Fuku Info - aus den japanischen Nachrichten

15.08.2018

AKW Fukushima Wochenrückblick, Probleme am Entnahmekran

Am havarierten AKW Fukushima Daiichi, Reaktorgebäude 3 gibt es weiterhin technische Probleme mit dem Entnahmekran für die Brennelemente, die im Abklingbecken lagern (antiatom-fuku berichtete). Schon Ende Juli wies der Entnahmekran, der im Obergeschoss des Reaktorgebäudes über dem Abklingbecken montiert worden ist, einen Defekt auf, der mittlerweile jedoch behoben worden ist.

In der vergangenen Woche, als der Kran dann zu Testzwecken mit „Brennstabmodellen“, um den Arbeitsablauf zu üben, bedient worden ist, stoppte der Kran mitten im Entnahmevorgang selbsttätig. Ein unerklärlicher Kabelbruch am Kran führte zum Ausfall. Der Betreiber Tepco sucht noch nach der Ursache.

Somit muss der für November angesetzte Termin für die Entnahme der 566 Brennelemente auf unbestimmte Zeit verschoben werden.

Außerdem musste auch am Steuerpult des Transportkrans für den Behälter der Brennelemente ein defektes Teil ausgetauscht werden.      

 

11.08.2018

AKW Shimane 3 – Aussicht auf baldige NRA-Freigabe

Am AKW Shimane in der gleichnamigen Präfektur Shimane wird in Kürze der Abschluss der „Sicherheitsüberprüfung“ der Atomaufsichtsbehörde NRA für den Reaktor 3 erwartet. Eine Freigabe des Reaktors durch die NRA wurde den betreibenden Chukoku Elektrizitätswerken defacto schon zugesagt. Beim Reaktor 3 handelt es sich um eine sogenannten „verbesserte“ Form des Siedewasserreaktors, der seit 2005 gebaut und schon fast fertig war, als sich im März 2011 die Reaktorkatastrophe von Fukushima ereignete. Daraufhin wurde ein Baustopp verhängt, der jedoch im vergangenem Mai wieder ausgehoben worden ist (antiatom-fuku berichtete). Der fast fertiggebaute Reaktor 3 wurde nun vollendet und soll nach Plänen der Chukoku Elektrizitätswerke noch in diesem Jahr in Betrieb genommen werden. Ursprünglich sollte er im Dezember 2011 ans Netz gehen.

Eine seismisch aktive Bruchzone, die sich in nur 2,5 km Entfernung zum AKW Shimane befindet, wurde bereits vor Baubeginn des Reaktors 3 festgestellt. Der Bau wurde aber trotzdem genehmigt.    

Somit ist Shimane 3 neben dem AKW Ōma, Präfektur Aomori, der 2. sich in Bau befindliche Reaktor, der seit der Atomkatastrophe von Fukushima fertiggestellt werden durfte.

Als letzter Schritt vor Inbetriebnahme des Reaktors 3 ist jedoch noch die Genehmigung der Präfekturverwaltung nötig, die aber in Anbetracht des gegenwärtigen Gouverneurs der Präfektur Shimane kein Problem für die Chukoku Elektrizitätswerke darstellen dürfte.

Neben Reaktor 3 des AKWs Shimane, wird auch Reaktor 2, ein SWR aus dem Jahr 1985 durch die NRA überprüft. Reaktor 1, ein SWR aus dem Jahr 1974, wurde bereits 2015 endgültig stillgelegt.

Zurzeit werden, bzw. wurden landesweit 27 Reaktoren an 16 AKWs durch die Atomaufsichtsbehörde NRA auf Erfüllung der gesetzlich festgelegten Sicherheitsanforderungen überprüft, bzw. schon freigegeben.

 

09.08.2018

Atombombenabwurf: 73 Jahre Nagasaki – Mahnung zum Abrüsten

Heute vor 73 Jahren wurde die 2. US-Atombombe, „Fat Man“ auf Nagasaki abgeworfen. Wie auch in Hiroshima drei Tage zuvor, wurde hier auf einem Schlag die gesamte Umgebung ausgelöscht. Neben den zahllosen Todesopfern litten die zunächst Überlebenden an den Folgen einer Strahlenkrankheit. Viele starben qualvoll in den folgenden Tagen und Wochen.

In der Gedenkfeier, die heute im Friedenspark Nagasaki abgehalten worden ist, ermahnte Tomihisa Taue, Bürgermeister der Stadt Nagasaki den amtierenden Ministerpräsidenten Shinzo Abe (LDP), seiner „moralischen Verpflichtung" nachzukommen, und sich als Regierungschef für eine atomwaffenfreie Welt stark zu machen.

Ein mahnender Satz, der dringend nötig ist, da nämlich durch die gegenwärtige LDP/Komeito-Regierung sogar der Artikel 9 im Militärgesetz („Pazifische Verfassung“) zu Gunsten einer aktiven Kriegsführung Japans abgeändert werden soll. Dieser Prozess läuft bereits seit einiger Zeit (antiatom-fuku berichtete mehrfach darüber). In der bisherigen Verfassung des Gesetzes darf die japanische Armee nur im Falle eines Angriffes, zwecks Verteidigung tätig werden.

Der UN-Generalsekretär Antonio Guterres, der ebenfalls an der Gedenkfeier teilnahm, kritisierte, dass die Atomstaaten statt abzurüsten, ihre Atomwaffenarsenale sogar vergrößern, alte Atombomben „modernisieren“ und die Atomwaffentechnologie insgesamt laufend „verbessern“.

 

06.08.2018

Gedenkfeier zum 73. Hiroshima Jahrestag

Im Rahmen einer offiziellen Gedenkdenkfeier wurde heute in Hiroshima der Atombombenopfer gedacht.

Am 06.08.1945 warfen die USA eine Atombombe „Little Boy“ über Hiroshima ab. Die Leute im direktem Umfeld starben sofort, weitere zahllose Leute starben in den nächsten Tagen und Wochen qualvoll an den Folgen einer Strahlenkrankheit. Eine weitere Atombombe „Fat Men“ wurde 09.08.1945 auf Nagasaki, Kyushu abgeworfen.

Bei der Gedenkfeier hielt Kazumi Matsui Bürgermeister der Stadt Hiroshima eine Ansprache, in der er sich besorgt über politische Spannungen weltweit äußerte, und vor einem erneuten nuklearen Wettrüsten warnte. „Dies sei eine extreme Bedrohung für die internationale Gemeinschaft“, so Matsui.

Ministerpräsident Shinzo Abe (LDP), der bei dieser Gedenkfeier ebenfalls vertreten war, appellierte, dass „sein Land“ eine Vermittlerrolle zwischen den Atommächten einnehmen und die Abrüstungsbemühungen der internationalen Gemeinschaft voranbringen wolle. Er befürworte eine Welt ohne Atomwaffen, lässt jedoch gleichzeitig immer mehr Reaktoren im eigenem Lande wieder ans Netz gehen. Auch die Brütertechnologie am Forschungsreaktor Joyo in der Präfektur Ibaraki, soll nach Wünschen von Ministerpräsident Abe weiter vorangetrieben werden. Dieser „ersetzt“ den Schnellen Brüter Monju, Präfektur Fukui, der 2016 endgültig stillgelegt worden ist. Zudem verfügt Japan mittlerweile über 45 t Plutonium, das zum Teil jedoch noch in Sellafield und La Hague lagert.   

 

03.08.2018

AKW Takahama, Reaktor 3 wegen Wartung vom Netz

Am AKW Takahama, Präfektur Fukui wurde heute früh der Reaktor 3 zwecks viermonatiger Revision heruntergefahren. Der Reaktor 4, der sich seit Mai in Revision befindet, soll ab Ende dieses Monats wieder hochgefahren werden.

Auch wenn das AKW Takahama jetzt komplett vom Netz ist, ist die Stromversorgung, wie selbst die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke nun zugeben, auch trotz der Sommerhitze und der auf Hochtouren laufenden Klimaanlagen weiterhin problemlos gewährleistet.

Landesweit sind nun 4 von 9 Reaktoren vom Netz (Siehe AKW-Status).

 

01.08.2018

AKW Fukushima Daiichi Wochenrückblick

Ab Mitte November sollen alle 566 Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 3 entfernt und in das Zusatzabklingbecken, das sich auf dem AKW-Gelände befindet, transportiert werden. Die Arbeiten, die voraussichtlich bis Ende 2020 andauern sollen, sollten ursprünglich im Oktober beginnen (antiatom-fuku berichtete), mussten jedoch aufgrund einer technischen Störung des Entnahmekrans auf Mitte November verschoben werden.

Der Kran, der zurzeit repariert wird, befindet sich über dem Abklingbecken. Das Reaktorgebäude ist mittlerweile durch die kürzlich errichtete halbrunde Dachkonstruktion überdacht, die als Schutzhülle radioaktive Partikel zurückhält.

Bis wo der geschmolzene Kernbrennstoff von Reaktor 1 gedrungen ist, ist bis heute noch ziemlich unklar. Dazu wird das mit Kühlwasser gefüllte untere Drittel des Sicherheitsbehälters mittels ferngesteuerten Roboter auf Anteile des geschmolzenen Kernbrennstoffs untersucht.

Zur Gewinnung weitere Daten, die für die Bergung der Kernschmelze von Reaktor 2 wichtig sind, wird mit einem „Roboterarm“ gearbeitet.

 

31.07.2018

Mittelstarkes Erdbeben in der Präfektur Fukushima

In der Präfektur Fukushima ereignete sich heute Nachmittag um 17:42 Uhr ein mittelstarkes Erdbeben der Stärke 5,0 mit der Einstufung M 5,7. Das Epizentrum lag im Meer vor der Küste der Präfektur Fukushima. Eine Tsunamiwarnung wurde nicht herausgegeben. Das Beben, das sich in der kompletten Tohoku- und Kanto-Region ausbreitete, erstreckte sich südlich bis Tokyo, westlich bis Niigata und nördlich bis in die Präfektur Aomori.

Laut dem Betreiber Tepco habe es an den AKWs Fukushima Daiichi, Daini und Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata keine besonderen Vorkommnisse gegeben.

Die beiden Schornsteine der Reaktoren 1 und 2, und der Reaktoren 3 und 4 am havarierten AKW Fukushima Daiichi sind aufgrund von Korrosionen am Haltegerüst einsturzgefährdet, und somit besonders anfällig. Es würden dann Unmengen an hochradioaktive Partikel, die im Schornstein haften, durch die Luft gewirbelt und in der Umgebung verteilt. Der Schornstein von Reaktor 1 und 2 soll ab Dezember rückgebaut werden (antiatom-fuku berichtete).   

 

28.07.2018

AKW Genkai, geologische Verwerfungen weiterhin umstritten

Nach Begutachtung des AKWs Genkai, Präfektur Saga, in Bezug auf Terroranschläge, kamen die geologischen Verwerfungslinien, die das AKW-Gelände durchziehen, wider zur Sprache.

Das Vorhandensein einer seismischen Aktivität der geologischen Verwerfungen, die zum Teil unterhalb der seit Mai, bzw. Juni wieder in Betrieb befindlichen Reaktoren 3 und 4 verlaufen, wird von den betreibenden Kyushu Elektrizitätswerken weiterhin abgestritten. Unabhängige Geowissenschaftler vermuten jedoch sehr wohl eine seismische Aktivität der Verwerfungen, die nämlich zum Teil sogar unterhalb der Reaktoren 3 und 4 verlaufen.

Die Atomaufsichtsbehörde NRA hat nun erneute geologische Überprüfungen auf dem AKW-Gelände angeordnet. Dazu sollen erneut Probebohrungen durchgeführt werden.

Das Thema wurde bereits Ende 2017 schon heftig diskutiert (antiatom-fuku berichtete), dennoch durften die beiden Reaktoren 3 und 4, die zuvor von der NRA für „sicher“ befunden worden sind, wieder ans Netz gehen. Der Reaktor 3 ist neben den „normalen“ Uran-, auch mit 32 MOX-Brennelementen bestückt.   

 

23.07.2018

METI hält mehr Netzkapazität für Atomstrom frei

Seit der Reaktorkatastrophe von Fukushima ist der Anteil an erneuerbaren Energien deutlich angestiegen. Ein positiver Trend und weiter anhaltender Boom, der von der Regierung (LDP/Komeito) jedoch nicht mitgetragen wird; eher im Gegenteil. Denn die Regierung, unter Ministerpräsident Shinzo Abe hält weiterhin an der Kernkraft fest und will diese sogar bis 2030 auf 20 – 22% ausbauen (antiatom-fuku berichtete). Dazu bremst er den weiteren Ausbau erneuerbaren Energien weiterhin aus. Die Einspeisevergütungen für erneuerbaren Energien sind mittlerweile ebenfalls deutlich reduziert worden. Nun werden sogar Netzkapazitäten für AKWs, die zurzeit noch durch die Atomaufsichtsbehörde NRA auf Erfüllung der gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsanforderungen überprüft werden, freigehalten. Das Industrie- und Wirtschaftsministerium (METI) hat sogar einiges an Netzkapazität zur Durchleitung erneuerbarer Energie zu Gunsten der Kernenergie gestrichen. Dazu wurden den Ökostromproduzenten die Einspeiseverträge für etwa 260 000 Solaranlagen gekündigt!

 

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Nachrichtenarchiv und Quellen der Nachrichten

Weiter zurückliegende Nachrichten sind im Archiv zu finden.

 

Die Quellen der japanischen Nachrichten:

NPJ News, atombezogene Nachrichten aus ganz Japan, berichtet sehr objektiv und wahrheitsgemäß.

Tokyo shinbun, eine japanische Tageszeitung, die sehr realitätsnah und unzensiert berichtet.

Mai nichi shinbun, eine japanische Tageszeitung, die ebenfalls sehr wahrheitsgetreu berichtet.

NHK  ein großer japanischer Fernsehsender

Asahi shinbun  eine große japanische Tageszeitung

47news atombezogene Nachrichten aus ganz Japan

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima Daiichi, der durch den Betreiber Tepco erstellt wird

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima dai ichi, aus dem Jahr 2017

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima dai ichi aus dem Jahr 2016 und den Jahren zuvor.