2020 In Deutschland und dem Umland

Archiv aus dem Jahr 2020 in umgekehrter Chronologie. Das heißt: Das aktuellste folgt zuerst.

 

23.03.2020

Nordkorea feuert erneut zwei Kurzstreckenraketen ab

Während die ganze Welt derzeit mit dem Coronavirus kämpft, hat Nordkorea am vergangenen Freitag, und auch schon zum dritten Male in diesem Monat, erneut zwei Raketen in Richtung japanisches Meer abgefeuert.

Siehe datzu den Artikel der DW.

 

21.02.2020

Frankreich, AKW Fessenheim geht vom Netz

Nach jahrelangem Druck aus Deutschland und der Schweiz geht heute Abend der Reaktor 1 am AKW Fessenheim endgültig vom Netz. Er wird, so der Betreiber EDF um 20:30 Uhr heruntergefahren. Im kommenden Juli wird dann auch Reaktor 2 endgültig abgeschaltet.

Anlass der seit langem bestehenden Kritik sind neben den allgemeinen Gefahren eines Atomkraftwerkes die immer weiter zunehmende Störanfälligkeit beider Reaktoren (beides DWR aus dem Jahr 1977), die schon seit 43 Jahren in betrieb sind und der Standort in einem erdbebengefährdeten Gebiet.

Die Nähe zur deutschen und schweizerischen Grenze, sowie die relativ dichte Besiedelung von knapp einer Million Leute im 30km-Umkreis des AKWs Fessenheim, die Großstädte Basel und Straßburg mit inbegriffen, wird ebenfalls als Kritikpunkt angeführt. Obwohl bei einer Sicherheitsüberprüfung, die 2012 von der französischen Atomaufsichtsbehörde durchgeführt worden ist, erhebliche Mängel festgestellt worden sind, wurde die Anlage bisher nicht stillgelegt.

In die Schlagzeilen geriet das AKW Fessenheim durch einen Störfall von 2014, dessen wirkliches Ausmaß erst 2016 ans licht kam. Dabei kam es nach einer Überflutung mehrerer Bereiche des AKWs durch fehlerhafte Befüllung eines Wasserreservoirs zu Problemen an einer der beiden Reaktoren, der dann notfallmäßig heruntergefahren werden sollte, was jedoch nicht sofort gelang. Die Navigation der Steuerstäbe funktionierte auf einmal nicht mehr, so dass eine Notborirung eingeleitet werden musste. Andernfalls hätte das in eine Kernschmelze gemündet.

 

16.02.2020

Plakataktion aus Südkorea warnt vor radioaktiver Olympiade

Umweltaktivisten der Gruppe VANK aus Südkorea machen aktuell mit einer Plakatausstellung auf die radioaktiven Probleme der Olympischen Spiele Tokyo 2020, die zum Teil auch in der Präfektur Fukushima stattfinden sollen aufmerksam.

Ausgestellt werden Plakate, die Sportler im Strahlenschutzanzug beim Olympischen Fackellauf zeigen. Das Feuer der Fackel wird gelblichgrün als nukleare Flamme dargestellt.

Die Gruppe will die koreanische Bevölkerung darauf aufmerksam machen, dass sowohl Teile des olympischen Fackellaufes, der am 26.03.2020 am J-Village, nahe des havariertem AKWs Fukushima Daiichi beginnt, als auch Teile der Wettkämpfe in den radioaktiv belasteten Gebieten stattfinden soll. Diese sind nämlich trotz durchgeführter Flächendekontamination weiterhin radioaktiv belastet und stellen somit eine gesundheitliche Gefahr dar.

Nicht nur in Südkorea, sondern auch in einigen Teilen der internationalen Gemeinschaft ist die Austragung der Olympischen Spiele im Umfeld der Reaktorruine und in Tokyo, das ebenfalls vom Fallout nicht verschont geblieben ist, sehr umstritten. Der Großteil der Weltbevölkerung, auch in Deutschland ist jedoch eher uninformiert und sieht bei der Austragung der olympischen Spiele Tokyo 2020 keine Zusammenhang mit der Reaktorkatastrophe von 2011 und dessen Gefahren.

 

08.01.2020

Iran: Erdbeben der Stärke 4,5 unweit vom AKW Buschehr

Kurz nach 5:00 Uhr heute Morgen ereignete sich ein Erdbeben der Stärke 4,5 bis 4,9 auf der Richter-Skala. Das Epizentrum lag nur 44 km vom AKW Buschehr entfernt. Bezüglich eventueller Schäden am AKW Buschehr wurde bisher jedoch noch nichts gemeldet.

Siehe dazu den Artikel von Spiegel online.   

 

01.01.2020

AKW Philippsburg endgültig vom Netz

Wie bereits angekündigt (antiatom-fuku berichtete), wurde der Reaktor 2 am AKW Philippsburg am gestrigen Silvesterabend um 18:55 Uhr heruntergefahren und bleibt nun endgültig vom Netz! Bei Reaktor 2 handelt es sich um einen DWR, der seit 1985 in Betrieb gewesen ist.

Die endgültige Abschaltung des Reaktors wurde im Rahmen der 13. Novelle des Atomgesetzes durch die Bundesregierung (CDU/SPD) beschlossen. Somit sind in Deutschland noch 6 Reaktoren (5 DWR und 1 SWR) an 6 AKWs am Netz, die bis Ende 2022 nach und nach abgeschaltet werden.

Der Anteil der erneuerbaren Energien ist seit 2011 zwar deutlich angestiegen, allerdings geriet der Ausbau aktuell ziemlich ins Stocken. 2000 lag der Anteil erneuerbarer Energien noch bei 7%, ist dann deutlich in die Höhe geschossen, so dass der Anteil nun bei 40% liegt. Der Anteil der Kernenergie konnte problemlos von 30% im Jahr 2000 auf aktuell etwa 12% gesenkt werden. Auch nach Abschaltungen weiterer AKWs sind keine Versorgungsengpässe zu befürchten.

Siehe dazu auch die weiteren Informationen zur Alternative für Atom und Kohle

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