2017 Fuku Info

aus dem Jahr 2017 in umgekehrter Chronologie. Das heißt: Das aktuellste folgt zuerst.

 

April

28.04.2017

AKW Takahama: Reaktor 4 wird mit Brennelementen bestückt

Auf einer Pressekonferenz gaben die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke bekannt, dass der Reaktor 4 seit heute mit 157 Brennelementen bestückt wird. Darunter befinden sich auch 4 plutoniumhaltige MOX-Brennelemente. Die Arbeiten werden voraussichtlich bis zum 01. Mai einschließlich andauern. Der Reaktor soll dann Mitte Mai wieder angefahren werden.

Reaktor 3 soll ab Mitte Mai mit Brennelementen beladen und dann Anfang Juni wieder angefahren werden.

Der Betrieb beider Reaktoren wurde Anfang 2016 per Gericht untersagt (LG Otsu), nach einem aktuellen Urteil des OLG Osaka jedoch wieder aufgehoben (antiatom-fuku berichtete).

 

24.04.2017

AKW Genkai – Genehmigung der Präfekturverwaltung erhalten

Am heutigen Nachmittag übergab der Präfekturgouverneur Yoshinori Yamaguchi die Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 3 und 4 am AKW Genkai, Präfektur Saga an die betreibenden Kyushu Elektrizitätswerke. In einem feierlichen Akt hielt er dazu eine Ansprache und bekundete, dass der Energiebedarf zurzeit noch nicht aus erneuerbaren Energien gedeckt werden könne und somit die Kernenergie noch nötig sei.

Das AKW Genkai ist nach Sendai, Takahama und Ikata das 4. AKW, das durch die jeweilige Präfekturverwaltung schon freigegeben worden ist.  

Die beiden Reaktoren am AKW Genkai wurden bereits im Januar 2017 durch die Atomaufsichtsbehörde NRA für sicher befunden und sollen voraussichtlich im Herbst angefahren werden (antiatom-fuku berichtete).

 

21.04.2017

NRA-ok für das Atommülllager und Aufbereitungsanlage Rokkasho

Am Atommüllzwischenlager und Wiederaufbereitungsanlage Rokkasho, Präfektur Aomori hat die Atomaufsichtsbehörde NRA am 19.04.2017 die Urananreicherungsanlage als „sicher“ deklariert und die Genehmigung für den Weiterbetrieb erteilt. Die Erdbebensicherheit wurde trotz einer seismisch aktiven geologischen Verwerfungslinie, die durch das Gelände verläuft, von der NRA als gewährleistet angesehen.

Die Anlage Rokkasho ist die einzige Urananreicherungsanlage in Japan und ist seit 1992 in Betrieb. Dort wurden bis zur Reaktorkatastrophe von Fukushima 1700 t Uran in Brennelementen verarbeitetet. Seit 2011 ruht die Urananreicherung jedoch.

Ebenfalls von der NRA freigegeben wurde eine auf dem Gelände befindliche Müllverbrennungsanlage für radioaktive Abfälle. Eine neue Aufbereitungsanlage für plutoniumhaltige MOX-Brennelemente befindet sich im Bau.  

   

18.04.2017

AKW Kashiwazaki Kariwa – Yoneyama bekräftigt sein „Nein“

Bei einem politischen Zusammentreffen zum Thema „Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 6 und 7 am AKW Kashiwazaki Kariwa Präfektur Niigata“, die am Wochenende in Tokyo stattfand, bezeichnete Ryuichi Yoneyama, Präfekturgouverneur von Niigata das AKW Kashiwazaki Kariwa, zwar als einen möglichen Wirtschaftsfaktor für die Region, betonte aber auch im gleichen Atemzug, dass es durchaus entbehrlich ist. Der wirtschaftliche Gewinn, der durch den Betrieb der beiden Reaktoren für die Präfektur Niigata erzielt werden würde, lässt sich auch anderweitig einfahren. Hinzu kommt noch, dass das AKW Kashiwazaki Kariwa wie auch das havarierte AKW Fukushima dai ichi durch den selben Stromkonzern, nämlich Tepco betrieben wird. Solange aber nicht all die Ungereimtheiten am AKW Fukushima dai ichi und die bestehenden Probleme nicht geklärt sind, kommt eine Genehmigung der Präfekturverwaltung sowieso nicht infrage, so Yoneyama. Er kritisiert auch seinen Amtskollegen Mitazono, Präfektur Kagoshima, der 2016 laut eigenen Angaben keine Handhabe gegen die Wiederinbetriebnahme zweier Reaktoren am AKW Sendai hatte. In der vorrausgegangenen Wahl zum Präfekturgouverneur (2016) hatte er im Wahlkampf die Verhinderung der Wiederinbetriebnahme beider Reaktoren versprochen (antiatom-fuku berichtete). „Es ist seine Aufgabe und Pflicht die Bevölkerung in seiner Präfektur nach besten Wissen und Gewissen zu schützen“, so Yoneyama weiter. An die Regierung gerichtet forderte Yoneyama, dass man mal generell die Wiederinbetriebnahme der AKWs überdenken sollte, da ein weiterer Super-GAU nicht nur wirtschaftlich, sondern auch für die Menschheit in Japan das absolute Aus wäre.     

Der Schirmherr der landesweiten kassenärztlichen Vereinigung, der ebenfalls einen Vortrag hielt, äußerte sich gleicher Maßen kritisch gegen eine Wiederinbetriebnahme des AKWs Kashiwazaki Kariwa.   

 

16.04.2017

Regierung legt Plan für Endlagersuche vor

Auf der Suche nach einem Atommüllendlager stellte das Wirtschaftsministerium am vergangenem Freitag einen mit dem Amt für kerntechnische Entsorgung (NUMO) gemeinsam erstellten Plan vor, wonach die Inselkette Japan in vier unterschiedliche Kategorien unterteilt ist. Anhand dessen soll nun ausgewählt werden, welcher Standort für ein „sicheres“ Endlager infrage kommt.   

Auf dem Plan sind Gebiete mit seismischer und vulkanologischer Aktivität deklariert, die von vorn herein ausgeschlossen werden sollen. Gebiete mit Rohstoffvorkommen und mit „zu weichen“ Erdschichten kommen nur unter Einschränkung für einen möglichen Standort infrage. Favorisiert für ein unterirdisches Endlager werden laut dem Plan abgelegene Hochseeinseln oder die Einlagerung direkt im Meeresgrund. 

Schon Ende Dezember 2016 hatte das Amt für kerntechnische Entsorgung (NUMO) die Insel Minamitorishima für ein mögliches Tiefenlager in Betracht gezogen (antiatom-fuku berichtete).

Unabhängige Experten stehen dem Plan für die Endlagersuche jedoch sehr kritisch gegenüber, da nämlich das gesamte Land von seismischer und vulkanologischer Aktivität betroffen ist und laufend von Erbeben heimgesucht wird. Im Meeresgrund ist der Atommüll ebenfalls nicht sicher untergebracht.  

 

13.04.2017

AKW Genkai erhält Genehmigung der Präfekturverwaltung

Nach einer dreitägigen Sondersitzung wurde heute im Parlament der Präfektur Saga darüber abgestimmt, ob die von der Atomaufsichtsbehörde NRA für „sicher“ befundenen Reaktoren 3 und 4 am AKW Genkai wieder in Betrieb genommen werden dürfen.  Erwartungsgemäß, da das Präfekturparlament primär aus Mitgliedern der atombefürwortenden LDP besteht, wurde für die Erteilung der Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme beider Reaktoren gestimmt. 

Laut dem Präfekturgouverneur Yoshinori Yamamoto sei die Wiederinbetriebnahme des AKWs durchaus vertretbar, dies sei in der dreitägigen Sonderkonferenz genauestens erörtert worden.

Vor der Präfekturverwaltung hingegen fanden massive Bürgerproteste gegen das AKW Genkai statt. Denn neben der fehlenden Notwendigkeit besteht auch hier eine Gefahr für die Bevölkerung, z.B. durch Erdbeben und Tsunami.

 

12.04.2017

Osaka – Forschungsreaktor angefahren

Der Forschungsreaktor der Kinki Universität Osaka wurde heute nach dreijährigen Stillstand wieder angefahren. Er dient zu Lehrzwecken und wird von einer Betreibermannschaft, bestehend aus 8 Studenten gesteuert. Mit einer Leistung von 1 Watt ist er der kleinste Forschungsreaktor landesweit.

Seitens der Universität wird propagiert, dass durch den Betrieb der Forschungsreaktoren ein sicherer Umgang im Bereich der Kerntechnik unter realen Bedingungen am besten gelehrt werden kann, wodurch eine bessere Sicherheit beim Betrieb kommerzieller Reaktoren gewährleistet wird – Laut unabhängigen Experte jedoch nur eine „Beruhigungspille“ für die Bevölkerung. Denn der altersschwache Forschungsreaktor aus dem Jahr 1961 stellt auch trotz der geringen Leistung eine Gefahr für die Bevölkerung dar.  

Neben dem Forschungsreaktor Osaka, der landesweit als erster angefahren wurde, wurden noch 2 weitere Forschungsreaktoren in Kyoto durch die Atomaufsichtsbehörde NRA für „sicher“ befunden und freigegeben. Vor der Reaktorkatastrophe in Fukushima 2011 waren 22 Forschungsreaktoren in Betrieb. 6 davon befinden sich noch in der NRA-Überprüfung, die drei o.g. Reaktoren bereits freigegeben. Die restlichen 13 Forschungsreaktoren sollen endgültig stillgelegt werden.

 

11.04.2017

AKW Takahama geht Mitte Mai ans Netz

Die beiden Reaktoren 3 und 4 am AKW Takahama, Präfektur Fukui werden wie die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke jetzt bekannt gaben, Mitte Mai wieder angefahren.

Beide Reaktoren liefen zwar Anfang 2016 schon für kurze Zeit, als der Weiterbetrieb durch das Landgericht Ōtsu bei Kyoto untersagt worden ist. Das Urteil wurde jedoch letzten Monat durch das Oberlandesgericht Osaka wieder aufgehoben (antiatom-fuku berichtete), so dass beide Reaktoren wieder ans Netz dürfen.

Nach Plänen der Kansai Elektrizitätswerke beginnen nun die Vorbereitungen beider Reaktoren, sowie begleitende Tests. Ab Mitte Mai soll zunächst Reaktor 4 und dann Reaktor 3 angefahren werden, in ihrer Leistung stufenweise gesteigert werden, so dass diese dann ab Mitte Juni im Vollbetrieb laufen. Dazu wurde eine Senkung der Strompreise angekündigt. Unabhängige Experten stehen diesem Versprechen jedoch eher kritisch gegenüber, da es den Eindruck erweckt, dass der Atomstrom kostengünstiger als andere Energiequellen sei. Damit erhofft man sich nämlich auch eine bessere Akzeptanz für das AKW Takahama, das in der lokalen Bevölkerung weiterhin eher abgelehnt wird.

 

09.04.2017

AKW Tomari: Seismische Aktivität, vorerst keine Freigabe durch NRA

Nach Plänen der betreibenden Hokkaido Elektrizitätswerke sollte das AKW Tomari ja eigentlich noch in diesem Fiskaljahr wieder ans Netz gehen. Der Termin rückt jedoch in weite Ferne, da die Sicherheitsüberprüfungen der Atomaufsichtsbehörde NRA noch weiter andauern werden. Der Grund dafür ist eine heftig umstrittene geologische Verwerfung im Meer vor der Shakodan-Halbinsel (antiatom-fuku berichtete), dessen seismische Aktivität von der NRA nicht widerlegt werden kann. Im Falle eines stärkeren Erdbebens hätte diese u.U. enorme Auswirkungen auf die Shakodan-Halbinsel, so dass das AKW Tomari die gesetzlich festgelegten Anforderungen für Erdbebensicherheit nicht erfüllt. Mit anderen Worten: Der AKW-Standort ist durch die seismisch aktive Verwerfung, die im Meer vor der Küste der Shakodan-Halbinsel verläuft, absolut erdbebenanfällig.

Und im „schlimmsten Fall“ könnte nämlich genau diese seismisch aktive Verwerfungslinie das endgültige Aus für das AKW Tomari bedeuten.

Das AKW Tomari besteht aus 3 DWR aus den Jahren 1989, 1991 und 2009 mit einer Gesamtleistung von etwa 2000 MW. Diese Strommenge kann jedoch problemlos durch andere Quellen kompensiert werden.

 

07.04.2017

AKW Fukushima – Abluftschornstein einsturzgefährdet

Am havarierten AKW Fukushima dai ichi wurden weitere Bruchstellen am Haltegerüst des Abluftschornsteins von Reaktor 1 und 2 entdeckt. Gebrochen ist hier ein tragendes Verbindungsstück des Gerüstes auf 45 Meter Höhe.

Bereits im Sommer 2016 wurden schon Bruchstellen auf 66 Meter des 120 Meter hohen Schornsteins festgestellt (antiatom-fuku berichtete).  

Der von Innen radioaktiv hochverseuchte Schornstein könnte bei einem mittleren Erdbeben leicht einstürzen. Laut dem Betreiber Tepco besteht dies Gefahr jedoch nicht.

 

AKW Fukushima - Analyse einer Sedimentprobe aus Reaktor 1

Aus dem Sicherheitsbehälter des Reaktors 1, der Ende März mit einer Roboterkamera erkundet worden ist (antiatom-fuku berichtete), wurde gestern eine Sedimentprobe entnommen und analysiert. Über einen Schlauch, der in den Sicherheitsbehälter eingebracht worden ist, wurden im hochradioaktiv verseuchten stehenden Kühlwasser etwa 10 ml Sediment vom Boden des Sicherheitsbehälters angesaugt.  

Anhand dieser Probe will man herausfinden, ob sich Anteile der geschmolzenen Brennelemente am Boden des Reaktorsicherheitsbehälters befinden. Diese Daten werden für die Planung des Rückbaus benötigt.

Das Analyseergebnis wurde heute von Tepco bekannt gegeben. Die Probe weist ein bräunliches Sediment auf, das Metallfragmente und Farbreste beinhaltet.  

 

04.04.2017

AKW Genkai – Genehmigung der Präfekturverwaltung ziemlich sicher

Für die Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 3 und 4 am AKW Genkai, Präfektur Saga können die betreibenden Kyushu Elektrizitätswerke fest mit der Genehmigung der Präfekturverwaltung rechnen. Diese soll, wie die Präfekturverwaltung heute bekannt gab, am 13.04.2017 im Präfekturparlament verabschiedet werden. Bezüglich dieser Entscheidung wurde sogar extra ab den 11.04.2017 eine dreitägige Sondersitzung angesetzt, bei der über die Erteilung der Genehmigung abgestimmt werden soll. Dazu wolle sich der Präfekturgouverneur Yoshinori Yamamoto auch die einzelnen Meinungen der Teilnehmer anhören. Laut unabhängigen Medien ist die Sondersitzung nur eine Beruhigungsmaßnahme für die lokale Bevölkerung, die die Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren größten Teils ablehnt. Denn Gegenstimmen sind allerdings kaum zu erwarten, da das Präfekturparlament vorwiegend aus Mitgliedern der atomfreundlichen Regierungspartei LDP und den Koalitionspartner Komeito besteht.

Die Stadtverwaltung Genkai, sowie benachbarte Gemeindeverwaltungen haben der Wiederinbetriebnahme des AKWs bereits zugestimmt (antiatom-fuku berichtete).

     

01.04.2017

OLG Osaka: AKW Takahama darf wieder ans Netz

Nach einem Gerichtsurteil vom 28.03.2017 (OLG Osaka) dürfen die Reaktoren 3 und 4 am AKW Takahama, Präfektur Fukui wieder angefahren werden.

Die beiden Reaktoren wurden 2015 zwar durch die Atomaufsichtsbehörde NRA für „sicher“ befunden, wurden daraufhin Anfang 2016 in Betrieb genommen, mussten aber im März 2016 aufgrund eines Gerichtsurteils des LG Otsu jedoch wieder vom Netz. Damals wurde das Urteil durch die unzureichende Erdbeben- und Tsunamisicherheit, sowie seismisch aktiver geologischer Verwerfungen begründet. Ein Störfall mit Reaktorschnellabschaltung am Reaktor 4, der sich Ende Februar 2016 ereignete, nach dem er gerade mal eine Woche lief, bekräftigte die Entscheidung des Richters noch zusätzlich (antiatom-fuku berichtete). Mehrere Gegenklagen durch die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke waren bisher erfolglos, so dass die Reaktoren weiterhin vom Netz blieben.

Im aktuellen Urteil vom Oberlandesgericht Osaka wurde nun das erste Urteil von März 2017, LG Otsu wieder aufgehoben, so dass die beiden Reaktoren 3 und 4 jetzt wieder in Betrieb genommen werden dürfen. „Das AKW Takahama wurde durch die NRA unter strengsten Kriterien auf technische Sicherheit, Erdbeben- und Tsunamifestigkeit überprüft und gilt somit als sicher“, so die Begründung des vorsitzenden Richters Ikuo Yamashita am OLG Osaka.

Die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke kündigten nun an, zeitnah mit den Vorbereitungen zur Wiederinbetriebnahme beider Reaktoren zu beginnen.

Bezüglich einer möglichen Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 3 und 4 am AKW Genkai, Präfektur Saga, die ebenfalls aus Sicherheitsgründen heftig umstritten ist, laufen die Gerichtsverfahren noch.

In einem weiteren Urteil, das Mitte März am LG Maebashi gefällt worden ist (antiatom-fuku berichtete), müssen Tepco und die Regierung Entschädigungszahlungen an Bürger zahlen, die aufgrund der Reaktorkatastrophe von Fukushima 2011 ihre Heimat und Existenzgrundlage verloren hatten. Gegen dieses Urteil wollen die Regierung und Tepco nun Einspruch einlegen.         

 

März

30.03.2017

Landgericht Hiroshima: AKW Ikata darf weiterlaufen

Die Klage einer Bürgerinitiative, die einen Betriebsstopp des AKWs Ikata, Präfektur Ehime erwirken wollten, wurde heute am Landgericht Hiroshima abgewiesen.

Nach „bestandener“ Sicherheitsüberprüfung durch die Atomaufsichtsbehörde NRA, wurde Reaktor 3 im August 2016 in Betrieb genommen. Er ist mit 16 MOX- und 141 „normalen“ Brennelementen bestückt.

Begründet wird das Urteil damit, dass der sich in Betrieb befindliche Reaktor 3 am AKW Ikata durch die NRA für ausreichend erdbebensicher, sicher vor Vulkanausbrüchen und Tsunamifest befunden worden ist und somit kein Handlungsbedarf seitens der Richter bestehen würde.  

Während die betreibenden Shikoku Elektrizitätswerke das heutige Urteil als Erfolg verbuchen, können die klagenden Bürger, sowie unabhängige Experten das heutige Urteil absolut nicht nachvollziehen, da eine Erdbeben- und Tsunamisicherheit eben nicht gewährleistet ist. Zumal die Chuokouzousen (mittlere tektonische Verwerfungslinie) mit einer Länge von über 1000 km direkt am AKW Ikata entlangläuft und seismisch aktiv ist.

 

28.03.2017

Gesundheitszentrum in Namie – Belebung radioaktiv verseuchter Gebiete

Im Rahmen der Rückführungsmaßnahmen durch die Regierung wird ab morgen in der Stadt Namie, nahe dem havarierten AKW Fukushima dai ichi ein neu errichtetes Gesundheitszentrum in Betrieb genommen.

Namie wurde zu Beginn der Reaktorkatastrophe im März 2011 vollständig evakuiert. Und obwohl die radioaktive Strahlung, trotz Dekontaminationsmaßnamen weiterhin bedenklich hohe Werte aufweist, wird der Evakuierungsbefehl ab dem 31.03.2017 aufgehoben (antiatom-fuku berichtete).

Das neu errichtete und bisher einzige Gesundheitszentrum in Namie verfügt neben dem Standardequipment über ein CT-Gerät und einer Endoskopieeinheit. Das benachbarte Rathaus ist schon seit Anfang März wiederbesetzt und der Namie Bahnhof wird ab dem 01.04.2017 wieder angefahren.

Der Drang zur Rückkehr hält sich jedoch aus Sorge um die eigene Gesundheit ziemlich in Grenzen. Lediglich ein paar ältere Leute wollen zurückkommen.     

 

23.03.2017

AKW Fukushima, Reaktor 1 – kein Kernbrennstoff im Reaktor nachweisbar

Nachdem am havarierten AKW Fukushima dai ichi die Robotermission im Sicherheitsbehälter von Reaktor 1 (antiatom-fuku berichtete) beendet worden ist, legte der Betreiber Tepco heute weitere Ergebnisse vor. Die unter Wasser getätigten Videoaufnahmen zeigen zwar dunkles Sediment, an einer Stelle auch weißliche Ablagerungen am Boden des Sicherheitsbehälters, aber keinen Hinweis auf geschmolzenen Kernbrennstoff. Somit wird sehr stark vermutet, dass die Kernschmelze den Sicherheitsbehälter verlassen hat und ins Betonfundament, bzw. ins Erdreich gedrungen ist.

Das bedeutet, dass sich die Entfernung der geschmolzenen Brennelemente und der Rückbau des Reaktors wesentlich schwieriger gestaltet als von Tepco ursprünglich berechnet.

 

21.03.2017

AKW Fukushima, Reaktor 1 – kein Kernbrennstoff nachweisbar

Am havarierten AKW Fukushima dai ichi wurden heute weitere Bilder aus dem Inneren des Sicherheitsbehälters von Reaktor 1 veröffentlicht.

Im Reaktor 1 wird zurzeit das Innere des Sicherheitsbehälters mittels Roboter erkundet, um für den Rückbau wichtige Daten über den Zustand der Kernschmelze zu gewinnen. Erkundet wird die im 2 Meter tiefen Kühlwasser auf dem Grund vermutete Kernschmelze (antiatom-fuku berichtete).  

Die heute veröffentlichten Unterwasserbilder der Roboterkamera zeigen eine mit bräunlichen Sediment belegte Rohrleitung und weiteres Sediment auf dem Grund des Sicherheitsbehälters. Geschmolzenes Kernbrennmaterial konnte dort jedoch nicht gefunden werden. Die Erkundung soll noch bis morgen fortgesetzt werden.

Die von heute gemessene Strahlung unter Wasser beträgt in 1 Meter Höhe über Grund 6,3 Sv/h und an einer anderen Stelle, 30 cm über Grund 11 Sv/h.

 

Präfekturgouverneur von Shiga: Sicherheit am AKW Ōi unzureichend!

Nach einer Begehung am AKW Ōi, Präfektur Fukui durch den Gouverneur der Nachbarpräfektur Shiga, Taizo Mikazuki, weitere Mitarbeiter und den betreibenden Kansai Elektrizitätswerken, kam Mikazuki zu dem Schluss, dass die Sicherheit am AKW Ōi nicht gewährleistet ist und dem entsprechend auch nicht in Betrieb genommen werden sollte. Er begründet seine Haltung u.a. auch damit, das sicherheitsrelevante bauliche Nachbesserungen erst zur Hälfte fertig sind. Auch das Krisenzentrum des AKWs, das zurzeit noch errichtet wird ist noch eine Baustelle. Die Nachbarpräfektur Shika wäre im Falle einer radiologischen Notfallsituation direkt betroffen. Nicht nur größere Ortschaften, sondern auch der Biwasee, ein wichtiges Trinkwasserreservoir liegt auch in der Nähe vom AKW Ōi.     

Die Reaktoren 3 und 4 am AKW Ōi wurden bereits im Februar von der Atomaufsichtsbehörde NRA für sicher befunden und freigegeben und sollen nach Plänen der Kansai Elektrizitätswerke im Herbst wieder angefahren werden.  

 

19.03.2017

Amtsgericht Maebashi: Tepco und Staat müssen Entschädigung zahlen

Nach einem Gerichtsurteil, dass Ende dieser Woche vom Amtsgericht Maebashi gefällt worden ist, muss der Energiekonzern Tepco, der das havarierte AKW Fukushima dai ichi zu verantworten hat und der Staat eine Entschädigungszahlung in Höhe von insgesamt 320.000 Euro an 62 Evakuierte, die aus ihrer verstrahlten Heimat fliehen mussten leisten. Auch wenn die Anwälte der Betroffenen eine höhere Summe gefordert hatten, ist damit dennoch ein Erfolg zu verbuchen und weitere Urteile könnten bald folgen. Denn landesweit laufen noch etwa 10.000 Klagen geflüchteter Strahlenopfer, die eine Entschädigung von Tepco fordern.

Begründet wurde das Urteil damit, dass eine Erdbeben- und Tsunamigefahr im Vorfeld schon bekannt war und das AKW nicht ausreichend gesichert gewesen ist. Der Unfall wäre also vermeidbar gewesen, wenn Tepco den Mangel nicht einfach ignoriert und der Staat, der ebenfalls Bescheid wusste, mit Nachdruck entsprechende Nachbesserungen gefordert hätte.  

Tepco will das Urteil nun prüfen und ggf. in anfechten. Seitens der Regierung gab es keinen Kommentar. Die Regierung bleibt aber unabhängig des Gerichtsurteils und der noch laufenden Gerichtsverfahren weiter auf Atomkurs.   

 

AKW Fukushima dai ichi: Erste Bilder aus Reaktor 1

Nach dem gestern am havarierten AKW Fukushima dai ichi ein ferngesteuerter Roboter zwecks Erkundung der Kernschmelzen in den Sicherheitsbehälter von Reaktor 1 geschickt worden ist, hat der Betreiber Tepco heute nun erste Ergebnisse der Mission bekannt gegeben.

Die Unterwasserbilder, die im 2 Meter tiefen trüben Kühlwasser im Sicherheitsbehälter von Reaktor 1 aufgenommen worden sind, zeigen eine bräunliche Masse auf dem Grund des Sicherheitsbehälters, wovon nicht klar gesagt werden kann, ob es sich dabei um geschmolzenes Brennmaterial oder anderes Sediment handelt. Möglicherweise befindet sich dort auch der geschmolzene Stahl des Bodens vom Reaktordruckbehälter, der sich mit den geschmolzenen Brennelementen vermischt hat. Gefunden wurde unter anderem auch die Steuerung einer Pumpe, die unter Wasser auf den Boden liegt.

Fakt ist jedenfalls, dass das komplette Brennmaterial aus dem Druckbehälter getreten ist. Es sind jedoch noch eine ganze Reihe weitere Analysen nötig, so Tepco.

Die im Wasser gemessene Strahlung, 1 Meter über Grund, liegt bei 1,5 Sv/h und in der Luft oberhalb der Arbeitsplattform (Laufgitter) bei 7,8 Sv/h. Das entspricht einer tödlichen Dosis!

Obwohl Wasser Radioaktivität abhält, wurden diese hohen Werte im Wasser erreicht. Und es ist zurzeit noch unklar, ob und inwieweit die Kernschmelze in das darunterliegende Betonfundament eingedrungen ist. Weitere Messdaten werden noch erhoben.  

 

18.03.2017

AKW Fukushima, Reaktor 1 – Erkundung im Inneren gestartet

Nach dem die Erkundung des Reaktors 1 am havarierten AKW Fukushima dai ichi am 14.03.2017 wegen einer technischen Störung der Roboterkamera nicht begonnen werden konnte (antiatom-fuku berichtete), konnte die Mission heute problemlos begonnen werden. Dazu wurde heute Morgen um 10:00 Uhr der ferngesteuerte Erkundungsroboter über eine Öffnung in den Sicherheitsbehälter von Reaktor 1 geschickt und auf die 5 Meter tiefer gelegene Arbeitsplattform (Laufgitter) herabgelassen. Dort bewegte er sich über das Laufgitter bis zur gewünschten Position. Die Kamera, die nun die erhofften Bilder liefern soll, wurde am Kabel hängend zwischen das Gitter in die Tiefe gelassen. Dort soll sie nun im stehendem Kühlwasser Unterwasserbilder der durchgeschmolzenen Brennelemente liefern und Informationen liefern, ob die Kernschmelze auch durch den Boden des Sicherheitsbehälters in Betonfundament gedrungen ist (siehe dazu die Animation des Senders ANN, in der Mitte des Kurzvideos).

Die Strahlung im Sicherheitsbehälter wird ebenfalls gemessen. Erste Bilder und Strahlenmessdaten werden jedoch erst morgen vorliegen, da der Betreiber Tepco diese noch auswerten muss.

   

NRA: weiterhin unzureichende Erdbebensicherheit am AKW Tomari

Bezüglich der Erdbebensicherheit am AKW Tomari, Landkreis Furuu, Hokkaido, hat die Atomaufsicht NRA weiterhin Bedenken wegen einer seismisch aktiven geologischen Verwerfung, die am Meeresboden parallel zur Küste der Shakodan Halbinsel, wo sich das AKW befindet verläuft. Auch die Aktivität der Kontinentalplatten ist hier nicht ganz unproblematisch. Es zeigt sich bereits, dass sich auf der Shakodan Halbinsel Erhebungen gebildet haben, die aufgrund der seismischen Aktivität entstanden sind. Neben der ohnehin erhöhten Erdbebengefahr, stellt dieses eine Konstellation dar, die sich äußerst ungünstig für das AKW und der Bevölkerung auswirken könnte. Zu berücksichtigen ist auch, das die Großstadt Sapporo nur 50 km vom AKW Tomari entfernt ist.

Aufgrund der aktuell festgestellten geologischen Verhältnisse zeigt sich die NRA eher zögerlich mit der Attestierung einer Erdbebensicherheit am AKW-Standort. Die betreibenden Hokkaido Elektrizitätswerke, die auf eine weitere, bzw. erneuten Überprüfung der NRA drängen, legten nun eigenen Daten vor, die die Ergebnisse der NRA „widerlegen“ sollen.

Der Präfekturgouverneur von Hokkaido, Harumi Takahashi unterstützt die Hokkaido Elektrizitätswerke und befürwortet eine weitere Untersuchung der Erdbebensicherheit. Er will sich anschließend ein genaues Urteil bilden, wie er sagt und dann dem entsprechend die Genehmigung der Präfekturverwaltung erteilen. Takahashi, der seit 2009 im Amt ist, wurde stets durch die atomfreundliche LDP bei jeder Wahl tatkräftig unterstützt.  

Die Hokkaido Elektrizitätswerke hatten bereits 2013 die Sicherheitsüberprüfung der drei Reaktoren am AKW Tomari bei der NRA beantragt. Diese zieht sich jedoch wegen der Erdbebenfrage in die Läge. Studien der Todai-Universität vom Herbst 2016 hatten aber auch schon belegt, dass die Erdbebensicherheit am AKW Tomari unzureichend ist (antiatom-fuku berichtete).

Nach aktuellen Prüfergebnissen der NRA ist die Erdbebensicherheit am AKW Tomari unzureichend, so dass die Wiederinbetriebnahme der drei beantragten Reaktoren nicht genehmigt werden kann.    

 

16.03.2017

AKW Fukushima, Reaktor 1 – Erkundungsmission muss weiterhin verschoben werden

Der Defekt am Erkundungsroboter, der schon am 14.03.2017 am havarierten AKW Fukushima dai ichi in den Reaktor 1 geschickt werden sollte (antiatom-fuku berichtete), konnte bisher noch nicht behoben werden. Die technische Störung fiel bei den Vorbereitungen auf, so dass die Mission unmittelbar vor Beginn abgebrochen werden musste.

Bei diesem Defekt handelt es sich, wie sich gestern herausstellte, um einen Kabelbruch am Kabel der Roboterkamera. Dadurch konnten die Bilder nicht auf den Kontrollmonitor außerhalb des Reaktors übertragen werden.

Der Roboter, der heute in einem erneuten Versuch zum Einsatz kommen sollte, weist allerdings noch mehr Probleme auf. So hat sich das Kamerakabel, da sich die Spule nicht drehte, verdreht und verheddert, was letztendlich zum Kabelbruch führte. Laut dem Betreiber Tepco ist es nun fraglich, ob sich der Schaden überhaupt reparieren lässt. Folglich wurde die Mission nun auf unbestimmte Zeit verschoben.

Um wichtige Daten über den Zustand der geschmolzenen Brennelemente zu gewinnen, sollte das Innere des Sicherheitsbehälters von Reaktor 1 mittels Roboter per Videokamera erkundet werden. Eine Strahlen- und Temperaturmessung sollte ebenfalls erfolgen.

 

14.03.2017

AKW Fukushima, Reaktor 1 – Roboterkamera überträgt die Bilder nicht

Am AKW Fukushima dai ichi kam es heute Morgen während der Vorbereitung für den Einsatz des Roboters, der das Innere des Sicherheitsbehälters von Reaktor 1 erkunden soll, zu technischen Problemen mit der Bildübertragung. Die von der Roboterkamera aufgenommenen Bilder werden nicht auf den Kontrollmonitor, der sich außerhalb des Reaktors befindet übertragen. Da das Problem „auf die Schnelle“ nicht behoben werden konnte, mussten die Arbeiten für heute erst einmal abgebrochen werden. Tepco sucht nun nach der Ursache und kündigte einen erneuten Versuch für den 16.03.2017 an.

Mit dem Roboter will Tepco Videoaufnahmen aus dem Inneren des Sicherheitsbehälters von Reaktor 1 machen, um somit Informationen über den Zustand der geschmolzenen Brennelemente zu gewinnen, die sich auf den Boden befinden, bzw. schon ins Betonfundament gedrungen sind (antiatom-fuku berichtete). Dazu soll der ferngesteuerte Roboter über ein Rohr in das Innere des Sicherheitsbehälters gebracht und auf der Arbeitsplattform („Laufgitter“) abgesetzt werden. Die Kamera, die an einem Kabel befestigt ist, soll dann durch das Gitter heruntergelassen werden und im stehendem Kühlwasser unterhalb des Gitters Unterwasserbilder von der Kernschmelze liefern.   

  

13.03.2017

Wiederinbetriebnahme der Joban-Bahnlinie in Evakuierungsgebiete  

Im Rahmen der umstrittenen Wiederbesiedelungsmaßnahmen evakuierter Gebiete, will die Japan Rail (JR) weitere Teilabschnitte der Joban-Bahnlinie, die durch radioaktiv verseuchte Gebiete führt, wieder instand setzen und in Betrieb nehmen.

Die durch den Tsunami zum Teil zerstörte Bahnstrecke der Joban-Linie führt von Tokyo über Mito und Iwaki, entlang der Küste an den AKWs Fukushima dai ni und dai ichi vorbei bis Sendai (Nord), Präfektur Miyagi.

So soll ab Oktober der Bahnhof Tomioka (9,6 km südlich vom AKW Fukushima dai ichi), der zurzeit neu errichtet wird, wieder an das Bahnnetz angebunden werden. Trotz der durchgeführten Flächendekontamination in der Ortschaft Tomioka, sind die Strahlenwerte zum Teil weiterhin bedenklich hoch, so dass, entgegen der Meinung der Regierung von einer dauerhaften Rückkehr eher abzuraten ist. Auch die Verwaltung der Präfektur Fukushima hält an den Rückführungsmaßnahmen der Regierung fest und treibt diese mit voran. So ist z.B. auch die Stadtverwaltung seit dem 05.03.2017 wieder im Rathaus von Tomioka vertreten.

Von der nördlichen Seite aus, sollen die Bahnhöfe Momo-Uchi und Namie (8,2 km nördlich vom AKW Fukushima dai ichi) ab dem 01.04.2017 wieder angefahren werden. Für die Stadt Namie wird der Evakuierungsbefehl zum 31.03.2017 aufgehoben.

Der letzte Streckenabschnitt, der noch instand gesetzt werden soll, führt über eine Länge von 20.8 km von Namie Bf, direkt vorbei am AKW Fukushima dai ichi und dai ni bis Tomioka Bf. Dieser Streckenabschnitt soll nach Plänen der JR bis Ende 2019 instand gesetzt werden.    

 

AKW Fukushima – Robotereinsatz in Reaktor 1 ab morgen geplant

Nach dem der Robotereinsatz am havarierten AKW Fukushima dai ichi im Reaktor 2, der Anfang Februar durchgeführt worden ist, nicht den gewünschten Erfolg erbracht hatte (antiatom-fuku berichtete), soll nun ab morgen das Innere des Sicherheitsbehälters von Reaktor 1 erkundet werden. Für diese viertägige Mission soll ab morgen ein mit Kamera und Strahlenmessgerät ausgerüsteter Roboter über eine Rohrleitung in das Innere geschickt werden. Dort soll er, um die Bergung der geschmolzenen Brennelemente planen zu können, wichtige Daten über dessen Zustand liefern.

Dass die Brennelemente zum Teil, bzw. komplett durch den Boden des Reaktorsicherheitsbehälters gedrungen sind, ist bereits bekannt. Das stehende Wasser im Sicherheitsbehälter weist einen Pegel von 2 Metern auf und ist völlig trüb, was die anschließende Analyse der für morgen geplanten Unterwasseraufnahmen nicht gerade erleichtern wird.

Der Roboter als solches wird über ein Kabel ferngesteuert, hat eine Länge von 70 cm, ist im Durchmesser sehr schlank und wendig, so dass er problemlos durch die Rohrleitungen passt.

 

11.03.2017

Dreifachkatastrophe jährt sich heute zum 6. Male

Heute jährt sich die verheerende Dreifachkatastrophe zum 6. Male, die am 11.03.2011 um 14:46 Uhr mit einem heftigen Erdbeben der Stärke 9,0 begann. 45 Minuten später folgte ein Tsunami, der nicht nur weite Landstriche auslöschte,  sondern auch über 16.000 Leute in den Tod riss. Am AKW Fukushima dai ichi kam es zu einem kompletten Stromausfall, so dass auch die Kühlung ausfiel. In Folge dessen trat eine dreifache Kernschmelze ein! Ursache hierfür war schon das Erdbeben! Die immer noch andauernden Folgen nehmen immer mehr Ausmaß an.

2554 Leute gelten weiterhin als vermisst. Über 120.000 Leute verloren ihre Heimat und mussten flüchten. Davon leben immer noch 81.000 Leute in provisorisch eingerichteten Container-Siedlungen (02/2017).

Häufig werden die Flüchtlinge aus der Präfektur Fukushima, die sich woanders angesiedelt haben wegen der radioaktiven Strahlung schikaniert und diskriminiert. Das betrifft vor allem Schulkinder, wie z.B. aktuelle Fälle aus Yokohama bei Tokyo und der Präfektur Saitama belegen.

Anlässlich dieser verheerenden Dreifachkatastrophe fanden heute landesweit Gedenkfeiern statt. Bei den offiziellen Feiern in den Tempeln und seitens der Präfekturen geraten die Opfer der Reaktorkatastrophe als solche jedoch eher in den Hintergrund. Das kommt dadurch, weil die Regierung LDP/Komeito, trotz der Folgen und der fehlenden Notwendigkeit der AKWs zurück zur Kernenergie will. Auch in Anbetracht der Olympia 2020 will die Regierung das Kapitel „Fukushima“ beenden und „Gras drüber wachsen lassen“.

Der Rückbau am AKW Fukushima dai ichi gestaltet sich weiterhin schwierig und wird voraussichtlich noch 30 bis 40 Jahre dauern. Die „Eismauer“ hält nicht dicht, der küstenseitige Wall vor dem AKW neigt sich nach vorne und droht ins Meer zu kippen. Das radioaktiv verseuchte Wasser bahnt sich nach wie vor seinen Weg und gelangt weiterhin ins Meer.

 

08.03.2017

Weitere Robotereinsätze am AKW Fukushima dai ichi geplant

Auch 6 Jahre nach Beginn der Reaktorkatastrophe ist die Lage am havarierten AKW Fukushima dai ichi weiterhin problematisch und die Kosten explodieren weiter. Diese schätzt die Regierung auf etwa 180 Mrd. Euro (02/2017).  

Währenddessen entwickelt die Firma Toshiba einen neuen Roboter, der ferngesteuert die Brennelemente aus den Reaktoren bergen soll. Laut dem Hersteller soll dieser wesentlich robuster gegenüber der hohen Radioaktivität sein, als der Erkundungsroboter, der Anfang Februar, als er in Reaktor 2 zum Einsatz kam, unter der hohen Strahlung versagte (antiatom-fuku berichtete).   

Zum gegenwärtigen Stand der Rückbauarbeiten und der geplanten Robotereinsätze am AKW Fukushima dai ichi, berichtet die FAZ im nachfolgendem Video.

 

05.03.2017

AKW Sendai – Präfekturverwaltung ignoriert Bürgeranfragen

Im Streit um das laufende AKW Sendai, Präfektur Kagoshima reichte jetzt eine Antiatom-Initiative ein schriftliches Gesuch bei der Präfekturverwaltung Kagoshima ein. Damit fordern sie den Präfekturgouverneur Satoshi Mitazono auf, bei den Kyushu Elektrizitätswerken einen sofortigen Betriebsstopp der beiden laufenden Reaktoren 1 und 2 durchzusetzen. Neben zahlreichen Bürgerorganisationen üben auch unabhängige Experten Druck auf Mitazono aus, der für einen sofortigen Stopp beider Reaktoren soll.

Allerdings ist trotz mehrfacher Nachfrage weder die Präfekturverwaltung, noch die örtliche Atomsicherheitsbehörde bereit für ein Gespräch mit der Antiatom-Initiative. Entsprechende Anfragen werden einfach ignoriert. 

Mitazono, der im vergangenen Juli hauptsächlich wegen seiner Anti-AKW-Haltung zu Präfekturgouverneur gewählt worden ist, änderte nach der Wahl seine Meinung und genehmigte sogar die Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren 1 und 2 am AKW Sendai (antiatom-fuku berichtete). 

 

Weitere Bürgerklagen gegen das AKW Ikata   

Drei Bürger aus der Präfektur Yamaguchi wollen nun den Betrieb des Reaktors 3 am AKW Ikata, Präfektur Ehime per einstweilige Verfügung stoppen lassen. Ein entsprechendes Gesuch wurde am Amtsgericht der Stadt Iwakuni eingereicht. Mehrere Anwälte der Stadt Matsuyama und Hiroshima haben bereits Ende 2016 eine Klage gegen das AKW Ikata bei Gericht eingereicht.   

Neben den allgemeinen Gefahren ist vor allen die Lages des AKWs von besonderer Bedeutung. Denn es liegt direkt an der mittleren tektonischen Linie (s. Abbildung) und auch nicht weit vom Nankai-Graben, der in einer Länge von über 1000 km parallel zum der japanischen Küste, von Shizuoka bis Kyushu verläuft. Durch diese Konstellation können sich Erdbeben deutlich verstärken und somit eine wesentlich größere Gefahr für das AKW Ikata bedeuten. Zu beachten ist nämlich auch, dass der Reaktor neben „normalen“ Brennelementen auch mit 16 plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen bestückt worden ist. 

 

03.03.2017

Ex- Ministerpräsident Koizumi spricht für sofortigen Atomausstieg!

Bei einer parteiübergreifenden Vortragsveranstaltung, die gestern in Koriyama, Präfektur Fukushima stattfand, hielt der frühere LDP-Ministerpräsident Junichiro Koizumi eine Rede, worin er betonte, dass es seit der Reaktorkatastrophe von vor 6 Jahren, in einer nahezu atomstromfreien Zeit, es noch nicht einmal an einen einzigen Tag zu einem Stromengpass, geschweige denn zu einem Blackout gekommen ist. Dazu hätte Japan durchaus auch das Potential für eine reibungslose Umstellung der Stromversorgung auf erneuerbare Energien. Denn genau das wurde nämlich auch schon mehrfach durch unabhängige Experten belegt.

Der Ex-Ministerpräsident Koizumi, der auch den amtierenden Ministerpräsidenten Shinzo Abe (PDP) „anlernte“, war während seiner Amtszeit zwar selber ein Befürworter der AKWs, hat aber seit Beginn der Reaktorkatastrophe von Fukushima seine Haltung gegenüber der Kernenergie grundlegend geändert.

Und obwohl 60% der japanischen Bevölkerung einen sofortigen Atomausstieg befürwortet, lässt Ministerpräsident Abe (LDP), trotz fehlender Notwendigkeit und breiter Ablehnung die AKWs wieder ans Netz gehen.

Der Generalsekretär der LDP hielt ebenfalls eine stellvertretende Rede, bei der er mit fadenscheinigen Argumenten die Wiederinbetriebnahme der AKWs als notwendig deklarierte.

Der Redner einer kleineren Partei plädierte ebenfalls für einen sofortigen Atomausstieg.   

 

Februar

28.02.2017

Stärkeres Erdbeben in Nordostjapan

Heute Nachmittag ereignete sich in der Tohoku-Region (Nordostjapan) um 16:49 Uhr ein Erdbeben der Stärke 5,0 mit der Einstufung M 5,7. Das Epizentrum lag im Meer vor der Küste der Präfektur Fukushima. Eine Tsunamiwarnung wurde nicht herausgegeben. Die Ausläufer des Erdbebens erstreckten sich südlich bis kurz vor der Präfektur Shizuoka und nördlich bis in die Präfektur Aomori.

Laut den Behörden keine Verletzte und keine Störfälle an den AKWs Fukushima dai ichi und dai ni und Onagawa.  

Bereits gestern und vorgestern sind in der Region schon leichtere Beben vorausgegangen. Der Wetterdienst vermutet sogar, dass das heutige Erdbeben in Verbindung mit dem ebenfalls stärkeren Erdbeben von November 2016 (M 7,4) steht; das heißt nämlich, dass dort in letzter Zeit eine seismisch verstärkte Aktivität vorhanden ist.

 

27.02.2017

AKW Sendai, Reaktor 2 wieder am Netz

Der Reaktor 2 am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima, der bereits am 23.02.2017 nach Beendigung der Revision wieder angefahren worden ist, lief zu nächst im Testbetrieb und begann heute mit der Stromproduktion. Die Leistung des Reaktors wird jetzt nach und nach gesteigert, so dass er ab voraussichtlich Mitte März im regulären Leistungsbetrieb laufen wird.

Reaktor 2 wurde Anfang Dezember wegen Revision heruntergefahren und aufgrund der Erdbebenserie von Kumamoto im April 2016 einer zusätzlichen Überprüfung auf Erdbebensicherheit unterzogen (antiatom-fuku berichtete). Anschließend wurde er durch die Atomaufsichtsbehörde NRA und der Präfekturverwaltung zur Wiederinbetriebnahme freigegeben.

Somit laufen zurzeit landesweit 3 Reaktoren an 2 AKWs.  

 

Ukedo, 7 km vom AKW Fukushima - Freigabe zur Fischerei

In der Hafenstadt Ukedo, 7 km nördlich vom havarierten AKW Fukushima dai ichi wurde der vom Tsunami 2011 zerstörte Fischereihafen wiederhergerichtet. In einem feierlichen Festakt liefen am vergangenen Samstag 26 Fischerboote ein. Die Boote waren mit großen Fahnen geschmückt und symbolisierten nun die Rückkehr der Fischer nach Ukedo.

Nach Eintritt der Dreifachkatastrophe durfte dort aufgrund der erhöhten Radioaktivität im Meer nicht mehr gefischt werden, so dass sich die Fischerei weiter in den Norden verlagerte. Jetzt soll aber das Fischen bestimmter Fischarten außerhalb eines Radius von 10 Km zum AKW Fukushima dai ichi ab Mitte März wieder erlaubt werden. Laut den Behörden sei der Meeresboden nicht mehr so stark radioaktiv belastet, so dass eine teilweise Freigabe „möglich“ wäre.

25.02.2017

AKW Genkai erhält Zustimmung der Lokalpolitiker

Neben weiteren Lokalpolitikern, stimmte nun auch der Gemeinderat der Stadt Genkai am gestrigen Freitag der Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 3 und 4 am AKW Genkai, Präfektur Saga zu. Als Folge dessen wird der Bürgermeister der Stadt Genkai bei der Präfekturversammlung, die für Anfang März angesetzt worden ist, der Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren 3 und 4 zustimmen. Auch der Bürgermeister der Stadt Saga, Hideo Kishimoto und sein Stadtrat befürworten die Wiederinbetriebnahme, so das auch hier eine Zustimmung des Bürgermeisters erfolgen wird.   

Die beiden Reaktoren wurden durch die Atomaufsichtsbehörde NRA Anfang des Jahres für „sicher“ befunden und zur Wiederinbetriebnahme freigegeben. Nun fehlt nur noch die Zustimmung der Präfekturverwaltung, die ebenfalls schon als sicher gilt, da Präfekturgouverneur Yoshinori Yamaguchi „absolut kein Problem“ mit dem AKW Genkai hat.  

Mittlerweile wurden durch die Atomaufsichtsbehörde NRA 12 Reaktoren an 6 AKWs für „sicher“ befunden. Darunter befinden sich auch 2 Altreaktoren am AKW Takahama, Präfektur Fukui, die zurzeit nachgerüstet werden.    

 

Niigata - sinkende Chancen für das AKW Kashiwazaki Kariwa

Bezüglich der Pläne zur Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 6 und 7 am AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata wurde am vergangenen Donnerstag eine Konferenz mit dem Betreiber Tepco, Lokalpolitikern und einigen Journalisten abgehalten. Daran nahm auch der Bürgermeister der Stadt Kashiwazaki, Masahiro Sakurai (54) teil, der bis vor kurzen einer Wiederinbetriebnahme beider Reaktoren noch zugestimmt hätte, aber nun aufgrund der nachgewiesenen unzureichenden Erdbebensicherheit seine Meinung gegenüber dem AKW Kashiwazaki Kariwa grundlegend geändert hat. Dieses äußerte er jetzt auch gegenüber Tepco-Zweigstellenleitung Kimura (Geschäftsstelle Niigata), der sich darüber etwas verärgert zeigte.

Somit sinken die Chancen für die geplante Wiederinbetriebnahme noch ein Stück weiter. Denn neben der lokalen Bevölkerung, vieler Lokalpolitiker will vor allem der Präfekturgouverneur Ryuichi Yoneyama das AKW nicht mehr am Netz haben, zumal Tepco auch noch derjenige Stromkonzern ist, der auch das havarierte AKW Fukushima dai ichi zu verantworten hat.    

 

21.02.2017

AKW Ōi, Reaktor 3 und 4 durch NRA für „sicher“ befunden

Für das AKW Ōi, Präfektur Fukui wurden die Sicherheitsüberprüfungen der Atomaufsichtsbehörde NRA nahezu abgeschlossen, so dass die beiden von den Kansai Elektrizitätswerken beantragten Reaktoren 3 und 4 für „sicher“ befunden und zur Wiederinbetriebnahme freigegeben worden sind.

Die drei seismisch aktiven geologischen Verwerfungen, die in der Nähe des AKWs verlaufen und ein Erbeben verstärken könnten, wurden bei der Überprüfung der Erdbebensicherheit des AKWs „mitberücksichtigt“. Diese stellen laut der NRA keine zusätzliche Gefahr dar.

Der Prüfbericht der NRA soll dann auf der morgigen Konferenz an die Kansai Elektrizitätswerke übergeben werden. Als letzter Schritt, bevor die beiden Reaktoren in Betrieb gehen dürfen, wäre dann nur noch die Genehmigung der Präfekturverwaltung nötig. Diesbezüglich sind die Kansai Elektrizitätswerke jedoch sehr zuversichtlich.

Die Kansai Elektrizitätswerke wollen die beiden Reaktoren so rasch wie möglich wieder anfahren. Dies könnte voraussichtlich ab Herbst der Fall sein.

 

18.02.2017

AKW Sendai, Konferenz der NRA und Präfekturverwaltung

Heute Vormittag trafen sich Shunichi Tanaka, Chef der Atomaufsichtsbehörde NRA und Präfekturgouverneur Satoshi Mitazono auf einer Konferenz in Kagoshima, Kyushu in Südjapan. Besprochen wurde das „Sicherheitskonzept“ am AKW Sendai und der Katastrophenschutzplan. Auch der Schutz vor Terrorangriffen per Schiff und aus der Luft sei verbessert worden. Hierbei vertritt Mitazono, der vor Amtsantritt noch die Abschaltung des AKWs erwirken wollte (antiatom-fuku berichtete) die Meinung, dass man der lokalen Bevölkerung die Sicherheitsmaßnahmen für das AKW Sendai verständlicher erklären müsse, sodass die Leute auch mehr Verständnis dafür hätten. Dazu bekundet er auch noch, dass die NRA ja aufgrund der Reaktorkatastrophe in Fukushima angemessen reagieren würde, indem die Sicherheitsanforderungen für die AKWs deutlich strenger geworden sind. Er wolle zudem weitere Experten auf dem Gebiet der Kerntechnik befragen und sich dann ein Urteil drüber bilden, ob die Sicherheitsvorkehrungen am AKW Sendai ausreichend sind.

Unabhängige Experten und die lokalen Bürger stehen dem AKW Sendai, allein schon wegen den unzureichenden Fluchtwegen und der fehlenden Notwendigkeit jedoch weiterhin eher kritisch gegenüber.

Am AKW Sendai wurden 2015 die Reaktoren 1 und 2 durch die NRA freigegeben und dann in Betrieb genommen. Zurzeit läuft jedoch nur Reaktor 1, da sich Reaktor 2 in Revision befindet, die voraussichtlich noch bis März andauern wird.  

   

16.02.2017

AKW Fukushima, Reaktor 2 - Erkundungsroboter versagt

Am AKW Fukushima dai ichi wurde wie geplant, heute Morgen gegen 8:00 Uhr der Erkundungsroboter „Sasori“ in den Sicherheitsbehälter von Reaktor 2 „geschickt“. Allerdings blieb er, als er über die eigens dafür installierte 7 Meter lange Laufschiene fuhr, an einem Hindernis hängen. Die Schiene führt von der geschaffenen Eingangsöffnung zur Mitte des Sicherheitsbehälters, wo sich die Arbeitsplattform, also das „Laufgitter“ befindet. Diese befindet sich 1,5 Meter unterhalb des Druckbehälters. In der Mitte klafft das Loch, wo die Kernschmelze „durchging“.

Der Erkundungsroboter wurde am Steuerungskabel zurückgezogen und dann erneut vorgeschickt. Nach 5 Metern auf der Laufschiene blieb er jedoch erneut stecken, konnte nicht mehr vor und zurückbewegt werden. Letztendlich kam es dann auch zu einem Komplettversagen der Elektronik. Auf dem Weg dorthin wurden jedoch ein paar Filmaufnahmen getätigt (zum Video) und die Strahlung gemessen, die Werte von 210 Sv/h aufwiesen. Am 09.02.2017 wurden, als der Vorbereitungsroboter im Einsatz war, sogar Strahlenwerte von bis zu 650 Sv/h gemessen (antiatom-fuku berichtete).

Um 15:00 Uhr wurde die Mission dann schließlich abgebrochen und das Steuerungskabel des nun defekten Erkundungsroboters durchtrennt. Die Öffnung in der Wand des Sicherheitsbehälters wurde provisorisch verschlossen. Die Laufschiene wurde jedoch belassen.

Das völlige Versagen des Erkundungsroboters bedeutet für Tepco einen derben Rückschlag. Es konnten noch nicht einmal weiterführende Daten gesammelt werden, da der Roboter die Mitte des Sicherheitsbehälters erst gar nicht erreichte.

Die Forschungsarbeiten zur Erkundung der geschmolzenen Brennelemente an den Reaktoren 1 bis 3 haben im Zeitraum von 2014 bis jetzt schon fast 58 Mio. Euro gekostet.

 

15.02.2017

AKW Fukushima, Reaktor 2 – Erkundungsroboter wird morgen eingesetzt

Im Rahmen der Erkundung der Kernschmelze von Reaktor 2 am havarierten AKW Fukushima dai ichi soll ab morgen früh, wie Tepco heute mitteilte, der Erkundungsroboter in den Sicherheitsbehälter von Reaktor 2 „geschickt“ werden. Dieser soll dann wichtige Messdaten wie Strahlung, Temperatur und Videoaufnahmen aus dem Inneren des Sicherheitsbehälters liefern.

Ersten Bildern eines „Vorbereitungs- und Aufräumroboters“ zufolge, klafft in der Mitte der Arbeitsplattform („Laufgitter“), das sich unterhalb des Druckbehälters befindet, ein 1 Meter großes Loch, wo die geschmolzenen Brennelemente „durchgegangen“ sind. An den Wänden, am Laufgitter, überall klebt dunkles Sediment und die Strahlung beträgt bis zu 650 Sv/h! (antiatom-fuku berichtete).

Der ab Morgen eingesetzte Erkundungsroboter genauere Daten und bessere Videoaufnahmen über das Ausmaß der Kernschmelze liefern. Der Betreiber Tepco hatte zunächst sorge, das der Roboter der extrem hohen Strahlung nicht standhalten könnte, will es aber jetzt versuchen.  

  

AKW Kashiwazaki Kariwa - NRA zweifelt an Erbebensicherheit

Nach einer Konferenz, die der Stromkonzern Tepco und die Atomaufsichtsbehörde am gestrigen Dienstag gemeinsam abhielten, kommt die NRA zu der Schlussfolgerung, dass die Erdbebensicherheit der Reaktorblöcke 6 und 7 am AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata nicht ausreichend ist. Dazu legte die NRA entsprechende Daten vor, die besagen, dass die Reaktorblöcke bei einem stärkeren Erdbeben schon erheblich beschädigt werden könnten. „Genau an diesem Problem werde jedoch gearbeitet“, so Tepco. Entsprechende Nachbesserungen werden laut Tepco durchgeführt.

Die Reaktoren 6 und 7 am AKW Kashiwazaki Kariwa werden zurzeit auf Erfüllung der gesetzlich festgelegten Sicherheitsanforderungen überprüft. Diese ziehen sich jedoch weiter in die Länge, da immer wieder neue Mängel entdeckt werden. Dem entsprechend steigen auch die Sanierungskosten immer weiter, was für den angeschlagenen Stromkonzern Tepco, der auch das havarierte AKW Fukushima dai ichi zu verantworten hat, trotz der staatlichen Dauerunterstützung nicht gerade unproblematisch ist.

 

AKW Fukushima dai ichi – zusammengesteckte Lagertanks ausgetauscht

Im Kampf gegen das radioaktiv verseuchte Wasser wurden jetzt am havariertem AKW Fukushima dai ichi die zusammengesteckten Lagertanks für hochradioaktives Wasser durch verschweißte Tanks, die deutlich robuster sind ersetzt. Bei diesen Arbeiten, die nun vollendet worden sind, wurden nicht nur die „gesteckten“ Lagertanks ausgetauscht, sondern auch der Untergrund dekontaminiert und neu betoniert. Der abgetragene Bauschutt wurde in schwarze Säcke für radioaktive Abfälle verpackt und zu einem Zwischenlager transportiert. Allerdings ist die Strahlung im Bereich der Tanks stellenweise weiterhin sehr hoch und somit weiterhin problematisch für die Arbeiter. Denn neben Instandsetzungsarbeiten usw. sind dort nämlich auch regelmäßige Kontrollgänge nötig.

In den Lagertanks, mittlerweile an die 1000 Stück, wird hochradioaktives Abwasser aus der Reaktorkühlung gelagert. Die Bauteile der zusammengesteckten Tanks wurden mit Bolzen befestigt und wiesen immer wieder Undichtigkeiten auf, so dass hochradioaktives Wasser austrat. Diese „Stechtanks“ Tanks wurden damals aus Kostengründen gewählt. Die Lebensdauer sollte 5 Jahre betragen. Allerdings wurden die Tanks schon vorher undicht, so dass man diese jetzt doch gegen „teurere Modelle“ austauschen musste.

 

09.02.2017

AKW Fukushima dai ichi – Neuer Extremwert von 650 Sv/h!

Am havarierten AKW Fukushima dai ichi liefert der Vorbereitungsroboter neue Bilder aus Reaktor 2, die im Inneren des Sicherheitsbehälters aufgenommen worden sind. Wie bereits auf den ersten Bildern sind hier wieder Fragmente der Kernschmelze zu sehen die überall verstreut sind. Der Strahlenwert jedoch, der am 02.02.2017 schon bei extrem hohen 530 Sv/h lag (antiatom-fuku berichtete), wurde heute mit noch höheren 650 Sv/h! getoppt! Gemessen wurde wieder im Bereich des „Laufgitters“ unterhalb des Druckbehälters, dort, wo die Kernschmelze durchgegangen ist.

Neben weiteren Videoaufnahmen und Strahlenmessungen räumt der Roboter mittels Wasserstrahl Kleinteile beiseite, die den Erkundungsroboter, der noch auf seinen Einsatz wartet, behindern könnte. Auch eine Aufhängung für eine 7 Meter lange Führungsschiene für den Erkundungsroboter wurde angebracht. Tepco ist jedoch besorgt, dass die Elektronik des Erkundungsroboters aufgrund der hohen Strahlung versagen könnte. Der Einsatz war ursprünglich für Anfang Februar geplant und nun vorerst verschoben.  

 

08.08.2017

AKW Sendai – Heftige Kritik aus Niigata

Auf einer Pressekonferenz von heute kritisierte Ryuichi Yoneyama, Präfekturgouverneur von Niigata seinen Amtskollegen Satoshi Mitazono, Präfekturgouverneur von Kagoshima wegen seiner widersprüchlichen Vorgehensweise in Bezug auf das AKW Sendai in seiner Präfektur.

Mitazono wurde im Juli und Yoneyama im Oktober 2016 zum Präfekturgouverneur gewählt. Bei beiden stand die Abschaltung des AKWs Sendai, Präfektur Kagoshima, bzw. des AKWs Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata im Wahlkampf an oberster Stelle, was beiden auch zum Wahlsieg verhalf. Im Gegensatz zu Yoneyama hatte Mitazono sein Wahlversprechen nicht eingelöst und Reaktor 1 am AKW Sendai, der wegen Wartung stillstand, wieder ans Netz gehen lassen (antiatom-fuku berichtete). Zurzeit ist Reaktor 2 wegen Wartung vom Netz und es ist zu erwarten, dass auch dieser wieder angefahren werden darf. Angeblich hätte er darüber keine Entscheidungsgewalt gehabt und somit die Wiederinbetriebnahme gebilligt, so Mitazono nach einer Ausrede suchend.

Yoneyama hingegen will Wort halten und die beiden Reaktoren 6 und 7 am AKW Kashiwazaki Kariwa nicht ans Netz gehen lassen. Beide Reaktoren befinden sich noch in der Überprüfung durch die Atomaufsichtsbehörde NRA und werden von Stromkonzern Tepco betrieben, der auch das havarierte AKW Fukushima betrieben wird.

 

Weitere Mängel an 10 AKWs

Wie die Atomaufsichtsbehörde NRA heute mittelte, weisen einige Maschinengebäude an 10 AKWs Undichtigkeiten auf, so dass bei Starkregen Wasser eindringt. Teilweise bilden sich regelrechte Pfützen im Maschinenhaus. Darunter ist auch das AKW Onagawa, Präfektur Miyagi, das schon wegen des rissigen Reaktorgebäudes von der NRA moniert worden ist (antiatom-fuku berichtete).    

 

AKW Fukushima: Kosten explodieren weiter

Auf der Kabinettssitzung von gestern legte das Wirtschaftsministerium neue Zahlen zu den Folgekosten am havarierten AKW Fukushima dai ichi vor. Die für 2016 veranschlagten Rückbaukosten von 91 Mrd. Euro haben sich mit 179 Mrd. Euro auf fast das Doppelt potenziert. Erschwerend hinzu kommt noch, dass sich, wie erste Bilder aus Reaktor 2 bereits zeigen, die Bergung der geschmolzenen Brennelemente schwieriger und aufwändiger gestalten wird, als zunächst angenommen. Dieses ist dem entsprechend auch mit deutlich mehr Kosten verbunden.

Tepco kratzt wieder einmal die letzten finanziellen Reserven zusammen und braucht neue Staatsmittel. Als Reaktion darauf plant die Regierung nun weitere Belastungen für den Steuerzahler.

06.02.2017

NRA Sicherheitsüberprüfung: Deutliche Mängel an zwei AKWs   

Wie die Tohoku Elektrizitätswerke nun bekannt gaben, soll die Wiederinbetriebnahme von Reaktor 2 am AKW Onagawa, Präfektur Miyagi und Reaktor 1 am AKW Higashidori, Präfektur Aomori auf Mitte 2018, bzw. Mitte 2019 verschoben werden. Beide Reaktoren werden zurzeit durch die Atomaufsichtsbehörde NRA auf Erfüllung der gesetzlich festgelegten Sicherheitsanforderungen überprüft.

Ursprünglich hatten die Tohoku Elektrizitätswerke mit einem schnelleren Abschluss der NRA-Überprüfung gerechnet und dem entsprechend die Wiederinbetriebnahmen von Reaktor 2 am AKW Onagawa für April dieses Jahres geplant. Es werden von der NRA jedoch noch einige Nachbesserungen gefordert, die bis Anfang 2018 dauern könnten. Die Tsunamimauer (Höhe 23,1 Meter) wurde zwar schon abgenommen und das AKW als solches für erdbebensicher erklärt, allerdings weist das Gebäude von Reaktor 2 zahllose Risse auf, die bereits im Januar moniert worden sind (antiatom-fuku berichtete).

Am AKW Higashidori verläuft eine geologische Verwerfungslinie, die seismisch aktiv ist. Hierzu wollen die Tohoku Elektrizitätswerke der NRA eigene Daten vorlegen, die eine seismische Aktivität der Verwerfung widerlegen sollen.   

 

02.02.2017

AKW Fukushima, Reaktor 2, großes Loch unterhalb des Druckbehälters

Neue Bilder aus Reaktor 2 am havarierten AKW Fukushima dai ichi zeigen ein großes Loch mit einem Durchmesser von 1 Meter im „Laufgitter“ unterhalb des Reaktordruckbehälters. Hier ist die Kernschmelze „durchgeflossen“. Unterhalb des Gitters konnten bisher noch keine Aufnahmen getätigt werden. Die gemessene Strahlung weist eine extrem hohen Wert von 530 Sv/h!! auf. Eine Strahlendosis, die innerhalb einer Minute absolut tödlich wirkt!

Nun ist der Betreiber Tepco besorgt, ob der Erkundungsroboter, der in Kürze eigentlich eingesetzt werden sollte, der hohen Strahlung überhaupt standhält. Und es ist fraglich, ob der Roboter problemlos über das Gitter „laufen“ kann. Denn dieses ist voller Klumpen (Anteile der Kernschmelze, antiatom-fuku berichtete), verbogen und somit eventuell zu uneben für den Roboter.

Um sich ein besseres Bild zu verschaffen, siehe dazu auch das Video von Yomiuri TV (Japanisch). Kurzinfo: Bei 0:12 => Loch im Laufgitter, Strahlenmessung => 0:39 und 0:50 => Erkundungsroboter im Testlauf.

 

01.02.2017

AKW Sendai – unzureichende Fluchtwege

Auf einer Bürgerversammlung zum Thema AKW Sendai und Notfallmaßnahmen im Falle einer Reaktorkatastrophe, die am Wochenende in der Präfektur Kagoshima stattfand, wurden vor allen die mangelnden Fluchtwege kritisiert.

Das AKW Sendai, das bereits durch die Atomaufsichtsbehörde NRA für „sicher“ befunden worden ist (Reaktor 1und 2) und im Herbst 2015 wieder in Betrieb genommen werden durfte, befindet sich an der Küste einer bergischen Landschaft, mit größeren Ortschaften in etwa 3 km Entfernung. Die einzige Hauptstraße führt zum Teil entlang der Küste am AKW vorbei in beide Richtungen durch mehrere Ortschaften. Als weitere Fluchtwege stehen nur ein paar wenige recht schmale „Wirtschaftswege“ zur Verfügung, die mitten durch die Berge ins Landesinnere führen.

Auch Präfekturgouverneur Satoshi Mitazono kritisierte vor allem diesen Punkt. Denn, so Mitazono, „die Straße könnte einerseits durch einen Tsunami überspült, oder wie bei der Erdbebenserie von Kumamoto im April 2016 erheblich beschädigt werden“. Erdrutsche nach Starkregen sind ebenfalls keine Seltenheit. Laut den Planern der Katastrophenschutz- und Evakuierungsmaßnahmen sind die Wege, die mittig durch die Berge führen ausreichend, falls die Straße nicht mehr passierbar ist. „Eine Evakuierung der Ortschaften sei problemlos möglich“, so die Planer.

Eine Begehung unabhängiger Experten zeigt jedoch, dass die besagten Wege durch Starktregen mit Erdrutschen aus dem letzten Jahr zum Teil erheblich beschädigt und bis heute noch nicht instandgesetzt worden sind.

Bürgerinitiativen und einige Lokalpolitiker fordern die sofortige Stilllegung des AKWs Sendai, den rascheren Ausbau erneuerbarer Energien und üben Druck auf Mitazono aus, der nun endlich etwas gegen das AKW Sendai unternehmen soll. So betont auch Takako Ueda, der Bürgermeister der Stadt Mashiki, Präfektur Kumamoto, dass die Fluchtwege völlig unzureichend sind und dass in Anbetracht der Gefahren generell, insbesondere für Erdbebengebiete eine sofortige Abschaltung des AKWs dringend geboten ist.

Mitazono, der im Wahlkampf die Abschaltung des AKWs Sendai versprach, wurde genau deshalb im Sommer 2016 zu Präfekturgouverneur gewählt. Allerdings darf das AKW weiterhin betrieben werden, da er angeblich keine genügende politische Handhabe gegen das AKW hätte (antiatom-fuku berichtete).   

Januar

30.01.2017

AKW Fukushima: weitere Bilder aus Reaktor 2

Am havariertem AKW Fukushima dai ichi wurden weitere Bilder und Filmaufnahmen aus dem Inneren des Sicherheitsbehälters von Reaktor 2 ausgewertet. Wie der Betreiber Tepco heute auf einer Pressekonferenz mitteilte, zeigen die Aufnahmen reichlich bräunlich-schwarze Klumpen und Ablagerungen, die überall auf den Arbeitsplattformen („Laufgitter“) unterhalb des Druckbehälters verteilt sind (im Video bei 1:12). Das Regelwerk der Steuerstäbe, das sich unterhalb des Druckbehälters befindet, sowie ein Teil der Steuerstäbe, dazugehörige Kabel und Dämmmaterial sind ebenfalls zu sehen (im Video bei 0:37).

Laut Tepco handelt es sich bei den Klumpen und Ablagerungen mit aller Wahrscheinlichkeit um die Reste der geschmolzenen Brennelemente. Der Boden des Druckbehälters weist sichtbaren Schäden auf. Ob der Boden des Sicherheitsbehälters ebenfalls durchgeschmolzen ist, kann bisher noch nicht genau gesagt werden, wird jedoch vermutet.

Neben dunstigen Nebel behindert auch das kontinuierlich zirkulierende Kühlwasser zum Teil die Sicht auf den Boden des Sicherheitsbehälters. Eine genaue Beurteilung, sowie Strahlen- und Temperaturmessung soll ab Anfang Februar mit dem Erkundungsroboter, der sogar über zwei Kameras verfügt erfolgen.

Zum Video des Betreibers Tepco auf der Webseite der Mainichi Shinbun     

29.01.2017

AKW Fukushima, Reaktor 2 – Vorbereitung für Erkundungsroboter

Am AKW Fukushima dai ichi kommen die Vorbereitungsarbeiten für den Einsatz des Erkundungsroboters, der den Sicherheitsbehälter von Reaktor 2 von Innen erkunden soll, gut voran. Über eine Röhre, die in den Sicherheitsbehälter führt und einer „Laufschiene“, die zur Arbeitsplattform an der Unterseite des Druckbehälters führt (s. Abbildung), soll der Erkundungsroboter zum Zielort gelangen, um das Ausmaß der Kernschmelze zu dokumentierten. Mit dem „Vorroboter“, der Ende dieser Woche eingesetzt worden ist, wurden neben ersten Bilder, die geliefert worden (antiatom-fuku berichtete), kleine Trümmer und Ablagerungen, die den Erkundungsroboter behindern könnten, mittels Wasserstrahl weggespült.

Der Erkundungsroboter wird sich auf der Arbeitsplattform („Laufgitter“) bewegen, um den Reaktordruckbehälter von unten zu filmen. Mit diesen Daten soll dann eine Animation angefertigt werden. Auch das Regelwerk/Antrieb der Steuerstäbe, ebenfalls unterhalb des Druckbehälters befindlich, soll begutachtet werden. Das Hauptaugenmerk richtet sich natürlich auf die durchgeschmolzenen Brennelemente.

Im Juni 2016, als der Reaktor 2 mittels der Myon-Technologie (ein spezielles bildgebendes Verfahren) untersucht worden ist (antiatom-fuku berichtete), wurde vermutet, dass sich die Hälfte des Brennmaterials noch im Druckbehälter befindet, worüber man sich heute jedoch nicht mehr so sicher ist.

Mit dem Erkundungsroboter, der Anfang Februar zum Einsatz kommen soll, werden erste Daten und Bilder zum Ausmaß der Kernschmelze erwartet. Spannend ist auch die Frage, inwieweit die Kernschmelze durch den Boden des Sicherheitsbehälters in das Betonfundament eingedrungen ist.

Anhand dieser Daten soll dann auch der Rückbau des Reaktors geplant werden.  

 

Namie – teilweise Aufhebung der Sperrzone ab Ende März

Für die Stadt Namie, die nur 8 km nördlich vom havarierten AKW Fukushima dai ichi liegt, soll der Evakuierungsbefehl ab den 31.03.2017 in einigen Ortsteilen komplett aufgehoben werden. Das betrifft 20% der ehemals bewohnten Fläche von Namie.

Neben weiteren Ortschaften wurde auch die Stadt Namie (20.000 EW) wegen der radioaktiven Verseuchung kurz nach Eintritt der Reaktorkatastrophe im März 2011 evakuiert. Die Flüchtlinge leben zum Teil bis heute noch in provisorischen Containerhäusern. Einige haben sich jedoch andernorts ein neues Leben aufgebaut.

Im Rahmen der Rückführungsmaßnahmen durch die Regierung, fand Ende dieser Woche in Hitachinaka bei Mito, Präfektur Ibaraki eine Bürgerversammlung statt, bei der auch der Bürgermeister von Namie, Tamotsu Baba den etwa 40 Teilnehmern die „Fortschritte“ beim Wiederaufbau und der Flächendekontamination erläuterte. Die Infrastruktur werde wiederhergestellt, eine Arztpraxis und Geschäfte werden bald eröffnen, so Baba. Die Teilnehmer, ehemalige Anwohner sind jedoch sehr skeptisch gegenüber einer Rückkehr, zumal die Dekontaminationsmaßnahmen noch nicht abgeschlossen sind, die Situation am AKW Fukushima dai ichi weiterhin besorgniserregend ist und der Rückbau sich schwierig gestaltet. Dem entsprechend halten die Teilnehmer die Aufhebung der Evakuierung für voreilig und verantwortungslos.  

Nur knapp 20% der ehemaligen Bürger könnten sich eine Rückkehr nach Namie vorstellen. Die meisten haben sich jedoch woanders eine neue Existenz aufgebaut. Einige dieser Bürger wollen jedoch ihr Haus in Namie behalten, aber nicht dort wohnen.

Zurzeit sind in den fraglichen Stadtteilen nur stundenweise Aufenthalte über Tag „erlaubt“. Einige stark verstrahlte Bezirke von Namie bleiben jedoch bis auf weiteres noch komplett gesperrt.  

 

AKW Kashiwazaki Kariwa – Kosten für Nachrüstung deutlich höher

Am AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata steigen laut dem Betreiber Tepco die Kosten für die Nachrüstung der Reaktoren 6 und 7 um 1,4 fache auf etwa 5,5 Mrd. Euro. Diese beiden Reaktoren werden zurzeit von der Atomaufsichtsbehörde NRA auf Erfüllung der Sicherheitsanforderungen überprüft. Auch wenn noch einige Mängel behoben werden müssen und die Kosten weiter steigen, erhofft sich Tepco eine baldigen und „erfolgreichen“ Abschluss der Sicherheitsüberprüfung. Ob die Reaktoren aber letztendlich in Betrieb gehen dürfen, ist jedoch fraglich, da der Gouverneur der Präfektur Niigata, Ryuichi Yoneyama dieses weiterhin ablehnt (antiatom-fuku berichtete mehrfach darüber).

 

26.01.2017

AKW Fukushima dai ichi - Erste Einblicke in Reaktor 2

Nach dem der erste Versuch am Dienstag misslang, konnten heute am AKW Fukushima dai ichi erste Bilder aus dem Inneren des Sicherheitsbehälters von Reaktor 2 geliefert werden. Dazu wurde der ferngesteuerter Roboter „Skorpion“ über ein Rohr hineingeschickt. Der Grund, warum es am Dienstag nicht gelang, war ein Gummiring an der Rohrmündung, der den Weg versperrte (antiatom-fuku berichtete). Dieser wurde nun erwärmt, damit er sich ausdehnt, so dass der Roboter hindurchpasst.

Nach fast 6 Jahren seit Beginn der Reaktorkatastrophe lieferte der Roboter jetzt die ersten Bilder aus dem Inneren des Sicherheitsbehälters. Im Sicherheitsbehälter ist es dunstig und nebelig. Zu sehen sind Maschinenteile, Steuerelemente für die Steuerstäbe und Laufgitter, bzw. Gerüste. Die gemessene Strahlung beträgt 8 Sv/h, so dass ein kurzer Aufenthalt schon tödlich wäre! Siehe dazu das Video von Tepco (Asahi Shinbun online).

Der ab heute eingesetzte Roboter „Skorpion“ soll neben ersten Daten vor allem sicherstellen, dass keine Hindernisse für den Spezialroboter, der im Februar eingesetzt werden soll, im Weg liegen (antiatom-fuku berichtete im Dezember2016). Der Spezialroboter soll dann ab Anfang Februar genau erkunden, wo sich die Kernschmelze ihren Weg gebahnt hat und bis wo sie überhaupt vorgedrungen ist. Auch, wie der Reaktordruckbehälter von unten aussieht, soll erkundet werden. Denn bisher gibt es nur Vermutungen. Mit Hilfe dieser Daten soll dann auch die Bergung der Kernschmelze geplant werden. Laut Tepco könnten diese Arbeiten ggf. ab 2021 beginnen.

 

25.01.2017

AKW Fukushima, Reaktor 2 – Robotereinsatz fehlgeschlagen

Am havarierten AKW Fukushima dai ichi wurde am gestrigen Dienstag versucht eine Roboterkamera über eine angebohrte Rohrverbindung in den Sicherheitsbehälter von Reaktor 2 einzuführen. Dieses gelang jedoch nicht, da der Roboter an einem Gummiring, der sich an der Mündungsstelle des Rohres befindet durch die winterliche Kälte zusammengezogen und dadurch die Durchtrittsstelle verengt hatte. Somit mussten die Arbeiten erst einmal unterbrochen werden.

Morgen soll dann aber ein neuer Versuch gestartet werden. Dafür soll die Gummidichtung, um die Durchtrittsstelle zu vergrößern jedoch angewärmt werden.

Ziel des Robotereinsatzes ist es mittels Film- und Fotoaufnahmen, Strahlen- und Temperaturmessung im Inneren des Sicherheitsbehälters von Reaktor 2 das Ausmaß der Kernschmelze zu beurteilen. Das wäre der erste Einblick in den Reaktor 2 seit Beginn der Reaktorkatastrophe. Dazu wurde bereits im Dezember ein Rohr am Sicherheitsbehälter angebohrt und vorbereitet (antiatom-fuku berichtete).

 

Schutzhülle für Reaktor 3 jetzt im Bau

Am Reaktor 3, dessen Gebäude durch die Wasserstoff- und Nuklearexplosion 2011 sehr stark beschädigt worden ist, beginnen jetzt die Bauarbeiten für eine Schutzhülle und Brennelemententnahmevorrichtung.

Die Schutzhülle wurde 2016 im neu geschaffenen Forschungszentrum für Nukleartechnologie in Naraha zur Probe aufgebaut und die Arbeitsabläufe für die Entnahme der Brennelemente geübt (antiatom-fuku berichtete).  

  

23.01.2017

Bucht von Tokyo - wieder ansteigende Cäsiumwerte

In der Bucht von Tokyo und an der Pazifikküste vor der Präfektur Fukushima wurden in Fischproben wieder ansteigende Cäsiumwerte festgestellt. In der Bucht von Tokyo waren es vorwiegend Karpfen, die erhöhte Strahlenwerte aufwiesen und in Fukushima war am ehesten der Butt betroffen. Im Fluss Edo, nahe der Mündungsstelle in die Bucht von Tokyo wurde ein 70 cm langer Karpfen gefangen, der einen Cäsiumwert von 70 Bq/kg aufweist.

Im Herbst 2016 wurden zahlreiche Fangproben aus der Bucht von Tokyo analysiert und festgestellt, dass an 24 Stellen sogar deutlich erhöhte Cäsiumwerte in den Fischproben festgestellt worden sind. In der Bucht von Tokyo münden gleich mehrere große Flüsse, die zum Teil aus den Norden kommen.

Die gesetzlich festgelegte Obergrenze für Strahlenbelastung von Lebensmitteln für Erwachsene liegt für Erwachsenen bei 100 und für Kleinkinder bei 50 Bq/kg.

 

21.01.2017

AKW Takahama – großer Baukran auf Reaktornebengebäude gestürzt

Am AKW Takahama, Präfektur Fukui stürzte gestern Abend um 21:50 Uhr ein großer Baukran um und richtete Schäden an einem Gebäude von Reaktor 2 an. Der 110 Meter hohe Kran fiel der Länge nach auf das Dach des Nebengebäudes von Reaktor 2. Dort befindet sich ein Abklingbecken mit Brennelementen. Durch den Aufprall sind jedoch keine Betonteile von der Decke ins Abklingbecken gefallen. Die Außenmauer des Gebäudes ist ebenfalls beschädigt. Dieser Unfall ist laut den betreibenden Kansai Elektrizitätswerken glimpflich verlaufen und hätte auch keine nennenswerten Folgen.

Die Kansai Elektrizitätswerke hatten im vergangenen Sommer für die Reaktoren 1 und 2, die in Kürze die maximale Laufzeitverlängerung von 40 Jahren erreichen, eine weitere Laufzeitverlängerung für 20 Jahre bei der Atomaufsichtsbehörde NRA beantragt. Um den gesetzlich festgelegten Sicherheitsanforderungen zu entsprechen, werden die Reaktoren 1 und 2 nachgebessert. Diese Bauarbeiten sollen bis 2020 abgeschlossen sein. Zurzeit wird der Betonmantel der Reaktorkuppel von Block 2 ausgebessert, wozu der große Kran benötigt wird. Wegen einer Sturmwarnung wurde zum Unfallzeitpunkt jedoch nicht gearbeitet. Eine kräftige Windböe ließ den Kran dann umstürzen.

Um sich ein besseres Bild zum umgestürzten Kran zu machen, siehe auch das Video des Senders NHK.       

 

18.01.2017

AKW Onagawa, Reaktor 2, Risse im Mauerwerk

Am Reaktor 2, AKW Onagawa, Präfektur Miyagi, der zurzeit durch die Atomaufsicht NRA auf Erfüllung der gesetzlich festgelegten Sicherheitsanforderungen überprüft wird, wurden im Mauerwerk des Gebäudes 1130 Risse gefunden. An 7 Stellen bröckelt sogar der Putz ab. Als Ursache kommt das große Tohoku-Erdbeben von März 2011, sowie weitere stärkere Erdbeben infrage.

Laut den betreibenden Tohoku Elektrizitätswerken sei das jedoch kein Sicherheitsrelevantes Problem. Da die Risse alle unter einen Millimeter breit sind, wurde auf eine Messung der Tiefe verzichtet. Man wolle aber sicherheitshalber die Risse ausspachteln, die Wände neu verputzen und verstärken, so die Tohoku Elektrizitätswerke.

Der Reaktor 2, ein SWR, der 1995 in Betrieb genommen worden ist, ist seit November 2010 im Langzeitstillstand.  

 

Iwate: Verbrennung radioaktiver Abfälle mit Hausmüll

In der Präfektur Iwate wurden aktuell 26000 t radioaktiv kontaminierte Abfälle aus der Landwirtschaft in einer regulären Müllverbrennungsanlage für Hausmüll verbrannt. Da die Strahlenbelastung der o.g. Abfälle unter der gesetzlich festgelegten Grenze von 8000 Bq/kg liegt, darf er zusammen mit dem normalen Hausmüll verbrannt werden. Er gilt nicht mehr als Sondermüll.

Unabhängige Experten stehen dieser landesweit betriebenen Praxis seit Anbeginn sehr skeptisch gegenüber, da die Radioaktivität durch die Verbrennung nicht reduziert und radioaktive Partikel mit der Emission in die Luft geschleudert werden.  

 

15.01.2017

J-Village – Fußballstadion soll wiedereröffnet werden

Im Zuge der Olympia-Vorbereitung für 2020 wird zurzeit die Sportanlage J-Village, nahe dem havariertem AKW Fukushima dai ichi, um die Strahlung zu senken dekontaminiert. Das dazugehörige Fußballstadion soll im Sommer 2018 wiedereröffnet werden.

Die Sportanlage J-Village wurde in früherer Zeit durch den Stromkonzern Tepco, der auch das benachbarte AKW Fukushima dai ichi und das etwas weiter südlich gelegene AKW Fukushima dai ni betreibt gesponsert. Bis zum Eintritt der Reaktorkatastrophe von März 2011 trainierte dort die japanische Nationalmannschaft. Danach wurde die Anlage als Koordinationszentrale, Stützpunkt für die AKW-Arbeiter und Zwischenlager für radioaktive Abfälle wie Schutzanzüge etc. benutzt.  

 

AKW Kashiwazaki Kariwa – bleibt auch 2017 vom Netz

Wie der Betreiber Tepco nach einer Firmenkonferenz von Ende dieser Woche nun mitteilt, gehen die beiden Reaktoren 6 und 7 am AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata in diesem Jahr definitiv nicht ans Netz. Dies begründet Tepco mit den laufenden Sicherheitsüberprüfungen durch die Atomaufsichtsbehörde NRA, die sich weiter in die Länge ziehen würden. Somit sei die Wiederinbetriebnahme frühestens in zwei Jahren möglich, so Tepco.

Auch wenn die Atomaufsichtsbehörde NRA eher zuversichtlich ist und die beiden Reaktoren nach Beendigung der Sicherheitsüberprüfung voraussichtlich freigeben werden, ist es dennoch fraglich, ob diese überhaupt in Betrieb gehen dürfen. Denn der Präfekturgouverneur Ryuichi Yonoyama lehnt die Wiederinbetriebnahme weiterhin ab und fordert, dass zuerst die Probleme am havarierten AKW Fukushima dai ichi geklärt werden müssen (antiatom-fuku berichtete). Trotz allem hofft Tepco-Chef Naomi Hirose dennoch darauf, dass Präfekturgouverneur Yoneyama seine Meinung noch ändern wird. 

  

11.01.2017

Korrosionen am Lüftungsschächten möglicherweise an allen AKWs

Nach dem am AKW Shimane, Präfektur Shimane in Südjapan massive Korrosionen an Lüftungsschächten der Steuerungszentrale von Reaktor 2 entdeckt worden sind, will die Atomaufsichtsbehörde NRA jetzt landesweit alle AKWs auf diese Mängel hin überprüfen. Dies gab die Behörde heute bekannt. Es ist sehr wahrscheinlich, so die NRA, dass die restlichen AKWs ebenfalls diese Mängel aufweisen.

Im Dezember wurde am besagten Lüftungsschacht ein großes durchgerostetes Loch mit einer Größe von 0,3 X 1,0 Meter gefunden. Bereits im November dokumentierte die NRA 18 durchgerostete Löcher mit einer Größe bis zu 15 cm. Diese Lüftungsschächte wurden seit den der Reaktor 2 vor 27 Jahren, also 1989 in Betrieb ging, noch nie auf Materialschäden überprüft.

Im Falle einer nuklearen Notfallsituation könnte über diese Lüftungsschächte radioaktiv kontaminierte Luft ungehindert in die Steuerungszentrale und Kontrollraum eindringen.

Die expliziten Überprüfungen bezüglich dieser Korrosionen, die laut der NRA noch diesen Monat beginnen sollen, könnten möglicherweise auch Konsequenzen für die bereits laufenden Reaktoren 1 am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima (Reaktor 2 zurzeit in Revision) und Reaktor 3 am AKW Ikata, Präfektur Ehime haben.    

 

09.01.2017

Radioaktives Sperrgebiet: Weitere Rückführungen geplant

Für die Ortschaft Tomioka, wozu auch das AKW Fukushima dai ni gehört, will die Regierung, Präfektur- und Stadtverwaltung die Evakuierungsanordnung für den südlichen Teil ab dem 01.04.2017 komplett aufheben. Laut den Behörden wurde die Umweltstrahlung durch die Flächendekontamination ausreichend gesenkt. Die Infrastruktur, Bahnstrecke und Straßen werden wiederhergerichtet.

Im mittleren und westlichen Teil der Ortschaft sind Aufenthalte über Tag „erlaubt“. Der stark verstrahlte südliche Teil an der Küste bleibt jedoch weiterhin Sperrzone.

Tomioka liegt nur 11 km südlich vom havarierten AKW Fukushima dai ichi.

Auch der Ort Okuma wird für die Rückkehr vorbereitet. Hier sollen ehemaligen Anwohner im Herbst zurückkehren „dürfen“. Okuma liegt in direkter Nachbarschaft zum AKW Fukushima dai ichi. Auch die Stadt Futaba, die ebenfalls in direkter Nachbarschaft zum AKW Fukushima dai ichi liegt, soll dekontaminiert und wieder „bewohnbar gemacht“ werden. Ein Termin hierfür steht jedoch noch nicht fest.

Die sogenannten „Rückkehrmöglichkeiten“ sind wegen der gesundheitlichen Gefahren aufgrund der Radioaktivität, die trotz der Flächendekontamination immer noch erhöht ist, heftig umstritten. Hinzu kommt noch, das Wälder nicht dekontaminiert wurden. Es wurde vorwiegend innerhalb der Ortschaft dekontaminiert.     

 

07.01.2017

AKW Genkai – Wiederinbetriebnahme im Frühling wahrscheinlich

Am AKW Genkai, Präfektur Saga, Kyushu in Südjapan könnten möglicherweise schon im Frühling die beiden Reaktoren 3 und 4 wieder in Betrieb genommen werden. Die Überprüfung durch die Atomaufsichtsbehörde NRA wurde im vergangenen November bereist „erfolgreich“ abgeschlossen (antiatom-fuku berichtete). Ein schriftlicher Abschlussbericht der NRA folgt in Kürze.

Bezüglich der Genehmigung durch die Präfekturverwaltung sind die betreibenden Kyushu Elektrizitätswerke, die auch das laufende AKW Sendai betreiben, sehr zuversichtlich. Denn der Präfekturgouverneur Yoshinori Yamaguchi befürwortet die Nutzung der Kernenergie und sieht da auch eher nur den wirtschaftlichen Aspekt im Vordergrund.  

05.01.2017

Niigata, AKW Kashiwazaki Kariwa – Tepco hofft auf Genehmigung der Präfekturverwaltung

Auf der heutigen Konferenz in der Präfekturverwaltung traf sich die Tepco-Konzernleitung, Naomi Hirose mit dem Gouverneur der Präfektur Niigata, Ryuichi Yonoyama. Dies ist das erste Treffen des im vergangenen Oktober frisch gewählten Präfekturgouverneurs mit Tepco-Konzernchef Hirose. Hauptthema war die von Tepco angestrebte Wiederinbetriebnahme zweier Reaktoren am AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata. Dieses wird von Yoneyama und dem Großteil der lokalen Bevölkerung jedoch nicht gerade befürwortet. Und wie erwartet, bekräftigt Yoneyama erneut, dass es, solange die Probleme am havarierten AKW Fukushima dai ichi nicht geklärt sind, von der Präfekturverwaltung Niigata keine Genehmigung für die Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren am AKW Kashiwazaki Kariwa geben wird. Zudem betont er auch, dass ihm die Meinung der lokalen Bevölkerung seiner Präfektur sehr wichtig sei.

Auch wenn die beiden Reaktoren 6 und 7, die sich zurzeit noch in der Überprüfung der Atomaufsichtsbehörde NRA befinden freigegeben werden, dürfen diese, solange die Genehmigung der Präfekturverwaltung fehlt, nicht in Betrieb genommen werden.

Das Wirtschaftsministerium hatte bis Ende 2016 die bereits entstandenen Kosten, die das havarierte AKW Fukushima dai ichi verursacht hat berechnet und kommt auf eine Summe von umgerechnet 176 Mrd. Euro. Der Betrieb der beiden Reaktoren am AKW Kashiwazaki Kariwa würde Tepco einen Betrag von umgerechnet 818 Mio. Euro pro Jahr „einbringen“. Also ein Kapital, das auch zur Kostendeckung am AKW Fukushima dai ichi eingesetzt werden soll.

Der hohe wirtschaftliche Ertrag laufender Reaktoren erklärt sich vorwiegend durch die staatliche Förderung der Kernenergie.   

 

Weitere Erdbeben in der Präfektur Fukushima

In der vergangenen Nacht und auch heute über Tag ereigneten sich mehrere mittelstarke Erdbeben der Stärke 3,0 bis 4,0 mit der Einstufung M 5,3 bis M 5,8 in der Präfektur Fukushima. Und wieder lag das Epizentrum im Meer vor der Küste. Die Beben waren ganz Nordostjapan zu spüren.      

 

03.01.2017

AKW Kashiwazaki Kariwa: Tepco will mit Yoneyama ins Gespräch kommen

Am 05.01.2017 will sich die Tepco-Konzernspitze mit dem Präfekturgouverneur Ryuichi Yonoyama treffen. Thema werden die Reaktoren 6 und 7 am AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata sein, die der Betreiber Tepco nach Beendigung der Sicherheitsüberprüfung durch die Atomaufsichtsbehörde NRA wieder in Betrieb nehmen will. Yoneyama, der dafür die endgültige Genehmigung der Präfekturverwaltung erteilen müsste, steht einer Wiederinbetriebnahme des AKWs jedoch eher ablehnend gegenüber. Neben der fehlenden Notwendigkeit, begründet er seine kritische Haltung auch mit den stärkeren Erdbeben in der Nachbarpräfektur Fukushima, die in letzter Zeit gehäuft aufgetreten sind (antiatom-fuku berichtete). Zudem fordert er, dass, bevor erste Verhandlungsgespräche bezüglich des AKWs Kashiwazaki Kariwa überhaupt begonnen werden, dass Tepco erst einmal die ganzen Probleme am havariertem AKW Fukushima dai ichi in den Griff bekommt.       

 

02.01.2017

Fukushima – weiterer Anstieg von Schilddrüsenkrebs bei Kindern

In der Präfektur Fukushima ist es zu einem weiteren Anstieg von Schilddrüsenkrebs bei Kindern und Jugendlichen gekommen, so dass die Anzahl der Fälle Ende Dezember 2016 schon auf 186 angestiegen ist. Im Juni 2016 lag die Zahl der Schilddrüsenkrebsfälle noch bei 174. Auch in den Nachbarpräfekturen kamen 2016 jeweils 1 bis 2 Fälle hinzu. In der südlichen Nachbarpräfektur Ibaraki sind es sogar 3 Kinder, die betroffen sind.

Nach Eintritt der Reaktorkatastrophe von 2011 wurde ein signifikanter Anstieg an Schilddrüsenkrebs sowie weiteren, auch nicht kanzerogenen Erkrankungen verzeichnet, die nach Recherchen unabhängiger Experten durch aus im Zusammenhang mit der erhöhten Strahlung stehen. Ein sogenannter „Screening-Effekt“ kann hier bei sicher ausgeschlossen werden.

 

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