2022 Fuku Info

Archiv aus dem Jahr 2022 in umgekehrter Chronologie. Das heißt: Das aktuellste folgt zuerst.   

 (Zu den aktuellen Nachrichten)

 

28.06.2022

AKW Ōi, defekte Rohrleitung mit Wasseraustritt

Im Reaktorblock 4 am AKW Ōi, Präfektur Fukui wurde, wie die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke gestern bekannt gaben, ein kleines Loch in einer wasserzuführenden Rohleitung des Sekundärkreislaufes des Reaktors gefunden. Der Reaktor ist zurzeit zwecks jährlicher Revision heruntergefahren, die aber nun zum Abschluss kommen sollte. Dem entsprechend wurde der Reaktor schon für die Anfang Juli geplante Wiederinbetriebnahme vorbereitet. Nach der Ursache für die Leckage werde nun gesucht, so die Kansai Elektrizitätswerke. Dadurch verschiebt sich die Wiederinbetriebnahme um etwa drei Wochen, also auf Mitte Juli.

Laut den Kansai Elektrizitätswerken habe die verzögerte Wiederinbetriebnahme des Reaktors möglicherweise Auswirkungen auf die Stromversorgung in der Region, so dass die Bürger zum sparsamen Stromverbrauch angehalten werden, eine Sorge, die laut unabhängigen Experten jedoch eher unbegründet ist.

Die Leckage wurde während der Inspektion gar nicht entdeckt. Die defekte Rohrleitung wurde seit der Erstinbetriebnahme 1993 auch noch nie ausgetauscht.

 

20.06.2022

Stärkeres Erdbeben nahe AKW Shika

In der Präfektur Ishikawa, insbesondere auf der Halbinsel der Stadt Shika, wo sich auch das gleichnamige AKW Shika befindet, kam es gestern um 15:08 Uhr zu einem Erdbeben der Stärke 6,0 auf der Richter-Skala mit der Einstufung M 5,4. Das Epizentrum lag in 10 km Tiefe unter der Halbinsel. Eine Tsunamiwarnung wurde nicht herausgegeben.

Laut den betreibenden Hokuriku Elektrizitätswerken sei es durch das Beben zu keiner Unregelmäßigkeit gekommen. Aus dem AKW Kashiwazaki Kariwa in der Nachbarpräfektur Niigata wurden ebenfalls keine Vorkommnisse gemeldet. Beide AKWs sind wegen noch laufender Sicherheitsüberprüfung durch die Atomaufsichtsbehörde NRA, seit der Reaktorkatastrophe von Fukushima 2011 nicht in Betrieb gewesen. Unterhalb beider Reaktorblöcke des AKWs Shika verlaufen seismisch aktive Verwerfungen, weshalb eine eventuelle Wiederinbetriebnahme des Reaktorblocks 2 (Reaktor 1 wurde bereits stillgelegt) sehr umstritten ist.

Im Verlaufe des gestrigen Tages kann es zu weiteren leichteren Nachbeben. Heute Vormittag ereignete sich jedoch wieder ein stärkeres Beben auf der Halbinsel Shika.

 

15.06.2022

AKW Mihama 3 – Wiederinbetriebnahme zwei Monate früher

Der Reaktor 3 am AKW Mihama, Präfektur Fukui, der seit Oktober 2021 wegen Terrorschutznachbesserung vom Netz ist, soll nach Informationen der betreibenden Kansai Elektrizitätswerke zwei Monate früher, also schon Mitte August, statt Mitte Oktober wieder hochgefahren werden. Die Arbeiten lägen weit vor dem Zeitplan, so dass diese schneller zum Abschluss kommen werden. Zudem wolle man auch die Stromversorgung, insbesondere in Anbetracht des heißen Sommers sicherstellen, so die Kansai Elektrizitätswerke, zumal momentan nur vier von 10 Reaktoren landesweit am Netz sind. Nach unabhängigen Experten ist die Befürchtung möglicher Stromengpässe aufgrund geringer Einspeisung von Kernenergie, wie es sich in der Vergangenheit bereits gezeigt hatte, jedoch völlig unbegründet.

Beim Reaktor 3 am AKW Mihama, einen DWR, handelt es sich um einen Altreaktor, der nach 40jähriger Betriebszeit, nach einer Nachrüstung eine Laufzeitverlängerung für weitere 20 Jahre erhalten hatte. Im Sommer 2021 ging dieser dann wieder in Betrieb, musste im Oktober 2021 aber wieder vom Netz, da die Kansai Elektrizitätswerke die Frist zur Fertigstellung der gesetzlich festgelegten Terrorschutznachbesserungen einfach haben verstreichen lassen.

 

31.05.2022

Urteil Landgericht Sapporo – AKW Tomari darf nicht mehr ans Netz!

Nach einem Urteil, dass heute am Landgericht Sapporo, Hokkaido in Nordjapan gefällt worden ist, dürfen alle drei Reaktoren des AKWs Tomari, 50km westlich von sapporo, nicht mehr in Betrieb genommen werden. Begründet wurde das Urteil mit der erhöhten Erdbebengefahr, vor allen in Anbetracht der seismischen Aktivität im Boden der Shakodan-Halbinsel, wo sich das AKW befindet, sowie seismisch aktiver geologische Verwerfungen, die im Meer parallel zur Küste verlaufen. Zudem sind die Tsunamischutzvorkehrungen weiterhin unzureichend. Alle drei Reaktoren (DWR aus dem Jahr 1981, 1991 und 2009) wurden kurz nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima 2011 wegen fälliger Routinewartung nach und nach heruntergefahren und stehen seit dem, also seit über 10 Jahren still.

Das Genehmigungsverfahren der Atomaufsichtsbehörde NRA, die das AKW Tomari auf Erbringung der gesetzlich festgelegten Sicherheitsanforderungen überprüft, läuft schon seit 2013. Hauptbrennpunkt, weshalb bisher keine Freigabe erfolgt ist, ist die seismische Aktivität auf der Shakodan-Halbinsel, bzw. der seismisch aktiven Verwerfungen vor der Küste und der damit verbundenen erhöhten Erdbeben- und Tsunamigefahr.

 

28.05.2022

AKW Fukushima Daiichi, Betonfundament von Reaktor 1 instabil

Nach Auswertung der Videoaufnahmen, die am 19.05.2022 unterhalb des Sicherheitsbehälters von Reaktor 1 am havarierten AKW Fukushima Daiichi getätigt worden sind, wurde nun festgestellt, dass der Stahlbetonsockel, auf dem der Reaktor steht, instabil geworden ist. Die Bilder wurden aufgrund der immer noch hohen Strahlung mittels einer ferngesteuerten Unterwasserkamera aufgenommen. Zudem muss der geschmolzene Kernbrennstoff weiterhin aktiv gekühlt werden, so dass sich der untere Teil des Reaktors, wo die Mission stattfand, laufend geflutet wird.

Die Stahlbetonkonstruktion des Fundaments bildet den stützenden Sockel, auf dem der Reaktor steht. Die Aufnahmen zeigen nun jedoch freiliegendes Stahlgerippe am Stahlbetonsockel, wo sich der Beton herausgelöst hat. Vermutungen des Betreibers Tepco zufolge, ist der Beton zu Beginn der Reaktorkatastrophe im März 2011 durch die enorme Hitzeeinwirkung der Kernschmelze regelrecht geschmolzen. Denn Beton schmilzt bei 1100°C. Hier ist zu dem, wie bereits festgestellt, der Kernbrennstoff durch den Boden des Druck- und des Sicherheitsbehälters geschmolzen und in das darunterliegende Betonfundament gedrungen (antiatom-fuku berichtete).

Im schlimmsten Fall wäre das Fundament so derart instabil, dass es den Reaktor nicht mehr tragen könnte. Das genaue Ausmaß der Beschädigung wird noch weiter untersucht, so der Betreiber Tepco auf einer Pressekonferenz.

Zudem bereitet der Rückbau der Abluftrohre, die zum gemeinsamen Schornstein der Reaktorblöcke 1 und 2 führen Probleme. Aufgrund technischer Schwierigkeiten ruhen die Arbeiten auch schon seit zwei Monaten.

Im Bereich der Abluftrohre herrscht eine Strahlung von 3 Sv/h, einer tödlichen Dosis, so dass die Arbeiten nur ferngesteuert erfolgen können. Die Rohre, die einen Durchmesser von 30cm aufweisen, sollen segmentweise entfernt werden, wobei jedes Mal die entstandene Öffnung, um radioaktive Partikel zurückzuhalten, mit einer Art Deckel verschlossen werden muss. Die hohe radioaktive Kontamination der Rohre ergab sich durch das „Venting“ (Entlüften), dass zu Beginn der Reaktorkatastrophe zwecks Druckentlastung durchgeführt worden ist.

 

21.05.2022

AKW Shika, erneute NRA-Überprüfung auf seismische Aktivität

Wie die Atomaufsichtsbehörde NRA auf ihrer regelmäßigen Konferenz bekannt gab, sollen nun die geologischen Verwerfungen, die das Gelände des AKWs Shika, Präfektur Ishikawa durchziehen, erneut auf seismische Aktivität untersucht werden. Hierzu werden Probegrabungen und Bohrungen auf dem Gelände vorgenommen. Unterhalb von Reaktor 1, der mittlerweile stillgelegt worden ist, verläuft nachweislich eine seismisch aktive Verwerfung, so auch unterhalb des Turbinengebäudes von Reaktorblock 2, was durch die betreibenden Hokuriku Elektrizitätswerke jedoch weiterhin heftig bestritten wird. Dazu hatten die Hokuriku Elektrizitätswerke sogar selber Untersuchungen in Auftrag gegeben, die eine seismische Aktivität angeblich widerlegen würden.

Der Reaktorblock 2, eine „verbesserte“ Form des SWR, Erstinbetriebnahme 2006, befindet sich bereits seit 8 Jahren in der NRA-Überprüfung auf Erfüllung der gesetzlich festgelegten Sicherheitsanforderungen. Seitens unabhängigen Experten konnte eine mögliche seismische Aktivität jedoch nicht widerlegt werden.

Das Ergebnis der erneuten geologischen Untersuchungen wird für Anfang August erwartet. Sollte eine seismische Aktivität (weiterhin) bestätigt werden, hätte das die Stilllegung des Reaktors zufolge.

 

15.05.2022

Takahama 3, Risse in Rohren, Wiederinbetriebnahme voraussichtlich Juli

Aufgrund von Reparaturarbeiten wird der Reaktor 3 am AKW Takahama, Präfektur Fukui nicht wie ursprünglich geplant jetzt Mitte Mai, sondern erst im Juli wieder hochgefahren. Grund dafür sind Risse an vier Röhren der Dampferzeuger, die während der jährlichen Revision gefunden worden sind (antiatom-fuku berichtete). Der Schaden werde zurzeit behoben, so die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke. Als Ursache der Risse wird Eisenoxid vermutet, dass sich im laufenden Betrieb an den Rohren abgelagert hat.

 

07.05.2022

AKW Genkai, Reaktor 4, Terrorschutznachbesserung in letzter Minute, ansonsten droht Betriebsverbot!

Für den Reaktor 4 am AKW Genkai, Präfektur Saga, der seit ein paar Tagen zwecks jährlicher Revision heruntergefahren worden ist, läuft im September die Frist zur Erbringung der Terrorschutznachbesserung ab. Sollten die betreibenden Kyushu Elektrizitätswerke diese verstreichen lassen, würde ein Betriebsverbot für den Reaktor in Kraft treten. Nun soll der Reaktor 4 zunächst nach Beendigung der Revision im Juli wieder hochgefahren werden und dann im September für die Terrorschutznachbesserungsmaßnahmen erneut vom Netz gehen.

Die kurzzeitige Wiederinbetriebnahme des Reaktors begründen die Kyushu Elektrizitätswerke mit angeblichen Stromengpässen, die sonst im Sommer drohen würden. Zu diesem Zeitpunkt wäre, so die Kyushu Elektrizitätswerke nur ein einziger von vier Reaktoren am Netz, nämlich Reaktor 1 am AKW Sendai. Die Sorge bezüglich drohender Stromengpässe ist laut unabhängigen Experten jedoch völlig unbegründet, zumal Reaktor 2 am AKW Sendai, der zurzeit wegen einer gesonderten Überprüfung vom Netz ist, im Juli wieder hochgefahren werden soll.

 

01.05.2022

AKW Takahama, weitere Mängel im Reaktorblock 3 – Wiederinbetriebnahme verschiebt sich auf unbestimmte Zeit

Im Reaktorblock 3 am AKW Takahama, Präfektur Fukui, der zurzeit zwecks jährlicher Routinewartung heruntergefahren ist, wurden nun Risse an vier Wärmeübertragungsrohren der Dampferzeuger gefunden. Wie die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke mitteilten, sein die Risse, die eine Länge bis zu 5mm aufweisen, möglicherweise durch Eisenoxid verursacht worden, das sich im laufenden Betrieb dort abgelagert hat. Das anhaftende Eisenoxid soll nun mit einer Art Hochdruckreiniger entfernt werden. Die Wanddicke der Wärmeübertragungsrohre wurde ebenfalls überprüft. Dabei wurde festgestellt, dass diese im Vergleich zur vorherigen Inspektion abgenommen hat. Dadurch verschiebt sich die für Mitte des Monats geplante Wiederinbetriebnahme des Reaktors auf unbestimmte Zeit.

23.04.2022

AKW Shimane – Lokalpolitiker skeptisch gegenüber Wiederinbetriebnahme

Nach Plänen der Chugoku Elektrizitätswerke soll der Reaktor 2 am AKW Shimane, der gleichnamigen Präfektur Shimane bald wieder hochgefahren werden. Allerdings gerät das Genehmigungsverfahren der Präfekturverwaltung ins Stocken, da nämlich noch einige Lokalpolitiker benachbarter Gemeinden die Wiederinbetriebnahme ablehnen. Eine Bürgerinitiative/ Antiatomgruppe hat ebenfalls einen Antrag auf Abbruch des Genehmigungsverfahrens bei der Präfekturverwaltung eingereicht.

Begründet wird das Anliegen neben den allgemeinen Gefahren kerntechnischer Anlagen mit der unzureichenden Erdbebensicherheit am AKW Shimane. Dabei steht besonders eine seismisch aktive langstreckige Bruchzone, die nahe am AKW Shimane verläuft im Fokus. Und obwohl diese schon vor Baubeginn des Reaktors 2 bekannt war, wurde das Bauvorhaben genehmigt! Zudem weisen Lokalpolitiker und BI, in Anbetracht der Angriffe des russischen Militärs auf die Ukraine, u.a. auch auf ukrainische AKWs, auf die hohe Anfälligkeit nuklearer Anlagen für militärische Angriffe hin.

Das AKW Shimane verfügt über drei SWR, wovon einer bereits stillgelegt worden ist. Bei Reaktor 2 handelt es sich um einen SWR aus dem Jahr 1989, der seit 2012 stillsteht. Der Reaktor 3, eine sogenannte verbesserte Form des SWR (ABWR), befindet sich noch in Bau. Er wurde aber schon nahezu fertiggestellt und sollte 2012 ans Netz gehen. Seit der Reaktorkatastrophe von Fukushima 2011 herrscht dort jedoch Baustopp.

 

15.04.2022

AKW Genkai, Ursache für Jodaustritt gefunden

Nach Angaben der betreibenden Kyushu Elektrizitätswerke wurde am AKW Genkai, Präfektur Saga nun die Ursache für die erhöhte Konzentration des radioaktiven Jods im Kühlwasser des Primärkreislaufes von Reaktorblock 3 gefunden. Dieser ist seit Ende Januar Zwecks jährlicher Revision und gesonderter Ultraschallinspektion der einzelnen Brennstäbe aller Brennelemente, die im Reaktorkern gewesen sind, bis voraussichtlich Januar 2023 vom Netz.

Der erhöhte Jodanstieg im Kühlwasser des Primärkreislaufes wurde bereits im November vergangenen Jahres festgestellt (antiatom-fuku berichtete). Allerdings lief der Reaktor trotz des Vorfalls weiter im regulären Leistungsbetrieb und wurde erst Ende Januar, also zum planmäßigen Termin der jährlichen Revision heruntergefahren. Zu diesem Zeitpunkt war die Konzentration des radioaktiven Jods schon um das 15fache des üblichen Wertes angestiegen.

Wie die Kyushu Elektrizitätswerke nun mitteilten, wurde mittels der Ultraschallinspektion ein mikrofeines Loch am Hüllrohr eines Brennelementes gefunden, das für den Jodaustritt verantwortlich ist. Allerdings ist dieses Problem in der Vergangenheit schon mehrfach aufgetreten, also somit nun zum 8. Male.

 

06.04.2022

AKW Onagawa, weiterer Verzug der geplanten Wiederinbetriebnahme

Die Wiederinbetriebnahme des Reaktorblock 2 am AKW Onagawa, Präfektur Ishinomaki, die ursprünglich schon für April 2020 vorgesehen war, verschiebt sich nun zum 5. Male, und zwar auf Februar 2024. Grund der laufenden Verschiebung sind die immer noch andauernden Nachbesserungsarbeiten nach Vorgaben der Atomaufsichtsbehörde NRA, die den Reaktorblock im November 2019 unter Vorbehalt schon freigegeben hatte (antiatom-fuku berichtete).  

 

31.03.2022

AKW Takahama, Röhren in Dampferzeuger defekt

Am AKW Takahama, Präfektur Fukui wurden im Reaktorblock 3, der sich seit Anfang des Monats in der jährlichen Revision befindet, deutliche Beschädigungen an vier Röhren eines Dampferzeugers festgestellt. Zudem weisen die Wände der Röhren eine abnutzungsbedingte Ausdünnung auf.

Mithilfe der Dampferzeuger, wovon einer 10.000 dieser kleinen Röhren beinhaltet, wird die Turbine zur Stromerzeugung angetrieben.

Aufgrund der nun gefundenen Schäden verschiebt sich die für Mitte Mai geplante Wiederinbetriebnahme des Reaktorblocks 3 auf unbestimmte Zeit.

 

26.03.2022

AKW Fukushima, Reaktor 1, erste Ergebnisse der Robotermission

Auf einer Pressekonferenz, die Ende dieser Woche stattfand, stellte der Betreiber Tepco erste Ergebnisse der Robotermission vor, die im Reaktor 1 am havarierten AKW Fukushima Daiichi seit Februar durchgeführt worden ist. Mittels eines ferngesteuerten Tauchroboters wurde das Innere des Sicherheitsbehälters von Reaktor 1 erkundet. Dort kam es im März 2011, wie auch in den Reaktor 2 und 3 zu einer Kernschmelze.

Die nun gewonnenen Bildaufnahmen und Messdaten sollen Auskunft darüber geben, wo sich der geschmolzene Kernbrennstoff genau befindet, bzw. in wieweit er in das Betonfundament und Erdreich gedrungen ist.

Die Filmaufnahmen zeigen eine ausgehärtete Masse, bestehend aus Klumpen, Sediment und gelbbräunlichen Körnern, die Sand ähneln. Direkt unterhalb der Öffnung des Druckbehälters befindet sich eine große Menge der Masse. Dabei handelt es sich sehr wahrscheinlich um die geschmolzenen Brennelemente, so ein Tepco-Sprecher auf der Pressekonferenz. Das würde bedeuten, dass sich der Kernbrennstoff noch im Inneren des Sicherheitsbehälters befinden würde.

Vor etwa einer Woche konnten sogar Aufnahmen getätigt werden, die von unten betrachtet das Innere des Reaktordruckbehälters zeigen. Darin ist eine herabhängende klumpige Masse zu erkennen.

Siehe dazu auch das Video der Bilddokumentation.

 

19.03.2022

AKW Fukushima Daiichi, Zwischenfälle nach jetzigen Erdbeben

Nach dem Erdbeben der Stärke 6,0 auf der Richter-Skala, dass sich am vergangenen Donnerstag ereignete (antiatom-fuku berichtete), traten entgegen ersten Meldungen sehr wohl Zwischenfälle am havarierten AKW Fukushima Daiichi auf, die der Betreiber Tepco nun am gestrigen Freitag bekannt gab. Zuvor wurden nur Störungen aus dem AKW Fukushima Daini gemeldet.

Bei den Zwischenfällen am AKW Fukushima Daiichi war durch das Beben der Wasserstand im Abklingbecken von Reaktorblock 2 gesunken und die Kühlung für sieben Stunden unterbrochen. Dort lagern 615 Brennelemente. Im Reaktorblock 5, wo 1542 Brennelemente im Abklingbecken lagern, war die Kühlung für viereinhalb Stunden unterbrochen. In der Brennelemententnahmevorrichtung, die über den Reaktorblock 4 gebaut worden ist, fiel im Innenbereich ein 200 kg schweres Stahlelement herab. Verletzt wurde jedoch niemand. Über die Entnahmevorrichtung wurden 2014 die Brennelemente (1335 Stück) aus dem Abklingbecken des Reaktorblocks 4 entnommen, da dieser damals akut einsturzgefährdet gewesen ist. Zudem wurden 85 der großen Lagertanks für hochradioaktives Wasser, die auf dem Gelände stehen undicht. Das gleiche Problem trat schon Anfang vergangenen Jahres auf, als sich ein Erdbeben ereignete (antiatom-fuku berichtete).

In einem Zwischenlager für radioaktive Abfälle wie gebrauchte Schutzkleidung, Masken etc., waren 6 der 850.000 übereinander gestapelten Container heruntergefallen. Beim Aufprall sprangen diese auf, so dass sich der Inhalt auf dem Boden verteilte.

Die Rückbauarbeiten der hochradioaktiv kontaminierten Rohre, die zum Schornstein der Reaktorblöcke 1 und 2 führen, mussten aufgrund angestiegener Strahlenwerte unterbrochen werden. Der Schornstein als solches, wurde bereits 2020 wegen Einsturzgefahr zur Hälfte rückgebaut (antiatom-fuku berichtete).

 

16.03.2022

Stärkeres Erdbeben, 6,0 in Nordostjapan

Um 23:36 Uhr (Ortszeit) ereignete sich in Nordostjapan ein Erdbeben der Stärke 6,0 auf der Richter-Skala mit der Einstufung M7, dessen Auswirkungen am stärksten in den Präfekturen Fukushima und dessen südlichen Nachbarpräfektur Ibaraki zu spüren waren. Die Ausläufer erstreckten sich über das gesamte Land, insbesondere Hokkaido, Nordjapan, wo das Erdbeben noch eine Stärke von 3,0 aufwies. Eine Tsunamiwarnung bis zu 1 Meter Höhe für die Präfekturen Fukushima und Ibaraki wurde ebenfalls herausgegeben.  

Während es vielerorts zu Stromausfällen kam, fielen am AKW Fukushima Daini die Pumpen für den Kühlwasserkreislauf der Abklingbecken der Reaktorblöcke 1 und 3 vorübergehend aus. Diese konnten jedoch wieder instand gebracht werden, so dass die Kühlung der Abklingbecken ab 1:43 Uhr (17.03.2022 Ortszeit) wieder lief. Vom havarierten AKW Fukushima Daiichi hingegen wurden jedoch keine besonderen Vorkommnisse gemeldet.

Siehe dazu die Übersichtskarte des Japanischen Wetterdienstes „Tenki“

 

15.03.2022

Inbetriebnahme neuer Müllverbrennungsanlage am AKW Fukushima Daiichi

In der Nähe des havarierten AKWs Fukushima Daiichi wurde nun eine neu errichtete Müllverbrennungsanlage für radioaktive Abfälle in Betrieb genommen. Hier soll vorwiegend radioaktivkontaminiertes Holz, dass bei der Rodung des Waldes hinter dem AKW angefallen ist verbrannt werden. Bei der Waldrodung war eine Menge von etwa 140.000m³ Holz zusammengekommen. Diese Bäume wurden kurz nach Beginn der Reaktorkatastrophe gefällt, um Platz für die großen Lagertanks für das hochradioaktive Abwasser aus der Reaktorkühlung zu schaffen. Mittlerweile befinden sich 1061 solcher Tanks auf dem Gelände.

Etwa 95 Tonnen Holz und Laubabfällen sollen pro Tag in der neuen Anlage verbrannt werden. Des Weiteren wird zurzeit auch eine Zerkleinerungsanlage für die Zerlegung von radioaktiv kontaminierten Stahlträgern, Stahlbeton und weiteren Bauschutt gebaut.

 

11.03.2022

11 Jahre nach der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe

Die verheerende Dreifachkatastrophe von 2011, also das große Tohoku-Erdbeben mit Tsunami und der Reaktorkatastrophe am AKW Fukushima Daiichi, jährt sich heute zum 11. Male.

Wie heute, war es ebenfalls ein Freitagnachmittag, 14:46 Uhr, als sich ein Erdbeben der Stärke 7 auf der Richter-Skala mit der Einstufung M 9 vor Küste Nordostjapans ereignete. Unmittelbar danach, Störfall an gleich vier AKWs und dem Atommüllzwischenlager und Wiederaufbereitungsanlage Rokkasho. Während an den anderen drei AKWs und in Rokkasho das Schlimmste gerade noch abgewendet werden konnte, kam es am AKW Fukushima Daiichi zur dreifachen Kernschmelze mit all seinen Folgen, die bis heute noch andauern.

Knapp 45 Minuten später ein enormer Tsunami, der nicht nur das Gelände der AKWs überflutete, sondern in der gesamten Küstenregion bis weit ins Landesinnere alles wegspülte. Dabei wurde eine Fläche von 470 km² überflutet und alles dem Erdboden gleich gemacht. Etwa 20.000 Leute kamen ums Leben. Mehr als eine halbe Millionen Menschen mussten flüchten.

In der Umgebung rund um das AKW Fukushima Daiichi, wo man vom Tsunami verschont blieb und die Häuser dem Erdbeben standhielten, wurde der nukleare Notstand ausgesprochen und sämtliche Ortschaften evakuiert.

Hunderttausende verloren ihre Heimat durch das Erdbeben, Tsunami oder der Strahlung.

Schon in den Jahren danach wurden radioaktiv verseuchten Gebiete einer Flächendekontamination unterzogen und seitens der Regierung für wieder „bewohnbar“ erklärt. Das bei der Flächendekontamination abgetragene Erdreich, etwa 22 Mio. m³, lagert nun in vielen Zwischenlagern unter freien Himmel. Wälder und Berge hingegen können nicht dekontaminiert werden. Und die dekontaminierten Ortschaften werden durch Wind und Regen immer wieder erneut radioaktiv kontaminiert.

Zum 11. Jahrestag der Dreifachkatastrophe fanden vielerorts in der Tohoku-Region Gedenkfeiern statt, wobei die Betroffenen der Atomkatastrophe und dessen Folgen in den offiziellen Feiern eher weniger bedacht wurden.

 

02.03.2022

AKW Fukushima, hochradioaktive Abluftrohre werden demontiert

Am havarierten AKW Fukushima Daiichi wurde nun mit der Demontage der großen Abluftrohre, die zum Schornstein der Reaktorblöcke 1 und 2 führen begonnen. Diese Rohre und der dazugehörige Schornstein sind von innen hochradioaktiv kontaminiert, da zu Beginn der Reaktorkatastrophe 2011 über diese, um den ansteigenden Reaktorinnendruck entgegen zu wirken, entlüftet worden ist (Venting). Die Abluftrohre weisen an der Außenseite zum Teil schon gefährlich hohe Strahlenwerte von 160mSv/h auf. Der ehemals 120 Meter hohe Schornstein der Reaktorblöcke 1 und 2 wurde aufgrund einer akuten Einsturzgefahr durch Korrosion des Haltegerüstes 2019 bis zur Hälfte rückgebaut (antiatom-fuku berichtete).

 

11.02.2022

AKW Fukushima, Reaktor 1, Mission liefert neue Erkenntnisse

Die Erkundungsmission, die bis zum gestrigen Donnerstag im Reaktor 1 am havarierten AKW Fukushima Daiichi durchgeführt worden ist, liefert nun neue Bilder und Erkenntnisse aus dem Inneren von Reaktor 1 (Siehe dazu die Bilder der Tokyo Shinbun online). Zum ersten Male konnte nun eine ausgehärtete sedimentartige Masse unterhalb des Druckbehälters, also auf dem Boden des Sicherheitsbehälters dargestellt werden. Ob es sich hierbei um einen Teil des geschmolzenen Kernbrennstoffes handelt, ist jedoch noch unklar. „Es gibt aber deutliche Hinweise, die durch aus dafürsprechen“, so ein verantwortlicher Tepco-Sprecher bei einer Pressekonferenz. Denn im Gegensatz zu den Reaktoren 2 und 3, wo 2011 ebenfalls eine Kernschmelze stattfand, konnte der Verbleib der geschmolzenen Brennelemente von Reaktor 1 bisher nicht geklärt werden.

 

08.02.2022

AKW Fukushima, Wiederaufnahme der Erkundung im Reaktor 1

Im Reaktor 1 am havarierten AKW Fukushima Daiichi wurde heute mit der Erkundungsmission begonnen, die ursprünglich am 12. Januar beginnen sollte, aber aufgrund einer technischen Störung noch während der Vorbereitung abgebrochen werden musste (antiatom-fuku berichtete). In dieser Mission soll der Zustand der geschmolzenen Brennelemente von Reaktor 1 untersucht werden, die im Gegensatz zu den Kernschmelzen der Reaktoren 2 und 3, komplett durch den Boden des Reaktordruck- und Sicherheitsbehälters geschmolzen sind. Da immer noch eine aktive Kühlung nötig ist, wird weiterhin Wasser in den Reaktor gespeist, so dass für diese Mission ein ferngesteuerter Tauchroboter nötig ist. Mithilfe dieser Mission will sich der betreibende Atomkonzern Tepco Daten über das sich am Grund befindliche Sediment beschaffen und erhofft sich Informationen über den Verbleib der geschmolzenen Brennelemente, die den Reaktorboden durchschmolzen und möglicherweise in das Betonfundament, bzw. ins Erdreich gedrungen sind.

 

06.02.2022

Atomanlage Rokkasho, aufgrund weiterer Mängel verschiebt sich die Inbetriebnahme der MOX-Aufbereitungseinheit erneut

Die Erstinbetriebnahme der Wiederaufbereitungsanlage für gebrauchte Brennelemente in Rokkasho, Präfektur Aomori verschiebt sich erneut, und zwar nun zum 26. Male. Denn weiterhin werden verschiedene Mängel durch die Atomaufsichtsbehörde NRA beanstandet, die seitens der betreibenden JNFL immer noch nicht, bzw. nur unzureichend behoben worden sind.

Die Einheit zur Wiederaufbereitung abgebrannter Brennelemente zu plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen wurde von der NRA, unter der Voraussetzung, dass noch bestehende Mängel, bzw. noch nachgeforderte Nachbesserungen erbracht werden, im Juli 2020 defacto schon freigegeben. Durch den laufenden Verzug, verschiebt sich die geplante Inbetriebnahme, die zuletzt für September 2022 vorgesehen gewesen ist, nun auf unbestimmte Zeit. Fraglich ist nun auch, ob eine Inbetriebnahme innerhalb der vorgegebenen Frist seit der Defactofreigabe noch möglich ist.

Bisher wurden die gebrauchten Brennelemente in La Hague und in Sellafield aufbereitet. Die LDP/Komeito-Regierung hält immer noch an der Vision des „geschlossenen Brennstoffkreislaufes“ fest, obwohl diese Theorie wissenschaftlich sehr umstritten, bzw. mehrfach widerlegt worden ist. Der Schnelle Brüter Monju, Präfektur Fukui wurde wegen Totalschaden 2016 endgültig stillgelegt. Anstatt dessen soll nun der Forschungsreaktor Jōyō, Präfektur Ibaraki zu Einsatz kommen.  

 

27.01.2022

Schilddrüsenkrebs – Tepco auf Schadensersatz verklagt

Sechs an schilddrüsenkrebs erkrankte Betroffene aus der Präfektur Fukushima, die 2011, also zum Zeitpunkt der Reaktorkatastrophe 6 bis 16 Jahre alt gewesen sind, haben gegen den verantwortlichen Stromkonzern Tepco geklagt. In der Verhandlung, die heute am Amtsgericht Tokyo stattfand, haben die Richter Tepco auf eine Entschädigungszahlung von umgerechnet 780.000 Euro verklagt. „Man könne im Grunde zwar nicht nachweisen, dass die Schilddrüsenkrebserkrankung durch die hohe Radioaktivität verursacht sei, allerdings sei dieses aber sehr naheliegend“, so das Gericht in seiner Urteilsbegründung.

Bei vier der sechs Kinder musste nämlich die Schilddrüse sogar komplett entfernt werden.

 

23.01.2022

AKW Genkai, Brennstäbe sollen auf Risse überprüft werden

Nach dem im vergangenen November am AKW Genkai, Präfektur Saga, im Reaktorblock 3 ein Anstieg an radioaktivem Jod festgestellt worden ist (antiatom-fuku berichtete), sollen nun im Rahmen der jetzigen jährlichen Revision, für die der Reaktor am vergangenen Freitag (21.01.2022) heruntergefahren worden ist, alle Brennelemente auf Risse überprüft werden. Denn der Anstieg radioaktiver Gase, wie u.a. radioaktives Jod wird nämlich am ehesten durch poröse Hüllrohre der einzelnen Brennstäbe verursacht. Im November sahen die betreibenden Kyushu Elektrizitätswerke jedoch noch keinen Handlungsbedarf, so dass der Reaktor bis Freitag noch im regulären Leistungsbetrieb weiterlief.

Aufgrund der gesonderten Inspektion und weiteren Nachbesserungen, wird diese Revision voraussichtlich 6 Monate, also bis Juli andauern. Der Reaktor 4, dessen nächste Revision im April fällig ist, soll ebenfalls solch einer Inspektion unterzogen werden. Denn auch hier werden Risse in den Brennstäben vermutet.

 

20.01.2022

AKW Fukushima, weitere Freigabe kontaminierter Gebiete

Für die Ortschaft Futaba, die in direkter Nachbarschaft zum havarierten AKW Fukushima Daiichi liegt, soll der bereits zum Teil aufgehobene Evakuierungsbefehl im kommenden Juni vollständig aufgehoben werden. Die im Zuge der Reaktorkatastrophe von 2011 radioaktiv verseuchte Ortschaft wurde, wie auch die benachbarten Orte nach einer Flächendekontamination „freigemessen“ und für „unbedenklich“ deklariert. Dem entsprechend versucht die Regierung die Rückkehr der Evakuierten voran zu treiben. Unabhängige Experten, sowie Bürgerinitiativen stehen einer Wiederbesiedelung jedoch eher skeptisch gegenüber, zumal auch nach fast elf Jahren immer noch radioaktive Partikel aus dem AKW austreten und die Ortschaften weiterhin kontaminieren.

Der Teil Futabas, in dem sich auch der Bahnhof befindet, wurde bereits 2020 wieder freigegeben. Dazu wurde damals auch, um die Leute zur Rückkehr zu animieren, ein ganz neuer Bahnhof und ein neues Rathaus gebaut (antiatom-fuku berichtete). Die Rückkehrbereitschaft hält sich jedoch aus Sorge um die Gesundheit, insbesondere bei jüngeren Leuten mit Kindern, sehr stark in Grenzen.

 

12.01.2022

AKW Fukushima, Reaktor 1, Robotermission konnte nicht beginnen

Wie der Betreiber Tepco in der vergangenen Woche bereits angekündigt hatte (antiatom-fuku berichtete), sollte heute am havariertem AKW Fukushima Daiichi ein ferngesteuerter Tauchroboter zwecks Datensammlung in den Sicherheitsbehälter von Reaktor 1 eingebracht werden. Allerdings musste die Mission schon wieder abgebrochen werden, bevor diese überhaupt richtig begonnen hatte. Grund dafür war eine Fehlfunktion der Strahlenmessung des Tauchroboters. „Nach der Ursache des Fehlers werde nun gesucht“, so der Betreiber Tepco. Wann der Tauchroboter wieder einsatzfähig ist und die Mission nun begonnen werden kann, ist jedoch noch unklar.

In Reaktor 1 hat sich, wie auch in den Reaktoren 2 und 3 im März 2011 eine Kernschmelze ereignet; jedoch mit dem Unterschied, dass der gesamte Kernbrennstoff durchgeschmolzen ist und in das Betonfundament, bzw. ins Erdreich gedrungen ist. Die bisherigen Missionen, wie auch 2017, ließen bis auf andere Rückstände keine Reste von Kernbrennstoff am Boden des Druck- bzw. des Sicherheitsbehälters mehr nachweisen.

Mit der für heute geplanten Mission neue Erkenntnisse über den Zustand, bzw. über den Verbleib des geschmolzenen Kernbrennstoffes verschaffen, die später auch wichtig für den Rückbau der Anlage sind.

Die Innenseite des Druckbehälters soll dann im August mittels Roboter inspiziert werden.

 

07.01.2022

AKW Fukushima, Reaktor 1, weitere Erkundung der Kernschmelze

Am AKW Fukushima Daiichi, das im März 2011 mit einer dreifachen Kernschmelze havariert ist, soll der Zustand der geschmolzenen Brennelemente von Reaktor 1 untersucht werden. Im Gegensatz zu den Reaktoren 2 und 3, ist der Kernbrennstoff komplett durch den Boden des Reaktordruckbehälters und somit auf den Boden des Sicherheitsbehälters gefallen, bzw. weiter in das Betonfundament gedrungen. Da immer noch eine aktive Kühlung nötig ist, wird weiterhin Wasser in den Reaktor gespeist.

Für die Untersuchung des geschmolzenen Kernbrennstoffes soll ab den kommenden Mittwoch ein ferngesteuerter Tauchroboter in den Sicherheitsbehälter eingebracht werden, der dann Daten über das sich am Grund befindliche Sediment sammeln soll. Ab August soll dann auch die Innenseite des Druckbehälters visuell inspiziert und eine Strahlenmessung durchgeführt werden.

Im Reaktor 1 ist zwar, im Gegensatz zu den Reaktoren 2 und 3, der gesamte Kernbrennstoff durchgeschmolzen, allerdings konnten hier bisher keine Reste des Kernbrennstoffs im Inneren des Druck- bzw. des Sicherheitsbehälters gefunden werden. Eine erste Erkundung wurde bereits 2017 durchgeführt (antiatom-fuku berichtete). Mit der jetzt geplanten Mission erhofft sich der Betreiber Tepco nun neue Erkenntnisse zum Kernbrennstoff, um den Rückbau der Anlage besser planen zu können.

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