Fuku Info - aus den japanischen Nachrichten

15.08.2017

AKW Genkai, Wiederinbetriebnahme verschiebt sich auf 2018

Die für den kommenden Herbst geplante Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 3 und 4 am AKW Genkai, Präfektur Saga verschiebt sich auf Anfang 2018. Grund dafür sind bauliche Nachbesserungen, die laut den betreibenden Kyushu Elektrizitätswerken bis zum Herbst, bzw. bis Dezember noch nicht abgeschlossen werden können. Zudem müssen auch die Rohrleitungen der beiden Reaktoren erneut auf Erdbebenfestigkeit, gemäß neuer Vorgaben überprüft und protokolliert werden.

Die beiden Reaktoren wurden im Januar dieses Jahres trotz noch laufender Bau- und Nachbesserungsarbeiten von der Atomaufsichtsbehörde NRA schon für „sicher“ befunden und zur Wiederinbetriebnahme freigegeben.

Die Nachbesserungen sollten bis Juli eigentlich schon abgeschlossen sein, so der ursprüngliche Zeitplan der Kyushu Elektrizitätswerke.

Auch die für den kommenden Herbst geplante Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 3 und 4 am AKW Ōi, Präfektur Fukui verschiebt sich ebenfalls, da auch hier noch weitere Nachbesserungen nötig sind (antiatom-fuku berichtete). Laut den Kansai Elektrizitätswerken ist die Wiederinbetriebnahme nun für Dezember geplant.  

Zurzeit sind in Japan 5 Reaktoren an 3 AKWs am Netz.   

 

10.08.2017

Nordkoreakonflikt: Japan bereitet sich für den Ernstfall vor

In Anbetracht der weiter zunehmenden Spannung zwischen Nordkorea und den USA, sowie den jüngsten Drohungen durch Nordkorea, erklärte der neue Verteidigungsminister Itsunori Onodera (57, LDP), dass Japan, für den Fall, das der US-Militärstützpunkt auf der Pazifikinsel Guam von Nordkorea angegriffen wird, sein Recht auf kollektive Selbstverteidigung ausüben würde. Mit anderen Worten „ein militärisches Eingreifen“. Denn erst gestern drohte Machthaber Kim Jong Un mit einem Atomwaffenangriff auf den US-Stützpunkt der Insel Guam (antiatom-fuku berichtete am 09.08.2017). In solch einem Fall würden die von Nordkorea abgefeuerten Raketen Kyushu, Südjapan direkt überfliegen, bevor diese dann in Guam einschlagen.

Onodera stellte direkt klar, dass er die USA auf jeden Fall unterstützen wolle, in dem die von Nordkorea abgefeuerten Raketen abgefangen werden sollen.

Nach früherer Gesetzgebung war dies nur bei direkter Bedrohung japanischen Territoriums möglich. Vor knapp zwei Jahren hatte Ministerpräsident Shinzo Abe, auch im Hinblick auf Nordkorea ein Gesetz durchgeboxt, das es Japan grundsätzlich erlaubt, die USA und andere Verbündete im Falle eines Angriffs zu verteidigen. Unabhängige Experten stehen dem Abfangmanöver jedoch sehr skeptisch gegenüber, da es nämlich fraglich ist, ob Japan die auf Guam gerichtete Raketen überhaupt abfangen kann.

 

06.08.2017

Gedenkfeiern zum Hiroshima-Jahrestag

Vielerorts fanden dieses Wochenende in Japan privat organisierte, und auch einige offizielle Gedenkfeiern zum 72. Jahrestag der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki statt. Dadurch, dass es nun die militärische Nutzung und nicht die zivile Nutzung der Atomkraft betrifft, werden diese Gedenkfeiern nämlich auch von staatlicher Seite unterstützt, während am Fukushima-Jahrestag „nur“ die Erdbeben- und die Tsunamiopfer bedacht werden, und die Reaktorkatastrophe inklusive Opfer von der Politik völlig außer Acht gelassen wird.

Denn schon damals, als die USA nach nur wenigen Jahren nach den Atombombenabwürfen die Kernenergie nach Japan brachte, wurde nämlich feinsäuberlich zwischen dem „guten“ und dem „bösen“ Atom unterschieden.   

 

AKW Ōi: Wiederinbetriebnahme verzögert sich bis Dezember

Am AKW Ōi, Präfektur Fukui dauern die von der Atomaufsichtsbehörde NRA nachgeforderten sicherheitsrelevanten Nachbesserungen an den Reaktoren 3 und 4 noch weiter an, so dass die beiden Reaktoren nicht wie geplant im Herbst, sondern erst im Dezember oder später wieder in Betrieb genommen werden können. Ausschlaggebend hierfür ist eine Unstimmigkeit, bzw. ein Druckfehler in den Dokumenten, die von den betreibenden Kansai Elektrizitätswerken bei der NRA eingereicht worden sind. Das betrifft technische Überwachungsgeräte, die an den Reaktoren 3 und 4 den Austritt von Wasser detektieren sollen.

Die Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren wurde durch die NRA zwar schon genehmigt, allerdings vorerst unter Vorbehalt, bis die geforderten Nachbesserungen abgeschlossen sind.

Unabhängige Experten und Bürger kritisieren die Wiederinbetriebnahme des AKWs nicht nur wegen den allgemeinen Gefahren, sondern vor allem auch wegen der unzureichenden Erdbebensicherheit, die laut unabhängigen Experten durch die NRA völlig unterbewertet worden ist. Klagen vor Gericht gegen das AKW Ōi scheiterten jedoch. Auch das jüngste Urteil am LG Nagoya fiel zu Gunsten der betreibenden Kansai Elektrizitätswerke aus.

02.08.2017

Gleich zwei Erdbeben in Nordostjapan

Heute Nacht um 2:02 Uhr ereignete sich in der Kanto- und Tohoku-Region (Nordostjapan) ein Erdbeben der Stärke 4,0 mit der Einstufung M 5,5. Das Epizentrum lag im nördlichen Teil der Präfektur Ibaraki und erstreckte südlich bis Tokyo und nördlich über die Präfektur Fukushima bis in die Präfektur Miyagi. Ein weiteres Erdbeben der Stärke 4,0 mit der Einstufung M 4,6, dessen Epizentrum im südlichen Teil der Präfektur Ibaraki lag, ereignete sich heute Morgen um 7:15 Uhr. Dieses war jedoch milder und betraf vorwiegend die Präfektur Ibaraki und Tokyo. Für beide Beben wurde keine Tsunamiwarnung herausgegeben.

 

Energieplan bis 2030 mit 20 bis 22% Kernenergie

Das Industrie- und Wirtschaftsministerium (METI) stellte auf einer Pressekonferenz, die am gestrigen Montag stattfand erste Entwürfe für den neuen Energieplan bis 2030 vor. Dieser soll dann am 09.08.2017 einem Beratungskomitee vorgelegt und bis Ende März 2018 endgültig festgelegt werden.

Im Energieplan enthalten ist der angestrebte Anteil an Kernenergie, der bis 2030 bei 20 bis 22% liegen soll. Die Kernenergie sei angeblich nötig, um die CO2-Emission nachhaltig zu senken. Ein Neubau von AKWs werde zwar nicht angestrebt, so das Industrie- und Wirtschaftsministerium, aber die vorhandenen Reaktoren, die zum Teil auch schon in die Jahre gekommen sind, sollen nachgerüstet und die Laufzeit generell von 40 auf 60 Jahre verlängert werden.     

 

30.07.2017

Endlagersuche: 30% der Fläche in Japan als geeignet deklariert

Am vergangenen Freitag stellte das Ministerium für Wirtschaft und Industrie eine von Wissenschaftlern der NUMO (Amt für kerntechnische Entsorgung) erarbeiteten Landkarte vor, die mögliche Endlagerstandorte für hochradioaktive Abfälle in Japan kennzeichnet. Laut der Karte kommen 30% der Landesfläche für ein unterirdisches Atommüllendlager infrage.

Bei Interesse der jeweiligen Gemeinden der auserwählten Gebiete soll dann gemeinsam mit den jeweiligen Gemeindeverwaltungen der potentielle Standort vor Ort genausten auf seine Eignung untersucht werden. Dort soll dann der hochradioaktive Atommüll in Glaskokillen verschweißt in 300 Meter Tiefe eingelagert werden. In Glaskokillen verschweißt würde die Radioaktivität über Zehntausende von Jahren nicht ins Grundwasser, umliegende Erdschichten, bzw. an die Erdoberfläche treten, so die Befürworter.   

Die Karte ist farblich in 4 Bereiche unterteilt. Gebiete mit Vulkanen, seismisch aktiven geologischen Verwerfungen, die nicht infrage kommen, sind gelb markiert.

Gebiete mit möglichen Erdöl, Gas und Kohlevorkommen, die später mal angebohrt werden sollen, werden hier grau/silberfarben dargestellt. Gebiete, die als bedingt geeignet deklariert worden sind, werden hier grün dargestellt. Besonders bevorzugte Gebiete innerhalb der grünen Zone, die zwecks Atommülltransport gut per Schiff erreichbar sind, sind dunkelgrün markiert. Diese liegen stets 20 km von der Küste entfernt.

Ab dem kommenden Herbst will das Wirtschaftsministerium landesweit diese Karte bei den Bürgern vorstellen, mit ihnen ins Gespräch kommen, von der Wichtigkeit und der Vorgehensweise der Standortauswahl „überzeugen“.

Die Präfektur Fukushima und die Gemeinde Rokkasho, Präfektur Aomori lehnen ein Endlager bereits ab.

Laut der Karte kommen z.B. Gebiete in der Präfektur Tokyo, Osaka, Präfektur Kanagawa, Okinawa und Aichi infrage. Diese sind dunkelgrün markiert. Für die Präfektur Tokyo kommt da hauptsächlich die über 1000 km entfernte, aber zu Tokyo gehörende Insel Minami-Torishima infrage, die schon seit längerem als möglicher Standort diskutiert worden ist (antiatom-fuku berichtete).

 

26.07.2017

Geplante Verklappung von Tritiumwasser – NRA-Chef in Rage

Im Streit um die geplante Verklappung von hochradioaktiven Wasser mit hoher Tritiumkonzentration, das am AKW Fukushima dai ichi in Tanks auf dem Gelände lagert, ist weiterhin unklar, wer unter den Verantwortlichen in den Interviews mit den Medien was und in welcher Form gesagt haben soll.

Wie am 14.07.2017 bekannt wurde, hatte der neue Tepco-Chef Takashi Kawamura angeordnet, das Tritiumwasser, 777000 Tonnen über mehrere Jahre verteilt ins Meer zu verklappen. Dies löste vor allem bei den Fischern und der Fischereigewerkschaft eine heftige Protestwelle aus (antiatom-fuku berichtete am 16.07.2017). Kawamuras Aussage wurde zwar durch einen Tepco-Sprecher dementiert, der behauptete, dass noch nichts beschlossen sei, sich aber in Widersprüche verstrickte. Nun empört sich seit ein paar Tagen der Chef der Atomaufsichtsbehörde NRA, Shunichi Tanaka, der regelrecht vor Wut kocht, weil er Gerüchten zufolge, der Verklappung ins Meer zugestimmt hätte. Das würde aber nicht stimmen, so Tanaka. Kawamura hingegen behauptet jedoch, dass Tanaka der gleichen Meinung gewesen wäre wie er, so dass weiterhin Widersprüche bestehen.

Allerdings hatte die NRA schon in der Vergangenheit eine Verklappung von radioaktiv belasteten Wasser ins Meer befürwortet. Denn bei einer Begehung am AKW Fukushima dai ichi, die die IAEA gemeinsam mit der NRA und Tepco im Februar 2015 durchführte, wurde das „Wasserproblem“ bereits angesprochen. Damals hatte die IAEA, um das „Wasserproblem“ zu lösen, die Verklappung ins Meer vorgeschlagen. Auch bezüglich des Tritiums sah man kein Problem, da die Verdünnung ausreichend sei. Der Vorschlag der IAEA wurde von der NRA befürwortet.

Siehe dazu auch rückblickend den Bericht von Japanmarkt von 02/2015.

 

23.07.2017

AKW Fukushima: Bergung der Kernschmelze schwieriger als gedacht

Nach ersten Auswertungen der Videoaufnahmen, die am havarierten AKW Fukushima dai ichi mittels Tauchroboter im Sicherheitsbehälter von Reaktor 3 getätigt worden sind, kommt der Betreiber Tepco nun zu der Erkenntnis, dass sich die Entnahme der geschmolzenen Brennelemente deutlich schwieriger gestalten wird, als zunächst angenommen. Denn die Unterwasserbilder zeigen, dass sich ein Teil der geschmolzenen Brennelemente überall auf dem Boden des Sicherheitsbehälters verteilt hat. Ein weiterer Teil der geschmolzenen Brennelemente hängt wie Eiszapfen an der Unterseite des Druckbehälters herunter. Dort befindet sich auch die Einschubvorrichtung der Steuerstäbe, die nun mit der Kernschmelze „verbacken“ sind. Der Wasserstand im Sicherheitsbehälter liegt zurzeit bei 6,40 Meter.

Um das Ausmaß der Reaktorhavarie besser darstellen und analysieren zu können, soll nun eine Vorher-Nachher-Skizze des Reaktors angefertigt werden.

Noch in diesem Sommer wollen Regierung und Tepco einen Plan für die Entnahme der Brennelemente aus den Reaktoren 1 bis 3 erstellen. Der Rückbau der Reaktoren soll laut Tepco unter Zurückhaltung radioaktiver Partikel möglich sein.

Laut Tepco hat der Tauchroboter „Minimanbo“ während der Mission eine Strahlendosis von 30 Gray (entspricht 30 Sv) erhalten.     

 

22.07.2017

AKW Fukushima, Reaktor 3 – Robotermission verlängert

Nach dem gestern am AKW Fukushima dai ichi im Sicherheitsbehälter von Reaktor 3 reichlich durchgeschmolzener Kernbrennstoff festgestellt worden ist, der wie Eiszapfen an der Unterseite des Druckbehälters hängt (antiatom-fuku berichtete), wurde die Robotermission, die gestern ursprünglich enden sollte, um einen Tag verlängert. Denn auf dem Grund des Sicherheitsbehälters, vor allem unterhalb des Druckbehälters befindet sich ebenfalls reichlich dunkles klumpiges Sediment. Hierbei handelt es sich möglicherweise um geschmolzene Brennelemente, die sich mit dem Metall der Arbeitsplattform („Laufgitter“) vermischt haben. Ob, bzw. in wie weit der Boden des Sicherheitsbehälters beschädigt wurde und die Kernschmelze in das darunterliegende Betonfundament gedrungen ist, konnte bisher noch nicht geklärt werden.     

 

21.07.2017

AKW Fukushima, Reaktor 3 – Kernschmelze hängt wie Eiszapfen herunter

Am AKW Fukushima dai ichi wurde heute früh mit dem Hauptteil der Robotermission von Reaktor 3 begonnen. Der ferngesteuerte kugelförmige Tauchroboter „Minimanbo“, der am vergangenem Mittwoch in den Sicherheitsbehälter von Reaktor 3 eingebracht worden ist, lieferte bereits erste Bilder aus dem Inneren, die noch am selben Tag in einer Pressekonferenz vorgestellt worden sind (antiatom-fuku berichtete).

Im heutigen Teil der Mission wurde der Tauchroboter, der vorne und hinten über eine Kamera verfügt, unterhalb des Druckbehälters gesteuert. Der Wasserpegel im Sicherheitsbehälter liegt zurzeit bei etwa 6,30 Meter.

Die heutigen Unterwasseraufnahmen zeigen die geschmolzenen Brennelemente, die durch den Boden des Druckbehälters getreten sind, und dort wie Eiszapfen herunterhängen, die sich als eine orange-schwarze Masse darstellen. Mit diesen Bildern erhält der Betreiber Tepco wichtige Daten über den Zustand der Kernschmelze, die auch für den Rückbau des Reaktors relevant sind.    

Die Arbeitsplattform („Laufgitter“), die sich unterhalb des Druckbehälters befand, ist, wie bereits vorgestern schon festgestellt, komplett verschwunden. Am Grund des Sicherheitsbehälters zeigen die Videoaufnahmen schwarzes Sediment, das ebenfalls auf geschmolzenen Kernbrennstoff schließen lässt.

Denn bisher hatte man seit der Reaktorkatastrophe vom März 2011 noch keinen Einblick in das Innere des Sicherheitsbehälters, so dass der Zustand der Kernschmelze nur auf Vermutungen basierte.  

Der Reaktor 3 wurde im August 2010 während der Routinewartung noch mit 32 MOX-Brennelementen bestückt. Bei der Wasserstoffexplosion im März 2011, ereignete sich auch eine nukleare Explosion. Dass durch die Explosion völlig zerstörte Gebäude wurde mittlerweile durch eine Schutzhülle, die kürzlich errichtet worden ist, abgedeckt.  

 

20.07.2017

Präfektur Fukushima - Mittelstarkes Erdbeben

Heute Morgen um 9:11 ereignete sich in Nordostjapan ein Erdbeben der Stärke 4,0 mit der Einstufung M 5,6. Das Epizentrum lag in 40 km Tiefe im Meer vor der Küste der Präfektur Fukushima.

An den AKWs Fukushima dai ichi und dai ni wurden keine besonderen Vorkommnisse gemeldet. Die Robotermission am Reaktor 3 (antiatom-fuku berichtete) soll wie geplant morgen früh fortgesetzt werden.  

Infos (japanisch) und Graphik zum Erdbeben

 

19.07.2017 (Aktualisierung zur Meldung von heute Vormittag)

AKW Fukushima, Robotermission - Erste Bilder aus Reaktor 3

Nach dem der Tauchroboter „Minimanbo“ erfolgreich in den Sicherheitsbehälter von Reaktor 3 gesteuert worden ist (antiatom-fuku berichtete heute Vormittag), wurden heute Nachmittag auf einer Pressekonferenz auch schon die ersten Bilder präsentiert.

Die Unterwasserbilder zeigen die Unterseite des Druckbehälters. Die normalerweise dort vorhandene Arbeitsplattform („Laufgitter“) ist nicht mehr da! Diese ist beim Durchtritt der Kernschmelze weggeschmolzen, so ein Sprecher der durchführenden Arbeitsgruppe. Die geschmolzenen Brennelemente als solche, wurden jedoch noch nicht gesichtet.

Am Freitag soll der Roboter den Grund des Sicherheitsbehälters nach geschmolzenen Kernbrennstoff „absuchen“.

Siehe dazu das Video vom NHK (japanisch, jedoch mit selbst erklärenden Animationen Roboter in Reaktor 3 ab 2:36). Erste Bilder, die der Roboter aufnimmt, sind am Anfang des Videos zu sehen.

 

19.07.2017

AKW Fukushima dai ichi, Reaktor 3 – Beginn der Robotermission

Am AKW Fukushima dai ichi, Reaktor 3 wurde heute Morgen um 6:00 Uhr mit der Robotermission begonnen. Bei dieser Mission, die bis zum kommenden Freitag andauern soll, will sich der Betreiber Tepco einen Überblick über den Zustand der geschmolzenen Brennelemente verschaffen. Denn bisher gibt es außer Vermutungen keine konkreten Informationen, ob und wie weit die Brennelemente durch den Boden des Reaktordruckbehälters und des Sicherheitsbehälters geschmolzen, bzw. durch das Betonfundament ins Erdreich gedrungen sind.  

Um dieses zu erkunden wurde ein spezieller Tauchroboter „Minimanbo“ (kleiner Mondfisch) konstruiert (antiatom-fuku berichtete), der nun über einen vorbereiteten Zugangsweg in den Sicherheitsbehälter von Reaktor 3 „geschickt“ wird. Im unteren Bereich des Sicherheitsbehälters soll er dann unter Wasser Videoaufnahmen unterhalb des Druckbehälters liefern, um die erhofften Daten zum Zustand der geschmolzenen Brennelemente zu bekommen.

Da der Reaktor weiterhin aktiv gekühlt werden muss und die Unterseite des Druckbehälters beschädigt ist, steht das Wasser natürlich auch im Sicherheitsbehälter, wo es einen Pegel von etwa 6 Metern aufweist.

Heute wurde der Roboter, der über ein Kabel ferngesteuert wird, unter Wasser in Richtung Grund des Sicherheitsbehälters vorgeschoben. Da Hindernisse durch Kleintrümmer etc. berücksichtigt werden müssen, kann der Vorschub nur sehr langsam und vorsichtig erfolgen, damit der Roboter nicht hängen bleibt.

Die eigentliche Erkundung der Kernschmelze als solche soll, wenn alles nach Plan verläuft, am Freitag erfolgen.  

 

16.07.2017

AKW Fukushima - Tritiumhaltiges Wasser soll ins Meer verklappt werden

Einer Pressekonferenz zufolge, soll Tepco-Chef Takashi Kawamura Mitte dieser Woche beschlossen haben, das tritiumhaltige Wasser, das auf dem Gelände des AKWs Fukushima dai ichi lagert, ins Meer zu verklappen. Zunächst war noch nicht ganz klar, ob er das in dieser Form so geäußert hatte oder nicht, da es nämlich Widersprüche seitens Tepco gab. Denn laut eines Tepco-Sprechers sei es noch nicht beschlossen.

Bei den örtlichen Fischern, der Fischereigenossenschaft und der landesweiten Fischereigewerkschaft löste die Debatte jedenfalls schon heftige Proteste aus. Eine schriftliche Beschwerde wurde ebenfalls eingereicht.

Laut Tepco-Chef Kawamura sammelt sich immer mehr Abwasser mit hoher Tritiumkonzentration auf dem Gelände an, das wegen der hohen Strahlung eine Gefahr für die Arbeiter darstellt und somit die aufwändige Wartung der Lagertanks, die zum Teil auch undicht werden, erschwert. Von dem Abwasser, ca. 1040000 t, das auf dem Gelände lagert, enthalten 777000 t eine hohe Konzentration an Tritium. Dies lässt sich jedoch nicht herausfiltern und ist somit besonders problematisch.

Der Chef der Atomaufsichtsbehörde NRA, Shunichi Tanaka, befürwortet die Verklappung des Tritiumwassers ebenfalls und argumentiert damit, dass AKWs im regulärem Leistungsbetrieb laufend mit ihren Emissionen Tritium an die Umwelt abgeben würden. Die Regierung, die die Verklappung bereits im Sommer letzten Jahres empfohlen hatte, hält es für eine kostengünstige und wenig zeitaufwändige „Lösung“ des Problems. Die Verdünnung im Meer sei ausreichend, so dass die Tritiumkonzentration weit unterhalb der gesetzlich festgelegten Obergrenze liegen würde. Die Verklappung soll dann zwecks rascher Verdünnung über einen Zeitraum von 4 bis 7 Jahren erfolgen.

Von einigen regierungsnahen Wissenschaftlern wird sogar behauptet, dass das Tritium in niedriger Konzentration keine sonderliche Gefahr für die Gesundheit darstellen würde. Unabhängige Experten warnen jedoch, da Tritium sich wie „normales“ Wasser verhält und somit ungehindert in jede Körperzelle gelangt und dort Schaden anrichtet.

Siehe dazu weitere Infos zum Tritium.    

 

15.07.2017

AKW Fukushima, Reaktor 3: Robotereinsatz startet am Mittwoch

Am kommenden Mittwoch (19.07.2017) soll am havarierten AKW Fukushima dai ichi mit der Robotermission in Reaktor 3 begonnen werden. Dafür wurden drei Tage angesetzt.

Bei dieser Mission soll ein spezieller Tauchroboter, der vorne und hinten mit einer Kamera ausgestattet ist, unter Wasser den Zustand der geschmolzenen Brennelemente von Reaktor 3 erkunden (antiatom-fuku berichtete). Über einen vorbereiteten Zugangsweg soll er in den Sicherheitsbehälter des Reaktors eingebracht werden und dann in das stehende Kühlwasser eintauchen. Mit seinen Unterwasserbildern soll der Zustand der Kernschmelze beurteilt werden, um wichtige Daten für den Rückbau des Reaktors zu gewinnen. Eine Strahlenmessung erfolgt ebenfalls.

 

12.07.2017

AKW Kashiwazaki Kariwa: NRA-Prüfsiegel verzögert sich bis Oktober

Für die beiden Reaktoren 6 und 7 am AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata kommt es zu weiteren Verzögerungen bei der Sicherheitsüberprüfung. Dies teilte die Atomaussichtsbehörde NRA auf einer Pressekonferenz von heute mit. Die Beendigung der Sicherheitsüberprüfung, die man in der Vergangenheit schon für diesen Sommer in Aussicht gestellt hatte, wird sich laut dem NRA-Chef Sunichi Tanaka wahrscheinlich bis Oktober oder später hinauszögern. Grund dafür sind noch einige ungeklärte Punkte, die von Seiten des Betreibers Tepco verspätet und unzureichend erläutert worden sind. Kritisiert wird vor allem die unzureichende Erdbebensicherheit am AKW Kashiwazaki Kariwa, die laut Tepco ausreichend ist, jedoch nicht plausibel belegt werden kann. Somit muss das bereits in Aussicht gestellt Prüfsiegel noch einmal hinterfragt und die bereits fertiggestellten Prüfdokumente reevaluiert werden.   

 

10.07.2017

Sinkende Umfragewerte für Ministerpräsident Abe

Nach einer Umfrage der Tagezeitung Yomiuri Shinbun, sanken die Umfragewerte für den amtierenden Ministerpräsidenten Shinzo Abe (LDP) um weitere 13% auf 36%. Schon bei der Kommunalwahl in Tokyo vom 02.07.2017, die als politisches Barometer gilt, hatte Abe eine herbe Niederlage erlitten (antiatom-fuku berichtete). Somit wird es für Abe nicht nur schwierig, die von ihm angestrebte Änderung des Artikels 9 im Militärgesetz bis 2020 durchzuboxen, sondern auch sehr eng bei der nächsten Unterhauswahl 2018.

Als Reaktion auf die sinkenden Umfragewerte will Abe im August das Kabinett umbilden.   

   

Sperrzone - Komplettierung der Joban Bahnlinie bis 2019 angestrebt

Nicht nur der Wiederaufbau der Tsunamigebiete in der Evakuierungszone, sondern auch die Wiederherstellung der küstenseitig verlaufenden Joban Bahnlinie soll nach Wünschen von Yousui Takagi, stellvertretender Minister für Wirtschaft und Industrie zügig vorangetrieben werden. Die Joban Bahnlinie, die von Tokyo über Iwaki, entlang der Küste, vorbei an den AKWs Fukushima dai ni und dai ichi bis nach Sendai (Nord) führt, ist an zwei Stellen noch unterbrochen. Diese Lücken sollen nun bald geschlossen werden, so dass die komplette Bahnlinie bis 2019 wiederhergestellt ist.

Der Bahnhof Tomioka, 9 km südlich vom havarierten AKW Fukushima dai ichi, der zurzeit neu errichtet wird, soll ab Oktober wieder angefahren werden (antiatom-fuku berichtete). Bisher endet die Bahn noch im südlich gelegenen Nachbarort Tatsuta.

Die nördlich von der Reaktorruine befindliche Unterbrechung liegt zwischen den Ortschaften Ono und Futaba, und weist weiterhin eine hohe Ortsdosisleistung (ODL) auf. Um diese zu senken sollen dort bald die Flächendekontaminationsarbeiten beginnen, so Takagi. Das AKW Fukushima dai ichi grenzt an Ono!

Auch die Rückkehr ehemaliger Anwohner aus Ono soll laut den lokalen Behörden ab 2018 in einigen Gebieten der Ortschaft wieder „ermöglicht“ werden.    

 

03.07.2017

Kommunalwahlen in Tokyo: Große Wahlschlappe für die LDP

Bei der gestrigen Kommunalwahl in Tokyo, musste die LDP, die auch seit 2012 mit Ministerpräsident Shinzo Abe in der Regierung ist, eine herbe Schlappe einstecken. Stärkste Kraft wurde die neue Partei von Gouverneurin Yuriko Koike, die 49 von 127 Sitzen erlangte. Die zuvor dominierende LDP kam jetzt nur noch auf 23 Mandate (vorher 57).

Die jetzige Kommunalwahl spiegelt natürlich auch die politische Stimmung in Land wieder und bestätigt die sinkenden Umfragewerte für den Ministerpräsidenten Shinzo Abe und die LDP. 2018 stehen in Japan Parlamentswahlen im Unterhaus an. Es könnte also eng werden für Abe.  

Siehe dazu auch den Artikel der Wirtschaftswoche online.

 

02.07.2017

AKW Fukushima, Reaktor 3: Unterwasserrobotereinsatz ab Mitte Juli

Der im Juni angekündigte Robotereisatz zur Beurteilung der Kernschmelze von Reaktor 3 am havarierten AKW Fukushima dai ichi (antiatom-fuku berichtete), soll voraussichtlich ab dem 18.07.2017 durchgeführt werden.

Der über ein Kabel ferngesteuerte „kugelige“, aber sehr wendige Roboter ist in der Lage zu tauchen und mit zwei Kameras und einer Strahlenmesssonde ausgestattet.

Zurzeit laufen am Reaktor 3 auch noch die Bauarbeiten für die Schutzhülle und Entnahmevorrichtung für das Reaktorgebäude (antiatom-fuku berichtete), die für die Bergung der Brennelemente aus dem Abklingbecken benötigt wird.    

 

01.07.2017

Reaktorkatastrophe in Fukushima: drei Verantwortliche vor Gericht

Nach über 6 Jahren stehen jetzt zum ersten Mal drei ehemalige Tepco-Manager, die die Reaktorkatastrophe am AKW Fukushima dai ichi von 2011 mit zu verantworten haben, vor Gericht. Verhandelt wird der Prozess, der gestern begann, am Landgericht Tokyo. Angeklagt sind drei ehemalige Tepco-Manager, die laut Staatsanwaltschaft wegen erheblicher Nachlässigkeit in puncto Sicherheit, sowie unterlassener Nachbesserungsmaßnahmen am AKW Fukushima dai ichi einen Komplettausfall der Stromversorgung mit Ausfall der Reaktorkühlung im Falle einer Erdbeben- und Tsunamikatastrophe mit all ihren Folgen wissentlich in Kauf genommen hatten.

Nach Meinung der Staatsanwaltschaft handelt es sich hier nicht um „höhere Gewalt“ durch ein Naturereignis, die als Ursache für die Reaktorkatastrophe infrage kommen würde, sondern um eine menschengemachte Katastrophe.

Laut dem Stromkonzern Tepco war eine Erdbeben- und Tsunamikatastrophe in diesem Ausmaß angeblich nicht vorhersehbar. So beteuern auch die drei vor Gericht stehenden Manager ihr angebliche Unschuld.

Geowissenschaftler, sowie weitere Fachleute sehen das jedoch ganz anders. Denn schon in früherer Zeit wurde oft schon vor einem größeren Erdbeben mit Tsunami in Nordostjapan gewarnt. Dem entsprechend war der Tsunamischutzwall, sowie weitere Sicherheitsvorkehrungen am AKW Fukushima dai ichi unzureichend, was auch schon mehrfach moniert worden ist. So wurde auch schon 2002 insbesondere in Bezug auf die unter Spannung stehende tektonische Bruchzone im Meer vor der Küste Nordostjapans gewarnt, die dann 2011 letztendlich zu der verheerenden Erdbeben- und Tsunamikatastrophe führte.

2006 hatte schon die ehemalige Atomaufsichtsbehörde NISA (2001 gegründet, unterstand aber dem Wirtschafts-, Handel- und Industrieministerium (METI) und wurde 2012 durch die heutige NRA abgelöst), sowie weitere Experten davor gewarnt, dass ein Tsunami durchaus das AKW-Gelände überfluten und somit zum kompletten Ausfall der Stromversorgung, inklusive Notstrom mit Verlust der Reaktorkühlung führen würde, so dass eine Kernschmelze nicht mehr zu vermeiden wäre.

2008 lagen bei Tepco zwar Pläne für Verbesserungsmaßnahmen vor, die allerdings (aus Kostengründen?) nie umgesetzt worden sind. Die IAEA hielt die Sicherheit an den japanischen AKWs damals für ausreichend.  

Der Prozess, der nun am Landgericht Tokyo verhandelt wird, könnte jedoch noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Wann mit einem Urteil gerechnet werden kann, steht noch nicht fest.

 

29.06.2017

AKW Fukushima dai ichi – Eismauer ab Herbst komplett geschlossen

Mit einjähriger Verspätung wird nun am AKW Fukushima dai ichi der letzte Abschnitt der umstrittenen Eismauer, die über ein unterirdisches Rohrsystem mit zirkulierende Gefrierflüssigkeit das Erdreich rund um die Reaktoren 1 bis 4 umschließt, in Betrieb gesetzt. Die dafür benötigte Genehmigung wurde Anfang der Woche durch die Atomaufsichtsbehörde NRA erteilt. Mit der Eismauer soll verhindert werden, dass nachlaufendes Grundwasser um die havarierten Reaktoren geleitet wird, und nicht die hochradioaktiv kontaminierten Reaktorkellerräume „auswäscht“, bevor es dann ins Meer gelangt.  

Der letzte Abschnitt, der 7 Meter beträgt, liegt bergseitig auf Höhe von Reaktor 2 und 3. Verläuft die Gefrierung planmäßig, wird die Eismauer ab Herbst vollständig gefroren sein, so der Betreiber Tepco.

Die Gefrierung der Eismauer wurde bereits im März 2016 begonnen und sollte ein halbes Jahr später eigentlich schon abgeschlossen sein (antiatom-fuku berichtete). Immer wieder auftretende Probleme führten jedoch zu diesem Zeitverzug.

Unabhängige Experten befürchten, dass durch den kompletten Einschluss der Reaktoren 1 bis 4 nun der Grundwasserspiegel in Innenbereich der Eismauer sinken könnte. Dies hätte zur Folge, dass vermehrt hochradioaktives Kühlwasser aus den Reaktorkellerräumen ins umliegende Erdreich gelangt.

 

27.06.2017

AKW Fukushima – Baubeginn der Schutzhülle für Reaktor 3

Heute wurde am havarierten AKW Fukushima dai ichi mit dem Bau einer Schutzhülle für Reaktor 3 begonnen. Die Schutzhülle soll währende der Entnahme der Brennelemente aus dem Abklingbecken aufgewirbelte radioaktive Partikel zurückhalten, damit diese nicht in die Umwelt gelangen. Zudem dient sie als Wetterschutz, z.B. gegen Sturm, um einen reibungslosen Arbeitsablauf zu gewährleisten. Ab August soll dann die eigentliche Entnahmevorrichtung mit Kran installiert werden.

Die halbrunde Schutzhülle ist 57 Meter breit, 18 Meter hoch und wiegt 450 Tonnen. Sie wird quasi als „Dach“ auf das stark beschädigte Reaktorgebäude 3 gesetzt. Vorbereitende Bauarbeiten für ein Stützgerüst am Gebäude sind bereits abgeschlossen.  

Im Abklingbecken befinden sich 566 Brennelemente, wovon 52 noch ungebraucht sind. Die Entnahme ist für 2018 geplant.   

  

24.06.2017

Spezialbeton gegen austretendes Wasser am AKW Fukushima  

Das internationale Forschungsinstitut für den Rückbau von Nuklearanlagen (IRID) und Toshiba planen am havarierten AKW Fukushima dai ichi die Leckagen in den Sicherheitsbehältern der Reaktoren 1 bis 3 mit einem Spezialbeton, der unter Wasser aushärtet zu verschließen. Die durch die Kernschmelze undicht gewordenen Reaktoren müssen auch nach über 6 Jahren weiterhin mit aktiv Waser gekühlt werden. Das nach außen dringende Wasser kann jedoch nicht vollständig abgepumpt werden und verseucht weiterhin Tag für Tag das umliegende Erdreich und das angrenzende Meer mit hochradioaktiven Partikeln.  

Um diesem entgegen zu wirken wird jetzt ab heute am Japanischen Zentrum für Nukleartechnologie und Entwicklung in Naraha, Präfektur Fukushima der o.g. Spezialbeton in einem nachgestellten Versuch getestet. Gelingt der Versuch, soll er diesen Sommer noch eingesetzt werden.    

 

Streit um AKW Genkai – Beschwerde am OLG Fukoka eingereicht

Nach dem eine Bürgerinitiative gegen die Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 3 und 4 am AKW Genkai, Präfektur Saga vor dem Landgericht der Stadt Saga gescheitert ist (antiatom-fuku berichtete), wurde nun am gestrigen Freitag eine Beschwerde am Oberlandesgericht Fukoka eingereicht.

 

Senkung der Strompreise als Köder für Rückkehr zur Kernenergie

Wie Anfang Juni angekündigt, als Reaktor 3 am AKW Takahama, Präfektur Fukui angefahren worden ist, wollen die Kansai Elektrizitätswerke die Strompreise ab August senken. Andere Stromkonzerne, die ihre AKWs auch wieder in Betrieb nehmen wollen, erwägen ebenfalls die Strompreise zu senken.

Mit der Senkung der Strompreise, die in Verbindung mit der Wiederinbetriebnahme der Reaktoren steht, will man, laut unabhängigen Energieexperten in der Bevölkerung nur mehr Akzeptanz für die Kernenergie gewinnen. Denn mit dem gut voranschreitenden Ausbau der erneuerbaren Energien ist Japan nicht mehr so stark abhängig von Importen fossiler Energieträger, wenn es komplett auf Kernenergie verzichtet. Allerdings hat die Regierung schon frühzeitig im Energiegesetz eine Obergrenze für die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien festgelegt, so dass die Einspeisung ins Stromnetz von erneuerbare Energien zu Gunsten fossiler und atomarer Energie gedrosselt wird.  

 

22.06.2017

Weiterer Forschungsreaktor seit gestern wieder in Betrieb

Am gestrigen Nachmittag wurde wie geplant der Forschungsreaktor KUCA der Universität Kyoto angerfahren. Er verfügt über eine Leistung von 100 W und wurde nach dreijährigem Stillstand von der Atomaufsichtsbehörde NRA und den lokalen Behörden für „sicher“ befunden und zur Wiederinbetriebnahme freigegeben. KUCA ist somit der 2. Forschungsreaktor, der nun landesweit in Betrieb ist. Der erste, Universität Osaka, wurde bereits in April angefahren.

„KUR“, der zweite Forschungsreaktor der Universität Kyoto, mit einer Leistung von 5 MW soll im Juli angefahren werden (antiatom-fuku berichtete).

 

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Nachrichtenarchiv und Quellen der Nachrichten

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Die Quellen der japanischen Nachrichten:

NPJ News, atombezogene Nachrichten aus ganz Japan, berichtet sehr objektiv und wahrheitsgemäß.

Tokyo shinbun, eine japanische Tageszeitung, die sehr realitätsnah und unzensiert berichtet.

Mai nichi shinbun, eine japanische Tageszeitung, die ebenfalls sehr wahrheitsgetreu berichtet.

NHK  ein großer japanischer Fernsehsender

Asahi shinbun  eine große japanische Tageszeitung

47news atombezogene Nachrichten auf ganz Japan

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima dai ichi, der durch den Betreiber Tepco erstellt wird

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima dai ichi aus dem Jahr 2016 und den Jahren zuvor