AKW Hamaoka - besondere Gefahren

 

Die besonderen Gefahren durch das AKW Hamaoka

Die beiden Reaktoren 4 und 5 am AKW Hamaoka, Präfektur Shizuoka, 170 km südlich von Tokyo werden derzeit durch die Atomaufsichtsbehörde NRA auf Erfüllung der neuen Sicherheitsstandards überprüft (05/2016). Erst kürzlich wurde die gigantische Tsunamimauer, die das AKW küstenseitig umgibt, fertiggestellt. Damit wollen die betreibenden Chubu Elektrizitätswerke ein Gefühl von Sicherheit geben.

Wirklich sicherer wird das AKW dadurch aber nicht. Das AKW Hamaoka, was sich in einer geologisch sehr brisanten Zone befindet, wird nicht umsonst schon seit Jahren als das gefährlichste AKW der Welt bezeichnet.

AKW Hamaoka im Jahr 2013. Bild: Screennshot

Denn neben den ohnehin zahlreichen Erdbeben in Japan, die für die AKWs eine besondere Gefahr darstellen, steht das AKW Hamaoka auf einer Subduktionszone! Hier schiebt sich die philippinische unter die eurasische Kontinentalplatte, was zu Spannungen führt, die sich jederzeit spontan entladen und enorme Zerstörungskräfte hervorbringen können. Die Folgen wären verheerend.

Das was in Fukushima passiert ist, hatte der renommierte Seismologe und Wissenschaftler Katsuhiko Ishihashi 2005 für das AKW Hamaoka prognostiziert. Er beschrieb, dass durch ein stärkeres Erdbeben mit ggf. Tsunami es zu einem Komplettstromausfall und somit zum Ausfall der Kühlung am AKW Hamaoka kommen würde, was dann eine Kernschmelze zufolge hätte.

 

Weltweite Erdbebenschwerpunkte

Ishibashi befasst sich schon seit langem intensiv mit Erdbeben und dessen Auswirkungen auf AKWs. Er versteht es auch nicht, wie die Atomaufsichtsbehörde NRA die beiden Reaktoren 1 und 2 am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima in Südjapan freigeben konnte. Denn das AKW Sendai genügt absolut nicht Sicherheitsanforderungen, womit die NRA sogar ihren eigenen Vorgaben missachtet. Ein unabhängiges Gutachten hätte die beiden Reaktoren neben weiteren Schwachpunkten auch nie für erdbebensicher befunden und dem entsprechend auch keine Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme erteilt.

Der ehemalige Ministerpräsident Naoto Kan (PDJ) hatte kurz nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima die sofortige Abschaltung der laufenden Reaktoren am AKW Hamaoka angeordnet. Die Reaktoren 4 und 5 wurden dann im Mai 2011 heruntergefahren. Reaktor 3 war schon vom Netz, da er sich in Wartung befand. Die beiden Altreaktoren 1 und 2 sind seit 2009 abgeschaltet. Ein 6. Reaktor war schon in Planung. Das Bauvorhaben wurde jedoch gestoppt.

Seit 5 Jahren steht das AKW Hamaoka, bestehend aus 5 SWR still, ohne das es auch nur im Geringsten zu Stromengpässen in der Region gekommen ist. Ein erstaunliches Phänomen, was man in ganz Japan feststellen konnte, als alle AKWs vom Netz waren. Aber trotzdem will die Regierung unter Shinzo Abe (LDP) weiter an der Kernenergie festhalten.

Im Gegensatz zu Abe hat Kan aber aus Fukushima gelernt und seine Einstellung zur Kernenergie grundlegend geändert. Er reagierte richtig und handelte sofort, was ihm allerdings zum Verhängnis wurde. Er wurde von der Atomlobby gemobbt und zum Rücktritt genötigt (Sommer 2011), woran Shinzo Abe nicht ganz unbeteiligt war. In seinem Buch und auf Vorträgen überzeugt Kan jedoch durch schlagkräftige Argumente gegen Atomkraft, die, wie er sagt, nicht nur gefährlich, sondern auch viel zu teuer ist.

2001 ist am AKW Hamaoka durch ein Erdbeben eine Rohrleitung des Notkühlsystems von Reaktor 1 geborsten. Es kam zu einer Wasserstoffexplosion! Das ist nur einer vielen Störfällen. Und hinzu kommt noch, dass seit ungefähr 1998 defekte Brennelemente in Abklingbecken lagern, wo man bis heute noch nicht weiß, wie man die dort überhaupt herausholen kann.

Sollten die beiden Reaktoren 4 und 5 von der NRA tatsächlich freigegeben werden, hätten die Chubu Elektrizitätswerke dennoch eine hohe Hürde zu überwinden. Denn die Lokalpolitiker, sowie die Präfekturverwaltung von Shizuoka sprechen sich eher gegen eine Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren aus (05/2016).

Videos zum AKW Hamaoka

Hamaoka – Das gefährlichste AKW der Welt (09/2015). Ein Video des ZDF.

Die Gefahren durch das AKW Hamaoka und der jetzige Zustand (japanisch).

 浜岡原発の今とこれから (10/2013)

 

Letzte Änderung: 05/2016