Fuku Info - aus den japanischen Nachrichten

22.01.2019

AKW Fukushima: Arbeiter zusammengebrochen, hinterher verstorben

Am havarierten AKW Fukushima Daiichi ereignete sich bereits gestern Nachmittag gegen 15:30 Uhr ein Zwischenfall, bei dem ein Arbeiter (40) eines Subunternehmers plötzlich bewusstlos zusammengebrochen ist. Er war zum fraglichen Zeitpunkt am Werkstor des AKWs mit Radioaktivitätsmessungen an Fahrzeugen, die das Gelände verlassen beschäftigt, als sich der Kollaps ereignete. Der sofort verständigte Rettungswagen brachte ihm ins Krankenhaus, wo er nach anderthalb Stunden verstarb. Die Todesursache ist bisher noch unklar. Laut dem Betreiber Tepco habe er an einer chronischen Erkrankung gelitten, worüber man jedoch nichts genaueres weiß.

 

20.01.2019

AKW Onagawa: NRA stellt Freigabe für Reaktor 2 in Aussicht

Die Atomaufsichtsbehörde NRA sichert den betreibenden Tohoku Elektrizitätswerken die Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme des Reaktors 2 am AKW Onagawa, Präfektur Miyagi, die nach erfolgreich abgeschlossener Sicherheitsüberprüfung erteilt wird zu. Diese könnte schon in Kürze erfolgen. Die Präfekturverwaltung hingegen, die die Wiederinbetriebnahme des Reaktors letztendlich genehmigen muss, zeigt sich bezüglich „ausreichender Sicherheit“ jedoch eher skeptisch, so dass eine Erteilung der Genehmigung auch noch nicht sicher ist. Die Tohoku Elektrizitätswerke drängen jedoch und versuchen die Präfekturverwaltung über die angebliche Notwendigkeit des AKWs zu „überzeugen“.

Der Reaktor 2, ein SWR aus dem Jahr 1995, wurde, als sich das große Tohoku-Erdbeben mit Tsunami im März 2011 ereignete notfallmäßig heruntergefahren und steht seitdem still. Die Notstromversorgung, die zwar ordnungsgemäß ansprang, fiel kurz darauf wieder aus. Es kam zu Freisetzung von Radioaktivität und im Turbinenhaus brach ein Feuer aus. Nach dem Erdbeben wies das Reaktorgebäude zahllose Risse auf, so dass ständig Regenwasser eingedrungen ist.

Laut den Tohoku Elektrizitätswerken sein diese Mängel bereits behoben, der Reaktor nachgerüstet worden, so dass ein sicherer Betrieb gewährleistet sei.     

 

16.01.2019

AKW Fukushima: Metallplatte aus 72 Meter Höhe gefallen

Am havarierten AKW Fukushima Daiichi ist vom Stahlgerüst des 120 Meter hohen Schornsteins von Reaktor 3 und 4 eine Metallplatte aus 72 Metern Höhe heruntergefallen. Verletzt wurde niemand. Dies geschah bereits am 09.01.2019.

Die 22 kg schwere Platte, die eine Größe von 180 X 22 cm aufweist und 6 mm dick ist, hatte sich aufgrund von Korrosionen gelöst. Insgesamt verfügen die Schornsteine über jeweils 72 solcher Metallplatten, die als Trittstufe dienen.

Die Schornsteine weisen an vielen Stellen, vor allem an den Schweißnähten Korrosionen auf, die laut Tepco durch die salzige Seeluft verursacht werden. Auch nach fast 8 sind die Schornsteine immer noch sehr stark radioaktiv kontaminiert, so dass Sichtinspektionen nur über ferngesteuerte Kameras möglich sind. Der ebenfalls 120 Meter hohe Schornstein von Reaktor 1 und 2 soll ab März rückgebaut werden.  

 

12.01.2019

AKW Genkai: Reaktor 2 wird stillgelegt

Wie die Kyushu Elektrizitätswerke heute bekannt gaben, soll der Reaktor 2 am AKW Genkai, Präfektur Saga bald stillgelegt werden. Der Reaktor 2, ein DWR aus dem Jahr 1980, ging kurz vor der Reaktorkatastrophe von 2011 in Revision und steht seitdem still. Außerdem erreicht er im kommenden Jahr die gesetzlich festgelegte Obergrenze von 40 Jahren. Somit müsste er aufwändig nachgerüstet und bei der Atomaufsichtsbehörde NRA eine Laufzeitverlängerung beantragt werden.

Bisher wurde jedoch, im Gegensatz zum Reaktor 1, der 1975 in Betrieb ging und 2015 schon stillgelegt worden ist, weder eine Genehmigung zur Stilllegung, noch der Antrag auf Lauzeitverlängerung gestellt. Denn beides gestaltet sich nämlich sehr aufwändig für den Betreiber.

Nun soll die endgültige Stilllegung des Reaktors 2, da eine Nachrüstung gemäß den gesetzlich festgelegten Sicherheitsanforderungen zu aufwändig, teuer und somit zu unwirtschaftlich wäre, beantragt werden, so die Kyushu Elektrizitätswerke.  

Die Reaktoren 3 und 4 hingegen, sind mittlerweile wieder am Netz.

 

Präfektur Fukui – besonders hohe Verantwortung für Altreaktoren

Die Verwaltung der Präfektur Fukui muss sich in diesem Jahr vor allem mit zwei Problemen auseinandersetzen. Einerseits wäre da die Frage, ob es zu verantworten sei, den betreibenden Kansai Elektrizitätswerken eine Genehmigung für die Wiederinbetriebnahme des stark umstrittenen Reaktors 1 am AKW Takahama, Präfektur Fukui zu erteilen, und wie die Entnahme der Brennelemente aus den 2016 stillgelegten Schnellen Brüter Monju, ebenfalls Präfektur Fukui erfolgen soll. Ein Teil der Brennelemente wurde nämlich beim Natriumunfall 1995 stark beschädigt, so dass noch keine konkrete Vorstellung besteht, wie diese einigermaßen gefahrlos geborgen werden sollen.

Der Reaktor 1 am AKW Takahama, der nach 40jähriger Betriebsdauer von der Atomaufsichtsbehörde NRA eine Laufzeitverlängerung für weitere 20 Jahre erhalten hat, soll nach Plänen der Kansai Elektrizitätswerke, die noch auf die Genehmigung der lokalen Behörden und der Präfekturverwaltung wartet, Ende dieses Jahres wieder hochgefahren werden. Der Reaktor 1, ein DWR aus dem Jahr 1974, wurde zwar gemäß den gesetzlichen Anforderungen nachgerüstet, ist dadurch aber nicht „verjüngt“ worden (z.B. Stahl des Reaktordruckbehälters), und wird somit, wie alle anderen Altreaktoren auch, im Laufe der Jahre immer störanfälliger! Die Wiederinbetriebnahme des Altreaktors 2 am AKW Takahama, der ebenfalls eine 20jährige Laufzeitverlängerung erhalten hat, ist für März 2020 vorgesehen.

Für den in die Jahre gekommenen Reaktor 3 am AKW Mihama, das ebenfalls von den Kansai Elektrizitätswerken betrieben wird, wird die Wiederinbetriebnahme ab Januar 2020 angestrebt. Auch hier wurde eine Laufzeitverlängerung für weitere 20 Jahre erteilt.

Alle drei Reaktoren, die seit der Reaktorkatastrophe von 2011 stillstehen, kämen im Falle einer Wiederinbetriebnahme auf eine Gesamtlaufzeit von 60 Jahren.

Die Fukui-Bucht weist mit 15 Reaktoren auf einer Fläche von wenigen Kilometern die höchste Reaktordichte in Japan auf. Diese Konstellation würde sich im Falle einer nuklearen Katastrophensituation noch fataler auswirken, weshalb die Wiederinbetriebnahme, besonders heftig umstritten ist und die Präfekturverwaltung bezüglich der Altreaktoren einer besonders hohen Verantwortung gegenübersteht.    

 

09.01.2019

AKW Fukushima, Reaktorblock 3: ab März Entnahme der Brennelemente

Ab Ende März sollen am havarierten AKW Fukushima Daiichi die Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktorblock 3 geborgen werden. Ursprünglich sollten die Arbeiten schon im vergangenen November beginnen, was jedoch aufgrund technischer Probleme mehrfach verschoben werden musste (antiatom-fuku berichtete). Wegen der hohen Strahlung erfolgt die Entnahme der Brennelemente komplett ferngesteuert, weshalb die Arbeiten voraussichtlich bis März 2021 andauern werden.

Im Rahmen der Vorbereitung wurde das Reaktorgebäude, das 2011 durch die Wasserstoffexplosion sehr stark beschädigt worden ist, mit einem Schutzdach versehen. Darunter wurde ein ferngesteuerter Entnahmekran installiert. Das Abklingbecken mit den 566 Brennelementen, darunter auch plutoniumhaltige MOX-Brennelemente, befindet sich im Obergeschoss des Gebäudes. Die entnommenen Brennelemente sollen dann in das zentrale Abklingbecken, das sich auf dem AKW-Gelände befindet, umgelagert werden.  

 

07.01.2019

Vulkanaktivitäten und AKW: Aira Kaldera soll besser überwacht werden

Die Atomaufsichtsbehörde NRA will in nächster Zukunft auf der südlichen Hauptinsel Kyushu die Bucht von Kagoshima, wo sich die 23 X 17 km große Aira Kaldera, ein sehr aktives Vulkangebiet befindet, seismologisch besser überwachen. Dazu soll ein seismographisches Messgerät am Meeresboden installiert werden.

Ein Vulkanausbruch in der Region könnte laut Prognosen der Seismologen nämlich nicht nur für Kyushu verheerende Auswirkungen haben, zumal sich das AKW Sendai, das mit beiden Reaktoren am Netz ist, in nur 45 km Entfernung befindet. Auch die ebenfalls laufenden AKWs Genkai und Ikata befinden sich im 80, bzw. 130 km Entfernung. Der immer wieder aktive Vulkan Sakurajima befindet sich ebenfalls in der Bucht von Kagoshima.

Die möglichen Gefahren im Falle eines massiven Vulkanausbruches in der Aira Kaldera-Region war im Dezember 2017 Anlass genug, um die Wiederinbetriebnahme des Reaktors 3 am AKW Ikata, Präfektur Ehime gerichtlich zu untersagen (OLG Hiroshima). Allerdings wurde das Urteil im September 2018 wieder aufgehoben, so dass der Reaktor, der u.a. auch mit plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen beladen ist, wieder hochgefahren werden durfte (antiatom-fuku berichtete).

 

03.01.2019

Kumamoto: Stärkeres Erdbeben 6,0

Heute am frühen Abend um 18:10 Uhr ereignete sich in der Präfektur Kumamoto, Kyushu Südjapan ein Erdbeben der Stärke 6,0 mit der Einstufung M 5,1.  

Das Epizentrum lag 10 km unterhalb der Stadt Nagomi, Präfektur Kumamoto. Eine Tsunamiwarnung wurde nicht herausgegeben. Zudem wurden keine verletzten Personen gemeldet, lediglich ein paar Sachschäden.

Das Beben erstreckte sich komplett über Kyushu bis an die Grenze zur Haupinsel Honshu und Shikoku. Von den jeweiligen Betreibern der drei AKWs Genkai, Sendai und Ikata, die mit insgesamt 5 Reaktoren im Vollbetrieb laufen, wurde bisher kein Störfall gemeldet. Das AKW Genkai liegt 80 km und die beiden AKWs Sendai und Ikata jeweils 140 km vom Epizentrum entfernt.   

 

02.01.2019

Minamisoma – wieder einmal radioaktives Erdreich für Straßenbau

Für den Ausbau der Jaban-Autobahn im Abschnitt Minamisoma, soll nach Plänen des Umweltministeriums radioaktives Erdreich, das bei der Flächendekontamination verstrahlter Ortschaften angefallen ist, verwendet werden. Die Joban-Autobahn führt, aus südlicher Richtung kommend, am havarierten AKW Fukushima Daiichi vorbei in Richtung der Großstadt Sendai (Nord). Der Bezirk Minamisoma, wo das radioaktive Erdreich verwendet werden soll, liegt nur wenige Kilometer nördlich der Reaktorruine. Ähnliche Projekte wurden bereits in Nihonmatsu und anderorts, trotz der Bürgerproteste durchgeführt.

Der Bürgermeister einer Ortschaft in Minamisoma, der nicht ohne Grund erhebliche Bedenken gegen das Vorhaben hegt, will zunächst erst mal eine Bürgerversammlung einberufen, die vom Umweltministerium jedoch strikt abgelehnt worden ist. Laut dem Umweltministerium sei die Strahlenbelastung des Erdreiches, das verwendet werden soll, sehr niedrig, so dass dieses gesundheitlich unbedenklich sei.

 

26.12.2018

AKW Fukushima: Erkundung im Reaktor 2 und neuer Schutzwall geplant

Im Rahmen der Rückbauarbeiten am havarierten AKW Fukushima Daiichi plant der Betreiber Tepco eine erneute Erkundungsmission im Inneren des Sicherheitsbehälters von Reaktor 2. Über eine zuführende Rohrleitung soll ein ferngesteuerter Greifer eingebracht werden, mit dessen Hilfe der Zustand der geschmolzenen Brennelemente, die durch den Boden des Reaktordruckbehälters gedrungen sind, erkundet werden soll. Dabei werden für die Bergung relevante Daten erhoben, um diese vorbereiten zu können.

Im ersten Halbjahr des neuen Jahres soll entlang der Küste vor den Reaktoren 1 bis 4 mit dem Bau eines 600 Meter langen Tsunamischutzwalls begonnen werden. Denn Prognosen zufolge könnte sich in den nächsten Jahren ein größeres Seebeben mit Tsunami im Bereich des Kurilengrabens vor der Küste Nordjapans ereignen, das durchaus auch Auswirkungen auf das bereits havarierte AKW Fukushima Daiichi haben könnte, so die Befürchtungen des Betreibers Tepco.

 

22.12.2018

Fukushima: mindestens 272 Kinder mit Schilddrüsenkrebs

Aktuellen Daten einer unabhängig arbeitenden Organisation zufolge, liegt die Anzahl der an Schilddrüsenkrebs erkrankten Kinder und Jugendlichen, die seit der Reaktorkatastrophe von 2011 in der Präfektur Fukushima leben, bei mindestens 272 Fällen. An Schilddrüsenkrebs erkrankte Jugendliche, die mittlerweile das 18. Lebensjahr erreicht haben, sowie Kinder und Jugendliche unter 18, die nach Beginn der Reaktorkatastrophe aus der Präfektur Fukushima weggezogen sind, sind in dieser Gruppe jedoch nicht enthalten.

Offiziellen Angaben zufolge liegt die Anzahl der an Schilddrüsenkrebs erkrankten Kinder und Jugendlichen jedoch „nur“ bei 233 Fällen. Zudem werden auch Kinder, die erst nach Erhalt der Diagnose die Präfektur Fukushima verlassen haben, in der Statistik nicht mehr erfasst.

 

19.12.2018

AKW Fukushima, Austritt von Schwefelwasserstoff aus Lagertanks

Im hochradioaktiv verseuchten Wasser, das in großen Lagertanks am havarierten AKW Fukushima Daiichi auf dem Gelände lagert, wurde nun Anfang der Woche austretender Schwefelwasserstoff festgestellt. Bei Schwefelwasserstoff handelt es sich um ein übelriechendes giftiges Gas.  

Durch Bakterien, die sich im Wasser der Lagertanks reichlich vermehrt haben, ist durch Zersetzung zu Sauerstoffmangel und Eintrübung des Wassers gekommen, wodurch der ausgasende Schwefelwasserstoff entstanden ist.

Bereits im vergangenen August wurde an einiger der Lagertanks eine Eintrübung des Wassers und übelriechender Gestank festgestellt. Im Oktober wurde dann erstmals ein Austritt von Schwefelwasserstoff in hoher Konzentration gemessen. Bei erneuten Messungen, die in der vergangenen Woche durchgeführt worden sind, wurde laut dem Betreiber Tepco angeblich kein Schwefelwasserstoff festgestellt, was jedoch im Widerspruch zum jetzigen Zustand des Wassers steht.

 

16.12.2018

AKW Fukushima, Schilddrüsenkrebs als Folge behördlich anerkannt

Nach Informationen des Ministeriums für Gesundheit, Arbeit und Soziales wurde Anfang dieser Woche von den zuständigen Behörden die Krebserkrankung eines Arbeiters (50) als Folge beruflich bedingter Strahlenbelastung anerkannt. Der betroffene Arbeiter war viele Jahre für Subunternehmer in verschiedenen AKWs, u.a. auch im März 2011, also direkt nach Beginn der Reaktorkatastrophe, im AKW Fukushima Daiichi tätig.

Im Juni 2017 wurde bei ihm eine Schilddrüsenkrebserkrankung diagnostiziert, die jetzt als Folgeerkrankung anerkannt worden ist. Somit ist er landesweit der 6. Fall, bei dem die Krebserkrankung als berufsbedingte Folge der erhöhten Radioaktivität anerkannt worden ist. Bereits als Folge anerkannt wurde die Leukämie bei drei, der Lungenkrebs und eine weitere Krebserkrankung bei jeweils einem der ehemaligen AKW-Arbeiter.

In 5 anderen Fällen wurde der Antrag jedoch abgelehnt, da die Behörden hier keinen Zusammenhang zwischen der beruflichen Tätigkeit und der Krebserkrankung als Folge der radioaktiven Belastung sahen. In 5 weiteren Fällen ist die die Entscheidung noch ausstehend, da die Anträge zurzeit noch bearbeitet werden.

 

12.12.2018

AKW Fukushima, Entnahmekran – defekte Kabel werden ausgetauscht

Am havariertem AKW Fukushima Daiichi werden an einem Kran, der im Reaktorblock 3, für die Entnahme der Brennelemente aus dem Abklingbecken montiert worden ist, zurzeit 120 Kabel ausgetauscht. Der Entnahmekran befindet sich über dem Abklingbecken unter einer halbrunden Schutzhülle, die zuvor auf den schwer beschädigten Reaktorblock 3 errichtet worden ist.

Der Kran wies seit seiner Installation laufend technische Probleme auf, so dass die Entnahme der Brennelemente, die ursprünglich Mitte November beginnen sollte, immer wieder verschoben werden musste (antiatom-fuku berichtete), und nun voraussichtlich erst im Frühjahr beginnen kann. Aus dem Abklingbecken geborgen werden müssen 566 Brennelemente, darunter auch plutoniumhaltige MOX-Brennelemente.  

Durch eingedrungenes Regenwasser kam es zu Korrosionen und Kabelbrüche. Die unsachgemäße und fehlerhafte Montage des Krans machte das eindringen der Feuchtigkeit erst möglich (antiatom-fuku berichtete).  

 

10.12.2018

Regierung strebt den Bau von Mini-AKWs an

Trotz fehlender Notwendigkeit und reichlicher Alternativen, setzt die Regierung (LDP/Komeito) weiterhin auf Kernenergie und strebt den Bau von sog. Mini-AKWs an. In Anbetracht der weltweiten Klimaprobleme, soll mit Hilfe dieser Mini-AKWs, nach Angaben der Regierung, die CO²-Emission eingedämmt werden, da diese kaum CO² emittieren; womit die Atomkraft wieder einmal als „klimaschonende Energie“ dargestellt wird. Diese sei auch zur Deckung der Grundlast im Stromverbrauch nötig, so die Regierung weiter. Eine These, die jedoch wie auch schon die These der „klimaschonenden sauberen Energie“ bereits mehrfach widerlegt worden ist.

Bei den Mini-AKWs handelt es sich um eine bestimmte Form von Leichtwasserreaktoren, die etwa ein Drittel der Leistung eines herkömmlichen AKWs erbringen. Laut der Regierung und dem Wirtschaftsministerium sei die Technologie dieses Reaktortyps schon sehr weit fortgeschritten und effizient.

Nach Wünschen der Regierung soll im Rahmen des sog. „geschlossenen Brennstoffkreislaufes“, dass in den herkömmlichen AKWs entstandene Plutonium in den Mini-AKWs wiederverwendet werden.

Die Regierung, die die Atomkraft als „saubere Energie der Zukunft“ bezeichnet, spricht sogar davon mit der Weiterentwicklung der Mini-Reaktoren die Atomkrafttechnologie revolutionieren zu wollen, während sich aber andererseits die Reaktorkatastrophe von Fukushima bald zum 8. Male jährt, und viele Geflüchtete immer noch nicht zurück in ihre verstrahlte Heimat können. Darunter warten viele Betroffene noch vergeblich auf eine angemessene Entschädigung, was seitens der Regierung und Tepco jedoch fleißig übergangen wird.

Während der Ausbau der erneuerbaren Energie noch sehr viel Potential bietet und wirklich klimaschonend und kostengünstig ist, kommt der Fortbestand, bzw. der Ausbau der Atomkraft nur der Atomlobby, aber nicht breiten Bevölkerung zu Gute. Auch in Anbetracht, dass der Umgang mit dem Atommüll, bei fehlendem Endlager und das die Kosten für der Rückbau des havarierten AKWs Fukushima Daiichi immer weiter steigen, ist die Atomkraft nämlich alles andere als kostengünstig. Aber trotzdem hält die Regierung weiter daran fest; obwohl neben den Gefahren und der Ineffizienz der Kernenergie auch die Ablehnung in Bevölkerung sehr groß ist.

Auch die unabhängigen Experten raten dringend davon ab. Denn auch wenn die Mini-AKWs kein CO² emittieren, produzieren sie aber hochradioaktiven Atommüll, wofür es, wie gesagt, kein Endlager gibt. Die Kosten für die Mini-AKWs will der Staat übernahmen, sollen also defacto von den Steuergeldern finanziert werden, was in der Bevölkerung ebenfalls eher schwer vermittelbar sein dürfte.      

 

04.12.2018

Tepco-Spitze plant Aufspaltung des Konzerns

Der Stromkonzern Tepco, der auch das havarierte AKW Fukushima Daiichi zu verantworten hat, will sich ab April 2019 umstrukturieren, indem die Firma aufgeteilt und umbenannt wird. Dies beschloss die Tepco-Konzernspitze bereits am 20.11.2018. Ein entsprechender Antrag bei der Atomaufsichtsbehörde NRA wurde ebenfalls schon gestellt.

Demnach wird der Tepco-Anteil, der für die Nuklearanlagen zuständig ist, in die „neue“ Firma „Nuclear Power Company“ umbenannt. Somit ist die neue NPC für das AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata, das mit den Reaktoren 6 und 7, nach Beendigung der Nachrüstung, wieder in Betrieb gehen soll, und für das mit den Hokuriku Elektrizitätswerken gemeinsam betriebene AKW Higashidori 1, Präfektur Aomori verantwortlich. Während die beiden Reaktoren am AKW Kashiwazaki Kariwa defacto schon freigegeben worden sind, wird Higashidori zurzeit durch die Atomaufsichtsbehörde NRA auf Erfüllung der gesetzlich festgelegten Sicherheitsanforderungen überprüft. Aufgrund der Lokalisation des AKWs Kashiwazaki Kariwa soll der Hauptsitz der neuen NPC in Niigata angesiedelt werden.

Aus dem 2. Tepco-Teil entsteht dann die neue Firma für Rückbau von kerntechnischen Anlagen, die für den laufenden Rückbau des AKWs Fukushima Daiichi und für den geplanten Rückbau des AKWs Fukushima Daini zuständig ist.

 

03.12.2018

Toshiba, Rohre der Reaktornotkühlung unzureichend sicher verbaut

Gleich an mehreren AKWs wurden, wie sich nun herausstellte, durch die Firma Toshiba Rohre im Reaktornotkühlsystem verbaut, die nicht den nötigen Sicherheitsanforderungen entsprechen. Diese Rohre wurden aufgrund fehlerhafter Berechnungen durch Toshiba für ausreichend erdbebensicher befunden, was jedoch, wie sich im März 2011 am AKW Fukushima Daiichi zeigte, absolut nicht der Fall ist. Hier kam es durch das Erdbeben zum Ausfall der Notkühlung, u.a. auch durch geborstene Rohre, die dann eine Kernschmelze in 3 Reaktoren zufolge hatte.  

Am AKW Higashidori, Reaktor 1 (Hokuriku Elektrizitätswerke), AKW Kashiwazaki Kariwa, Reaktor 1 (Tepco), und am AKW Hamaoka, Reaktor 4 (Chubu Elektrizitätswerke) wurde der vorschriftswidrige Einbau solcher Rohre im Notkühlsystem bereits vor kurzem schon entdeckt. Möglichweise hat Toshiba auch an weiteren AKWs solch unzureichend sichere Rohre in das Notkühlsystem der Reaktoren verbaut. Dies ließen die drei betroffenen Stromkonzerne nun durchblicken.  

 

28.11.2018

AKW Fukushima Wochenrückblick, Austausch alter Lagertanks

Am havarierten AKW Fukushima Daiichi werden zurzeit die Lagertanks für hochradioaktives Wasser (etwa 890 000 m³ mit hohem Tritiumanteil), das auf dem Gelände lagert, nach und nach durch neue Lagertanks ausgetauscht. Grund dafür sind immer wieder auftretende Undichtigkeiten der bisherigen Tanks, die nämlich nicht geschweißt, sondern nur zusammengesteckt sind. Ersetzt werden diese Tanks nun durch robustere und geschweißte Tanks. Die Arbeiten sollen im kommenden Frühling abgeschlossen sein.

In einem Gebäude, wo die Metallteile der demontierten Lagertanks dekontaminiert werden, ist es zu einem Zwischenfall gekommen. Während der Wartung des Staubabscheiders, der im Rahmen der Dekontaminationsarbeiten radioaktive Staubpartikel ansaugt, kam es zu einer Druckerhöhung im Gerät, wodurch sich dann ein Ventil öffnete und somit radioaktive Partikel in die Raumluft herausgeschleudert worden sind. Die Arbeiter, die durch den Alarm gewarnt worden sind, flüchteten. Laut dem Betreiber Tepco wurde niemand mit den radioaktiven Partikeln kontaminiert. Und es sei wohl auch nichts nach außen in die Umwelt gelangt.  

 

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Nachrichtenarchiv und Quellen der Nachrichten

Weiter zurückliegende Nachrichten sind im Archiv zu finden.

 

Die Quellen der japanischen Nachrichten:

NPJ News, atombezogene Nachrichten aus ganz Japan, berichtet sehr objektiv und wahrheitsgemäß.

Tokyo shinbun, eine japanische Tageszeitung, die sehr realitätsnah und unzensiert berichtet.

Mai nichi shinbun, eine japanische Tageszeitung, die ebenfalls sehr wahrheitsgetreu berichtet.

NHK  ein großer japanischer Fernsehsender

Asahi shinbun  eine große japanische Tageszeitung

47news atombezogene Nachrichten aus ganz Japan

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima Daiichi, der durch den Betreiber Tepco erstellt wird

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima Daiichi, aus dem Jahr 2018

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima dai ichi, aus dem Jahr 2017

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima dai ichi aus dem Jahr 2016 und den Jahren zuvor.