Archiv AKW-Status/Zusatzinfo

 

Januar/ Februar 2016

Das Jahr 2016 leider wieder mit Kernenergie – der 3. Reaktor läuft

Obwohl Japan nachweislich keine Atomenergie benötigt und bereits seit fast zwei Jahren frei von Kernenergie gewesen ist, behauptet die Regierung immer noch steif und fest, dass es ohne Atomenergie nicht gehen würde. Auch das Märchen mit der CO2-Emission, den Klimazielen und der „sauberen“ Kernenergie kam wieder zur Sprache (siehe dazu auch den Artikel im Fuku Info-Blatt 01/2016).

Dem entsprechend sind im vergangenen Herbst zwei Reaktoren wieder ans Netz gegangen. Und zwar sind das die Reaktoren 1 und 2 am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima in Südjapan, die nun beide im Vollbetrieb laufen.  

Als nächstes folgten Ende Januar die Kansai Elektrizitätswerke mit der Wiederinbetriebnahme des Reaktors 3 am AKW Takahama, Präfektur Fukui. Dieser ist neben 133 „herkömmlichen“ Uranbrennelementen auch mit 24 plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen bestückt. Reaktor 4 soll Ende Februar angefahren werden.

AKW-Status Ende Januar 2016. Skizze: antiatom-fuku

Das AKW Takahama, was ursprünglich aufgrund sicherheitsrelevanter Mängel per Gericht verboten worden ist, durfte nun doch in Betrieb gehen, nach dem das Urteil im vergangenen Dezember gekippt worden ist.

Auch am AKW Ikata, Präfektur Ehime tut sich etwas, allerdings nichts Gutes. Denn auch dieses darf mit Reaktor 3, der ebenfalls mit MOX bestückt werden soll, im Frühling wieder ans Netz gehen.

Welche AKWs als nächstes von der Atomaufsichtsbehörde NRA zur Wiederinbetriebnahme freigegeben werden, steht noch nicht fest.

Fest steht jedenfalls, dass Japan aufgrund vieler eigener Möglichkeiten zur Energiegewinnung, die Rohstoffimporte drastisch reduzieren und auf Kernenergie völlig verzichten könnte (siehe dazu auch den Artikel „Nach Fukushima – Energiepolitik in Japan“.

Fakt ist, das man Japan nur dringend davon abraten kann, nach all den Gefahren und Folgen wieder in die Kernenergie einzusteigen, zumal die Situation am havariertem AKW Fukushima dai ichi weiterhin alles andere als unter Kontrolle ist. Die Regierung LDP/Komeito unter Ministerpräsident Shinzo Abe zeigt sich jedoch weiterhin beratungsresistent.

 

 

2015

August 2015

AKW Sendai – Erster Reaktor wieder am Netz

Wie angekündigt ging am 11.08.2015 nach fast zweijähriger Zeit ohne Kernenergie der erste Reaktor wieder ans Netz. Siehe dazu auch den Artikel „Schwerer Rückfall – Der erste Reaktor wieder am Netz“.

Trotz fehlender Notwendigkeit, all der Gefahren durch die AKWs, die Japan ja auch schon zu spüren bekommen hat und trotz massiver Proteste kehrt die Regierung LDP/Komeito zur Kernenergie zurück.

Als Ministerpräsident Shinzo Abe (LDP) am Hiroshima Gedenktag am 06.08.2015 in seiner Ansprache kundtat, dass er für die weltweite Abschaffung von Kernwaffen ist und keinen Krieg haben will, wurde bereits das Militärgesetz, was eine Kriegsführung verbietet, durch Abes Regierung geschickt untergraben, so dass Japans Armee jetzt nicht mehr nur noch der Selbstverteidigung dienen, sondern auch aktiv gegen andere intervenieren darf. Das gilt auch, wenn Bündnispartner, z.B. USA, bei der Durchführung von Militäreinsätzen von Japan unterstützt werden wollen.

Hier steht die Aussage von Abe wieder einmal im Widerspruch mit dem, was er tut. Denn wer Frieden will, untergräbt nicht die Gesetze zu Gunsten einer möglichen Militäroffensive und ermöglicht auch nicht die Bereitstellung von Atombomben, in dem er die Kernkraftwerke wieder in Betrieb nimmt.

Der nächste Reaktor, der von der Atomaufsichtsbehörde NRA freigegeben worden ist, ist Reaktor 2 am AKW Sendai. Dieser soll laut den Kyushu Elektrizitätswerken im kommenden Oktober wieder angefahren werden. Einige weitere Reaktoren stehen auch schon in der Warteschleife.

 

Juni 2015

Genpatsu-Alarm Stufe rot – Der erste Reaktor soll wieder ans Netz

Obwohl sich nach über anderthalb Jahren gezeigt hat, dass Japan zur Gewährleistung einer optimalen Stromversorgung keine Kernenergie benötigt, will die Regierung im August 2015 den ersten Reaktor wieder ans Netz gehen lassen.

Derzeit laufen landesweit an einigen Reaktoren Überprüfungen auf Erfüllung der gesetzlich festgelegten Sicherheitsanforderungen. Diese Überprüfungen sind neben weiteren behördlichen Anforderungen für die Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme der Reaktoren erforderlich und werden von der Atomaufsichtsbehörde NRA durchgeführt.

Die Reaktoren 1 und 2 am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima, Reaktor 3 und 4 am AKW Takahama und der Reaktor 3 am AKW Ikata wurden bereits durch die NRA als „sicher“ deklariert.   

Die Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 3 und 4 am AKW Takahama wurde jedoch im April 2015 per Gerichtsurteil untersagt. Grund dafür sind u.a. seismisch aktive geologische Verwerfungslinien und die damit verbundene deutlich erhöhte Erdbebengefahr und unzureichende Evakuierungskonzepte im Falle einer radiologischen Notfallsituation.       

AKW Sendai (Bild: Screenshot AF)

Auch das AKW Ikata (Reaktor 3) ist nicht frei von geologischen Verwerfungen. Dennoch hält die NRA es für sicher genug.

Das AKW Sendai, das im kommenden August als Erstes wieder ans Netz soll, weist ebenfalls geologische Verwerfungslinien auf, die zum Teil seismisch aktiv sind. Hinzu kommen noch ein nahegelegener Vulkan, der ebenfalls Aktivität zeigt, und eine pyroklastische Strömung.

Der Vulkan Sakurajima, 50 bis 60 km vom AKW Sendai entfernt, brach erst im Mai 2015 wieder einmal aus und ist weiterhin aktiv!

Auch hier wurde aus gutem Grunde vor Gericht geklagt, allerdings fielen die Urteile zu Gunsten der betreibenden Kyushu Elektrizitätswerke aus.

Der Wunsch des regierenden Ministerpräsidenten Shinzo Abe (LDP), einige der Reaktoren trotz fehlender Notwendigkeit wieder in Betrieb nehmen zu wollen, hat auch einen militärischen Hintergrund. Abe will in der Lage sein, Atomwaffen bereit zu stellen und damit im Ostpazifikraum die Muskeln spielen zu lassen. Dabei will er vor allem China und Nordkorea imponieren.

Und jetzt nach dem G7-Gipfel in Elmau, Bayern (06/2015), bei dem auch der Klimawandel durch die hohe CO2-Emission ein Thema gewesen ist, kommt wieder einmal das Märchen mit der „wenig CO2 emittierenden Kernenergie“ zum Tragen, womit Abe, damit die gesteckten Klimaziele erreicht werden können, die Atomenergie, zwecks Senkung fossiler Brennstoffe, als dringend notwendig deklariert.

Fossile Energieträger (Bild: Petra Alt)

Während die 6 anderen Chefs der G7-Staaten eine Senkung der CO2-Emission um bis zu 70% bis 2050 anstreben, will Abe die CO2-Emission in Japan nur um 26% bis 2030 senken. Klimaexperten fordern jedoch 50 bis 60% für Japan, was auch ohne den Wiedereinstieg in die Kernenergie problemlos möglich ist. Denn Japan hat viel mehr Potential für die Herstellung erneuerbarer Energien, als man vielleicht denkt. Und genau das „verrät“ die Regierung natürlich nicht, weil man ja sonst die Kernenergie überhaupt nicht mehr „begründen“ könnte.  

 

2014

November 2014

AKW Sendai - Verschiebung der Wiederinbetriebnahme

Die Wiederinbetriebnahme am AKW Sendai, die ursprünglich für Oktober 2015 geplant gewesen ist, konnte bisher verhindert werden.

Jetzt gilt es daran zu arbeiten, dass Japan auch 2015 frei von Atomenergie bleibt.

Der starken Anti-AKW-Bewegung haben wir es zu verdanken, dass Japan schon seit über einem Jahr frei von Atomstrom ist.

Leider hält die Regierung, ungeachtet der Folgen nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima weiter an der Atomkraft fest und will die Wiederinbetriebnahme der AKWs.

 

Juli 2014

Genpatsu-Alarm!!  NRA-Sicherheitsprüfsiegel für zwei Reaktoren!! 

Das AKW Sendai, Präfektur Kagoshima in Südjapan erhielt Mitte Juli 2014 für die beiden Reaktoren 1 und 2 das NRA-Prüfsiegel für Sicherheit. Es ist somit landesweit das erste AKW, das den neuen Sicherheitsvorschriften, die von der Regierung als äußerst streng propagiert werden, entspricht.

AKW Ōi, Präfektur Fukui, Kansai Elektrizitätswerke

Seit der Reaktorkatastrophe in Fukushima 2011 gingen bis Mai 2012 alle AKWs nach und nach vom Netz. Nach zwei Monaten wurden jedoch zwei Reaktoren am AKW Ōi, Präfektur Fukui, unter dem Vorwand Stromengpässen entgegen wirken zu müssen, wieder angefahren. Das AKW Ōi ging jedoch im September 2013 wegen Wartung wieder vom Netz. Nach dem Bürger wegen der Sicherheitsmängel geklagt hatten, wurde im Mai 2014 per Gerichtsurteil die sofortige Stilllegung der Anlage angeordnet.

Seitdem ist Japan frei von Atomstrom, ohne dass es zu Versorgungsengpässen gekommen ist.

Die Entsprechung der gesetzlich festgelegten Sicherheitsanforderungen der überprüften AKWs erhöht bei weitem nicht dessen reale Sicherheit!

Erdbeben, geologische Verwerfungslinien, die zum Teil seismisch aktiv sind, die zahlreichen zum Teil aktiven Vulkane in der Umgebung und die allgemeinen Gefahren nukleartechnischer Anlagen bleiben weiterhin bestehen!

Nach dem die NRA dem AKW Sendai nun die Sicherheit ihrer Reaktoren attestiert hat, sind jetzt die Behörden und die Präfekturverwaltung gefragt, die die endgültige Entscheidung treffen sollen, ob das AKW wieder ans Netz darf.

Ministerpräsident Shinzo Abe (LDP) und die Atomkonzerne begrüßen das NRA-Ergebnis und können es kaum abwarten, bis die Reaktoren (frühestens im Oktober) wieder ans Netz gehen.

Der Wunsch der Regierung wieder in die Kernkraft zurück zu kehren, liegt nicht nur im Profit, sondern auch darin, um militärisch besser die Muskeln spielen lassen zu können. Zumal auch jetzt der Artikel 9 (Lockerung im Militärrecht) zu Ungunsten des Friedens geändert worden ist.

Der Großteil der Bevölkerung, vor allem in der näheren Umgebung zum AKW Sendai und viele Lokalpolitiker, sowie unabhängige Experten lehnen eine Wiederinbetriebnahme strikt ab.

Die Stromversorgung ist ebenfalls problemlos gewährleistet. Die noch immer zahlreichen Rohstoffimporte könnte man deutlich reduzieren, wenn die Regierung den Ausbau der erneuerbaren Energien in Japan besser voranbringen würde.

Jetzt gilt es daran zu arbeiten, die Wiederinbetriebnahme der von der NRA frei gegebenen Reaktoren zu verhindern. Das könnte nämlich sonst der Anfang für die Freigabe der restlichen 17 Reaktoren sein, die sich noch in der NRA-Überprüfung befinden.

Japan muss atomfrei bleiben!! Leben geht vor Profit!!

Denn die Folgen in Fukushima sind verheerend und dauern weiterhin an.

 

Juni 2014

Japan: (bereits vollzogener) Atomausstieg noch sehr instabil 

Noch ist Japan atomfrei! Und damit es weiterhin so bleibt, ist weiterhin Widerstand gegen die Wiederinbetriebnahme der AKWs dringend geboten!

Die Atomkonzerne, Regierung und weitere Lobbyisten wollen einige AKWs, die von der Atomaufsichtsbehörde NRA als „sicher“ deklariert werden, so schnell wie möglich wieder ans Netz nehmen.

Das AKW Sendai, Präfektur Kagoshima/ Kyushu in Südjapan, Betreiber Kyushu Elektrizitätswerke, hat nach einer groborientierenden Einschätzung der Behörden die besten Aussichten, die scheinbar strenge NRA-Sicherheitsüberprüfung zu bestehen und somit wieder in Betrieb gehen zu dürfen. Genau deshalb wurde dieses AKW auch bevorzugt in die NRA-Überprüfung genommen.

Es befinden sich jedoch Vulkane und eine pyroklastische Strömung in der Nähe, die dem AKW gefährlich werden könnten. Ganz zu schweigen von den zahllosen geologischen Verwerfungslinien, wovon einige seismisch aktiv sind und die Erdbebenanfälligkeit sogar noch verstärken.

Man darf nicht vergessen, dass 20% der weltweiten Erdbeben in Japan stattfinden und die Lage am havariertem AKW Fukushima Daiichi immer noch sehr gefährlich ist.

Neben den Unmengen an radioaktiv verseuchtem Wasser, das schon seit Beginn der Katastrophe ins Meer läuft, wird jetzt auch, da man nicht mehr weiß wo hin mit dem verseuchten Wasser, noch weiteres radioaktives Wasser in großen Mengen ins Meer verklappt.

Die Regierung versucht weiterhin mit aller Macht die Reaktorkatastrophe und dessen Folgen unter den Teppich zu kehren. Der aktuellste UNSCEAR-Bericht der IAEA verharmlost die Folgen ebenfalls. Selbst in Fukushima gibt es sogenannte Experten, die sich unters Volk mischen und durch vorsätzliche Falschaussagen fleißig Gehirnwäsche betreiben.

Etwa 80% der japanischen Bevölkerung sind weiterhin für den Ausbau der erneuerbaren Energien, um von Rohstoffimporten unabhängiger zu werden und für einen endgültigen Atomausstieg. Dieser wäre ja schon quasi geschafft, wenn die Regierung sich nicht quer stellen würde. Von daher sind weiterhin Proteste nötig und es gilt zu verhindern, dass das AKW Sendai im Herbst wieder ans Netz geht. Denn Japan braucht keine gefährliche Kernenergie. Das gleiche gilt auch für Europa und den Rest der Welt!!

Anti AKW-Demo in Tokyo 2014 (Bild: Sato)

Die Proteste gehen weiter. Fukushima darf nicht in Vergessenheit geraten. Denn die Folgen der immer noch andauernden Reaktorkatastrophe sind schon deutlich spürbar. Selbst Tschernobyl ist nach fast 30 Jahren immer noch gefährlich. Auch dort dauern die Folgen noch weiterhin an. 

Eine der bundesweiten Demo für eine ernst gemeinte Energiewende ohne Pseudoargumente, die die Energiewende nur ausbremsen.

Düsseldorf Mai 2014 (Bild: P. Alt)

 

Januar 2014

Alarmstufe orange 

Die Lage am AKW Fukushima Daiichi ist weiterhin gefährlich und die radioaktive Verseuchung im Pazifik nimmt stetig zu. Die US-Westküste und Alaska wurden schon erreicht.

Die Folgeerkrankungen, wie Schilddrüsenveränderungen, die zum Teil entarten, sowie weitere Krebserkrankungen grassieren wie ein Erkältungsvirus der um sich greift.

Nahrungsmittel sind radioaktiv kontaminiert und Landflächen weiträumig verstrahlt…

…und dass alles durch nur ein einziges Kernkraftwerk!

… „wäre bei ’nem Gaskraftwerk nicht passiert“…

Auch die jüngsten Gesetzesbeschlüsse, wie das Geheimhaltungsgesetz der atomfreundlichen Regierung unter Shinzo Abe sind mehr als bedenklich. Hierdurch können Missstände und Zwischenfälle am AKW Fukushima Daiichi, jetzt auch mit „freundlicher Unterstützung“ der IAEA wesentlich besser verheimlicht werden.

Und obwohl Japan problemlos auf Kernenergie verzichten könnte, hält die Regierung weiter an der Atomkraft fest. Die Stromkonzerne, die ebenfalls profitgierig sind, haben für insgesamt 16 Reaktoren an 9 AKWs die Wiederinbetriebnahme bei der NRA beantragt. Unter den Antragstellern ist auch der Stromkonzern Tepco, der das AKW Fukushima Daiichi zu verantworten hat und nun die Wiederinbetriebnahme zweier Reaktoren am AKW Kashiwazaki Kariwa beantragt hat.

Schild mit der Aufschrift „Sicherheit versus Profit, Kansaidenryoku“ (Ein Stromkonzern, der einige AKWs in der Präfektur Fukui betreibt). Im Wort „Kann-sai-den-ryoku“ wurde das 2. Schriftzeichen „sai“ (Bedeutung: Westen) gegen das Schriftzeichen „sai“ (Bedeutung: Katastrophe) ausgetauscht. (Bild: Petra Alt)

 

 

 

 

Folgende AKWs haben bis Ende Dezember 2013 eine Sicherheitsüberprüfung der NRA zur Wiederinbetriebnahme beantragt:

AKW Tomari, Hokaidodenryoku, Reaktoren 1 bis 3, alles Druckwasserreaktoren (DWR)

AKW Onagawa, Tohokudenryoku, Reaktor 2, ein Siedewasserreaktor (SWR)

AKW Kashiwazaki Kariwa, Tepco, Reaktoren 6 und 7, beides SWR

AKW Ōi, Kansaidenryoku, Reaktoren 3 und 4, beides DWR

AKW Takahama, ebenfalls Kansaidenryoku, Reaktoren 3 und 4, beides DWR

AKW Shimane, Chuobudenryoku, Reaktor 2, ein SWR

AKW Genkai, Kyushudenryoku, Reaktoren 3 und 4, beides DWR

AKW Sendai, ebenfalls Kyushudenryoku, Reaktoren 1 und 2, DWR

AKW Ikata, Shikokudenryoku, Reaktor 3, ein DWR  

Insgesamt sind das 16 Reaktoren an 9 AKWs. Darunter sind auch 4 SWR, die noch schlechter gesichert sind als die DWR.

Der Betreiber Tepco, der auch das havarierte AKW Fukushima Daiichi zu verantworten hat, will sogar auch für die Reaktoren 1 und 5 ebenfalls zwei SWR am AKW Kashiwazaki Kariwa einen Antrag auf Sicherheitsüberprüfung bei der NRA stellen.  

 

2013

September 2013

Japan ist zum zweiten Mal frei von Atomstrom!

Am 15.09.2013 ging der letzte laufende Reaktor (Reaktor 4 am AKW Ōi, Präfektur Fukui) wegen der bevorstehenden Wartung, die alle 13 Monate vorgeschrieben ist vom Netz. Japan ist wieder frei von Atomstrom! Und auch dieses Mal blieben die Lichter weiterhin an!

Der Reaktor 3 am AKW Ōi ging schon am 02.09.2013 auch wegen nötiger Wartung vom Netz.

Das Kepco-AKW Ōi, in der Präfektur Fukui, war mit den Reaktoren 3 und 4 das einzige AKW in Japan, das nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima nach der letzten Wartung wieder ans Netz ging und dann bis September 2013 in Betrieb war.

Sonntag, 16:40 Uhr Ortszeit: Die Kepco-Betreibermannschaft beginnt damit, den einzigen noch verbleibenden Reaktor 4 am AKW Ōi in der Präfektur Fukui herunterzufahren. Um seine Leistung, also die Kernspaltung zu drosseln, wird Borsäure eingeleitet und die Steuerstäbe nach und nach zwischen die Brennelemente eingefahren.

23:00 Uhr: Beendigung der Stromproduktion.

Montag, 1:30 Uhr Ortszeit: Der Reaktor ist jetzt komplett heruntergefahren. Die elektronische Anzeige der Reaktorleistung, die im Vollbetrieb noch bei 1180 MW stand, zeigt jetzt „0“ an. Reaktor 4 ist vom Netz! Weiter. . .

 

 

Ende Mai 2013

Genpatsu-Alarm!!

Wenn es um Profit geht, wird Sicherheit ganz gerne zur Nebensache und die nuklearen Folgeprobleme in Fukushima werden da ebenfalls ausgeblendet.

Gleich vier Stromkonzerne beantragten Ende Mai 2013 eine Genehmigung für den Neustart mehrere Reaktoren nach dem die neuen Sicherheitsstandards der Atomsicherheitsbehörde NRA im Juli 2013 in Kraft treten wird. Das sind insgesamt acht Reaktoren an vier AKWs.

Das AKW Ōi, dessen Reaktoren 3 und 4, die im Herbst 2013 wegen anstehender Wartung heruntergefahren werden müssen, ist das derzeit einzige aktive AKW. Es wurde im Juli 2012 entgegen massiven Protesten und bei fehlender Notwendigkeit wieder angefahren. Nach der Wartung ist eine erneute Wiederinbetriebnahme eher fraglich, da sich auf dem Gelände zwei aktive geologische Verwerfungen befinden, die auch unterhalb der Reaktoren verlaufen.

Wenn die neue Atomaufsichtsbehörde NRA, von der stets behauptet wird, dass sie unabhängig arbeiten würde, eine erneute Wiederinbetriebnahme des AKWs Ōi nach Beendigung der Revision untersagt, dann kann man davon ausgehen, dass dort schon ein richtig großes Gefahrenpotential vorliegt, das auch für den Laien leicht zu erkennen ist.

Denn erst in Dezember 2012 fielen mehrere Entscheidungsträger der ohnehin schon IAEA-getriggerten NRA auf, dessen „Mühe" mittels finanzieller „Sonderzuwendungen" durch die Atomlobby „unterstützt" werden sollte.

Bild: NHK, Der Neustart acht Reaktoren an vier AKWs wird angestrebt. Von links nach rechts: AKW Takahama, AKW Ikata, AKW Sendai, AKW Tomari.

Nach Wünschen des Betreibers Kansaidennryoku sollen ab Juli 2013 die Reaktoren 3 und 4 des AKWs Takahama, Präfektur Fukui, wo sich auch das einzige aktive AKW Ōi (Reaktor 3 und 4) befindet rasch wieder ans Netz gehen. Am AKW Ikata, Präfektur Ehime, Betreiber Shikokudenryoku soll der Reaktor 3, am AKW Sendai, Präf. Kagoshima, Betreiber Kyushudenryoku, die Reaktoren 1 und 2, und am AKW Tomari auf Hokkaido, Betreiber Hokkaidodenryoku, die Reaktoren 1 bis 3 wieder ans Netz gehen.

 

2012

Sommer 2012

Japan produziert wieder Atomstrom

Nach dem Super-GAU im AKW Fukushima Daiichi, der am 11.03.2011 durch ein starkes Erdbeben ausgelöst und durch den nachfolgenden Tsunami verschlimmert wurde, gingen alle Reaktoren nach und nach vom Netz. Die Atomkonzerne erhielten keine Genehmigung der örtlichen Präfekturverwaltung mehr, um die Reaktoren nach einer durchgeführten Revision wieder anfahren zu dürfen. 

Denn nach dem GAU wollten sämtliche Lokalpolitiker der Bevölkerung ihrer Präfektur den Weiterbetrieb der gefährlichen AKWs nicht mehr zumuten.

Während die Bevölkerung und die Lokalpolitiker aus den Folgen des nuklearen Unfalls in Fukushima gelernt haben, halten die Stromkonzerne und die Regierung weiterhin an der Kernenergie fest. Sie drohen sogar mit massiven Stromengpässen, möglichen Blackouts und Strompreiserhöhungen (06/2012).

Am 05.05.2012 ging der letzte Reaktor vom Netz und die Lichter blieben an! Die erneuerbaren Energien sind sehr stark auf dem Vormarsch.

Dennoch hat die atomfreie Zeit, „Dank'' der Regierung nur zwei Monate angehalten.

Auch wenn anfangs (2011, teilw. 2012) etwas Strom gespart werden musste und zurzeit vermehrt Öl und Gasimporte nötig sind, ist der Wiedereinstieg in die gefährliche Kernenergie in keinerlei Hinsicht mehr vertretbar!

Japan ist reichlich gesegnet mit Erdbeben und dem entsprechend mit geologischen Verwerfungen, die zum Teil aktiv sind, durchzogen. Diese verlaufen natürlich auch unterhalb der Reaktoren. Am AKW Tsuruga wurden im April 2012 wieder einmal zwei aktive Verwerfungen, die unterhalb zweier Reaktoren verlaufen entdeckt.

Im Endbericht über den Unfallhergang am AKW Fukushima Daiichi wird menschliches Versagen, Unachtsamkeit, Fahrlässigkeit und Planlosigkeit, auch aus der zurückliegenden Vergangenheit sichtbar. Wichtige Dokumente, Aufzeichnungen der Strahlung unmittelbar nach Beginn der Kernschmelze fehlten. Wartungsbücher wurden ebenfalls nicht korrekt geführt.

Die Verantwortung ist so geschickt auf viele Institutionen verteilt, so dass die Schuld problemlos hin und her geschoben werden kann; ohne dass jemand wirklich richtig zur Rechenschaft gezogen wird (07/2012).

Seit Juli 2012 produziert Japan wieder Atomstrom. Das AKW Ōi, Präfektur Fukui ist als erstes wieder ans Netz gegangen. Die anderen sollen bald folgen. Auch Tepco, der Betreiber des AKWs Fukushima Daiichi ist ebenfalls mit in der Warteschleife.

Die großen Stromkonzerne, die vorwiegend nur in die Kernenergie investiert haben, wollen rasch ihre roten Zahlen wieder ausgleichen, da die Banken und der Staat mal langsam ihr Geld, vor allem von Tepco zurückhaben wollen. Auch weitere Einbußen in der Finanzwelt wie z.B. der Wertverlust von Aktien bereiten dem Staat große Sorgen, falls das schnelle Geld aus den AKWs wegbleibt.

Da bleiben die Sicherheit der Bevölkerung bzw. die Belange der Anwohner in der Präfektur Fukushima schon mal ganz gerne außen vor.

Weitere Anlässe, weshalb die Regierung über die Köpfe der Präfekturverwaltungen hinweg und entgegen den massiven Protesten der Bevölkerung den Wiedereinstieg in die Kernenergie durchgeboxt hat, führen auch in die USA. Die USA übt nämlich Druck auf Japan aus, das weiterhin den nuklearen Rohstoff und das Zubehör aus Amerika importieren soll. Auch die für die USA wichtigen Aktien sollen stabil bleiben.

Schon der Einstieg in die Kernenergie, trotz Abwurf zweier Atombomben durch die Amerikaner auf Hiroshima und Nagasaki, wurde kurz darauf durch die USA forciert. Denn Japan sollte Atombomben bauen; was auch die enormen Plutoniumvorräte in Japan erklärt.

 

Mai 2012

Der letzte Reaktor ist vom Netz!

Japan ist jetzt frei von Atomstrom. Die erneuerbaren Energien sind stark auf dem Vormarsch. Bleibt es dabei, dann ist das der schnellste Atomausstieg in der Geschichte der Kernenergie.

AKW Tomari auf Hokkaido, Reaktor 3, der letzte verbliebene Reaktor ist nun vom Netz. Der 05.05.2012, ein gesetzlicher Feiertag, der Tag der Kinder, der jetzt noch einen zusätzlichen Feiertagstatus erhalten hat.

Am Samstag, den 05.05.2012 ging der letzte von 54 Reaktoren vom Netz und die Lichter sind noch an!

Bevor die gewarteten Reaktoren wieder angefahren werden dürfen, müssen die AKW-Betreiber eine Genehmigung bei der Präfekturverwaltung einholen, die jedoch seit der Katastrophe im AKW Fukushima Daiichi von keiner Präfektur mehr erteilt wurde.

Die erneuerbaren Energien sind stark auf den Vormarsch.
Maßnahmen zum „Setsuden-Verhalten’’ (Maßnahmen zur Stromeinsparung) wurden frühzeitig eingeleitet und zeigten Wirkung.

Setsuden = Strombegrenzung, also Strom sparen.
Klimaanlagen laufen nicht mehr auf volle Leistung. In den S- und Regio-Bahnen bleibt jede 3. Leuchtstoffröhre aus. Auch die Leuchtreklame wird über Tag nicht eingeschaltet.

Stromengpässe, vor allem in den heißen Sommermonaten, konnten somit ausgeglichen werden.

Das ist ein eindeutiger Beweis, dass Japan, bezüglich Strom, ein eher verschwenderisches Land, von jetzt auf gleich sogar, ganz ohne Atomstrom auskommen kann!

Das ist etwas, was Deutschland ebenfalls problemlos schaffen könnte!

 

April 2012 :

Genpatsu Alarm!!!

Japans Stromkonzerne und die Regierung drängen auf den Neustart der AKWs. Sie suggerieren der Bevölkerung massive Stromengpässe ein, wenn die AKWs weiterhin vom Netz bleiben. Der wahre Grund jedoch ist, die Banken, die Tepco sehr viel Geld geliehen haben, wollen es jetzt langsam zurück. Auch die anderen Stromkonzerne sind in den roten Zahlen und die Aktienkurse liegen im Keller, da das schnelle Geld durch die AKWs zurzeit nicht gegeben ist.