Nach dem Tsunami

Der Baum der Hoffnung 

Rikuzentakata, ein Küstendorf in der Präfektur Iwate, eine bergische Region in Nordjapan. Wie auch viele anderen Küstendörfer, wurde Rikuzentakata durch den verheerenden Tsunami von März 2011 fast komplett zerstört.

In der Bucht von Rikuzentakata, wo einmal ein Kiefernwald stand und Häuser waren, hat der Tsunami alles dem Erdboden gleich gemacht.

Eine einzige Kiefer, die der Megaflutwelle stand gehalten hatte, ist zunächst übrig geblieben. Sie wurde zum Baum der Hoffnung ernannt  ,,kibou no ki“ (希望の木), der für einen Wiederaufbau und einen Neuanfang stehen soll.

Rikuzentakata, der Baum der Hoffnung, gestützt in einem Stahlgerüst (Bild: Petra Alt)

Nach einigen Wochen ging er jedoch trotz aller Rettungsversuche ein, da der Boden durch das Meerwasser völlig versalzen ist. Um das Symbol zu erhalten wurde der Baum naturgetreu nachgebildet und an selber Stelle platziert. Er wird zwar zur Zeit noch mit einem Stützgerüst gehalten, sieht aber genauso aus wie das Original (04/2013).

 Hier stand einmal ein Kiefernwald (Bild: Petra Alt).

 

Der Küstenort Rikuzentakata, der zum Teil auf einer Anhöhe liegt, wurde nach dem Erdbeben durch den nachfolgenden Tsunami fast komplett zerstört.

Jetzt, zwei Jahre danach sind die Spuren immer noch deutlich sichtbar. Der Schutt ist zwar weitgehend weg geräumt aber die zerstörten Straßen, Fundamente und Reste von Grundmauern weisen auf ein Wohngebiet, was dort einmal existiert hat hin.

Die Straße als Überrest einer Küstensiedlung (Bild: Petra Alt).

Hier und dort stehen Kerzen und Blumen zum Gedenken an die Opfer, die durch den Tsunami um gekommen sind und an dieser Stelle ihr Haus hatten.

Auch hier stand mal ein Haus, dessen Bewohner bei Tsunami um kamen. Hier steht jetzt ein Gedenkschild (Bild: Petra Alt).

 

Mittlerweile wächst hier und dort Gras. Zwei Hauptstraßen die sich kreuzen, weiter hinten ein Bagger, ein Schuttberg und ein massiveres Betongebäude, was trotz Wassernähe dem Tsunami stand gehalten hatte.

Das Rathaus von Rikuzentakata steht oben auf einer Anhöhe, da neben ein Parkplatz, ein Toilettenhäuschen, an der Straße eine Bushaltestelle und ein Häuschen der JR (Japan Rail), auf dem steht ,,Rikuzentaksata Bahnhof“.

Anhöhe der Ortschaft Rikuzentakata, die beim Tsunami verschont geblieben ist (Bild: Petra Alt).

 

Früher gab es eine Bahnverbindung zwischen  Kesennuma und Sakari, womit die ganzen Küstendörfer verknüpft waren.

Die geschaffene Busverbindung, die anfänglich als Schienenersatzverkehr gedacht war, besteht weiterhin. Denn dort, wo nun keiner mehr wohnt, weil alles, soweit das Auge reicht, weggespült worden ist, auch kein Bahnhof mehr benötigt wird. Somit verbindet der rote JR-Bus die Überbleibsel der jeweiligen Küstendörfer, die von den gewaltigen Kräften des Tsunamis verschont geblieben sind. 

Häuser, die sich ebenfalls auf einer der Anhöhen in der bergischen Küstenregion befinden sind noch intakt geblieben. Die küstennahen Gebiete sehen aus, als wenn eine Druckwelle alles weg gepustet hätte. Übrig geblieben ist nur noch eine karge Landschaft.

Kesennuma ist ein etwas größerer Ort, indem sich auch der Bahnhof befindet, der die zerstörten Küstendörfer mit Ichinoseki, was auf der Tohoku Shinkansen-Strecke zwischen Sendai und Morioka liegt, verbindet.

Auch hier sind die küstennahen Häuser durch den Tsunami völlig zerstört wurden. Neben einer Hauptstraße, auf der der JR-Ersatzbus pendelt, liegt ein 20 Meter langes Schiff, was durch den Tsunami angespült worden ist. Drum herum zeugen Fundament-und Mauerreste von Häusern, die da einmal standen. Der küstenfernere Teil von Kesennuma ist noch weitgehend intakt geblieben, beziehungsweise wieder hergestellt wurden.

Kessennuma, ein Schiff, was vom Tsunami auf das Land gespült worden ist (Bild: Petra Alt).

 

Das selbe Schiff unmittelbar nach dem Tsunami. Bild: NHK

Der Tsunami, eine unvorstellbare Flutwelle, vernichtete Tausende von Menschenleben, reichte zum Teil bis zu einen Kilometer in das Landinnere hinein und überspülte sämtliche Küstenorte von Sakari, Nordjapanbis Ibaraki, was nicht besonders weit von Tokyo entfernt ist.

Auch das Gelände des AKWs Fukushima dai ichi wurde trotz vorhandener Tsunamimauer überspült und somit die nukleare Katastrophensituation noch weiter verschlimmert.

Der Super-Gau wurde zwar durch das Erdbeben ausgelöst, aber dennoch hat der Tsunamischutzwall nicht gehalten was er verspricht.

In den Orten, die sich in der Sperrzone befinden, liegt noch immer der Tsunamischutt der zerstörten Häuser herum, überall wächst Gras, alles verwildert.

Unzählige Leute haben ihre Heimat verloren und was bleibt, ist der Baum der Hoffnung, der für einen Neuanfang steht.

Der angestrebte Neuanfang betrifft nicht nur den Wiederaufbau in der Katastrophenregion, sondern muss jetzt auch der Beginn eines neuen Energiezeitalters mit sofortiger Beendigung der Kernenergie sein.

Denn eine Tsunamimauer schützt nicht vor Erdbeben, menschlichen Fehlern, versagen der Technik und allen anderen Gefahren der Kernenergie. So ist es auch wenig hilfreich, das zur Zeit die Tsunamimauer am AKW Hamaoka, Präfektur Shizuoka verstärkt wird (Stand: 04/2013). Die endgültige Stilllegung des AKWs Hamaoka und die Stilllegung aller anderen AKWs/ weitere kerntechnische Anlagen wäre da hilfreicher.

Kessennuma nach dem Tsunami

Der Küstenort Kessennuma wurde durch den Tsunami nahezu komplett zerstört. Mauerreste erinnern an Häuser, die da einmal gestanden haben. Die S-Bahnstrecke ist ebenfalls betroffen, von daher endet der Zug am Kessennuma Bahnhof. Die Strecke Kessennuma - Sakari, über Rikuzentakata wird mittels Schienenersatzverkehr bedient (04/2013). Auch ein Schiff, was angespült worden ist, liegt neben der Straße, nicht weit vom Bahnhof Kessennuma.