Titelbild: Szenen aus einem Insidervideo

Das Atomdorf - Die Atomlobby

Eine große einflussreiche Atomlobbyisten-Gruppe, bestehend aus mächtigen Stromkonzernen wie Tepco, der Regierung und Wissenschaftler, die alle wichtigen Entscheidungen in der Atompolitik treffen.

Wer die Kernenergie befürwortet, der wird von der Atomlobby und den Stromkonzernen gefördert. Das erfolgt z.B. durch finanzielle Zuwendungen für Sportvereine, TV-Sender, Universitäten usw.

Wer sie jedoch ablehnt, ist unten durch. D.h.: Keine Karrierechancen mehr in wichtigen Positionen, Zwangsrücktritte und andere Konsequenzen.

Das erklärt auch, warum TV-Sender wie der NHK nicht zu kritisch über die Missstände im AKW Fukushima dai ichi bzw. nicht zu negativ über Tepco berichten dürfen. Es wird auch nie über Anti-AKW-Demos berichtet oder Reportagen mit Insidern, die ,,auspacken'' im Fernsehen gezeigt.

Naoto Kan, der ehemalige Ministerpräsident Japans musste im Sommer 2011 zurücktreten, weil er die Sicherheit der Kernenergie stark anzweifelte und das Tepco-Management scharf kritisierte.

Er wies auf die Missstände im AKW Fukushima dai ichi hin und stellte die Informationen seitens Tepco in Frage. Das ist etwas, was im sogenannten Atomdorf nicht gerne gesehen wird.

...Man ist gefangen im Atomdorf. Die eigene Meinung ist nicht erwünscht...

Die drei Kernschmelzen ereigneten sich schon am Abend des 11.03.2011. Tepco und die Atombehörden hielten diese Informationen zurück. Gegenüber der Öffentlichkeit verharmloste man alles und behauptete alles unter Kontrolle zu haben. Es wurden sogar die mit dem Speedi, ein computergestütztes Strahlen- Überwachungssystem erfassten Strahlenwerte, die nach dem GAU sofort stark angestiegen sind zurück gehalten. 

Weitere Missstände kommen nach und nach ans Licht. Tepco hat seit Jahrzehnte Wartungsdokumente gefälscht. Schwere bauliche Mängel am AKW Fukushima dai ichi wurden von Anfang an verschwiegen. Reaktorbauteile waren nicht passgenau oder falsch montiert. Bei der Wartung entdeckte Risse im Reaktor durften nicht dokumentiert werden. Entsprechende Videodokumentationen dazu wurden einfach vernichtet.   

Eine frühere Kernschmelze, die schon 30 Jahre zurück liegt, wurde die ganze Zeit über geheim gehalten und kam erst jetzt ans Licht.  

Die Firmenzentrale vom Stromkonzern Tepco in Tokyo (Bild: Petra Alt)

 

Bestechung seit 1981

Um Anwohner, die im Umkreis von AKWs und weiteren kerntechnischen Anlagen leben ,,bei Laune'' zu halten, wurde durch die damalige Regierung eine jährliche Sonderzuwendung von 180 bis 350 Euro pro Haushalt gesetzlich eingeführt, die durch die jeweiligen AKW-Betreiber gezahlt wird. Diese Regelung sollte zunächst erst temporär für ein paar Jahre gelten, wurde dann aber dauerhaft eingeführt.

Schon 1973 dachte die Regierung über eine Stromkostenermäßigung für AKW-Anwohner nach. Kritiker sahen darin jedoch eine Bestechung der Gemeinden, die somit der gefährlichen Kernenergie gegenüber milder gestimmt werden sollten. 

Diese Zahlungen, die früher gerne entgegen genommen wurden, stießen seit der AKW-Katastrophe in Fukushima mehr und mehr auf Ablehnung und werden von immer mehr Leuten, die sich nicht mehr bestechen lassen wollen, aus Protest nicht mehr angenommen.

 

Alles unter ,,Mithilfe" der USA

Japan, vor allem die jetzige Regierung unter Ministerpräsident Abe ist an der Weiterentwicklung der Atomwaffentechnologie interessiert und will das Know How aus der USA für eigene Zwecke nutzen (Stand: 05/2013). 

Auch die Firme Hitachi und General Electric (GE) arbeiten schon seit längerem zusammen, was durch die USA forciert worden ist. Beide Firmen stellen Nukleartechnologie her.

Video Tipps:

Die Fukushima-Lüge

Reporter decken auf: Jahrelange Dokumentenfälschungen durch Tepco, Missstände und schwere Baumängel im AKW Fukushima dai ichi. Video: Die Fukushima-Lüge

 

Hidden exposed nuke power plant worker

Leiharbeiter von Subunternehmern für die gefährlichen Arbeiten im AKW, die sonst keiner machen will, z.B.:

Reinigungsarbeiten im Reaktor

Hidden exposed nuke power plant worker 1

日本の隠された被爆労働者

Ein englischer Journalist deckt auf. Er spricht mit Insidern, die in verschiedenen AKWs als Tagelöhner beschäftigt sind. Obdachlose, die in Parks angesprochen werden...wenn sie dann verstrahlt sind, werden sie gekündigt.

Das Video ist auf englisch/japanisch.