Fuku Info - aus den japanischen Nachrichten

14.04.2021

AKW Fukushima, hochradioaktives Wasserproblem: verharmlosendes Gehirnwäschevideo gestoppt

Die Behörde für Wiederaufbau (Behörde für die Koordinierung des Wiederaufbaus nach dem großen Tohoku-Erdbeben von 2011) hatte bezugnehmend auf die von der Regierung gestern beschlossene Einleitung des hochradioaktiven Wassers ins Meer (antiatom-fuku berichtete), ein verharmlosendes Zeichentrickvideo auf ihre Homepage eingestellt. Das in niedlicher Form illustrierte Zeichentrickvideo „erklärt“ in einer leicht verständlichen Form, wie mit dem hochradioaktiven Wasser (zu 70% aus Tritium bestehend), dass am havariertem AKW Fukushima Daiichi lagert, umgegangen werden soll, da man es dort nicht weiter lagern könne. Die „zündende Idee“ lautet „fraktionierte Einleitung ins Meer, und alle Probleme sind gelöst“, so der Eindruck, der im Video vermittelt werden soll. Da das ins Meer eingeleitete Tritium stark verdünnt wird, stelle es auch keine gesundheitliche Gefahr dar.

Es dauerte nicht lange, da hagelte es heftige Kritik im Internet. Nicht nur besorgte Bürger und Umweltverbände erhoben ihre Stimmen, auch unabhängige Experten übten Druck aus, so dass die Behörde das Video heute wieder von der Homepage entfernte. Die Verbreitung von „Aufklärungsflyern“, die in großer Zahl gedruckt worden sind, wurden ebenfalls gestoppt. „Man wolle das Video nun überarbeiten“, so ein Sprecher der Wiederaufbaubehörde.

 

13.04.2021

Offizieller Beschluss der Regierung: hochradioaktives Wasser soll ins Meer geleitet werden

Wie die Regierung auf der heutigen Ministerkonferenz nun offiziell beschlossen hat, soll das hochradioaktive Wasser, das in großen Tanks auf dem Gelände des havariertem AKWs Fukushima Daiichi lagert, ins Meer geleitet werden. Alternativlos beabsichtigt wird die Einleitung ins Meer schon seit längerem, und sollte auch schon vor vielen Monaten offiziell durch die Regierung beschlossen werden, ein Beschluss, der jedoch immer wieder aufgeschoben worden ist (antiatom-fuku berichtete).

Auf dem Gelände lagern mittlerweile 1.250.000 Tonnen hochradioaktives Abwasser in 1047 Tanks, dass schon mehrfach für die Kühlung der geschmolzenen Brennelemente verwendet worden ist und nun nicht mehr zur Wiederverwertung gefiltert werden kann. Die Kapazität sei nun zu 90% erschöpft, und es sei auch kein Platz mehr für weitere Tanks vorhanden, so der Betreiber Tepco.

Das hochradioaktive Wasser wurde zwar kürzlich erneut gefiltert, allerdings konnte die Radioaktivität nur wenig gesenkt werden. Zu dem besteht es zu 70% aus Tritium („überschweres“ Wasser), dass nicht herausgefiltert werden kann! Tritium ist insofern sehr problematisch, da es sich, wenn es in den Körper gelangt, wie „normales“ Wasser verhält, also rasch in jede Zelle gelangt und diese schädigt. Somit ist es auch schon in kleinen Mengen gesundheitsgefährdet.

Die Einleitung des hochradioaktiven Wassers soll in etwa zwei Jahren begonnen und über einen Zeitraum von 30 bis 40 Jahren gestreckt werden, so die Pläne des Betreibers Tepco und der Regierung. Die Atomaufsichtsbehörde NRA befürwortet die Pläne ebenfalls.

Die Fischer und Fischereiverbände, die wie die Umweltverbände und viele lokale Bürger die „Entsorgung“ ins Meer strikt ablehnen, befürchten nun weitere wirtschaftliche Einbußen, zumal die Nachfrage von Produkten aus der Präfektur Fukushima seit der Reaktorkatastrophe generell sehr stark eingebrochen ist.

Nicht nur in Japan, sondern auch auf internationaler ebene mehren sich die Proteste. So hat auch die Regierung in Südkorea die Pläne der „Wasserentsorgung“ mehrfach kritisiert.

06.04.2021

AKW Fukushima – 4000 Container mit unbekanntem Inhalt

Auf dem Gelände des havarierten AKWs Fukushima Daiichi lagern etwa 85.000 Container mit stark radioaktiv kontaminierten Abfällen (gebrauchte Arbeitskleidung, Schutzmasken, Plastikschläuche, Folien etc.), wobei bei 4000 dieser Container völlige Unklarheit darüber herrscht, was diese Container genau beinhalten und in welchen Zustand sich der Inhalt befindet. „Die Analyse, sofern dies überhaupt möglich ist, sei aufgrund der hohen Strahlung sehr aufwändig und brauche viel Zeit“, so ein Tepco-Verantwortlicher auf der gestrigen Pressekonferenz.

Der Wald um das AKW ist verschwunden und die Hälfte des Geländes zum Atommülllager geworden, wo laut Tepco der Inhalt aller Container genaustens dokumentiert sei.  Allerdings stellte sich nun heraus, dass bei den 4000 besagten Containern völlig unklar ist, welcher Container was von den „genaustens dokumentierten“ Abfällen überhaupt beinhaltet. 4 weitere Container wurden in der Bestandsdokumentation sogar erst gar nicht aufgelistet.

An der Oberseite der Stahlcontainer liegt die Strahlung bei 1,5 mSv/h. Vermutungen zufolge, lagerten einige dieser Container, die mittlerweile Korrosionen aufweisen, schon seit vor der Reaktorkatastrophe dort. „Diese Container sein zwar korrodiert, würden jedoch keine Undichtigkeiten aufweisen“, so ein Tepco-Sprecher.

Bereits Ende März wurden auf dem AKW-Gelände korrodierte Behälter mit radioaktiv kontaminierten Abfällen entdeckt, aus denen eine gallertartige Flüssigkeit ausgetreten ist (antiatom-fuku berichtete).

 

31.03.2021

AKW Fukushima, gelartige Masse mit erhöhter Strahlung ausgetreten

In einem Atommüllzwischenlager, das sich auf dem Gelände des havarierten AKWs Fukushima Daiichi befindet, wurde in den vergangenen Tagen eine am Boden haftenden gelartigen Masse entdeckt, die eine Strahlung von 13mS/h aufweist. Nach Vermutungen des Betreibers Tepco handelt es sich um verrottetes Material, das u.a. Harze enthält, Folien etc., das kurz nach Beginn der Reaktorkatastrophe verwendet und dort in Behältern zwischengelagert worden ist. Die Behälter sind allerdings undicht geworden, so dass die gelartige Masse ausgelaufen ist und sich über eine Fläche von 30 X 90cm ausgebreitet hatte. Laut Tepco sei die Masse nun entfernt und der Boden dekontaminiert worden.

 

28.03.2021

Unzureichender Terrorschutz: AKW Kashiwazaki Kariwa bleibt vom Netz

Nach dem die Atomaufsichtsbehörde NRA nun feststellen musste, dass die vom Betreiber Tepco erbrachten Nachbesserungen des Terrorschutzes am AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata völlig unzureichend sind, wurde die defacto schon erteilte Freigabe zur Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 6 und 7 sofort auf Eis gelegt.

Die Reaktoren 6 und 7, beides eine „verbesserte Form“ des SWR, wurden unter den Vorbehalt, dass die gesetzlich geforderten Nachbesserungen in Sachen Terrorschutz noch erbracht werden, von der NRA defacto schon freigegeben (antiatom-fuku berichtete). Der Betreiber Tepco, der auch das havarierte AKW Fukushima Daiichi zu verantworten hat, hatte fest mit der Abnahme der der „erbrachten“ Terrorschutzmaßnahmen gerechnet und dem entsprechend den Reaktor 7 schon für die Bestückung mit Brennelementen vorbereitet. Diese Vorbereitungen wurden nun sofort gestoppt. Und es ist jetzt auch völlig unklar, wann die beiden Reaktoren, wenn überhaupt, in Betrieb genommen werden dürfen. Zu dem müsste ja auch die Präfekturverwaltung noch ihre Genehmigung für die Wiederinbetriebnahme erteilen. Dies ist jedoch eher fraglich, da die Präfekturverwaltung, solange Tepco die Probleme am AKW Fukushima Daiichi nicht in den Griff bekommt, keine Genehmigung für die Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren am AKW Kashiwazaki Kariwa erteilen wird.

 

24.03.2021

AKW Fukushima Daiichi, sinkender Wasserstand im Reaktor 1

Kurz nach dem Erdbeben vom 13.02.2021, kam es am havariertem AKW Fukushima Daiichi zum Absinken der Wasserstände in den Reaktoren 1 und 3, so dass damals schon die Einspeisemenge des Kühlwassers für die geschmolzenen Brennelemente von Reaktor 1 erhöht werden musste (antiatom-fuku berichtete).

Denn durch das Erdbeben von Februar sind die Undichtigkeiten der Reaktorsicherheitsbehälter größer geworden, zumal sich am 20.03.2021 ein weiteres Erdbeben ereignet hatte. So wurde nämlich am 22.03.2021 ein erneutes Absinken des Wasserstands um 1 Meter im Sicherheitsbehälter von Reaktorblock 1 festgestellt. In Folge dessen musste nun die Einspeisemenge von 3 auf 4m³/h erhöht werden, damit die Kühlung der geschmolzenen Brennelemente gewährleistet bleibt.

 

20.03.2021

Wieder stärkeres Erdbeben in der Tohoku-Region

In der Tohoku-Region, Nordostjapan bebte heute um 18:09 Uhr (japanische Ortszeit) die Erde mit einer Stärke von 5,0 auf der Richter-Skala mit der Einstufung M 7,2. Die Ausläufer erstreckten sich südlich bis nach Tokyo, bzw. bis nach Hokkaido im Norden. Eine Tsunamiwarnung, die zunächst herausgegeben worden ist, wurde nach zwei Stunden wieder zurückgenommen. Störfälle in den AKWs wurden seitens der Betreiber bisher nicht gemeldet.

Bereits Mitte Februar kann es in dieser Region schon zu einem stärkeren Erdbeben (antiatom-fuku berichtete).

 

LG Mito, AKW Tokai 2 darf nicht ans Netz

Das AKW Tokai 2, Präfektur Ibaraki, dass zurzeit nachgerüstet wird, darf nach Beendigung der Arbeiten nicht ans Netz. Dies entschied das Landgericht Mito am 18.03.2021. Neben den Gefahren durch Naturkatastrophen, sei der Katastrophenschutzplan für Tokai 2 völlig unzureichend, so die Richter in ihrem Urteil. Zudem sei die Region mit 940.000 Einwohnern im 30km-Umkreis ziemlich dicht besiedelt.

Für den Altreaktor Tokai 2 wurde 2018 von der Atomaufsichtsbehörde NRA eine Laufzeitverlängerung für weitere 20 Jahre zugesichert, wenn die betreibende JAPC die geforderte Nachrüstung des Reaktors erbringt (antiatom-fuku berichtete).

 

18.03.2021

OLG Hiroshima, Betriebsstopp für AKW Ikata, Reaktor 3 aufgehoben

Nach einem Urteil, dass heute am OLG Hiroshima gefällt worden ist, wurde der im Januar 2020 gerichtlich verhängte Betriebsstopp des Reaktors 3 am AKW Ikata, Präfektur Ehime wieder aufgehoben. Begründet wurde das Urteil damit, dass die aktiven Vulkane, insbesondere der Berg Aso, 130 km südlich des AKWs, die mittlere tektonische Linie, eine über 1000 km lange seismisch aktive geologische Verwerfung, die parallel der Küste verläuft, sowie weitere Naturkatastrophen keine nennenswerte Gefahr für das AKW Ikata darstellen würden. Genau diese Punkte führten jedoch im vergangenen Jahr zum Betriebsstopp, der ebenfalls durch das OLG Hiroshima verhängt worden ist (antiatom-fuku berichtete).

Der Reaktor 3, der neben „normalen“ Uranbrennelementen betrieben wird, soll jedoch erst im Oktober wieder ans Netz, da jetzt erst einmal die gesetzlich festgelegten terrorschutzmaßnahmen erbracht werden sollen.

 

17.03.2021

AKW Hamaoka, Fremdstoffe an Brennelementen im Abklingbecken

Am AKW Hamaoka, Präfektur Shizuoka, das seit 2012 nicht mehr am Netz ist, wurden im Abklingbecken von Reaktorblock 4 metallische Ablagerungen an den Brennelementen, die dort lagern, festgestellt. Die betreibenden Chūbu Elektrizitätswerke sprachen von metallischen Fremdstoffen, die sich im oberen Bereich der Brennelemente abgelagert hätten. „Dies beeinträchtige jedoch nicht die Kühlung der Brennelemente. Radioaktivität sei auch nicht ausgetreten, so die Chūbu Elektrizitätswerke“. Weiter Informationen, bzw. Infos zur Ursache der Ablagerung sind bisher noch nicht (öffentlich) bekannt.

Für das AKW Hamaoka streben die Chūbu Elektrizitätswerke die Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 3 und 4 (beides SWR) an. Beide Reaktoren erreichen in den nächsten 10 Jahren die maximale Laufzeit von 40 Jahren. Darunter wird der Reaktor 4 u.a. auch mit plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen betrieben.

Die Überprüfung der Atomaufsichtsbehörde NRA läuft bereits seit mehreren Jahren, und ob und wann die beiden Reaktoren freigegeben werden, ist noch völlig unklar.

 

12.03.2021

AKW Genkai: laut Gericht keine Gefahr durch Erdbeben und Vulkane

In der Verhandlung, die heute am Amtsgericht Saga, Präfektur Fukui stattfand, wurde zu Gunsten der Kyushu Elektrizitätswerke entschieden, so dass das AKW Genkai, ebenfalls Präfektur Fukui weiterbetrieben werden darf. Somit wird der Reaktor 4, der sich zurzeit in der jährlichen Revision befindet, wie von den Kyushu Elektrizitätswerken geplant, am 17.03.2021 wieder hochgefahren. Der Reaktor 3, der zurzeit im regulären Leistungsbetrieb läuft, muss nun auch nicht vom Netz.

Geklagt hatten Bürgerinitiativen, die, wie auch die unabhängigen Experten eine erhöhte Gefahr durch seismisch aktive geologische Verwerfungen und nahe gelegener Vulkane für das AKW Genkai befürchten. Die Richter sahen für das AKW jedoch keine größeren Gefahren durch Erbeben und mögliche Vulkanausbrüche, so dass die Anlage weiterbetrieben werden könne.

 

Zahlreiche Demos am Fukushima Jahrestag

Neben den offiziellen Gedenkfeiern fanden gestern auch zahlreiche Anti-AKW Demos und Kundgebungen zum 10. Fukushima Jahrestag statt. So versammelten sich vor der Tepco Firmenzentrale in Tokyo 650 Leute, die gegen die Wiederinbetriebnahme zweier Reaktoren am AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata demonstrierten. Am Firmenhauptsitz der Japan Atomic Power Company (JAPC), der sich ebenfalls in Tokyo befindet, demonstrierten 230 Leute gegen die Wiederinbetriebnahme des laufzeitverlängerten Altreaktors Tokai 2. In der Präfektur Fukui, wo sich gleich mehrere AKWs nahe beieinander befinden, erhob man ebenfalls die Stimme gegen den Weiterbetrieb der Reaktoren, zumal dort gleich drei laufzeitverlängerte Altreaktoren in Kürze wieder ans Netz gehen sollen.  

 

11.03.2021

10 Jahre nach der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe

Genau heute vor 10 Jahren ereignete sich die verheerende Dreifachkatastrophe in der Tohoku-Region, Nordostjapan.

14:46 Uhr, ein Erdbeben der Stärke 7 auf der Richter-Skala mit der Einstufung M 9, dessen Epizentrum im Meer vor der Küste Nordostjapans lag. Schon kurz darauf kam es gleich in mehreren AKWs zum Störfall. Während in den anderen AKWs schlimmeres gerade noch abgewendet werden konnte, kam es im AKW Fukushima Daiichi zu einer dreifachen Kernschmelze. Der Tsunami, der eine halbe Stunde später eintraf, überflutete sämtliche Küstenregionen.

Das war das bisher schwerste Erdbeben in der Geschichte Japans. Der Tsunami überflutete eine Fläche von 470 km². Mehr als 260 küstennahe Ortschaften wurden zerstört. Nahezu 20.000 Leute kamen durch den Tsunami ums Leben. Mehr als eine halbe Millionen Menschen wurden evakuiert, bzw. flüchteten „freiwillig“.

Rund um das AKW Fukushima Daiichi, wo man dachte, glimpflich davon gekommen zu sein, weil die eigenen Häuser vom Tsunami verschont blieben, wurde der nukleare Notstand ausgesprochen und sämtliche Ortschaften im Umkreis evakuiert.

Hunderttausende verloren ihre Heimat durch den Tsunami oder der Strahlung. Die Regierung jedoch, begann sehr frühzeitig damit, die radioaktiv verseuchten Gebiete zu dekontaminieren (soweit es überhaupt möglich ist). Das bei der Flächendekontamination abgetragene Erdreich, etwa 22 Mio. m³, lagert nun in vielen Zwischenlagern unter freien Himmel. Und die dekontaminierten Ortschaften, wohin die Leute nun wieder zurückgedrängt werden sollen, werden durch Wind und Regen immer wieder aufs neu radioaktiv kontaminiert.

Es wurden neue Tsunamimauern, Deiche und Straßen gebaut, wo allerdings auch radioaktives Erdreich „wiederverwertet“ worden ist. Der Wiederaufbau ausgelöschter Ortschaften wurde sehr stark, vor allem in Anbetracht der Olympischen Spiele, die im Sommer 2020 stattfinden sollten, vorangetrieben. Die sogenannten „Wiederaufbauspiele“, die der Welt einen „erfolgreichen“ Wiederaufbau der zerstörten Region präsentieren sollte, und das Fukushima wieder „sicher“ ist, wurden jedoch aufgrund der Coronapandemie auf den kommenden Sommer verschoben.

Nichts sollte mehr an die abgelaufenen Atomkatastrophe erinnern. Die Joban-Bahnlinie, dessen Streckenverlauf nahe am havarierten AKW Fukushima Daiichi, also mitten durch die „revitalisierte“ Sperrzone führt, wird seit kurzen wieder komplett befahren. Die Rückkehrbereitschaft der Evakuierten hält sich jedoch trotz all dieser „Verlockungen“ sehr stark in Grenzen. Nur etwa 10%, und vorwiegend auch nur ältere Leute sind trotz der erhöhten Strahlung in ihre alte Heimat zurückgekehrt.

Zum 10jährigen Gedenken der Opfer der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe finden heute vielerorts in der Tohoku-Region Gedenkfeiern statt, wobei die Betroffenen der Atomkatastrophe und dessen Folgen in den offiziellen Feiern eher in den Hintergrund geraten. Es finden jedoch landesweit, sowie auf internationaler Ebene zahlreiche Fukushima-Mahnwachen, Kundgebungen und weitere Veranstaltungen zum 10. Fukushima Jahrestag statt, die durch private Initiativen organisiert worden sind.

Zur Dreifachkatastrophe siehe dazu auch die 45-Minütige Dokumentation des ZDF

Der ewige GAU? 10 Jahre Fukushima

 

06.03.2021

AKW Takahama, nach 1 Jahr Stillstand, Reaktor 3 bald wieder am Netz

Nach Informationen der betreibenden Kansai Elektrizitätswerke soll der Reaktor 3 am AKW Takahama, Präfektur Fukui am 10.03.2021 wieder hochgefahren werden. Somit wären dann landesweit 5 von 9, bzw. 12 Reaktoren wieder am Netz, wenn man die 3 bereits freigegebenen Altreaktoren schon mit einberechnet.

Der Reaktor 3 am AKW Takahama war seit Januar 2020 zwecks jährlicher Revision heruntergefahren. Damals wurden bis zu 12 mm lange Risse in einigen Rohrleitungen zweier Dampferzeuger gefunden. Im laufenden Betrieb zirkuliert dort das radioaktive Kühlwasser des Primärkreislaufes. Dieses Wasser steht direkten Kontakt mit den Brennelementen! Der Reaktor 4, der bei der letzten Revision dieselben Probleme aufwies, soll ebenfalls in Kürze wieder hochgefahren werden. Hier wurden sogar Fremdkörper in den Rohrleitungen gefunden, die zu Beschädigungen führten. Ein Termin für die Wiederinbetriebnahme von Reaktor 4 wurde jedoch noch nicht bekannt gegeben.

Zudem wurden für beiden Reaktoren noch die gesetzlich geforderten Nachbesserungen in Sachen Terrorschutz nachgeholt. Hierfür ließen die Kansai Elektrizitätswerke, wie auch die anderen betroffenen Atomkonzerne, die Frist zunächst einfach verstreichen, bis die Atomaufsichtsbehörde NRA die zeitnahe Umsetzung anordnete und den Zeitpunkt dafür vorgab (antiatom-fuku berichtete).

Die beiden Reaktoren 3 und 4 sind neben „normalen“ Uranbrennelementen auch mit plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen bestückt.

 

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Nachrichtenarchiv und Quellen der Nachrichten

Weiter zurückliegende Nachrichten sind im Archiv zu finden.

 

Die Quellen der japanischen Nachrichten:

NPJ News, atombezogene Nachrichten aus ganz Japan, berichtet sehr objektiv und wahrheitsgemäß.

Tokyo shinbun, eine japanische Tageszeitung, die sehr realitätsnah und unzensiert berichtet.

Mai nichi shinbun, eine japanische Tageszeitung, die ebenfalls sehr wahrheitsgetreu berichtet.

NHK  ein großer japanischer Fernsehsender

Asahi shinbun  eine große japanische Tageszeitung

47news atombezogene Nachrichten aus ganz Japan

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima Daiichi, der durch den Betreiber Tepco erstellt wird.

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima Daiichi, aus dem Jahr 2020

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima Daiichi, aus dem Jahr 2019 und den Jahren zuvor.