Fuku Info - aus den japanischen Nachrichten

24.09.2020

Radioaktives Wasser am AKW Fukushima – Generalversammlung der IAEA

Bei der fünftägigen Generalversammlung der IAEA und Vertretern aus 172 Ländern, die am Montag begann, kam auch das hochradioaktive Wasser, das am AKW Fukushima Daiichi in großen Tanks auf dem Gelände lagert, zur Sprache.

Am AKW Fukushima Daiichi lagern 1.230.000 Tonnen hochradioaktives, vor allem tritiumbelastetes Wasser in großen Tanks, das bereits mehrfach für die Kühlung der drei Kernschmelzen verwendet worden ist und nun nicht mehr „gereinigt“ werden kann.

Um das Problem „zu lösen“, plant die japanische Regierung schon seit längerer Zeit das besagte Wasser ins Meer zu verklappen, bzw. in die Atmosphäre zu verdampfen (antiatom-fuku berichtete).

Darüber zeigt sich vor allen die südkoreanische Regierung besorgt, die nicht zu Unrecht eine große Umweltkatastrophe mit weitreichenden gesundheitlichen Folgen befürchtet. So fordert die südkoreanische Regierung auch mehr Details zu den Plänen der japanischen Regierung. „Es würden alle wichtigen Informationen der IAEA und der internationalen Gemeinschaft mitgeteilt“, so ein Vertreter der japanischen Regierung. „Man halte die IAEA bei den laufenden Stilllegungsarbeiten des AKWs Fukushima Daiichi stets auf dem aktuellen Stand“, so der Regierungsvertreter weiter. „Auch wolle man mit Korea im direkten Dialog stehen“. Davon lässt sich die südkoreanische Regierung jedoch nicht so wirklich überzeugen, hofft aber, dass das keine leeren Versprechungen sind. Des Weiteren stellt Südkorea auch Forderungen an die IAEA: „Es ist dringend notwendig, nicht nur die Angemessenheit der Methode gründlich zu überprüfen, sondern auch das Ausmaß, in wie weit die Umwelt mittel- bis langfristig geschädigt wird. Diese dürfe nicht nur in Zusammenarbeit mit gleichgesinnten Politikern und der IAEA geschehen, sondern muss auch in Abstimmung mit der internationalen Gemeinschaft erfolgen“.

 

20.09.2020

AKW Fukushima, hochradioaktives Wasser wird erneut gefiltert

Der Betreiber Tepco will das hochradioaktive Wasser, das in großen Tanks am havarierten AKW Fukushima Daiichi lagert, erneut filtern, um die Radioaktivität zu senken. Zurzeit lagern dort etwa 1.230.000 Tonnen hochradioaktives Wasser, das bereits mehrfach für die Kühlung der geschmolzenen Brennelemente der Reaktoren 1 bis 3 verwendet und „gereinigt“ wurde, aber nun als Atommüll keine weitere Verwertbarkeit mehr findet. 70% des Wassers, also 820.000 Tonnen weisen eine so hohe Radioaktivität auf, dass die festgelegten Grenzwerte im Falle einer Verklappung ins Meer deutlich überschritten würden. Dieses Wasser wird nun, in der Hoffnung noch weitere radioaktive Partikel entfernen zu können, erneut gefiltert. Diese Maßnahme soll bis Januar 2021 andauern. Dann will Tepco das Ergebnis bewerten. Eine Entscheidung bezüglich Verklappung ins Meer, bzw. die Verdampfung in die Atmosphäre wird dann durch die Regierung getroffen.

Bereits im vergangenen Februar hatte das „kleine Komitee“, eine Arbeitsgruppe innerhalb der Regierung, die sich mit dem „Wasserproblem“ befasst, schon befunden, dass die Verklappung, bzw. Verdampfung die einzige und auch wirtschaftlichste „Lösung“ sei (antiatom-fuku berichtete).

Die Filteranlage „ALPS“ ist in der Lage 63 radioaktive Partikel herauszufiltern. Das Tritium hingegen bleibt jedoch weiterhin ein ungelöstes Problem. Der Löwenanteil des hochradioaktiven Wassers, das auf dem Gelände lagert, besteht nämlich aus Tritium!

 

19.09.2020

Klage gegen das AKW Ōi – Urteil Anfang Dezember erwartet

Gegen den Weiterbetrieb der Reaktoren 3 und 4 am AKW Ōi, Präfektur Fukui hat eine Bürgerinitiative eine Klage beim Amtsgericht Osaka eingereicht. Grund der Klage ist das Vorhandensein dreier seismisch aktiver Verwerfungen auf dem AKW-Gelände, so dass im Falle eines Erdbebens ein sicherer Weiterbetrieb beider Reaktoren nicht gewährleistet werden kann. Somit stehe vor allem auch die Regierung in der Pflicht, zum Schutze der lokalen Bevölkerung, für eine Gefahrenabwendung zu sorgen, indem man den Kansai Elektrizitätswerken den Weiterbetrieb beider Reaktoren nämlich untersagen müsste. Die Regierung hingegen sieht jedoch keinen Handlungsbedarf und erwartet, dass die Klage abgewiesen wird. Die Verhandlung ist für den 04.12.2020 angesetzt.

Bereits 2014 wurde der Weiterbetrieb beider Reaktoren durch das Amtsgericht Fukui untersagt. Die Gründe waren dieselben. Allerdings wurde das Urteil 2018 durch das Landgericht Nagoya kassiert, so dass beide Reaktoren wieder ans Netz durften (antiatom-fuku berichtete).  

 

16.09.2020

Mit Genkai 3, ein weiterer Reaktor bald vom Netz

Der Reaktor 3 am AKW Genkai, Präfektur Fukui wird am kommenden Freitag, den 18.09.2020 zwecks jährlicher Revision heruntergefahren. Diese soll bis Ende November/Anfang Dezember andauern. Bei Reaktor 3 handelt es sich um einen DWR aus dem Jahr 1994, der neben „normalen“ Uranbrennelementen auch mit plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen betrieben wird.

Somit wären dann nur noch 3 von 9 Reaktoren noch am Netz, die seit der Reaktorkatastrophe von Fukushima wieder in Betrieb waren. Grund dafür sind Gerichtsurteile, Versäumnisse bei der Nachbesserung des Terrorschutzes, sowie technische Schäden, die bei der laufenden Revision entdeckt worden sind (antiatom-fuku berichtete).

Die regionale und landesweite Energieversorgung kann durch den Rückgang des Atomstroms jedoch weiterhin ohne Probleme gewährleistet werden.

 

Wiederinbetriebnahme zweier Altreaktoren verschiebt sich auf 2021

Die Wiederinbetriebnahme der von der Atomaufsichtsbehörde NRA für eine Laufzeitverlängerung freigegebenen Altreaktoren Mihama 3 und Takahama 1 verzögert sich aufgrund von technischen Problemen und nötigen Nachbesserungen, die noch erbracht werden müssen. Laut den betreibenden Kansai Elektrizitätswerken soll Mihama 3 frühestens im Januar 2021 und Takahama 1 im März 2021 hochgefahren werden. Ursprünglichen Planungen zufolge sollten nämlich beide Reaktoren noch im Herbst dieses Jahres ans Netz gehen.

 

12.09.2020

Mittelstarkes Erdbeben in der Tohoku-Region

In der Tohoku-Region, Nordjapan hat sich heute um 11:44 Uhr (japanische Ortszeit) ein Erdbeben der Stärke 4,0 auf der Richter-Skala mit der Einstufung M 6,1 ereignet. Das Epizentrum lag in 40 km Tiefe im Meer, vor der Küste der Präfektur Miyagi. Eine Tsunamiwarnung wurde nicht herausgegeben, es folgten jedoch noch zahlreiche weitere Nachbeben.

Nicht weit vom Epizentrum entfernt befinden sich die AKWs Onagawa (nördlich), Fukushima Daiichi und Daini (südlich vom Epizentrum). Laut den betreibenden Elektrizitätswerken habe es dort jedoch keinen Störfall durch das Erdbeben gegeben. In der Wiederaufbereitungsanlage und Atommülllager Rokkasho habe es ebenfalls keinen Zwischenfall gegeben, so die betreibenden Nihon Genen (JNFL).

 

09.09.2020

AKW Ōi, Reaktor 3, defekte Rohre im Primärkreislauf gefunden

Am AKW Ōi, Präfektur Fukui wurden im Reaktorblock 3, der sich zurzeit in der jährlichen Revision befindet, Defekte an den Rohren des Primärkreislaufes gefunden. Hier bei handelt es sich um Schäden auf der Innenseite der Rohre, die laut den betreibenden Kansai Elektrizitätswerken durch Alterung des Materials entstanden sind. Da die Wände der Rohre, so die Kansai Elektrizitätswerke, eine Dicke von 14mm aufweisen, und die gesetzlich vorgeschriebene Mindeststärke bei 8,2mm liegt, würden die Defekte keine Probleme im regulären Betriebsablauf darstellen, so dass die Rohre auch nicht ausgetauscht werden müssen. 

Bei Reaktor 3 handelt es sich um einen Druckwasserreaktor (DWR) aus dem Jahr 1991. Die bisher gefundenen Defekte an den Innenwänden der Rohre weisen jedoch schon eine Tiefe von 4,6mm auf. Diese defekten Rohre verbinden im Primärkreislauf den Reaktordruckbehälter mit den Dampferzeugern, stehen also im ständigen Kontakt mit dem hochradioaktiven heißen Wasser.

Die Defekte wurden bei einer Ultraschallinspektion entdeckt. Weitere Ultraschallinspektionen werden zurzeit noch durchgeführt.

Somit verschiebt sich die für Ende dieses Monats geplante Wiederinbetriebnahme bis Ende Oktober oder später.

 

07.09.2020

AKW Fukushima, Analysen zum Unfallhergang: mehrere Wasserstoffexplosionen in Reaktorblock 3 vermutet

Neusten Analysen der Atomaufsichtsbehörde NRA zufolge, haben sich im März 2011 im Zuge der Reaktorkatastrophe von Fukushima, im Reaktorblock 3 mehrere statt wie bisher angenommen „nur“ eine Wasserstoffexplosion ereignet. Die Reaktorgebäude 1 und 3 wurden damals durch die Wasserstoffexplosion stark, bzw. sehr stark beschädigt, insbesondere die Dächer. Nach Auswertung der Untersuchungsdaten und Videoaufnahmen aus dem Inneren der Gebäude, lässt die Art der Beschädigung an Wänden und Gebäudedach auf eine einzige Wasserstoffexplosion in Block 1, jedoch mehrere Explosionen in Block 3 schließen. So wurden im Block 3 sowohl im 4. als auch im 5. Stockwerk Beschädigungen festgestellt, die typisch für eine Explosion sind.

Diese Erkenntnisse teilte die NRA am 03.09.2020 bei einer Konferenz mit. Anhand dieser Daten will die NRA die „Sicherheit“ für andere AKWs verbessern.

 

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Nachrichtenarchiv und Quellen der Nachrichten

Weiter zurückliegende Nachrichten sind im Archiv zu finden.

 

Die Quellen der japanischen Nachrichten:

NPJ News, atombezogene Nachrichten aus ganz Japan, berichtet sehr objektiv und wahrheitsgemäß.

Tokyo shinbun, eine japanische Tageszeitung, die sehr realitätsnah und unzensiert berichtet.

Mai nichi shinbun, eine japanische Tageszeitung, die ebenfalls sehr wahrheitsgetreu berichtet.

NHK  ein großer japanischer Fernsehsender

Asahi shinbun  eine große japanische Tageszeitung

47news atombezogene Nachrichten aus ganz Japan

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima Daiichi, der durch den Betreiber Tepco erstellt wird.

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima Daiichi, aus dem Jahr 2019

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima Daiichi, aus dem Jahr 2018

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima dai ichi, aus dem Jahr 2017

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima dai ichi aus dem Jahr 2016 und den Jahren zuvor.