AKW Kashiwazaki Kariwa (Tepco), Präfektur Niigata

Energiepolitik seit Fukushima

September 2017

Japan und die ausgebremste Energiewende

Möglichkeiten der Energiewende und die gegenwärtige Politik

Analysen des US-amerikanischen Institut für Energie, Wirtschaft und Finanzanalysen (IEEFA) zufolge, wäre Japan durchaus in der Lage, seinen Energiebedarf aus 35% erneuerbare Energie bis 2030 zu decken. Anderen Experten zufolge ist der mögliche Anteil sogar noch viel höher! Die Japanische Regiering (LDP/Komeito) hingegen sieht da aber nur einen Anteil von 22 bis 24% vor. Mehr sei angeblich nicht möglich. Zum Vergleich: Die Bundesregierung (CDU/SPD) plant sogar einen Ausbau der erneuerbaren Energien von 55 bis 60% bis 2035 und 80% bis 2050.

Die Umsetzung der Energiewende in Japan mit gut voran schreitendendem Ausbau der erneuerbaren Energien wird aber durch die Regierung, die nämlich trotz fehlender Notwendigkeit einige AKWs wieder ans Netz gehen lassen will, ausgebremst. 5 Reaktoren an 3 AKWs laufen bereits wieder (Stand: 09/2017).

Denn nach dem 2012 ein Vergütungssystem, ähnlich dem deutschen EEG, in Kraft getreten ist, boomte vor allem der Ausbau der Solarenergie, der aufgrund der günstigen Einspeisevergütung besonders attraktiv war. Statt diesen positiven Trend aber zu unterstützen, stellte die Regierung, um ihm auszubremsen, das Vergütungssystem im April 2017 auf ungünstigere Konditionen um. Einige Zeit zuvor wurde da auch schon, zu Gunsten der Kernenergie eine Obergrenze für die Einspeisung erneuerbarer Energie ins Stromnetz festgelegt.

Statt die erneuerbaren Energien zu fördern, um auch den Verbrauch teuer importierter fossiler Brennstoffe zu drosseln, lässt die Regierung einige AKWs wieder ans Netz gehen.

Offiziellen Aussagen zufolge, sei die Kernenergie nötig, um den Rohstoffimport zu reduzieren, da er Japan zu sehr von Russland und China abhängig machen würde. Japan ist aber weder auf den Import fossiler Brennstoffe, noch auf Kernenergie angewiesen. Denn es hat sehr wohl genügend Potential für die Bereitstellung erneuerbarer Energien. Und das die Kernenergie klimafreundlich sei, ist ebenfalls schon mehrfach widerlegt worden.

Siehe dazu auch den Artikel von Mai 2015 „Nach Fukushima - Energiepolitik in Japan“ auf dieser Seite weiter unten.

 

Die Präfektur Fukushima

Die von der Reaktorkatastrophe 2011 am stärksten betroffenen Präfektur Fukushima will, entgegen den Plänen der Regierung sogar komplett auf erneuerbare Energien bis 2040 umstellen. Auf Kernenergie soll ab sofort komplett verzichtet werden. Gewonnen werden soll die Energie aus Biomasse, Erdwärme Solar- und Windkraft.

Eine Energiegewinnung aus Wasserstoff ist landesweit in Diskussion und wird zum Teil sogar auch schon erprobt.

Siehe dazu auch den Artikel „Private Stromerzeugung - Japanische Haushalte erzeugen Strom mit Brennstoffzellen“ der Ingenieur.de von 09/2013.

Der Rückbau der AKWs

Laut dem japanischen Gesetz müssen Reaktoren, die eine Laufzeit von 40 Jahren erreicht haben stillgelegt werden. Denn nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima 2011 wurde 2012 die gesetzlich festgelegte Maximallaufzeit für die Reaktoren auf 40 Jahre begrenzt. Nach einer technischen Nachrüstung und einer gesonderten Überprüfung durch die Atomaufsichtsbehörde NRA ist aber eine Laufzeitverlängerung von bis zu 20 Jahren möglich. Da die Nachrüstung aber oft zu aufwändig und teuer ist, erscheint dieses eher zu unwirtschaftlich für den betreibenden Stromkonzern.

Von den verbleibenden 42 Reaktoren, die offiziell noch als betriebsbereit gelten, erreichen in der nächsten Zeit etwa die Hälfte die Maximallaufzeit von 40 Jahren. Da der Weiterbetrieb aufgrund der strengeren Auflagen und der damit verbundenen Sanierungskosten unrentabel sein wird, werden die meisten davon aller Voraussicht nach stillgelegt.

Seit der Reaktorkatastrophe von Fukushima wurde für 5 Reaktoren an 4 AKWs die Stilllegung beantragt. Dies geschah jedoch nicht aus Sicherheitsgründen, da alternde Reaktoren immer störanfälliger werden, sondern eher aus wirtschaftlichen Gründen, da diese nicht mehr rentabel sind.

Eine Stilllegung alter Reaktoren ist zwar sehr vernünftig, allerdings bringt diese auch einige Probleme mit sich. Denn der Rückbau der ausgedienten Reaktoren ist sehr aufwändig und dauert viele Jahre. Für die hochradioaktiv kontaminierten Teile der zu demontierenden Reaktoren wird noch nach einem Zwischen- bzw. Endlager gesucht. Hierfür sieht die Atomaufsichtsbehörde NRA die Einlagerung für 100.000 Jahre in mindestens 80 Meter Tiefe vor. Wo ein „geeigneter“ Standort sein könnte, ist jedoch noch völlig unklar. Dazu kommt noch das weniger radioaktiv kontaminierte Material, Stahlteile, Rohre etc. und Hunderttausende Tonnen an Bauschutt hinzu. Die Kosten für den Rückbau eines Reaktors liegen schätzungsweise bei 500 bis 700 Mio. Euro.

Das sind neben den allgemeinen Gefahren, Problemen und Zusatzkosten der Kernenergie alles Faktoren, die ebenfalls in den Strompreis für 1kW/h Atomstrom mit einberechnet werden müssen! Und da sich der Rückbau ausgedienter Reaktoren neben all den anderen Problemen der Kernenergie so schwierig gestaltet, sollte vom Bau neuer AKWs sowieso gänzlich abgesehen werden.

Völlig ungeachtet dieser Tatsachen plant die japanische Regierung aber den Bau neuer Reaktoren, bzw. die Fortsetzung bereits begonnener Bauvorhaben, sowie den Export der Nukleartechnologie mit AKW-Bauprojekten in Indien.  

 

Indien will Atommacht werden – mit Japans Hilfe?

Die japanische Regierung will Nukleartechnologie nach Indien exportieren. Ein entsprechendes Abkommen mit Indien könnte nun bald in die Tat umgesetzt werden. „Begründet“ wird der Deal mit langfristig anhaltenden positiven Auswirkungen für die japanische Wirtschaft, da die Nuklearfirmen wie z.B. Hitachi und Toshiba nicht nur an den Bau der AKWs, sondern auch an deren Wartung beteiligt wären. Auch Indien mit seiner schneller wachsenden Wirtschaft und zunehmender Bevölkerung und dem damit verbundenen höheren Energiebedarf würde davon profitieren – so die offizielle Version. Denn Indien ist neben Pakistan, Südsudan und Israel eines von 4 Ländern, dass den Atomwaffensperrvertrag nicht unterschrieben hat. Nordkorea hatte zwar unterzeichnet, aber seine Unterschrift wieder zurückgezogen.

Und jetzt erhält Indien ausgerechnet durch Japan einen Zugang zur Nukleartechnologie! Denn sowohl in Japan, als auch in Indien, sowie weiterer Länder, hat die Nutzung der Atomkraft, auch wenn es offiziell anders dargestellt wird, einen militärischen Stellenwert.

Energiewende - Japaner, die etwas bewegt haben (Auszug)

Der in der Vergangenheit als Regierungsberater tätig gewesene Tetsunari Iida, nun ein ausgesprochener Befürworter der Energiewende und Kernkraftgegner, gründete vor ein paar Jahren in Tokyo das Institut für nachhaltige Energiesysteme, und trägt dazu bei, den Atomausstieg in Japan zu beschleunigen.

Der landesweit bekannte Rechtsanwalt Hiroyuki Kawai, vertritt die Bürger vor Gericht und kämpft gemeinsam mit ihnen gegen die Wiederinbetriebnahme der AKWs.  Zurzeit sind aufgrund des massiven Wiederstandes „nur“ 5 Reaktoren am Netz.  

Tatsushi Isobe, führt in der Kommune Miyama ein sehr erfolgreich arbeitendes Elektrizitätswerk, ein Projekt, woran landesweit sogar noch weitere 1700 Kommunen Interesse hätten, die sich ebenfalls unabhängig vom atomlobbyistisch gesteuerten Strommarkt machen wollen. Denn immer noch genießen in Japan, trotz der Liberalisierung des Strommarktes von April 2016 nach wie vor eine Art Monopolstellung.

Der Botschaftsrat Dr. Kotaro Kawamata, der als einer der höchsten Vertreter der japanischen Regierung in der japanischen Botschaft in Berlin tätig ist, arbeitet im Bereich Nationale Anpassungsstrategien im Klimawandel auf internationaler Ebene. Gemeinsam mit Deutschland will er dem Problem mit der CO2-Emission entgegentreten.

Er befürwortet zwar die Notwendigkeit einer raschen Energiewende in Japan, ist aber aufgrund seiner Vergangenheit sehr umstritten. Denn kurz nach Beginn der Reaktorkatastrophe in Fukushima war er für die Flächendekontamination zuständig und hat somit auch die landesweite Verteilung radioaktiv verseuchter Erde mit zu verantworten.  

 

Mai 2015

Nach Fukushima - Energiepolitik in Japan

Das Wirtschaftsministerium hat im April 2015 den von der Regierung angestrebten Energiefahrplan bis 2030 vorgestellt. Dieser beinhaltet weiterhin einen Anteil von stattlichen 20 bis 22% an Kernenergie, obwohl Japan jetzt schon seit über 1½ Jahren atomfrei ist und die Kernenergie nachweislich nicht benötigt.

Laut der jetzigen Regierung LDP/Komeito wäre ein Atomausstieg, (wenn überhaupt), frühestens ab 2030 schrittweise möglich.

Eine Ausrede der Regierung lautet: „Der Anteil an fossilen Rohstoffen, wie Kohle, Gas und Öl, der für die Deckung der Grundlast in der Stromversorgung nötig ist, ist seit der Abschaltung aller AKWs um ein vielfaches angestiegen, was auf lange Sicht zu teuer wird“.

Auch die CO2-Emmission und der daraus resultierende Treibhauseffekt habe laut der Regierung und dem Wirtschaftsministerium zugenommen, so dass die angestrebten Klimaziele nicht zu erreichen sind, wenn man so weiter macht wie jetzt.

Regierungssitz in Tokyo (Bild: Petra Alt)

„Deshalb müsse man den Verbrauch an fossilen Brennstoffen drastisch reduzieren und stattdessen wieder vermehrt auf die Kernenergie zurückgreifen“.

Auch werde die Kernenergie durch die Regierung als wichtigen Wirtschaftsfaktor gesehen. „Die Klimaziele mit Senkung der CO2-Emissionen könne man nur mithilfe der Kernenergie erreichen“. Als „Indikator-Jahr“ hat die Regierung jedoch 2013, ein Jahr mit einem besonders hohen Verbrauch an fossiler Energie und somit hohem CO2-Aussoß bei geringem Anteil an Kernenergie ausgesucht. Damit will die Regierung der Bevölkerung vorgaukeln, dass wegen der Abschaltung der AKWs zu viel an fossilen Brennstoffen benötigt worden ist und somit die gesetzten Klimaziele nie erreicht werden können.

Unabhängige Experten konnten diese Thesen jedoch widerlegen. Zudem ist es auch keine große Kunst, nach einem Jahr mit einen sehr hohen CO2-Ausstoß, wie im Jahr 2013 diesen zu reduzieren, damit die Zahlen der Statistik besser aussehen.

 „Der Ausbau weiterer Geothermie- und Wasserkraftwerke würde zu lange dauern, so dass man im Moment noch auf die AKWs angewiesen sei“.

Und zu guter Letzt kommt da ja auch noch das Märchen vom billigen Atomstrom hinzu. Ein Märchen, was unter unabhängigen Experten einen internationalen Bekanntheitsgrad genießt. Denn nicht nur in Japan, sondern auch in Deutschland und weiteren Ländern rechnet man den Preis pro KW/h Atomstrom herunter.

Denn zum Atomstrom gehören neben den „normalen“ Betriebskosten der AKWs und für die Stromnetze etc., auch die Kosten für den Uranabbau, für die Herstellung von Brennelementen, die Lagerung und die besondere Überwachung des Atommülls, die mit in den Strompreis einberechnet werden müssten. Dadurch ist er nämlich deutlich höher als von der Atomlobby angegeben wird.  

Viele Leute, die diese Hintergründe jedoch nicht kennen, denken immer noch, dass der Atomstrom tatsächlich billiger sei als andere Energieformen.

Der Ausbau der erneuerbaren Energien, der größten Teils in Bürgerhand vorangetrieben wird, wird durch die atomfreundliche Regierung unter Ministerpräsident Shinzo Abe (LDP) und der restlichen Atomlobby laufend ausgebremst, statt gefördert.

Krankenhaus in Tokai mit Solarpanelen (Bild: Petra Alt)

Denn was international wenig bekannt ist, ist die Tatsache, dass das angeblich rohstoffarme Japan durch aus reichlich Potential hat, um Energie zu erzeugen. Japan kann, wie das atomfreie Norwegen bereits praktiziert, viel Strom aus Wasserkraft gewinnen. Auch Geothermie-, Solar- und Windenergie ist eine sehr gute Option für Japan.

Norwegen deckt seinen Strombedarf aus 100% erneuerbaren Energien und benötigt auch kein Kohle, Gas, Atom zur Deckung der Grundlast.

Dass die erneuerbaren Energien noch nicht weit genug ausgebaut worden sind und Japan somit noch auf Importe, bzw. auf Kernenergie angewiesen sei, ist nur eine faule Ausrede der Regierung. Denn man hätte die erneuerbaren Energien schon direkt nach der Reaktorkatastrophe, also vor vier Jahren vorantreiben können, statt jetzt erst damit anzufangen.

Die Geschichte mit der CO2-Emmission ist auch widerlegt. Im laufenden Betrieb verursachen die AKWs tatsächlich weniger CO2 als z.B. Kohlekraftwerke, die sehr viel CO2 emittieren. Aber da wäre ja auch noch der Uranabbau und die Brennelementherstellung, die reichlich CO2 verursachen.

Die erneuerbaren Energien verursachen quasi keinen CO2 und würden nicht nur die Atomkraft, sondern auch die Kohle ersetzen.

Auch zur kontinuierlichen Deckung der Grundlast, die laut der Atomlobby ohne AKWs und Kohlekraftwerke nicht gewährleistet sei, haben die unabhängigen Ingenieure schon eine Strategie ausgearbeitet, so dass dieses in der Stromversorgung mit erneuerbaren Energien berücksichtigt worden ist. Hier käme, wie auch in Norwegen, vor allem die Wasserkraft infrage.

Der hohe Preis für den vermehrten Import fossiler Rohstoffe kommt auch da durch zustande, dass die rohstoffliefernden Länder für Öl, Gas und Kohle ihre Preise speziell für den Export nach Japan drastisch erhöht haben. Denn die liefernden Länder, vor allem Arabien haben die Situation in Japan ausgenutzt und die Preise für Öl und weiterer Rohstoffe schamlos erhöht. Die japanische Regierung hat das einfach verheimlicht und in der Bevölkerung das Gerücht verbreitet, dass die Strompreise für den Endverbraucher nur wegen der teuren Rohstoffimporte angestiegen sein, was mit dem Weiterbetrieb der AKWs nicht der Fall gewesen wäre. Somit wird der Bürger für den teurer gewordenen Strompreis auch noch in indirekter Weise beschuldigt; weil er ja durch seine Proteste die Wiederinbetriebnahme der AKWs „behindere“.

Denn über 80% der japanischen Bevölkerung hat aus der Reaktorkatastrophe von Fukushima gelernt, ist somit für eine Energiewende mit sofortigem Atomausstieg und den Ausbau der erneuerbaren Energien.

Nur die Atomlobby und die Regierung, die vor allem finanziell einen erheblichen Nutzen durch die AKWs haben, sind all den Gefahren und Folgen zum Trotz, für den Wiedereinstieg in die Kernenergie.

AKW Sendai, Präfektur Kagoshima (Bild: Screnshot)

Für die atomfreundliche Regierung, die den ersten Reaktor schon im Herbst 2014 wieder am Netz haben wollte, geht der Wiedereistieg in die Kernenergie zu langsam voran.

Vom japanischen Atomforum wurde das Jahr „2015“ als das Jahr der Rückkehr zur Atomenergie bezeichnet – was sich hoffentlich nicht bewahrheiten wird. Denn die Wiederinbetriebnahme zweier Reaktoren am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima wurde kürzlich für Ende Juli 2015 angekündigt. Das soll zwar noch nichts heißen, da schon mehrfach eine angekündigte Wiederinbetriebnahme wieder verschoben worden ist, aber Sorgen macht man sich trotz dem.

Über die Wiederinbetriebnahme einiger AKWs streiten sich sogar Bürgerinitiativen mit der Atomlobby vor Gericht. Die Wiederinbetriebnahme einiger Reaktoren ist auch schon per Gericht verboten worden, allerdings gehen die betroffenen Stromkonzerne in Revision. So das sogar in einem aktuellen Fall der Stromkonzern Recht bekam.

Fakt ist: Der Atomausstieg ist im Grunde genommen bereits vollzogen. Es muss nur noch die Regierung zur Einsicht kommen.

Nach der Reaktorkatastrophe von 2011 gingen alle AKWs nach und nach vom Netz. Lediglich im Sommer 2012, nach dem Japan knapp zwei Monate komplett atomfrei war, gingen zwei Reaktoren am AKW Ōi, Präfektur Fukui als (hoffentlich) „letztes Aufbäumen“ der Atomenergie für etwa 1 Jahr wieder ans Netz. Seit September 2013 ist Japan wieder komplett frei von Atomstrom und die Stromversorgung ist problemlos gewährleistet.

Früher wurde sogar Strom, vor allem Atomstrom im Überfluss produziert, der dann in Form von Wärmeenergie einfach ins Meer geleitet worden ist.

Strommast in Tokai (Bild: Petra Alt)

Der japanische Energiemix im Vergleich

 Für das Jahr:

 2010

 2030

 Kernenergie

 33%

 20 – 22%

 Steinkohle     

 25%

 26%

 Erdgas

 29%

 27%

 Erdöl

 7%

 3%

 Erneuerbare Energien

 10%

 22 – 24%

Stand: 04/2015  (Quelle: Tokyo Shinbun)

 

Der angestrebte Ausbau der erneuerbaren Energien im Ländervergleich

 Japan

 22 – 24%

 bis 2030

 Deutschland

 40 – 45%

 bis 2025

 USA

 50%

 bis 2030

 Spanien

 40%

 bis 2020

 Großbritannien

 31%

 bis 2020

 Frankreich

 27%

 bis 2020

Stand: 04/2015    (Quelle: Tokyo Shinbun)

 

September 2014

 Japan - Ein Jahr ohne Atomstrom 

Nie zuvor hätte jemand gedacht, dass Japan, die weltweit drittgrößte Wirtschaftsnation, mit einem Anteil von 33% an Kernenergie im Strommix (Stand: 02/2011) etwa zweieinhalb Jahre später, also im September 2013 einmal völlig ohne Atomstrom sein wird.

Der plötzliche Wandel im Energiemix, der als äußerst positiv zu bewerten ist, beruht jedoch auf eine schreckliche Vorgeschichte. Anlass war die Reaktorkatastrophe am AKW Fukushima dai ichi vom 11.03.2011. Dabei kam es zu einer Kernschmelze in drei Reaktoren und zu weiteren Kritikalitäten in den Abklingbecken. Die Lage am havarierten AKW ist immer noch sehr kritisch und bei weitem nicht unter Kontrolle.

Nach dem Super-GAU 2011 gingen alle Reaktoren nach und nach wegen nötiger Wartung vom Netz und durften nicht mehr angefahren werden. Denn die jeweiligen Präfekturverwaltungen erteilten keine Genehmigung mehr, die früher sonst nur eine reine Formsache auf dem Papier gewesen ist.

Außer im Juli 2012, als die Präfekturverwaltung von Fukui durch den Betreiber Kyushudenryoku und der Regierung unter massiven Druck gesetzt worden ist, gab der Präfekturgouverneur nach und erteilte die Genehmigung für die Reaktor 3 uns 4 am AKW Ōi, die dann kurz darauf wieder ans Netz gingen. Die Proteste der Bevölkerung gegen die Wiederinbetriebnahme der Reaktoren waren sehr massiv. Das AKW Ōi wurde wochenlang belagert, die einzig vorhandene Zufahrtsstraße blockiert, so dass die AKW-Mitarbeiter auf den Seeweg per Fähre zum AKW Ōi gebracht werden mussten. Die Regierung, damals unter Ministerpräsident Yoshihiko Noda (DPJ) ignorierte das alles aber trotz dem und boxte die Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren einfach durch.

Und damit es nicht zu einer Stromüberproduktion in der Region Kansai kommt, wurden 8 andere Kraftwerke heruntergefahren.

Weitere Reaktoren an anderen AKW-Standorten wurden jedoch nicht mehr angefahren.

Die japanische Anti-AKW-Bewegung, die in früherer Zeit eher spärlich gewesen ist, ist seit der Reaktorkatastrophe sprunghaft angestiegen und hält weiterhin an.

Und genau dieser haben wir es zu verdanken, dass in Japan heute kein einziger Reaktor mehr läuft.

„Denn hätte niemand etwas gesagt, dann wären die alle schon wieder am Netz.“ 

Genau heute vor einem Jahr ging in Japan der letzte Reaktor vom Netz und die Lichter blieben an!

Als am 15.09.2013 der letzte laufende Reaktor am AKW Ōi, Präfektur Fukui vom Netz ging, wurde Japan nach 43 Jahren Kernenergie zum 2. Mal wieder frei von Atomstrom. Wie schon im Mai 2012, wenn auch nur für knapp zwei Monate, als Japan zum ersten Mal wieder atomfrei wurde, blieben auch dieses Mal die Lichter weiterhin an.

Denn entgegen den Behauptungen der Regierung, der Energiekonzerne und der restlichen Atomlobby kam es nicht zu Engpässen in der Stromversorgung. Es wurde zwar sehr stark empfohlen, vor allem während der Sommerhitze an Strom zu sparen, damit es nicht zu Engpässen kommt. Das alles gelang jedoch problemlos, da die Bevölkerung sehr kooperativ war und auch die Industrie mit machte.

Und mittlerweile ist die erneuerbare Energie, trotz fehlender Unterstützung durch die Regierung weit auf dem Vormarsch. In der Präfektur Fukushima gibt es sogar auch schon einen Stromanbieter aus Bürgerhand namens „AiPower“, der nach dem Schönauer Vorbild EWS entstanden ist.

Während der Großteil der japanischen Bevölkerung aus den Folgen der Reaktorkatastrophe in Fukushima gelernt hat und den sofortigen Atomausstieg befürwort, hält die Regierung weiterhin an der Kernenergie fest, will so schnell wie möglich das erste AKW wieder am Netz haben und versucht sogar die Folgen von Fukushima unter den Teppich zu kehren.

Die ersten zwei Reaktoren am AKW Sendai in Südjapan, die im Juli 2014 die Überprüfung der Atomaufsichtsbehörde NRA auf Erfüllung der neuen, angeblich strengeren Sicherheitsanforderungen bestanden haben, dürfen jetzt laut der Regierung unter Shinzo Abe (LDP) wieder in Betrieb genommen werden.

Aufgrund vieler noch ungeklärter Fragen, die sicherheitsrelevant sind, wurde die Wiederinbetriebnahme, die ursprünglich für Oktober 2014 geplant gewesen ist, auf Anfang 2015 verschoben. Das kommt von daher, weil keiner so recht die Verantwortung dafür tragen und dafür gerade stehen will, wenn etwas passiert. Somit wird die Verantwortung von A nach B und der Neustart nach hinten verschoben.

Und während der amtierende Ministerpräsident Shinzo Abe (LDP), trotz allgemeiner Ablehnung in der Bevölkerung weiter an der Atomenergie festhält, hat die neue Industrie- und Wirtschaftsministerin Yuko Obuchi den Bau neuer AKWs zu mindest auf längere Sicht ausgeschlossen.  

Unter diesen politischen Voraussetzungen ist der bereits vollzogene Atomausstieg leider noch nicht in trockenen Tüchern. Es ist weiterhin noch sehr viel Handarbeit nötig, um das zweite Jahr ohne Atomstrom zu vollenden.

September 2013 

Japan ist zum zweiten Mal frei von Atomstrom!

Am 15.09.2013 ging der letzte laufende Reaktor wegen der bevorstehenden Wartung, die alle 13 Monate vorgeschrieben ist vom Netz. Japan ist wieder frei von Atomstrom! Und auch dieses Mal blieben die Lichter weiterhin an!

Reaktor 3 ging schon am 02.09.2013 auch wegen nötiger Wartung vom Netz.

AKW Ōi, Präfektur Fukui

Das Kepco-AKW Ōi in der Präfektur Fukui war mit den Reaktoren 3 und 4 das einzige AKW in Japan, was nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima nach der letzen Wartung wieder ans Netz ging und dann bis September 2013 in Betrieb war.

Sonntag, 16:40 Uhr Ortszeit: Die Kepco-Betreibermannschaft beginnt damit, den einzigen noch verbleibenden Reaktor 4 am AKW Ōi in der Präfektur Fukui herunterzufahren. Um seine Leistung, also die Kernspaltung zu drosseln, wird Borsäure eingeleitet und die Steuerstäbe nach und nach zwischen die Brennelemente eingefahren.

23:00 Uhr: Beendigung der Stromproduktion.

Montag, 1:30 Uhr Ortszeit: Der Reaktor ist jetzt komplett heruntergefahren. Die elektronische Anzeige der Reaktorleistung, die im Vollbetrieb noch bei 1180 MW stand, zeigt jetzt „0“ an. Reaktor 4 ist vom Netz!

Schon Anfang Mai 2012 wurde Japan, nach dem der letzte laufende Reaktor am AKW Tomari, Hokkaido vom Netz ging nach 42 Jahren zum ersten Mal wieder frei von Atomstrom. Es kam, entgegen den Behauptungen der Regierung und der Atomkonzerne nicht zum Zusammenbruch der Stromversorgung.

Denn seit der Reaktorkatastrophe in Fukushima gingen alle AKWs nach und nach wegen der gesetzlich vorgeschriebenen Wartung, die alle 13 Monate anfällt vom Netz. Die Wiederinbetriebnahme der Reaktoren nach der Wartung wurde zwar von den Betreibern bei der Präfekturverwaltung beantragt, jedoch ohne Erfolg. Denn was früher nur eine Formsache auf dem Papier war, bekam jetzt eine ganz andere Bedeutung. Man hatte jetzt die Gefahren der Kernenergie vor Augen. Deshalb wollte kein Präfekturgouverneur mehr die Mitverantwortung für ein laufendes AKW übernehmen.

Leider wurde aber dann im Juli 2012 trotz massivster Proteste aus der Bevölkerung das AKW Ōi, Präfektur Fukui wieder angefahren. Die einzige Zufahrtsstraße zum AKW wurde wochenlang blockiert, so dass die Mitarbeiter das AKW nur noch über den Wasserweg mittels Fähre erreichen konnten.

Doch der Betreiber Kansaidenryoku (Kepco) und die Regierung unter Y. Noda (DPJ) erzwangen bei der örtlichen Präfekturverwaltung die nötige Genehmigung, indem der Präfekturgouverneur wochenlang unter massiven Druck gesetzt worden ist und dann letztendlich nachgab.

Damit das AKW Ōi an den Überprüfungen zur Erfüllung der neuen Sicherheitsstandards der Atomaufsichtsbehörde NRA teilnehmen darf, die für eine mögliche Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 3 und 4 maßgebend ist, wurde jetzt das Vorhandensein einer seismischen Aktivität mehrfach untersuchter geologischer Verwerfungen einfach „weg diskutiert“. Somit sind jene Verwerfungen, die im Falle eines Erdbebens erhebliche Schäden am AKW Ōi anrichten könnten, nach abschließender Beurteilung durch die NRA jetzt auf einmal verschwunden.

Andernfalls hätte das AKW stillgelegt werden müssen.

Anmerkung: Japan ist durchzogen mit zum Teil aktiven geologischen Verwerfungen und Erdbeben sind auch nicht selten.

 

Ausblick:

Leider befindet sich Japan politisch gesehen in einem sehr schwierigen Fahrwasser. Der seit Dezember 2012 amtierenden Ministerpräsident S. Abe (LDP), der auch noch „Dank“ mangelhafter Wahlbeteiligung bei Oberhauswahl im Juli 2013 eine Mehrheit bekam und nun die absolute Entscheidungsgewalt hat, will, komme was wolle, weiterhin an der Atomkraft festhalten. Er und die Atomkonzerne sind bestrebt, einige AKWs so schnell wie möglich hochzufahren.

Die Folgen nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima werden ebenfalls verharmlost und in den Hintergrund gedrängt. Die Regierung versucht nicht nur den Japanern, sondern der kompletten Weltbevölkerung einzusuggerieren, dass die Lage im AKW Fukushima dai ichi unter Kontrolle sei. Sie führt sogar Berechnungen an, wie stark der Verdünnungseffekt ist, wenn man die 1500 Lagertanks, von denen eh schon einige auslaufen ins Meer kippt.

Bezüglich der Olympiade 2020, für die Japan nun den Zuschlag bekommen hat, mehren sich die Gerüchte, dass Abe Schmiergeld an die IOC, dem internationalen Olympischen Komitee gezahlt hat.

Die Entscheidung, dass die Olympiade in Tokyo statt finden darf, gibt der Welt ein falsches Sicherheitsgefühl, was sich Abe natürlich zu Nutzen macht.

Denn die Weltbevölkerung würde niemals glauben, dass eine Olympiade mit vielen internationalen Sportlern und Gästen in einem unsicheren Land statt finden darf.

Mai 2012

Mai 2012: Japan ist jetzt ohne Atomstrom und die Lichter gingen nicht aus!

Am 05.05.2012 ging der letzte Reaktor vom Netz. Somit ist Japan nach 42 Jahren wieder frei von Atomstrom. Der erste Reaktor zur zivilen Nutzung der Kernenergie ging 1972 ans Netz. Seit dem wurde die Kernenergie massiv ausgebaut.

Bis Anfang März 2011 waren 54 Reaktoren in Betrieb und der Anteil an Stromerzeugung durch Kernenergie betrug 33%. Drei weitere AKWs befanden sich im Bau.

Im AKW Tomari, Hokkaido wurde nun der letzte verbliebene Reaktor 3, wegen fälliger Wartung, die alle 13 Monate vorgeschrieben ist, heruntergefahren.

Samstag, 05.05.2012, 17:00 Uhr, die Steuerstäbe wurden ausgefahren, um die Aktivität der Brennstäbe zu bremsen. 23:00 Uhr, Beendigung der Stromerzeugung.

Sonntag, 06.05.2012, 2:00 Uhr morgens, der Reaktor ist nun vom Netz und wird

heruntergekühlt.

Montag, 07.05.2012, die Wassertemperatur im Reaktor ist auf unter 100 °C abgesenkt worden.

Mit dem Ziel, die Bevölkerung beruhigen zu wollen, propagiert der AKW-Betreiber einen sehr umfangreichen Sicherheitscheck für das AKW Tomari. In der Hoffnung, das AKW wieder anfahren zu dürfen, werden 40 der 157 im Reaktor 3 befindlichen Brennstäbe ausgetauscht. 

Das Wartungsintervall für die Reaktoren sollte sogar in naher Zukunft von 13 auf 16 Monate verlängert werden.

Die benötigte Genehmigung durch die örtliche Präfekturverwaltung für das Wiederanfahren der Reaktoren nach einer Wartung, war früher nur eine reine Formsache auf dem Papier. Nie wurde da mal irgendetwas hinterfragt. Die Gouverneure der Präfekturen vertrauten den Stromkonzernen voll und ganz.

Auch in der Politik war die Kernenergie nie ein großes Thema und die Anti-AKW Bewegung war in der Vergangenheit eher klein.

11.03.2011, 14:46 Uhr, Atomlobbyistensitzung mit Tepco am AKW Kashiwazaki-Kariwa. Als noch groß getönt wurde, wie erdbebensicher die AKWs doch sind, bebte die Erde mit einer Stärke von 9,0 und richtete große Schäden am AKW Fukushima dai ichi an. Im 200 km entfernten Kashiwazaki-Kariwa, wo das Erdbeben noch deutlich zu spüren gewesen ist, wiegte man sich in Sicherheit.

,,Wie Sie sehen, ist nichts passiert. Das Erdbeben gerade war der sicherer Beweis, das unsere AKWs erdbebensicher sind''.

Während dessen, 45 Minuten später, überschwemmte ein Tsunami das AKW Fukushima dai ichi und setzte die Notstromaggregate außer Betrieb.

Die Sitzung in Kashiwazaki-Kariwa endete mit der Notfalleilmeldung aus Fukushima. Was für die Atomlobby als undenkbar galt, war nun eingetreten.

In den folgenden Monaten ist die Antiatom-Bewegung sprunghaft angestiegen. Auch Lokalpolitiker und die Gouverneure der Präfekturen verloren nach und nach das Vertrauen in die Regierungspolitik, Atomkonzernen und der Kernenergie. So blieben nach und nach alle Reaktoren nach ihrer Wartung vom Netz, da trotz zahlloser Debatten die Genehmigungen für das Wiederanfahren der gewarteten Reaktoren nicht mehr erteilt wurden.

Derweil versuchen die Regierung und die Atomkonzerne der Bevölkerung einzusuggerieren, das die Kernenergie unverzichtbar sei. Und das man die Sicherheit der AKWs doch deutlich verbessern wolle. Dazu gibt es auch zahlreiche Werbebotschaften im TV, Internet und auch auf Youtube, wo auch insbesondere Tepco die Sicherheit der AKWs anpreist. Die Bevölkerung, die vor allem in den Tagen und Wochen nach der Katastrophe und dem GAU laufend falsch informiert und belogen wurden ist, traut der Regierung und den Stromkonzernen jedoch nicht mehr.

Eine vom Atomkonzern Kyushudenryoku durchgeführte Umfrage in Genkai und Umgebung in Südjapan, die im Sommer 2011 durchgeführt wurde, entpuppte als Fälschung. Die Fragestellung lautete:,,Halten Sie das AKW Genkai für sicher und soll es am Netz bleiben?'' Dem nach hätten angeblich 83% der Anwohner für den Erhalt des AKWs gestimmt.

Die Anti-AKW-Bewegung wächst weiter an und laufend finden Proteste und Demos statt. Zumal das AKW Ooi, Präfektur Fukui wieder angefahren werden soll. Zahllose Debatten der Atomlobby mit den Präfekturen kommen zu keinen Ergebnis, da die Regierung weiterhin uneinsichtig bleibt. Sie sagt sogar, um die Bevölkerung zu verunsichern Stromausfälle vorher, wenn die AKWs weiterhin von Netz bleiben. Diese Thesen konnten jedoch durch unabhängige Experten widerlegt werden. Es werden zwar in der Übergangsphase, bis die erneuerbaren Energien ausreichen noch Stromeinsparungen nötig sein, aber zu Ausfällen wird es nicht kommen (05/2012). 

Denn die erneuerbaren Energien befinden sich bereits im Ausbau, was der Atomlobby jedoch nicht so gut gefällt, da ein AKW schließlich 1 Mio. Euro am Tag einbringt.

Die großen Stromkonzerne, die in der Vergangenheit so gut wie gar nicht in erneuerbaren Energien investiert haben, haben nun, nach Abschaltung der AKWs die Quittung dafür erhalten, indem sie massiv in die roten Zahlen abgerutscht sind.

Tepco ist mit 25 Mrd. Euro versschuldet und war im April 2011 schon quasi insolvent, wenn der Staat den Konzern nicht unterstützt hätte (Stand: 03/2012).

Neun weitere Atomkonzerne stehen mit insgesamt 13,5 Mrd. Euro in der Kreide. Das erklärt, warum die Atomlobby, allem voran der atomfreundliche Ministerpräsident Noda und sein Wirtschaftsminister Edano sehr stark bestrebt sind, die AKWs wieder ans Laufen zu bringen. Bei solchen großen finanziellen Anreizen, die die AKWs bieten, wird die Sicherheit der Bevölkerung, vor allem die der Anwohner in der Präfektur Fukushima schnell mal zur Nebensache.

Aber die Bevölkerung ist stark! Denn trotz dem Widerstand der Regierung und der Atomlobby hat es Japan geschafft atomfrei zu werden. Bleibt es dabei, dann ist das mit nur 14 Monaten der schnellste Atomausstieg in der Geschichte der Kernenergie.

Der 05.05., der Tag der Kinder, ein Feiertag, der nun eine zweite Bedeutung mit Feiertagstatus bekommen könnte. Den Ausstieg aus der Kernenergie!

 

Ausblick:

Im Juli 2012 wurden zwei Reaktoren (AKW Ooi, Präfektur Fukui) unter dem Vorwand ernster Stromengpässe und möglicher Ausfälle wieder hochgefahren. Das dafür 8 herkömmliche Kraftwerke, mit einer Leistung wie drei Reaktoren, zur Vermeidung einer zu hohen Stromproduktion wieder heruntergefahren wurden, wurde jedoch nicht verraten! Denn schließlich mussten die Engpässe ja irgendwie ,,begründet'' werden.

Die allseits bekannten Gefahren der Kernenergie werden heruntergespielt und Nachbesserungen sind eher unzureichend.

Die Bewohner der strahlenbelasteten Gebiete gerieten schnell in den Hintergrund und die Zeche wird auf Steuern und Strompreise umgelegt.

Dank der massiven Dauerproteste aus der Bevölkerung, was in der japanischen Geschichte bisher noch nie in so einer Form da gewesen ist, konnte die Wiederinbetriebnahme weitere AKWs vorerst verhindert werden. Auch in den zwei Monaten ohne Atomstrom kam es, entgegen den Atomlobbyistenvorhersagen nicht zum Blackout!

Die vorhandenen Engpässe, wurden Dank der guten Kooperation aus der Bevölkerung bestens umschifft.

Juli/August 2012: Die Regierung bekommt nun den zunehmenden Druck, der teilweise auch aus dem Ausland kommt, zu spüren und scheint ein kleines bisschen Einsicht zu zeigen, zumindest eine Tendenz dazu.

Bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in den nächsten Monaten entwickelt.

Vor allem jetzt in politisch schwierigen Zeiten braucht Japan braucht weiterhin eine starke Antiatombewegung und Hilfe von Außen.