Fuku Info - aus den japanischen Nachrichten

20.10.2018

AKW Ikata, Reaktor 3 – erneute Gerichtsverhandlung

In einem erneuten Gerichtsverfahren, das am 26.10.2018 am Landgericht Hiroshima stattfindet, wird entschieden, ob der heftig umstrittene Reaktor 3 am AKW Ikata, Präfektur Ehime, wie von den Shikoku Elektrizitätswerken geplant, am 27.10.2018 wieder hochgefahren werden darf.

Erst Ende vergangenen Monats wurde am OLG Hiroshima das im Dezember 2017 vorübergehend verhängte Betriebsverbot des Reaktors wieder aufgehoben (antiatom-fuku berichtete). Gegen dieses Urteil klagt nun eine Bürgerinitiative aus Hiroshima und Matsuyama.

Das AKW Ikata, dessen Reaktor 3 neben „normalen“ Uran- auch mit plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen bestückt ist, liegt nicht nur im Umkreis aktiver Vulkane, sondern auch genau auf der 1000 km langen mittleren tektonischen Linie, einer seismisch aktiven geologischen Bruchzone, weshalb die geplante Wiederinbetriebnahme besonders heftig umstritten ist.

 

18.10.2018

AKW Fukushima – ehemalige Lagerbecken leergepumpt, Rückbau geplant

Am havarierten AKW Fukushima Daiichi wurden nun die Reste aus den ehemaligen halbunterirdischen Lagerbecken für hochradioaktives Wasser leergepumpt. Die Lagerbecken, 6 Stück an der Zahl, die bis zum Frühjahr 2013 genutzt worden sind, beinhalteten 58000 m² hochradioaktives Abwasser aus der Reaktorkühlung. Ein siebtes Becken war bereits fertiggestellt, als an den anderen Becken Undichtigkeiten festgestellt worden sind. Damals war reichlich radioaktives Wasser ins Erdreich gesickert. Die Becken wurden wieder leergepumpt und in Tanks umgefüllt (antiatom-fuku berichtete mehrfach darüber).  

In den Becken befand sich jedoch noch eine hochradioaktiv verseuchte Restwassermenge von 140 m², die nun seit März nach und nach abgepumpt worden ist.

Wie aber mit dem hochradioaktiv verseuchten Bauschutt, sowie mit der dreifachen Spezialfolie nach dem Rückbau der Becken umgegangen werden soll, ist jedoch noch unklar. Darüber berät der Bertreiber Tepco noch. Das siebte Becken, das noch nicht im Gebrauch war, wurde mittlerweile, zugeschüttet.

 

16.10.2018

Hitachi und GE – Entwicklung neuer Mini-AKWs

Die beiden Konzerne Hitachi und GE arbeiten gemeinsam an der Entwicklung einer neuen Generation von „Mini-AKWs“, dem SMR-Reaktor, der dann ab 2030 mit einer Leistung von 300 MW in den konventionellen Betrieb gehen soll. Laut der Entwickler sei dieser Reaktortyp aufgrund seiner kleinen Größe deutlich kostengünstiger und „sicherer“ als ein herkömmlicher Reaktor. Denn entgegen der bisherigen Bauweise eines Reaktors, befindet sich der SMR unterirdisch. Auf diese Weise kann er in einer Notfallsituation sofort mit Wasser gespeist und sicher gekühlt werden, ohne dass das Wasser entweichen kann, so die Entwickler.

Da aber nach Fukushima die Etablierung neuer Reaktoren in Japan eher schwierig erscheint, setzten Hitachi und GE in erster Linie auf den Export ins Ausland.

Hitachi, GE und die japanische Regierung sind jedoch sehr bestrebt, mit Hilfe der neuen Generation von Reaktortyp die Atomwirtschaft in Japan wieder aufleben zu lassen. Laut den Atombefürwortern sei der angeblich kostengünstige und „sichere“ SMR gemeinsam mit der erneuerbaren Energie eine gute Ergänzung im Strommix der Zukunft.    

 

14.10.2018

Nach dem Erdbeben - Stromausfall am AKW Tomari wurde verspätet gemeldet

Der Stromausfall am AKW Tomari, Hokkaido, der sich unmittelbar nach dem starken Erdbeben vom 06.09.2018 ereignete (antiatom-fuku berichtete), wurde durch die betreibenden Hokkaido Elektrizitätswerke erst nach einer Stunde den jeweiligen Lokalbehörden der vier umliegenden Gemeinden gemeldet. Normalerweise hätte diese Information deutlich zügiger erfolgen müssen!

Wenige Minuten nach dem Erdbeben kam es am AKW Tomari zu einem kompletten Stromausfall, der erst nach etwa 10 Stunden behoben werden konnte. Auch wenn alle drei Reaktoren stillstehen und ohne Brennelemente sind, die Notstromaggregate ansprangen, müssen dennoch, um eine Kritikalität zu vermeiden, die jeweiligen Abklingbecken weiterhin aktiv gekühlt werden.   

Zudem ist das AKW generell sehr stark umstritten, da eine seismisch aktive geologische Verwerfung nah an den Reaktoren verläuft. Diese Verwerfung wurde Ende der Woche erneut durch die Atomaufsichtsbehörde NRA untersucht. Die Daten werden jedoch noch ausgewertet. Eine erneute Bestätigung der seismischen Aktivität der besagten Verwerfungslinie, hätte die endgültige Stilllegung des AKWs zufolge.

Für die Stromversorgung Hokkaidos hätte das aber keine negativen Folgen, zumal das AKW zum Zeitpunkt des Erdbebens eh vom Netz war. Der Ausfall eines weiteren Kraftwerks, das in Betrieb war, konnte über andere Stromversorger problemlos kompensiert werden, so dass die Stromversorgung der etwa 2.950.000 betroffenen Haushalte wiederhergestellt werden konnte. Dazu mussten jedoch auch einige Stromleitungen, die durch das Erdbeben zerstört worden sind, repariert werden.

 

11.10.2018

AKW Tomari - erneute geologische Untersuchungen

Am AKW Tomari, Hokkaido untersucht die Atomaufsichtsbehörde NRA seit heute erneut das Gelände auf seismisch aktive Verwerfungslinien. Hierdurch soll nun endgültig geklärt werden, ob die auf dem AKW-Gelände vorhandene Verwerfung seismisch aktiv ist oder nicht. Die Untersuchungen dauern noch bis morgen Nachmittag an.

Laut den betreibenden Hokkaido Elektrizitätswerken, die das AKW rasch wieder ans Netz nehmen wollen, sei die heftig umstrittene Verwerfung seismisch nicht aktiv, was die NRA bisher jedoch nicht bestätigen konnte. Denn bisher konnte eine seismische Aktivität nämlich nicht sicher ausschließen werden (antiatom-fuku berichtete).   

Alle drei Reaktoren am AKW Tomari sind zurzeit außer Betrieb, da die Überprüfung noch auf Erfüllung der gesetzlich festgelegten Sicherheitsanforderungen noch andauert.

Nach Beendigung der erneuten Untersuchungen, werden die erhobenen Daten ausgewertet und mit den vorherigen Daten verglichen. Dies könnte jedoch noch einige Zeit in Anspruch nehmen, so die NRA.

Eine Bestätigung der seismischen Aktivität der besagten Verwerfungslinie, hätte dann eine Zwangsstilllegung des AKWs zufolge.

 

05.10.2018

Erneutes Erdbeben, Stärke 5,0 auf Hokkaido

Auf der nördlichen Hauptinsel Hokkaido hat sich heute Morgen um 8:58 Uhr ein erneutes Erdbeben der Stärke 5,0 auf der Richter-Skala mit der Einstufung M 5,2 ereignet. Das Epizentrum befand sich wieder unterhalb der Stadt Atsuma. Eine Tsunamiwarnung wurde nicht herausgegeben. Weitere leichte Nachbeben folgten über den Tag verteilt.

Im Vergleich zum stärkeren Erdbeben, das sich am 06.09.2018 in derselben Region ereignete, wo neben zahlreichen Verletzten auch Todesopfer, Stromausfälle, mit Stromausfall am AKW Tomari, sowie einem weiterem Kohlekraftwerk zu beklagen waren (antiatom-fuku berichtete), blieb es dieses Mal „nur“ bei Sachschäden.    

 

03.10.2018

Wochenrückblick AKW Fukushima Daiichi

Die Entnahme der Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 3 am havarierten AKW Fukushima Daiichi, die ab Mitte November beginnen sollte, muss aufgrund weiterhin bestehender technischer Probleme am Entnahmekran erneut verschoben werden.

Am schwer beschädigten Reaktorgebäude 3 wurde für die Bergung der Brennelemente, über dem Abklingbecken im obersten Stockwerk ein Entnahmekran unterhalb des zuvor errichteten halbrunden Schutzdaches montiert. Der Kran wies jedoch laufend technische Probleme auf, so dass die Entnahme der Brennelemente, die ursprünglich diesen Monat beginnen sollte, immer wieder verschoben werden musste (antiatom-fuku berichtete). Ursache für die Probleme sind defekte Kabel und andere Bauteile des Krans, die aufgrund eingedrungener Feuchtigkeit Korrosionen aufweisen und nun ausgetauscht werden müssen. Einige Kabel und Isolierungen wurden schon bei der Montage des Krans fehlerhaft und unsorgfältig verbaut, was das Eindringen von Regenwasser überhaupt erst möglich machte.  

Unter den 566 Brennelemente befinden sich auch einige plutoniumhaltige MOX-Brennelemente.   

 

30.09.2018

AKW Fukushima – hochradioaktives Wasser soll erneut „gereinigt“ und dann verklappt werden

Im Umgang mit dem hochradioaktiv verseuchten Wasser, das auf dem Gelände des havariertem AKWs Fukushima Daiichi lagert, legten die Regierung und der Betreiber Tepco nach einer Konferenz gestern nun einen Plan vor.

Auf dem Gelände lagern in Tanks zurzeit insgesamt 890.000 t hochradioaktives Wasser, mit einem sehr hohen Tritiumgehalt. Untersuchungen von August ergaben, dass außer dem Tritium einige andere radioaktive Stoffe enthalten sind, die noch herausgefiltert werden könnten. Davon sollen nun 80% des Wassers, also 750.000 t über die Filteranlagen erneut „gereinigt“ werden, wodurch die Radioaktivität bis zur Unterschreitung der gesetzlich festgelegten Obergrenze reduziert werden soll, so dass das Wasser „gesetzeskonform“ ins Meer verklappt werden kann. Die restlichen 140.000 t des hochradioaktiven Wassers, die sich aufgrund des sehr hohen Tritiumanteils gar nicht mehr filtern lassen, sollen dann weiterhin auf dem Gelände gelagert werden.

Trotz der massiven Kritik durch unabhängige Experten, Umwelt- und Fischereiverbänden und der Bevölkerung, halten Regierung und Tepco weiterhin an der geplanten Verklappung ins Meer fest.

 

Hokkaido - erneut mittelstarkes Erdbeben

Heute Nachmittag um 17:54 Uhr ereignete sich auf der nördlichen Hauptinsel Hokkaido wieder ein Erdbeben mit einer Stärke von 4,0 auf der Richter-Skala mit der Einstufung M 5,0. Das Epizentrum lag in 40 km Tiefe unterhalb der Stadt Iburi, nahe der Großstadt Sapporo. Eine Tsunamiwarnung wurde nicht herausgegeben. Im Vergleich zum Erdbeben vom 06.09.2018 (antiatom-fuku berichtete), hielten sich jedoch die Schäden weitgehend in Grenzen.

Allerdings zieht auch gerade der Taifun Nr. 24 mit Starkregen über Nordjapan hinweg, der jedoch ab morgen auf das Meer hinauszieht.

 

29.09.2018

AKW Tokai 2 – NRA erteilt Laufzeitverlängerung für weitere 20 Jahre

Die Atomaufsichtsbehörde NRA erteilte nun eine 20jährige Laufzeitverlängerung für den Altreaktor Tokai 2, Präfektur Ibaraki. Diese wurde der betreibenden Japan Atomic Power Company (JAPC) im vergangenen April durch die NRA, unter der Voraussetzung, dass ein Nachrüstungsplan für den Reaktor vorgelegt wird und die Finanzierung geklärt ist, mündlich schon zugesichert (antiatom-fuku berichtete). Andernfalls hätte der Reaktor, der Ende November seine maximale Laufzeit von 40 Jahren erreicht, endgültig stillgelegt werden müssen.  

Der Reaktor, der nun eine Gesamtlaufzeit von 60 Jahren erhalten hat, muss nun gemäß den gesetzlich festgelegten Sicherheitsanforderungen nachgerüstet werden. Die Kosten von schätzungsweise 1,4 Mrd. Euro, können jedoch durch die JAPC alleine nicht getragen werden, so dass sich Tepco, wie bereits im April angekündigt, daran beteiligen will.

Kritiker bemängeln neben der großzügigen Laufzeitverlängerung des Altreaktors Tokai 2, die Finanzierung durch den Konzern Tepco, der ja nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima insolvent ging und nur durch den Staat „künstlich am Leben erhalten“ wird. Mit anderen Worten: „Die Kosten für Tokai 2 gehen zu Lasten des Steuerzahlers“, so die Kritiker.

 

28.09.2018

Ōita: Weitere Bürgerklage gegen das AKW Ikata abgewiesen

Laut einem weiteren Urteil, das nach heutiger Verhandlung am LG Ōita, Präfektur Ōita, Kyushu ausgesprochen worden ist, darf der Reaktor 3 am AKW Ikata, Präfektur Ehime wieder in Betrieb genommen werden. Das Urteil wurde damit begründet, dass am Berg Aso, Präfektur Kumamoto, trotz ständiger Aktivität, jedoch kein heftiger Vulkanausbruch zu erwarten sei, so dass dieser auch kein erhöhtes Risiko für das AKW Ikata darstellen würde. „Somit spräche nichts gegen eine Wiederinbetriebnahme des AKWs“, so der zuständige Richter.  

Geklagt hatte eine Bürgerinitiative aus der Präfektur Ōita, die nur 45 km südlich vom AKW Ikata liegt. Laut unabhängigen Experten stellt der Vulkan Aso sehr wohl eine Gefahr dar.

Der Fall „Ikata“ wurde in dieser Woche auch schon am OLG Hiroshima verhandelt. Hier wurde das im Dezember 2017 verhängte Betriebsverbot des Reaktors 3 wieder aufgehoben (antiatom-fuku berichtete). Die betreibenden Shikoku Elektrizitätswerke teilten bereits mit, dass der Reaktor, der aller Wahrscheinlichkeit nach u.a. auch mit plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen betrieben werden soll, am 27.10.2018 wieder hochgefahren werden soll.   

  

26.09.2018

AKW Fukushima Daiichi – Wochenrückblick

Am havarierten AKW Fukushima Daiichi gelang es nun in den Kellerräumen der Reaktoren 1 und 2 den Wasserstand deutlich zu senken und den Zufluss von weiterem Grundwasser zu unterbunden. Leckagen wurden abgedichtet und das stehende Wasser abgepumpt.  In den Kellerräumen der Reaktoren 3 und 4 gelang dies schon im Dezember 2017.

Seit Beginn der Reaktorkatastrophe, wurden die Kellerräume der Reaktoren 1 bis 4 permanent mit hochradioaktivem Wasser aus der Reaktorkühlung und eindringendem Grundwasser geflutet, das laufend abgepumpt werden musste und zum Teil ins Meer gelangt.

Am stark beschädigten Reaktorgebäude 1 werden zurzeit die nach der Wasserstoffexplosion verbliebenen Stahlgerippe des Obergeschosses entfernt. Aufgrund der sehr hohen Strahlung geschieht dies über ferngesteuertes Gerät. Diese Arbeiten, die noch etwa 4 Monate andauern werden, dienen der Vorbereitung für die Entnahme der Brennelemente aus dem Abklingbecken.

 

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Nachrichtenarchiv und Quellen der Nachrichten

Weiter zurückliegende Nachrichten sind im Archiv zu finden.

 

Die Quellen der japanischen Nachrichten:

NPJ News, atombezogene Nachrichten aus ganz Japan, berichtet sehr objektiv und wahrheitsgemäß.

Tokyo shinbun, eine japanische Tageszeitung, die sehr realitätsnah und unzensiert berichtet.

Mai nichi shinbun, eine japanische Tageszeitung, die ebenfalls sehr wahrheitsgetreu berichtet.

NHK  ein großer japanischer Fernsehsender

Asahi shinbun  eine große japanische Tageszeitung

47news atombezogene Nachrichten aus ganz Japan

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima Daiichi, der durch den Betreiber Tepco erstellt wird

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima dai ichi, aus dem Jahr 2017

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima dai ichi aus dem Jahr 2016 und den Jahren zuvor.