2018 Fuku Info

Archiv aus dem Jahr 2018 in umgekehrter Chronologie. Das heißt: Das aktuellste folgt zuerst.

 (Zu den aktuellen Nachrichten)

 

19.08.2018

AKW Fukushima, weitere hochradioaktive Stoffe im Abwasser

Am havarierten AKW Fukushima Daiichi wurden, wie der Betreiber Tepco heute bekannt gab, neben Tritium noch weitere radioaktive Stoffe im Abwasser gefunden, die sich ebenfalls nicht herausfiltern lassen. Das Abwasser kommt vorwiegend aus der Reaktorkühlung, ist hochradioaktiv verseucht, wird „gereinigt“ und zur Kühlung wiederverwertet, bzw. in Tanks auf dem Gelände gelagert. Es lassen sich aber nicht alle radioaktiven Stoffe, vor allem das Tritium aus den Abwasser herausfiltern, so dass das „nicht mehr verwertbare Restwasser“, das dann in den Tanks gelagert wird, eine sehr hohe Radioaktivität aufweist.

Die radioaktiven Stoffe, die sich neben Tritium ebenfalls nicht herausfiltern lassen, haben eine Halbwertszeit von bis zum 1,57 Mio. Jahren.  

Bezüglich des „Tritiumwassers“ hatte die Regierung bereits eine kleine Arbeitsgruppe gebildet, die, wie diese nun mittelte, „Bewegung in die Sache bringen“ und dazu in Kürze eine endgültige Entscheidung treffen will, wie mit dem Tritium, das auf dem AKW-Gelände lagert umgegangen werden soll. Dazu findet Ende August noch eine öffentliche Informationsveranstaltung mit Bürgerbefragung statt.  

Eine Verklappung ins Meer, wie es die Atomaufsichtsbehörde NRA und der Betreiber Tepco bisher angestrebt haben (antiatom-fuku berichtete), stößt in der Bevölkerung, den Umweltorganisationen und der Fischereigenossenschaft weiterhin auf massiven Widerstand.

Auf dem AKW-Gelände lagern mittlerweile 890.000 t hochradioaktiv verstrahltes Wasser mit einer sehr hohen Tritiumkonzentration. 

 

15.08.2018

AKW Fukushima Wochenrückblick, Probleme am Entnahmekran

Am havarierten AKW Fukushima Daiichi, Reaktorgebäude 3 gibt es weiterhin technische Probleme mit dem Entnahmekran für die Brennelemente, die im Abklingbecken lagern (antiatom-fuku berichtete). Schon Ende Juli wies der Entnahmekran, der im Obergeschoss des Reaktorgebäudes über dem Abklingbecken montiert worden ist, einen Defekt auf, der mittlerweile jedoch behoben worden ist.

In der vergangenen Woche, als der Kran dann zu Testzwecken mit „Brennstabmodellen“, um den Arbeitsablauf zu üben, bedient worden ist, stoppte der Kran mitten im Entnahmevorgang selbsttätig. Ein unerklärlicher Kabelbruch am Kran führte zum Ausfall. Der Betreiber Tepco sucht noch nach der Ursache.

Somit muss der für November angesetzte Termin für die Entnahme der 566 Brennelemente auf unbestimmte Zeit verschoben werden.

Außerdem musste auch am Steuerpult des Transportkrans für den Behälter der Brennelemente ein defektes Teil ausgetauscht werden.      

 

11.08.2018

AKW Shimane 3 – Aussicht auf baldige NRA-Freigabe

Am AKW Shimane in der gleichnamigen Präfektur Shimane wird in Kürze der Abschluss der „Sicherheitsüberprüfung“ der Atomaufsichtsbehörde NRA für den Reaktor 3 erwartet. Eine Freigabe des Reaktors durch die NRA wurde den betreibenden Chukoku Elektrizitätswerken defacto schon zugesagt. Beim Reaktor 3 handelt es sich um eine sogenannten „verbesserte“ Form des Siedewasserreaktors, der seit 2005 gebaut und schon fast fertig war, als sich im März 2011 die Reaktorkatastrophe von Fukushima ereignete. Daraufhin wurde ein Baustopp verhängt, der jedoch im vergangenem Mai wieder ausgehoben worden ist (antiatom-fuku berichtete). Der fast fertiggebaute Reaktor 3 wurde nun vollendet und soll nach Plänen der Chukoku Elektrizitätswerke noch in diesem Jahr in Betrieb genommen werden. Ursprünglich sollte er im Dezember 2011 ans Netz gehen.

Eine seismisch aktive Bruchzone, die sich in nur 2,5 km Entfernung zum AKW Shimane befindet, wurde bereits vor Baubeginn des Reaktors 3 festgestellt. Der Bau wurde aber trotzdem genehmigt.    

Somit ist Shimane 3 neben dem AKW Ōma, Präfektur Aomori, der 2. sich in Bau befindliche Reaktor, der seit der Atomkatastrophe von Fukushima fertiggestellt werden durfte.

Als letzter Schritt vor Inbetriebnahme des Reaktors 3 ist jedoch noch die Genehmigung der Präfekturverwaltung nötig, die aber in Anbetracht des gegenwärtigen Gouverneurs der Präfektur Shimane kein Problem für die Chukoku Elektrizitätswerke darstellen dürfte.

Neben Reaktor 3 des AKWs Shimane, wird auch Reaktor 2, ein SWR aus dem Jahr 1985 durch die NRA überprüft. Reaktor 1, ein SWR aus dem Jahr 1974, wurde bereits 2015 endgültig stillgelegt.

Zurzeit werden, bzw. wurden landesweit 27 Reaktoren an 16 AKWs durch die Atomaufsichtsbehörde NRA auf Erfüllung der gesetzlich festgelegten Sicherheitsanforderungen überprüft, bzw. schon freigegeben.

 

09.08.2018

Atombombenabwurf: 73 Jahre Nagasaki – Mahnung zum Abrüsten

Heute vor 73 Jahren wurde die 2. US-Atombombe, „Fat Man“ auf Nagasaki abgeworfen. Wie auch in Hiroshima drei Tage zuvor, wurde hier auf einem Schlag die gesamte Umgebung ausgelöscht. Neben den zahllosen Todesopfern litten die zunächst Überlebenden an den Folgen einer Strahlenkrankheit. Viele starben qualvoll in den folgenden Tagen und Wochen.

In der Gedenkfeier, die heute im Friedenspark Nagasaki abgehalten worden ist, ermahnte Tomihisa Taue, Bürgermeister der Stadt Nagasaki den amtierenden Ministerpräsidenten Shinzo Abe (LDP), seiner „moralischen Verpflichtung" nachzukommen, und sich als Regierungschef für eine atomwaffenfreie Welt stark zu machen.

Ein mahnender Satz, der dringend nötig ist, da nämlich durch die gegenwärtige LDP/Komeito-Regierung sogar der Artikel 9 im Militärgesetz („Pazifische Verfassung“) zu Gunsten einer aktiven Kriegsführung Japans abgeändert werden soll. Dieser Prozess läuft bereits seit einiger Zeit (antiatom-fuku berichtete mehrfach darüber). In der bisherigen Verfassung des Gesetzes darf die japanische Armee nur im Falle eines Angriffes, zwecks Verteidigung tätig werden.

Der UN-Generalsekretär Antonio Guterres, der ebenfalls an der Gedenkfeier teilnahm, kritisierte, dass die Atomstaaten statt abzurüsten, ihre Atomwaffenarsenale sogar vergrößern, alte Atombomben „modernisieren“ und die Atomwaffentechnologie insgesamt laufend „verbessern“.

 

06.08.2018

Gedenkfeier zum 73. Hiroshima Jahrestag

Im Rahmen einer offiziellen Gedenkdenkfeier wurde heute in Hiroshima der Atombombenopfer gedacht.

Am 06.08.1945 warfen die USA eine Atombombe „Little Boy“ über Hiroshima ab. Die Leute im direktem Umfeld starben sofort, weitere zahllose Leute starben in den nächsten Tagen und Wochen qualvoll an den Folgen einer Strahlenkrankheit. Eine weitere Atombombe „Fat Men“ wurde 09.08.1945 auf Nagasaki, Kyushu abgeworfen.

Bei der Gedenkfeier hielt Kazumi Matsui Bürgermeister der Stadt Hiroshima eine Ansprache, in der er sich besorgt über politische Spannungen weltweit äußerte, und vor einem erneuten nuklearen Wettrüsten warnte. „Dies sei eine extreme Bedrohung für die internationale Gemeinschaft“, so Matsui.

Ministerpräsident Shinzo Abe (LDP), der bei dieser Gedenkfeier ebenfalls vertreten war, appellierte, dass „sein Land“ eine Vermittlerrolle zwischen den Atommächten einnehmen und die Abrüstungsbemühungen der internationalen Gemeinschaft voranbringen wolle. Er befürworte eine Welt ohne Atomwaffen, lässt jedoch gleichzeitig immer mehr Reaktoren im eigenem Lande wieder ans Netz gehen. Auch die Brütertechnologie am Forschungsreaktor Joyo in der Präfektur Ibaraki, soll nach Wünschen von Ministerpräsident Abe weiter vorangetrieben werden. Dieser „ersetzt“ den Schnellen Brüter Monju, Präfektur Fukui, der 2016 endgültig stillgelegt worden ist. Zudem verfügt Japan mittlerweile über 45 t Plutonium, das zum Teil jedoch noch in Sellafield und La Hague lagert.   

 

03.08.2018

AKW Takahama, Reaktor 3 wegen Wartung vom Netz

Am AKW Takahama, Präfektur Fukui wurde heute früh der Reaktor 3 zwecks viermonatiger Revision heruntergefahren. Der Reaktor 4, der sich seit Mai in Revision befindet, soll ab Ende dieses Monats wieder hochgefahren werden.

Auch wenn das AKW Takahama jetzt komplett vom Netz ist, ist die Stromversorgung, wie selbst die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke nun zugeben, auch trotz der Sommerhitze und der auf Hochtouren laufenden Klimaanlagen weiterhin problemlos gewährleistet.

Landesweit sind nun 4 von 9 Reaktoren vom Netz (Siehe AKW-Status).

 

01.08.2018

AKW Fukushima Daiichi Wochenrückblick

Ab Mitte November sollen alle 566 Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 3 entfernt und in das Zusatzabklingbecken, das sich auf dem AKW-Gelände befindet, transportiert werden. Die Arbeiten, die voraussichtlich bis Ende 2020 andauern sollen, sollten ursprünglich im Oktober beginnen (antiatom-fuku berichtete), mussten jedoch aufgrund einer technischen Störung des Entnahmekrans auf Mitte November verschoben werden.

Der Kran, der zurzeit repariert wird, befindet sich über dem Abklingbecken. Das Reaktorgebäude ist mittlerweile durch die kürzlich errichtete halbrunde Dachkonstruktion überdacht, die als Schutzhülle radioaktive Partikel zurückhält.

Bis wo der geschmolzene Kernbrennstoff von Reaktor 1 gedrungen ist, ist bis heute noch ziemlich unklar. Dazu wird das mit Kühlwasser gefüllte untere Drittel des Sicherheitsbehälters mittels ferngesteuerten Roboter auf Anteile des geschmolzenen Kernbrennstoffs untersucht.

Zur Gewinnung weitere Daten, die für die Bergung der Kernschmelze von Reaktor 2 wichtig sind, wird mit einem „Roboterarm“ gearbeitet.

 

31.07.2018

Mittelstarkes Erdbeben in der Präfektur Fukushima

In der Präfektur Fukushima ereignete sich heute Nachmittag um 17:42 Uhr ein mittelstarkes Erdbeben der Stärke 5,0 mit der Einstufung M 5,7. Das Epizentrum lag im Meer vor der Küste der Präfektur Fukushima. Eine Tsunamiwarnung wurde nicht herausgegeben. Das Beben, das sich in der kompletten Tohoku- und Kanto-Region ausbreitete, erstreckte sich südlich bis Tokyo, westlich bis Niigata und nördlich bis in die Präfektur Aomori.

Laut dem Betreiber Tepco habe es an den AKWs Fukushima Daiichi, Daini und Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata keine besonderen Vorkommnisse gegeben.

Die beiden Schornsteine der Reaktoren 1 und 2, und der Reaktoren 3 und 4 am havarierten AKW Fukushima Daiichi sind aufgrund von Korrosionen am Haltegerüst einsturzgefährdet, und somit besonders anfällig. Es würden dann Unmengen an hochradioaktive Partikel, die im Schornstein haften, durch die Luft gewirbelt und in der Umgebung verteilt. Der Schornstein von Reaktor 1 und 2 soll ab Dezember rückgebaut werden (antiatom-fuku berichtete).   

 

28.07.2018

AKW Genkai, geologische Verwerfungen weiterhin umstritten

Nach Begutachtung des AKWs Genkai, Präfektur Saga, in Bezug auf Terroranschläge, kamen die geologischen Verwerfungslinien, die das AKW-Gelände durchziehen, wider zur Sprache.

Das Vorhandensein einer seismischen Aktivität der geologischen Verwerfungen, die zum Teil unterhalb der seit Mai, bzw. Juni wieder in Betrieb befindlichen Reaktoren 3 und 4 verlaufen, wird von den betreibenden Kyushu Elektrizitätswerken weiterhin abgestritten. Unabhängige Geowissenschaftler vermuten jedoch sehr wohl eine seismische Aktivität der Verwerfungen, die nämlich zum Teil sogar unterhalb der Reaktoren 3 und 4 verlaufen.

Die Atomaufsichtsbehörde NRA hat nun erneute geologische Überprüfungen auf dem AKW-Gelände angeordnet. Dazu sollen erneut Probebohrungen durchgeführt werden.

Das Thema wurde bereits Ende 2017 schon heftig diskutiert (antiatom-fuku berichtete), dennoch durften die beiden Reaktoren 3 und 4, die zuvor von der NRA für „sicher“ befunden worden sind, wieder ans Netz gehen. Der Reaktor 3 ist neben den „normalen“ Uran-, auch mit 32 MOX-Brennelementen bestückt.   

 

23.07.2018

METI hält mehr Netzkapazität für Atomstrom frei

Seit der Reaktorkatastrophe von Fukushima ist der Anteil an erneuerbaren Energien deutlich angestiegen. Ein positiver Trend und weiter anhaltender Boom, der von der Regierung (LDP/Komeito) jedoch nicht mitgetragen wird; eher im Gegenteil. Denn die Regierung, unter Ministerpräsident Shinzo Abe hält weiterhin an der Kernkraft fest und will diese sogar bis 2030 auf 20 – 22% ausbauen (antiatom-fuku berichtete). Dazu bremst er den weiteren Ausbau erneuerbaren Energien weiterhin aus. Die Einspeisevergütungen für erneuerbaren Energien sind mittlerweile ebenfalls deutlich reduziert worden. Nun werden sogar Netzkapazitäten für AKWs, die zurzeit noch durch die Atomaufsichtsbehörde NRA auf Erfüllung der gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsanforderungen überprüft werden, freigehalten. Das Industrie- und Wirtschaftsministerium (METI) hat sogar einiges an Netzkapazität zur Durchleitung erneuerbarer Energie zu Gunsten der Kernenergie gestrichen. Dazu wurden den Ökostromproduzenten die Einspeiseverträge für etwa 260 000 Solaranlagen gekündigt!

17.07.2018

AKW Fukushima, Schornstein soll ab Dezember rückgebaut werden

Am havarierten AKW Fukushima Daiichi soll nun, wie der Betreiber Tepco heute bekannt gab, der 120 Meter hohe Schornstein von Reaktor 1 und 2 ab Dezember rückgebaut werden. Diese Arbeiten dauern voraussichtlich bis Dezember 2019. Im Inneren weist der Schornstein, wie auch der von Reaktor 3 und 4 eine sehr hohe Radioaktivität auf, und das Haltegerüst ist durch das große Tohoku-Erdbeben von März 2011 beschädigt. Die Bruchstellen an den Haltegerüsten weisen mittlerweile, bedingt durch die feuchte salzige Seeluft deutliche Korrosionen auf, so dass der Schornstein einsturzgefährdet ist. Dazu würde ein mittelstarkes Erdbeben schon völlig ausreichen. Der Schornstein der Reaktoren 3 und 4 weist zwar dasselbe Problem auf, ist jedoch etwas „stabiler“ als der Schornstein der Reaktoren 1 und 2.

Um die hochradioaktiven Partikel bei der Demontage des Schornsteins zurückzuhalten, soll die Öffnung mit einer Abdeckung versehen werden. Um die Demontage des Schornsteins präzise durchführen zu können, sollen die Arbeitsschritte ab August an einem nachgebauten 18 Meter hohem Schornsteinmodel geübt werden. Der Rückbau soll dann scheibchenweise erfolgen.   

In den ersten Tagen der Reaktorkatastrophe 2011 wurden zwecks Druckentlastung der überhitzen Reaktoren, radioaktiver Dampf über die beiden Schornsteine abgelassen, so dass sich im Inneren der Schornsteine reichlich hochradioaktive Partikel abgelagert haben. 

 

12.07.2018

Tritiumwasser am AKW Fukushima: öffentliche Befragung geplant

Bezüglich des Tritiums (überschweres Wasser), das am AKW Fukushima Daiichi in großen Tanks auf dem Gelände lagert, will das Wirtschaftsministerium Ende August in Tokyo und in der Präfektur eine öffentliche Diskussionsrunde mit Befragung der Bevölkerung veranstalten. Ursprünglich war der Termin schon diesen Monat geplant gewesen (antiatom-fuku berichtete).

Auf dem AKW-Gelände lagern mittlerweile 890.000 t hochradioaktiv verstrahltes Wasser mit einer sehr hohen Tritiumkonzentration. Eine Menge, die von Jahr zu Jahr immer mehr wird. Während einige andere radioaktive Stoffe mittels der vorhandenen „Reinigungsanlagen“ aus dem gebrauchten hochradioaktiven Kühlwasser herausgefiltert werden können, bleibt das Tritium darin zurück.

Der Betreiber Tepco, die Regierung und die Atomaufsichtsbehörde NRA erwägen weiterhin eine Verklappung ins Meer. Angeblich würde sich das Tritium im Meer ausreichend verdünnen, so dass es nicht mehr gefährlich sei. Alle gegenteiligen Meinungen wären angeblich nur Gerüchte und Panikmache der Fischer, so die Verantwortlichen. Deshalb soll nun, so das Wirtschaftsministerium die „Möglichkeit“ der Verklappung ins Meer, die in der Bevölkerung jedoch nur sehr schwer vermittelbar ist, in einer öffentlichen Anhörung diskutiert werden.

Umweltexperten und die Fischereigenossenschaft, die eine Verklappung strikt ablehnen, vermuten hinter diesen Plänen eher eine „kostengünstige und schnelle Lösung“ für das Tritiumproblem, in dem es einfach ins Meer verklappt wird.

 

09.07.2018

AKW Fukushima, Reaktor 2 – punktuell hohe Strahlenwerte von 6,3 Sv/h

Am AKW Fukushima Daiichi wurden heute im Rahmen der Robotermission (antiatom-fuku berichtete Anfang Juli) im Reaktorgebäude 2 weitere Strahlenmessungen am Boden und den Wänden des Obergeschosses getätigt. In der Nähe eines Abwasserüberlaufs wurde sogar ein Wert von 6,3 Sv/h, einer tödlichen Dosis gemessen. Hier wurden reichlich radioaktive Partikel, vorwiegend Beta- und Gammastrahler, u.a. durch eingedrungenes Regenwasser in Richtung Überlauf gespült, wodurch sich der punktuell stark erhöhte Strahlenwert erklären lässt. An zwei weiteren Überläufen wurden Werte zwischen 175 und 285 mSv/h gemessen.

Diese Arbeiten dienen zur Vorbereitung der Entnahme der Brennelemente aus dem Abklingbecken des Reaktors 2.   

 

06.07.2018

OLG Nagoya: AKW Ōi darf weiterbetrieben werden

Nach einem Gerichtsurteil, dass am 04.07.2018 am OLG Nagoya gefällt worden ist, dürfen die beiden Reaktoren 3 und 4 am AKW Ōi, Präfektur Fukui weiterbetrieben werden. Begründet wurde das Urteil mit der bereits erteilten Freigabe durch die Atomaufsichtsbehörde NRA, die die beiden Reaktoren am AKW Ōi für „sicher“ befunden haben. Während die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke zufrieden sind mit dem Urteil, kritisiert die klagende Bürgerinitiative, dass die Gefahrenpunkte wie Erbeben usw. völlig ignoriert worden sind.

Nach einem früheren Gerichtsurteil von Mai 2014 wurde zunächst ein Betriebsstopp der beiden Reaktoren verhängt, der jedoch nach einem weiteren Gerichtsverfahren wieder aufgehoben worden ist (antiatom-fuku berichtete).

 

NRA-Überprüfung weiterer AKWs

Bisher wurden 15 Reaktoren an 8 AKWs durch die Atomaufsichtsbehörde NRA für „sicher“ befunden und freigegeben, bzw. eine 20jährige Laufzeitverlängerung nach einer Nachrüstung in Aussicht gestellt. Zurzeit werden noch 11 weitere Reaktoren an 8 AKWs auf Erfüllung der gesetzlich festgelegten Sicherheitsanforderungen überprüft.

Der Reaktor 2 am AKW Onagawa, Präfektur Miyagi und der Reaktor 1 am AKW Higashidori, Präfektur Aomori erhalten nach NRA-Überprüfung jedoch keine Laufzeitverlängerung. Hier wurde eine seismisch aktive geologische Verwerfungslinie nachgewiesen, die auch nicht dementiert werden kann. Dem Altreaktor Tokai 2, Präfektur Ibaraki hingegen, wurde jedoch nach entsprechender Nachrüstung eine Laufzeitverlängerung für weitere 20 Jahre schon zugesichert (antiatom-fuku berichtete).

Bezüglich der Reaktoren 6 und 7 am AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata, das durch die NRA nach Beendigung der Nachrüstung zur Wiederinbetriebnahme freigegeben werden soll, erwartet der im Juni neu gewählte Präfekturgouverneur Hideyo Hanazumi oberste Priorität bei der Sicherheit. Bevor diese nicht gewährleistet ist, wird der Betreiber Tepco, der auch für das havarierte AKW Fukushima Daiichi verantwortlich ist, keine Betriebsgenehmigung durch die Präfekturverwaltung erhalten. Tepco hatte gehofft, beide Reaktoren im Herbst 2019 wieder hochfahren zu können. Dieser Termin könnte sich jedoch um 1 bis 2 Jahre verzögern, da Hanazumi nämlich umfangreichere Sicherheitsüberprüfungen anordnen will.    

 

Zwischenlager Okuma/Futaba

Im Zwischenlager für radioaktives Erdreich, Laub und Dreck in Futaba/Okuma, das direkt an das Gelände des havariertem AKWs Fukushima Daiichi grenzt, lagern bereits 1 Million m3 radioaktives Erdreich und Laub, das bei der Flächendekontamination von 22 der 50 zu dekontaminierenden Ortschaften in der Umgebung angefallen ist. Bis 2020 wird sich die eingelagerte Menge voraussichtlich auf 16 Million m³ belaufen, womit das Zwischenlager dann bis zu 80% ausgelastet wäre.   

 

02.07.2018

AKW Fukushima: Beginn der Robotermission, 59mSv/h am Reaktor 2

Am havarierten AKW Fukushima Daiichi begann der Betreiber Tepco heute mit der geplanten Robotermission im Obergeschoss des Reaktorgebäudes 2. Diese dient der Vorbereitung für die Entnahme der Brennelemente (antiatom-fuku berichtete).

Zu Beginn der Robotermission, die noch bis Ende Juli andauern soll, wurde im Bereich des Obergeschosses an 19 Stellen die Radioaktivität in der Luft gemessen. Dabei lag der Höchstwert bei 59,0mSv/h. In den kommenden Tagen sollen Bildaufnahmen aus dem Inneren, sowie weitere Radioaktivitätsmessungen am Boden und Innenwänden des Obergeschosses, wo sich auch das Abklingbecken befindet erfolgen.

Das Reaktorgebäude 2 ist zwar nach der Wasserstoffexplosion von März 2011 äußerlich unbeschädigt geblieben, weist im Inneren aber trotzdem eine sehr hohe Strahlung auf, da es nämlich auch dort zu einer Kernschmelze gekommen ist.

Die heute begonnene Mission dient der Datensammlung, um die für 2023 geplante Entnahme der 615 Brennelemente aus dem Abklingbecken besser vorbereiten zu können.     

 

30.06.2018

AKW Higashidori soll weitergebaut werden

Wie der Stromkonzern Tepco gestern auf einer Pressekonferenz in Tokyo mitteilte, soll das Bauvorhaben eines weiteren Reaktors am AKW Higashidori, Präfektur Aomori fortgesetzt werden. Hierbei handelt es sich um eine sogenannte „verbesserte“ Form des Siedewasserreaktors mit einer Leistung von 1300 MW. Baubeginn war im Januar 2011, und im März 2017 sollte er dann ans Netz gehen. Es wurde sogar der Bau eines weiteren Reaktors derselben Art geplant, dessen Baubeginn für 2014, und die Inbetriebnahme für 2020 geplant gewesen ist.

Im Zuge der Reaktorkatastrophe von März 2011 wurde jedoch ein Baustopp verhängt. Jetzt jedoch will der Atomkonzern Tepco, der auch das havarierte AKW Fukushima Daiichi zu verantworten hat, das Bauvorhaben zu Ende bringen. Dazu sollen jetzt in Kürze die geologischen Verhältnisse auf der AKW-Baustelle untersucht werden. „Denn man habe, so der Tepco-Firmenchef Tomoyaki Kobayakawa, aus der Reaktorkatastrophe von Fukushima gelernt, so dass die neue Anlage höchsten Sicherheitsstandards entsprechen soll“. „Zudem wolle man, so Kobayakawa weiter, eine sichere und kostengünstige Stromversorgung in der Region gewährleisten“. Und wieder wird als Ausrede für die AKWs, das Scheinargument mit der wenig CO2-emmitierenden „sauberen“ Kernenergie in Verbindung mit der umweltschädlichen Kohleenergie hervorgebracht. Und dann ließ Kobayakawa auch noch verlauten, „dass man aufgrund der laufenden Kosten für das AKW Fukushima Daiichi und den Entschädigungszahlungen doch ein wenig Verständnis für das Bauprojekt Higashidori als neue Einnahmequelle für Tepco haben solle“.  

 

28.06.2018

AKW Fukushima, Robotermission auf nächste Woche verschoben

Wie Tepco, der Betreiber des havarierten AKWs Fukushima Daiichi heute mitteilte, soll in der kommenden Woche, die für Reaktorgebäude 2 geplante Robotermission erfolgen. Diese sollte ursprünglich bereits Anfang dieser Woche beginnen (antiatom-fuku berichtete), musste jedoch aufgrund technischer Probleme kurzfristig verschoben werden.

Die Robotermission, bei der das obere Stockwerk des Reaktorgebäudes erkundet werden soll, dient den Vorbereitungen für die Entnahme der Brennelemente aus dem Abklingbecken.    

 

25.06.2018

AKW Fukushima, erneute Robotermission im Reaktorgebäude 2

Am havarierten AKW Fukushima Daiichi wurde heute mit einer erneuten Robotermission begonnen, die voraussichtlich schon Morgen abgeschlossen werden kann. Hier soll nun, um die Bergung der 615 Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 2 vorzubereiten, der Zustand im Obergeschoss des Gebäudes, wo sich das Abklingbecken befindet, mittels eines ferngesteuerten Roboters erkundet werden.

In den Wochen zuvor wurde in mühsamer Kleinarbeit ein 7 x 5 Meter großes Loch im oberen Drittel der 20 cm dicken Außenwand geschaffen (antiatom-fuku berichtete), über das dann später die Brennelemente geborgen werden sollen. Aufgrund der hohen Strahlung direkt am und im Gebäude mussten die Arbeiten ferngesteuert erfolgen.

Um den Bergungsvorgang jedoch besser planen zu können, will sich Tepco erst einmal ein genaues Bild über den Zustand des Abklingbeckens verschaffen, weitere Daten erheben und die Strahlung messen.

 

23.06.2018

AKW Takahama, Reaktor 4 - Risse in Rohrleitungen

Am AKW Takahama, Präfektur Fukui wurden an 2 Rohrleitungen des Dampferzeugers von Reaktor 4 zwei Risse mit einer Länge von jeweils 3,4 und 3,8 mm gefunden. Der Reaktor 4, wie auch Reaktor 3 ein DWR, ist seit Mitte Mai zwecks Revision vom Netz.

Im Primärkühlkreislauf des Reaktors 4, worin hochradioaktives heißes Wasser zirkuliert, befinden sich 3 Verdampfer. Diese verfügen über jeweils 3400 kleinere Rohrleitungen, die als Wärmetauscher mit dem Sekundärkühlkreislauf im Kontakt stehen. 

Im laufenden Betrieb des Reaktors stehen diese besagten kleineren Rohrleitungen, wodurch das hochradioaktive heiße Wasser aus dem Druckbehälter, der die Brennelemente beinhaltet fließt, unter ständigen Druck und Spannung, so dass es dort zu Rissen gekommen ist. Diese Belastung hätte auf dann Dauer zu Rissen in den Rohrleitungen geführt, so die Vermutungen der Kansai Elektrizitätswerke. Korrosionen wurden bei der Wartung ebenfalls entdeckt.

Der Reaktor 4 befindet sich seit Mitte Mai in Revision, die voraussichtlich noch bis September andauern soll. Für den Reaktor 3 ist die Revision ab Juli/August geplant.

 

18.06.2018

Größeres Erdbeben in Osaka

Heute Morgen um 7:58 Uhr ereignete sich in der Osaka-Region ein größeres Erdbeben der Stärke 6,0 mit der Einstufung M 6,1. Das Epizentrum lag in 10 km Tiefe im nördlichen Teil der Großstadt Osaka. Neben zahlreichen Verletzten kamen 3 Menschen ums Leben, wovon ein kleineres Schulkind und ein älterer Mann von einer umstürzenden Mauer, die neben dem Gehweg verlief, erschlagen worden sind. Es kam zu kompletten Stromausfällen, Hausbränden und geborstene Wasserrohren, die zum Teil die Straßen überfluteten, sowie zu weiteren zahllosen Sachschäden. Der Zugverkehr kam ebenfalls zum Erliegen. (siehe Video der ANN News. Das Video ist zwar auf Japanisch, die Bilder verdeutlichen aber trotzdem das Ausmaß des Bebens).

Die Ausläufer des Bebens erstreckten sich bis Fukuoka, Kyushu im Süden, Niigata in Nordwesten und Tokyo im Osten Japans (siehe Erdbebenkarte). In der etwa 70 km entfernten Fukui-Bucht befinden sich gleich mehrere Reaktoren, wovon zurzeit 3 am Netz sind.

Über den ganzen Tag verteilt kam es immer wieder zu Nachbeben, die zum Teil eine Stärke 3,0 bis 4,0 auf der Richter-Skala erreichten.   

Erdbebenkarte des japanischen Wetterdienstes

http://www.tenki.jp/bousai/earthquake/detail-20180618075838.html

Video

https://www.youtube.com/watch?v=BOdsNZHknLY

 

16.06.2018

AKW Genkai, Reaktor 4 seit heute wieder in Betrieb

Nach etwa sechseinhalb Jahren Stillstand wurde heute Vormittag um 11:00 Uhr der Reaktor 4 am AKW Genkai, Präfektur Saga wieder angefahren. Er läuft zunächst im Testbetrieb, wird nach und nach in seiner Leistung gesteigert, so dass er ab Mittwoch kommender Woche mit der Stromproduktion beginnt. Ab Mitte Juli soll er dann im regulären Leistungsbetrieb laufen, so die Pläne der betreibenden Kyushu Elektrizitätswerke.

Somit wurden schon allein auf der südlichen Hauptinsel Kyushu 4 Reaktoren an 2 AKWs wieder in Betrieb genommen. Landesweit ist Genkai 4 nun der 9. Reaktor, der nach Freigabe der Atomaufsichtsbehörde NRA wieder hochgefahren werden durfte.

Um auf Kyushu eine Überkapazität an Strom zu vermeiden, werden nun, unter dem Vorwand Kosten für fossile Rohstoffe zu senken, die Kohlekraftwerke in ihrer Leistung reduziert.

Der Reaktor 4, dessen Wiederinbetriebnahme ursprünglich für Herbst 2017 geplant gewesen ist, wurde wegen des Kobe Stahlskandals und technischer Probleme laufend verschoben. So konnte auch der Termin für März nicht eingehalten werden, da genauso wie am Reaktor 3 Korrosionen an Rohrleitungen des Sekundärkreislaufes entdeckt worden sind. Zudem waren 3 von 4 Kühlpumpen des Primärkreislaufes defekt. Und die Abklingbecken beider Reaktoren erreichen in den nächsten 3 bis 4 Jahren auch ihre maximale Kapazität. (antiatom-fuku berichtete im März/April).    

 

14.06.2018

AKW Fukushima Daini: Endgültige Stilllegung beschlossen

Auf einer Konferenz mit dem AKW-Betreiber Tepco und der Verwaltung der Präfektur Fukushima, einigten sich Tepco und der Präfekturgouverneur Masao Uchibori im gegenseitigen Einvernehmen auf eine endgültige Stilllegung aller vier Reaktoren des AKWs Fukushima Daini. Das AKW Fukushima Daini, mit vier Reaktoren, liegt nur 12 km südlich vom havarierten AKW Fukushima Daiichi.

Das ist nun das aller erste Mal, dass sich der Betreiber Tepco, der nämlich auch das AKW Fukushima Daiichi zu verantworten hat, sich mit einer Stilllegung des AKWs Fukushima Daini einverstanden zeigt. Denn die Stilllegung, die schon in der Vergangenheit mehrfach diskutiert worden ist, wurde seitens Tepco bisher immer abgelehnt. Anfänglich wollte Tepco sogar die „heile gebliebenen“ Reaktoren 5 und 6 am AKW Fukushima Daiichi wieder in Betrieb nehmen, was jedoch seitens der Atomaufsichtsbehörde NRA und der Präfekturverwaltung direkt abgelehnt worden ist.

Seit Beginn der Reaktorkatastrophe sprechen sich die meisten Bürger und Lokalpolitiker in der Präfektur Fukushima gegen die Atomenergie aus. Die erneuerbaren Energien werden immer weiter ausgebaut, so dass die Präfektur immer unabhängiger auch von fossilen Energieträgern wird.    

Uchibori löst mit der Stilllegung des AKWs auch ein Wahlversprechen von vor 4 Jahren ein, als er zum Gouverneur der Präfektur Fukushima gewählt worden ist. Zur nächsten Gouverneurswahl im Oktober tritt er wieder an.

 

13.06.2018

AKW Fukushima Daiichi Wochenrückblick

Am havarierten AKW Fukushima Daiichi werden jetzt aus dem Zusatzabklingbecken 483 Brennelemente, die keiner Nasslagerung mehr bedürfen, zum Trockenlagerplatz, der sich ebenfalls auf dem AKW-Gelände befindet, transportiert. Hierdurch soll Platz für die Brennelemente geschaffen werden, die ab dem Herbst aus dem Abklingbecken des Reaktors 3 entfernt werden sollen.

Die 1535 Brennelemente von Reaktor 4 wurden bereits 2014 in einer heiklen Aktion aus den Abklingbecken in das Zusatzabklingbecken umgelagert (antiatom-fuku berichtete mehrfach darüber).

Zum Todesfall eines 50jährigen Arbeiters eines Subunternehmers, der sich am 06.06.2018 ereignete (antiatom-fuku berichtete am 07.06.2018), beteuert der AKW-Betreiber Tepco weiterhin, dass die Todesursache nicht in Verbindung mit der Tätigkeit im Bereich der Lagertanks für hochradioaktives Wasser am AKW stehen würde.  

 

10.06.2018

Präfektur Niigata, AKW-Skeptiker Hanazumi gewinnt Gouverneurswahl

Die Präfektur Niigata hat heute einen neuen Gouverneur gewählt. Unter den 3 favorisierten Kandidaten, wurde Hideyo Hanazumi (60) mit 49,15% der Wählerstimmen zum neuen Gouverneur der Präfektur Niigata gewählt. Dicht gefolgt von der Kandidatin Chikako Ikeda (57), die 45,15% der Stimmen holte, und somit ebenfalls weit vor dem Schlusslicht im Favoritentrio Satoshi Annaka ((41) lag, der nur 4,1% der Stimmen erlangte.

Alle drei Kandidaten wollen im Grunde genommen keine, bzw. nur unter bestimmten Voraussetzungen eine Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren 6 und 7 am AKW Kashiwazaki Kariwa zustimmen.

Eine mögliche Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren am AKW Kashiwazaki Kariwa, die ohnehin vom Großteil der Bevölkerung abgelehnt wird, war Hauptbrennpunkt im Wahlkampf, zumal der Betreiber derselbe ist, wie am AKW Fukushima Daichi, wo ständig neue Probleme auftreten und die Informationen seitens des Betreibers Tepco nicht immer korrekt sind.

Auch wenn der neu gewählte Präfekturgouverneur Hanazumi ein Kandidat gewesen ist, der von den beiden Regierungsparteien LDP und Komeito unterstützt wird, hat er stets im Wahlkampf deutlich gemacht, dass er die Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren nur dann genehmigen wird, wenn die Probleme am havarierten AKW Fukushima Daiichi gelöst worden sind. „Eine mögliche Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme sollte gut durchdacht und verantwortungsvoll entschieden werden“, so Hanazumi in seinen Reden. Zudem brauche es Zeit, so dass eine Entscheidung bezüglich der Wiederinbetriebnahme sowieso erst in ein paar Jahren erfolgen kann.

Die beiden Kandidaten Chikako Ikeda (57), die von mehreren Parteien aus der Opposition unterstützt worden ist, und der unabhängige Kandidat Satoshi Annaka (41) wollten sogar die baldige Stilllegung des AKWs erwirken.      

Der 2016 gewählte atomkritische Ex-Gouverneur Ryuichi Yoneyama, der ebenfalls von der LDP unterstützt worden ist, aber entgegen den Wünschen der gegenwärtigen Regierung die Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren am AKW Kashiwazaki Kariwa konsequent nicht genehmigt hatte, trat im April, als ihm ein frei erfundener Sexskandal unterstellt worden ist, zurück, so dass es heute zu vorgezogenen Neuwahlen gekommen ist.

Die Wahlbeteiligung lag bei 58,25%, und stieg somit im Vergleich zu 2016 um 5,2%.

 

Qualitätsmängel – Anfrage bei den Kyushu Elektrizitätswerken

Auf Anfrage einer Bürgerinitiative, äußerten sich die Kyushu Elektrizitätswerke Ende dieser Woche zu den Störfällen der Reaktoren 3 und 4 am AKW Genkai, Präfektur Saga. Schwerpunkt der Anfrage war u.a. auch das Thema „Materialprüfung und Qualitätssicherung“ in Verbindung mit dem Kobe Stahlskandal.

Denn nach dem Kobe Stahlskandal von Ende 2017, als gefälschte Daten bezüglich der Materialprüfung ans Licht kamen, stellte sich heraus, dass in einigen Reaktoren, so auch am AKW Genkai, Stahl verarbeitet worden ist, der entgegen den Angaben in den Prüfprotokollen, nicht den gesetzlichen Qualitätsanforderungen entspricht (antiatom-fuku berichtete).

So kam es Ende März dieses Jahres, schon kurz nach Wiederinbetriebnahme des Reaktors 3 zum Dampfaustritt aus einer durchgerosteten Rohrleitung des Sekundärkreislaufes. Und auch am Reaktor 4, der nach Plänen der Kyushu Elektrizitätswerke am kommenden Samstag wieder angefahren werden soll, waren Anfang Mai 2 Kühlpumpen des Primärkreislaufs defekt und mussten ausgetauscht werden. Die Ursache blieb zunächst „ungeklärt“. (antiatom-fuku berichtete). Denn als Ursache für den Defekt der Pumpen, was zunächst verschwiegen worden ist, kommt nämlich sehr wohl die unzureichende Qualitätssicherung der verarbeiteten Materialien aus dem besagten Kobe Stahlwerk infrage.

Die Wiederinbetriebnahme beider Reaktoren wurde bereits seit dem Herbst 2017 wegen technischer Probleme und des Kobe Stahlskandals mehrfach verschoben.

Die Antworten, die die Bürgerinitiative von den Kyushu Elektrizitätswerken erhielt, waren, vor allem in Bezug auf die fehlerhaften Materialien jedoch sehr unbefriedigend und alles andere als informativ.  

 

07.06.2018

AKW Fukushima – Tod eines Arbeiters

Wieder ist ein Todesfall eines Arbeiters zu beklagen, der für einen Subunternehmer am havarierten AKW Fukushima Daiichi tätig gewesen ist. Zu den näheren Umständen, bzw. ob eventuelle Vorerkrankungen als Todesursache infrage kommen, äußert sich der AKW-Betreiber Tepco nicht.

Der 50jährige Arbeiter, der gestern Morgen seit 8:00 Uhr im Bereich der Lagertanks für hochradioaktiv verseuchtes Wasser tätig gewesen ist, klagte um ca. 10:45 Uhr über Unwohlsein und musste sich heftig übergeben. In der darauffolgenden Nacht erneut heftige Übelkeit und Kreislaufkollaps, so dass ihm die Kollegen in die nahegelegene Futaba-klinik brachten, wo er jedoch um 4:00 Uhr verstarb. Bezüglich der genaueren Todesursache wurden bisher keine genaueren Informationen bekannt gegeben.   

Der verstorbene Arbeiter ist seit März 2016 als Arbeiter eines Subunternehmers am AKW Fukushima Daiichi beschäftigt gewesen.

 

06.06.2018

AKW Fukushima Wochenrückblick:

Öffnung am Reaktorgebäude 2

Am havarierten AKW Fukushima Daiichi wird jetzt im oberen Drittel der 20 cm dicken Außenwand des Reaktorgebäudes 2 eine Öffnung mit einer Größe von 7 x 5 Meter geschaffen. Direkt hinter dieser Wand befindet sich das Abklingbecken. Da die Arbeiten wegen der hohen Strahlung ferngesteuert erfolgen müssen, und dem entsprechend mühselig sind, wurden erst einmal zahlreiche Löcher geschaffen (antiatom-fuku berichtete). Nun wird der zu entfernende Wandabschnitt über ferngesteuerte Werkzeuge und mit Hilfe der Löcher Stück für Stück herausgetrennt. Damit umherfliegende radioaktive Partikel nicht nach außen gelangen, wird das Arbeitsfeld abgedichtet.

Nach Beendigung der Arbeiten, voraussichtlich Ende Juni, soll mit Hilfe eines Roboterarms die Strahlung im Inneren des Gebäudes gemessen werden. Später sollen dann über die geschaffene Öffnung die 615 Brennelemente aus dem Abklingbecken entfernt werden.

 

Brand im Reaktorblock 5

Im Bereich der Klimatechnik des Reaktors 5 wurden in dieser Woche Brandspuren entdeckt. Ursache hierfür ist laut dem Betreiber Tepco ein technischer Schaden an der Elektrik gewesen. Reaktor 5 befand sich, wie auch Reaktor 4 und 6 zum Zeitpunkt der Dreifachkatastrophe März 2011 in Revision, und war somit leer. Im Abklingbecken lagern jedoch noch 1542 Brennelemente.

 

04.06.2018

AKW Kashiwazaki Kariwa: 65,1% der Bürger gegen Wiederinbetriebnahme

Laut einer Umfrage, die die Asahi Shinbum in Bezug auf die Gouverneurswahl in der Präfektur Niigata, am kommenden Sonntag, in Verbindung mit dem AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata durchführte, sprechen sich 65,1% der Befragten gegen die geplante Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren aus. 20,2% befürworten eine Wiederinbetriebnahme und der restliche Anteil der Befragten kann sich nicht festlegen.

Das AKW Kashiwazaki Kariwa ist, wie auch schon im Oktober 2016 Hauptthema im Wahlkampf und somit eines der Hauptkriterien für die Entscheidung der Bürger an der Wahlurne. 2016 lehnten 60,9% der Wahlberechtigten das AKW ab.   

Die beiden Reaktoren 6 und 7, die von der Atomaufsichtsbehörde NRA bereits für „sicher“ befunden worden sind, dürfen nach einer Nachrüstung auch sehr wahrscheinlich wieder in Betrieb gehen, was voraussichtlich 2019 schon der Fall sein könnte.

Das AKW Kashiwazaki Kariwa wird vom selben Atomkonzern, nämlich Tepco, wie auch das havarierte AKW Fukushima Daiichi betrieben, wo noch immer viele Probleme, wie z.B. das viele Tritiumwasser auf dem Gelände und der Rückbau der Anlage insgesamt große Sorge bereiten.

 

02.06.2018

Antiatomzeitschrift „Han Genpatsu Shimbun“ feiert 40. Jubiläum

Die seit 1978 bestehende japanische Antiatomzeitschrift „Han Genpatsu“, die sich ausschließlich mit Themen rund um die Atomkraft und dessen Gefahren befasst, feiert ihr 40. Jubiläum. Siehe dazu den Artikel der Sumikai.

 

31.05.2018

Wahlen, Präfektur Niigata – Brennpunkt AKW Kashiwazaki Kariwa

Am Sonntag, den 10.06.2018 wird in der Präfektur Niigata, wo sich auch das heftig umstrittene AKW Kashiwazaki Kariwa befindet, ein neuer Präfekturgouverneur gewählt. Hauptstreitpunkt im Wahlkampf, wie auch schon zuvor, ist die von Tepco und Regierung angestrebte Wiederinbetriebnahme zweier Reaktoren am AKW Kashiwazaki Kariwa. Der bisherige Präfekturgouverneur Ryuichi Yoneyama trat im vergangenen April gezwungenermaßen zurück, als ihm ein angeblicher Sexskandal angehängt worden ist; somit kommt es nun zu vorgezogenen Neuwahlen.

Der atomkritische Politiker Yoneyama hatte von Anbeginn seiner Amtszeit eine sehr kritische Haltung gegenüber dem AKW Kashiwazaki Kariwa, und lehnte dem entsprechend eine Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren 6 und 7, auch nach mehrfachen Verhandlungsversuchen durch den Betreiber Tepco und Regierungsvertretern ab. Vor allen auch, da Tepco nämlich auch das havarierte AKW Fukushima Daiichi zu verantworten hat.

Die Atomaufsichtsbehörde NRA stellte bereits im Dezember 2017 die Freigabe zur Wiederinbetriebnahme beider Reaktoren nach einer technischen Nachbesserung in Aussicht. Nach Plänen des Betreibers Tepco sollen beide Reaktoren 2019 auch schon wieder hochgefahren werden.    

Nicht nur der ehemalige Präfekturgouverneur Yoneyama, sondern auch einige Lokalpolitiker, sowie ein Großteil der Bevölkerung in der Präfektur Niigata sprechen sich gegen das AKW aus. So auch der Wahlkandidat Chikako Ikeda, der von den Oppositionsparteien unterstützt wird. In seinen Wahlveranstaltungen bekräftigt er immer wieder ein „atomfreies Niigata“ und betont, dass die Sicherheit der Bevölkerung oberste Priorität hätte, was mit einer Wiederinbetriebnahme des AKWs Kashiwazaki Kariwa jedoch nicht vereinbar wäre.

Neben Ikeda kandidieren noch 5 weitere Lokalpolitiker, u.a. auch Vertreter der Regierung LDP/Komeito, die die Atomkraft, wie auch Ministerpräsident Abe (LDP) befürworten.

 

30.05.2018

AKW, Sendai: Revision beendet, Reaktor 1 wieder hochgefahren

Am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima, wurde heute Morgen nach beendeter Routinewartung der Reaktor 1 wieder hochgefahren. Dieser läuft zunächst im Testbetrieb, wobei die Leitung schrittweise gesteigert wird, so dass voraussichtlich ab dem 05.06.2018 die Stromproduktion beginnt. Ab Ende Juni soll er dann im regulären Leistungsbetrieb laufen.

Während der Revision wurden, aufgrund des Zwischenfalls von März 2017, als erhöhte Werte an radioaktiven Jod131 gemessen worden sind (antiatom-fuku berichtete), alle Brennstäbe auf Mikrorisse überprüft worden. Ursache für die erhöhten Werte war ein defekter Brennstab. Laut den betreibenden Kyushu Elektrizitätswerken wurden alle Brennelemente, die defekte Brennstäbe aufweisen ausgetuscht.

Der Reaktor 2, der sich seit April in Revision befindet, soll Ende August wieder hochgefahren werden.   

 

27.05.2018

Iitate, Präfektur Fukushima: Rinder versuchsweise auf der Weide

In der Stadt Iitate, Präfektur Fukushima, die nach Beginn der Reaktorkatastrophe von 2011 vollständig evakuiert und nach einer Flächendekontamination Ende März 2017 zur Rückkehr wieder freigegeben worden ist, stehen nun die ersten Rinder wieder auf der Weide. Denn im Rahmen eines Versuches soll jetzt ermittelt werden, ob die zu Iitate gehörigen Weideflächen wieder freigegeben werden können.

Nach 3 Monaten soll dann das Blut der „Testrinder“ auf radioaktive Belastung untersucht, und dann entschieden werden, ob die Weideflächen wieder freigegeben werden dürfen, was dann voraussichtlich schon im nächsten Jahr erfolgen könnte. Dann dürfte laut Gesetzgeber auch das Fleisch der Rinder aus Iitate wieder in den regulären Handel gelangen.

 

Namie: Ehemalige Anwohner wollen gegen Tepco klagen

Nach dem der Stromkonzern Tepco, der das havarierte AKW Fukushima Daiichi zu verantworten hat, weiterhin die Zahlung ausstehender Entschädigungszahlungen verweigert, will nun eine Gruppe von Anwälten, die etwa 15000 aus Namie evakuierte Bürger vertreten, Klage bei Gericht einreichen. Eine außergerichtliche Einigung blieb bisher erfolglos, so dass nur noch der Rechtsweg übrigbleibt.

Die Schlichtungsstelle für Entschädigungszahlungen in Verbindung mit der Reaktorkatastrophe hatte im März 2017 eine einmalige Erhöhung der Entschädigungszahlung angeordnet, die jedoch seitens des Stromkonzerns Tepco weiterhin strikt verweigert wird.   

 

24.05.2018

12 Reaktorblöcke - Korrosionen in Rohren der Klimaanlage

Nach einer technischen Überprüfung worden, wie die Atomaufsichtsbehörde NRA nun bekannt gab, an 7 AKWs Korrosionen und Löcher in den Lüftungsrohren der Klimaanlagen in 12 Reaktorblöcken festgestellt. Die Korrosionen und Löcher befinden sich in den klimatechnischen Lüftungsrohren der Leitwarte des Reaktors. Ursache der Korrosion ist Feuchtigkeit durch Regenwasser und die salzige Meeresluft, die mit der Außenluft für die Klimaanlage angesogen wird.

Aufgrund der korrodierten und löchrigen Rohe würde im Falle einer nuklearen Notfallsituation verstärkt Radioaktivität von außen eindringen. Davon betroffen sind u.a. auch die Leitwarte des Reaktors 7 am AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata, dass genau wie das havarierte AKW Fukushima Daiichi durch den Atomkonzern Tepco betrieben wird und Aussicht auf Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme hat.

In der Leitwarte des AKWs Shimane, Reaktor 2 wurden derartige Korrosionen bereits 2016 entdeckt, was den Stein dann ins Rollen brachte. Die Reaktoren 3 am AKW Hamaoka, Präfektur Shizuoka und das AKW Tokai 2 weisen die gleichen Probleme auf. Beide Reaktoren befinden sich in der NRA-Sicherheitsüberprüfung, wovon das AKW Tokai 2 bereits Aussicht auf Freigabe für die Wiederinbetriebnahme in Aussicht hat.   

Die Betreiber der betroffenen Reaktorblöcke wollen dem Feuchtigkeitsproblem nun mit einem speziellen Filter entgegenwirken.

 

AKW Shimane: Reaktor 3 darf fertig gebaut werden

Der nahezu fertiggestellte Reaktor 3 am AKW Shimane, Präfektur Fukui darf nach einer Überprüfung und Genehmigung der Atomaufsichtsbehörde NRA und lokaler Behörden weitergebaut werden. Hierbei handelt es sich um eine sogenannten „verbesserte“ Form des Siedewasserreaktors, desssen Baubeginn bereits im Jahr 2005 gewesen ist. Der Bau wurde nach Beginn der Reaktorkatastrophe von Fukushima 2011 vorerst gestoppt, jedoch nie endgültig aufgegeben. Shimane 3 ist neben dem AKW Ōma, einem Voll-MOX-Reaktor, der 2. Sich im Bau befindliche Reaktor, der nach der Fukushima-Katastrophe fertiggestellt werden darf.

   

20.05.2018

Zu hohe Wartungskosten, 80% der Strahlenmesssonden werden entfernt

Nach Informationen der Präfekturverwaltung sollen 80% der fest installierten Strahlenmesssonden, die seit 2013 überall in der Präfektur Fukushima aufgestellt worden sind, bis Ende 2020 wieder abgebaut werden. Die Sonden, die den aktuellen Strahlenwert auf einem Display wiedergeben, wurden zu Überwachung der seit der Reaktorkatastrophe von 2011 erhöhten Umweltradioaktivität installiert.

Der Grund für die nun geplante Demontage ist laut den Verantwortlichen die zunehmende Störanfälligkeit der über 3000 Messsonden, die mittlerweile eine Betriebsdauer von 5 Jahren aufweisen. Die Demontage der Sonden, die in den vergangenen Wochen bereits mehrfach diskutiert worden ist, soll jetzt definitiv erfolgen.  

Laut der Atomaufsichtsbehörde NRA wären die Sonden auch generell nicht mehr nötig, da die Umweltradioaktivität an den meisten Orten wieder auf das „normale Niveau“ abgesunken sei. Die eigentlichen Gründe sind jedoch die hohen Wartungs- und Reparaturkosten, die die Präfekturverwaltung alleine nicht aufbringen kann, da nämlich das Budget für den Wiederaufbau bis Ende 2020 ausläuft.

Auch wenn die Messsonden zum Teil, wie Umweltorganisationen schon bald feststellten, falsch niedrige Werte anzeigten, sind diese jedoch eine Orientierung für den Bürger gewesen und dienten gleichzeitig auch als Mahnmal. Ein Mahnmal, von dem die Regierung LDP/Komeito vor allem in Anbetracht der bevorstehenden Olympiade 2020 jedoch nichts mehr wissen will.   

   

19.05.2018

Bürgerversammlung bezüglich Entsorgung des Tritiumwassers geplant

Am havarierten AKW Fukushima Daiichi lagern mittlerweile 876.000 t hochradioaktives Wasser mit einer sehr hohen Tritiumkonzentration in Tanks auf dem Gelände. Das Wasser, bestehend aus Grund- und Kühlwasser der zerstörten Reaktoren wird soweit es überhaupt möglich ist „gereinigt“ und zur Kühlung wiederverwertet. Das hochradioaktive Tritium („überschweres Wasser“) lässt sich jedoch nicht herausfiltern, liegt mittlerweile im sehr großen Mengen vor, und muss somit als Atommüll gelagert werden.

Nun plant das Wirtschafts- und Industrieministerium METI im Auftrag der Regierung für Juli eine öffentliche Informationsveranstaltung, bei der die Bürger auch ihre Meinung äußern und Vorschläge einbringen können. Bei dieser Informationsveranstaltung will die Regierung ihre Vorschläge zur „Entsorgung“ des Tritiumwassers vorstellen und mit dem Bürger in den Dialog treten, heißt es. Der genaue Termin, sowie der Veranstaltungsort stehen noch nicht fest. Diskutiert wird u.a. die Verklappung ins Meer, bzw. die Einlagerung in einem unterirdischen Schacht.  

Der Plan klingt zunächst neutral und transparent, ist jedoch eher fragwürdig. Denn schon in der Vergangenheit wurden solche Bürgerveranstaltungen durch eigens dafür angergierte „Teilnehmer“ beeinflusst, indem diese die Meinung der Regierung und der Atomwirtschaft befürworteten. Zudem soll die Teilnehmerzahl begrenzt werden, und in Falle einer „zu großen“ Nachfrage das Los über die Teilnahme entscheiden.

Die Atomaufsichtsbehörde NRA vertritt die Meinung, da ja weltweit alle AKWs geringe Mengen Tritium in die Gewässer abgeben, würde auch die Verklappung des Tritiumwassers, das am AKW Fukushima Daiichi lagert, kein sicherheitsrelevantes Problem darstellen. Umweltschützer, lokale Fischer und die Fischereigenossenschaft lehnen eine Verklappung ins Meer jedoch weiterhin strikt ab.

 

15.05.2018

AKW Genkai, Reaktor 4: weitere Kühlpumpe im Primärkreislauf defekt

Nach dem in der vergangenen Woche am AKW Genkai, Reaktor 4 ein technischer Defekt an 2 der 4 Pumpen des Primärkreislaufs entdeckt worden ist (antiatom-fuku berichtete), wurde nun, im Rahmen weiterer Inspektionen festgestellt, dass eine dritte Pumpe ebenfalls nicht einwandfrei funktioniert. Das bedeutet nämlich, dass sogar 3 der 4 Kühlwasserpumpen nicht ordnungsgemäß funktionieren! Der Primärkühlkreislauf steht im direkten Kontakt mit den heißen Brennelementen im Reaktordruckbehälter. Im laufenden Betrieb würde ein Komplettausfall der besagten Pumpen unweigerlich in eine Kernschmelze münden!

Der Reaktor 4 ist bereits seit April mit Brennelementen bestückt und sollte am 24.05.2018 wieder hochgefahren werden. Der ursprüngliche Termin im Herbst 2017 wurde, genauso wie an 3 weiteren Reaktoren, aufgrund technischer Probleme mehrfach verschoben.

Wie die Kyushu Elektrizitätswerke heute mitteilten, sollen nun alle 4 Pumpen ausgetauscht und der Reaktor Mitte Juni hochgefahren werden.   

 

11.05.2018

AKW Ōi – keine Auffälligkeiten gefunden, Betrieb fortgesetzt

Obwohl die genaue Ursache für die technische Störung am Reaktor 4, AKW Ōi, Präfektur Fukui nicht wirklich gefunden werden konnte, wird der Betrieb weiter fortgesetzt. Der Reaktor 4 wurde erst am 09.05.2018 nach längerem Stillstand wieder angefahren, und sollte, nach und nach in seiner Leistung gesteigert werden. Als dann gestern der Wasserstand im Kessel des Dampferzeugers abgefallen ist und Alarm auslöste (antiatom-fuku berichtete), wurde die Leistungssteigerung zunächst gestoppt. Bei der Überprüfung des Dampferzeugers wurden jedoch keine Auffälligkeiten gefunden, so dass die Leistungssteigerung des Reaktors heute Nach ab 1:35 Uhr weiter fortgesetzt worden ist.    

 

10.05.2018 (Nachtrag)

AKW Ōi – Störfall am Reaktor 4

Am AKW Ōi, Präfektur Fukui kam es heute Nachmittag um 17:38 Uhr zum Störfall am Reaktor 4. Der Alarm wurde ausgelöst, weil der Wasserstand im Kessel des Dampferzeugers abgefallen ist. Daraufhin wurde die Leistungssteigerung des Reaktors sofort gedrosselt. Laut den Kansai Elektrizitätswerken bestünde jedoch keine Gefahr für die Umwelt. Radioaktivität sei ebenfalls nicht ausgetreten. Nach der Ursache wird nun gesucht.   

Der Reaktor 4 wurde erst gestern, nach 4 Jahren und 8 Monaten Stillstand, nach einer Sicherheitsüberprüfung durch die Atomaufsichtsbehörde NRA wieder hochgefahren, sollte nun in seiner Leistung schrittweise gesteigert werden und ab Anfang Juni im regulären Leiastungsbetrieb laufen.

Die Kansai Elektrizitätswerke rechnen mit einer schnellen Lösung des Problems, so dass die so dass die Leistungssteigerung ab Morgen wieder aufgenommen werden kann.

 

10.05.2018

AKW Ōi, Reaktor 4 wieder in Betrieb, zahlreiche Proteste in der Präfektur Fukui

Der Reaktor 4 am AKW Ōi, Präfektur Fukui wurde, wie von den betreibenden Kansai Elektrizitätswerken angekündigt (antiatom-fuku berichtete), gestern Nachmittag ab 17:00 Uhr wieder hochgefahren. Das ist neben dem bereits laufenden Reaktor 3, und der Reaktoren 3 und 4 am AKW Takahama, der 4. Reaktor in der Präfektur Fukui, der jetzt wieder in Betrieb genommen worden ist. Das sich ebenfalls in der Präfektur Fukui befindliche AKW Mihama soll nach Beendigung der Sicherheitsüberprüfung durch die Atomaufsichtsbehörde NRA ab Herbst 2019 wieder in Betrieb genommen werden. Alle 3 o.g. AKWs werden durch die Kansai Elektrizitätswerke betrieben. Hinzu kommen noch weitere Altreaktoren in der Präfektur Fukui und der Schnelle Brüter Monju, die sie zwar alle nicht mehr in Betreib sind, aber aufgrund der ziemlich vollen Abklingbecken weiterhin gefährlich sind. Das alles ist neben der gestrigen Wiederinbetriebnahme des Reaktors 4 am AKW Ōi, einer der Anlässe, weshalb es an verschiedenen Orten in der Präfektur Fukui zu massiven Protesten gekommen ist.

 

08.05.2018

AKW Ōi, Reaktor 4 wird morgen Nachmittag hochgefahren

Wie die Kansai Elektrizitätswerken in der vergangenen Woche bereits mitteilten, soll der Reaktor 4 am AKW Ōi, Präfektur Fukui morgen Nachmittag ab 17:00 Uhr nach 4 Jahren und 8 Monaten Stillstand wieder hochgefahren werden. Abschließende Sicherheitstests sind laut den Kansai Elektrizitätswerken erfolgreich durchgeführt worden, so dass der Reaktor morgen wie geplant in Betrieb genommen werden könne. Die Stromproduktion soll voraussichtlich ab den 11.05.2018 beginnen, und ab Anfang Juni soll der Reaktor dann im regulären Leistungsbetrieb laufen. Der Reaktor 3 wurde bereits im März schon wieder hochgefahren.

Ein Großteil der lokalen Bevölkerung, nämlich 47%, sprechen sich nach einer aktuellen Umfrage gegen das AKW Ōi aus, 19% befürworten es und 34% der Befragten haben keine konkrete Meinung dazu.

Das AKW Ōi liegt keine 14 km vom ebenfalls mit 2 Reaktoren in Betrieb befindlichen AKW Takahama entfernt. Somit erhöht sich das Ausmaß einer nuklearen Katastrophe im Falle einer Naturkatastrophe drastisch. Hier wären gleich 4 laufende Reaktoren betroffen.   

 

06.05.2018

AKW Genkai, Reaktor 4: 2 Pumpen im Primärkühlkreislauf defekt

Im Reaktor 4 am AKW Genkai, Präfektur Saga, wurden bereits am Freitag technischen Probleme im Primärkühlkreislauf festgestellt. Und zwar funktionieren 2 der 4 Kühlwasserpumpen nicht ordnungsgemäß. Der Reaktor 4, der bereits mit Brennelementen beladen ist, sollte noch in diesem Monat wieder in Betrieb genommen werden.

Schon Ende März kam es zu Problemen am AKW Genkai, als im Reaktor 3, der in der Vorwoche erst wieder angefahren worden, aufgrund von Korrosionen einer Rohrleitung zum Dampfaustritt im Sekundärkreislauf kam (antiatom-fuku berichtete). Das gleiche Problem trat auch schon 2016 im Reaktor 3 am AKW Ikata, Präfektur Ehime auf.

An den beiden defekten Pumpen des Reaktors 3 am AKW Genkai ist aus einer undichten Stelle Wasser ausgetreten und ins Getriebe der Pumpe gelaufen. Radioaktivität sei laut den Kyushu Elektrizitätswerken jedoch wohl nicht ausgetreten. Die Kyushu Elektrizitätswerke suchen nun nach der Fehlerquelle. Ggf. müssen die defekten Teile ausgetauscht werden, womit sich die für Ende Mai geplante Wiederinbetriebnahme vorerst auf unbestimmte Zeit verschiebt.

Alle Reaktoren, die bisher wieder eine Betriebsgenehmigung erhalten haben (landesweit 9 Reaktoren), wurden von der Atomaufsichtsbehörde NRA, die sich als weltweit „strengste“ Behörde bezeichnet, und den jeweiligen Lokalbehörden für „sicher“ befunden und freigegeben. Die Reaktoren 3 und 4 am AKW Genkai, sowie die Reaktoren 3 und 4 am AKW Ōi, Präfektur Fukui sollten jedoch sogar schon im Herbst 2017 hochgefahren werden. Die Wiederinbetriebnahme verzögerte sich jedoch immer wieder wegen technischer Probleme (antiatom-fuku berichtete).

 

03.05.2018

AKW Ōi, Reaktor 4 wird nächste Woche hochgefahren

Nach aktuellen Informationen der Kansai Elektrizitätswerke soll der Reaktor 4 am AKW Ōi, Präfektur Fukui am 09.05.2018 hochgefahren werden, und ab Anfang Juni dann im regulären Leistungsbetrieb laufen. Hierbei handelt es sich um einen DWR mit einer Leistung von 1180 MW. Er ist mit 193 „normalen“ Uranbrennelementen bestückt. Der Reaktor 4 ist nun der 8. Reaktor landesweit, der nach Sicherheitsüberprüfung und Freigabe durch die Atomaufsichtsbehörde NRA wieder in Betrieb genommen wird.

Um den Anschein zu erwecken, dass die Atomenergie kostengünstig sei, haben die Kansai Elektrizitätswerke eine baldige Senkung der Strompreise angekündigt.

 

02.05.2018

AKW Fukushima, weitere Erkenntnisse zum Zustand im Reaktor 2

Nach Auswertung der Daten und Filmaufnahmen aus dem Inneren des Reaktors 2 am havarierten AKW Fukushima Daiichi, hat der Betreiber Tepco in dieser Woche weitere Informationen veröffentlicht. So befinden sich auf dem Grund des Reaktorsicherheitsbehälters Überreste geschmolzener Brennelemente, kleine Klumpen und eine lehmartige Sedimentschicht mit einer Dicke von 40 bis 70 cm, die sich über den ganzen Boden des Sicherheitsbehälters erstreckt. An der Unterseite des Reaktordruckbehälters sind unzählige Löcher zu sehen, aus denen noch Reste geschmolzener Brennelemente herunterhängen.  

Die nun bekannt gegebenen Daten wurden im vergangenen Januar bei einer Kameramission erhoben (antiatom-fuku berichtete). Damals wurden erste Informationen und Bilder veröffentlicht.   

Siehe Abbildung des Reaktorinneren in AKW Fukushima Daiichi-Wochenrückblick

 

25.04.2018

AKW Fukushima, Schaffung einer Öffnung im Reaktorgebäude 2

Um die Entnahme der Brennelemente aus dem Reaktor 2 des havariertem AKWs Fukushima Daiichi vorzubereiten, wird nun im oberen Drittel des Reaktorgebäudes eine Öffnung mit einer Größe von 5 X 7 Metern in der 20 cm dicken Außenwand geschaffen. Dazu werden zunächst mehrere Löcher in die Wand gebohrt. Über die geschaffene Öffnung soll dann später der Grad der gesamten radioaktiven Verseuchung im Reaktorgebäude erfasst und die eigentliche Entnahme der Brennelemente vorbereitet werden. Die Arbeiten für die Schaffung der Öffnung werden voraussichtlich mehrere Monate in Anspruch nehmen.

Das Gebäude von Reaktor 2 blieb nach Wasserstoffexplosion 2011 zwar äußerlich weitgehend intakt, weist aber im Inneren eine sehr hohe Radioaktivität auf.  

 

23.04.2018

AKW Sendai, Reaktor 2 wegen Routinewartung vom Netz

Am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima wurde heute Morgen der Reaktor 2 zwecks Routinewartung abgeschaltet. Bereits in der Nacht um 1:00 Uhr wurde die Stromproduktion beendet und der Reaktor bis 5:00 Uhr komplett heruntergefahren. Neben der technischen Überprüfung, die auch eine grünliche Inspektion der Rohre des Sekundärkühlkreislaufs umfassen, soll ein Drittel der 164 Brennelemente ausgetauscht werden. Anlass der zusätzlichen Inspektion ist der Vorfall am AKW Genkai vom 30.03.2018 (antiatom-fuku berichtete). Die Wiederinbetriebnahme des Reaktors ist für Ende September vorgesehen. 

Der Reaktor 1, der seit Ende Januar wegen Wartung vom Netz ist, soll nach Informationen der Kyushu Elektrizitätswerke Anfang Juni wieder angefahren werden.

Somit sind landesweit noch 4 Reaktoren an 3 AKWs am Netz.

Währenddessen wird der ebenfalls von den Kyushu Elektrizitätswerken betriebene Reaktor 4 am AKW Genkai, Präfektur Saga zurzeit mit 193 Brennelementen bestückt. Dieser soll dann, genau wie der von den Kansai Elektrizitätswerken betriebene Reaktor 4 am AKW Ōi, Präfektur Fukui, Ende Mai wieder an Netz genommen werden.  

 

18.04.2018

Nach Störfall: AKW Genkai, Reaktor 3 produziert wieder Strom

Nach dem Zwischenfall vom 30.03.2018 (antiatom-fuku berichtete), wurde heute Nachmittag die Stromproduktion im Reaktorblock 3, AKW Genkai, Präfektur Saga wieder ausgenommen. Damals kam es zum Dampfaustritt aus einer durch Korrosion entstandenen Leckage einer Rohrleitung des Sekundärkreislaufs.

Wie die Kyushu Elektrizitätswerke heute mitteilten, wurde am Reaktorblock 3, der während der Reparaturarbeiten weiterhin im sogenannten Testbetrieb weiterlief, die Stromproduktion heute Nachmittag wieder aufgenommen. Die Leistung des Reaktors soll nun schrittweise gesteigert werden, so dass er ab Mitte Mai im regulären Leistungsbetrieb läuft.

Der Reaktor 4, der nach dem Zwischenfall ebenfalls genauer überprüft worden ist, soll ab dem 21.04.2018 mit Brennelementen bestückt werden und Ende Mai angefahren werden. Auch dort mussten 16 Rohre des Sekundärkreislaufs ausgetauscht werden.

Die Reaktoren 3 und 4, beides DWR, befanden sich, bedingt durch die Atomkatastrophe von Fukushima, über 7 Jahre im Langzeitstillstand. Reaktor 3, der erst in der Vorwoche wieder angefahren worden ist, lief mit einer Leistung von 75%, als sich der Zwischenfall vom 30.03.2018 ereignete.

 

Nahezu volle Abklingbecken an allen genehmigten Reaktoren

In allen 14 Reaktorblöcken der 7 AKWs, die bereits durch die Atomaufsichtsbehörde NRA freigegeben worden sind, bzw. Aussicht auf Freigabe nach einer Nachrüstung haben, und zum Teil auch schon wieder in Betrieb sind, ist die Kapazität der dazugehörigen Abklingbecken innerhalb der nächsten 10 Jahre erschöpft. Obwohl der Verbleib der weiterhin anfallenden Brennelemente, bzw. der in den Abklingbecken befindlichen Brennelemente nicht geklärt ist, wurde die Wiederinbetriebnahme genehmigt. So wurden bereits an 3 AKWs der Kansai Elektrizitätswerke 7 Reaktoren durch die NRA freigegeben, bzw. die Freigabe in Aussicht gestellt, wovon 3 Reaktoren auch schon wieder am Netz sind. Das Abklingbecken von Reaktor 4 am AKW Ōi, Präfektur Fukui, geplante Wiederinbetriebnahme am 09.05.2018, wird in den nächsten 5 bis 8 Jahren sogar schon seine maximale Kapazität erreichen.

Die Kapazität der Abklingbecken der von den Kyushu Elektrizitätswerken betriebenen Reaktoren 3 und 4 am AKW Genkai, Präfektur Saga wird sogar in den nächsten 3 bis 4 Jahren erschöpft sein. An den ebenfalls von den Kyushu Elektrizitätswerken betriebenen Reaktoren 1 und 2 am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima werden es etwa 6 bis 10 Jahre sein, bis die Abklingbecken voll sind. Noch enger wird es an den von Tepco betriebenen Reaktoren 6 und 7 am AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata. Dort wird, wenn beide Reaktoren wieder in Betrieb gehen dürfen, die Kapazität der Abklingbecken schon nach einem Jahr erschöpft sein. Die Freigabe für beide Reaktoren wurde durch die NRA jedoch schon zugesichert.

Im Zwischenlager und Aufbereitungsanlage Rokkasho, Präfektur Aomori wird zurzeit ein weiterer Trocken- und Nasslagerplatz für abgebrannte Brennelemente gebaut. Auch eine „Wiederverwertung“ der abgebrannten, hochradioaktiven Brennelemente ist geplant. Allerdings wurden bisher noch keine genauen Einzelheiten zum weitern Umgang mit den gebrauchten Brennelementen aus den jeweiligen AKWs festgelegt. Fest steht jedoch nur, dass an den laufenden Reaktoren im Rahmen der Routinewartung, die alle 13 Monate stattfindet, etwa ein Drittel der Brennelemente ausgetauscht werden müssen. Diese füllen dann die ohnehin schon vollen Abklingbecken.    

 

14.04.2018

Nach Zwischenfall am AKW Genkai: zusätzliche Inspektion für Reaktor 4

Nach einer Fachkonferenz, die gestern bezüglich des Zwischenfalls vom 30.03.2018 am AKW Genkai, Präfektur Saga gehalten worden ist, sollen nun auch am Reaktor 4, der in den nächsten Tagen eigentlich schon mit Brennelementen bestückt werden sollte, 16 Rohre des Sekundärkühlkreislaufs ausgetauscht werden. Denn auch hier wurde, genauso wie am Reaktor 3, nur eine Sichtprüfung von außen vorgenommen, so dass die Korrosionen unterhalb des Isoliermaterials nicht bemerkt worden sind. Reaktor 4 sollte nach Plänen der Kyushu Elektrizitätswerke Mitte Mai wieder in Betrieb genommen werden.  

Bei dem Zwischenfall vom 30.03.2018 kam es am AKW Genkai im Sekundärkreislauf von Reaktor 3, der in der Vorwoche erst wieder angefahren worden ist, zum Dampfaustritt aus einer durch Korrosion entstandenen Leckage (antiatom-fuku berichtete). Wann am Reaktor 3, der weiterhin im „Testbetrieb“ läuft, die Leistung gesteigert und Stromproduktion wieder aufgenommen werden darf, ist weiterhin unklar. Über das weitere Vorgehen liegt noch keine konkrete Entscheidung seitens der Behörden vor.

 

07.04.2018

AKW Sendai, Reaktor 1, Loch im Brennstab

Nachdem sich im März letzten Jahres ein Zwischenfall im Reaktor 1 am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima ereignet hatte, wo radioaktives Jod131 ausgetreten ist (antiatom-fuku berichtete), wurde jetzt ein kleines Loch an einem Brennstab entdeckt.

Als der Vorfall im letzten Jahr entdeckt worden ist, erhöhte man lediglich die Messintervalle, um einen etl. weiteren Anstieg zu erfassen. Der Reaktor 1 wurde aber nicht außerplanmäßig heruntergefahren.

Seit Ende Januar befindet sich der Reaktor 1 in der Routinewartung, die auch etwas länger, und zwar bis Ende Mai andauern soll. Es werden nämlich alle 157 Brennelemente auf mögliche Mikrorisse überprüft. Bei dieser Überprüfung wurde jetzt ein kleines Loch an einem Brennstab entdeckt, aus dem das radioaktive Jod131 ausgetreten ist.

Die Brennstäbe, die zu 200 Stück zu einem Brennelement gebündelt sind, sind laufend einer hohen Belastung durch feinschlägige Vibrationen und Neutronenbeschuss ausgesetzt, so dass die Hüllrohre spröde werden, wodurch auch nun das besagte Loch entstanden ist.

An den Rohleitungen des Sekundärkreislaufes sind laut den Kyushu Elektrizitätswerken keine Korrosionen festgestellt worden. Daraufhin überprüft wurden Reaktor 1, der sich in Revision befindet, und Reaktor 2, der ab dem 23.04.2018 in Revision gehen soll.

Anlass für diese zusätzliche Überprüfung war der Vorfall am AKW Genkai, Präfektur Saga, der sich am 30.03.2018 ereignete, nach dem der Reaktor gerade mal eine Woche in Betrieb war. Damals wurden Undichtigkeiten durch Korrosion im Sekundärkreislauf von Reaktor 3 festgestellt (antiatom-fuku berichtete).  

 

06.04.2018

AKW Tokai 2, Tepco übernimmt ein Teil der Kosten für Reaktorsanierung

Wie die Atomaufsichtsbehörde NRA gestern in einer Sitzung bekannt gab, wird die betreibende Japan Atomic Power Company (JAPC) für das AKW Tokai 2, Präfektur Ibaraki eine Laufzeitverlängerung für weitere 20 Jahre erhalten, wenn der Reaktor, ein SWR, der im November 2018 die gesetzlich festgelegte Maximallaufzeit von 40 Jahren erreicht, entsprechend nachgerüstet wird.

Die bisher berechneten Kosten liegen jedoch schon bei etwa 1,3 MRD. Euro, einen Betrag den JAPC definitiv alleine nicht aufbringen kann. Denn der Konzern produzierte ausschließlich Atomstrom, und ist nun, da seine Reaktoren seit der Atomkatastrophe von Fukushima stillstehen nahezu pleite.

Nun kommt aber, wie die NRA mitteilte, finanzielle „Hilfe“ von Tepco und den Hokuriku Elektrizitätswerken, die die Kosten für die Nachrüstung übernehmen wollen. Der Betreiber Tepco, der auch das havarierte AKW Fukushima Daiichi zu verantworten hat, ist seit April 2011 selber insolvent, und wird quasi nur durch Steuergelder am Leben erhalten.  

 

03.04.2018

AKW Genkai, Loch durch Korrosion, mögliche Folgen auch für AKW Sendai

Am AKW Genkai, Präfektur Saga wurde nun die Ursache für das entstandene Loch in der Rohrleitung des Sekundärkühlkreislaufes von Reaktorblock 3 gefunden. Wie die Kyushu Elektrizitätswerke heute mitteilten, ist Regenwasser unter die Isolierung gelangt, so dass die darunterliegende Rohrleitung an der besagten Stelle durchgerostet ist.

Am Abend des 31.03.2018 kam es zum Dampfaustritt im Sekundärkühlkreislauf. Daraufhin wurde die Turbine gestoppt, und somit die Stromproduktion eingestellt. Der Reaktor wurde jedoch nicht vollständig heruntergefahren, so dass die Kernspaltung weiterhin aufrechterhalten wird (antiatom-fuku berichtete).

Die restlichen Rohre des Sekundärkreislaufes werden nun ebenfalls auf Korrosion untersucht. Die betroffene Rohleitung wird ausgetauscht.

Der Termin für Reaktor 4, der Mitte Mai wieder hochgefahren werden sollte, verschiebt sich weiter nach hinten. Denn auch dieser befand sich im Langzeitstillstand und soll nun auf korrodierte Rohrleitungen untersucht werden.

Der Vorfall könnte auch Auswirkungen auf das ebenfalls von den Kyushu Elektrizitätswerken betriebene AKW Sendai, Präfektur Kagoshima haben. Das AKW Sendai ist seit Herbst 2015 mit zwei Reaktoren wieder am Netz.

 

01.04.2018

AKW Genkai: Sekundärkreislauf von Reaktorblock 3 -  1 cm großes Loch

Nach dem es am 30.03.2018 am AKW Genkai, Präfektur Saga zum Dampfaustritt aus einer Rohrleitung des Sekundärkreislaufes gekommen ist (antiatom-fuku berichtete), wurde heute ein etwa 1 cm großes Loch an einer Rohrverbindung entdeckt. Es werde nun fieberhaft nach der Ursache für das Loch gesucht, so ein Sprecher der Kyushu Elektrizitätswerke heute Nachmittag. Wieviel Zeit das in Anspruch nehmen wird, ist noch völlig unklar. Solange bleibt der Reaktor vom Netz. Er wird jedoch weiterhin nicht komplett heruntergefahren, die Kernspaltung wird weiterhin in Gang gehalten.

 

31.03.2018

AKW Genkai: Störfall Reaktor 3

Gestern Abend um ca. 19:00 Uhr ereignete sich im AKW Genkai, Präfektur Saga ein Störfall im Reaktorblock 3. Mitarbeiter bemerkten bei einem Kontrollgang, dass Wasserdampf aus einer Rohrleitung des Sekundärkühlkreislaufs ausgetreten ist. Infolge dessen wurde die Turbine gestoppt und somit die Stromproduktion eingestellt. Laut den betreibenden Kyushu Elektrizitätswerken sei das kein großes Problem, Radioaktivität sei ebenfalls nicht ausgetreten.  

Der Reaktor 3, der nach über 7 Jahren Stillstand und ausgiebiger Sicherheitsüberprüfung durch die Atomaufsichtsbehörde NRA erst am 23.03.2018 wieder hochgefahren worden ist (antiatom-fuku berichtete), weist jetzt schon den ersten Störfall auf!

Nur die Turbine wurde gestoppt, der Reaktor selber wurde jedoch nicht heruntergefahren. Die Steuerstäbe wurden belassen, so dass die Kernspaltung weiterhin in Gang bleibt.

Je nachdem, wie schwerwiegend das Problem wirklich ist, könnte das auch Folgen für den Reaktor 4 haben, der nämlich Mitte Mai wieder hochgefahren werden soll.

 

30.03.2018

Osaka - Erneute Klage gegen das AKW Takahama abgewiesen

Eine erneute Bürgerklage gegen den Weiterbetrieb der Reaktoren 3 und 4 am AKW Takahama, Präfektur Fukui, die heute am Landgericht Osaka verhandelt worden ist, wurde abgewiesen, so dass die o.g. Reaktoren weiterhin am Netz bleiben dürfen. Der Hauptgrund für diese Klage ist die Sorge, dass das AKW Takahama in Anbetracht des Nordkoreakonfliktes von einer Rakete angegriffen werden könnte. Einen möglichen Raketenangriff hält der Richter jedoch für sehr unwahrscheinlich. „Sollte aber tatsächlich Gefahr durch einen nordkoreanischen Raketenangriff drohen, so der Richter, würde die Atomaufsichtsbehörde NRA den Betriebsstopp beider Reaktoren rechtzeitig anordnen“.

Das ist bisher der erste Fall, wo aufgrund eines möglichen Raketenangriffs gegen ein AKW geklagt wird. In all den bisherigen Fällen waren Erdbeben und Tsunami als Hauptgrund für eine Klage angeführt worden.

Gegen das AKW Takahama wurde bereits mehrfach geklagt. Nach einem Urteil vom Landgericht Fukui (04/2015 und vom LG Otsu (03/2016) mussten beide Reaktoren vom Netz. Das Urteil wurde jedoch Anfang 2017 wieder aufgehoben, so dass beide im Mai und Juni 2017 wieder hochgefahren werden durften (antiatom-fuku berichtete).

 

27.03.2018

AKW Ikata, Reaktor 2 – endgültige Stilllegung beschlossen

Der Reaktor 2 am AKW Ikata, Präfektur Ehime soll nach Informationen der betreibenden Shikoku Elektrizitätswerke endgültig Stillgelegt werden. Der Reaktor 2, ein DWR, der 1982 mit einer Leistung von 566 MW ans Netz ging, wurde im Januar 2012 zwecks Routinewartung heruntergefahren und steht seitdem still. Eine Nachrüstung gemäß den aktuellen Sicherheitsanforderungen wäre zu teuer, so dass sich dies in Anbetracht der Restlaufzeit von 4 Jahren, also bis 2022, nach erreichen der maximalen Laufzeit von 40 Jahren, finanziell nicht lohnen würde. Bei der Atomaufsichtsbehörde NRA einen Antrag auf Laufzeitverlängerung für weitere 20 Jahre zu beantragen, wurde zwar überlegt, erschien den Shikoku Elektrizitätswerken jedoch ebenfalls zu unwirtschaftlich, also zu teuer.

Reaktor 2 ist somit der 9. Reaktor, das AKW Fukushima Daiichi (6 Reaktoren) und der Schnelle Brüter Monju ausgenommen, der seit der Reaktorkatastrophe 2011 stillgelegt wird. Reaktor 1 wurde bereits 2016 stillgelegt. Und Reaktor 3, der nach Beendigung der Routinewartung im vergangenen Januar eigentlich wieder angefahren werden sollte, bleibt nach einem Gerichtsurteil (OLG Hiroshima 12/2017) vorerst vom Netz (antiatom-fuku berichtete).   

 

23.03.2018

AKW Genkai: Reaktor 3 wurde hochgefahren

Am AKW Genkai, Präfektur Saga wurde heute Vormittag um 11:00 Uhr der Reaktor 3 wieder angefahren. Laut den betreibenden Kyushu Elektrizitätswerken traten bisher keine Komplikationen auf.

Eine Sammelklage gegen die Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 3 und 4 wurde am vergangenen Dienstag abgewiesen (antiatom-fuku berichtete), so dass Reaktor 3 heute wie geplant hochgefahren werden durfte.  

Der Reaktor 3, der bedingt durch die Atomkatastrophe von Fukushima 7 Jahre und 3 Monate stillstand, soll zunächst im Testbetrieb und dann ab Ende April im regulären Leistungsbetrieb laufen. Er ist mit 161 Uran- und 32 MOX-Brennelementen bestückt und nun der 7. Reaktor, der landesweit nach Freigabe durch die Atomaufsichtsbehörde NRA wieder hochgefahren worden ist. Da der Weiterbetrieb des Reaktors 3 am AKW Ikata, Präfektur Ehime, per Gericht untersagt worden ist, und sich Reaktor 1 am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima in der Routinewartung befindet, laufen derzeit „nur“ 5 Reaktoren an 4 AKWs (siehe AKW-Status).    

 

20.03.2018

Klage abgewiesen, AKW Genkai darf ans Netz

Nach dem eine Bürgerinitiative aufgrund der erhöhten Gefahren durch die umliegenden Vulkane gegen die Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren 3 und 4 am AKW Genkai, Präfektur Saga geklagt hatten, wurde der Fall heute am Landgericht Saga verhandelt. Die Klage wurde jedoch abgewiesen, so dass Reaktor 3 am kommenden Freitag, und Reaktor 4 im Mai, wie geplant hochgefahren werden darf. Reaktor 3 ist neben 161 Uranbrennelementen auch mit 32 MOX bestückt.

Obwohl die umliegenden Vulkane vor allem in letzter Zeit vermehrt Aktivität zeigen (antiatom-fuku berichtete), sahen die Richter keinen Handlungsbedarf, so dass das AKW Genkai weiter betrieben werden darf. Auch die räumliche Nähe zur Großstadt Fukuoka und weiteren Ortschaften, sowie den allgemeinen Gefahren bei fehlender Notwendigkeit des AKWs stellt für die Richter jedoch kein Problem dar. Die betreibenden Kyushu Elektrizitätswerke verbuchten das heutige Urteil als Erfolg.

 

18.03.2018

AKW Genkai: Gericht entscheidet über Wiederinbetriebnahme

Ob der Reaktor 3 am AKW Genkai, Präfektur Saga am kommenden Freitag, und der Reaktor 4 im Mai wieder hochgefahren werden darf, wird am kommenden Dienstag, 20.03.2018 am Landgericht Saga erst noch entschieden. Geklagt hatte eine Bürgerinitiative, die nun per einstweiliger Verfügung ein Betriebsverbot beider Reaktoren erwirken will. Begründet wird die Klage aufgrund der erhöhten Gefahr durch umliegende Vulkane, wie z.B. der kürzlich aktiv gewordene Vulkan Shimoedake der Kirishima-Berggruppe (antiatom-fuku berichtete).   

Erst kürzlich wurde der Weiterbetrieb eines AKWs aufgrund aktiver Vulkane per Gericht untersagt. Davon betroffen ist der Reaktor 3 am AKW Ikata, Präfektur Ehime, dessen Wiederinbetriebnahme im Dezember 2017 durch das OLG Hiroshima vorerst bis September 2018 untersagt worden ist (antiatom-fuku berichtete). Denn der immer wieder aktive Vulkan Aso, Präfektur Kumamoto liegt nur 130 km südlich vom AKW Ikata entfernt, und stellt somit eine Gefahr z.B. durch Lavapartikel, die mit der Rauchwolke durch die Luft getragen werden dar.  

Die betreibenden Kyushu Elektrizitätswerke, die das AKW Genkai bezüglich der umliegenden Vulkane für absolut sicher halten, sehen dem Gerichtsverfahren am Dienstag eher gelassen entgegen.   

 

17.03.2018

AKW Fukushima, Reaktor 1 – erhöhte Gefahr durch radioaktive Partikel

Am havarierten AKW Fukushima Daiichi werden seit Januar Trümmerteile vom Obergeschoss des Reaktorgebäudes 1 entfernt. Dazu soll auch das Stahlgerippe Stück für Stück abgetrennt werden. Diese Arbeiten sind notwendig, um das darunterliegende Abklingbecken zwecks Entfernung der Brennelemente freizulegen. Allerdings wird nun befürchtet, dass durch die Flexarbeiten das Stahlgerippe laufend vibriert, so dass sich kleine Betonstückchen ablösen, und somit viel radioaktiven Staub umherwirbeln. Wegen der hohen Radioaktivität am Gebäude werden die Arbeiten generell ferngesteuert ausgeführt, wurden aber jetzt, solange das Problem mit dem Stahlgerippe noch nicht gelöst ist, unterbrochen.

Das Dach des Reaktorgebäudes 1 wurde 2011 durch die Wasserstoffexplosion komplett zerstört. Die zunächst errichtete Schutzhülle des Reaktorgebäudes wurde für die Trümmerräumung mittlerweile wieder entfernt. Im Abklingbecken lagern 392 Brennelemente, die bis 2020 entfernt werden sollen.

Der aus Betonsäulen bestehende küstenseitige Schutzwall, der seit längerem undicht ist und sich nach vorne, also in Richtung Hafenbecken neigt, wird zurzeit verstärkt. Dazu sollen noch 1200 Wellenbrecher aus Beton entlang der Küste vor dem AKW platziert werden.     

 

AKW Genkai, Reaktor 3 wird am Freitag hochgefahren

Der Reaktor 3 am AKW Genkai, Präfektur Saga soll nach Angaben der betreibenden Kyushu Elektrizitätswerke am kommenden Freitag (23.03.2018), nach etwa 7 Jahren Langzeitstillstand wieder hochgefahren werden. Die Wiederinbetriebnahme wurde neben technischen Problemen auch aufgrund des Kobe Stahlskandals (antiatom-fuku berichtete) seit Herbst 2017 mehrfach verschoben. Der Reaktor 3, ein DWR aus dem Jahr 1994 wurde mit 32 plutoniumhaltigen MOX- und 161 „normalen“ Uranbrennelementen bestückt.  

 

14.03.2018

AKW Ōi, Reaktor 3 wurde heute hochgefahren

Nach etwa 4½ Jahren Stillstand, wurde heute um 17:00 Uhr der Reaktor 3 am AKW Ōi, Präfektur Fukui (Leistung 118 MW) wieder hochgefahren. Laut der betreibenden Kansai Elektrizitätswerke verlief der Vorgang nach Plan. Der mit 193 Uranbrennelementen bestückte Reaktor läuft zunächst im Testbetrieb und soll dann nach und nach in seiner Leistung gesteigert werden. Ab Anfang April soll er dann im regulären Leistungsbetrieb laufen.

In der kommenden Woche soll auch der Reaktor 3 am AKW Genkai, Präfektur Saga ebenfalls wieder hochgefahren werden.

Beide Reaktoren, die sogar schon Anfang Januar hochgefahren werden sollten, wurden aufgrund des Kobe Stahl-Skandals (antiatom-fuku berichtete), einer gesonderten Überprüfung unterzogen. Laut den jeweiligen Betreibern wurden jedoch keine Mikrorisse im Reaktorstahl nachgewiesen.   

Insgesamt sind nun landesweit 4 Reaktoren an 3 AKWs in Betrieb.

Wie ein Sprecher der Kansai Elektrizitätswerke verkündete, soll, da das AKW Ōi nun wieder ans Netz geht, die Verstromung fossiler Energieträger reduziert und somit die Strompreise zeitnah gesenkt werden.

Unabhängigen Experten stehen solchen Aussagen jedoch sehr kritisch gegenüber, da diese nämlich nur den Eindruck erwecken, als sei die Kernenergie kostengünstig, was aufgrund der Folgekosten aber absolut nicht der Fall ist. Zudem kann Japan weiterhin komplett auf Kernenergie verzichten. Auch der Ausbau der erneuerbaren Energie könnte viel schneller vorangehen, so dass fossile Träger weiter reduziert werden könnten.

 

11.03.2018

7 Jahre nach der Dreifachkatastrophe – Der Zustand in Fukushima

Heute vor 7 Jahren, am 11. März 2011 um 14:46 Uhr wurde der Nordosten Japans von einem verheerenden Erdbeben und einem gewaltigen Tsunami heimgesucht, wodurch auch die Reaktorkatastrophe mit 3 Kernschmelzen am AKW Fukushima Daiichi ausgelöst worden ist. Das Erdbeben mit der Stärke 9,0 ist das bisher schwerste in der Geschichte Japans. Der Tsunami überflutete eine Fläche von 470 km². Mehr als 260 küstennahe Ortschaften wurden zerstört.  

In den offiziellen Gedenkfeiern, die heute vielerorts in Nordostjapan stattfanden, gedachte man zwar den Opfern der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe, ließ aber die Opfer der Reaktorkatastrophe häufig außen vor. Denn seitens der Regierung wird die Reaktorkatastrophe weitestgehend nicht thematisiert.

Häuser, Ortschaften, die nach dem Erdbeben und Tsunami noch intakt geblieben schienen, mussten aufgrund der hohen Radioaktivität verlassen werden. Hunderttausende verloren ihre Heimat.

Die bisher größte Naturkatastrophe in Japans Geschichte forderte rund 15.893 Todesopfer und über 6000 Verletzte. 2554 Leute gelten noch als vermisst. Mehr als eine halbe Millionen Menschen wurden evakuiert, bzw. flüchteten „freiwillig“. Die radioaktiv verseuchten Gebiete um das AKW Fukushima Daiichi sind auf mehrere Jahrzehnte nicht mehr bewohnbar. Diese Gebiete werden aber, auf Anordnung der Regierung, zwecks Senkung der Radioaktivität, einer Flächendekontamination durch Abtragen der obersten Erdschicht unterzogen. Es wird weiterhin konsequent versucht, die Leute zur Rückkehr in ihre immer noch radioaktiv belastete Heimat zu bewegen. Die Dekontaminationsmaßnahmen wirken nämlich nur kurzfristig, da laufend neue radioaktive Partikel mit Wind und Regen wieder herangetragen werden. Alle Flächen, die sich außerhalb von Wohngebieten befinden, landwirtschaftliche Nutzflächen ausgenommen, wurden nicht dekontaminiert und weisen weiterhin eine deutlich erhöhte Strahlung auf.

Da sich die Rückkehrbereitschaft aus Sorge um die Gesundheit, sehr stark in Grenzen hält, lockt die Regierung sogar mit Prämien. Im Ort Iitate, der sehr stark radioaktiv verseucht worden ist, wurde sogar eine ganz neue Schule gebaut, um Familien mit Kinder zurück zu locken.

Am havarierten AKW Fukushima Daiichi läuft seit 2011 kontinuierlich radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer. Eine besondere Schwierigkeit stellt das Tritium dar, das so gut wie gar nicht herausgefiltert werden kann. Insgesamt ist die Situation am AKW Fukushima Daiichi ist weiterhin schwierig. Der Rückbau wird laut Schätzungen des Betreibers Tepco noch 40 Jahre andauern.

 

10.03.2018

Kyushu, Vulkan Shimoedake: Erneuter heftiger Ausbruch

Nach Informationen des Wetterdienstes, kam es heute in den frühen Morgenstunden wieder zu explosionsartigen Ausbrüchen des Vulkans Shimoedake der Kirishima-Berggruppe in der Präfektur Miyazaki. Gleich zwei explosionsartige Ausbrüche, einmal um 1:54 und dann um 4:25 Uhr mit einer 4500 Meter hohen Rauchsäule. Dabei wurden sogar auch größere Lavapartikel über 1,8 km durch die Luft geschleudert.

Seit dem 01.03.2018 zeigt der Vulkan Shimoedake vermehrt Aktivität, und brach bereits am 06.03.2018 mehrfach aus (antiatom-fuku berichtete).

Die Anwohner wurden erneut gewarnt, die Warnstufe 3 (von 5) wird aufrechterhalten. Das AKW Sendai, zurzeit mit einem Reaktor am Netz, befindet sich in nur 60 km Entfernung.

 

09.03.2018

Fisch aus Fukushima nach Thailand exportiert

Seit der Reaktorkatastrophe von vor 7 Jahren, wurde erstmals wieder Fisch, der vor der Küste von Fukushima gefangen worden ist, ins Ausland exportiert. So wurden nämlich Schollen aus Fukushima nach Thailand geliefert. Laut den Behörden sei die radioaktive Belastung der gefangenen Fische unterhalb des Grenzwertes, so diese in den Handel gebracht werden dürfen. Zudem wurden in den Stichproben wurden seit 2015 keine signifikant hohen Werte mehr gemessen, so die Behörden.   

 

06.03.2018

Kyushu, Berg Shimoedate: Explosionsartiger Vulkanausbruch

Auf der südlichen Hauptinsel Kyushu kam es heute Nachmittag um 14:30 Uhr zum explosionsartigen Ausbruch des Vulkans Shimoedake der Kirishima-Berggruppe in der Präfektur Kagoshima/Miyazaki. Bis kurz nach 22:00 Uhr kam es sogar 6 Mal zu weiteren explosionsartigen Ausbrüchen, bis sich der Berg wieder beruhigte. Neben der 2800 Meter hohen Rauchsäule wurde die feine Lavaasche weiträumig in der Umgebung verteilt.

Schon in den Tagen zuvor zeigte der Vulkan vermehrt Aktivität (antiatom-fuku berichtete). Der letzte explosionsartige Ausbruch ereignete sich im März 2011.  

Zum heutigen Ereignis siehe auch das Video der Ashhi Shinbum online.

 

AKW Sendai, Reaktor 1: Wiederinbetriebnahme verzögert sich

Die Wiederinbetriebnahme des Reaktors 1 am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima, der sich zurzeit in Revision befindet, wurde um 3 Wochen auf Ende Mai verschoben. Die „Reinigung“ des Primärkreislaufs der Reaktorkühlung zur Reduzierung der radioaktiven Partikel dauern länger, als zunächst geplant. Anlass der „gründlicheren“

Reinigung ist der Vorfall von vor einem Jahr, bei dem radioaktives Jod im laufenden Betrieb aus dem Primärkühlkreislauf entwichen ist. Laut den betreibenden Kyushu Elektrizitätswerken komme dafür Mikrorisse in den Brennstäben infrage.

Reaktor 1 soll nach einem vierwöchigen Testlauf ab Ende Juni im regulären Leistungsbetrieb laufen.

 

03.03.2018

Vulkan 60 km nördlich vom AKW Sendai zeigt vermehrt Aktivität

Wie der Wetterdienst diese Woche mitteilte, zeigen gleich mehrere Vulkane einer Berggruppe an der Grenze zwischen den beiden Präfekturen Kagoshima und Miyazaki auf der südlichen Hauptinsel Kyushu vermehrt Aktivität. So kam es bereits am Donnerstagvormittag zum Ausbruch einer der Vulkane. Dort zeigte sich eine 400 Meter hohe Rauchsäule. Die Behörden gaben die Warnstufe 3 (von 5) heraus, so dass vor allem die Bevölkerung im 3 km-Umkreis zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen worden ist.  

Die o.g. Berggruppe liegt nur 60 km nördlich vom AKW Sendai, das mit 2 Reaktoren (einer zurzeit in Revision) in Betrieb ist.

 

Fukushima: Umfrage bezüglich erhöhter Radioaktivität

Nach einer telefonischen Umfrage zum Thema „erhöhte Radioaktivität seit der Reaktorkatastrophe von vor knapp 7 Jahren“, die in der Präfektur Fukushima am 24. und 25.02.2018 durchgeführt worden ist, haben 21% der Befragten sehr große und 45% mäßig große Sorgen um ihre Gesundheit. 2017 antworteten 63% mit „ja“, so dass der Anteil der Besorgten in der Präfektur Fukushima, jetzt 66% im Vergleich zum Vorjahr um 3% anstieg.

Die Wiederinbetriebnahme einiger AKWs lehnen 75% der Befragten in der Präfektur Fukushima ab. 11% befürworten diese jedoch. Nach einer landesweiten Umfrage von Februar, lehnen 61% die Wiederinbetriebnahme der AKWs ab.

Nach fast 7 Jahren seit der Reaktorkatastrophe glauben 78% der Befragten in der Präfektur Fukushima, dass diese immer mehr in Vergessenheit gerät, während 18% anderer Meinung sind.

Die Frage, ob man das hochradioaktiv verseuchte Wasser, dass in Tanks auf dem AKW-Gelände lagert, wie von der Atomaufsichtsbehörde NRA empfohlen, bedenkenlos ins Meer verklappt werden kann, wird von 67% der Befragten verneint. 19% befürworten diese Maßnahme.       

 

26.02.2018

AKW Fukushima: Ungeklärter Anstieg von Grundwasser

Am havarierten AKW Fukushima Daiichi wurde, wie der Betreiber Tepco heute mitteilte, seit Anfang Februar ein massiver Anstieg der Wassermenge (Regen- und Grundwasser), die in die hochradioaktiv verseuchten Reaktorkellerräume eindringt festgestellt. Teilweise stieg die eindringende Wassermenge im Vergleich zu Januar sogar um fast das 4fache. Laut Tepco kommen für den Anstieg möglicherweise Reparaturarbeiten infrage, die an nahegelegenen Abwasserleitung durchgeführt worden sind.

Im Zeitraum vom 01.01. bis zum 08.02.2018 drangen 48t/Tag, vom 08.02 bis zum 15.02.2018, obwohl es nicht geregnet hatte, sogar 131t/Tag, und am 19.02.2018 wurde mit 179t/Tag der Spitzenwert erreicht. Ab dem 20.02.2018 wurde dann wieder eine rückläufige Tendenz festgestellt.

Das eindringende Grundwasser vermischt sich in den Reaktorkellerräumen mit dem hochradioaktiven Kühlwasser, das zum Teil täglich ins Meer gelangt.  

 

25.02.2018

Niigata, AKW Kashiwazaki Kariwa – weiterhin keine Genehmigung

Bezüglich der vom Stromkonzern Tepco gewünschten Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme zweier Reaktoren am AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata, will der amtierende Präfekturgouverneur Ryuichi Yoneyama bis zum Ende seiner Amtszeit im Oktober 2020, eine schriftliche Stellungnahme vorlegen. Diese soll dann die Begründung für die Genehmigung, bzw. der Nichtgenehmigung zur Wiederinbetriebnahme genau darlegen. Das verkündete Yoneyama auf einer Konferenz Ende dieser Woche.

Da zur Unfallursache am AKW Fukushima Daiichi noch zahlreiche Unklarheiten seitens des Betreibers Tepco bestehen, und es auch für die aktuellen Probleme, wie z.B. das auf dem Gelände gelagerte hochradioaktive Abwasser bisher keine Lösung gefunden werden konnte, will Yoneyama, wie in der Vergangenheit schon mehrfach geäußert, einer Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 6 und 7 am AKW Kashiwazaki Kariwa so lange nicht genehmigen, solange die o.g. Punkte noch nicht geklärt sind.

Die o.g. Stellungnahme wird voraussichtlich bis zum Sommer 2020 vorliegen, so Yoneyama.

Die beiden Reaktoren 6 und 7 wurden von der Atomaufsichtsbehörde NRA im Dezember 2017 zwar für „sicher“ befunden, dürfen aber, auch wenn einige lokale Behörden dem Betreiber Tepco ihr „o.k.“ schon zugesichert haben, ohne die Genehmigung der Präfekturverwaltung nicht hochgefahren werden.   

 

21.02.2018

AKW Fukushima Daiichi: Abdichtung zur Eindämmung der Radioaktivität

Nach Informationen des Betreibers Tepco, sollen am havarierten AKW Fukushima Daiichi die Reaktor- und Turbinengebäude besser vor eindringendem Regenwasser geschützt werden. Die Dächer der Gebäude, bzw. was davon noch übriggeblieben ist, sind marode und weisen Löcher und Risse auf. Das eindringende Regenwasser spült hochradioaktive Partikel bis in die Kellerräume, die ohnehin schon hochradioaktiv kontaminiert sind. Da das eindringende Regenwasser mit als Ursache für die zusätzliche Kontamination des Wassers in den Kellerräumen infrage kommt, will der Betreiber Tepco die Gebäude nun entsprechend abdichten. Die Dächer der Turbinengebäude sollen, nach dem die Trümmerteile entfernt worden sind, mit einer Betonschicht abgedeckt werden. Diese Abdichtungsarbeiten, die laut Tepco bis 2023 andauern sollen, müssen aufgrund der hohen Radioaktivität über ferngesteuertes Gerät erfolgen.

Am Reaktor 1 soll nach Entfernen der Trümmerteile wieder eine Schutzhülle gebaut werden. Die halbrunde Schutzhülle am Reaktor 3 wurde jetzt komplett fertiggestellt. Darunter befindet sich eine Entnahmevorrichtung zur Bergung der Brennelemente aus dem Abklingbecken (antiatom-fuku berichtete).

 

AKW Genkai: Reaktor 3 mit Brennelementen bestückt

Der Reaktor 3 am AKW Genkai, Präfektur Saga, wurde mit 193 Brennelementen bestückt. Darunter befinden sich auch 32 plutoniumhaltige MOX-Brennelemente. Laut den betreibenden Kyushu Elektrizitätswerken verliefen die Arbeiten, die sogar einen Tag schneller abgeschlossen werden konnten als geplant, ohne Zwischenfälle. Der Reaktor soll Mitte/Ende März hochgefahren werden.  

 

15.02.2018

AKW Genkai, Reaktor 3: Bestückung auch mit MOX-Brennelementen

Am AKW Genkai, Präfektur Saga laufen zurzeit die Vorbereitungen für die Wiederinbetriebnahme des Reaktors 3. Dieser wird ab früh mit 161 „normalen“ und 32 plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen bestückt. Die Arbeiten dauern voraussichtlich 5 Tage. Der Reaktor soll dann nach 7 Jahren Stillstand Mitte März hochgefahren werden. Für Reaktor 4 ist die Wiederinbetriebnahme im Mai geplant.

 

AKW Genkai: Vulkangefahr durch Berg Aso

Die Wiederinbetriebnahme des AKWs Genkai ist in der lokalen Bevölkerung und bei einigen Lokalpolitikern sehr heftig umstritten. So sprachen sich auf einer Konferenz Anfang der Woche 3 Bürgermeister strikt gegen die Wiederinbetriebnahme aus. Nicht nur aufgrund der allgemeinen Gefahren, vor allem im Einsatz von MOX-Brennelementen, sondern auch wegen der Erdbebengefahr und der Gefahr durch Vulkane und des unzureichenden Katastropheneinsatzplans im Falle einer radiologischen Notfallsituation. Dazu befinden sich im Radius von 30 km gleich mehrere größere Städte, wie z.B. Nagasaki und Fukuoka.  

Anfang der Woche fand auch eine Begehung durch den Präfekturgouverneur Yoshinori Yamaguchi am AKW Genkai statt, die von der Atomaufsichtsbehörde NRA begleitet worden ist. Anlass hierfür war die Erdbebenserie von Kumamoto im April 2016 (antiatom-fuku berichtete), und die Gefahr durch nahegelegener Vulkane, die vermehrt Aktivität zeigen, sowie die aktuellen Vulkanausbrüche am Berg Aso im Norden der Präfektur Kumamoto. Laut NRA-Chef Toyoshi Fuketa ginge vom Vulkan Aso jedoch keine Gefahr für das AKW Genkai aus. Auch die kürzlich durchgeführte Nachrüstung an der Kaltluftansaugvorrichtung der Notstromaggregate mittels Partikelfilter sei ausreichend. Laut der betreibenden Kyushu Elektrizitätswerke und der NRA wird dadurch das Eindringen von Vulkanstaub verhindert, der andernfalls die Notstromaggregate möglicherweise außer Betrieb setzen könnte.

 

11.02.2018

Fukushima: 14,8% Rückkehrer in radioaktiv verseuchte Gebiete

Laut örtlichen Behörden, sind in 9 AKW-nahen Ortschaften und Gemeinden, die aufgrund der Reaktorkatastrophe von Fukushima 2011 evakuiert, und nach einer Flächendekontamination ab April 2014, nach und nach wieder freigegeben worden sind, „nur“ 14,8%, also knapp 7300 von 49000 der geflüchteten Einwohner zurückgekehrt. Bei den Rückkehrern handelt es sich auch vorwiegend um ältere Menschen, die ihren Lebensabend in ihrer gewohnten Umgebung, also in ihrer Heimat verbringen wollen.

Obwohl die Behörden sich sehr stark bemühen, den Anreiz für eine Rückkehr zu stärken, bleibt die Rückkehrerquote weiterhin niedrig. Begründet wird dies mit einer geringen Perspektive für Arbeit und der denkbar schlechten Voraussetzungen, d.h. der radioaktiven Belastung der Umwelt, in der die Kinder dann aufwachsen müssten. So ist auch eine einst belebte Einkaufsstraße, die nun schön gestaltet, mit neuen, hell leuchtenden Laternen ausgestattet ist, nahezu menschenleer.        

 

09.02.2018

AKW Ōi und Genkai: Bestückung mit Brennelementen, auch mit MOX

Wie die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke Anfang dieser Wochen ankündigten, wird der Reaktor 3 am AKW Ōi, Präfektur Fukui, der Mitte März hochgefahren werden soll, seit heute Vormittag mit 193 Uranbrennelementen bestückt. Die Arbeiten dauern voraussichtlich 4 Tage.

Auch am AKW Genkai, Präfektur Saga bereiten sich die Kyushu Elektrizitätswerke auf die Wiederinbetriebnahme des Reaktors 3 vor. Dieser soll ab dem 16.02.2018 mit 193 Brennelementen, unter anderem auch mit plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen bestückt werden. Bezüglich der Anzahl der MOX-Brennelemente haben sich die Kansai Elektrizitätswerke noch nicht festgelegt.

Wie auch der Reaktor 4 am AKW Genkai, und der Reaktor 3 und 4 am AKW Ōi, verschob sich die Wiederinbetriebnahme des Reaktors 3 am AKW Genkai, die ja eigentlich schon für den Herbst 2017 geplant gewesen ist, wegen technischer Probleme und wegen des Kobe-Stahlskandals mehrfach (antiatom-fuku berichtete). Außerdem wird der o.g. Reaktor 3 am AKW Genkai neben dem kommerziellen Betrieb auch zu Forschungszwecken für den seit Jahren umstrittenen „geschlossenen Brennstoffkreislauf“ genutzt. Siehe dazu die Zusatzinfo der japanischen Botschaft (deutsch) aus dem Jahr 2006. Damals wurde das sogenannte „Plutonium-Thermal-Nuklearprogramm“ noch als großen Fortschritt angepriesen.  

 

06.02.2018

AKW Tokai 2 – erneute Materialprüfung nötig, JAPC unter Zeitdruck

Im Rahmen einer zusätzlichen Materialprüfung soll nun das AKW Tokai 2, Präfektur Ibaraki noch einmal gesondert auf Verschleißerscheinungen untersucht werden. Beim Reaktor Tokai 2 handelt es sich um einen SWR, der im kommenden November die gesetzlich festgelegte Laufzeitobergrenze von 40 Jahren erreicht. Die betreibende JAPC hatte zwar eine Laufzeitverlängerung beantragt, die auch im vergangenen November von der Atomaufsichtsbehörde NRA, unter der Voraussetzung einer Nachrüstung bewilligt worden ist, jedoch wieder zurückgezogen werden musste. Denn es stellte sich heraus, dass die Prüfdokumente gravierende Lücken aufweisen, die nun Anlass für die erneute Überprüfung des Reaktors sind.

Da eine Genehmigung für den Weiterbetrieb eines Altreaktors noch vor dem Erreichen der Maximallaufzeit erfolgen muss, gerät die JAPC nun unter Zeitdruck. Denn das bedeutet nämlich, dass die erneute Überprüfung der NRA bis spätestens November abgeschlossen sein muss. Andernfalls müsste der Reaktor endgültig stillgelegt werden.

 

04.02.2018

AKW Ōi, Reaktor 3 und 4: Reaktorstahl, angeblich keine Mängel

Wie die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke Ende dieser Woche bekannt gaben, soll der Reaktor 3 am AKW Ōi, Präfektur Fukui ab dem 09.02.2018 mit 193 Uranbrennelementen bestückt, und Mitte März hochgefahren werden. Die Wiederinbetriebnahme des Reaktors 4 ist für Mitte Mai geplant.

Die Wiederinbetriebnahme beider Reaktoren wurde seit dem vergangenen Herbst aufgrund technischer Mängel und dem Stahlskandal vom vergangenen Oktober laufend verschoben (antiatom-fuku berichtete).

Damals sind Ungereimtheiten in der Dokumentation der Materialüberprüfung aufgefallen, die bisher verschleiert worden sind. Demnach wurde im Stahlwerk Kobe bei der Fertigung der Reaktoren Stahl verarbeitet, der anders als angegeben, den Qualitätsanforderungen nämlich überhaupt nicht entspricht. Diese Daten wurden nämlich regelrecht gefälscht! Davon betroffen sind mehrere Reaktoren landesweit.

Laut eigenen Ermittlungen der Kansai Elektrizitätswerke hat sich jedoch herausgestellt, dass der besagte Stahl in den Reaktoren 3 und 4 angeblich nicht verbaut worden sei. Somit sei nach Meinung des Betreibers kein Sicherheitsrisiko vorhanden. Ein entsprechender Abschlussbericht wurde der Präfekturverwaltung Fukui bereits vorgelegt.

Ein weiterer Punkt, der die Wiederinbetriebnahme beider Reaktoren am AKW Ōi infrage stellen sollte, ist die von der Atomaufsichtsbehörde NRA attestierte Erdbebensicherheit, die nämlich durch unabhängige Experten ziemlich stark angezweifelt wird. Denn neben einer 900 m langen Bruchzone, die das AKW-Gelände durchzieht, verlaufen auch unterhalb aller vier Reaktoren geologische Verwerfungslinien, die zum Teil sogar seismisch aktiv sind.

 

31.01.2018

Umweltministerium legt weitere Standorte für Zwischenlager fest

Für das radioaktive Erdreich, das außerhalb der Präfektur Fukushima, also südlich in der Kanto-Region und nördlich in der Tohoku-Region abgetragen worden ist, wurden jetzt vom Umweltministerium 2 Zwischenlagerstandorte ausgewählt. So soll nun in der Stadt Nasu, Präfektur Tochigi und in Tokai, Präfektur Ibaraki jeweils ein Standort entstehen, wo radioaktives Erdreich, Laub und Dreck in einer Grube gelagert werden soll. Um die Strahlung abzuschirmen, sollen die Säcke mit den radioaktiven Abfällen durch nicht kontaminiertes Erdreich abgedeckt werden, so die Pläne des Umweltministeriums. Bei der Standortauswahl und der Einlagerung der radioaktiven Abfälle würde der Schutz der Arbeiter und der Umwelt an oberste Stelle stehen, so das Umweltministerium weiter.

 

28.01.2018

AKW Fukushima, Reaktor 1: Bergung von Trümmern begonnen

Am havarierten AKW Fukushima Daiichi wurde diese Woche mit der Trümmerräumung im Obergeschoss von Reaktorblock 1 begonnen. Entfernt wird nun der ganze Stahl- und Betonschutt, der bei der Wasserstoffexplosion 2011 in das Abklingbecken gefallen ist. Denn dieser würde nämlich sonst die Bergung der Brennelemente aus dem darunterliegenden Abklingbecken behindern. Wegen der hohen Strahlung müssen die Arbeiten mittels ferngesteuertem Kran durchgeführt werden. Voraussichtliche Dauer bis 2021. Danach erfolgt dann die Bergung der 392 Brennelemente aus dem Abklingbecken.

Das Abklingbecken von Reaktor 4 wurde bereits 2014 entleert. Der Reaktorblock 3 ist mittlerweile mit einer Schutzhülle und Entnahmevorrichtung versehen (antiatom-fuku berichtete). Dort soll die Bergung der Brennelemente aus den Abklingbecken ab Mitte des Jahres beginnen. Die Bergung der Brennelemente aus den Abklingbecken der Reaktoren 1 und 2 soll ab 2023 erfolgen.

 

27.01.2018

AKW Sendai, Reaktor 1 ab Montag in Revision

Wie die betreibenden Kyushu Elektrizitätswerke gestern bekannt gaben, soll der Reaktor 1 am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima am kommenden Montag (29.01.2018) zwecks Revision heruntergefahren werden. Dieses Mal ist jedoch ein längeres Intervall, und zwar bis Anfang Mai geplant, da nämlich alle 157 Brennelemente auf mögliche Mikrorisse überprüft werden sollen. Grund hierfür sind erhöhte Jod131-Werte, die im März 2017 am Reaktor 1 gemessen worden sind.

In der Regel erfolgt die Revision, die normalerweise 2 Monate dauert, alle 13 Monate. Ab den 23.04.2018 soll dann Reaktor 2 in Revision gehen.   

 

24.01.2018

Ibaraki: AEC empfiehlt Nutzung von MOX-Brennelementen

Die japanische Atomkommission (AEC), die die Regierung u.a. auch in Sachen Energiegewinnung berät, befürwortet den Weiterbetrieb des von der JAEA betriebenen Forschungsreaktors STACY, Präfektur Ibaraki. STACY wurde bereits im November 2017 von der Atomaufsichtsbehörde NRA für „sicher“ befunden und zur Wiederinbetriebnahme freigegeben (antiatom-fuku berichtete). Dies ist jedoch sehr stark umstritten, da er nämlich mit MOX-Brennelementen betrieben werden soll. Mit STACY soll die „Wiederverwertbarkeit“ von gebrauchtem Kernbrennstoff erprobt werden. Dabei handelt es sich um den Reaktortyp „HOMOG“, wo der entsprechend vorbereitete Kernbrennstoff in gelöster Form eingesetzt wird.

Die Atomkommission betonte mehrfach, dass der Forschungsreaktor „STACY“ ausschließlich für friedliche Zwecke dienen soll. „Es mache jedoch nur Sinn, so die AEC auf einer Konferenz von Anfang der Woche, wenn der Reaktor mit MOX-Brennelementen betrieben wird“.

Unabhängige Experten, sowie ein Großteil der lokalen Bevölkerung stehen dem jedoch sehr kritischen gegenüber.

 

19.01.2018

AKW Fukushima, Reaktor 2: erste Bilder der heutigen Erkundungsmission

Heute Morgen wurde, wie Anfang der Woche angekündigt (antiatom-fuku berichtete), mit der Erkundungsmission des Reaktors 2 am havarierten AKW Fukushima Daiichi begonnen. Dazu wurde eine Teleskopstange, die sich auf 16 m Läge ausfahren lässt, über einen geschaffenen Zugang in den Sicherheitsbehälter von Reaktor 2 eingebracht. Am vorderem Ende der Stange ist eine Kamera befestigt, die über ein Führungskabel bis 1 m über dem Grund des Sicherheitsbehälters abgelassen worden ist. Die Videobilder zeigen dunkle Klumpen, die auf Teile der geschmolzenen Brennelemente, sowie weitere Metallteile schließen lassen. Ein L-förmiges Metallstück wurde ebenfalls gesichtet. Vermutlich handelt es sich hier um den Greifhaken, der am Brennelement oben angebracht ist.  

Die nun erhobenen Daten, so der Betreiber Tepco, müssen jedoch noch genau ausgewertet werden. Über die ersten Ergebnisse der Mission berichtete Tepco auf einer Pressekonferenz, die noch am Abend stattfand.

Siehe dazu auch das Video der news24. Das Video ist zwar auf Japanisch, zeigt aber leicht verständlich eine Animation zum Arbeitsvorgang mit der Teleskopstange und erste Bilder aus den Inneren des Sicherheitsbehälters.   

 

16.01.2018

AKW Fukushima, Reaktor 2: Beginn der Mission am Freitag

Die geplante Erkundungsmission, die mittels mit Kamera ausgerüsteter Teleskopstange im Reaktor 2 des AKWs Fukushima Daiichi durchgeführt werden soll, soll nun am Freitag, den 19.01.2018 beginnen. Hierdurch sollen weitere Daten über den Zustand der geschmolzenen Brennelemente und über den Boden des Reaktorsicherheitsbehälters erhoben werden, da die Daten aus der Robotermission von Februar 2017 keine genaue Auskunft darüber geben, ob die Kernschmelze in das darunterliegende Betonfundament und Erdreich eingedrungen ist, oder nicht (antiatom-fuku berichtete).   

 

14.01.2017

AKW Fukushima, Tritiumwasser: NRA befürwortet Verklappung ins Meer

Am gestrigen Samstag besuchte Toyoshi Fuketa, Chef der Atomaufsichtsbehörde NRA die Präfektur Fukushima und sprach mit dem Bürgermeister der Stadt Okuma und Futaba, wo sich auch das havarierte AKW Fukushima Daiichi befindet. Thema der Konferenz war die Frage, was mit dem hochradioaktiven Wasser, das eine sehr hohe Tritiumkonzentration aufweist und in Tanks auf dem AKW-Gelände lagert, passieren soll. Eine Verklappung ins Meer wurde bereits von Seiten des Betreibers Tepco und der Regierung diskutiert, quasi schon beschlossen, jedoch noch nicht terminiert. Seitens der NRA werden diese Pläne aber auch nicht abgelehnt, eher im Gegenteil. Denn die Lagerung des Tritiumwassers in den Tanks sei nur 2 bis 3 Jahre möglich, so dass Tepco eine Verklappung bis Mitte des Jahres in Betracht ziehen sollte, so Fuketa. Das hochkonzentrierte Tritium würde sich in den Weiten des Ozeans ausreichend verdünnen, so die Einstellung der Regierung, Tepco und der NRA; zumal der Platz für die Lagertanks auf dem Gelände begrenzt ist. Die Fischer, Fischereigenossenschaft und lokale Bürger hingegen lehnen eine Verklappung des Trituimwassers ins Meer jedoch strikt ab.

Im vergangenen Dezember sprach Fuketa auch schon mit den Bürgermeistern von Minamisoma und Iitate und weiteren AKW-nahen Ortschaften.

  

AKW Fukushima: Zustand im Reaktor 2

Um den Zustand der geschmolzenen Brennelemente von Reaktor 2 am AKW Fukushima Daiichi genauer zu ermitteln, plant der Betreiber Tepco eine weitere Erkundungsmission, die ab Mitte kommender Woche beginnen soll.

Über ein Bohrloch im Sicherheitsbehälter von Reaktor 2 soll eine Teleskopstange eingeführt werden, an dessen vorderem Ende eine Kamera hängt, die dann über ein Führungskabel herabgelassen werden kann. Erkundet werden soll der Zustand der geschmolzenen Brennelemente, die sich auf den Boden des Sicherheitsbehälters befinden, bzw. durch den Boden in das darunterliegende Betonfundament gedrungen sind.

Das Ganze wurde zwar schon im Februar 2017 mit einem ferngesteuerten Roboter versucht, dessen Elektronik jedoch unter der hohen Strahlung versagte, so dass die erhobenen Daten nicht ausreichend waren (antiatom-fuku berichtete). Denn es ist immer unklar, ob die Kernschmelze bis in das darunterliegende Betonfundament eingedrungen ist oder nicht.

Bei der jetzigen Mission sollen neben den Videoaufnahmen auch die Temperatur und die Strahlung gemessen werden.

 

07.01.2018

Treibhauseffekt – Klimaziele der Regierung

Nach der 23. Weltklimakonferenz, die im November 2017 in Bonn stattfand, will die Regierung nun, um den Treibhauseffekt durch die CO2-Emisson bis 2050 um 80% zu senken, bis zum kommenden Sommer einen erneuten Energiefahrplan festlegen. Dazu wurde durch das Ministerium für Wirtschaft und Industrie (METI) ein Entwurf vorgelegt. Demnach soll nun, entgegen früheren Planungen, der Anteil an erneuerbaren Energien bei 24 statt bisher 22%, und der Anteil an Kernenergie bei 20 statt bisher 22% bis zum Jahr 2030 liegen. Die Verstromung aus Kohle und weiteren fossilen Energieträgern soll von gegenwärtig 80% auf 56% reduziert werden.

Beim Erreichen der Klimaziele stehen für die Regierung die erneuerbare Energie und die Kernenergie im Fokus. Die erneuerbare Energie soll zwar weiter ausgebaut werden, aber trotzdem sei die Kernenergie laut der Regierung ein unverzichtbarer Träger für die Grundlast in der Stromversorgung. Unabhängige Experten hingegen rechnen jedoch vor, dass Japan seine Klimaziele durchaus auch ohne Kernenergie und Kohle erreichen könnte.

 

Gefahr durch Vulkane – fraglicher Vierstufenplan für AKWs

Nach dem Ikata-Urteil vom 13.12.2017 (antiatom-fuku berichtete) hat die Atomaufsichtsbehörde NRA nun einen Vierstufenplan für die Vorgehensweise bei zunehmender Vulkanaktivität in Bezug auf AKWs in der Umgebung erstellt.

Der Weiterbetrieb des AKWs Ikata, Präfektur Ehime wurde aufgrund der Gefahren durch aktive Vulkane in der Umgebung, (Vulkan Aso, Kyushu) durch das OLG Hiroshima per einstweiliger Verfügung untersagt.

Laut dem Stufenplan ist bei Stufe 1 und 2 erhöhte Aufmerksamkeit geboten. Stufe 3 bedeutet Warnung. Alarmbereitschaft, eine eventuelle Reaktorabschaltung soll vorbereitet werden. Stufe 4 tritt ein, wenn der Vulkan droht auszubrechen, also höchste Alarmstufe! Der Reaktor soll dann laut des Stufenplans der NRA sofort heruntergefahren und die Brennelemente entnommen werden.

Nach Meinung unabhängiger Experten ist die Entnahme frisch benutzter Brennelemente aus dem Reaktor jedoch nicht ganz ungefährlich, zumal auch noch Eile geboten ist.  

 

03.01.2018

Weitere undichte Säcke mit radioaktiven Abfällen

Nach dem in den vergangenen Tagen an einem Lagerplatz in Iitate nicht ordnungsgemäß verschlossene Säcke mit radioaktiv verseuchtem Erdreich entdeckt worden sind (antiatom-fuku berichtete), wurden nun wie befürchtet, auch an 7 weiteren Lagerplätzen unsachgemäß verschossene Säcke entdeckt.

Da schon beim befüllen der Säcke der wasserdichte Innensack nicht verschossen, bzw. beim einfüllen des Erdreichs heruntergedrückt worden ist, ist Regenwasser eingedrungen, so dass radioaktive Partikel mit dem austretenden Regenwasser in die Umwelt gelangen.

Diese unsachgemäße Vorgehensweise bestätigten auch einige ehemalige Dekontaminationsarbeiter.  

Vor allem in Minamisoma, einem Ort, der ganz besonders von den Behörden als „erfolgreich“ flächendekontaminiert angepriesen wird und „revitalisiert“ werden soll, wurden ebenfalls solche Missstände entdeckt. Für die geflüchteten Einwohner, die nun wieder zurückkehren sollen, sind diese Nachrichten jedoch nicht gerade vertrauenserweckend. Zumal die Rückkehr in einem immer noch radioaktiv belasteten Ort nahe des havariertem AKWs Fukushima Daiichi generell infrage gestellt werden sollte.

 

01.01.2018

Säcke mit radioaktiven Abfall nicht ordnungsgemäß verschlossen

In einem Zwischenlager für radioaktiv verseuchtes Erdreich, Laub und Dreck in Iitate, 30 km nordwestlich vom havarierten AKW Fukushima Daiichi, wurden jetzt etwa 1000 Säcke entdeckt, die nicht ordnungsgemäß verschlossen wurden, und somit undicht sind.

Neben den allseits bekannten schwarzen Außensack, verfügen diese Säcke über einen wasserdichten Innensack, damit dort kein Regenwasser eindringt, bzw. kontaminierte Feuchtigkeit nicht nach außen gelangt.

Eine Dekontaminationsfirma aus Iitate hatte diese Säcke im Oktober 2015 befüllt und nicht ordnungsgemäß verschlossen. Die Säcke wurden dann unter freiem Himmel gelagert.

Das schlampige Vorgehen beim befüllen und lagern der Säcke fiel jedoch erst jetzt auf, weil das angesammelte Regenwasser jetzt nach und nach aus den Säcken läuft. Dadurch dass der wasserabweisende Innensack nicht verschlossen gewesen ist, ist Regenwasser in den Sack eingedrungen, hat sich mit dem radioaktiv verseuchten Erdreich vermischt und angesammelt. Das nun überlaufende und kontaminierte Regenwasser gelangt jetzt in den Boden.

Es wird sogar befürchtet, dass dieser Skandal kein Einzelfall ist. Möglicherweise haben andere Dekontaminationsfirmen genauso schlampig gearbeitet.

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