Fuku Info - aus den japanischen Nachrichten

21.05.2022

AKW Shika, erneute NRA-Überprüfung auf seismische Aktivität

Wie die Atomaufsichtsbehörde NRA auf ihrer regelmäßigen Konferenz bekannt gab, sollen nun die geologischen Verwerfungen, die das Gelände des AKWs Shika, Präfektur Ishikawa durchziehen, erneut auf seismische Aktivität untersucht werden. Hierzu werden Probegrabungen und Bohrungen auf dem Gelände vorgenommen. Unterhalb von Reaktor 1, der mittlerweile stillgelegt worden ist, verläuft nachweislich eine seismisch aktive Verwerfung, so auch unterhalb des Turbinengebäudes von Reaktorblock 2, was durch die betreibenden Hokuriku Elektrizitätswerke jedoch weiterhin heftig bestritten wird. Dazu hatten die Hokuriku Elektrizitätswerke sogar selber Untersuchungen in Auftrag gegeben, die eine seismische Aktivität angeblich widerlegen würden.

Der Reaktorblock 2, eine „verbesserte“ Form des SWR, Erstinbetriebnahme 2006, befindet sich bereits seit 8 Jahren in der NRA-Überprüfung auf Erfüllung der gesetzlich festgelegten Sicherheitsanforderungen. Seitens unabhängigen Experten konnte eine mögliche seismische Aktivität jedoch nicht widerlegt werden.

Das Ergebnis der erneuten geologischen Untersuchungen wird für Anfang August erwartet. Sollte eine seismische Aktivität (weiterhin) bestätigt werden, hätte das die Stilllegung des Reaktors zufolge.

 

15.05.2022

Takahama 3, Risse in Rohren, Wiederinbetriebnahme voraussichtlich Juli

Aufgrund von Reparaturarbeiten wird der Reaktor 3 am AKW Takahama, Präfektur Fukui nicht wie ursprünglich geplant jetzt Mitte Mai, sondern erst im Juli wieder hochgefahren. Grund dafür sind Risse an vier Röhren der Dampferzeuger, die während der jährlichen Revision gefunden worden sind (antiatom-fuku berichtete). Der Schaden werde zurzeit behoben, so die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke. Als Ursache der Risse wird Eisenoxid vermutet, dass sich im laufenden Betrieb an den Rohren abgelagert hat.

 

07.05.2022

AKW Genkai, Reaktor 4, Terrorschutznachbesserung in letzter Minute, ansonsten droht Betriebsverbot!

Für den Reaktor 4 am AKW Genkai, Präfektur Saga, der seit ein paar Tagen zwecks jährlicher Revision heruntergefahren worden ist, läuft im September die Frist zur Erbringung der Terrorschutznachbesserung ab. Sollten die betreibenden Kyushu Elektrizitätswerke diese verstreichen lassen, würde ein Betriebsverbot für den Reaktor in Kraft treten. Nun soll der Reaktor 4 zunächst nach Beendigung der Revision im Juli wieder hochgefahren werden und dann im September für die Terrorschutznachbesserungsmaßnahmen erneut vom Netz gehen.

Die kurzzeitige Wiederinbetriebnahme des Reaktors begründen die Kyushu Elektrizitätswerke mit angeblichen Stromengpässen, die sonst im Sommer drohen würden. Zu diesem Zeitpunkt wäre, so die Kyushu Elektrizitätswerke nur ein einziger von vier Reaktoren am Netz, nämlich Reaktor 1 am AKW Sendai. Die Sorge bezüglich drohender Stromengpässe ist laut unabhängigen Experten jedoch völlig unbegründet, zumal Reaktor 2 am AKW Sendai, der zurzeit wegen einer gesonderten Überprüfung vom Netz ist, im Juli wieder hochgefahren werden soll.

 

01.05.2022

AKW Takahama, weitere Mängel im Reaktorblock 3 – Wiederinbetriebnahme verschiebt sich auf unbestimmte Zeit

Im Reaktorblock 3 am AKW Takahama, Präfektur Fukui, der zurzeit zwecks jährlicher Routinewartung heruntergefahren ist, wurden nun Risse an vier Wärmeübertragungsrohren der Dampferzeuger gefunden. Wie die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke mitteilten, sein die Risse, die eine Länge bis zu 5mm aufweisen, möglicherweise durch Eisenoxid verursacht worden, das sich im laufenden Betrieb dort abgelagert hat. Das anhaftende Eisenoxid soll nun mit einer Art Hochdruckreiniger entfernt werden. Die Wanddicke der Wärmeübertragungsrohre wurde ebenfalls überprüft. Dabei wurde festgestellt, dass diese im Vergleich zur vorherigen Inspektion abgenommen hat. Dadurch verschiebt sich die für Mitte des Monats geplante Wiederinbetriebnahme des Reaktors auf unbestimmte Zeit.

 

23.04.2022

AKW Shimane – Lokalpolitiker skeptisch gegenüber Wiederinbetriebnahme

Nach Plänen der Chugoku Elektrizitätswerke soll der Reaktor 2 am AKW Shimane, der gleichnamigen Präfektur Shimane bald wieder hochgefahren werden. Allerdings gerät das Genehmigungsverfahren der Präfekturverwaltung ins Stocken, da nämlich noch einige Lokalpolitiker benachbarter Gemeinden die Wiederinbetriebnahme ablehnen. Eine Bürgerinitiative/ Antiatomgruppe hat ebenfalls einen Antrag auf Abbruch des Genehmigungsverfahrens bei der Präfekturverwaltung eingereicht.

Begründet wird das Anliegen neben den allgemeinen Gefahren kerntechnischer Anlagen mit der unzureichenden Erdbebensicherheit am AKW Shimane. Dabei steht besonders eine seismisch aktive langstreckige Bruchzone, die nahe am AKW Shimane verläuft im Fokus. Und obwohl diese schon vor Baubeginn des Reaktors 2 bekannt war, wurde das Bauvorhaben genehmigt! Zudem weisen Lokalpolitiker und BI, in Anbetracht der Angriffe des russischen Militärs auf die Ukraine, u.a. auch auf ukrainische AKWs, auf die hohe Anfälligkeit nuklearer Anlagen für militärische Angriffe hin.

Das AKW Shimane verfügt über drei SWR, wovon einer bereits stillgelegt worden ist. Bei Reaktor 2 handelt es sich um einen SWR aus dem Jahr 1989, der seit 2012 stillsteht. Der Reaktor 3, eine sogenannte verbesserte Form des SWR (ABWR), befindet sich noch in Bau. Er wurde aber schon nahezu fertiggestellt und sollte 2012 ans Netz gehen. Seit der Reaktorkatastrophe von Fukushima 2011 herrscht dort jedoch Baustopp.

 

15.04.2022

AKW Genkai, Ursache für Jodaustritt gefunden

Nach Angaben der betreibenden Kyushu Elektrizitätswerke wurde am AKW Genkai, Präfektur Saga nun die Ursache für die erhöhte Konzentration des radioaktiven Jods im Kühlwasser des Primärkreislaufes von Reaktorblock 3 gefunden. Dieser ist seit Ende Januar Zwecks jährlicher Revision und gesonderter Ultraschallinspektion der einzelnen Brennstäbe aller Brennelemente, die im Reaktorkern gewesen sind, bis voraussichtlich Januar 2023 vom Netz.

Der erhöhte Jodanstieg im Kühlwasser des Primärkreislaufes wurde bereits im November vergangenen Jahres festgestellt (antiatom-fuku berichtete). Allerdings lief der Reaktor trotz des Vorfalls weiter im regulären Leistungsbetrieb und wurde erst Ende Januar, also zum planmäßigen Termin der jährlichen Revision heruntergefahren. Zu diesem Zeitpunkt war die Konzentration des radioaktiven Jods schon um das 15fache des üblichen Wertes angestiegen.

Wie die Kyushu Elektrizitätswerke nun mitteilten, wurde mittels der Ultraschallinspektion ein mikrofeines Loch am Hüllrohr eines Brennelementes gefunden, das für den Jodaustritt verantwortlich ist. Allerdings ist dieses Problem in der Vergangenheit schon mehrfach aufgetreten, also somit nun zum 8. Male.

 

06.04.2022

AKW Onagawa, weiterer Verzug der geplanten Wiederinbetriebnahme

Die Wiederinbetriebnahme des Reaktorblock 2 am AKW Onagawa, Präfektur Ishinomaki, die ursprünglich schon für April 2020 vorgesehen war, verschiebt sich nun zum 5. Male, und zwar auf Februar 2024. Grund der laufenden Verschiebung sind die immer noch andauernden Nachbesserungsarbeiten nach Vorgaben der Atomaufsichtsbehörde NRA, die den Reaktorblock im November 2019 unter Vorbehalt schon freigegeben hatte (antiatom-fuku berichtete).  

 

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Nachrichtenarchiv und Quellen der Nachrichten

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Die Quellen der japanischen Nachrichten:

NPJ News, atombezogene Nachrichten aus ganz Japan, berichtet sehr objektiv und wahrheitsgemäß.

Tokyo shinbun, eine japanische Tageszeitung, die sehr realitätsnah und unzensiert berichtet.

Mai nichi shinbun, eine japanische Tageszeitung, die ebenfalls sehr wahrheitsgetreu berichtet.

NHK  ein großer japanischer Fernsehsender

Asahi shinbun  eine große japanische Tageszeitung

47news atombezogene Nachrichten aus ganz Japan

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima Daiichi, der durch den Betreiber Tepco erstellt wird.

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima Daiichi, aus dem Jahr 2021

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima Daiichi, aus dem Jahr 2020

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima Daiichi, aus dem Jahr 2019 und den Jahren zuvor.