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AKW - Deutscher Katastrophenschutz

Deutscher Katastrophenschutz nur unzureichend gegen einen

Super-GAU gerüstet

 

April 2014

Empfehlungen der SSK für den deutschen Katastrophenschutz

Die Strahlenschutzkommission (SSK) hat im März 2014 neue Empfehlungen für den deutschen Katastrophenschutz heraus gegeben. Darin ist beschrieben, wie im Falle einer nuklearen Katastrophe vorgegangen werden soll und nach welchen Kriterien die Durchführung der Evakuierung erfolgen soll.

In dieser Empfehlung werden auch die jährlichen Obergrenzen der Strahlenbelastung, die der betroffenen Bevölkerung im Falle eine Reaktorkatastrophe zugemutet werden können festgelegt. Dem nach liegt die deutschlandweite Obergrenze bei 100 mSv/a. Eine Evakuierung dieser Gebiete wird somit als nicht nötig erachtet.

Was die SSK, um hitzige Diskussionen zu vermeiden erst gar nicht an die große Glocke hängt, ist, dass die Obergrenze in Japan „nur“ bei 20 mSv/a liegt und somit deutlich niedriger ist. Sogar diese in Vergleich niedrigeren Obergrenzen sind vor allem in Japan sehr stark umstritten, da diese Werte vor allem für Kinder immer noch viel zu hoch sind.

Und in der Ukraine, damals Teil der UDSSR lieg die Obergrenze, die nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl festgelegt worden ist sogar „nur“ bei 5 mSv/a. Alle was darüber liegt muss evakuiert werden.

Würden die empfohlenen SSK-Richtwerte niedriger ausfallen, müsste man die Evakuierungszonen und den Katastrophenschutzeinsatzplan komplett neu erarbeiten. Das könnte jedoch einige „Umstände“ bereiten. Deshalb wird auch die ursprünglich von der SSK empfohlene Obergrenze bis 50 mSv/a gar nicht mehr erwähnt.

Die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) ist, wie sie auf einer Konferenz im März 2014 bekannt gab mit den Empfehlungen der SSK jedoch zufrieden. Eine Abstimmung der Notfallpläne mit den Nachbarländern, die ebenfalls zum Teil sehr alte marode AKWs betreiben, soll bald erfolgen.

Im Juni 2014 soll dann durch Bund und Länder eine endgültige Festlegung der Kriterien für die durchzuführenden Katastrophenschutzmaßnahmen erfolgen.

Schon von den Lebensmitteln wissen wir, dass die europäischen Obergrenzen deutlich höher sind als in Japan, was ebenfalls nur den wenigsten bekannt ist.

 

Deutscher Katastrophenschutz - Studie vom Bundesamt für Strahlenschutz

Laut einer unveröffentlichten Studie des Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) von 2011, die bis jetzt durch das Bundesumweltministerium geheim gehalten wurde (Stand: 05/2012), reichen die Notfallpläne des deutschen Katastrophenschutz im Falle einer atomaren Verseuchung nicht aus!

In der Studie simulierten Experten des BfS u.a. verschiedene Unfallszenarien im AKW Philippsburg und dem mittlerweile stillgelegten AKW Unterweser. Hier bei wurde ein Zeitraum von Beginn bis zu 30 Tagen nach dem GAU berücksichtigt.
Es wurden Szenarien nach großflächiger radioaktiver Verseuchung bei unterschiedlicher Wetterlage durchgespielt. Hier zu wurden Wetterdaten von 2010 zur Hilfe genommen, die zeigen, das ein häufiger Wechsel der Windrichtung gar nicht mal so unwahrscheinlich ist.

Heraus kam, das der deutsche Katastrophenschutz nur unzureichend auf eine großflächige radioaktive Verseuchung nach einem atomaren Unfall gerüstet ist. Eine Evakuierung ganzer Städte ist ebenfalls nicht vorgesehen gewesen. Menschen in 100 km Entfernung zum AKW Philippsburg dürften ihre Häuser nicht mehr verlassen.
Zu dem wird auch nur eine hohe radioaktive Strahlung von Stunden bis Tagen im Notfallplan berücksichtigt.
In der BfS-Studie wurde jedoch festgestellt, dass eine hohe radioaktive Strahlung über Tage bis Wochen bestehen würde.
Für bestimmte Gebiete liegen noch nicht einmal Evakuierungspläne vor. Ein Wetterumschwung mit Wechsel der Windrichtung ist im Notfallplan ebenfalls nicht enthalten. Somit käme der Katastrophenschutz sehr schnell an seine Grenzen.

Die sog. Eingreifrichtwerte, d.h. ab wann der Staat im Katastrophenfall eingreifen muss, sind in Deutschland wesentlich höher angelegt als in Japan. Das bedeutet, das der japanische Staat im Katastrophenfall schon viel früher und schneller einzugreifen hat als der deutsche Staat. 

Das Bundesumweltministerium begründet die Geheimhaltung der BfS-Studie mit der Ausrede, das die Daten zur Zeit noch überprüft werden müssten, bevor sie veröffentlichtwerden könnten (Stand:08/2012).

 

Dezember 2013

Weiterhin unzureichender Katastrophenschutz in Deutschland

Im Falle einer nuklearen Katastrophe in Deutschland besteht weiterhin ein unzureichender Schutz für die Bevölkerung. Gerade die Reaktoren aus den früheren Baujahren, nicht nur in Deutschland, sondern auch im benachbarten Frankreich werden mit zunehmendem Alter immer maroder und anfälliger für Störfälle.

Die IPPNW warnt weiterhin vor unzureichenden Schutz der Bevölkerung und gravierenden Gesundheitsschäden im Falle einer radiologischen Notfallsituation. Siehe dazu nachfolgende IPPNW Pressemitteilung vom 03.12.2013.

In der nachfolgenden Grafik der IPPNW wird das Ausmaß, wie sich die radioaktive Verseuchung nach einer Reaktorkatastrophe bei normaler Wetterlage ausbreiten könnte. Als Beispiel wurde hier das AKW Philipsburg ausgewählt. Die standardmäßig festgelegte Evakuierungszone würde hier schon nicht mehr ausreichen.

 

November 2012

Die Ärzteorganisation zur Verhütung eines Atomkrieges ,,IPPNW'' bemängelt, wie es auch in einen eigenen Bericht dargelegt wird, dass der deutsche Katastrophenschutz unzureichend und veraltet sei.

Die IPPNW appelliert schriftlich an das Bundesinnenministerium und fordert rasche Nachbesserung in Sachen Katastrophenschutz bei einer radiologischen Notfallsituation in Deutschland; mit anderen Worten: ,,Nach einem Super-GAU'' (November 2012).

Ein GAU in Deutschland?

Unmöglich?...

...hatte man von Japan auch gedacht...

Ein nuklearer Unfall würde schnell das große Chaos verursachen und alles wäre außer Kontrolle. Der Katastrophenschutz wäre restlos überfordert.

Kleiner Super-GAU Ratgeber in Braunschweig (Asse-Region). Bild: Petra Alt

 

Zum kleinen GAU-Ratgeber von Greenpeace

Abb.: Kleiner GAU-Ratgeber von Greenpeace (Auszug)

 

AKW-Dichte

Europa hat die größte Dichte an AKWs weltweit!

 

Gefahrenpunkt

La Hague

Eine nukleare Katastrophe im Atommülllager und Wiederaufbereitungsanlage La Hague, Nordfrankreich könnte so gar ganz Europa unbewohnbar machen.