Alternativen zum Atomstrom

Der Anteil an Strom aus erneuerbaren Energien ist 2011 im Vergleich zu 2010 (16,5%), durch den Ausbau der Windkraft, Sonnenenergie und Biomasse auf 20% angestiegen.

Das sind 18 Mrd. Kilowattstunden Strom aus erneuerbaren Energien, die die Jahresproduktion von zwei Reaktoren problemlos ersetzen.

 

Der Atomstrom

Atomstrom erscheint nur im ersten Moment kostengünstiger als Ökostrom, da die gesamten Zusatzkosten für die Herstellung von Atomstrom nicht benannt werden.

Denn die Kosten für den Bau und Instandhaltung/Wartung der AKWs, Rohstoffbeschaffung, Brennelementeherstellung und die Atommüllzwischenlagerung lassen den Preis für den Atomstrom in die Höhe schießen. Dazu kommen noch die Kosten, die durch strahlenbedingte Folgeerkrankungen verursacht werden. Auch die Kosten für die laufende Bewachung sämtlicher kerntechnischer Anlagen werden von der Atomlobby gerne verschwiegen und bei der Nennung des Strompreises nicht dargelegt.

Auch das Restrisiko muss noch mit einberechnet werden.

Keine Haftpflichtversicherung würde ein AKW versichern und könnte die enorm hohen Folgekosten nach einem GAU nicht bezahlen. Das Problem wurde dadurch ,,gelöst'', indem es für AKWs ganz einfach keine Versicherungspflicht gibt. Andernfalls wäre die Versicherungssumme so derartig hoch, das es sich für die Atomkonzerne nicht lohnen würde Atomstrom herzustellen. Somit bleiben die Kosten für den GAU am Steuerzahler kleben.

Die gesundheitlichen Gefahren durch Niedrigstrahlung dürfen ebenfalls nicht unterschätzt werden. Das betrifft vor allem die Anwohner in der näheren Umgebung eines AKWs. Hinzu kommt noch, dass bei jeder Revision (Wechsel der Brennelemente), wobei der heruntergefahrene Reaktor geöffnet wird, hohe Strahlenpeaks entstehen, die nicht zu unterschätzen sind. In der Statistik der Stromkonzerne werden diese Peaks jedoch immer herunter gerechnet; unter anderem auch, damit die Strahlenwerte der Peaks die behördlich festgelegten Obergrenzen nicht überschreiten.

Die endlose Endlagersuche, Forschung und Ausbau, die Atommüllzwischenlagerung, Behebung bzw. Abmilderung von Komplikationen bei der Atommülllagerung verursacht jährlich sehr hohe Kosten. Auch diese Unkosten gehören mit in den Kilowattpreis für Atomstrom hinein gerechnet! 

CO²-frei, wie es die großen Stromkonzerne gerne behaupten, ist der Atomstrom auch nicht. Der Uranabbau, die Brennelementeherstellung verursachen reichlich CO². Auch ein laufendes AKW, wenn zwar deutlich weniger als ein Kohlekraftwerk, stößt CO² aus.

 

Die Windkraft 

Die Windkraft ist preiswert und verursacht keine CO²-Emission. Bei Windstille oder zu Spitzenlastzeiten gleichen die Gaskraftwerke die Stromversorgung aus. Somit entstehen keine Stromengpässe. Für die Windkraft entstehen nur Investitionskosten für den Bau und die Wartung, jedoch keinerlei Rohstoffkosten. Der Rohstoff ist unerschöpflich und muss auch nicht extra beschafft werden. Denn der Wind kommt von alleine.

Auch der Wind schickt keine Rechnung für Rohstoffe und bietet eine umweltverträgliche Energiegewinnung (Bild: Petra Alt )

 

Die Sonnenenergie

Auch hier sind nur die Baukosten der Anlagen und die Wartungskosten zu decken. Rohstoffkosten entfallen hier ebenfalls. Auch dieser Rohstoff ist unerschöpflich. Denn die Sonne geht jeden Tag wieder auf. 

Die Sonne gibt 386 Trilliarden Watt/s an Energie ab. Nur ein halbes Milliardstel davon trifft die Erde, d.h.: 20 000 mal mehr als der tägliche  Energiebedarf. 

Die Technologie für Sonne und Wind wird laufend verbessert. Von daher sind zur Zeit noch Entwicklungskosten mit im Strompreis enthalten. Diese Kosten werden jedoch laut einer Studie des Frauenhofer Institut bald deutlich weniger werden, bzw. ganz entfallen. Somit wird die Energiegewinnung aus Sonne und Wind sehr bald konkurrenzfähig.

Es gibt sehr viele Möglichkeiten diese Potentiale für die Energiegewinnung zu nutzen, ohne das Kosten für Rohstoffe entstehen. Sonne und Wind sind unerschöpflich, nicht aber das Erdöl, die Braun-und Steinkohle und das Uran, sowie weiterer Rohstoffe.

 

Das Gaskraftwerk

Derzeit werden 20 Gigawatt Strom in Gaskraftwerken produziert, was jedoch vor allem von den Atomkonzernen nie erwähnt wird (Stand: 05/2012).

Die ausgeklügelte Technologie der Kraftwärmekopplung kann auch zu Spitzenlastzeiten alle 17 Reaktoren der deutschen AKWs problemlos ersetzen. 

 

Subventionen und andere Förderungen

Im EU-Haushalt 2012 sind Forschungsgelder in Höhe von 1,3 Mrd. Euro für die Kernenergie, vorwiegend für die Erforschung der Kernfusion vorgesehen. Für alle anderen Energieformen, jedoch hauptsächlich für die fossilen Energien sind 355 Mio. Euro vorgesehen. Davon bleiben ,,nur'' 24 Mio. Euro der Förder-und Forschungsgelder für die erneuerbaren Energien übrig (05/2012).

Die EU-Länder Frankreich, Großbritannien, Polen und Tschechien, die ihre Kernenergie weiter ausbauen wollen, fordern sogar wegen den hohen Investitionskosten für den AKW-Neubau noch mehr EU-Fördergelder. Dazu wird von den o.g. Ländern auch noch eine höhere Einspeisevergütung für ihren (Atom)Strom in das europäische Stromnetz gefordert. Und als guter Letzt wollen diese Länder in Puncto EU-Förderung auch noch die Gleichstellung des Atomstroms mit den erneuerbaren Energien erreichen (06/2012). 

 

Stromimporte/Stromexporte

Trotz der Abschaltung 8 Reaktoren exportierte Deutschland 2011 noch reichlich Strom in das Ausland. Die Hauptabnehmer waren Österreich, Niederlande und die Schweiz. Somit ist auch kein Atomstrom aus Frankreich nötig.

Zwar importiert Deutschland auch Strom, aber unterm Strich deutlich weniger als es exportiert. Das hin und her schicken des Stroms geschieht aus rein wirtschaftlichen Gründen, dient der Forcierung der Strompreise und kommt nur den Stromkonzernen zu Gute.

 

Strompreiserhöhungen

Gerne wird von der Atomlobby behauptet, durch die Energiewende mit Abschaltung der AKWs wird eine Strompreiserhöhung nötig.

Zur Zeit sind noch Forschungsgelder für die erneuerbaren Energien nötig, die im Strompreis mit einberechnet werden. Diese Kosten könnten jedoch für den Endverbraucher deutlich reduziert werden, wenn die EU statt den Atomstrom die erneuerbaren Energien in den o.g. Ausmaßen fördern würde.

Zu dem wurden auch schon in den Jahren zuvor immer wieder die Strompreise erhöht.  Eine Begründung zu Erhöhung der Strompreise aufgrund der Energiewende ist somit nicht haltbar. Hierdurch soll der Verbraucher nur den Eindruck bekommen, die Energiewende sei zu teuer und das man den Atomstrom doch besser bei behalten solle. In der Festlegung der Strompreise könnte der Staat ebenfalls zu Gunsten der Endverbraucher intervenieren.

Was auch gerne durch die Atomlobby verschwiegen wird, ist, dass der Strom, der zu den täglichen Spitzenlastzeiten, also mittags am teuersten ist (Strombörse EEX), zunehmend durch Solarenergie erbracht werden kann. Folglich sinkt der Strompreis an der Strombörse wieder, was von den großen Stromkonzernen jedoch nicht erwünscht ist, weil sie dadurch finanzielle Verluste ,,erleiden''. 

 

Die Stromnetze

Stromnetze  müssen laufend gewartet und von Zeit zu Zeit erneuert werden. Das war schon immer so und kommt nicht plötzlich und ist nicht erst seit der Energiewende!

Teilweise wurden die Stromnetze in der Vergangenheit aus Kostengründen nur notdürftig gewartet. Wintereinbrüche in der Vergangenheit ließen schon so manchen Strommast  unter der Schneelast und bei Sturm umknicken.  

Auch neue Netzabschnitte an verschiedenen Stellen waren schon weit vor der Abschaltung der 8 Reaktoren nötig. Das hätte schon lange erledigt sein können, was aus Kostengründen jedoch nicht geschah. Bereits 2009 wurde schon von massiven Netzproblemen berichtet. D.h.: Der beschlossene Atomausstieg ist nicht der Hauptgrund für die aktuellen Stromnetzprobleme! Es wird nur so dargestellt.

 

Die Energiewende

Eine durch die Bundesregierung gesteuerte Umstrukturierung der Stromnetze und der Ausbau der erneuerbaren Energien mit einer stufenweise Abschaltung der AKWs hätte auch schon früher erfolgen können. Das gilt für ALLE Parteien, die schon in der Bundesregierung das Zepter in der Hand hatten; und vor allem die Jenigen, die den Atomausstieg in der Vergangenheit am meisten propagiert haben!

Ein rascher Ausbau von erneuerbaren Energien ist möglich. Japan hat es vor gemacht! Auch wenn momentan noch kleinere Stromengpässe zu berücksichtigen sind, zeigt Japan, das ein schneller Atomausstieg möglich ist.

Die Tatsache, das die AKWs wieder ans Netz sollen, ist eine rein politische Entscheidung gewesen, die nur aus finanziellen Profitgründen getroffen wurden ist (Stand: 06/2012). 

Die atompolitische Kehrtwende in der Bundespolitik mit der Abschaltung von 8 Reaktoren im Frühjahr 2011 ist ein großer Schritt in die richtige Richtung gewesen, der aber dringend weiter voran getrieben werden muss.

Im Juni 2011 wurde das Atomgesetz im Bundestag geändert. Die Laufzeiten der restlichen AKWs wurden wieder verkürzt. Mit der Zustimmung von SPD und Grüne wurde 2022 für die Abschaltung der letzten AKWs festgelegt. Nur die Linken stimmten dagegen und forderten einen früheren Termin für die Abschaltung der letzten AKWs.

Wie Japan schon zeigte, wäre ein kompletter Atomausstieg in Deutschland sogar noch in dieser Legislaturperiode möglich (Stand: 06/2012).

Dazu fehlt der Bundesregierung jedoch noch der richtige Antrieb, der aber durch die Landesregierungen, die sich jedoch diskret zurückhalten, forciert werden könnte.

 

Strompreise, wer zahlt wieviel?

Die Privathaushalte zahlen 25,74 Cent pro kw/h Strom, der durchschnittliche Industriekunde zahlt 13,87 Cent und die stromintensive Industrie sogar nur 9,3 Cent für jede verbrauchte kw/h an Strom (Stand: 12/2012).

Der Grundstein für diese Industrierabatte wurde schon unter Rot-Grün gelegt.

Weitere Vergünstigungen, wie die Befreiung von der EEG-Umlage, Netzentgelte usw. sind hier noch nicht mit einberechnet. Während der Privatkunde den vollen Preis zahlen muss, genießt die Industrie viele Rabattvorteile.

Von daher sollte man sich fragen, wo anzusetzen ist, wenn es heißt, dass der Strom für einige Arme unerschwinglich wird... Das liegt nicht an den erneuerbaren Energien.

 

Die Stromsteuer

Unter der Schutzbehauptung ,,Strom wird nur gespart, wenn er teuer ist" wurde 1999 unter einer rot-grünen Bundesregierung die Stromsteuer eingeführt. In Wirklichkeit sollte jedoch nur die Kohle-und Atomenergie subventioniert werden. Die Stromsteuer wird bis heute weiterhin erhoben Stand 05/2013).

 

Reingewaschener Atomstrom als Ökostrom

Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom. Denn wo Ökostrom drauf steht, ist noch lange kein Ökostrom drin.Es gibt viele Anbieter die Ökostrom zusätzlich anbieten. Doch was steckt dahinter?Denn das

 

Zusatzangebot an Ökostrom dient nur zur Querfinanzierung der Kernenergie. Hierfür werden dieeuropäischen Ökostromzertifikate ( RECS) gekauft, die der Anbieter für jede einzelne MW/h Ökostrom erhält. Wenn er diese Zertifikate erst einmal hat, kann er seinen Strom als Ökostrom anbieten. Das ist jedoch oft nur reingewaschener Atomstrom. Viele kleinere Anbieter kaufen den Strom aus dem Netz der Großen und bieten den als Ökostrom an. Es gibt jedoch auch speziell zertifizierte Anbieter, z.B. die EWS Schönau, die echten Ökostrom, der in eigenen Kraftwerken produziert wurden ist, anbieten.   Jetzt wechseln und mithelfen, die Atomenergie ,,aushungern'' zu lassen.

 

Jetzt wechseln und mithelfen, die Atomenergie ,,aushungern'' zu lassen.

 

EWS Schönau ist ein  zertifizierter Ökostromanbieter

 

 

100 gute Gründe gegen Atomkraft zum nachlesen

 

 

 

 

 

Analyse der EEG-Umlage 2014

Was beinhaltet die EEG-Umlage und was wird dem Verbraucher verschwiegen? Wie sieht die weitere Entwicklung in den nächsten Jahren aus?

Hierzu hat das Öko-Institut eine Analyse durchgeführt, die die Fakten und Hintergründe auf dem Tisch legen, von denen der Verbraucher sonst eher wenig erfährt.

 

Teure Energiewende??

Ein Slogan der Wirkung zeigt und für eine gute Gehirnwäsche sorgt. Denn wenn ans Geld geht, reagiert der Bürger allergisch. Und sieht es so aus, als sei die Energiewende zu teuer und Atom- und Kohle-Lobbyisten reiben sich die Hände.

Ein Viertel der Stromrechnung besteht aus Steuern und weiteren „Gebühren“ die deutlich reduziert werden könnten.

Denn die „böse“ Energiewende, die angeblich schuld daran ist, dass die Strompreise so arg gestiegen sind, ist nämlich gar nicht der Übeltäter. Das sind nämlich die großen Stromkonzerne, die die Politiker im Griff haben, sowie weitere Lobbyisten, die sich Sorgen um ihre Gewinne machen.

In NRW zum Beispiel liegen noch über 3 000 000 Tonnen Kohle im Boden, die das RWE für die nächsten 30 Jahre noch ordentlich Profit garantieren würde. Die großen Braunkohlebagger haben schon einige Ortschaften weg gebaggert. Überall dort wo einmal eine friedliche Natur war, klafft jetzt ein riesiger Tagebau.

So liegt es auf der Hand, das der Betreiber RWE, wie auch die drei anderen großen Stromkonzerne daran interessiert ist, das die Energiewende ausgebremst wird, bevor die Energiewende die großen Konzerne ausbremst.

Die rot-grüne Landesregierung, die in NRW, bis auf eine einzige Legislaturperiode von vor ein paar Jahren, ständig im Landtag regiert, hat anscheinend auch kein Problem mit der schmutzigen Braunkohle und der ausgebremsten Energiewende.

Zum Thema Energiewende und wie der Strompreis wirklich zu Stande kommt und wer bei der Energiewende wirklich der Sündenbock ist, der die Preise hoch treibt, hat der Umwelt- und Wirtschaftskorrespondent der Tageszeitung taz sehr klar in seinem Buch „Das Strompreiskomplott“ zusammengestellt.