Das Tepco-AKW Fukushima dai ichi im Jahr 2010

AKW Fukushima - Die Reaktorkatastrophe

Die Vorgeschichte

Das AKW Fukushima dai ichi (Nr.1) war mit 6 Reaktoren und einer Leistung von

4500 MW eines der leistungsstärksten Kernkraftwerke in Japan.

Das AKW Fukushima dai ichi wurde 1971 mit 4 Siedewasserreaktoren (SWR) in Betrieb genommen. Die Reaktoren 5 und 6 wurden Jahre später gebaut. Der Bau der Reaktoren 7 und 8 war schon in Planung (Stand 02/2011). Die Reaktorblöcke 1 und 2, 3 und 4 und die Blöcke 5 und 6 bilden jeweils eine Baueinheit mit gemeinsamen Rohrleitungssystemen. 

Am Bau der Reaktoren war hauptsächlich die US-Firma General Electric (GE), die unter anderem auch Ultraschallgeräte herstellt, beteiligt. Nur der Reaktor 4 wurde durch Hitachi, jedoch in Kooperation mit GE gebaut.

Bei der Reaktormontage wurde ein wichtiges Bauteil am Reaktor 1 durch die Firma GE verkehrt montiert. Es wurde zwar rechtzeitig bemerkt und moniert, jedoch durch Tepco und GE verschwiegen. Der GE-Mitarbeiter, der die Kontrolle durchführte, den Fehler entdeckte und Nachbesserung forderte, wurde zu unbequem und daraufhin gekündigt.

Alle Reaktoren, außer Reaktor 3, der ab August 2010 mit MOX-Brennelementen bestückt worden ist, wurden mit Uran-Brennelementen betrieben.

Das außerhalb der Reaktoren liegende Zusatzabklingbecken ist mit etwa 6300 Brennelementen, die teilweise schon seit 15 Jahren darin lagern, zu 92% ausgelastet.

Der Trockenlagerplatz für abgekühlte Brennelemente ist mit 41% belegt. 

 

Der Unfall

Das Tohoku-Erdbeben der Stärke 9,0 auf der Richter-Skala, was sich am Freitag, dem 11.03.2011 um 14:46 Uhr ereignete, war entgegen anfänglicher Behauptungen, der Auslöser für die fatale Katastrophe am AKW Fukushima dai ichi. Eine Verkettung menschlicher Fehler und der nachfolgende Tsunami hatte die Situation noch zusätzlich verschlimmert.

Das Epizentrum lag im Meer, 130 km östlich von Sendai.

Wichtige Rohrleitungen der Reaktoren 1 bis 4 haben durch das Erdbeben Schaden genommen. Das Abklingbecken in Reaktor 4 bekam einen Riss und der installierte Kran für den Transport der Brennelemente stürzte dort hinein. Alle laufende Reaktoren schalten sich automatisch ab. Die Notfallabschaltung funktionierte somit ordnungsgemäß. Die Reaktoren 1 bis 3 waren zum Unfallzeitpunkt im Vollbetrieb. Reaktor 4 war seit 11/2010 wegen Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten abgeschaltet und ohne Brennelemente im Reaktorkern. Im Abklingbecken im 4.Stock befanden jedoch 1535 Brennelemente.

Die Reaktoren 5 und 6 waren ebenfalls wegen bevorstehender Wartung schon heruntergefahren.

45 Minuten später traf ein verheerender Tsunami mit einer Höhe von 8 bis 15 Metern das AKW und überspülte das Gelände. Die Notstromgeneratoren und Kühlsysteme der Reaktoren 1 bis 4 lagen küstenseitig und ebenerdig vor den Reaktoren. Diese wurden durch die Flutwelle sofort überspült und außer Betrieb gesetzt. Die dazugehörigen Tanks wurden fort gespült. Die Tsunamimauer wies nur eine Höhe von 5,6 m auf und bot somit keinen Schutz.

Die Reaktorkühlung und Notstromversorgung fielen aus. Die Reaktoren 1 bis 3 heizten sich auf, das Wasser zur Kühlung der Brennelemente verdampfte. Der Druck in den Reaktoren stieg gefährlich an. 

Die Wassertemperatur im Abklingbecken von Reaktor 4 stieg ebenfalls wegen fehlender Notstromversorgung an. Das Abklingbecken drohte trocken zu laufen, was durch die noch sehr hohe Nachzerfallswärme jener Brennelemente, die erst seit November 2010 dort lagern, noch verstärkt worden ist. Auch wenn der Reaktorkern leer war und somit selber keine Gefahr bot, war die Situation im Reaktorblock 4 zum Unfallzeitpunkt am gefährlichsten. Denn die Brennelemente im Abklingbecken hätten leicht Feuer fangen können; es drohte eine Kritikalität (eine Wiederingangsetzung der nuklearen Kettenreaktion). Es wäre quasi zu einer Kernschmelze unter freien Himmel gekommen.

Die Stromversorgung der vier Reaktoren lief nun über eine Behelfsnotstrombatterie, die nur für 6 Stunden ausreichte und nur wenig bewirkte.

Die Notstromversorgung und die Kühlsysteme der Reaktoren 5 und 6 sind weitgehend unbeschadet geblieben.

Um 17:03 Uhr, also knapp 2½ Stunden nach dem Erdbeben setzte in Reaktor 1 die Kernschmelze ein. Auch in den Reaktoren 2 und 3 kam es schon am 11.03.2011 zur Kernschmelze! Die Radioaktivität in der Umgebung stieg weiter an. Es wurde radioaktiver Dampf abgelassen, um den Druck in den Reaktoren zu mindern. 

Bild: Reaktor 3 nach der Wasserstoffexplosion

Um 19:06 Uhr ruft die Regierung den nuklearen Notstand aus. Die erste Evakuierung im Umkreis von 3 km um das havarierte AKW herum erfolgte noch am selben Abend um 21:23 Uhr.

 

Am Folgetag ereignete sich eine Wasserstoffexplosion, die das Gebäude von Reaktor 1 zerstörte. 

Eine weitere Evakuierung der Bevölkerung wurde im Umkreis von 10 und später dann im Umkreis von 20 km durchgeführt. Dabei wurden aus Versehen Leute in andere stark verstrahlte Gebiete, in die heutige ,,Schmauchspur" die außerhalb der Sperrzone lagen, evakuiert.

 

Eine Wasserstoff- und Nuklearexplosion ereignete sich in Block 3 am 14.03.2011. Nach einer Stichflamme, die unmittelbar vor der Explosion aus dem Gebäude schoss, stieg eine ein Kilometer hohe Rauchsäule auf.

 

Am 15.03.2011 gab es einen Brand und eine Wasserstoffexplosion in Block 4. Das Gebäude wurde sehr stark beschädigt. Wie sich später herausstellte, wurde die Explosion durch das überhitzte Abklingbecken und nicht über das gemeinsame Rohrsystem mit Reaktor 3 verursacht. Am 16.03.2011 ist dort erneut ein Feuer ausgebrochen.

Nach der ersten Explosion in Reaktorblock 4 wurde das AKW evakuiert. Nur 50 Arbeiter blieben zurück und wurden mit der Situation alleine gelassen. Sie mussten unter größter Lebensgefahr improvisieren um für eine bestmögliche Schadensbegrenzung zu sorgen. Die Presse nannte sie ,,Die Fukushima 50''. Auf öffentlichen Druck hin, wurde wieder mehr Personal eingesetzt.

 

Die Reaktoren und Abklingbecken wurden zuerst mit Süßwasser, dann aus der Luft mit Meerwasser gekühlt, was kläglich scheiterte. Das Wasser konnte nicht gezielt abgeworfen werden, da die Reaktoren aufgrund der hohen Strahlung nicht direkt überflogen werden konnten. Bei dieser Maßnahme, was jedoch zunächst verheimlicht wurde, sollte primär das nun freiliegende und undichte Abklingbecken von Reaktor 4 gekühlt werden. 

Weitere Kühlungsversuche der Reaktoren erfolgte dann durch Wasserwerfer und einer Betonpumpe für Reaktor 4, die aus Deutschland heran geschafft wurde. Hier war der Effekt etwas besser. Eine externe Stromversorgung wurde gelegt und eine Behelfskühlung bis Ende März eingerichtet.

Hochradioaktives Abwasser floss in großen Mengen in die Kellerräume und Verbindungstunnel der Reaktorblöcke, sickerte ins Grundwasser und verteilte sich im Meer. Später wurde das reichlich anfallende verseuchte Abwasser in Tanks aufgefangen, dessen Kapazität schnell knapp wurde. Diese wurden zum Teil ins Meer entleert um Platz für noch verstrahlteres Wasser zu schaffen. Die Tanks  lagern nun auf dem Gelände.

Rohrleitungen wiesen laufend Leckagen auf, die Notkühlanlage fiel zeitweise aus und musste ständig repariert werden. Es mangelte an Werkzeug und Material. Die Arbeiter waren schlecht ausgerüstet und mit der Situation völlig überfordert. Kaputte Rohrleitungen wurden durch dünnwandige Plastikschläuche ersetzt und wiesen ständig, vor allem im Winter 2011/2012, Leckagen auf. Auch mit der Schutzkleidung und den Atemmasken musste aus Kostengründen ,,gehaushaltet'' werden. Ständig mussten neue Mitarbeiter rekrutiert werden, da ein Arbeitseinsatz bei einer solch hohen Strahlung nur sehr begrenzt und kurzzeitig möglich ist. Qualifizierte Mitarbeiter wurden somit immer rarer und die ungelernten Hilfsarbeiter der Subunternehmer immer mehr.

 

Status Ende April 2011:

Block 1: Das Reaktorgebäude ist stark beschädigt. Reaktordruckbehälter und Reaktorsicherheitsbehälter sind ebenfalls beschädigt. Die 400 Brennelemente im Reaktorkern liegen teilweise frei und sind zu 70% beschädigt. Im Abklingbecken befinden sich 292 Brennelemente. Reaktorkühlung defekt, somit Kühlung von Außen nötig. 

Block 2: Das Reaktorgebäude ist leicht beschädigt. Der Reaktorsicherheitsbehälter ist beschädigt. Die 548 Brennelemente im Reaktorkern liegen teilweise frei und sind zu 30% beschädigt. Im Abklingbecken befinden sich 587 Brennelemente. Reaktorkühlung defekt, somit Kühlung von Außen nötig.

Block 3: Das Reaktorgebäude ist schwer beschädigt. Der Reaktorsicherheitsbehälter ist beschädigt. Die 548 Brennelemente im Reaktorkern liegen teilweise frei und sind zu 25% beschädigt. Im Abklingbecken befinden sich 514 Brennelemente. Reaktorkühlung defekt, somit Kühlung von Außen nötig.

Block 4: Das Reaktorgebäude ist sehr schwer beschädigt und mittlerweile einsturzgefährdet. Der Reaktorsicherheitsbehälter ist beschädigt und das Abklingbecken liegt frei. Im Reaktorkern befinden sich keine Brennelemente. Im Abklingbecken (im 4. Stock !), was undicht geworden ist, befinden sich 1535 Brennelemente.

Die Blöcke 5 und 6 sind weitgehend unbeschadet geblieben.

Das AKW Fukushima dai ichi kurz nach den Wasserstoffexplosionen im März 2011

 

Reaktorgebäude 4 nach der Explosion im März 2011

 

In Dezember 2011 verkündete Tepco und die Regierung stolz die durchgeführte Kaltabschaltung. Allerdings sind hier die Kriterien einer Kaltabschaltung, die nur für intakte Reaktoren gelten, gar nicht erfüllt gewesen.

 

Reaktor 1 verfügt mittlerweile über eine Schutzhülle um die austretende Radioaktivität einzudämmen.

Ein Sarkophag wie in Tschernobyl oder eine Betonhülle wurden ebenfalls überlegt. Die Pläne dazu wurden jedoch wieder verworfen.

Derzeit versucht man die Brennelemente aus den Reaktoren zu entfernen, was sich jedoch aufgrund der hohen Strahlung eher schwierig gestaltet. Zudem sind die Brennelemente durch die Kernschmelze und der Explosion teilweise zerstört und ineinander verkeilt. Auch Trümmer und Stahlgerüstteile behindern die Arbeit. Laufend sind Reparaturen an Rohrleitungen und das Flicken von Leckagen sowie weitere Reparaturarbeiten nötig.

Auf dem Gelände stehen lauter Tanks mit radioaktiv verseuchtem Wasser der ersten Kühlversuche nach der Katastrophe.

Immer mehr Lügen und Fehlinformationen von Tepco und den Behörden kommen ans Licht.

Viele wichtige Betriebsanleitungen für verschiedene Bedienerelemente, die durch die Firma Areva und GE erstellt wurden, waren nur auf französisch, bzw. auf englisch verfügbar.

Der französische Atomriese Areva ist ein wichtiger Kooperationspartner der Firma Tepco. Zum Unfallzeitpunkt sind sogar 10 deutsche Areva-Mitarbeiter aus Erlangen zur Überprüfung und Beratung im AKW Fukushima dai ichi anwesend gewesen.

Der Notfallplan, was bei einer Reaktorkatastrophe zu tun wäre, war auf einen DIN A4-Blatt zusammengefasst.

Den in Juli 2012 durch unabhängige Experten erstellten Endbericht zum Unfallhergang könnte man in einem Satz zusammenfassen: ,,Der GAU hätte wohlmöglich verhindert werden können, wenn all diese Mängel und menschliche Fehler in der Vergangenheit nicht gewesen wären''.

 

Mängel aus früherer Zeit kommen zum Tragen

Schon 1985 stellte die NRC (Nuclear regulatory Commission/USA) fest, dass die von der US-Firma GE (General Electric) hergestellten Reaktorbehälter der Baureihe Merk 1, wie sie auch am AKW Fukushima dai ichi verwendet wurden, im Falle einer Kernschmelze in den ersten Stunden zu 90% schon versagen würden. Daraufhin wurde im AKW Fukushima dai ichi, für den Fall eines massiven Druckanstieges an den Merk 1-Reaktoren nachträglich Ventile zum ungefilterten Ablassen von radioaktiven Wasserdampf eingebaut.

1992 wurde erneut auf Schwachstellen im Kühlsystem von Siedewasserreaktoren (SWR), hingewiesen. An den SWR 1 bis 4 im AKW Fukushima dai ichi bewahrheitete sich diese Mutmaßung, als das Kühlsystem durch das Erdbeben beschädigt wurde. Dem Betreiber Tepco war das Problem schon seit 1971 bekannt.

Weitere Baumängel sind auch schon in der Planung des AKWs zu beklagen. Es wurden Baupläne der Firma GE, die für US-Standorte erstellt wurden verwendet. Diese wurden beim Bau des Reaktors 1 komplett übernommen. Erst ab den Bau des zweiten Reaktors berücksichtigte man japanische Gegebenheiten, wie z.B. häufige Erdbeben. Eine Tsunamigefahr wurde hierbei jedoch nicht berücksichtigt. Erst 2007 erfolgte eine Nachbesserung.

Die Kühlsysteme waren nur für ein Erdbeben bis Stufe 8 auf der Richter-Skala ausgelegt. Die Rohre am Notkühlsystem waren nicht ausreichend für hohe Drücke geeignet. Sie halten somit, wie sich gezeigt hat, im schwerwiegendem Störfall nicht stand.

Der Reaktordeckel für Reaktor 4 hatte sich bei der Herstellung verzogen, was sich jedoch erst beim Einbau herausstellte. Er passte nicht richtig auf die Reaktoröffnung. Statt ihm auszutauschen wurde er durch die Herstellerfirma Hitchi kurzerhand ,,passend gemacht''. Das alles wurde durch die Beteiligten wie Tepco, GE und Hitachi verschwiegen. Sicherheitsbedenken hatte keiner, auch nach der Katastrophe in Tschernobyl nicht.

Die Notstromversorgung wurde im Untergeschoss der Turbinengebäude zur Meerseite hin montiert. Auch hier wusste der Betreiber Tepco über die entsprechenden Risiken bescheid. Ein Umbau der Notstromversorgung erschien Tepco jedoch zu umständlich und zu kostenintensiv, so dass man auf diese Maßnahme verzichtete.

1990 gab es sogar eine Warnung durch das amerikanische NRC, die jedoch ignoriert wurde. Auch die japanische NISA monierte 2004 diesen Mangel, der von Tepco jedoch immer noch nicht behoben worden ist.

2007 gab es, wie auch schon zuvor Warnungen durch Seismologen. Diese wiesen auf die Gefahren durch Erdbeben und geologische Verwerfungen, vor allem für alte AKWs, die vor 1970 gebaut wurden sind hin. Denn zu diesen Zeitpunkt wurde die geologische Problematik beim Bau der AKWs noch nicht berücksichtigt.

2002 flog der Betreiber Tepco (erst nach 20 Jahren!) wegen jahrelanger Fälschung von Protokollen, Prüfberichten und Logbüchern ihrer AKWs auf. Daraufhin wurden alle Tepco-Reaktoren heruntergefahren und einer Sonderprüfung unterzogen. Diese Prüfung war jedoch eher nur etwas für die Psyche, damit Außenstehende den Eindruck bekommen, dass behördlicherseits auf Sicherheit geachtet wird.

Nach drei Wochen liefen die AKWs wieder im Vollbetrieb.

Seit 2002 gab es im AKW Fukushima dai ichi 6 Notabschaltungen und eine kritische Situation in Reaktor 3, die die Betreibermannschaft über sieben Stunden lang im Atem hielt. Auch hier ist man der Meldepflicht nicht nachgekommen.

Bei einer Inspektion durch die NISA im AKW Fukushima dai ichi, die am 01.03.2011 durchgeführt wurde, wurden wieder einmal erhebliche Mängel festgestellt, die bis Juni 2011 behoben werden sollten. Darunter waren u.a. Mängel an der Reaktorkühlung, an den Dieselgeneratoren und wichtigen Reaktorventilen protokolliert wurden.

Der Unfall in März 2011 wurde auf der INES-Skala anfänglich erst mit Stufe 4,,Unfall'', dann mit Stufe 5,,ernster Unfall'' und erst viele Tage später mit Stufe 7,,katastrophaler Unfall'' eingestuft.

Während die Insider vorort, die Tepco-Hauptstelle, Behörden kurz nach dem Unfall schon bescheid wussten, ließ man die Öffentlichkeit im Glauben, das die Situation beherrschbar und unter Kontrolle sei.

Die dreifache Kernschmelze, die sich bereits an 11.03.2011 ereignete, versuchte man so lange wie möglich zu verschweigen. Strahlenwerte wurden wissentlich zu niedrig angegeben.

Selbst die Regierung wurde anfangs nicht richtig über den Zustand im AKW informiert. Die Medien durften auch nicht zu kritisch berichten, da diese durch die Stromkonzerne/Atomlobby unterstützt werden. Kritische Berichte im Internet, z.B. durch AKW-Mitarbeiter wurden schon mal ganz gerne zensiert. Der Blog eines AKW-Arbeiters, der täglich wahrheitsgetreu über die Zustände im AKW Fukushima dai ichi berichtete wurde sogar gelöscht.

 

Die jetzige Situation

April 2014

Weitere Details zum Unfallhergang am AKW Fukushima dai ichi kommen ans Licht

Hinweis auf eine zusätzliche Kernschmelze, die an Gebäudewand von Reaktor 4 herunter lief

März 2011, die ersten Tage nach dem GAU: Laut dem Betreiber Tepco befanden sich im Reaktorgebäude 4 alle Brennelemente im Abklingbecken und der Reaktorkern war leer.

Über einen Brand im 4. Stock, der sich gegenüber dem Abklingbecken ereignete, sowie über die Kuriositäten an der Nordwand des beschädigten Gebäudes, die im oberen Bereich nach innen eingefallen ist, wurde sich nicht geäußert. Bei einer „normalen“ Explosion hätte diese nach außen gedrückt werden müssen. Die Stahlgerippe, die vom Dach noch übrig geblieben sind, sind im fraglichen Bereich sehr stark verformt, so dass dort eine große Hitzeeinwirkung statt gefunden haben muss.

Es wurde jedoch nur über den Brand am Abklingbecken selber berichtet.

Und was floss da die Wand hinunter? Dazu hüllte man sich ebenfalls in Schweigen . . .

Es liegt der Verdacht nahe, dass es sich hier um geschmolzene Brennelemente handelt, die sich im Absetzbecken (gegenüber dem Abklingbecken) befanden und überhitzten. Vermutlich ist das Becken trocken gelaufen. Die Kernschmelze drang dann nach außen und lief die Gebäudewand hinunter.

Anhand von Satelliten- und Wärmebildern analysiert Troy Livingstone weitere Details zum Unfallhergang am AKW Fukushima dai ichi, was er im nachfolgenden Video (englischsprachig, zum Teil auch mit japanischer Beschriftung) sehr eindrucksvoll dar gestellt.

Eine Analyse von „Fukushima Emergency what can we do?"

Reactor 4 not all what you excepted? Critical Photographic research from non-other than Troy Livingston.

 

Videoausschnitte: Nordseite des Reaktorgebäudes 4, wo die Kernschmelze herunter gelaufen ist.  

 

 

Videoausschnitte: Der eingefallene Wandabschnitt und die durch Hitzeeinwirkung verbogenen Stahlträger von Dach

 

Oktober 2013

Die Bergung der Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 – Ein regelrechtes russisch Roulette

AKW Fukushima dai ichi, Reaktor 4, von dem man anfangs als Laie noch dachte, er würde keine große Gefahr darstellen, weil er leer ist… Weit gefehlt!

 AKW Fukushima dai ichi im Oktober 2013.

 

11. März 2011, nach einem Erdbeben mit nachfolgendem Tsunami kam es im AKW Fukushima dai ichi zum Super-GAU mit einer Kernschmelze in den Reaktoren 1 bis 3, die zum fraglichen Zeitpunkt im Vollbetrieb liefen.

Die Reaktoren 4 bis 6 waren wegen einer Wartung heruntergefahren. Von diesen drei Reaktoren waren die Reaktoren 5 und 6, die etwas abseits stehen weitgehend unbeschadet davon gekommen.

Der Reaktor 4 allerdings stellte jedoch, entgegen den anfänglichen Vermutungen vieler Leute  seit Beginn der Katastrophe eine besonders große Gefahr dar. Denn das Abklingbecken, was sich in 30 Metern Höhe befindet, ist durch das Erdbeben undicht geworden. Das Reaktorgebäude als solches ist akut einsturzgefährdet und schon um knapp einen Meter nach Süden, also zu der Seite, auf der sich das Abklingbecken befindet geneigt.

Zu allen Überfluss verläuft auch noch entlang der Südseite, also der Neigungsseite des Reaktorgebäudes eine geologische Verwerfungslinie, die seismisch aktiv ist.

In dem vollen Abklingbecken lagern noch 1533 Brennelemente, wovon die meisten noch für eine längere Zeit aktiv gekühlt werden müssen. Die letzten Brennelemente, ca. 550 Stück wurden dort in November 2010 eingelagert, als der Reaktor für eine umfangreiche Wartung und Instandsetzungsarbeiten entleert worden ist.

Seit dem Sommer 2013 verfügt das Reaktorgebäude über ein massives Stützgerüst aus Stahl mit einer Schutzhülle und einer Entnahmevorrichtung für die Brennelemente. Denn der vorher vorhandene Kran ist beim Erdbeben ins Abklingbecken gestürzt und war somit unbrauchbar geworden.

Die Betontrümmer und Stahlgerippe, die seit der Wasserstoffexplosion im Abklingbecken lagen sind mittlerweile größten Teils entfernt worden. Es liegen aber immer noch zahlreiche kleinere Trümmerteile auf dem Grund des Abklingbeckens, die bei der Bergung der Brennelemente hinderlich werden könnten.

Verbliebene Trümmerteile im Abklingbecken von Reaktor 4.

 

Dem massiven Stützgerüst ist es zu verdanken, das das Gebäude durch das Erdbeben von Ende Oktober 2013, was eine Stärke von 7,3 aufwies nicht eingestürzt ist. Denn mittlerweile ist bedingt durch den enormen Durchsatz von Grund- und Kühlwasser der gesamte Boden auf dem die Reaktoren 1 bis 4 stehen völlig aufgeweicht und instabil geworden.

Mit Hilfe der neuen Entnahmevorrichtung sollen ab dem 08. November 2013 die Brennelemente aus dem Abklingbecken entnommen werden. Das wird eine sehr schwierige und gefährliche Aufgabe, die voraussichtlich bis Ende 2014 andauern wird.

Reaktorgebäude 4 mit Stützgerüst und Entnahmevorrichtung zur Bergung der Brennelemente aus dem Abklingbecken

Denn nie zuvor wurden Brennelemente, die noch nicht ausreichend abgeklungen sind, somit weiterhin aktive Kühlung ohne Unterbrechung benötigen und schon gar nicht mit der Außenluft (akute Brandgefahr) in Kontakt kommen dürfen vorzeitig aus einem Abklingbecken entfernt.

So etwas würde man unter „normalen Umständen“ aufgrund der großen Gefahren einer Kritikalität auch niemals machen. Ein Brennelement braucht etwa 4 bis 5 Jahre bis es einigermaßen abgeklungen (Nachlassen der Nachzerfallswärme) ist und somit nicht mehr aktiv gekühlt werden muss.

Und würden jetzt die Brennelemente mit der Außenluft in Kontakt kommen, würden diese sich durch die Nachzerfallswärme sofort wieder erhitzen, anfangen zu brennen und zu schmelzen. Die nun einsetzende Kettenreaktion wäre nicht mehr zu stoppen und die dabei austretende Dosis an Radioaktivität wäre absolut tödlich!

Das gesamte AKW müsste sofort evakuiert werden! Eine weitere Kühlung der Reaktoren 1 bis 3 und der sieben Abklingbecken wäre nicht mehr gewährleistet. Ein erneuter, noch viel schlimmerer  Super-GAU in der AKW-Ruine wäre somit vorprogrammiert.

Hier bei würde eine enorm hohe Radioaktivität frei werden, so dass Japan zweigeteilt wäre. Unter Umständen müsste je nach Windrichtung sogar Tokyo evakuiert werden. Die freiwerdende Radioaktivität wäre sogar 85 Mal höher als in Tschernobyl und würde die gesamte Nordhalbkugel betreffen.

Mit der neuen Entnahmevorrichtung sollen nun die etwa 4,5 Meter langen und 300 kg schweren Brennelemente Stück für Stück geborgen und in ein separates Abklingbecken transportiert werden.

Dazu müssen die im Abklingbecken dicht an dicht stehenden Brennelemente erst einmal einzeln in eine wassergefüllte Transportbox umgelagert werden. Alles unter Wasser natürlich und ohne Handarbeit, da die dort herrschende Strahlung eine menschliche Intervention verbietet.

Um jeden Millimeter im Abklingbecken auszunutzen, was gerade in Japan, wo generell Platzmangel herrscht überall gegenwärtig ist, wurden die Brennelemente sehr dicht nebeneinander stehend platziert.

Nun fehlt aber der computergesteuerte exakt arbeitende Kran mit dem die Brennelemente problemlos bewegt werden konnten, da er ins Abklingbecken gefallen und die Halterung zerstört ist. Aber zumindest weiß man, wie lange die einzelnen Brennelemente dort schon eingelagert sind – Hoffentlich!

Im Sommer 2012 wurden mit einem mobilen Kran als Probeversuch zwei Brennelemente aus dem Becken geborgen, was auch funktionierte. Allerdings waren diese schon seit langen abgeklungen und durften schon trocken gelagert werden. Sie befanden sich jedoch nur aus Kosten- und Bequemlichkeitsgründen noch im Abklingbecken. Den auch in Japan, wie auch weltweit gibt es kein brauchbares Endlager. Zudem wurden diese beiden Brennelemente beim Herausheben mit der Hand! geführt, damit diese, während sie am Kran hingen nicht irgendwo aneckt sind.

Die „frischeren“ ca. 550 Brennelemente sollte man besser nicht mit der Hand führen – hohe Strahlung, akute Lebensgefahr!

Die Schwierigkeit besteht auch vor allem darin, dass die Brennelemente erst einmal in die Transportbox bugsiert werden müssen; natürlich ohne Handarbeit. Dabei dürfen die benachbarten Brennelemente nicht angestoßen werden.

Ein Erdbeben im falschen Moment wäre dabei fatal!

Auch die im Abklingbecken liegenden Trümmerteile können die Arbeiten erheblich behindern. Zu dem ist das Abklingbecken durch das Erdbeben und dem Schiefstand des Gebäudes verzogen, so dass die Brennelemente beim herausheben harken oder sogar brechen könnten, weil sie wohl möglich auch noch verkeilt sind.

Das ist eine sehr gefährliche Aktion, bei der man mit jeden Brennelement erneut zittern „darf“ – Ein regelrechtes russisch Roulette, was bis Ende 2014 andauern soll.

 

Juni 2013

Reaktor 4 mit Stützgerüst und Schutzhülle

Der einsturzgefährdete Reaktor 4 verfügt mittlerweile über eine stützende Stahlkonstruktion mit Schutzhülle und Transportkran zur Bergung der Brennelemente. Die Bergung soll ab November erfolgen.

 

Der Kampf mit dem verseuchten Wasser, was ständig nachläuft

Mittlerweile lagern in Tanks 300 000 Tonnen hochradioaktives Wasser. Diese Mengen könnten sich in den nächsten zwei Jahren auf etwa 700 000 Tonnen mehr als verdoppeln. Von dem ständig nachlaufenden Wasser werden täglich 500 Tonnen über eine Dekontaminierungsanlage „gereinigt“ und dann ins Meer geleitet. Diese Maßnahme ist laut Tepco durchaus vertretbar, da das eingeleitete radioaktive Wasser im Meer gut verdünnt wird und somit keine Umweltschäden verursachen würde. Die Regierung sieht hier allerdings keinen Handlungsbedarf und lässt es geschähen.

Die Fischer, die unter Einschränkung in den betroffenen Abschnitten wieder fischen dürfen, befürchten nun massive Absatzeinbußen.

Selbst die IAEA wird jetzt sogar skeptisch gegenüber der Vorgehensweise von Tepco. Und Tepco, was auch schon in der Vergangenheit sämtliche Unterstützung abgelehnt hat, will weiterhin keine Hilfe von Außen annehmen, weil es um einen weiteren Verlust seiner Selbständigkeit fürchtet.

 

Die Kosten für den Super-GAU

Nach Schätzungen des Energiekonzerns Tepco werden sich die Kosten für die endgültige Stilllegung mit Rückbau des AKWs Fukushima dai ichi auf etwa € 7,5 Mrd. belaufen. Allerdings wurde hierbei nur ein komplikationsloses Vorgehen, was nach Plan läuft berücksichtigt. Unvorhergesehene Ereignisse oder andere eventuelle Probleme wurden während der Stilllegungsarbeiten wurden in der Kostenkalkulation nicht mitberechnet. Diese sind allerdings zu erwarten, da am AKW sowieso ständig irgendetwas auftritt.

Das erklärt auch, warum die von unabhängigen Experten erstellte Kostenberechnung 4 bis 5 mal höher ausfällt, also bei etwa € 35 Mrd. angesiedelt sind.

Das sind noch nicht alle Kosten, die der Super-GAU noch nach sich zieht. Tepco, der die Reaktorkatastrophe zu verantworten hat kann die Kosten eh nicht stemmen und die Regierung appelliert an das Volk für einen guten Zusammenhalt und Stärkung der Gemeinsamkeit im Lande. Mit anderen Worten: „Die Kosten soll der Steuerzahler tragen“.

Die Schadensersatzforderungen an den Betreiber Tepco liegen derzeit bei € 35 Mrd. „Vorbeugender Weise“ wurde hier schon im Vorfeld das Procedere für die Schadensersatzforderung erschwert und die 32-Seitigen Anträge sehr kompliziert und undurchsichtig gestaltet.

Auch für die laufenden Dekontaminierungsmaßnahmen fallen noch Kosten in Höhe von

€ 35 bis 70 Mrd. an.

 

April 2013

Täglich werden über 350 000 Liter Wasser in die zerstörten Reaktoren eingespeist. Dieses Wasser sickert dann in den Reaktorkeller, sowie in die Kellerräume der benachbarten Gebäuden. Das restliche radioaktive Abwasser wird in die Dekontaminierungsanlage zur Wiederaufbereitung bzw. in die Tanks zur Endlagerung gepumpt, dessen Kapazität bald erschöpft ist. Auch die unterirdischen Großtanks, wovon sich der siebte noch im Bau befindet, stoßen an ihre Grenze. Drei davon sind sogar undicht geworden und müssen nun abgepumpt werden. Ursache hierfür sind entstandene Löcher in der dreifachen Plastikplane, mit der der Tank ausgelegt ist. Mittlerweile ist das ganze Erdreich schon mit hochradioaktiven Strontium verseucht.

In den Reaktoren 1 bis 3 herrscht eine derart hohe Strahlung, so dass man dort binnen weniger Minuten sterben würde. Da aufgrund dessen ein Betreten der Reaktoren nicht möglich ist, weiß man bis heute noch nicht wie es dort im Inneren aussieht. Auch mit Hilfe von Robotern, Sonden etc. konnte man sich noch keine Einblick verschaffen.

Vermutlich ist das Brennmaterial durch den Reaktorboden durchgeschmolzen und auf den Boden des Sicherheitsbehälters gefallen, etl. dort ebenfalls durchgeschmolzen und in das darunter liegende Betonfundament eingedrungen.

Weitere Versuche um sich Einblicke mit Sonden über Rohrleitungen oder durch Bohrlöcher werden unternommen.

März 2013

Die Lagertanks

Die oberirdisch gelagerten Tanks sind zum Teil nur mit einem Plastikdeckel verschlossen, der nicht gerade sehr vertrauenerweckend wirkt.

 

Undichte Reaktoren

Auch die Tatsache, das eingespeistes Kühlwasser nach außen dringt, lässt auf Undichtigkeiten am Reaktorbehälter schließen, was vom Betreiberkonzern Tepco jedoch dementiert wird. Laut Tepco sind nur Undichtigkeiten an den Rohrleitungen vorhanden.

 

Der Rückbau

Bis der Zustand der ,,grünen Wiese“ erreicht ist, dauert es 30 bie 40 Jahre. Von einer  grünen Wiese kann man allerdings nicht sprechen, da die gesamte Region bis auf weiteres radioaktiv verseucht bleibt.

 

September 2012

Noch heute ist die Lage im AKW Fukushima dai ichi sehr instabil. Das Reaktorgebäude 4, samt dem vollen Abklingbecken mit 1533 von ursprünglich 1535 Brennelementen, (zwei Stück wurden im Sommer 2012 als Probeversuch geborgen), ist weiterhin einsturzgefährdet. Unterhalb der Südseite vom Reaktorgebäude 4, also auf der Seite wo sich das Abklingbecken befindet, verläuft eine aktive geologische Verwerfungslinie. Das Gebäude ist zudem schon  80 cm nach rechts, also zur Südseite hin geneigt, so dass es von Außen abgestützt werden musste. Weitere Stabilisierungsmaßnahmen sind jedoch aufgrund der hohen Strahlung nicht möglich.

Ein leicht bis mittelstarkes Erdbeben würde schon ausreichen, um das Gebäude zum Einsturz zu bringen. Das volle Abklingbecken samt der 1533 Brennelemente würde dann aus 30 m Höhe herunterkrachen. die Brennelemente würden nun auf dem Boden herumliegen, sich durch die Nachzerfallswärme aufheizen und so gar anfangen zu brennen. Die daraus resultierende Kritikalität mit entsprechend hoher Strahlung würde eine weitere Intervention am AKW völlig unmöglich machen. Eine sofortige Evakuierung der AKW-Mitarbeiter wäre sofort nötig, da die zu erwartende Strahlendosis von 10 bis 20 Sv/h absolut tödlich ist.

Folglich würden auch die Kühlsysteme der anderen Reaktoren ausfallen, da keine Instandhaltung mehr möglich ist. Das hätte dann erneute Kernschmelzen und weitere Kritikalitäten zur Folge.

Die derart ansteigende Strahlung würde Japan in zwei Hälften teilen und so gar die gesamte Nordhalbkugel betreffen!

Eine ,,normale'' Kernschmelze im Reaktor betrifft ,,nur'' ca. 250 bis 350 Brennelemente. Auf dem Gelände befinden sich jedoch 14 225 Stück! 

75% der Bodenflächen in der Präfektur Fukushima sind radioaktiv kontaminiert. Radioaktive Partikel gelangten sehr schnell in die Nahrungskette. Die gesamte Nordküste und die dortige Meeresvegetation sind kontaminiert.

Sogar in 5000 m Tiefe und an der Küste von San Francisco wurde schon Cäsium137 nachgewiesen.

 

Radioaktiver Fallout

Beim GAU im AKW Fukushima dai ichi ist der Fallout durch Cäsium137 85 mal höher als in Tschernobyl gewesen.

 

Die Brennelemente

Im AKW Fukushima dai ichi lagern insgesamt 14 225 Brennelemente. Ein Brennelement wiegt etwa 250 bis 300 kg.

Ein Brennelement ist ca. 4 bis 4,5 m lang, wiegt 250 bis 300 kg und enthält im Durchschnitt 60 bis 80 Brennstäbe, die mit Uranpellets gefüllt sind.

MOX-Brennelemente

Mischoxidbrennelemente, bestehend aus Uran, mit einem Plutoniumanteil von 7-8 %.

 

,,Ist sicher'' Wenn man ständig hört ,,ist sicher'', ,,ist sicher'' ,,alles gut, da kann nichts passieren'' usw., dann sollten sofort alle Alarmglocken gehen!

Denn da wo ständig Sicherheit propagiert wird, will man Bedenken und Ängste direkt aus dem Weg räumen, weil man ja weiß, dass diese nicht unbegründet sind.

Z.B. Die Sicherheit von Gaskraftwerken, die auch nicht frei von  Zwischenfällen sind, wird nicht ständig propagiert, weil diese, wie jeder weiss, verhältnismäßig ungefährlich sind.  Denn es ist ja schon ein Unterschied, ob da ein  Gaskraftwerk oder ein AKW hoch geht...

 

Die Arbeitsbedingungen

Die hohe Arbeitslosigkeit nach der Tsunami-Katastrophe und die somit verbundene Existenznot ließ sogar das AKW bei der Jobsuche zum Magneten werden.

100 Euro mehr, die jetzt dringend benötigt werden versus Krebs in 10 Jahren. Denn wer Gefahrenzulage beansprucht, muß auch mehr Strahlung ,,vertragen'' können; so will es der Arbeitsvertrag.

Arbeiter im AKW Fukushima dai ichi. Alles nur behelfsmäßig. Kein ordentliches Werkzeug und Material. Dünnwandige Plastikschläuche ersetzen Metallrohre. Auch mit der Atemmaske muß aus Kostengründen ,,gehaushaltet'' werden.

Dazu schlechte Arbeitsbedingungen beim Subunternehmer und absolutes Informationsverbot an Dritte.

 

 

Nukleare Explosion

Wasserstoff-und Nuklearexplosion in Reaktor 3, der seit August 2010 mit MOX-Brennelementen bestückt gewesen ist. Zuerst schoss Feuer aus dem Gebäude, dann die Explosion mit einer

Rauchsäule, die einen Kilometer in den Himmel ragte. In einem Umkreis von 100 km wurden Plutoniumreste, die bei der Explosion heraus geschleudert wurden, gefunden. Laut Tepco entstanden diese Plutoniumpartikel, die in der Umgebung weit verstreut gefunden wurden sind schon durch frühere Kernwaffenversuche.

 

Der Bericht zum Unfallhergang am AKW Fukushima daiichi

Anfang Juli 2012 legte eine unabhengige Untersuchungskommission nun den 640 seitigen Endbericht über den Unfallhergang am AKW Fukushima daiichi vom 11.03.2011 vor.

 

Der GAU hätte wohl möglich vermieden werden können!

Unachtsamkeit, Fahrlässigkeit, menschliche Fehler, unzureichende Dokumentation, wissentliche Fehlinformationen und schlechtes Katastrophenmanagement kommen ans Licht. Nicht nur Tepco, sondern auch die Regierung wird scharf kritisiert.

Zum Bericht:

Japanisch

Englisch

 

AKW Fukushima dai ichi Live

AKW FS Live  JNN福島第一原発情報カメラ(LIVE)

Über eine fest installierte Kamera kann man hier das AKW Fukushima dai ichi aus der Ferne beobachten.

Bitte beachten: Je nach Browser kann es bis zu 20 Sekunden dauern, bis das Livebild, was zu erst schwarz ist, startet.

 

Kamerabild der TBS/JNN auf Ustream TV

 

Luftaufnahmen

 Luftaufnahmen vom AKW Fukushima dai ichi aus dem Jahre 2011 nach der Reaktorkatastrophe

 

Video-Tipps: 

Fukushima - die Wahrheit und die Zukunft der Atomkraft

               

Eine Dokumentation des Fernsehsenders Arte

 

Die Fukushima-Lüge "Folge 1"

Reporter decken auf: Jahrelange Dokumentefälschungen durch Tepco, Missstände und schwere Baumängel im AKW Fukushima dai ichi.

 

Fukushima, die Wahrheit hinter dem Super-GAU

Arte-Journalisten decken auf: Sachverhalte zum Unfallhergang, die von Tepco und der Regierung anfangs verschwiegen oder bewusst falsch, bzw. gar nicht wiedergegeben wurden sind. Eine sehr interessante und informative Dokumentation.

 

Fukushima - Chronik eines Desasters, eine Dokumentation des Senders Arte.

Bild: Filmausschnitt

Das Erdbeben, die Momente des Super-GAUs, das Procedere der AKW-Mitarbeiter  im Reaktor 1 wurde anhand von Zeitzeugen und Aufzeichnungen realitätsnah nachgestellt.