AKW Status/Zusatzinformationen

September 2018

Landesweit 7 Reaktoren an 4 AKWs am Netz: 

AKW Genkai, Reaktor 3 und 4, AKW Ōi, Reaktor 3 und 4, AKW Sendai, Reaktor 1 und 2, AKW Takahama, Reaktor 4.

AKW Ikata, Reaktor 3, vorübergehender Betriebsstopp per Gericht (OLG Hiroshima, Urteil von 12/2017). Erneute Verhandlung noch in diesem Monat.

Neben Uranbrennelementen auch mit plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen bestückte Reaktoren: Ikata 3 (16 MOX), Takahama  4 (20 MOX) und Genkai 3 (32 MOX).

August 2018

Landesweit 5 Reaktoren an 3 AKWs am Netz: 

AKW Genkai, Reaktor 3 und 4, AKW Ōi, Reaktor 3 und 4 und AKW Sendai, Reaktor 1.

AKW Ikata, Reaktor 3, vorübergehender Betriebsstopp per Gericht bis September, dann Neuentscheidung (OLG Hiroshima, Urteil von 12/2017).

27 Reaktoren an 16 AKWs werden/wurden durch die Atomaufsichtsbehörde NRA auf Erfüllung der gesetzlich festgelegten Sicherheitsanforderungen überprüft, bzw. schon zur Wiederinbetriebnahme freigegeben.

 

Juli 2018

Landesweit 6 Reaktoren an 4 AKWs am Netz:  

AKW Genkai, Reaktor 3 und 4, AKW Ōi, Reaktor 3 und 4, AKW Sendai, Reaktor 1 und AKW Takahama Reaktor 3.

AKW Ikata, Reaktor 3 gerichtlich angeordneter vorübergehender Betriebsstopp ( OLG Hiroshima, Urteil von 12/2017)

Juni 2018

Landesweit 5 Reaktoren an 4 AKWs am Netz:  

AKW Genkai, Reaktor 3, AKW Ōi, Reaktor 3 und 4, AKW Sendai, Reaktor 1 und AKW Takahama Reaktor 3.

Der Reaktor 4 am AKW Genkai soll Anfang Juni wieder hochgefahren werden (wegen technischer Probleme mehrfach verschoben).

AKW Ikata, Reaktor 3 gerichtlich angeordneter vorübergehender Betriebsstopp ( OLG Hiroshima, Urteil von 12/2017)

 

April 2018

AKW Genkai, Reaktor 3 wegen technischer Störung wieder vom Netz, jedoch nicht komplett heruntergefahren.

Landesweit 4 Reaktoren an 3 AKWs am Netz:  

AKW Sendai, Reaktor 2

AKW Ōi, Reaktor 3

AKW Takahama, Reaktor 3 und 4

 

März 2018

5 Reaktoren an 4 AKWs am Netz:

 

Januar 2018

Reaktoren am Netz: 4 Reaktoren an 2 AKWs.

AKW Sendai, Reaktor 1 und 2, mit jeweils 157 Uranbrennelementen

AKW Takahama, Reaktor 3 mit 133 Uran- und 24 plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen, Reaktor 4 mit 153 Uran- und 4 plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen 

Weiterbetrieb per Gericht untersagt:

AKW Ikata, Reaktor 3. (OLG Hiroshima, Urteil vom 13.12.2017) Der Reaktor ist mit 141 Uran- und 16 plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen bestückt.

Reaktoren, die angefahren werden sollen: 4 Reaktoren an 2 AKWs.  

Die Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 3 und 4 am AKW Ōi und der Reaktoren 3 und 4 am AKW Genkai, die ursprünglich schon im vergangenen Herbst erfolgen sollte, wird wegen Mängel laufend verschoben. Nächstmöglicher Termin ist März bzw. Mai 2018.

NRA-Freigabe in Aussicht, bzw. schon erfolgt:

AKW Kashiwazaki Kariwa, Reaktor 6 und 7 (beides eine sogenannte verbesserte Form des Siedewasserreaktors)

Laufzeitverlängerung (20 weitere Jahre) für Altreaktoren:

AKW Takahama, Reaktor 1 und 2

AKW Mihama, Reaktor 2

Diese werden jetzt nachgerüstet und anschließend erneut durch die NRA überprüft.

 

Oktober 2017

AKWs in Betrieb: landesweit 4 Reaktoren an 2 AKWs

AKW Sendai, Reaktor 1 und 2

AKW Takahama, Reaktor 3 und 4

Wegen Wartung vom Netz: AKW Ikata, Reaktor 3 bis Ende Januar 2018

Juni 2017

Zurzeit laufen in Japan 5 Reaktoren:

AKW Sendai, Reaktor 1 und 2 beide mit je 157 Uranbrennelementen

AKW Ikata, Reaktor 3 mit 141 Uran- und 16 plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen

AKW Takahama, Reaktor 4 mit 153 Uran- und 4 plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen

Der Reaktor 3 am AKW Takahama, der mit 133 Uran- und 24 plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen bestückt ist, wurde am 06.06.2017 angefahren.

Die Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 3 und 4 am AKW Ōi und die der Reaktoren 3 und 4 am AKW Genkai ist für den kommenden Herbst geplant. 

Forschungsreaktoren:

Von den landesweiten Forschungsreaktoren, 22 Stück bis 2011, werden 13 stillgelegt und 6 von der Atomaufsichtsbehörde NRA auf Erfüllung der gesetzlich festgelegten Sicherheitsstandards überprüft. 3 weitere Reaktoren wurden von der NRA bereits freigegeben. Der Forschungsreaktor der Kindai Universität Osaka ist seit 04/2017 wieder in Betrieb. Der erste Forschungsreaktor „KUCA“, der Universität Kyoto läuft seit 06/2017 und der zweite „KUR“, soll Mitte Juli angefahren werden.

 

März 2017

In Japan sind zurzeit 3 Reaktoren an 2 AKW in Betrieb:

AKW Sendai, Reaktor 1 und 2

AKW Ikata, Reaktor 3

Folgende Reaktoren, die bereits von der Atomaufsichtsbehörde NRA freigegeben worden sind und im Herbst dieses Jahres möglicherweise wieder ans Netz gehen könnten:

AKW Genkai, Reaktor 3 und 4

AKW Ōi, Reaktor 3 und 4

AKW-Status Oktober 2016

Zurzeit „nur“ 2 Reaktoren am Netz:

Reaktor 2 am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima in Südjapan und

Reaktor 3 am AKW Ikata, Präfektur Ehime

Reaktor 1 am AKW Sendai ist seit dem 06.10.2016 in der Routinewartung, die voraussichtlich bis Dezember andauern soll.

 

August 2016

AKW Ikata - 3 Reaktoren am Netz!

Neben dem AKW Sendai, Präfektur Kagoshima (Südjapan) was mit zwei Reaktoren am Netz ist, ist nun der Reaktor 3 am AKW Ikata, Präfektur Ehime hinzugekommen. Der Reaktor 3, ein DWR, der jetzt am 12.08.2016 angefahren worden ist, wurde mit 16 MOX- und 141 „normalen“ Uranbrennelementen bestückt. Der ursprüngliche Termin von Ende Juli wurde aufgrund einer defekten Kühlpumpe, die ausgetauscht werden musste, verschoben. Das landesweit „nur“ 3

Reaktoren am Netz sind, ist dem massiven und dauerhaften Widerstand der Bevölkerung zu verdanken! Andernfalls wären mittlerweile fast alle Reaktoren wieder am Netz.  

Seit der Reaktorkatastrophe von 2011 wurden 7 Altreaktoren „aussortiert“, die stillgelegt werden sollen. Aber nicht etwa aus Sicherheitsgründen, sondern eher, weil eine Nachrüstung entsprechend der aktuellen Sicherheitsanforderungen der Atomaufsichtsbehörde NRA schlicht weg zu teuer wäre.

Das AKW Fukushima dai ni, 12 km südlich vom havarierten AKW Fukushima dai ichi, gilt bisher noch nicht als offiziell stillgelegt. Dieses würde der Betreiber Tepco auch am liebsten wieder in Betrieb nehmen. „Das AKW sei ja schließlich noch funktionstüchtig“, so der Gedanke von Tepco, der auch noch versucht hatte, die „noch heilen“ Reaktoren 5 und 6 am AKW Fukushima dai ichi zu „retten“. (Das wird natürlich nicht laut gesagt.)

Zu den bereits beschlossenen Stilllegungen, sollen landesweit ggf. noch 4 weitere Reaktoren hinzukommen. Für 2 weitere Altreaktoren, für die ebenfalls eine Stilllegung angeraten wäre, hat es nun eine Laufzeitverlängerung für weitere 20 Jahre gegeben. Also eine Gesamtlaufzeit von 60 Jahren!

Schon 5 Reaktoren an 3 AKWs wurden von der Atomaufsichtsbehörde NRA als „sicher“ deklariert. 19 Reaktoren an 13 AKWs sind noch in der Überprüfung.

Reaktoren, die sich im Bau befinden: Shimane 3, Ōma, Kaminoseki

Per Gericht verboten: 4 Reaktoren

AKW Ōi, Reaktor 3 und 4, LG Fukui 04/2014

AKW Takahama, Reaktor 3 und 4, LG Ōtsu 07/2016.

 

Wie steht die Bevölkerung zu den AKWs?

Weiterhin massiver Widerstand in der Bevölkerung und bei einigen Lokalpolitikern, Präfekturgouverneuren, wie z.B. in der Präfektur Niigata, wo man sich gegen die Wiederinbetriebnahme zweier Reaktoren am Tepco-AKW Kashiwazaki Kariwa ausspricht. Das selbe wird auch in der Präfektur Kagoshima passieren, indem der frisch gewählte Präfekturgouverneur, ein ausgesprochener Atomkraftgegner die Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren am AKW Sendai nach Beendigung der bevorstehenden Wartung (Oktober/November 2016), nicht mehr genehmigen wird. Dann wäre nur noch 1 Reaktor in Japan am Netz.

 

 

Erneuerbare Energien, weg von der Atomlobby

Minamisoma, Präfektur Fukushima gab 2015 als erste Stadt offiziell bekannt, dass es aus der Kernenergie aussteigt, treibt die erneuerbaren Energien massiv voran und ignoriert die Versprechen und Lockangebote der Atomlobby.

Minamisoma war früher sehr stark von der Atomlobby abhängig. 50% der Arbeitsplätze standen in irgendeiner Form in Verbindung mit der Kernenergie.

Der Anteil an erneuerbaren Energien liegt in Japan bisher nur bei 11% (05/2016). Denn die Energiewende kommt landesweit nur sehr schleppend voran, weil die Regierung blockt.

Laut der Regierung soll der Anteil an erneuerbaren Energien bis 2030 bei 22 bis 24% im Energiemix liegen. Da ist aber deutlich mehr drin!

Der Anteil an Kernenergie hingegen soll 2030 bei unnötigen 20 bis 22% liegen. Das ist aber laut einer Greenpeace-Studie allerdings nur mit Laufzeitverlängerungen und AKW-Neubauten „möglich“, da die Altreaktoren i.d.R. nach einer 40-jährigen Laufzeit stillgelegt werden müssen. Ohne das wären „nur“ 14% bis 2030 „machbar“. Hier verschweigt die Regierung geplante Neubauten und weitere Laufzeitverlängerungen für alte Meiler.

AKW-Status 08/2016

AKWs, die die Überprüfung der Atomaufsichtsbehörde NRA auf Erfüllung der neuen Sicherheitsanforderungen bestanden haben und somit wieder in Betrieb genommen werden durften:

AKW Sendai, Reaktor 1 und 2

AKW Takahama, Reaktor 3 und 4

AKW Ikata, Reaktor 3

Tatsächlich in Betrieb sind zurzeit folgende Reaktoren:

AKW Sendai, Reaktor 1 und 2

AKW Ikata, Reaktor 3

 

Altreaktoren, die nach 40jähriger Laufzeit eine Laufzeitverlängerung für weitere 20 Jahre erhalten haben:

AKW Takahama, Reaktor 1 und 2

AKW Mihama, Reaktor 3

 

AKWs, die sich in der NRA-Überprüfung befinden:

AKW Onagawa, Reaktor 2

AKW Hamaoka, Reaktor 3 und 4

AKW Shimane, Reaktor 2

AKW Tokai, Reaktor 2

AKW Shika, Reaktor 2

AKW Higashidori, Reaktor 1

AKW Ōma, Reaktor 1 (im Bau)

AKW Tsuruga, Reaktor 2

AKW Mihama, Reaktor 3

AKW Genkai, Reaktor 3 und 4

AKW Ōi, Reaktor 3 und 4

AKW Tomari, Reaktor 1,2 und 3

AKW Kashiwazaki Kariwa, Reaktor 6 und 7

Darunter haben folgende AKWs bereits einen Teil der NRA-Überprüfung, nämlich die „Erfüllung der Erdbebensicherheit“ „bestanden“:

AKW Mihama, Reaktor 3

AKW Genkai, Reaktor 3 und 4

AKW Ōi, Reaktor 3 und 4

AKW Tomari, Reaktor 1,2 und 3

AKW Kashiwazaki Kariwa, Reaktor 6 und 7

 

Weitere Hintergrundinformationen:

Energiepolitik in Japan – Anteil der Kernenergie bis 2030?

          - was die Regierung uns verschweigt- von Juni 2016

Zur Greenpeace-Studie von Mai 2016 (japanisch):

 2030 年エネルギーミックスの現実度チェック:破綻する⽇本の原⼦⼒発電  

Energiemix 2030 – gegenwärtiger Check: Japan, die zum Scheitern verurteilten AKWs

 

 

AKW-Status Ende März 2016

Zur Zeit laufen in Japan 2 Reaktoren (AKW Sendai, Südjapan). Im Februar waren es für kurze Zeit sogar schon 4 Reaktoren die liefen. Die beiden wieder angefahrenen Reaktoren am AKW Takahama, Präfektur Fukui wurden jedoch per Gerichtsurteil gestoppt (LG Otsu, Urteil von 03/2016).

Der fünfte von der Atomaufsichtsbehörde NRA freigegebene Reaktor 3 am AKW Ikata, Präfektur Ehime soll im Juli 2016 wieder ans Netz gehen.  

  

Laufende, bzw. wieder gestoppte Reaktoren:

1) AKW Sendai R1 seit 08/2015          (mit 157 „normalen“ Brennelementen)  läuft

2) AKW Sendai R2 seit 10/2015          (mit 157 „normalen“ Brennelementen)  läuft

3) AKW Takahama, R3 seit 01/2016   (mit 24 MOX und 133 „normal“)            stopp

4) AKW Takahama, R4 seit 02/2016   (mit 4 MOX und 153 „normal“)              stopp

5) AKW Ikata, R3 voraussichtlich ab 07/2016                                   in Vorbereitung

 

AKWs, die stillgelegt werden:

03/2015 AKW Mihama, R1 und 2   Kansai E-Werke

03/2015 AKW Shika, R1               Hokuriku E-Werke (aktive Verwerfung unter R 1)

03/2015 AKW Shimane, R1          Chukoku E-Werke (aktive Verwerfung unter R 1)

03/2015 AKW Genkai, R1             Kyushu E-Werke (40 Jahren erreicht, 1975)  

03/2015 AKW Tsuruga, R1           Japan Atomic Power

05/2016 AKW Ikata, R1               Shikoku E-Werke (40 Jahren erreicht, 1977)   

 

AKWs, die eventuell stillgelegt werden:

03/2015 AKW Takahama R1 und 2   (NRA-Entscheidung bis 07/2016)

03/2015 AKW Mihama R3    (NRA-Entscheidung bis 11/2016)

05/2015 AKW Shika R2 

11/2015 AKW Tsuruga, R2   

11/2015 AKW Tokai, R2 

 

Januar/ Februar 2016

Das Jahr 2016 leider wieder mit Kernenergie – der 3. Reaktor läuft

Obwohl Japan nachweislich keine Atomenergie benötigt und bereits seit fast zwei Jahren frei von Kernenergie gewesen ist, behauptet die Regierung immer noch steif und fest, dass es ohne Atomenergie nicht gehen würde. Auch das Märchen mit der CO2-Emission, den Klimazielen und der „sauberen“ Kernenergie kam wieder zur Sprache (siehe dazu auch den Artikel im Fuku Info-Blatt 01/2016).

Dem entsprechend sind im vergangenen Herbst zwei Reaktoren wieder ans Netz gegangen. Und zwar sind das die Reaktoren 1 und 2 am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima in Südjapan, die nun beide im Vollbetrieb laufen.  

Als nächstes folgten Ende Januar die Kansai Elektrizitätswerke mit der Wiederinbetriebnahme des Reaktors 3 am AKW Takahama, Präfektur Fukui. Dieser ist neben 133 „herkömmlichen“ Uranbrennelementen auch mit 24 plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen bestückt. Reaktor 4 soll Ende Februar angefahren werden.

AKW-Status Ende Januar 2016. Skizze: antiatom-fuku

Das AKW Takahama, was ursprünglich aufgrund sicherheitsrelevanter Mängel per Gericht verboten worden ist, durfte nun doch in Betrieb gehen, nach dem das Urteil im vergangenen Dezember gekippt worden ist.

Auch am AKW Ikata, Präfektur Ehime tut sich etwas, allerdings nichts Gutes. Denn auch dieses darf mit Reaktor 3, der ebenfalls mit MOX bestückt werden soll, im Frühling wieder ans Netz gehen.

Welche AKWs als nächstes von der Atomaufsichtsbehörde NRA zur Wiederinbetriebnahme freigegeben werden, steht noch nicht fest.

Fest steht jedenfalls, dass Japan aufgrund vieler eigener Möglichkeiten zur Energiegewinnung, die Rohstoffimporte drastisch reduzieren und auf Kernenergie völlig verzichten könnte (siehe dazu auch den Artikel „Nach Fukushima – Energiepolitik in Japan“.

Fakt ist, das man Japan nur dringend davon abraten kann, nach all den Gefahren und Folgen wieder in die Kernenergie einzusteigen, zumal die Situation am havariertem AKW Fukushima dai ichi weiterhin alles andere als unter Kontrolle ist. Die Regierung LDP/Komeito unter Ministerpräsident Shinzo Abe zeigt sich jedoch weiterhin beratungsresistent.

 

August 2015

AKW Sendai – Erster Reaktor wieder am Netz

Wie angekündigt ging am 11.08.2015 nach fast zweijähriger Zeit ohne Kernenergie der erste Reaktor wieder ans Netz. Siehe dazu auch den Artikel „Schwerer Rückfall – Der erste Reaktor wieder am Netz“.

Trotz fehlender Notwendigkeit, all der Gefahren durch die AKWs, die Japan ja auch schon zu spüren bekommen hat und trotz massiver Proteste kehrt die Regierung LDP/Komeito zur Kernenergie zurück.

Als Ministerpräsident Shinzo Abe (LDP) am Hiroshima Gedenktag am 06.08.2015 in seiner Ansprache kundtat, dass er für die weltweite Abschaffung von Kernwaffen ist und keinen Krieg haben will, wurde bereits das Militärgesetz, was eine Kriegsführung verbietet, durch Abes Regierung geschickt untergraben, so dass Japans Armee jetzt nicht mehr nur noch der Selbstverteidigung dienen, sondern auch aktiv gegen andere intervenieren darf. Das gilt auch, wenn Bündnispartner, z.B. USA, bei der Durchführung von Militäreinsätzen von Japan unterstützt werden wollen.

Hier steht die Aussage von Abe wieder einmal im Widerspruch mit dem, was er tut. Denn wer Frieden will, untergräbt nicht die Gesetze zu Gunsten einer möglichen Militäroffensive und ermöglicht auch nicht die Bereitstellung von Atombomben, in dem er die Kernkraftwerke wieder in Betrieb nimmt.

Der nächste Reaktor, der von der Atomaufsichtsbehörde NRA freigegeben worden ist, ist Reaktor 2 am AKW Sendai. Dieser soll laut den Kyushu Elektrizitätswerken im kommenden Oktober wieder angefahren werden. Einige weitere Reaktoren stehen auch schon in der Warteschleife.

 

Juni 2015

Genpatsu-Alarm Stufe rot – Der erste Reaktor soll wieder ans Netz

Obwohl sich nach über anderthalb Jahren gezeigt hat, dass Japan zur Gewährleistung einer optimalen Stromversorgung keine Kernenergie benötigt, will die Regierung im August 2015 den ersten Reaktor wieder ans Netz gehen lassen.

Derzeit laufen landesweit an einigen Reaktoren Überprüfungen auf Erfüllung der gesetzlich festgelegten Sicherheitsanforderungen. Diese Überprüfungen sind neben weiteren behördlichen Anforderungen für die Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme der Reaktoren erforderlich und werden von der Atomaufsichtsbehörde NRA durchgeführt.

Die Reaktoren 1 und 2 am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima, Reaktor 3 und 4 am AKW Takahama und der Reaktor 3 am AKW Ikata wurden bereits durch die NRA als „sicher“ deklariert.   

Die Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 3 und 4 am AKW Takahama wurde jedoch im April 2015 per Gerichtsurteil untersagt. Grund dafür sind u.a. seismisch aktive geologische Verwerfungslinien und die damit verbundene deutlich erhöhte Erdbebengefahr und unzureichende Evakuierungskonzepte im Falle einer radiologischen Notfallsituation.       

AKW Sendai (Bild: Screenshot)

Auch das AKW Ikata (Reaktor 3) ist nicht frei von geologischen Verwerfungen. Dennoch hält die NRA es für sicher genug.

Das AKW Sendai, was im kommenden August als erstes wieder ans Netz soll, weist ebenfalls geologische Verwerfungslinien auf, die zum Teil seismisch aktiv sind. Hinzu kommen noch ein nahe gelegener Vulkan, der ebenfalls Aktivität zeigt und eine pyroklastische Strömung.

Der Vulkan Sakurajima, 50 bis 60 km vom AKW Sendai entfernt, brach erst im Mai 2015 wieder einmal aus und ist weiterhin aktiv!

Auch hier wurde aus gutem Grunde vor Gericht geklagt, allerdings fielen die Urteile zu Gunsten der betreibenden Kyushu Elektrizitätswerke aus.

Der Wunsch des regierenden Ministerpräsidenten Shinzo Abe (LDP), einige der Reaktoren trotz fehlender Notwendigkeit wieder in Betrieb nehmen zu wollen, hat auch einen militärischen Hintergrund. Abe will in der Lage sein Atomwaffen bereit zu stellen und damit im Ostpazifikraum die Muskeln spielen zu lassen. Dabei will er vor allem China und Nordkorea imponieren.

Und jetzt nach dem G7-Gipfel in Elmau, Bayern (06/2015), bei dem auch der Klimawandel durch die hohe CO2-Emission ein Thema gewesen ist, kommt wieder einmal das Märchen mit der „wenig CO2 emittierenden Kernenergie“ zum Tragen, womit Abe, damit die gesteckten Klimaziele erreicht werden können, die Atomenergie, zwecks Senkung fossiler Brennstoffe, als dringend notwendig deklariert.

Fossile Energieträger (Bild: Petra Alt)

Während die 6 anderen Chefs der G7-Staaten eine Senkung der CO2-Emission um bis zu 70% bis 2050 anstreben, will Abe die CO2-Emission in Japan nur um 26% bis 2030 senken. Klimaexperten fordern jedoch 50 bis 60% für Japan, was auch ohne den Wiedereinstieg in die Kernenergie problemlos möglich ist. Denn Japan hat viel mehr Potential für die Herstellung erneuerbarer Energien, als man vielleicht denkt. Und genau das „verrät“ die Regierung natürlich nicht, weil man ja sonst die Kernenergie überhaupt nicht mehr „begründen“ könnte.  

 

Für weiter zurückliegende Informationen siehe Archiv AKW-Status/Zusatz-Info.