die nun mit der Kernschmelze „verbacken“ sind. Der Wasserstand im Sicherheitsbehälter liegt zurzeit bei 6,40 Meter.

Um das Ausmaß der Reaktorhavarie besser darstellen und analysieren zu können, soll nun eine Vorher-Nachher-Skizze des Reaktors angefertigt werden.

Noch in diesem Sommer wollen Regierung und Tepco einen Plan für die Entnahme der Brennelemente aus den Reaktoren 1 bis 3 erstellen. Der Rückbau der Reaktoren soll laut Tepco unter Zurückhaltung radioaktiver Partikel möglich sein.

Laut Tepco hat der Tauchroboter „Minimanbo“ während der Mission eine Strahlendosis von 30 Gray (entspricht 30 Sv) erhalten.     

 

22.07.2017

AKW Fukushima, Reaktor 3 – Robotermission verlängert

Nach dem gestern am AKW Fukushima dai ichi im Sicherheitsbehälter von Reaktor 3 reichlich durchgeschmolzener Kernbrennstoff festgestellt worden ist, der wie Eiszapfen an der Unterseite des Druckbehälters hängt (antiatom-fuku berichtete), wurde die Robotermission, die gestern ursprünglich enden sollte, um einen Tag verlängert. Denn auf dem Grund des Sicherheitsbehälters, vor allem unterhalb des Druckbehälters befindet sich ebenfalls reichlich dunkles klumpiges Sediment. Hierbei handelt es sich möglicherweise um geschmolzene Brennelemente, die sich mit dem Metall der Arbeitsplattform („Laufgitter“) vermischt haben. Ob, bzw. in wie weit der Boden des Sicherheitsbehälters beschädigt wurde und die Kernschmelze in das darunterliegende Betonfundament gedrungen ist, konnte bisher noch nicht geklärt werden.     

 

21.07.2017

AKW Fukushima, Reaktor 3 – Kernschmelze hängt wie Eiszapfen herunter

Am AKW Fukushima dai ichi wurde heute früh mit dem Hauptteil der Robotermission von Reaktor 3 begonnen. Der ferngesteuerte kugelförmige Tauchroboter „Minimanbo“, der am vergangenem Mittwoch in den Sicherheitsbehälter von Reaktor 3 eingebracht worden ist, lieferte bereits erste Bilder aus dem Inneren, die noch am selben Tag in einer Pressekonferenz vorgestellt worden sind (antiatom-fuku berichtete).

Im heutigen Teil der Mission wurde der Tauchroboter, der vorne und hinten über eine Kamera verfügt, unterhalb des Druckbehälters gesteuert. Der Wasserpegel im Sicherheitsbehälter liegt zurzeit bei etwa 6,30 Meter.

Die heutigen Unterwasseraufnahmen zeigen die geschmolzenen Brennelemente, die durch den Boden des Druckbehälters getreten sind, und dort wie Eiszapfen herunterhängen, die sich als eine orange-schwarze Masse darstellen. Mit diesen Bildern erhält der Betreiber Tepco wichtige Daten über den Zustand der Kernschmelze, die auch für den Rückbau des Reaktors relevant sind.    

Die Arbeitsplattform („Laufgitter“), die sich unterhalb des Druckbehälters befand, ist, wie bereits vorgestern schon festgestellt, komplett verschwunden. Am Grund des Sicherheitsbehälters zeigen die Videoaufnahmen schwarzes Sediment, das ebenfalls auf geschmolzenen Kernbrennstoff schließen lässt.

Denn bisher hatte man seit der Reaktorkatastrophe vom März 2011 noch keinen Einblick in das Innere des Sicherheitsbehälters, so dass der Zustand der Kernschmelze nur auf Vermutungen basierte.  

Der Reaktor 3 wurde im August 2010 während der Routinewartung noch mit 32 MOX-Brennelementen bestückt. Bei der Wasserstoffexplosion im März 2011, ereignete sich auch eine nukleare Explosion. Dass durch die Explosion völlig zerstörte Gebäude wurde mittlerweile durch eine Schutzhülle, die kürzlich errichtet worden ist, abgedeckt.  

 

20.07.2017

Präfektur Fukushima - Mittelstarkes Erdbeben

Heute Morgen um 9:11 ereignete sich in Nordostjapan ein Erdbeben der Stärke 4,0 mit der Einstufung M 5,6. Das Epizentrum lag in 40 km Tiefe im Meer vor der Küste der Präfektur Fukushima.

An den AKWs Fukushima dai ichi und dai ni wurden keine besonderen Vorkommnisse gemeldet. Die Robotermission am Reaktor 3 (antiatom-fuku berichtete) soll wie geplant morgen früh fortgesetzt werden.  

Infos (japanisch) und Graphik zum Erdbeben

 

19.07.2017 (Aktualisierung zur Meldung von heute Vormittag)

AKW Fukushima, Robotermission - Erste Bilder aus Reaktor 3

Nach dem der Tauchroboter „Minimanbo“ erfolgreich in den Sicherheitsbehälter von Reaktor 3 gesteuert worden ist (antiatom-fuku berichtete heute Vormittag), wurden heute Nachmittag auf einer Pressekonferenz auch schon die ersten Bilder präsentiert.

Die Unterwasserbilder zeigen die Unterseite des Druckbehälters. Die normalerweise dort vorhandene Arbeitsplattform („Laufgitter“) ist nicht mehr da! Diese ist beim Durchtritt der Kernschmelze weggeschmolzen, so ein Sprecher der durchführenden Arbeitsgruppe. Die geschmolzenen Brennelemente als solche, wurden jedoch noch nicht gesichtet.

Am Freitag soll der Roboter den Grund des Sicherheitsbehälters nach geschmolzenen Kernbrennstoff „absuchen“.

Siehe dazu das Video vom NHK (japanisch, jedoch mit selbst erklärenden Animationen Roboter in Reaktor 3 ab 2:36). Erste Bilder, die der Roboter aufnimmt, sind am Anfang des Videos zu sehen.

 

19.07.2017

AKW Fukushima dai ichi, Reaktor 3 – Beginn der Robotermission

Am AKW Fukushima dai ichi, Reaktor 3 wurde heute Morgen um 6:00 Uhr mit der Robotermission begonnen. Bei dieser Mission, die bis zum kommenden Freitag andauern soll, will sich der Betreiber Tepco einen Überblick über den Zustand der geschmolzenen Brennelemente verschaffen. Denn bisher gibt es außer Vermutungen keine konkreten Informationen, ob und wie weit die Brennelemente durch den Boden des Reaktordruckbehälters und des Sicherheitsbehälters geschmolzen, bzw. durch das Betonfundament ins Erdreich gedrungen sind.  

Um dieses zu erkunden wurde ein spezieller Tauchroboter „Minimanbo“ (kleiner Mondfisch) konstruiert (antiatom-fuku berichtete), der nun über einen vorbereiteten Zugangsweg in den Sicherheitsbehälter von Reaktor 3 „geschickt“ wird. Im unteren Bereich des Sicherheitsbehälters soll er dann unter Wasser Videoaufnahmen unterhalb des Druckbehälters liefern, um die erhofften Daten zum Zustand der geschmolzenen Brennelemente zu bekommen.

Da der Reaktor weiterhin aktiv gekühlt werden muss und die Unterseite des Druckbehälters beschädigt ist, steht das Wasser natürlich auch im Sicherheitsbehälter, wo es einen Pegel von etwa 6 Metern aufweist.

Heute wurde der Roboter, der über ein Kabel ferngesteuert wird, unter Wasser in Richtung Grund des Sicherheitsbehälters vorgeschoben. Da Hindernisse durch Kleintrümmer etc. berücksichtigt werden müssen, kann der Vorschub nur sehr langsam und vorsichtig erfolgen, damit der Roboter nicht hängen bleibt.

Die eigentliche Erkundung der Kernschmelze als solche soll, wenn alles nach Plan verläuft, am Freitag erfolgen.  

 

16.07.2017

AKW Fukushima - Tritiumhaltiges Wasser soll ins Meer verklappt werden

Einer Pressekonferenz zufolge, soll Tepco-Chef Takashi Kawamura Mitte dieser Woche beschlossen haben, das tritiumhaltige Wasser, das auf dem Gelände des AKWs Fukushima dai ichi lagert, ins Meer zu verklappen. Zunächst war noch nicht ganz klar, ob er das in dieser Form so geäußert hatte oder nicht, da es nämlich Widersprüche seitens Tepco gab. Denn laut eines Tepco-Sprechers sei es noch nicht beschlossen.

Bei den örtlichen Fischern, der Fischereigenossenschaft und der landesweiten Fischereigewerkschaft löste die Debatte jedenfalls schon heftige Proteste aus. Eine schriftliche Beschwerde wurde ebenfalls eingereicht.

Laut Tepco-Chef Kawamura sammelt sich immer mehr Abwasser mit hoher Tritiumkonzentration auf dem Gelände an, das wegen der hohen Strahlung eine Gefahr für die Arbeiter darstellt und somit die aufwändige Wartung der Lagertanks, die zum Teil auch undicht werden, erschwert. Von dem Abwasser, ca. 1040000 t, das auf dem Gelände lagert, enthalten 777000 t eine hohe Konzentration an Tritium. Dies lässt sich jedoch nicht herausfiltern und ist somit besonders problematisch.

Der Chef der Atomaufsichtsbehörde NRA, Shunichi Tanaka, befürwortet die Verklappung des Tritiumwassers ebenfalls und argumentiert damit, dass AKWs im regulärem Leistungsbetrieb laufend mit ihren Emissionen Tritium an die Umwelt abgeben würden. Die Regierung, die die Verklappung bereits im Sommer letzten Jahres empfohlen hatte, hält es für eine kostengünstige und wenig zeitaufwändige „Lösung“ des Problems. Die Verdünnung im Meer sei ausreichend, so dass die Tritiumkonzentration weit unterhalb der gesetzlich festgelegten Obergrenze liegen würde. Die Verklappung soll dann zwecks rascher Verdünnung über einen Zeitraum von 4 bis 7 Jahren erfolgen.

Von einigen regierungsnahen Wissenschaftlern wird sogar behauptet, dass das Tritium in niedriger Konzentration keine sonderliche Gefahr für die Gesundheit darstellen würde. Unabhängige Experten warnen jedoch, da Tritium sich wie „normales“ Wasser verhält und somit ungehindert in jede Körperzelle gelangt und dort Schaden anrichtet.

Siehe dazu weitere Infos zum Tritium.    

 

15.07.2017

AKW Fukushima, Reaktor 3: Robotereinsatz startet am Mittwoch

Am kommenden Mittwoch (19.07.2017) soll am havarierten AKW Fukushima dai ichi mit der Robotermission in Reaktor 3 begonnen werden. Dafür wurden drei Tage angesetzt.

Bei dieser Mission soll ein spezieller Tauchroboter, der vorne und hinten mit einer Kamera ausgestattet ist, unter Wasser den Zustand der geschmolzenen Brennelemente von Reaktor 3 erkunden (antiatom-fuku berichtete). Über einen vorbereiteten Zugangsweg soll er in den Sicherheitsbehälter des Reaktors eingebracht werden und dann in das stehende Kühlwasser eintauchen. Mit seinen Unterwasserbildern soll der Zustand der Kernschmelze beurteilt werden, um wichtige Daten für den Rückbau des Reaktors zu gewinnen. Eine Strahlenmessung erfolgt ebenfalls.

 

12.07.2017

AKW Kashiwazaki Kariwa: NRA-Prüfsiegel verzögert sich bis Oktober

Für die beiden Reaktoren 6 und 7 am AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata kommt es zu weiteren Verzögerungen bei der Sicherheitsüberprüfung. Dies teilte die Atomaussichtsbehörde NRA auf einer Pressekonferenz von heute mit. Die Beendigung der Sicherheitsüberprüfung, die man in der Vergangenheit schon für diesen Sommer in Aussicht gestellt hatte, wird sich laut dem NRA-Chef Sunichi Tanaka wahrscheinlich bis Oktober oder später hinauszögern. Grund dafür sind noch einige ungeklärte Punkte, die von Seiten des Betreibers Tepco verspätet und unzureichend erläutert worden sind. Kritisiert wird vor allem die unzureichende Erdbebensicherheit am AKW Kashiwazaki Kariwa, die laut Tepco ausreichend ist, jedoch nicht plausibel belegt werden kann. Somit muss das bereits in Aussicht gestellt Prüfsiegel noch einmal hinterfragt und die bereits fertiggestellten Prüfdokumente reevaluiert werden.   

 

10.07.2017

Sinkende Umfragewerte für Ministerpräsident Abe

Nach einer Umfrage der Tagezeitung Yomiuri Shinbun, sanken die Umfragewerte für den amtierenden Ministerpräsidenten Shinzo Abe (LDP) um weitere 13% auf 36%. Schon bei der Kommunalwahl in Tokyo vom 02.07.2017, die als politisches Barometer gilt, hatte Abe eine herbe Niederlage erlitten (antiatom-fuku berichtete). Somit wird es für Abe nicht nur schwierig, die von ihm angestrebte Änderung des Artikels 9 im Militärgesetz bis 2020 durchzuboxen, sondern auch sehr eng bei der nächsten Unterhauswahl 2018.

Als Reaktion auf die sinkenden Umfragewerte will Abe im August das Kabinett umbilden.   

   

Sperrzone - Komplettierung der Joban Bahnlinie bis 2019 angestrebt

Nicht nur der Wiederaufbau der Tsunamigebiete in der Evakuierungszone, sondern auch die Wiederherstellung der küstenseitig verlaufenden Joban Bahnlinie soll nach Wünschen von Yousui Takagi, stellvertretender Minister für Wirtschaft und Industrie zügig vorangetrieben werden. Die Joban Bahnlinie, die von Tokyo über Iwaki, entlang der Küste, vorbei an den AKWs Fukushima dai ni und dai ichi bis nach Sendai (Nord) führt, ist an zwei Stellen noch unterbrochen. Diese Lücken sollen nun bald geschlossen werden, so dass die komplette Bahnlinie bis 2019 wiederhergestellt ist.

Der Bahnhof Tomioka, 9 km südlich vom havarierten AKW Fukushima dai ichi, der zurzeit neu errichtet wird, soll ab Oktober wieder angefahren werden (antiatom-fuku berichtete). Bisher endet die Bahn noch im südlich gelegenen Nachbarort Tatsuta.

Die nördlich von der Reaktorruine befindliche Unterbrechung liegt zwischen den Ortschaften Ono und Futaba, und weist weiterhin eine hohe Ortsdosisleistung (ODL) auf. Um diese zu senken sollen dort bald die Flächendekontaminationsarbeiten beginnen, so Takagi. Das AKW Fukushima dai ichi grenzt an Ono!

Auch die Rückkehr ehemaliger Anwohner aus Ono soll laut den lokalen Behörden ab 2018 in einigen Gebieten der Ortschaft wieder „ermöglicht“ werden.    

 

03.07.2017

Kommunalwahlen in Tokyo: Große Wahlschlappe für die LDP

Bei der gestrigen Kommunalwahl in Tokyo, musste die LDP, die auch seit 2012 mit Ministerpräsident Shinzo Abe in der Regierung ist, eine herbe Schlappe einstecken. Stärkste Kraft wurde die neue Partei von Gouverneurin Yuriko Koike, die 49 von 127 Sitzen erlangte. Die zuvor dominierende LDP kam jetzt nur noch auf 23 Mandate (vorher 57).

Die jetzige Kommunalwahl spiegelt natürlich auch die politische Stimmung in Land wieder und bestätigt die sinkenden Umfragewerte für den Ministerpräsidenten Shinzo Abe und die LDP. 2018 stehen in Japan Parlamentswahlen im Unterhaus an. Es könnte also eng werden für Abe.  

Siehe dazu auch den Artikel der Wirtschaftswoche online.

 

02.07.2017

AKW Fukushima, Reaktor 3: Unterwasserrobotereinsatz ab Mitte Juli

Der im Juni angekündigte Robotereisatz zur Beurteilung der Kernschmelze von Reaktor 3 am havarierten AKW Fukushima dai ichi (antiatom-fuku berichtete), soll voraussichtlich ab dem 18.07.2017 durchgeführt werden.

Der über ein Kabel ferngesteuerte „kugelige“, aber sehr wendige Roboter ist in der Lage zu tauchen und mit zwei Kameras und einer Strahlenmesssonde ausgestattet.

Zurzeit laufen am Reaktor 3 auch noch die Bauarbeiten für die Schutzhülle und Entnahmevorrichtung für das Reaktorgebäude (antiatom-fuku berichtete), die für die Bergung der Brennelemente aus dem Abklingbecken benötigt wird.    

 

01.07.2017

Reaktorkatastrophe in Fukushima: drei Verantwortliche vor Gericht

Nach über 6 Jahren stehen jetzt zum ersten Mal drei ehemalige Tepco-Manager, die die Reaktorkatastrophe am AKW Fukushima dai ichi von 2011 mit zu verantworten haben, vor Gericht. Verhandelt wird der Prozess, der gestern begann, am Landgericht Tokyo. Angeklagt sind drei ehemalige Tepco-Manager, die laut Staatsanwaltschaft wegen erheblicher Nachlässigkeit in puncto Sicherheit, sowie unterlassener Nachbesserungsmaßnahmen am AKW Fukushima dai ichi einen Komplettausfall der Stromversorgung mit Ausfall der Reaktorkühlung im Falle einer Erdbeben- und Tsunamikatastrophe mit all ihren Folgen wissentlich in Kauf genommen hatten.

Nach Meinung der Staatsanwaltschaft handelt es sich hier nicht um „höhere Gewalt“ durch ein Naturereignis, die als Ursache für die Reaktorkatastrophe infrage kommen würde, sondern um eine menschengemachte Katastrophe.

Laut dem Stromkonzern Tepco war eine Erdbeben- und Tsunamikatastrophe in diesem Ausmaß angeblich nicht vorhersehbar. So beteuern auch die drei vor Gericht stehenden Manager ihr angebliche Unschuld.

Geowissenschaftler, sowie weitere Fachleute sehen das jedoch ganz anders. Denn schon in früherer Zeit wurde oft schon vor einem größeren Erdbeben mit Tsunami in Nordostjapan gewarnt. Dem entsprechend war der Tsunamischutzwall, sowie weitere Sicherheitsvorkehrungen am AKW Fukushima dai ichi unzureichend, was auch schon mehrfach moniert worden ist. So wurde auch schon 2002 insbesondere in Bezug auf die unter Spannung stehende tektonische Bruchzone im Meer vor der Küste Nordostjapans gewarnt, die dann 2011 letztendlich zu der verheerenden Erdbeben- und Tsunamikatastrophe führte.

2006 hatte schon die ehemalige Atomaufsichtsbehörde NISA (2001 gegründet, unterstand aber dem Wirtschafts-, Handel- und Industrieministerium (METI) und wurde 2012 durch die heutige NRA abgelöst), sowie weitere Experten davor gewarnt, dass ein Tsunami durchaus das AKW-Gelände überfluten und somit zum kompletten Ausfall der Stromversorgung, inklusive Notstrom mit Verlust der Reaktorkühlung führen würde, so dass eine Kernschmelze nicht mehr zu vermeiden wäre.

2008 lagen bei Tepco zwar Pläne für Verbesserungsmaßnahmen vor, die allerdings (aus Kostengründen?) nie umgesetzt worden sind. Die IAEA hielt die Sicherheit an den japanischen AKWs damals für ausreichend.  

Der Prozess, der nun am Landgericht Tokyo verhandelt wird, könnte jedoch noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Wann mit einem Urteil gerechnet werden kann, steht noch nicht fest.

 

Juni

29.06.2017

AKW Fukushima dai ichi – Eismauer ab Herbst komplett geschlossen

Mit einjähriger Verspätung wird nun am AKW Fukushima dai ichi der letzte Abschnitt der umstrittenen Eismauer, die über ein unterirdisches Rohrsystem mit zirkulierende Gefrierflüssigkeit das Erdreich rund um die Reaktoren 1 bis 4 umschließt, in Betrieb gesetzt. Die dafür benötigte Genehmigung wurde Anfang der Woche durch die Atomaufsichtsbehörde NRA erteilt. Mit der Eismauer soll verhindert werden, dass nachlaufendes Grundwasser um die havarierten Reaktoren geleitet wird, und nicht die hochradioaktiv kontaminierten Reaktorkellerräume „auswäscht“, bevor es dann ins Meer gelangt.  

Der letzte Abschnitt, der 7 Meter beträgt, liegt bergseitig auf Höhe von Reaktor 2 und 3. Verläuft die Gefrierung planmäßig, wird die Eismauer ab Herbst vollständig gefroren sein, so der Betreiber Tepco.

Die Gefrierung der Eismauer wurde bereits im März 2016 begonnen und sollte ein halbes Jahr später eigentlich schon abgeschlossen sein (antiatom-fuku berichtete). Immer wieder auftretende Probleme führten jedoch zu diesem Zeitverzug.

Unabhängige Experten befürchten, dass durch den kompletten Einschluss der Reaktoren 1 bis 4 nun der Grundwasserspiegel in Innenbereich der Eismauer sinken könnte. Dies hätte zur Folge, dass vermehrt hochradioaktives Kühlwasser aus den Reaktorkellerräumen ins umliegende Erdreich gelangt.

 

27.06.2017

AKW Fukushima – Baubeginn der Schutzhülle für Reaktor 3

Heute wurde am havarierten AKW Fukushima dai ichi mit dem Bau einer Schutzhülle für Reaktor 3 begonnen. Die Schutzhülle soll währende der Entnahme der Brennelemente aus dem Abklingbecken aufgewirbelte radioaktive Partikel zurückhalten, damit diese nicht in die Umwelt gelangen. Zudem dient sie als Wetterschutz, z.B. gegen Sturm, um einen reibungslosen Arbeitsablauf zu gewährleisten. Ab August soll dann die eigentliche Entnahmevorrichtung mit Kran installiert werden.

Die halbrunde Schutzhülle ist 57 Meter breit, 18 Meter hoch und wiegt 450 Tonnen. Sie wird quasi als „Dach“ auf das stark beschädigte Reaktorgebäude 3 gesetzt. Vorbereitende Bauarbeiten für ein Stützgerüst am Gebäude sind bereits abgeschlossen.  

Im Abklingbecken befinden sich 566 Brennelemente, wovon 52 noch ungebraucht sind. Die Entnahme ist für 2018 geplant.   

  

24.06.2017

Spezialbeton gegen austretendes Wasser am AKW Fukushima  

Das internationale Forschungsinstitut für den Rückbau von Nuklearanlagen (IRID) und Toshiba planen am havarierten AKW Fukushima dai ichi die Leckagen in den Sicherheitsbehältern der Reaktoren 1 bis 3 mit einem Spezialbeton, der unter Wasser aushärtet zu verschließen. Die durch die Kernschmelze undicht gewordenen Reaktoren müssen auch nach über 6 Jahren weiterhin mit aktiv Waser gekühlt werden. Das nach außen dringende Wasser kann jedoch nicht vollständig abgepumpt werden und verseucht weiterhin Tag für Tag das umliegende Erdreich und das angrenzende Meer mit hochradioaktiven Partikeln.  

Um diesem entgegen zu wirken wird jetzt ab heute am Japanischen Zentrum für Nukleartechnologie und Entwicklung in Naraha, Präfektur Fukushima der o.g. Spezialbeton in einem nachgestellten Versuch getestet. Gelingt der Versuch, soll er diesen Sommer noch eingesetzt werden.    

 

Streit um AKW Genkai – Beschwerde am OLG Fukoka eingereicht

Nach dem eine Bürgerinitiative gegen die Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 3 und 4 am AKW Genkai, Präfektur Saga vor dem Landgericht der Stadt Saga gescheitert ist (antiatom-fuku berichtete), wurde nun am gestrigen Freitag eine Beschwerde am Oberlandesgericht Fukoka eingereicht.

 

Senkung der Strompreise als Köder für Rückkehr zur Kernenergie

Wie Anfang Juni angekündigt, als Reaktor 3 am AKW Takahama, Präfektur Fukui angefahren worden ist, wollen die Kansai Elektrizitätswerke die Strompreise ab August senken. Andere Stromkonzerne, die ihre AKWs auch wieder in Betrieb nehmen wollen, erwägen ebenfalls die Strompreise zu senken.

Mit der Senkung der Strompreise, die in Verbindung mit der Wiederinbetriebnahme der Reaktoren steht, will man, laut unabhängigen Energieexperten in der Bevölkerung nur mehr Akzeptanz für die Kernenergie gewinnen. Denn mit dem gut voranschreitenden Ausbau der erneuerbaren Energien ist Japan nicht mehr so stark abhängig von Importen fossiler Energieträger, wenn es komplett auf Kernenergie verzichtet. Allerdings hat die Regierung schon frühzeitig im Energiegesetz eine Obergrenze für die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien festgelegt, so dass die Einspeisung ins Stromnetz von erneuerbare Energien zu Gunsten fossiler und atomarer Energie gedrosselt wird.  

 

22.06.2017

Weiterer Forschungsreaktor seit gestern wieder in Betrieb

Am gestrigen Nachmittag wurde wie geplant der Forschungsreaktor KUCA der Universität Kyoto angerfahren. Er verfügt über eine Leistung von 100 W und wurde nach dreijährigem Stillstand von der Atomaufsichtsbehörde NRA und den lokalen Behörden für „sicher“ befunden und zur Wiederinbetriebnahme freigegeben. KUCA ist somit der 2. Forschungsreaktor, der nun landesweit in Betrieb ist. Der erste, Universität Osaka, wurde bereits in April angefahren.

„KUR“, der zweite Forschungsreaktor der Universität Kyoto, mit einer Leistung von 5 MW soll im Juli angefahren werden (antiatom-fuku berichtete).

 

19.06.2017

Atomunfall von Oarai: Plutonium im Urin der Arbeiter nachgewiesen

Durch den Unfall mit hochradioaktiven Pulver, der sich am 06.06.2017 im JAEA Kernforschungszentrum Ōarai, Präfektur Ibaraki ereignete (antiatom-fuku berichtete), wurde jetzt in den Urinproben der betroffenen Mitarbeiter Plutonium239, Plutonium238 und Americum241 nachgewiesen.

Durch den Unfall wurden die 5 betroffenen Arbeiter mit dem hochradioaktiven Pulver kontaminiert, als der Plastikbeutel im Behälter, als dieser gerade geöffnet wurde platzte. Dabei wurden trotz der Schutzkleidung und Maske reichlich Partikel inkorporiert. Mit speziellen Medikamenten wird derzeit versucht die radioaktiven Partikel im Körper zu binden, damit diese dann ausgeschieden werden können. Zudem werden die Betroffenen weiterhin engmaschig medizinisch überwacht.  

 

18.06.2017

Kyoto – Forschungsreaktor KUCA wird am Mittwoch angefahren

Am kommenden Mittwoch (21.06.2017) wird, wenn alle abschließenden Tests planmäßig verlaufen, der erste der beiden Forschungsreaktoren der Universität Kyoto angefahren. „KUCA“ verfügt über eine Leistung von 100 W und wurde bereits von der Atomaufsichtsbehörde NRA für „sicher“ befunden und die Wiederinbetriebnahme von der Präfekturverwaltung genehmigt.

Der zweite Forschungsreaktor „KUR“, mit einer Leistung von 5 MW soll Mitte Juli wieder angefahren werden.

Ein weiterer Forschungsreaktor in Osaka läuft bereits seit April 2017 (antiatom-fuku berichtete).  

 

15.06.2017

AKW Fukushima, Reaktor 3 - in kürze Robotereinsatz geplant

Auf einer Konferenz wurde heute ein neuer Erkundungsroboter der Firma Toshiba vorgestellt, der am havarierten AKW Fukushima dai ichi in Kürze Daten über den Zustand der Kernschmelze von Reaktor 3 liefern soll. Das Gebäude von Reaktor 3 wurde bei der Havarie im März 2011 am stärksten beschädigt. Dort fand damals neben der Wasserstoffexplosion auch eine nukleare Explosion statt. Auch nach über 6 Jahren liegen wegen der immer noch sehr hohen Strahlung keine konkreten Informationen über das Innere von Reaktor 3 vor.

Der heute vorgestellte Roboter soll jetzt ab den kommenden Juli eingesetzt werden und Daten liefern, womit der Betreiber Tepco dann die Bergung der geschmolzenen Brennelemente planen will.

Der Wasserstand im Sicherheitsbehälter von Reaktor 3 liegt bei 6 Metern. Der schwimmfähige Roboter, der über eine Fernsteuerung bedient wird, ist mit einer Rumpfgröße von nur 30 X 13 cm klein und sehr wendig. Er ist neben einer Strahlenmesssonde, vorne und hinten mit jeweils einer leistungsstarken Lampe und einer Kamera ausgestattet.  

 

13.06.2017

Gerichtsurteil von Saga: AKW Genkai ausreichend sicher

Bezüglich der Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 3 und 4 am AKW Genkai, Präfektur Saga, wurde heute am Landgericht Saga verhandelt. Nach dem heutigen Urteil dürfen nun beide Reaktoren, wie von den betreibenden Kyushu Elektrizitätswerken geplant in Betrieb genommen werden. 

Dagegen geklagt hatte eine Bürgerinitiative von 230 Leuten aus der Umgebung, die ihre Klage hauptsächlich mit der unzureichenden Erdbebensicherheit begründeten.

Die beiden Reaktoren 3 und 4 wurden bereits von der Atomaufsichtsbehörde für „sicher“ befunden und von der Präfekturverwaltung zur Wiederinbetriebnahme genehmigt.

Unabhängigen Wissenschaftlern zufolge wurde aber die Erdbebensicherheit durch die Atomaufsicht NRA eher unterbewertet.

Die Anwälte, die die Klägergemeinschaft vertreten, halten das Urteil in Anbetracht der unzureichenden Einschätzung der Erdbebensicherheit für absolut verantwortungslos. Denn auch die Erdbebenserie von Kumamoto im April 2016 (antiatom-fuku berichtete), nicht weit vom AKW Genkai, hätte man in diesem Ausmaß auch nicht erwartet. Und genau dies kann nämlich am AKW Genkai genauso passieren, so die Anwälte. Zudem wolle man das Urteil auch nicht einfach so hinnehmen und nun am Oberlandesgericht Fukoka Beschwerde einlegen.

Laut den betreibenden Kyushu Elektrizitätswerken sei das heutige Urteil jedoch angemessen, so dass die Reaktoren nach abschließenden Überprüfungen im Spätsommer/Herbst angefahren werden sollen.     

 

11.06.2017

AKW Genkai, eventuell Betriebsverbot - Gerichtsurteil in Kürze

Ob die beiden Reaktoren 3 und 4 am AKW Genkai, Präfektur Saga, wie von den Kyushu Elektrizitätswerken geplant diesen Sommer überhaupt angefahren werden dürfen, oder per einstweilige Verfügung gestoppt werden, hängt vom Urteil des Landgerichtes der Stadt Saga ab, das am 13.06.2017 gefällt werden soll.

Gegen die Wiederinbetriebnahme, die für diesen Sommer noch geplant gewesen ist, hatten 230 Bürger aus der Umgebung gemeinsam geklagt. Das AKW wurde Anfang des Jahres zwar von der Atomaufsichtsbehörde NRA für „sicher“ befunden und von der Stadt Genkai, sowie der Präfekturverwaltung schon genehmigt, wird aber von unabhängigen Experten als Gefahr für Mensch und Umwelt eingestuft. So wird neben den allgemeinen Gefahren, das Erdbeben- und Tsunamirisiko durch die Kyushu Elektrizitätswerke und der NRA unterbewertet. Dazu ist das AKW Genkai aufgrund anderer Energielieferanten für die Stromversorgung absolut entbehrlich.

Die Abklingbecken der Reaktoren sind sogar schon bis zu 80% ausgelastet. Hier erwägen die Kyushu Elektrizitätswerke sogar, um mehr Platz zu schaffen, die Abstände der Brennelemente im Abklingbecken zu verringern.

Der Reaktor 3 ist seit 2009 für den Einsatz von MOX-Brennelementen umgerüstet worden, so dass auch jetzt wieder mit dem Einsatz von plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen gerechnet werden muss.

  

09.06.2017

Atomarer Unfall in Ōarai: Unkontrollierter Überdruck als Ursache

Beim Unfall im JAEA Kernforschungszentrum Ōarai, Präfektur Ibaraki vom 06.06.2017, bei dem 5 Arbeiter durch umhergewirbeltes radioaktives Pulver kontaminiert worden sind (antiatom-fuku berichtete am 07.06.2017), kommen laut eines Professors der Universität Tokyo 2 Ursachen infrage.

Das Pulvergemisch aus Plutonium, Uran und weiteren radioaktiven Stoffen, mit einer Gesamtmenge von 300 g war entgegen ersten Information nicht direkt im Metallbehälter mit Gummidichtung, sondern in einem darin befindlichen Kunststoffbehälter verpackt. Der Kunststoffbehälter, der das Pulvergemisch beinhaltete, war doppelverpackt in zwei Plastikbeuteln, die in einem robusten Metallbehälter, dessen Deckel mit 6 Bolzen verschlossen war, verpackt gewesen. 

Als eine mögliche Ursache für die Staubexplosion wird vermutet, da Plutonium sich in geschlossenen Behältern anders verhält als in der Natur, Heliumgas entstanden ist, das im Laufe der Zeit zu einem Druckanstieg im Behälter führte.

Die zweite mögliche Ursache: Durch die intensive und hohe radioaktive Strahlung, vor allem durch das Plutonium wurden die Materialien des Behälters verändert, was im Laufe der Zeit zu Gasbildung und Druckanstieg führte.

Zudem wurde der Behälter mit dem hochradioaktiven Pulvergemisch seit 1991, also 26 Jahre lang ungeöffnet gelagert. Das Gemisch diente der Kernforschung, insbesondere für den Schnellen Brüter Monju, Präfektur Fukui, dessen Brennstoffkreislauf eine unerschöpfliche Energiequelle darstellen sollte, was jedoch nie gelang. 2016 wurde Monju endgültig stillgelegt.

Beim Öffnen des Behälters platzte der Plastikbeutel, so dass das Pulver explosionsartig herausschoss, die 5 Arbeiter kontaminierte und sich im ganzen Raum verteilte. Ein 50jähriger Arbeiter, der den Behälter öffnete, wurde besonders stark kontaminiert.

Nun wird neben möglicher Missachtung von Arbeitsschutz- Unfallverhütungsvorschriften auch bezüglich einer sachgerechten Lagerung des Behälters, bzw. der Lagerung weiterer Gefahrenstoffe dieser Kategorie ermittelt. Aufgrund seiner aggressiv wirkenden Alphastrahlung und der chemischen Giftigkeit des eingeatmeten Plutoniums ist eine Lungenkrebserkrankung bei den betroffenen Arbeitern zu befürchten, da kleinste Mengen nämlich schon ausreichen.     

    

08.06.2017

Zwischenfall in Ōarai, einer der Arbeiter: Inkorporation von 22000 Bq!

Beim Unfall, der sich am 06.06.2017 im Kernforschungszentrum der JAEA in Ōarai, Präfektur Ibaraki ereignete, wo 5 Arbeiter mit reichlich radioaktiven Pulver kontaminiert worden sind (antiatom-fuku berichtete gestern), wurde bei einem Arbeiter im Bereich der Lunge eine Strahlendosis von 22000 Bq gemessen. Dort sind trotz der Atemmaske radioaktive Partikel in die Lunge gelangt. Plutoniumpartikel sind darin ebenfalls enthalten! Somit kann die JAEA gesundheitliche Folgen, die für die 5 betroffenen Arbeiter mit aller Wahrscheinlichkeit eintreten werden, nicht leugnen. Denn vor allem das Plutonium, das hierbei in die Lunge gelangt ist, ist nämlich hochgradig krebserregend!

Nach ersten Untersuchungen wurden die 5 Arbeiter zum nationalen Institut für radiologische Wissenschaften nach Chiba (NIRS) überwiesen. Dort will man weitere Untersuchungen auf innere Verstrahlung durchführen und mithilfe spezieller Medikamente radioaktive Partikel aus dem Körper entfernen.

Währenddessen ermittelt auch die Atomaufsichtsbehörde NRA. Nach Angaben der JAEA wurden Arbeitsschutz und Unfallverhütungsvorschriften eingehalten. Allerdings muss nun hinterfragt werden, warum die Schutzmasken nicht dicht gehalten haben.     

 

07.06.2017

Zwischenfall am Kernforschungszentrum Ōarai – 5 Arbeiter kontaminiert

Am Kernforschungszentrum Ōarai der JAEA, Präfektur Ibaraki kam es bereits gestern um 11:15 Uhr zu einem Zwischenfall, bei dem 5 Arbeiter, im Alter von 20 bis 50 mit radioaktiven Pulver in Kontakt gekommen sind. Die Arbeiter waren in einem Forschungslabor, wo Brennelemente für den Gebrauch in Schnellen Brütern entwickelt werden, damit beschäftigt ein Plutonium-Uranpulvergemisch, das sich in einem Metallbehälter befand zu überprüfen, als plötzlich eine Gummidichtung am Behälters abplatzte. Durch das herausgeschleuderte hochradioaktive Pulver wurden die Arbeiter komplett eingestaubt. Obwohl sie Schutzanzüge, Handschuhe und Gesichtsmaske trugen, hatte 3 der Arbeiter Partikel über Mund und Nase eingeatmet. Laut der JAEA sollen die betroffenen Arbeiter noch mittels Ganzkörpermessung (WBC) auf innere Verstrahlung untersucht werden. An den Nasenlöchern der 3 Arbeiter, die Partikel eingeatmet hatten, wurde ein Strahlenwert von 24 Bq gemessen, der auf anhaftende Partikel zurückzuführen ist.

Laut der JAEA sei keine Radioaktivität nach außen in die Umwelt gelangt. Die betroffenen Laborräume wurden vorrübergehend gesperrt und nach der Ursache für das Abplatzen der Gummidichtung wird nun gesucht.  

In früherer Zeit war das Kernforschungszentrum Ōarai vorwiegend mit der „Optimierung“ von Brennelementen, die im Schnellen Brüter Monju, Präfektur Fukui zum Einsatz kommen sollten beschäftigt. Der Schnelle Brüter Monju soll jedoch stillgelegt werden (antiatom-fuku berichtete 2016), so dass nun der Forschungsreaktor Jujo, Präfektur Ibaraki im Fokus steht.   

 

06.06.2017

AKW Takahama: Reaktor 3 wurde angefahren

Heute Nachmittag um 14:00 Uhr wurde Reaktor 3 am AKW Takahama, Präfektur angefahren. Der Beginn der Kernspaltung wird für heute Nacht in den frühen Morgenstunden erwartet. Der Reaktor soll zunächst im Testbetrieb laufen, und dann in seiner Leistung nach und nach gesteigert werden, so dass er dann ab Anfang Juli im regulären Leistungsbetrieb laufen wird. Die Stromproduktion wird voraussichtlich ab den 09.06.2017 einsetzen. Der Reaktor 3 ist mit 133 „normalen“ Uran- und mit 24 plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen bestückt.

Reaktor 4, der bereits am 17.05.2017 wieder angefahren worden ist, wurde mit 4 MOX- und 153 „normalen“ Brennelementen bestückt (antiatom-fuku berichtete). Beide Reaktoren sind DWR aus dem Jahr 1985.

Somit wurde nun landesweit der 5. Reaktor wieder in Betrieb genommen.

In der Hoffnung eine breitere Akzeptanz in der Bevölkerung für das AKW Takahama zu gewinnen und um den Eindruck zu erwecken, dass die Kernenergie effizient sei, versprachen die Kansai Elektrizitätswerke eine baldige Senkung der Strompreise. 

 

04.06.2017

AKW Kashiwazaki Kariwa: NRA-Sicherheitsüberprüfung in der Endphase

Masahiro Sakurai, der Bürgermeister der Stadt Kariwa, Präfektur Niigata, wo sich auch das von Tepco betriebene AKW Kashiwazaki Kariwa befindet, will einer Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 6 und 7 nur unter bestimmten Bedingungen dulden. Diese beinhalten, da das AKW mit seinen 7 Reaktoren insgesamt eine große Gefahr darstelle, das die Reaktoren 1 bis 5 endgültig stillgelegt und rückgebaut werden sollen. Denn bisher wurde für diese 5 Reaktoren weder eine Überprüfung auf Erfüllung der Sicherheitsanforderungen bei der Atomaufsichtsbehörde NRA gestellt, noch die Genehmigung zur Stilllegung beantragt. Somit ist noch völlig unklar, was mit diesen Reaktoren überhaupt passieren soll.

Außerdem bemängelt Sakurai auch, dass Tepco im Februar 2017 wissentlich falsche Daten zur Erdbebensicherheit am AKW Kashiwazaki Kariwa vorgelegt hat, die jedoch rasch widerlegt werden konnten.

Der Präfekturgouverneur von Niigata, Ryuichi Yoneyama lehnt die Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 6 und 7, solange der Unfallhergang am AKW Fukushima dai ichi nicht wahrheitsgemäß geklärt ist, generell ab. Zudem müsse Tepco auch mehr Verantwortung zeigen.    

Die NRA-Überprüfung der Reaktoren 6 und 7, die durch die Regierung sogar vorangetrieben wird, ist nun in der Endphase. Bezüglich der Prüfergebnisse ist der Betreiber Tepco und die NRA sehr zuversichtlich. Somit könnte die Freigabe durch die NRA schon in Kürze erfolgen.

 

Mai

31.05.2017

AKW Takahama, Reaktor 3 wird am 06.06.2017 angefahren

Wie die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke gestern bekannt gaben, soll Reaktor 3 am AKW Takahama, Präfektur Fukui in der kommenden Woche am 06.06.2017 angefahren werden und ab Anfang Juli dann im regulären Leistungsbetrieb laufen. Er ist mit 133 „normalen“ Uran- und 24 MOX-Brennelementen bestückt. Reaktor 3, der am 17.05.2017 angefahren worden ist (antiatom-fuku berichtete), läuft bereits im regulären Leistungsbetrieb.

Um den Eindruck zu erwecken, dass die Kernenergie kostengünstig und somit wirtschaftlich für den Verbraucher sei, wollen die Kansai Elektrizitätswerke in Kürze den Strompreis senken. Denn weiterhin ist die Wiederinbetriebnahme der AKWs im Anbetracht der Reaktorkatastrophe von 2011 und bei fehlendender Notwendigkeit von Kernenergie der Bevölkerung kaum mehr zu vermitteln.   

   

27.05.2017

Volle Abklingbecken am AKW Takahama

Nach Informationen der Kansai Elektrizitätswerke soll am AKW Takahama, Präfektur Fukui ein Teil der Brennelemente, die in den Abklingbecken der Reaktoren 1 bis 4 lagern, in Castor-Behälter verpackt und dann auf einen Trockenlagerplatz, das sich auf dem AKW-Gelände befindet zwischengelagert werden. Denn die Abklingbecken sind nämlich schon bis zu 71% ausgelastet und wären somit nach weiteren 6 bis 7 Jahren Reaktorbetrieb komplett voll. Laut den Kansai Elektrizitätswerken sei die Trockenlagerung, da die eingelagerten Brennelemente keine aktive Kühlung mehr benötigen, nicht mehr gefährlich.

In ein paar Jahren, so die Planung, sollen die trockengelagerten Brennelemente in ein Zwischenlager außerhalb der Präfektur Fukui gebracht werden. Wo das sein soll, wurde jedoch nicht benannt. Infrage käme das große Zwischenlager in Rokkasho, Präfektur Aomori in Nordjapan. Dieses wäre u.U. mit Castor-Transporten quer durch Japan verbunden. Da das nicht nur die Brennelemente aus Takahama sind, sondern auch aus den anderen AKWs der Kansai Elektrizitätswerke, kommen etwa 2000 t zusammen, die die Präfektur Fukui in den nächsten Jahren verlassen sollen.  

In der Präfektur Fukui, die landesweit die höchste Reaktordichte aufweist, befinden sich insgesamt 15 Reaktoren an 6 AKWs, darunter auch der Schnelle Brüter Monju. Die meisten dieser Reaktoren gehören den Kansai Elektrizitätswerken.

Der Reaktor 4 am AKW Takahama ist seit dem 17.05.2017 wieder in Betrieb und Reaktor 3 soll Anfang Juni wieder angefahren werden (antiatom-fuku berichtete). An den Reaktoren 1 und 2, für die eine Laufzeitverlängerung für weitere 20 Jahre genehmigt worden ist, werden zurzeit Nachbesserungen durchgeführt, die noch einige Zeit in Anspruch nehmen werden.

 

24.05.2017

NRA-Freigabe: Schriftliche Prüfsiegel für das AKW Ōi

Die Atomaufsichtsbehörde NRA legte heute auf ihrer regelmäßigen Konferenz das schriftliche Gutachten mit Freigabe für die Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren 3 und 4 am AKW Ōi, Präfektur Fukui vor. Das Ergebnis der „bestandenen Sicherheitsüberprüfung“ wurde den betreibenden Kansai Elektrizitätswerken, die die beiden Reaktoren ab Herbst dieses Jahres wieder anfahren wollen, schon mitgeteilt (antiatom-fuku berichtete). 

Zurzeit wird jedoch noch die Tsunamimauer, die vor allem die Kühlwasserpumpen beider Reaktoren schützen soll, ausgebaut. Die Bauarbeiten werden noch voraussichtlich bis Juli andauern.

Neben den allgemeinen Gefahren durch das AKW Ōi wird vor allem die unzureichende Erdbebensicherheit kritisiert. Laut unabhängigen Experten wurde diese durch die NRA nämlich völlig unterbewertet. Gerichtsklagen von Anwohnern laufen ebenfalls. Als nächstes wird ein Urteil vom OLG Nagoya erwartet.

 

21.05.2017

NRA in der Kritik: Erdbebensicherheit an AKWs unterbewertet

Auf einem Expertentreffen, das heute in der Präfektur Chiba stattfand, wurden Studien vorgestellt, die die unzureichende Erdbebensicherheit einiger AKW-Standorte belegen. Anlass der Studie war die Erdbebenserie von Kumamoto, Kyushu in Südjapan vor etwa einem Jahr. Kritisiert wird die Vorgehensweise der Behörden bei der Bewertung der Erdbebensicherheit, bzw. einer fehlenden Neubewertung der Erdbebensicherheit einzelner AKW-Standorte nach den Ereignissen in Kumamoto. Das betrifft u.a. das seismologisch unterbewertete AKW Ōi, nicht sonderlich weit von Kumamoto. Die Reaktoren 3 und 4 am AKW Ōi wurden bereits durch die Atomaufsichtsbehörde NRA für „sicher“ befunden und sollen im kommenden Herbst wieder angefahren werden.

Vor allem kritisierten die heute zusammengekommenen Experten, bestehend aus Seismologen, Planetologen und Fachleuten aus den Bauingenieurwesen die Freigabe des bereits laufenden Reaktors 3 am AKW Ikata, Präfektur Ehime. Denn genau dort verläuft die über 1000 km lange und seismisch aktive Mittlere tektonische Linie.  

 

17.05.2017

AKW Takahama: Reaktor 4 wurde angefahren

Wie bereits durch die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke angekündigt (antiatom-fuku berichtete), wurde heute Nachmittag ab 17:00 Uhr der Reaktor 4 am AKW Takahama, Präfektur Fukui angefahren. Dazu wurde ein Teil der Steuerstäbe zurückgezogen und die Kernspaltung setzte ein. Die Leistung des Reaktors wird nun schrittweise gesteigert, so dass er ab Anfang Juni im regulären Leistungsbetrieb laufen wird.

Der Reaktor läuft zunächst im Testbetrieb. Die Stromproduktion wird voraussichtlich ab den 22.05.2017 beginnen. Er ist mit 153 „normalen“ Uran- und mit 4 plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen bestückt.

Der Reaktor 3, der in den vergangenen Tagen mit 133 „normalen“ Uran- und 24 plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen bestückt worden ist, wird ab Anfang Juni angefahren. Beide Reaktoren sind DWR aus dem Jahr 1985.

Beide Reaktoren wurden nach NRA-Freigabe und Genehmigung durch die Präfekturverwaltung bereits Anfang 2016 angefahren, mussten aber nach einem Störfall und infolge eines Gerichtsurteils (LG Otsu 03/2016) wieder vom Netz. Ein erneutes Gerichtsurteil von April 2017 (antiatom-fuku berichtete), hob das erste Urteil jedoch wieder auf, so dass beide Reaktoren jetzt doch weiter betrieben werden dürfen.

Einwohner aus der Präfektur Fukui hatten am 15.05.2017 eine Klage mit dem Ziel, dass der Betrieb des AKWs Takahama per einstweiliger Verfügung gestoppt wird, bei Gericht eingereicht. Ein Urteil steht jedoch noch aus.  

 

14.05.2017

AKW Takahama, Reaktor 3 wird mit Brennelementen beladen

Am AKW Takahama, Präfektur Fukui laufen bereits die Vorbereitungen für die Wiederinbetriebnahme des Reaktors 3, der seit gestern mit 157 Brennelementen, darunter 24 plutoniumhaltige MOX-Brennelemente beladen wird. Währenddessen wurden am Reaktor 4, der am kommenden Mittwoch angefahren werden soll, die letzten Überprüfungen, darunter auch die des Notstromdiesels abgeschossen. Laut den betreibenden Kansai Elektrizitätswerken verlaufen die Vorbereitungen alle nach Plan.

 

Kyoto: 2. Forschungsreaktor soll angefahren werden

Der Forschungsreaktor der Universität Kyoto soll ab Mitte Juni angefahren werden. Er weist eine Leistung von 100 W auf und dient für Lehrzwecke. Zurzeit laufen noch abschließende Überprüfungen durch die Atomaufsichtsbehörde NRA, die Genehmigung durch die Präfekturverwaltung scheint aber schon sicher.

Ein Forschungsreaktor der Universität Osaka läuft bereits schon seit April 2017 (antiatom-fuku berichtete).  

Auch bei verhältnismäßig geringer Leistung beider Reaktoren, können diese im Falle einer Havarie durchaus sehr gefährlich für die Umwelt, bzw. für Kyoto/Osaka werden.

 

12.05.2017

Namie: Anstieg der Strahlung nach Waldbrand

Der Waldbrand in der Stadt Namie, nahe am AKW Fukushima dai ichi, der am 29.04.2017 ausbrach (antiatom-fuku berichtete), ist nun endgültig gelöscht. Entgegen offiziellen Angaben wurde durch unabhängige Umweltschützer sehr wohl ein Anstieg der Radioaktivität festgestellt. In Namie wurde am 08.05.2017 ein dreifacher Anstieg von Cäsium137 und im Ort Futaba, wozu auch das AKW Fukushima dai ichi gehört, sogar ein neunfacher Anstieg des Cäsiumwertes gemessen.

Info von Greenpeace

 

10.05.2017

AKW Takahama: Reaktor 4 wird am 17.05.2017 angefahren

Wie die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke jetzt bekannt gaben, soll Reaktor 4 am AKW Takahama, Präfektur Fukui am 17.05.2017 angefahren werden. Ab Mitte Juni soll er dann im regulären Leistungsbetrieb laufen. Reaktor 4, ein DWR aus dem Jahr 1985, ist neben 153 „normalen“ Uranbrennelementen mit 4 plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen bestückt. Somit ist er nach Sendai 1 und 2, Ikata 3, der vierte Reaktor landesweit, der in Betrieb ist.

Für Reaktor 3 ist die Wiederinbetriebnahme ab Anfang Juni geplant.

 

Waldbrände auch in Iwate

Der Waldbrand in den Bergen von Namie, der am 29.04.2017 ausbrach und am 08.05.2017 endlich gelöscht schien (antiatom-fuku berichtete), ist an einigen Stellen wieder erneut entfacht. Dazu brach gestern auch noch ein Waldbrand in der nördlich von Fukushima gelegenen Präfektur Iwate aus. Hier mussten sogar knapp 400 Leute evakuiert werden. Der Auslöser ist die anhaltende Trockenheit in den Wäldern. Zahlreich herumliegendes Laub beschleunigt den Brand dazu noch und verbirgt immer wieder neue Glutnester.

Bei den Bränden sind nun mittlerweile insgesamt 50 Hektar Waldfläche verbrannt.

Laut den lokalen Behörden hätten die Messsonden am AKW Fukushima dai ichi bisher noch keinen Anstieg der Radioaktivität verzeichnet. Das widerspricht jedoch den Angaben von unabhängigen Umweltorganisationen.

 

Militärgesetz, Artikel 9: Änderung noch diesen Monat?

Der amtierende Ministerpräsident Shinzo Abe (LDP) will noch in diesem Monat eine Änderung des Artikels 9 im Militärgesetz erwirken (Verfassung von 1947, die Japan quasi verbietet, jemals wieder Krieg zu führen). Somit würde das japanische Militär nicht nur für die Selbstverteidigung im Falle eines Angriffes aktiv werden dürfen, sondern könnte dann auch militärisch aktiv intervenieren.

Die entsprechende Gesetzesänderung scheint auch durchaus möglich, da die regierende LDP/Komeito im Ober- und im Unterhaus eine Zweidrittelmehrheit hat.

In der Bevölkerung steht man diesem Schritt jedoch, vor allem in Anbetracht der Situation in Nordkorea ehr skeptisch gegenüber. So fanden am 03.05.2017, den Tag der Verfassung, zahlreiche Proteste gegen die Gesetzesänderung statt.

Weitere Infos zum Artikel 9.

 

08.05.2017

Präfektur Fukushima – Waldbrand gelöscht

Nach 8 Tagen konnte, wie lokale Behörden nun mitteilten, der Waldbrand in den Bergen von Namie, nahe am havarierten AKW Fukushima dai ichi (antiatom-fuku berichtete) endlich gelöscht werden. Im Einsatz waren 600 Feuerwehrleute und das Militär mit 16 Löschhubschraubern.

Als Auslöser für den Brand wird ein Blitzeinschlag vermutet, da am 29.04.2017 nämlich ein Gewitter über Namie hinweg zog.   

Aufgrund der Trockenheit des Waldes, der vorwiegend aus Zedern besteht, der schlechten Zugänglichkeit des Geländes und der damit verbundenen Schwierigkeiten bei den Löscharbeiten, flackerten immer wieder irgendwelche Glutnester auf, die den Brand wieder entfachten. Dazu wurden Unmengen an radioaktive Partikel, wie z.B. Cäsium137 und Plutonium in die Luft geschleudert und weiträumig verteilt.

 

AKW Fukushima – Rückgang des radioaktiven Grundwassers

Am AKW Fukushima dai ichi hat sich laut dem Betreiber Tepco der Durchfluss an Grundwasser, das in die Reaktorkellerräume und dann ins Meer gelangt, im Vergleich zu April 2016 auf ein Fünftel, also von 400 t auf 70 t/Tag reduziert. Diese Daten wurden im Zeitraum vom 20. Bis zum 26.04.2017 erfasst. In der Woche davor waren es noch 85 t/Tag.

Laut Tepco sei der Rückgang der Durchflussrate der Wirkung der unterirdischen „Eismauer“, die die hochradioaktiv verseuchten Reaktorkellerräume 1 bis 4 umschließt und vom zufließenden Grundwasser abschirmen soll, sowie dem dauerhaften abpumpen des Grundwassers aus den bergseitigen Bohrlöchern zu verdanken.

Die Wirkung der „Eismauer“ ist allerdings heftig umstritten, zumal da laufend Probleme auftreten. Die momentane Trockenheit mit sinkendem Grundwasserspiegel käme nämlich ebenfalls für den Rückgang der Durflussrate infrage.

 

05.05.2017

Fukushima: Waldbrand hält weiter an

Auch heute noch musste an mehreren Stellen der immer noch anhaltende Waldbrand, der am 29.04.2017 in den Bergen bei der Stadt Namie, nahe dem AKW Fukushima dai ichi ausbrach (antiatom-fuku berichtete) gelöscht werden. Eine Waldfläche von 20 Hektar ist bereits niedergebrannt. Immer wieder fliegen Löschhubschrauber in die Berge, um einzelne Brandherde aus der Luft zu Löschen. Da der Brand äußerst schwer zu beherrschen ist und mittlerweile schon den 7. Tag anhält, wurden die Eisatzkräfte von 300 auf 600 und die Löschhubschrauber von 8 auf 16 aufgestockt.

Laut offiziellen Angaben gäbe es angeblich keinen Anstieg der Umweltradioaktivität. Das widerspricht jedoch den Angaben unabhängiger Organisationen, die sehr wohl einen Anstieg der Radioaktivität durch umherfliegende Partikel, auch in den südlichen Nachbarpräfekturen von Fukushima festgestellt haben.  

 

02.05.2017

Vulkanausbruch auf Sakurajima, Kyushu

Heute Morgen gegen 3:20 Uhr brach auf der Insel Sakurajima, Präfektur Kagoshima, Kyushu in Südjapan ein Vulkan aus. Die Rauchsäule ragte bis zu 4 km in den Himmel. Der Vulkanausbruch wurde von den Behörden mit der Warnstufe 3 der 5 Warnstufen eingestuft (Abstand zum Berg halten). Überall in der Luft verteilt sich der feine Vulkanstaub, der sich überall niederlegt und alles grau färbt.

Bereits im Juli 2016 kam es auf Sakurajima schon zum Vulkanausbruch (antiatom-fuku berichtete).

Das sich mit 2 Reaktoren in Betrieb befindliche AKW Sendai liegt nur 50 km entfernt. Weitere Vulkane weisen ebenfalls Aktivitäten auf, so dass ein Ausbruch nicht ausgeschlossen ist.  

 

Waldbrand - Anstieg der Radioaktivität in der Umgebung

Durch den Waldbrand in der Sperrzone, nahe dem havariertem AKW Fukushima dai ichi (antiatom-fuku berichtete) stieg die Radioaktivität in der Atmosphäre deutlich an. Auch in der südlichen Nachbarpräfektur Ibaraki und Chiba wurden nun erhöhte Werte in der Luft gemessen. Denn die radioaktiven Partikel, die seit der Reaktorkatastrophe überall in den Wäldern und Bergen niedergehen, werden nun durch den Brand in die Luft geschleudert und mit dem Wind überall verteilt.

 

01.05.2017

Fukushima: Waldbrand in der Sperrzone

Bereits am Morgen des 29.04.2017 brach in den Bergen nahe der Stadt Namie in der Sperrzone ein großflächiger Waldbrand aus. Da der betroffene Wald sehr schwer zugänglich ist, breitete sich das Feuer immer weiter aus, so dass mittlerweile etwa 20 Hektar Waldfläche verbrannt sind. Neben den Feuerwehrleuten, auch aus den Nachbarpräfekturen Gunma und Miyagi ist auch das Militär mit 8 Löschhubschraubern im Einsatz. Allerdings konnte das Feuer bis heute noch nicht vollständig gelöscht werden.

Da der Wald in den Bergen nicht dekontaminiert werden kann, ist er durch den Fallout des AKWs Fukushima dai ichi weiterhin stark radioaktiv belastet. Und jetzt werden durch den Brand Unmengen an radioaktive Partikel durch die Luft geschleudert. Je nach Windrichtung gelangen diese ggf. auch bis in das 230 km südlich gelegene Tokyo.

Siehe dazu auch das Video der Asahi shinbun online

 

April

28.04.2017

AKW Takahama: Reaktor 4 wird mit Brennelementen bestückt

Auf einer Pressekonferenz gaben die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke bekannt, dass der Reaktor 4 seit heute mit 157 Brennelementen bestückt wird. Darunter befinden sich auch 4 plutoniumhaltige MOX-Brennelemente. Die Arbeiten werden voraussichtlich bis zum 01. Mai einschließlich andauern. Der Reaktor soll dann Mitte Mai wieder angefahren werden.

Reaktor 3 soll ab Mitte Mai mit Brennelementen beladen und dann Anfang Juni wieder angefahren werden.

Der Betrieb beider Reaktoren wurde Anfang 2016 per Gericht untersagt (LG Otsu), nach einem aktuellen Urteil des OLG Osaka jedoch wieder aufgehoben (antiatom-fuku berichtete).

 

24.04.2017

AKW Genkai – Genehmigung der Präfekturverwaltung erhalten

Am heutigen Nachmittag übergab der Präfekturgouverneur Yoshinori Yamaguchi die Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 3 und 4 am AKW Genkai, Präfektur Saga an die betreibenden Kyushu Elektrizitätswerke. In einem feierlichen Akt hielt er dazu eine Ansprache und bekundete, dass der Energiebedarf zurzeit noch nicht aus erneuerbaren Energien gedeckt werden könne und somit die Kernenergie noch nötig sei.

Das AKW Genkai ist nach Sendai, Takahama und Ikata das 4. AKW, das durch die jeweilige Präfekturverwaltung schon freigegeben worden ist.  

Die beiden Reaktoren am AKW Genkai wurden bereits im Januar 2017 durch die Atomaufsichtsbehörde NRA für sicher befunden und sollen voraussichtlich im Herbst angefahren werden (antiatom-fuku berichtete).

 

21.04.2017

NRA-ok für das Atommülllager und Aufbereitungsanlage Rokkasho

Am Atommüllzwischenlager und Wiederaufbereitungsanlage Rokkasho, Präfektur Aomori hat die Atomaufsichtsbehörde NRA am 19.04.2017 die Urananreicherungsanlage als „sicher“ deklariert und die Genehmigung für den Weiterbetrieb erteilt. Die Erdbebensicherheit wurde trotz einer seismisch aktiven geologischen Verwerfungslinie, die durch das Gelände verläuft, von der NRA als gewährleistet angesehen.

Die Anlage Rokkasho ist die einzige Urananreicherungsanlage in Japan und ist seit 1992 in Betrieb. Dort wurden bis zur Reaktorkatastrophe von Fukushima 1700 t Uran in Brennelementen verarbeitetet. Seit 2011 ruht die Urananreicherung jedoch.

Ebenfalls von der NRA freigegeben wurde eine auf dem Gelände befindliche Müllverbrennungsanlage für radioaktive Abfälle. Eine neue Aufbereitungsanlage für plutoniumhaltige MOX-Brennelemente befindet sich im Bau.  

   

18.04.2017

AKW Kashiwazaki Kariwa – Yoneyama bekräftigt sein „Nein“

Bei einem politischen Zusammentreffen zum Thema „Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 6 und 7 am AKW Kashiwazaki Kariwa Präfektur Niigata“, die am Wochenende in Tokyo stattfand, bezeichnete Ryuichi Yoneyama, Präfekturgouverneur von Niigata das AKW Kashiwazaki Kariwa, zwar als einen möglichen Wirtschaftsfaktor für die Region, betonte aber auch im gleichen Atemzug, dass es durchaus entbehrlich ist. Der wirtschaftliche Gewinn, der durch den Betrieb der beiden Reaktoren für die Präfektur Niigata erzielt werden würde, lässt sich auch anderweitig einfahren. Hinzu kommt noch, dass das AKW Kashiwazaki Kariwa wie auch das havarierte AKW Fukushima dai ichi durch den selben Stromkonzern, nämlich Tepco betrieben wird. Solange aber nicht all die Ungereimtheiten am AKW Fukushima dai ichi und die bestehenden Probleme nicht geklärt sind, kommt eine Genehmigung der Präfekturverwaltung sowieso nicht infrage, so Yoneyama. Er kritisiert auch seinen Amtskollegen Mitazono, Präfektur Kagoshima, der 2016 laut eigenen Angaben keine Handhabe gegen die Wiederinbetriebnahme zweier Reaktoren am AKW Sendai hatte. In der vorrausgegangenen Wahl zum Präfekturgouverneur (2016) hatte er im Wahlkampf die Verhinderung der Wiederinbetriebnahme beider Reaktoren versprochen (antiatom-fuku berichtete). „Es ist seine Aufgabe und Pflicht die Bevölkerung in seiner Präfektur nach besten Wissen und Gewissen zu schützen“, so Yoneyama weiter. An die Regierung gerichtet forderte Yoneyama, dass man mal generell die Wiederinbetriebnahme der AKWs überdenken sollte, da ein weiterer Super-GAU nicht nur wirtschaftlich, sondern auch für die Menschheit in Japan das absolute Aus wäre.     

Der Schirmherr der landesweiten kassenärztlichen Vereinigung, der ebenfalls einen Vortrag hielt, äußerte sich gleicher Maßen kritisch gegen eine Wiederinbetriebnahme des AKWs Kashiwazaki Kariwa.   

 

16.04.2017

Regierung legt Plan für Endlagersuche vor

Auf der Suche nach einem Atommüllendlager stellte das Wirtschaftsministerium am vergangenem Freitag einen mit dem Amt für kerntechnische Entsorgung (NUMO) gemeinsam erstellten Plan vor, wonach die Inselkette Japan in vier unterschiedliche Kategorien unterteilt ist. Anhand dessen soll nun ausgewählt werden, welcher Standort für ein „sicheres“ Endlager infrage kommt.   

Auf dem Plan sind Gebiete mit seismischer und vulkanologischer Aktivität deklariert, die von vorn herein ausgeschlossen werden sollen. Gebiete mit Rohstoffvorkommen und mit „zu weichen“ Erdschichten kommen nur unter Einschränkung für einen möglichen Standort infrage. Favorisiert für ein unterirdisches Endlager werden laut dem Plan abgelegene Hochseeinseln oder die Einlagerung direkt im Meeresgrund. 

Schon Ende Dezember 2016 hatte das Amt für kerntechnische Entsorgung (NUMO) die Insel Minamitorishima für ein mögliches Tiefenlager in Betracht gezogen (antiatom-fuku berichtete).

Unabhängige Experten stehen dem Plan für die Endlagersuche jedoch sehr kritisch gegenüber, da nämlich das gesamte Land von seismischer und vulkanologischer Aktivität betroffen ist und laufend von Erbeben heimgesucht wird. Im Meeresgrund ist der Atommüll ebenfalls nicht sicher untergebracht.  

 

13.04.2017

AKW Genkai erhält Genehmigung der Präfekturverwaltung

Nach einer dreitägigen Sondersitzung wurde heute im Parlament der Präfektur Saga darüber abgestimmt, ob die von der Atomaufsichtsbehörde NRA für „sicher“ befundenen Reaktoren 3 und 4 am AKW Genkai wieder in Betrieb genommen werden dürfen.  Erwartungsgemäß, da das Präfekturparlament primär aus Mitgliedern der atombefürwortenden LDP besteht, wurde für die Erteilung der Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme beider Reaktoren gestimmt. 

Laut dem Präfekturgouverneur Yoshinori Yamamoto sei die Wiederinbetriebnahme des AKWs durchaus vertretbar, dies sei in der dreitägigen Sonderkonferenz genauestens erörtert worden.

Vor der Präfekturverwaltung hingegen fanden massive Bürgerproteste gegen das AKW Genkai statt. Denn neben der fehlenden Notwendigkeit besteht auch hier eine Gefahr für die Bevölkerung, z.B. durch Erdbeben und Tsunami.

 

12.04.2017

Osaka – Forschungsreaktor angefahren

Der Forschungsreaktor der Kinki Universität Osaka wurde heute nach dreijährigen Stillstand wieder angefahren. Er dient zu Lehrzwecken und wird von einer Betreibermannschaft, bestehend aus 8 Studenten gesteuert. Mit einer Leistung von 1 Watt ist er der kleinste Forschungsreaktor landesweit.

Seitens der Universität wird propagiert, dass durch den Betrieb der Forschungsreaktoren ein sicherer Umgang im Bereich der Kerntechnik unter realen Bedingungen am besten gelehrt werden kann, wodurch eine bessere Sicherheit beim Betrieb kommerzieller Reaktoren gewährleistet wird – Laut unabhängigen Experte jedoch nur eine „Beruhigungspille“ für die Bevölkerung. Denn der altersschwache Forschungsreaktor aus dem Jahr 1961 stellt auch trotz der geringen Leistung eine Gefahr für die Bevölkerung dar.  

Neben dem Forschungsreaktor Osaka, der landesweit als erster angefahren wurde, wurden noch 2 weitere Forschungsreaktoren in Kyoto durch die Atomaufsichtsbehörde NRA für „sicher“ befunden und freigegeben. Vor der Reaktorkatastrophe in Fukushima 2011 waren 22 Forschungsreaktoren in Betrieb. 6 davon befinden sich noch in der NRA-Überprüfung, die drei o.g. Reaktoren bereits freigegeben. Die restlichen 13 Forschungsreaktoren sollen endgültig stillgelegt werden.

 

11.04.2017

AKW Takahama geht Mitte Mai ans Netz

Die beiden Reaktoren 3 und 4 am AKW Takahama, Präfektur Fukui werden wie die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke jetzt bekannt gaben, Mitte Mai wieder angefahren.

Beide Reaktoren liefen zwar Anfang 2016 schon für kurze Zeit, als der Weiterbetrieb durch das Landgericht Ōtsu bei Kyoto untersagt worden ist. Das Urteil wurde jedoch letzten Monat durch das Oberlandesgericht Osaka wieder aufgehoben (antiatom-fuku berichtete), so dass beide Reaktoren wieder ans Netz dürfen.

Nach Plänen der Kansai Elektrizitätswerke beginnen nun die Vorbereitungen beider Reaktoren, sowie begleitende Tests. Ab Mitte Mai soll zunächst Reaktor 4 und dann Reaktor 3 angefahren werden, in ihrer Leistung stufenweise gesteigert werden, so dass diese dann ab Mitte Juni im Vollbetrieb laufen. Dazu wurde eine Senkung der Strompreise angekündigt. Unabhängige Experten stehen diesem Versprechen jedoch eher kritisch gegenüber, da es den Eindruck erweckt, dass der Atomstrom kostengünstiger als andere Energiequellen sei. Damit erhofft man sich nämlich auch eine bessere Akzeptanz für das AKW Takahama, das in der lokalen Bevölkerung weiterhin eher abgelehnt wird.

 

09.04.2017

AKW Tomari: Seismische Aktivität, vorerst keine Freigabe durch NRA

Nach Plänen der betreibenden Hokkaido Elektrizitätswerke sollte das AKW Tomari ja eigentlich noch in diesem Fiskaljahr wieder ans Netz gehen. Der Termin rückt jedoch in weite Ferne, da die Sicherheitsüberprüfungen der Atomaufsichtsbehörde NRA noch weiter andauern werden. Der Grund dafür ist eine heftig umstrittene geologische Verwerfung im Meer vor der Shakodan-Halbinsel (antiatom-fuku berichtete), dessen seismische Aktivität von der NRA nicht widerlegt werden kann. Im Falle eines stärkeren Erdbebens hätte diese u.U. enorme Auswirkungen auf die Shakodan-Halbinsel, so dass das AKW Tomari die gesetzlich festgelegten Anforderungen für Erdbebensicherheit nicht erfüllt. Mit anderen Worten: Der AKW-Standort ist durch die seismisch aktive Verwerfung, die im Meer vor der Küste der Shakodan-Halbinsel verläuft, absolut erdbebenanfällig.

Und im „schlimmsten Fall“ könnte nämlich genau diese seismisch aktive Verwerfungslinie das endgültige Aus für das AKW Tomari bedeuten.

Das AKW Tomari besteht aus 3 DWR aus den Jahren 1989, 1991 und 2009 mit einer Gesamtleistung von etwa 2000 MW. Diese Strommenge kann jedoch problemlos durch andere Quellen kompensiert werden.

 

07.04.2017

AKW Fukushima – Abluftschornstein einsturzgefährdet

Am havarierten AKW Fukushima dai ichi wurden weitere Bruchstellen am Haltegerüst des Abluftschornsteins von Reaktor 1 und 2 entdeckt. Gebrochen ist hier ein tragendes Verbindungsstück des Gerüstes auf 45 Meter Höhe.

Bereits im Sommer 2016 wurden schon Bruchstellen auf 66 Meter des 120 Meter hohen Schornsteins festgestellt (antiatom-fuku berichtete).  

Der von Innen radioaktiv hochverseuchte Schornstein könnte bei einem mittleren Erdbeben leicht einstürzen. Laut dem Betreiber Tepco besteht dies Gefahr jedoch nicht.

 

AKW Fukushima - Analyse einer Sedimentprobe aus Reaktor 1

Aus dem Sicherheitsbehälter des Reaktors 1, der Ende März mit einer Roboterkamera erkundet worden ist (antiatom-fuku berichtete), wurde gestern eine Sedimentprobe entnommen und analysiert. Über einen Schlauch, der in den Sicherheitsbehälter eingebracht worden ist, wurden im hochradioaktiv verseuchten stehenden Kühlwasser etwa 10 ml Sediment vom Boden des Sicherheitsbehälters angesaugt.  

Anhand dieser Probe will man herausfinden, ob sich Anteile der geschmolzenen Brennelemente am Boden des Reaktorsicherheitsbehälters befinden. Diese Daten werden für die Planung des Rückbaus benötigt.

Das Analyseergebnis wurde heute von Tepco bekannt gegeben. Die Probe weist ein bräunliches Sediment auf, das Metallfragmente und Farbreste beinhaltet.  

 

04.04.2017

AKW Genkai – Genehmigung der Präfekturverwaltung ziemlich sicher

Für die Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 3 und 4 am AKW Genkai, Präfektur Saga können die betreibenden Kyushu Elektrizitätswerke fest mit der Genehmigung der Präfekturverwaltung rechnen. Diese soll, wie die Präfekturverwaltung heute bekannt gab, am 13.04.2017 im Präfekturparlament verabschiedet werden. Bezüglich dieser Entscheidung wurde sogar extra ab den 11.04.2017 eine dreitägige Sondersitzung angesetzt, bei der über die Erteilung der Genehmigung abgestimmt werden soll. Dazu wolle sich der Präfekturgouverneur Yoshinori Yamamoto auch die einzelnen Meinungen der Teilnehmer anhören. Laut unabhängigen Medien ist die Sondersitzung nur eine Beruhigungsmaßnahme für die lokale Bevölkerung, die die Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren größten Teils ablehnt. Denn Gegenstimmen sind allerdings kaum zu erwarten, da das Präfekturparlament vorwiegend aus Mitgliedern der atomfreundlichen Regierungspartei LDP und den Koalitionspartner Komeito besteht.

Die Stadtverwaltung Genkai, sowie benachbarte Gemeindeverwaltungen haben der Wiederinbetriebnahme des AKWs bereits zugestimmt (antiatom-fuku berichtete).

     

01.04.2017

OLG Osaka: AKW Takahama darf wieder ans Netz

Nach einem Gerichtsurteil vom 28.03.2017 (OLG Osaka) dürfen die Reaktoren 3 und 4 am AKW Takahama, Präfektur Fukui wieder angefahren werden.

Die beiden Reaktoren wurden 2015 zwar durch die Atomaufsichtsbehörde NRA für „sicher“ befunden, wurden daraufhin Anfang 2016 in Betrieb genommen, mussten aber im März 2016 aufgrund eines Gerichtsurteils des LG Otsu jedoch wieder vom Netz. Damals wurde das Urteil durch die unzureichende Erdbeben- und Tsunamisicherheit, sowie seismisch aktiver geologischer Verwerfungen begründet. Ein Störfall mit Reaktorschnellabschaltung am Reaktor 4, der sich Ende Februar 2016 ereignete, nach dem er gerade mal eine Woche lief, bekräftigte die Entscheidung des Richters noch zusätzlich (antiatom-fuku berichtete). Mehrere Gegenklagen durch die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke waren bisher erfolglos, so dass die Reaktoren weiterhin vom Netz blieben.

Im aktuellen Urteil vom Oberlandesgericht Osaka wurde nun das erste Urteil von März 2017, LG Otsu wieder aufgehoben, so dass die beiden Reaktoren 3 und 4 jetzt wieder in Betrieb genommen werden dürfen. „Das AKW Takahama wurde durch die NRA unter strengsten Kriterien auf technische Sicherheit, Erdbeben- und Tsunamifestigkeit überprüft und gilt somit als sicher“, so die Begründung des vorsitzenden Richters Ikuo Yamashita am OLG Osaka.

Die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke kündigten nun an, zeitnah mit den Vorbereitungen zur Wiederinbetriebnahme beider Reaktoren zu beginnen.

Bezüglich einer möglichen Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 3 und 4 am AKW Genkai, Präfektur Saga, die ebenfalls aus Sicherheitsgründen heftig umstritten ist, laufen die Gerichtsverfahren noch.

In einem weiteren Urteil, das Mitte März am LG Maebashi gefällt worden ist (antiatom-fuku berichtete), müssen Tepco und die Regierung Entschädigungszahlungen an Bürger zahlen, die aufgrund der Reaktorkatastrophe von Fukushima 2011 ihre Heimat und Existenzgrundlage verloren hatten. Gegen dieses Urteil wollen die Regierung und Tepco nun Einspruch einlegen.         

 

März

30.03.2017

Landgericht Hiroshima: AKW Ikata darf weiterlaufen

Die Klage einer Bürgerinitiative, die einen Betriebsstopp des AKWs Ikata, Präfektur Ehime erwirken wollten, wurde heute am Landgericht Hiroshima abgewiesen.

Nach „bestandener“ Sicherheitsüberprüfung durch die Atomaufsichtsbehörde NRA, wurde Reaktor 3 im August 2016 in Betrieb genommen. Er ist mit 16 MOX- und 141 „normalen“ Brennelementen bestückt.

Begründet wird das Urteil damit, dass der sich in Betrieb befindliche Reaktor 3 am AKW Ikata durch die NRA für ausreichend erdbebensicher, sicher vor Vulkanausbrüchen und Tsunamifest befunden worden ist und somit kein Handlungsbedarf seitens der Richter bestehen würde.  

Während die betreibenden Shikoku Elektrizitätswerke das heutige Urteil als Erfolg verbuchen, können die klagenden Bürger, sowie unabhängige Experten das heutige Urteil absolut nicht nachvollziehen, da eine Erdbeben- und Tsunamisicherheit eben nicht gewährleistet ist. Zumal die Chuokouzousen (mittlere tektonische Verwerfungslinie) mit einer Länge von über 1000 km direkt am AKW Ikata entlangläuft und seismisch aktiv ist.

 

28.03.2017

Gesundheitszentrum in Namie – Belebung radioaktiv verseuchter Gebiete

Im Rahmen der Rückführungsmaßnahmen durch die Regierung wird ab morgen in der Stadt Namie, nahe dem havarierten AKW Fukushima dai ichi ein neu errichtetes Gesundheitszentrum in Betrieb genommen.

Namie wurde zu Beginn der Reaktorkatastrophe im März 2011 vollständig evakuiert. Und obwohl die radioaktive Strahlung, trotz Dekontaminationsmaßnamen weiterhin bedenklich hohe Werte aufweist, wird der Evakuierungsbefehl ab dem 31.03.2017 aufgehoben (antiatom-fuku berichtete).

Das neu errichtete und bisher einzige Gesundheitszentrum in Namie verfügt neben dem Standardequipment über ein CT-Gerät und einer Endoskopieeinheit. Das benachbarte Rathaus ist schon seit Anfang März wiederbesetzt und der Namie Bahnhof wird ab dem 01.04.2017 wieder angefahren.

Der Drang zur Rückkehr hält sich jedoch aus Sorge um die eigene Gesundheit ziemlich in Grenzen. Lediglich ein paar ältere Leute wollen zurückkommen.     

 

23.03.2017

AKW Fukushima, Reaktor 1 – kein Kernbrennstoff im Reaktor nachweisbar

Nachdem am havarierten AKW Fukushima dai ichi die Robotermission im Sicherheitsbehälter von Reaktor 1 (antiatom-fuku berichtete) beendet worden ist, legte der Betreiber Tepco heute weitere Ergebnisse vor. Die unter Wasser getätigten Videoaufnahmen zeigen zwar dunkles Sediment, an einer Stelle auch weißliche Ablagerungen am Boden des Sicherheitsbehälters, aber keinen Hinweis auf geschmolzenen Kernbrennstoff. Somit wird sehr stark vermutet, dass die Kernschmelze den Sicherheitsbehälter verlassen hat und ins Betonfundament, bzw. ins Erdreich gedrungen ist.

Das bedeutet, dass sich die Entfernung der geschmolzenen Brennelemente und der Rückbau des Reaktors wesentlich schwieriger gestaltet als von Tepco ursprünglich berechnet.

 

21.03.2017

AKW Fukushima, Reaktor 1 – kein Kernbrennstoff nachweisbar

Am havarierten AKW Fukushima dai ichi wurden heute weitere Bilder aus dem Inneren des Sicherheitsbehälters von Reaktor 1 veröffentlicht.

Im Reaktor 1 wird zurzeit das Innere des Sicherheitsbehälters mittels Roboter erkundet, um für den Rückbau wichtige Daten über den Zustand der Kernschmelze zu gewinnen. Erkundet wird die im 2 Meter tiefen Kühlwasser auf dem Grund vermutete Kernschmelze (antiatom-fuku berichtete).  

Die heute veröffentlichten Unterwasserbilder der Roboterkamera zeigen eine mit bräunlichen Sediment belegte Rohrleitung und weiteres Sediment auf dem Grund des Sicherheitsbehälters. Geschmolzenes Kernbrennmaterial konnte dort jedoch nicht gefunden werden. Die Erkundung soll noch bis morgen fortgesetzt werden.

Die von heute gemessene Strahlung unter Wasser beträgt in 1 Meter Höhe über Grund 6,3 Sv/h und an einer anderen Stelle, 30 cm über Grund 11 Sv/h.

 

Präfekturgouverneur von Shiga: Sicherheit am AKW Ōi unzureichend!

Nach einer Begehung am AKW Ōi, Präfektur Fukui durch den Gouverneur der Nachbarpräfektur Shiga, Taizo Mikazuki, weitere Mitarbeiter und den betreibenden Kansai Elektrizitätswerken, kam Mikazuki zu dem Schluss, dass die Sicherheit am AKW Ōi nicht gewährleistet ist und dem entsprechend auch nicht in Betrieb genommen werden sollte. Er begründet seine Haltung u.a. auch damit, das sicherheitsrelevante bauliche Nachbesserungen erst zur Hälfte fertig sind. Auch das Krisenzentrum des AKWs, das zurzeit noch errichtet wird ist noch eine Baustelle. Die Nachbarpräfektur Shika wäre im Falle einer radiologischen Notfallsituation direkt betroffen. Nicht nur größere Ortschaften, sondern auch der Biwasee, ein wichtiges Trinkwasserreservoir liegt auch in der Nähe vom AKW Ōi.     

Die Reaktoren 3 und 4 am AKW Ōi wurden bereits im Februar von der Atomaufsichtsbehörde NRA für sicher befunden und freigegeben und sollen nach Plänen der Kansai Elektrizitätswerke im Herbst wieder angefahren werden.  

 

19.03.2017

Amtsgericht Maebashi: Tepco und Staat müssen Entschädigung zahlen

Nach einem Gerichtsurteil, dass Ende dieser Woche vom Amtsgericht Maebashi gefällt worden ist, muss der Energiekonzern Tepco, der das havarierte AKW Fukushima dai ichi zu verantworten hat und der Staat eine Entschädigungszahlung in Höhe von insgesamt 320.000 Euro an 62 Evakuierte, die aus ihrer verstrahlten Heimat fliehen mussten leisten. Auch wenn die Anwälte der Betroffenen eine höhere Summe gefordert hatten, ist damit dennoch ein Erfolg zu verbuchen und weitere Urteile könnten bald folgen. Denn landesweit laufen noch etwa 10.000 Klagen geflüchteter Strahlenopfer, die eine Entschädigung von Tepco fordern.

Begründet wurde das Urteil damit, dass eine Erdbeben- und Tsunamigefahr im Vorfeld schon bekannt war und das AKW nicht ausreichend gesichert gewesen ist. Der Unfall wäre also vermeidbar gewesen, wenn Tepco den Mangel nicht einfach ignoriert und der Staat, der ebenfalls Bescheid wusste, mit Nachdruck entsprechende Nachbesserungen gefordert hätte.  

Tepco will das Urteil nun prüfen und ggf. in anfechten. Seitens der Regierung gab es keinen Kommentar. Die Regierung bleibt aber unabhängig des Gerichtsurteils und der noch laufenden Gerichtsverfahren weiter auf Atomkurs.   

 

AKW Fukushima dai ichi: Erste Bilder aus Reaktor 1

Nach dem gestern am havarierten AKW Fukushima dai ichi ein ferngesteuerter Roboter zwecks Erkundung der Kernschmelzen in den Sicherheitsbehälter von Reaktor 1 geschickt worden ist, hat der Betreiber Tepco heute nun erste Ergebnisse der Mission bekannt gegeben.

Die Unterwasserbilder, die im 2 Meter tiefen trüben Kühlwasser im Sicherheitsbehälter von Reaktor 1 aufgenommen worden sind, zeigen eine bräunliche Masse auf dem Grund des Sicherheitsbehälters, wovon nicht klar gesagt werden kann, ob es sich dabei um geschmolzenes Brennmaterial oder anderes Sediment handelt. Möglicherweise befindet sich dort auch der geschmolzene Stahl des Bodens vom Reaktordruckbehälter, der sich mit den geschmolzenen Brennelementen vermischt hat. Gefunden wurde unter anderem auch die Steuerung einer Pumpe, die unter Wasser auf den Boden liegt.

Fakt ist jedenfalls, dass das komplette Brennmaterial aus dem Druckbehälter getreten ist. Es sind jedoch noch eine ganze Reihe weitere Analysen nötig, so Tepco.

Die im Wasser gemessene Strahlung, 1 Meter über Grund, liegt bei 1,5 Sv/h und in der Luft oberhalb der Arbeitsplattform (Laufgitter) bei 7,8 Sv/h. Das entspricht einer tödlichen Dosis!

Obwohl Wasser Radioaktivität abhält, wurden diese hohen Werte im Wasser erreicht. Und es ist zurzeit noch unklar, ob und inwieweit die Kernschmelze in das darunterliegende Betonfundament eingedrungen ist. Weitere Messdaten werden noch erhoben.  

 

18.03.2017

AKW Fukushima, Reaktor 1 – Erkundung im Inneren gestartet

Nach dem die Erkundung des Reaktors 1 am havarierten AKW Fukushima dai ichi am 14.03.2017 wegen einer technischen Störung der Roboterkamera nicht begonnen werden konnte (antiatom-fuku berichtete), konnte die Mission heute problemlos begonnen werden. Dazu wurde heute Morgen um 10:00 Uhr der ferngesteuerte Erkundungsroboter über eine Öffnung in den Sicherheitsbehälter von Reaktor 1 geschickt und auf die 5 Meter tiefer gelegene Arbeitsplattform (Laufgitter) herabgelassen. Dort bewegte er sich über das Laufgitter bis zur gewünschten Position. Die Kamera, die nun die erhofften Bilder liefern soll, wurde am Kabel hängend zwischen das Gitter in die Tiefe gelassen. Dort soll sie nun im stehendem Kühlwasser Unterwasserbilder der durchgeschmolzenen Brennelemente liefern und Informationen liefern, ob die Kernschmelze auch durch den Boden des Sicherheitsbehälters in Betonfundament gedrungen ist (siehe dazu die Animation des Senders ANN, in der Mitte des Kurzvideos).

Die Strahlung im Sicherheitsbehälter wird ebenfalls gemessen. Erste Bilder und Strahlenmessdaten werden jedoch erst morgen vorliegen, da der Betreiber Tepco diese noch auswerten muss.

   

NRA: weiterhin unzureichende Erdbebensicherheit am AKW Tomari

Bezüglich der Erdbebensicherheit am AKW Tomari, Landkreis Furuu, Hokkaido, hat die Atomaufsicht NRA weiterhin Bedenken wegen einer seismisch aktiven geologischen Verwerfung, die am Meeresboden parallel zur Küste der Shakodan Halbinsel, wo sich das AKW befindet verläuft. Auch die Aktivität der Kontinentalplatten ist hier nicht ganz unproblematisch. Es zeigt sich bereits, dass sich auf der Shakodan Halbinsel Erhebungen gebildet haben, die aufgrund der seismischen Aktivität entstanden sind. Neben der ohnehin erhöhten Erdbebengefahr, stellt dieses eine Konstellation dar, die sich äußerst ungünstig für das AKW und der Bevölkerung auswirken könnte. Zu berücksichtigen ist auch, das die Großstadt Sapporo nur 50 km vom AKW Tomari entfernt ist.

Aufgrund der aktuell festgestellten geologischen Verhältnisse zeigt sich die NRA eher zögerlich mit der Attestierung einer Erdbebensicherheit am AKW-Standort. Die betreibenden Hokkaido Elektrizitätswerke, die auf eine weitere, bzw. erneuten Überprüfung der NRA drängen, legten nun eigenen Daten vor, die die Ergebnisse der NRA „widerlegen“ sollen.

Der Präfekturgouverneur von Hokkaido, Harumi Takahashi unterstützt die Hokkaido Elektrizitätswerke und befürwortet eine weitere Untersuchung der Erdbebensicherheit. Er will sich anschließend ein genaues Urteil bilden, wie er sagt und dann dem entsprechend die Genehmigung der Präfekturverwaltung erteilen. Takahashi, der seit 2009 im Amt ist, wurde stets durch die atomfreundliche LDP bei jeder Wahl tatkräftig unterstützt.  

Die Hokkaido Elektrizitätswerke hatten bereits 2013 die Sicherheitsüberprüfung der drei Reaktoren am AKW Tomari bei der NRA beantragt. Diese zieht sich jedoch wegen der Erdbebenfrage in die Läge. Studien der Todai-Universität vom Herbst 2016 hatten aber auch schon belegt, dass die Erdbebensicherheit am AKW Tomari unzureichend ist (antiatom-fuku berichtete).

Nach aktuellen Prüfergebnissen der NRA ist die Erdbebensicherheit am AKW Tomari unzureichend, so dass die Wiederinbetriebnahme der drei beantragten Reaktoren nicht genehmigt werden kann.    

 

16.03.2017

AKW Fukushima, Reaktor 1 – Erkundungsmission muss weiterhin verschoben werden

Der Defekt am Erkundungsroboter, der schon am 14.03.2017 am havarierten AKW Fukushima dai ichi in den Reaktor 1 geschickt werden sollte (antiatom-fuku berichtete), konnte bisher noch nicht behoben werden. Die technische Störung fiel bei den Vorbereitungen auf, so dass die Mission unmittelbar vor Beginn abgebrochen werden musste.

Bei diesem Defekt handelt es sich, wie sich gestern herausstellte, um einen Kabelbruch am Kabel der Roboterkamera. Dadurch konnten die Bilder nicht auf den Kontrollmonitor außerhalb des Reaktors übertragen werden.

Der Roboter, der heute in einem erneuten Versuch zum Einsatz kommen sollte, weist allerdings noch mehr Probleme auf. So hat sich das Kamerakabel, da sich die Spule nicht drehte, verdreht und verheddert, was letztendlich zum Kabelbruch führte. Laut dem Betreiber Tepco ist es nun fraglich, ob sich der Schaden überhaupt reparieren lässt. Folglich wurde die Mission nun auf unbestimmte Zeit verschoben.

Um wichtige Daten über den Zustand der geschmolzenen Brennelemente zu gewinnen, sollte das Innere des Sicherheitsbehälters von Reaktor 1 mittels Roboter per Videokamera erkundet werden. Eine Strahlen- und Temperaturmessung sollte ebenfalls erfolgen.

 

14.03.2017

AKW Fukushima, Reaktor 1 – Roboterkamera überträgt die Bilder nicht

Am AKW Fukushima dai ichi kam es heute Morgen während der Vorbereitung für den Einsatz des Roboters, der das Innere des Sicherheitsbehälters von Reaktor 1 erkunden soll, zu technischen Problemen mit der Bildübertragung. Die von der Roboterkamera aufgenommenen Bilder werden nicht auf den Kontrollmonitor, der sich außerhalb des Reaktors befindet übertragen. Da das Problem „auf die Schnelle“ nicht behoben werden konnte, mussten die Arbeiten für heute erst einmal abgebrochen werden. Tepco sucht nun nach der Ursache und kündigte einen erneuten Versuch für den 16.03.2017 an.

Mit dem Roboter will Tepco Videoaufnahmen aus dem Inneren des Sicherheitsbehälters von Reaktor 1 machen, um somit Informationen über den Zustand der geschmolzenen Brennelemente zu gewinnen, die sich auf den Boden befinden, bzw. schon ins Betonfundament gedrungen sind (antiatom-fuku berichtete). Dazu soll der ferngesteuerte Roboter über ein Rohr in das Innere des Sicherheitsbehälters gebracht und auf der Arbeitsplattform („Laufgitter“) abgesetzt werden. Die Kamera, die an einem Kabel befestigt ist, soll dann durch das Gitter heruntergelassen werden und im stehendem Kühlwasser unterhalb des Gitters Unterwasserbilder von der Kernschmelze liefern.   

  

13.03.2017

Wiederinbetriebnahme der Joban-Bahnlinie in Evakuierungsgebiete  

Im Rahmen der umstrittenen Wiederbesiedelungsmaßnahmen evakuierter Gebiete, will die Japan Rail (JR) weitere Teilabschnitte der Joban-Bahnlinie, die durch radioaktiv verseuchte Gebiete führt, wieder instand setzen und in Betrieb nehmen.

Die durch den Tsunami zum Teil zerstörte Bahnstrecke der Joban-Linie führt von Tokyo über Mito und Iwaki, entlang der Küste an den AKWs Fukushima dai ni und dai ichi vorbei bis Sendai (Nord), Präfektur Miyagi.

So soll ab Oktober der Bahnhof Tomioka (9,6 km südlich vom AKW Fukushima dai ichi), der zurzeit neu errichtet wird, wieder an das Bahnnetz angebunden werden. Trotz der durchgeführten Flächendekontamination in der Ortschaft Tomioka, sind die Strahlenwerte zum Teil weiterhin bedenklich hoch, so dass, entgegen der Meinung der Regierung von einer dauerhaften Rückkehr eher abzuraten ist. Auch die Verwaltung der Präfektur Fukushima hält an den Rückführungsmaßnahmen der Regierung fest und treibt diese mit voran. So ist z.B. auch die Stadtverwaltung seit dem 05.03.2017 wieder im Rathaus von Tomioka vertreten.

Von der nördlichen Seite aus, sollen die Bahnhöfe Momo-Uchi und Namie (8,2 km nördlich vom AKW Fukushima dai ichi) ab dem 01.04.2017 wieder angefahren werden. Für die Stadt Namie wird der Evakuierungsbefehl zum 31.03.2017 aufgehoben.

Der letzte Streckenabschnitt, der noch instand gesetzt werden soll, führt über eine Länge von 20.8 km von Namie Bf, direkt vorbei am AKW Fukushima dai ichi und dai ni bis Tomioka Bf. Dieser Streckenabschnitt soll nach Plänen der JR bis Ende 2019 instand gesetzt werden.    

 

AKW Fukushima – Robotereinsatz in Reaktor 1 ab morgen geplant

Nach dem der Robotereinsatz am havarierten AKW Fukushima dai ichi im Reaktor 2, der Anfang Februar durchgeführt worden ist, nicht den gewünschten Erfolg erbracht hatte (antiatom-fuku berichtete), soll nun ab morgen das Innere des Sicherheitsbehälters von Reaktor 1 erkundet werden. Für diese viertägige Mission soll ab morgen ein mit Kamera und Strahlenmessgerät ausgerüsteter Roboter über eine Rohrleitung in das Innere geschickt werden. Dort soll er, um die Bergung der geschmolzenen Brennelemente planen zu können, wichtige Daten über dessen Zustand liefern.

Dass die Brennelemente zum Teil, bzw. komplett durch den Boden des Reaktorsicherheitsbehälters gedrungen sind, ist bereits bekannt. Das stehende Wasser im Sicherheitsbehälter weist einen Pegel von 2 Metern auf und ist völlig trüb, was die anschließende Analyse der für morgen geplanten Unterwasseraufnahmen nicht gerade erleichtern wird.

Der Roboter als solches wird über ein Kabel ferngesteuert, hat eine Länge von 70 cm, ist im Durchmesser sehr schlank und wendig, so dass er problemlos durch die Rohrleitungen passt.

 

11.03.2017

Dreifachkatastrophe jährt sich heute zum 6. Male

Heute jährt sich die verheerende Dreifachkatastrophe zum 6. Male, die am 11.03.2011 um 14:46 Uhr mit einem heftigen Erdbeben der Stärke 9,0 begann. 45 Minuten später folgte ein Tsunami, der nicht nur weite Landstriche auslöschte,  sondern auch über 16.000 Leute in den Tod riss. Am AKW Fukushima dai ichi kam es zu einem kompletten Stromausfall, so dass auch die Kühlung ausfiel. In Folge dessen trat eine dreifache Kernschmelze ein! Ursache hierfür war schon das Erdbeben! Die immer noch andauernden Folgen nehmen immer mehr Ausmaß an.

2554 Leute gelten weiterhin als vermisst. Über 120.000 Leute verloren ihre Heimat und mussten flüchten. Davon leben immer noch 81.000 Leute in provisorisch eingerichteten Container-Siedlungen (02/2017).

Häufig werden die Flüchtlinge aus der Präfektur Fukushima, die sich woanders angesiedelt haben wegen der radioaktiven Strahlung schikaniert und diskriminiert. Das betrifft vor allem Schulkinder, wie z.B. aktuelle Fälle aus Yokohama bei Tokyo und der Präfektur Saitama belegen.

Anlässlich dieser verheerenden Dreifachkatastrophe fanden heute landesweit Gedenkfeiern statt. Bei den offiziellen Feiern in den Tempeln und seitens der Präfekturen geraten die Opfer der Reaktorkatastrophe als solche jedoch eher in den Hintergrund. Das kommt dadurch, weil die Regierung LDP/Komeito, trotz der Folgen und der fehlenden Notwendigkeit der AKWs zurück zur Kernenergie will. Auch in Anbetracht der Olympia 2020 will die Regierung das Kapitel „Fukushima“ beenden und „Gras drüber wachsen lassen“.

Der Rückbau am AKW Fukushima dai ichi gestaltet sich weiterhin schwierig und wird voraussichtlich noch 30 bis 40 Jahre dauern. Die „Eismauer“ hält nicht dicht, der küstenseitige Wall vor dem AKW neigt sich nach vorne und droht ins Meer zu kippen. Das radioaktiv verseuchte Wasser bahnt sich nach wie vor seinen Weg und gelangt weiterhin ins Meer.

 

08.03.2017

Weitere Robotereinsätze am AKW Fukushima dai ichi geplant

Auch 6 Jahre nach Beginn der Reaktorkatastrophe ist die Lage am havarierten AKW Fukushima dai ichi weiterhin problematisch und die Kosten explodieren weiter. Diese schätzt die Regierung auf etwa 180 Mrd. Euro (02/2017).  

Währenddessen entwickelt die Firma Toshiba einen neuen Roboter, der ferngesteuert die Brennelemente aus den Reaktoren bergen soll. Laut dem Hersteller soll dieser wesentlich robuster gegenüber der hohen Radioaktivität sein, als der Erkundungsroboter, der Anfang Februar, als er in Reaktor 2 zum Einsatz kam, unter der hohen Strahlung versagte (antiatom-fuku berichtete).   

Zum gegenwärtigen Stand der Rückbauarbeiten und der geplanten Robotereinsätze am AKW Fukushima dai ichi, berichtet die FAZ im nachfolgendem Video.

 

05.03.2017

AKW Sendai – Präfekturverwaltung ignoriert Bürgeranfragen

Im Streit um das laufende AKW Sendai, Präfektur Kagoshima reichte jetzt eine Antiatom-Initiative ein schriftliches Gesuch bei der Präfekturverwaltung Kagoshima ein. Damit fordern sie den Präfekturgouverneur Satoshi Mitazono auf, bei den Kyushu Elektrizitätswerken einen sofortigen Betriebsstopp der beiden laufenden Reaktoren 1 und 2 durchzusetzen. Neben zahlreichen Bürgerorganisationen üben auch unabhängige Experten Druck auf Mitazono aus, der für einen sofortigen Stopp beider Reaktoren soll.

Allerdings ist trotz mehrfacher Nachfrage weder die Präfekturverwaltung, noch die örtliche Atomsicherheitsbehörde bereit für ein Gespräch mit der Antiatom-Initiative. Entsprechende Anfragen werden einfach ignoriert. 

Mitazono, der im vergangenen Juli hauptsächlich wegen seiner Anti-AKW-Haltung zu Präfekturgouverneur gewählt worden ist, änderte nach der Wahl seine Meinung und genehmigte sogar die Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren 1 und 2 am AKW Sendai (antiatom-fuku berichtete). 

 

Weitere Bürgerklagen gegen das AKW Ikata   

Drei Bürger aus der Präfektur Yamaguchi wollen nun den Betrieb des Reaktors 3 am AKW Ikata, Präfektur Ehime per einstweilige Verfügung stoppen lassen. Ein entsprechendes Gesuch wurde am Amtsgericht der Stadt Iwakuni eingereicht. Mehrere Anwälte der Stadt Matsuyama und Hiroshima haben bereits Ende 2016 eine Klage gegen das AKW Ikata bei Gericht eingereicht.   

Neben den allgemeinen Gefahren ist vor allen die Lages des AKWs von besonderer Bedeutung. Denn es liegt direkt an der mittleren tektonischen Linie (s. Abbildung) und auch nicht weit vom Nankai-Graben, der in einer Länge von über 1000 km parallel zum der japanischen Küste, von Shizuoka bis Kyushu verläuft. Durch diese Konstellation können sich Erdbeben deutlich verstärken und somit eine wesentlich größere Gefahr für das AKW Ikata bedeuten. Zu beachten ist nämlich auch, dass der Reaktor neben „normalen“ Brennelementen auch mit 16 plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen bestückt worden ist. 

 

03.03.2017

Ex- Ministerpräsident Koizumi spricht für sofortigen Atomausstieg!

Bei einer parteiübergreifenden Vortragsveranstaltung, die gestern in Koriyama, Präfektur Fukushima stattfand, hielt der frühere LDP-Ministerpräsident Junichiro Koizumi eine Rede, worin er betonte, dass es seit der Reaktorkatastrophe von vor 6 Jahren, in einer nahezu atomstromfreien Zeit, es noch nicht einmal an einen einzigen Tag zu einem Stromengpass, geschweige denn zu einem Blackout gekommen ist. Dazu hätte Japan durchaus auch das Potential für eine reibungslose Umstellung der Stromversorgung auf erneuerbare Energien. Denn genau das wurde nämlich auch schon mehrfach durch unabhängige Experten belegt.

Der Ex-Ministerpräsident Koizumi, der auch den amtierenden Ministerpräsidenten Shinzo Abe (PDP) „anlernte“, war während seiner Amtszeit zwar selber ein Befürworter der AKWs, hat aber seit Beginn der Reaktorkatastrophe von Fukushima seine Haltung gegenüber der Kernenergie grundlegend geändert.

Und obwohl 60% der japanischen Bevölkerung einen sofortigen Atomausstieg befürwortet, lässt Ministerpräsident Abe (LDP), trotz fehlender Notwendigkeit und breiter Ablehnung die AKWs wieder ans Netz gehen.

Der Generalsekretär der LDP hielt ebenfalls eine stellvertretende Rede, bei der er mit fadenscheinigen Argumenten die Wiederinbetriebnahme der AKWs als notwendig deklarierte.

Der Redner einer kleineren Partei plädierte ebenfalls für einen sofortigen Atomausstieg.   

 

Februar

28.02.2017

Stärkeres Erdbeben in Nordostjapan

Heute Nachmittag ereignete sich in der Tohoku-Region (Nordostjapan) um 16:49 Uhr ein Erdbeben der Stärke 5,0 mit der Einstufung M 5,7. Das Epizentrum lag im Meer vor der Küste der Präfektur Fukushima. Eine Tsunamiwarnung wurde nicht herausgegeben. Die Ausläufer des Erdbebens erstreckten sich südlich bis kurz vor der Präfektur Shizuoka und nördlich bis in die Präfektur Aomori.

Laut den Behörden keine Verletzte und keine Störfälle an den AKWs Fukushima dai ichi und dai ni und Onagawa.  

Bereits gestern und vorgestern sind in der Region schon leichtere Beben vorausgegangen. Der Wetterdienst vermutet sogar, dass das heutige Erdbeben in Verbindung mit dem ebenfalls stärkeren Erdbeben von November 2016 (M 7,4) steht; das heißt nämlich, dass dort in letzter Zeit eine seismisch verstärkte Aktivität vorhanden ist.

 

27.02.2017

AKW Sendai, Reaktor 2 wieder am Netz

Der Reaktor 2 am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima, der bereits am 23.02.2017 nach Beendigung der Revision wieder angefahren worden ist, lief zu nächst im Testbetrieb und begann heute mit der Stromproduktion. Die Leistung des Reaktors wird jetzt nach und nach gesteigert, so dass er ab voraussichtlich Mitte März im regulären Leistungsbetrieb laufen wird.

Reaktor 2 wurde Anfang Dezember wegen Revision heruntergefahren und aufgrund der Erdbebenserie von Kumamoto im April 2016 einer zusätzlichen Überprüfung auf Erdbebensicherheit unterzogen (antiatom-fuku berichtete). Anschließend wurde er durch die Atomaufsichtsbehörde NRA und der Präfekturverwaltung zur Wiederinbetriebnahme freigegeben.

Somit laufen zurzeit landesweit 3 Reaktoren an 2 AKWs.  

 

Ukedo, 7 km vom AKW Fukushima - Freigabe zur Fischerei

In der Hafenstadt Ukedo, 7 km nördlich vom havarierten AKW Fukushima dai ichi wurde der vom Tsunami 2011 zerstörte Fischereihafen wiederhergerichtet. In einem feierlichen Festakt liefen am vergangenen Samstag 26 Fischerboote ein. Die Boote waren mit großen Fahnen geschmückt und symbolisierten nun die Rückkehr der Fischer nach Ukedo.

Nach Eintritt der Dreifachkatastrophe durfte dort aufgrund der erhöhten Radioaktivität im Meer nicht mehr gefischt werden, so dass sich die Fischerei weiter in den Norden verlagerte. Jetzt soll aber das Fischen bestimmter Fischarten außerhalb eines Radius von 10 Km zum AKW Fukushima dai ichi ab Mitte März wieder erlaubt werden. Laut den Behörden sei der Meeresboden nicht mehr so stark radioaktiv belastet, so dass eine teilweise Freigabe „möglich“ wäre.

25.02.2017

AKW Genkai erhält Zustimmung der Lokalpolitiker

Neben weiteren Lokalpolitikern, stimmte nun auch der Gemeinderat der Stadt Genkai am gestrigen Freitag der Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 3 und 4 am AKW Genkai, Präfektur Saga zu. Als Folge dessen wird der Bürgermeister der Stadt Genkai bei der Präfekturversammlung, die für Anfang März angesetzt worden ist, der Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren 3 und 4 zustimmen. Auch der Bürgermeister der Stadt Saga, Hideo Kishimoto und sein Stadtrat befürworten die Wiederinbetriebnahme, so das auch hier eine Zustimmung des Bürgermeisters erfolgen wird.   

Die beiden Reaktoren wurden durch die Atomaufsichtsbehörde NRA Anfang des Jahres für „sicher“ befunden und zur Wiederinbetriebnahme freigegeben. Nun fehlt nur noch die Zustimmung der Präfekturverwaltung, die ebenfalls schon als sicher gilt, da Präfekturgouverneur Yoshinori Yamaguchi „absolut kein Problem“ mit dem AKW Genkai hat.  

Mittlerweile wurden durch die Atomaufsichtsbehörde NRA 12 Reaktoren an 6 AKWs für „sicher“ befunden. Darunter befinden sich auch 2 Altreaktoren am AKW Takahama, Präfektur Fukui, die zurzeit nachgerüstet werden.    

 

Niigata - sinkende Chancen für das AKW Kashiwazaki Kariwa

Bezüglich der Pläne zur Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 6 und 7 am AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata wurde am vergangenen Donnerstag eine Konferenz mit dem Betreiber Tepco, Lokalpolitikern und einigen Journalisten abgehalten. Daran nahm auch der Bürgermeister der Stadt Kashiwazaki, Masahiro Sakurai (54) teil, der bis vor kurzen einer Wiederinbetriebnahme beider Reaktoren noch zugestimmt hätte, aber nun aufgrund der nachgewiesenen unzureichenden Erdbebensicherheit seine Meinung gegenüber dem AKW Kashiwazaki Kariwa grundlegend geändert hat. Dieses äußerte er jetzt auch gegenüber Tepco-Zweigstellenleitung Kimura (Geschäftsstelle Niigata), der sich darüber etwas verärgert zeigte.

Somit sinken die Chancen für die geplante Wiederinbetriebnahme noch ein Stück weiter. Denn neben der lokalen Bevölkerung, vieler Lokalpolitiker will vor allem der Präfekturgouverneur Ryuichi Yoneyama das AKW nicht mehr am Netz haben, zumal Tepco auch noch derjenige Stromkonzern ist, der auch das havarierte AKW Fukushima dai ichi zu verantworten hat.    

 

21.02.2017

AKW Ōi, Reaktor 3 und 4 durch NRA für „sicher“ befunden

Für das AKW Ōi, Präfektur Fukui wurden die Sicherheitsüberprüfungen der Atomaufsichtsbehörde NRA nahezu abgeschlossen, so dass die beiden von den Kansai Elektrizitätswerken beantragten Reaktoren 3 und 4 für „sicher“ befunden und zur Wiederinbetriebnahme freigegeben worden sind.

Die drei seismisch aktiven geologischen Verwerfungen, die in der Nähe des AKWs verlaufen und ein Erbeben verstärken könnten, wurden bei der Überprüfung der Erdbebensicherheit des AKWs „mitberücksichtigt“. Diese stellen laut der NRA keine zusätzliche Gefahr dar.

Der Prüfbericht der NRA soll dann auf der morgigen Konferenz an die Kansai Elektrizitätswerke übergeben werden. Als letzter Schritt, bevor die beiden Reaktoren in Betrieb gehen dürfen, wäre dann nur noch die Genehmigung der Präfekturverwaltung nötig. Diesbezüglich sind die Kansai Elektrizitätswerke jedoch sehr zuversichtlich.

Die Kansai Elektrizitätswerke wollen die beiden Reaktoren so rasch wie möglich wieder anfahren. Dies könnte voraussichtlich ab Herbst der Fall sein.

 

18.02.2017

AKW Sendai, Konferenz der NRA und Präfekturverwaltung

Heute Vormittag trafen sich Shunichi Tanaka, Chef der Atomaufsichtsbehörde NRA und Präfekturgouverneur Satoshi Mitazono auf einer Konferenz in Kagoshima, Kyushu in Südjapan. Besprochen wurde das „Sicherheitskonzept“ am AKW Sendai und der Katastrophenschutzplan. Auch der Schutz vor Terrorangriffen per Schiff und aus der Luft sei verbessert worden. Hierbei vertritt Mitazono, der vor Amtsantritt noch die Abschaltung des AKWs erwirken wollte (antiatom-fuku berichtete) die Meinung, dass man der lokalen Bevölkerung die Sicherheitsmaßnahmen für das AKW Sendai verständlicher erklären müsse, sodass die Leute auch mehr Verständnis dafür hätten. Dazu bekundet er auch noch, dass die NRA ja aufgrund der Reaktorkatastrophe in Fukushima angemessen reagieren würde, indem die Sicherheitsanforderungen für die AKWs deutlich strenger geworden sind. Er wolle zudem weitere Experten auf dem Gebiet der Kerntechnik befragen und sich dann ein Urteil drüber bilden, ob die Sicherheitsvorkehrungen am AKW Sendai ausreichend sind.

Unabhängige Experten und die lokalen Bürger stehen dem AKW Sendai, allein schon wegen den unzureichenden Fluchtwegen und der fehlenden Notwendigkeit jedoch weiterhin eher kritisch gegenüber.

Am AKW Sendai wurden 2015 die Reaktoren 1 und 2 durch die NRA freigegeben und dann in Betrieb genommen. Zurzeit läuft jedoch nur Reaktor 1, da sich Reaktor 2 in Revision befindet, die voraussichtlich noch bis März andauern wird.  

   

16.02.2017

AKW Fukushima, Reaktor 2 - Erkundungsroboter versagt

Am AKW Fukushima dai ichi wurde wie geplant, heute Morgen gegen 8:00 Uhr der Erkundungsroboter „Sasori“ in den Sicherheitsbehälter von Reaktor 2 „geschickt“. Allerdings blieb er, als er über die eigens dafür installierte 7 Meter lange Laufschiene fuhr, an einem Hindernis hängen. Die Schiene führt von der geschaffenen Eingangsöffnung zur Mitte des Sicherheitsbehälters, wo sich die Arbeitsplattform, also das „Laufgitter“ befindet. Diese befindet sich 1,5 Meter unterhalb des Druckbehälters. In der Mitte klafft das Loch, wo die Kernschmelze „durchging“.

Der Erkundungsroboter wurde am Steuerungskabel zurückgezogen und dann erneut vorgeschickt. Nach 5 Metern auf der Laufschiene blieb er jedoch erneut stecken, konnte nicht mehr vor und zurückbewegt werden. Letztendlich kam es dann auch zu einem Komplettversagen der Elektronik. Auf dem Weg dorthin wurden jedoch ein paar Filmaufnahmen getätigt (zum Video) und die Strahlung gemessen, die Werte von 210 Sv/h aufwiesen. Am 09.02.2017 wurden, als der Vorbereitungsroboter im Einsatz war, sogar Strahlenwerte von bis zu 650 Sv/h gemessen (antiatom-fuku berichtete).

Um 15:00 Uhr wurde die Mission dann schließlich abgebrochen und das Steuerungskabel des nun defekten Erkundungsroboters durchtrennt. Die Öffnung in der Wand des Sicherheitsbehälters wurde provisorisch verschlossen. Die Laufschiene wurde jedoch belassen.

Das völlige Versagen des Erkundungsroboters bedeutet für Tepco einen derben Rückschlag. Es konnten noch nicht einmal weiterführende Daten gesammelt werden, da der Roboter die Mitte des Sicherheitsbehälters erst gar nicht erreichte.

Die Forschungsarbeiten zur Erkundung der geschmolzenen Brennelemente an den Reaktoren 1 bis 3 haben im Zeitraum von 2014 bis jetzt schon fast 58 Mio. Euro gekostet.

 

15.02.2017

AKW Fukushima, Reaktor 2 – Erkundungsroboter wird morgen eingesetzt

Im Rahmen der Erkundung der Kernschmelze von Reaktor 2 am havarierten AKW Fukushima dai ichi soll ab morgen früh, wie Tepco heute mitteilte, der Erkundungsroboter in den Sicherheitsbehälter von Reaktor 2 „geschickt“ werden. Dieser soll dann wichtige Messdaten wie Strahlung, Temperatur und Videoaufnahmen aus dem Inneren des Sicherheitsbehälters liefern.

Ersten Bildern eines „Vorbereitungs- und Aufräumroboters“ zufolge, klafft in der Mitte der Arbeitsplattform („Laufgitter“), das sich unterhalb des Druckbehälters befindet, ein 1 Meter großes Loch, wo die geschmolzenen Brennelemente „durchgegangen“ sind. An den Wänden, am Laufgitter, überall klebt dunkles Sediment und die Strahlung beträgt bis zu 650 Sv/h! (antiatom-fuku berichtete).

Der ab Morgen eingesetzte Erkundungsroboter genauere Daten und bessere Videoaufnahmen über das Ausmaß der Kernschmelze liefern. Der Betreiber Tepco hatte zunächst sorge, das der Roboter der extrem hohen Strahlung nicht standhalten könnte, will es aber jetzt versuchen.  

  

AKW Kashiwazaki Kariwa - NRA zweifelt an Erbebensicherheit

Nach einer Konferenz, die der Stromkonzern Tepco und die Atomaufsichtsbehörde am gestrigen Dienstag gemeinsam abhielten, kommt die NRA zu der Schlussfolgerung, dass die Erdbebensicherheit der Reaktorblöcke 6 und 7 am AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata nicht ausreichend ist. Dazu legte die NRA entsprechende Daten vor, die besagen, dass die Reaktorblöcke bei einem stärkeren Erdbeben schon erheblich beschädigt werden könnten. „Genau an diesem Problem werde jedoch gearbeitet“, so Tepco. Entsprechende Nachbesserungen werden laut Tepco durchgeführt.

Die Reaktoren 6 und 7 am AKW Kashiwazaki Kariwa werden zurzeit auf Erfüllung der gesetzlich festgelegten Sicherheitsanforderungen überprüft. Diese ziehen sich jedoch weiter in die Länge, da immer wieder neue Mängel entdeckt werden. Dem entsprechend steigen auch die Sanierungskosten immer weiter, was für den angeschlagenen Stromkonzern Tepco, der auch das havarierte AKW Fukushima dai ichi zu verantworten hat, trotz der staatlichen Dauerunterstützung nicht gerade unproblematisch ist.

 

AKW Fukushima dai ichi – zusammengesteckte Lagertanks ausgetauscht

Im Kampf gegen das radioaktiv verseuchte Wasser wurden jetzt am havariertem AKW Fukushima dai ichi die zusammengesteckten Lagertanks für hochradioaktives Wasser durch verschweißte Tanks, die deutlich robuster sind ersetzt. Bei diesen Arbeiten, die nun vollendet worden sind, wurden nicht nur die „gesteckten“ Lagertanks ausgetauscht, sondern auch der Untergrund dekontaminiert und neu betoniert. Der abgetragene Bauschutt wurde in schwarze Säcke für radioaktive Abfälle verpackt und zu einem Zwischenlager transportiert. Allerdings ist die Strahlung im Bereich der Tanks stellenweise weiterhin sehr hoch und somit weiterhin problematisch für die Arbeiter. Denn neben Instandsetzungsarbeiten usw. sind dort nämlich auch regelmäßige Kontrollgänge nötig.

In den Lagertanks, mittlerweile an die 1000 Stück, wird hochradioaktives Abwasser aus der Reaktorkühlung gelagert. Die Bauteile der zusammengesteckten Tanks wurden mit Bolzen befestigt und wiesen immer wieder Undichtigkeiten auf, so dass hochradioaktives Wasser austrat. Diese „Stechtanks“ Tanks wurden damals aus Kostengründen gewählt. Die Lebensdauer sollte 5 Jahre betragen. Allerdings wurden die Tanks schon vorher undicht, so dass man diese jetzt doch gegen „teurere Modelle“ austauschen musste.

 

09.02.2017

AKW Fukushima dai ichi – Neuer Extremwert von 650 Sv/h!

Am havarierten AKW Fukushima dai ichi liefert der Vorbereitungsroboter neue Bilder aus Reaktor 2, die im Inneren des Sicherheitsbehälters aufgenommen worden sind. Wie bereits auf den ersten Bildern sind hier wieder Fragmente der Kernschmelze zu sehen die überall verstreut sind. Der Strahlenwert jedoch, der am 02.02.2017 schon bei extrem hohen 530 Sv/h lag (antiatom-fuku berichtete), wurde heute mit noch höheren 650 Sv/h! getoppt! Gemessen wurde wieder im Bereich des „Laufgitters“ unterhalb des Druckbehälters, dort, wo die Kernschmelze durchgegangen ist.

Neben weiteren Videoaufnahmen und Strahlenmessungen räumt der Roboter mittels Wasserstrahl Kleinteile beiseite, die den Erkundungsroboter, der noch auf seinen Einsatz wartet, behindern könnte. Auch eine Aufhängung für eine 7 Meter lange Führungsschiene für den Erkundungsroboter wurde angebracht. Tepco ist jedoch besorgt, dass die Elektronik des Erkundungsroboters aufgrund der hohen Strahlung versagen könnte. Der Einsatz war ursprünglich für Anfang Februar geplant und nun vorerst verschoben.  

 

08.08.2017

AKW Sendai – Heftige Kritik aus Niigata

Auf einer Pressekonferenz von heute kritisierte Ryuichi Yoneyama, Präfekturgouverneur von Niigata seinen Amtskollegen Satoshi Mitazono, Präfekturgouverneur von Kagoshima wegen seiner widersprüchlichen Vorgehensweise in Bezug auf das AKW Sendai in seiner Präfektur.

Mitazono wurde im Juli und Yoneyama im Oktober 2016 zum Präfekturgouverneur gewählt. Bei beiden stand die Abschaltung des AKWs Sendai, Präfektur Kagoshima, bzw. des AKWs Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata im Wahlkampf an oberster Stelle, was beiden auch zum Wahlsieg verhalf. Im Gegensatz zu Yoneyama hatte Mitazono sein Wahlversprechen nicht eingelöst und Reaktor 1 am AKW Sendai, der wegen Wartung stillstand, wieder ans Netz gehen lassen (antiatom-fuku berichtete). Zurzeit ist Reaktor 2 wegen Wartung vom Netz und es ist zu erwarten, dass auch dieser wieder angefahren werden darf. Angeblich hätte er darüber keine Entscheidungsgewalt gehabt und somit die Wiederinbetriebnahme gebilligt, so Mitazono nach einer Ausrede suchend.

Yoneyama hingegen will Wort halten und die beiden Reaktoren 6 und 7 am AKW Kashiwazaki Kariwa nicht ans Netz gehen lassen. Beide Reaktoren befinden sich noch in der Überprüfung durch die Atomaufsichtsbehörde NRA und werden von Stromkonzern Tepco betrieben, der auch das havarierte AKW Fukushima betrieben wird.

 

Weitere Mängel an 10 AKWs

Wie die Atomaufsichtsbehörde NRA heute mittelte, weisen einige Maschinengebäude an 10 AKWs Undichtigkeiten auf, so dass bei Starkregen Wasser eindringt. Teilweise bilden sich regelrechte Pfützen im Maschinenhaus. Darunter ist auch das AKW Onagawa, Präfektur Miyagi, das schon wegen des rissigen Reaktorgebäudes von der NRA moniert worden ist (antiatom-fuku berichtete).    

 

AKW Fukushima: Kosten explodieren weiter

Auf der Kabinettssitzung von gestern legte das Wirtschaftsministerium neue Zahlen zu den Folgekosten am havarierten AKW Fukushima dai ichi vor. Die für 2016 veranschlagten Rückbaukosten von 91 Mrd. Euro haben sich mit 179 Mrd. Euro auf fast das Doppelt potenziert. Erschwerend hinzu kommt noch, dass sich, wie erste Bilder aus Reaktor 2 bereits zeigen, die Bergung der geschmolzenen Brennelemente schwieriger und aufwändiger gestalten wird, als zunächst angenommen. Dieses ist dem entsprechend auch mit deutlich mehr Kosten verbunden.

Tepco kratzt wieder einmal die letzten finanziellen Reserven zusammen und braucht neue Staatsmittel. Als Reaktion darauf plant die Regierung nun weitere Belastungen für den Steuerzahler.

06.02.2017

NRA Sicherheitsüberprüfung: Deutliche Mängel an zwei AKWs   

Wie die Tohoku Elektrizitätswerke nun bekannt gaben, soll die Wiederinbetriebnahme von Reaktor 2 am AKW Onagawa, Präfektur Miyagi und Reaktor 1 am AKW Higashidori, Präfektur Aomori auf Mitte 2018, bzw. Mitte 2019 verschoben werden. Beide Reaktoren werden zurzeit durch die Atomaufsichtsbehörde NRA auf Erfüllung der gesetzlich festgelegten Sicherheitsanforderungen überprüft.

Ursprünglich hatten die Tohoku Elektrizitätswerke mit einem schnelleren Abschluss der NRA-Überprüfung gerechnet und dem entsprechend die Wiederinbetriebnahmen von Reaktor 2 am AKW Onagawa für April dieses Jahres geplant. Es werden von der NRA jedoch noch einige Nachbesserungen gefordert, die bis Anfang 2018 dauern könnten. Die Tsunamimauer (Höhe 23,1 Meter) wurde zwar schon abgenommen und das AKW als solches für erdbebensicher erklärt, allerdings weist das Gebäude von Reaktor 2 zahllose Risse auf, die bereits im Januar moniert worden sind (antiatom-fuku berichtete).

Am AKW Higashidori verläuft eine geologische Verwerfungslinie, die seismisch aktiv ist. Hierzu wollen die Tohoku Elektrizitätswerke der NRA eigene Daten vorlegen, die eine seismische Aktivität der Verwerfung widerlegen sollen.   

 

02.02.2017

AKW Fukushima, Reaktor 2, großes Loch unterhalb des Druckbehälters

Neue Bilder aus Reaktor 2 am havarierten AKW Fukushima dai ichi zeigen ein großes Loch mit einem Durchmesser von 1 Meter im „Laufgitter“ unterhalb des Reaktordruckbehälters. Hier ist die Kernschmelze „durchgeflossen“. Unterhalb des Gitters konnten bisher noch keine Aufnahmen getätigt werden. Die gemessene Strahlung weist eine extrem hohen Wert von 530 Sv/h!! auf. Eine Strahlendosis, die innerhalb einer Minute absolut tödlich wirkt!

Nun ist der Betreiber Tepco besorgt, ob der Erkundungsroboter, der in Kürze eigentlich eingesetzt werden sollte, der hohen Strahlung überhaupt standhält. Und es ist fraglich, ob der Roboter problemlos über das Gitter „laufen“ kann. Denn dieses ist voller Klumpen (Anteile der Kernschmelze, antiatom-fuku berichtete), verbogen und somit eventuell zu uneben für den Roboter.

Um sich ein besseres Bild zu verschaffen, siehe dazu auch das Video von Yomiuri TV (Japanisch). Kurzinfo: Bei 0:12 => Loch im Laufgitter, Strahlenmessung => 0:39 und 0:50 => Erkundungsroboter im Testlauf.

 

01.02.2017

AKW Sendai – unzureichende Fluchtwege

Auf einer Bürgerversammlung zum Thema AKW Sendai und Notfallmaßnahmen im Falle einer Reaktorkatastrophe, die am Wochenende in der Präfektur Kagoshima stattfand, wurden vor allen die mangelnden Fluchtwege kritisiert.

Das AKW Sendai, das bereits durch die Atomaufsichtsbehörde NRA für „sicher“ befunden worden ist (Reaktor 1und 2) und im Herbst 2015 wieder in Betrieb genommen werden durfte, befindet sich an der Küste einer bergischen Landschaft, mit größeren Ortschaften in etwa 3 km Entfernung. Die einzige Hauptstraße führt zum Teil entlang der Küste am AKW vorbei in beide Richtungen durch mehrere Ortschaften. Als weitere Fluchtwege stehen nur ein paar wenige recht schmale „Wirtschaftswege“ zur Verfügung, die mitten durch die Berge ins Landesinnere führen.

Auch Präfekturgouverneur Satoshi Mitazono kritisierte vor allem diesen Punkt. Denn, so Mitazono, „die Straße könnte einerseits durch einen Tsunami überspült, oder wie bei der Erdbebenserie von Kumamoto im April 2016 erheblich beschädigt werden“. Erdrutsche nach Starkregen sind ebenfalls keine Seltenheit. Laut den Planern der Katastrophenschutz- und Evakuierungsmaßnahmen sind die Wege, die mittig durch die Berge führen ausreichend, falls die Straße nicht mehr passierbar ist. „Eine Evakuierung der Ortschaften sei problemlos möglich“, so die Planer.

Eine Begehung unabhängiger Experten zeigt jedoch, dass die besagten Wege durch Starktregen mit Erdrutschen aus dem letzten Jahr zum Teil erheblich beschädigt und bis heute noch nicht instandgesetzt worden sind.

Bürgerinitiativen und einige Lokalpolitiker fordern die sofortige Stilllegung des AKWs Sendai, den rascheren Ausbau erneuerbarer Energien und üben Druck auf Mitazono aus, der nun endlich etwas gegen das AKW Sendai unternehmen soll. So betont auch Takako Ueda, der Bürgermeister der Stadt Mashiki, Präfektur Kumamoto, dass die Fluchtwege völlig unzureichend sind und dass in Anbetracht der Gefahren generell, insbesondere für Erdbebengebiete eine sofortige Abschaltung des AKWs dringend geboten ist.

Mitazono, der im Wahlkampf die Abschaltung des AKWs Sendai versprach, wurde genau deshalb im Sommer 2016 zu Präfekturgouverneur gewählt. Allerdings darf das AKW weiterhin betrieben werden, da er angeblich keine genügende politische Handhabe gegen das AKW hätte (antiatom-fuku berichtete).   

Januar

30.01.2017

AKW Fukushima: weitere Bilder aus Reaktor 2

Am havariertem AKW Fukushima dai ichi wurden weitere Bilder und Filmaufnahmen aus dem Inneren des Sicherheitsbehälters von Reaktor 2 ausgewertet. Wie der Betreiber Tepco heute auf einer Pressekonferenz mitteilte, zeigen die Aufnahmen reichlich bräunlich-schwarze Klumpen und Ablagerungen, die überall auf den Arbeitsplattformen („Laufgitter“) unterhalb des Druckbehälters verteilt sind (im Video bei 1:12). Das Regelwerk der Steuerstäbe, das sich unterhalb des Druckbehälters befindet, sowie ein Teil der Steuerstäbe, dazugehörige Kabel und Dämmmaterial sind ebenfalls zu sehen (im Video bei 0:37).

Laut Tepco handelt es sich bei den Klumpen und Ablagerungen mit aller Wahrscheinlichkeit um die Reste der geschmolzenen Brennelemente. Der Boden des Druckbehälters weist sichtbaren Schäden auf. Ob der Boden des Sicherheitsbehälters ebenfalls durchgeschmolzen ist, kann bisher noch nicht genau gesagt werden, wird jedoch vermutet.

Neben dunstigen Nebel behindert auch das kontinuierlich zirkulierende Kühlwasser zum Teil die Sicht auf den Boden des Sicherheitsbehälters. Eine genaue Beurteilung, sowie Strahlen- und Temperaturmessung soll ab Anfang Februar mit dem Erkundungsroboter, der sogar über zwei Kameras verfügt erfolgen.

Zum Video des Betreibers Tepco auf der Webseite der Mainichi Shinbun     

29.01.2017

AKW Fukushima, Reaktor 2 – Vorbereitung für Erkundungsroboter

Am AKW Fukushima dai ichi kommen die Vorbereitungsarbeiten für den Einsatz des Erkundungsroboters, der den Sicherheitsbehälter von Reaktor 2 von Innen erkunden soll, gut voran. Über eine Röhre, die in den Sicherheitsbehälter führt und einer „Laufschiene“, die zur Arbeitsplattform an der Unterseite des Druckbehälters führt (s. Abbildung), soll der Erkundungsroboter zum Zielort gelangen, um das Ausmaß der Kernschmelze zu dokumentierten. Mit dem „Vorroboter“, der Ende dieser Woche eingesetzt worden ist, wurden neben ersten Bilder, die geliefert worden (antiatom-fuku berichtete), kleine Trümmer und Ablagerungen, die den Erkundungsroboter behindern könnten, mittels Wasserstrahl weggespült.

Der Erkundungsroboter wird sich auf der Arbeitsplattform („Laufgitter“) bewegen, um den Reaktordruckbehälter von unten zu filmen. Mit diesen Daten soll dann eine Animation angefertigt werden. Auch das Regelwerk/Antrieb der Steuerstäbe, ebenfalls unterhalb des Druckbehälters befindlich, soll begutachtet werden. Das Hauptaugenmerk richtet sich natürlich auf die durchgeschmolzenen Brennelemente.

Im Juni 2016, als der Reaktor 2 mittels der Myon-Technologie (ein spezielles bildgebendes Verfahren) untersucht worden ist (antiatom-fuku berichtete), wurde vermutet, dass sich die Hälfte des Brennmaterials noch im Druckbehälter befindet, worüber man sich heute jedoch nicht mehr so sicher ist.

Mit dem Erkundungsroboter, der Anfang Februar zum Einsatz kommen soll, werden erste Daten und Bilder zum Ausmaß der Kernschmelze erwartet. Spannend ist auch die Frage, inwieweit die Kernschmelze durch den Boden des Sicherheitsbehälters in das Betonfundament eingedrungen ist.

Anhand dieser Daten soll dann auch der Rückbau des Reaktors geplant werden.  

 

Namie – teilweise Aufhebung der Sperrzone ab Ende März

Für die Stadt Namie, die nur 8 km nördlich vom havarierten AKW Fukushima dai ichi liegt, soll der Evakuierungsbefehl ab den 31.03.2017 in einigen Ortsteilen komplett aufgehoben werden. Das betrifft 20% der ehemals bewohnten Fläche von Namie.

Neben weiteren Ortschaften wurde auch die Stadt Namie (20.000 EW) wegen der radioaktiven Verseuchung kurz nach Eintritt der Reaktorkatastrophe im März 2011 evakuiert. Die Flüchtlinge leben zum Teil bis heute noch in provisorischen Containerhäusern. Einige haben sich jedoch andernorts ein neues Leben aufgebaut.

Im Rahmen der Rückführungsmaßnahmen durch die Regierung, fand Ende dieser Woche in Hitachinaka bei Mito, Präfektur Ibaraki eine Bürgerversammlung statt, bei der auch der Bürgermeister von Namie, Tamotsu Baba den etwa 40 Teilnehmern die „Fortschritte“ beim Wiederaufbau und der Flächendekontamination erläuterte. Die Infrastruktur werde wiederhergestellt, eine Arztpraxis und Geschäfte werden bald eröffnen, so Baba. Die Teilnehmer, ehemalige Anwohner sind jedoch sehr skeptisch gegenüber einer Rückkehr, zumal die Dekontaminationsmaßnahmen noch nicht abgeschlossen sind, die Situation am AKW Fukushima dai ichi weiterhin besorgniserregend ist und der Rückbau sich schwierig gestaltet. Dem entsprechend halten die Teilnehmer die Aufhebung der Evakuierung für voreilig und verantwortungslos.  

Nur knapp 20% der ehemaligen Bürger könnten sich eine Rückkehr nach Namie vorstellen. Die meisten haben sich jedoch woanders eine neue Existenz aufgebaut. Einige dieser Bürger wollen jedoch ihr Haus in Namie behalten, aber nicht dort wohnen.

Zurzeit sind in den fraglichen Stadtteilen nur stundenweise Aufenthalte über Tag „erlaubt“. Einige stark verstrahlte Bezirke von Namie bleiben jedoch bis auf weiteres noch komplett gesperrt.  

 

AKW Kashiwazaki Kariwa – Kosten für Nachrüstung deutlich höher

Am AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata steigen laut dem Betreiber Tepco die Kosten für die Nachrüstung der Reaktoren 6 und 7 um 1,4 fache auf etwa 5,5 Mrd. Euro. Diese beiden Reaktoren werden zurzeit von der Atomaufsichtsbehörde NRA auf Erfüllung der Sicherheitsanforderungen überprüft. Auch wenn noch einige Mängel behoben werden müssen und die Kosten weiter steigen, erhofft sich Tepco eine baldigen und „erfolgreichen“ Abschluss der Sicherheitsüberprüfung. Ob die Reaktoren aber letztendlich in Betrieb gehen dürfen, ist jedoch fraglich, da der Gouverneur der Präfektur Niigata, Ryuichi Yoneyama dieses weiterhin ablehnt (antiatom-fuku berichtete mehrfach darüber).

 

26.01.2017

AKW Fukushima dai ichi - Erste Einblicke in Reaktor 2

Nach dem der erste Versuch am Dienstag misslang, konnten heute am AKW Fukushima dai ichi erste Bilder aus dem Inneren des Sicherheitsbehälters von Reaktor 2 geliefert werden. Dazu wurde der ferngesteuerter Roboter „Skorpion“ über ein Rohr hineingeschickt. Der Grund, warum es am Dienstag nicht gelang, war ein Gummiring an der Rohrmündung, der den Weg versperrte (antiatom-fuku berichtete). Dieser wurde nun erwärmt, damit er sich ausdehnt, so dass der Roboter hindurchpasst.

Nach fast 6 Jahren seit Beginn der Reaktorkatastrophe lieferte der Roboter jetzt die ersten Bilder aus dem Inneren des Sicherheitsbehälters. Im Sicherheitsbehälter ist es dunstig und nebelig. Zu sehen sind Maschinenteile, Steuerelemente für die Steuerstäbe und Laufgitter, bzw. Gerüste. Die gemessene Strahlung beträgt 8 Sv/h, so dass ein kurzer Aufenthalt schon tödlich wäre! Siehe dazu das Video von Tepco (Asahi Shinbun online).

Der ab heute eingesetzte Roboter „Skorpion“ soll neben ersten Daten vor allem sicherstellen, dass keine Hindernisse für den Spezialroboter, der im Februar eingesetzt werden soll, im Weg liegen (antiatom-fuku berichtete im Dezember2016). Der Spezialroboter soll dann ab Anfang Februar genau erkunden, wo sich die Kernschmelze ihren Weg gebahnt hat und bis wo sie überhaupt vorgedrungen ist. Auch, wie der Reaktordruckbehälter von unten aussieht, soll erkundet werden. Denn bisher gibt es nur Vermutungen. Mit Hilfe dieser Daten soll dann auch die Bergung der Kernschmelze geplant werden. Laut Tepco könnten diese Arbeiten ggf. ab 2021 beginnen.

 

25.01.2017

AKW Fukushima, Reaktor 2 – Robotereinsatz fehlgeschlagen

Am havarierten AKW Fukushima dai ichi wurde am gestrigen Dienstag versucht eine Roboterkamera über eine angebohrte Rohrverbindung in den Sicherheitsbehälter von Reaktor 2 einzuführen. Dieses gelang jedoch nicht, da der Roboter an einem Gummiring, der sich an der Mündungsstelle des Rohres befindet durch die winterliche Kälte zusammengezogen und dadurch die Durchtrittsstelle verengt hatte. Somit mussten die Arbeiten erst einmal unterbrochen werden.

Morgen soll dann aber ein neuer Versuch gestartet werden. Dafür soll die Gummidichtung, um die Durchtrittsstelle zu vergrößern jedoch angewärmt werden.

Ziel des Robotereinsatzes ist es mittels Film- und Fotoaufnahmen, Strahlen- und Temperaturmessung im Inneren des Sicherheitsbehälters von Reaktor 2 das Ausmaß der Kernschmelze zu beurteilen. Das wäre der erste Einblick in den Reaktor 2 seit Beginn der Reaktorkatastrophe. Dazu wurde bereits im Dezember ein Rohr am Sicherheitsbehälter angebohrt und vorbereitet (antiatom-fuku berichtete).

 

Schutzhülle für Reaktor 3 jetzt im Bau

Am Reaktor 3, dessen Gebäude durch die Wasserstoff- und Nuklearexplosion 2011 sehr stark beschädigt worden ist, beginnen jetzt die Bauarbeiten für eine Schutzhülle und Brennelemententnahmevorrichtung.

Die Schutzhülle wurde 2016 im neu geschaffenen Forschungszentrum für Nukleartechnologie in Naraha zur Probe aufgebaut und die Arbeitsabläufe für die Entnahme der Brennelemente geübt (antiatom-fuku berichtete).  

  

23.01.2017

Bucht von Tokyo - wieder ansteigende Cäsiumwerte

In der Bucht von Tokyo und an der Pazifikküste vor der Präfektur Fukushima wurden in Fischproben wieder ansteigende Cäsiumwerte festgestellt. In der Bucht von Tokyo waren es vorwiegend Karpfen, die erhöhte Strahlenwerte aufwiesen und in Fukushima war am ehesten der Butt betroffen. Im Fluss Edo, nahe der Mündungsstelle in die Bucht von Tokyo wurde ein 70 cm langer Karpfen gefangen, der einen Cäsiumwert von 70 Bq/kg aufweist.

Im Herbst 2016 wurden zahlreiche Fangproben aus der Bucht von Tokyo analysiert und festgestellt, dass an 24 Stellen sogar deutlich erhöhte Cäsiumwerte in den Fischproben festgestellt worden sind. In der Bucht von Tokyo münden gleich mehrere große Flüsse, die zum Teil aus den Norden kommen.

Die gesetzlich festgelegte Obergrenze für Strahlenbelastung von Lebensmitteln für Erwachsene liegt für Erwachsenen bei 100 und für Kleinkinder bei 50 Bq/kg.

 

21.01.2017

AKW Takahama – großer Baukran auf Reaktornebengebäude gestürzt

Am AKW Takahama, Präfektur Fukui stürzte gestern Abend um 21:50 Uhr ein großer Baukran um und richtete Schäden an einem Gebäude von Reaktor 2 an. Der 110 Meter hohe Kran fiel der Länge nach auf das Dach des Nebengebäudes von Reaktor 2. Dort befindet sich ein Abklingbecken mit Brennelementen. Durch den Aufprall sind jedoch keine Betonteile von der Decke ins Abklingbecken gefallen. Die Außenmauer des Gebäudes ist ebenfalls beschädigt. Dieser Unfall ist laut den betreibenden Kansai Elektrizitätswerken glimpflich verlaufen und hätte auch keine nennenswerten Folgen.

Die Kansai Elektrizitätswerke hatten im vergangenen Sommer für die Reaktoren 1 und 2, die in Kürze die maximale Laufzeitverlängerung von 40 Jahren erreichen, eine weitere Laufzeitverlängerung für 20 Jahre bei der Atomaufsichtsbehörde NRA beantragt. Um den gesetzlich festgelegten Sicherheitsanforderungen zu entsprechen, werden die Reaktoren 1 und 2 nachgebessert. Diese Bauarbeiten sollen bis 2020 abgeschlossen sein. Zurzeit wird der Betonmantel der Reaktorkuppel von Block 2 ausgebessert, wozu der große Kran benötigt wird. Wegen einer Sturmwarnung wurde zum Unfallzeitpunkt jedoch nicht gearbeitet. Eine kräftige Windböe ließ den Kran dann umstürzen.

Um sich ein besseres Bild zum umgestürzten Kran zu machen, siehe auch das Video des Senders NHK.       

 

18.01.2017

AKW Onagawa, Reaktor 2, Risse im Mauerwerk

Am Reaktor 2, AKW Onagawa, Präfektur Miyagi, der zurzeit durch die Atomaufsicht NRA auf Erfüllung der gesetzlich festgelegten Sicherheitsanforderungen überprüft wird, wurden im Mauerwerk des Gebäudes 1130 Risse gefunden. An 7 Stellen bröckelt sogar der Putz ab. Als Ursache kommt das große Tohoku-Erdbeben von März 2011, sowie weitere stärkere Erdbeben infrage.

Laut den betreibenden Tohoku Elektrizitätswerken sei das jedoch kein Sicherheitsrelevantes Problem. Da die Risse alle unter einen Millimeter breit sind, wurde auf eine Messung der Tiefe verzichtet. Man wolle aber sicherheitshalber die Risse ausspachteln, die Wände neu verputzen und verstärken, so die Tohoku Elektrizitätswerke.

Der Reaktor 2, ein SWR, der 1995 in Betrieb genommen worden ist, ist seit November 2010 im Langzeitstillstand.  

 

Iwate: Verbrennung radioaktiver Abfälle mit Hausmüll

In der Präfektur Iwate wurden aktuell 26000 t radioaktiv kontaminierte Abfälle aus der Landwirtschaft in einer regulären Müllverbrennungsanlage für Hausmüll verbrannt. Da die Strahlenbelastung der o.g. Abfälle unter der gesetzlich festgelegten Grenze von 8000 Bq/kg liegt, darf er zusammen mit dem normalen Hausmüll verbrannt werden. Er gilt nicht mehr als Sondermüll.

Unabhängige Experten stehen dieser landesweit betriebenen Praxis seit Anbeginn sehr skeptisch gegenüber, da die Radioaktivität durch die Verbrennung nicht reduziert und radioaktive Partikel mit der Emission in die Luft geschleudert werden.  

 

15.01.2017

J-Village – Fußballstadion soll wiedereröffnet werden

Im Zuge der Olympia-Vorbereitung für 2020 wird zurzeit die Sportanlage J-Village, nahe dem havariertem AKW Fukushima dai ichi, um die Strahlung zu senken dekontaminiert. Das dazugehörige Fußballstadion soll im Sommer 2018 wiedereröffnet werden.

Die Sportanlage J-Village wurde in früherer Zeit durch den Stromkonzern Tepco, der auch das benachbarte AKW Fukushima dai ichi und das etwas weiter südlich gelegene AKW Fukushima dai ni betreibt gesponsert. Bis zum Eintritt der Reaktorkatastrophe von März 2011 trainierte dort die japanische Nationalmannschaft. Danach wurde die Anlage als Koordinationszentrale, Stützpunkt für die AKW-Arbeiter und Zwischenlager für radioaktive Abfälle wie Schutzanzüge etc. benutzt.  

 

AKW Kashiwazaki Kariwa – bleibt auch 2017 vom Netz

Wie der Betreiber Tepco nach einer Firmenkonferenz von Ende dieser Woche nun mitteilt, gehen die beiden Reaktoren 6 und 7 am AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata in diesem Jahr definitiv nicht ans Netz. Dies begründet Tepco mit den laufenden Sicherheitsüberprüfungen durch die Atomaufsichtsbehörde NRA, die sich weiter in die Länge ziehen würden. Somit sei die Wiederinbetriebnahme frühestens in zwei Jahren möglich, so Tepco.

Auch wenn die Atomaufsichtsbehörde NRA eher zuversichtlich ist und die beiden Reaktoren nach Beendigung der Sicherheitsüberprüfung voraussichtlich freigeben werden, ist es dennoch fraglich, ob diese überhaupt in Betrieb gehen dürfen. Denn der Präfekturgouverneur Ryuichi Yonoyama lehnt die Wiederinbetriebnahme weiterhin ab und fordert, dass zuerst die Probleme am havarierten AKW Fukushima dai ichi geklärt werden müssen (antiatom-fuku berichtete). Trotz allem hofft Tepco-Chef Naomi Hirose dennoch darauf, dass Präfekturgouverneur Yoneyama seine Meinung noch ändern wird. 

  

11.01.2017

Korrosionen am Lüftungsschächten möglicherweise an allen AKWs

Nach dem am AKW Shimane, Präfektur Shimane in Südjapan massive Korrosionen an Lüftungsschächten der Steuerungszentrale von Reaktor 2 entdeckt worden sind, will die Atomaufsichtsbehörde NRA jetzt landesweit alle AKWs auf diese Mängel hin überprüfen. Dies gab die Behörde heute bekannt. Es ist sehr wahrscheinlich, so die NRA, dass die restlichen AKWs ebenfalls diese Mängel aufweisen.

Im Dezember wurde am besagten Lüftungsschacht ein großes durchgerostetes Loch mit einer Größe von 0,3 X 1,0 Meter gefunden. Bereits im November dokumentierte die NRA 18 durchgerostete Löcher mit einer Größe bis zu 15 cm. Diese Lüftungsschächte wurden seit den der Reaktor 2 vor 27 Jahren, also 1989 in Betrieb ging, noch nie auf Materialschäden überprüft.

Im Falle einer nuklearen Notfallsituation könnte über diese Lüftungsschächte radioaktiv kontaminierte Luft ungehindert in die Steuerungszentrale und Kontrollraum eindringen.

Die expliziten Überprüfungen bezüglich dieser Korrosionen, die laut der NRA noch diesen Monat beginnen sollen, könnten möglicherweise auch Konsequenzen für die bereits laufenden Reaktoren 1 am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima (Reaktor 2 zurzeit in Revision) und Reaktor 3 am AKW Ikata, Präfektur Ehime haben.    

 

09.01.2017

Radioaktives Sperrgebiet: Weitere Rückführungen geplant

Für die Ortschaft Tomioka, wozu auch das AKW Fukushima dai ni gehört, will die Regierung, Präfektur- und Stadtverwaltung die Evakuierungsanordnung für den südlichen Teil ab dem 01.04.2017 komplett aufheben. Laut den Behörden wurde die Umweltstrahlung durch die Flächendekontamination ausreichend gesenkt. Die Infrastruktur, Bahnstrecke und Straßen werden wiederhergerichtet.

Im mittleren und westlichen Teil der Ortschaft sind Aufenthalte über Tag „erlaubt“. Der stark verstrahlte südliche Teil an der Küste bleibt jedoch weiterhin Sperrzone.

Tomioka liegt nur 11 km südlich vom havarierten AKW Fukushima dai ichi.

Auch der Ort Okuma wird für die Rückkehr vorbereitet. Hier sollen ehemaligen Anwohner im Herbst zurückkehren „dürfen“. Okuma liegt in direkter Nachbarschaft zum AKW Fukushima dai ichi. Auch die Stadt Futaba, die ebenfalls in direkter Nachbarschaft zum AKW Fukushima dai ichi liegt, soll dekontaminiert und wieder „bewohnbar gemacht“ werden. Ein Termin hierfür steht jedoch noch nicht fest.

Die sogenannten „Rückkehrmöglichkeiten“ sind wegen der gesundheitlichen Gefahren aufgrund der Radioaktivität, die trotz der Flächendekontamination immer noch erhöht ist, heftig umstritten. Hinzu kommt noch, das Wälder nicht dekontaminiert wurden. Es wurde vorwiegend innerhalb der Ortschaft dekontaminiert.     

 

07.01.2017

AKW Genkai – Wiederinbetriebnahme im Frühling wahrscheinlich

Am AKW Genkai, Präfektur Saga, Kyushu in Südjapan könnten möglicherweise schon im Frühling die beiden Reaktoren 3 und 4 wieder in Betrieb genommen werden. Die Überprüfung durch die Atomaufsichtsbehörde NRA wurde im vergangenen November bereist „erfolgreich“ abgeschlossen (antiatom-fuku berichtete). Ein schriftlicher Abschlussbericht der NRA folgt in Kürze.

Bezüglich der Genehmigung durch die Präfekturverwaltung sind die betreibenden Kyushu Elektrizitätswerke, die auch das laufende AKW Sendai betreiben, sehr zuversichtlich. Denn der Präfekturgouverneur Yoshinori Yamaguchi befürwortet die Nutzung der Kernenergie und sieht da auch eher nur den wirtschaftlichen Aspekt im Vordergrund.  

05.01.2017

Niigata, AKW Kashiwazaki Kariwa – Tepco hofft auf Genehmigung der Präfekturverwaltung

Auf der heutigen Konferenz in der Präfekturverwaltung traf sich die Tepco-Konzernleitung, Naomi Hirose mit dem Gouverneur der Präfektur Niigata, Ryuichi Yonoyama. Dies ist das erste Treffen des im vergangenen Oktober frisch gewählten Präfekturgouverneurs mit Tepco-Konzernchef Hirose. Hauptthema war die von Tepco angestrebte Wiederinbetriebnahme zweier Reaktoren am AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata. Dieses wird von Yoneyama und dem Großteil der lokalen Bevölkerung jedoch nicht gerade befürwortet. Und wie erwartet, bekräftigt Yoneyama erneut, dass es, solange die Probleme am havarierten AKW Fukushima dai ichi nicht geklärt sind, von der Präfekturverwaltung Niigata keine Genehmigung für die Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren am AKW Kashiwazaki Kariwa geben wird. Zudem betont er auch, dass ihm die Meinung der lokalen Bevölkerung seiner Präfektur sehr wichtig sei.

Auch wenn die beiden Reaktoren 6 und 7, die sich zurzeit noch in der Überprüfung der Atomaufsichtsbehörde NRA befinden freigegeben werden, dürfen diese, solange die Genehmigung der Präfekturverwaltung fehlt, nicht in Betrieb genommen werden.

Das Wirtschaftsministerium hatte bis Ende 2016 die bereits entstandenen Kosten, die das havarierte AKW Fukushima dai ichi verursacht hat berechnet und kommt auf eine Summe von umgerechnet 176 Mrd. Euro. Der Betrieb der beiden Reaktoren am AKW Kashiwazaki Kariwa würde Tepco einen Betrag von umgerechnet 818 Mio. Euro pro Jahr „einbringen“. Also ein Kapital, das auch zur Kostendeckung am AKW Fukushima dai ichi eingesetzt werden soll.

Der hohe wirtschaftliche Ertrag laufender Reaktoren erklärt sich vorwiegend durch die staatliche Förderung der Kernenergie.   

 

Weitere Erdbeben in der Präfektur Fukushima

In der vergangenen Nacht und auch heute über Tag ereigneten sich mehrere mittelstarke Erdbeben der Stärke 3,0 bis 4,0 mit der Einstufung M 5,3 bis M 5,8 in der Präfektur Fukushima. Und wieder lag das Epizentrum im Meer vor der Küste. Die Beben waren ganz Nordostjapan zu spüren.      

 

03.01.2017

AKW Kashiwazaki Kariwa: Tepco will mit Yoneyama ins Gespräch kommen

Am 05.01.2017 will sich die Tepco-Konzernspitze mit dem Präfekturgouverneur Ryuichi Yonoyama treffen. Thema werden die Reaktoren 6 und 7 am AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata sein, die der Betreiber Tepco nach Beendigung der Sicherheitsüberprüfung durch die Atomaufsichtsbehörde NRA wieder in Betrieb nehmen will. Yoneyama, der dafür die endgültige Genehmigung der Präfekturverwaltung erteilen müsste, steht einer Wiederinbetriebnahme des AKWs jedoch eher ablehnend gegenüber. Neben der fehlenden Notwendigkeit, begründet er seine kritische Haltung auch mit den stärkeren Erdbeben in der Nachbarpräfektur Fukushima, die in letzter Zeit gehäuft aufgetreten sind (antiatom-fuku berichtete). Zudem fordert er, dass, bevor erste Verhandlungsgespräche bezüglich des AKWs Kashiwazaki Kariwa überhaupt begonnen werden, dass Tepco erst einmal die ganzen Probleme am havariertem AKW Fukushima dai ichi in den Griff bekommt.       

 

02.01.2017

Fukushima – weiterer Anstieg von Schilddrüsenkrebs bei Kindern

In der Präfektur Fukushima ist es zu einem weiteren Anstieg von Schilddrüsenkrebs bei Kindern und Jugendlichen gekommen, so dass die Anzahl der Fälle Ende Dezember 2016 schon auf 186 angestiegen ist. Im Juni 2016 lag die Zahl der Schilddrüsenkrebsfälle noch bei 174. Auch in den Nachbarpräfekturen kamen 2016 jeweils 1 bis 2 Fälle hinzu. In der südlichen Nachbarpräfektur Ibaraki sind es sogar 3 Kinder, die betroffen sind.

Nach Eintritt der Reaktorkatastrophe von 2011 wurde ein signifikanter Anstieg an Schilddrüsenkrebs sowie weiteren, auch nicht kanzerogenen Erkrankungen verzeichnet, die nach Recherchen unabhängiger Experten durch aus im Zusammenhang mit der erhöhten Strahlung stehen. Ein sogenannter „Screening-Effekt“ kann hier bei sicher ausgeschlossen werden.

 

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