Fuku Info - aus den japanischen Nachrichten

22.06.2017

Weiterer Forschungsreaktor seit gestern wieder in Betrieb

Am gestrigen Nachmittag wurde wie geplant der Forschungsreaktor KUCA der Universität Kyoto angerfahren. Er verfügt über eine Leistung von 100 W und wurde nach dreijährigem Stillstand von der Atomaufsichtsbehörde NRA und den lokalen Behörden für „sicher“ befunden und zur Wiederinbetriebnahme freigegeben. KUCA ist somit der 2. Forschungsreaktor, der nun landesweit in Betrieb ist. Der erste, Universität Osaka, wurde bereits in April angefahren.

„KUR“, der zweite Forschungsreaktor der Universität Kyoto, mit einer Leistung von 5 MW soll im Juli angefahren werden (antiatom-fuku berichtete).

 

19.06.2017

Atomunfall von Oarai: Plutonium im Urin der Arbeiter nachgewiesen

Durch den Unfall mit hochradioaktiven Pulver, der sich am 06.06.2017 im JAEA Kernforschungszentrum Ōarai, Präfektur Ibaraki ereignete (antiatom-fuku berichtete), wurde jetzt in den Urinproben der betroffenen Mitarbeiter Plutonium239, Plutonium238 und Americum241 nachgewiesen.

Durch den Unfall wurden die 5 betroffenen Arbeiter mit dem hochradioaktiven Pulver kontaminiert, als der Plastikbeutel im Behälter, als dieser gerade geöffnet wurde platzte. Dabei wurden trotz der Schutzkleidung und Maske reichlich Partikel inkorporiert. Mit speziellen Medikamenten wird derzeit versucht die radioaktiven Partikel im Körper zu binden, damit diese dann ausgeschieden werden können. Zudem werden die Betroffenen weiterhin engmaschig medizinisch überwacht.  

 

18.06.2017

Kyoto – Forschungsreaktor KUCA wird am Mittwoch angefahren

Am kommenden Mittwoch (21.06.2017) wird, wenn alle abschließenden Tests planmäßig verlaufen, der erste der beiden Forschungsreaktoren der Universität Kyoto angefahren. „KUCA“ verfügt über eine Leistung von 100 W und wurde bereits von der Atomaufsichtsbehörde NRA für „sicher“ befunden und die Wiederinbetriebnahme von der Präfekturverwaltung genehmigt.

Der zweite Forschungsreaktor „KUR“, mit einer Leistung von 5 MW soll Mitte Juli wieder angefahren werden.

Ein weiterer Forschungsreaktor in Osaka läuft bereits seit April 2017 (antiatom-fuku berichtete).  

 

15.06.2017

AKW Fukushima, Reaktor 3 - in kürze Robotereinsatz geplant

Auf einer Konferenz wurde heute ein neuer Erkundungsroboter der Firma Toshiba vorgestellt, der am havarierten AKW Fukushima dai ichi in Kürze Daten über den Zustand der Kernschmelze von Reaktor 3 liefern soll. Das Gebäude von Reaktor 3 wurde bei der Havarie im März 2011 am stärksten beschädigt. Dort fand damals neben der Wasserstoffexplosion auch eine nukleare Explosion statt. Auch nach über 6 Jahren liegen wegen der immer noch sehr hohen Strahlung keine konkreten Informationen über das Innere von Reaktor 3 vor.

Der heute vorgestellte Roboter soll jetzt ab den kommenden Juli eingesetzt werden und Daten liefern, womit der Betreiber Tepco dann die Bergung der geschmolzenen Brennelemente planen will.

Der Wasserstand im Sicherheitsbehälter von Reaktor 3 liegt bei 6 Metern. Der schwimmfähige Roboter, der über eine Fernsteuerung bedient wird, ist mit einer Rumpfgröße von nur 30 X 13 cm klein und sehr wendig. Er ist neben einer Strahlenmesssonde, vorne und hinten mit jeweils einer leistungsstarken Lampe und einer Kamera ausgestattet.  

 

13.06.2017

Gerichtsurteil von Saga: AKW Genkai ausreichend sicher

Bezüglich der Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 3 und 4 am AKW Genkai, Präfektur Saga, wurde heute am Landgericht Saga verhandelt. Nach dem heutigen Urteil dürfen nun beide Reaktoren, wie von den betreibenden Kyushu Elektrizitätswerken geplant in Betrieb genommen werden. 

Dagegen geklagt hatte eine Bürgerinitiative von 230 Leuten aus der Umgebung, die ihre Klage hauptsächlich mit der unzureichenden Erdbebensicherheit begründeten.

Die beiden Reaktoren 3 und 4 wurden bereits von der Atomaufsichtsbehörde für „sicher“ befunden und von der Präfekturverwaltung zur Wiederinbetriebnahme genehmigt.

Unabhängigen Wissenschaftlern zufolge wurde aber die Erdbebensicherheit durch die Atomaufsicht NRA eher unterbewertet.

Die Anwälte, die die Klägergemeinschaft vertreten, halten das Urteil in Anbetracht der unzureichenden Einschätzung der Erdbebensicherheit für absolut verantwortungslos. Denn auch die Erdbebenserie von Kumamoto im April 2016 (antiatom-fuku berichtete), nicht weit vom AKW Genkai, hätte man in diesem Ausmaß auch nicht erwartet. Und genau dies kann nämlich am AKW Genkai genauso passieren, so die Anwälte. Zudem wolle man das Urteil auch nicht einfach so hinnehmen und nun am Oberlandesgericht Fukoka Beschwerde einlegen.

Laut den betreibenden Kyushu Elektrizitätswerken sei das heutige Urteil jedoch angemessen, so dass die Reaktoren nach abschließenden Überprüfungen im Spätsommer/Herbst angefahren werden sollen.     

 

11.06.2017

AKW Genkai, eventuell Betriebsverbot - Gerichtsurteil in Kürze

Ob die beiden Reaktoren 3 und 4 am AKW Genkai, Präfektur Saga, wie von den Kyushu Elektrizitätswerken geplant diesen Sommer überhaupt angefahren werden dürfen, oder per einstweilige Verfügung gestoppt werden, hängt vom Urteil des Landgerichtes der Stadt Saga ab, das am 13.06.2017 gefällt werden soll.

Gegen die Wiederinbetriebnahme, die für diesen Sommer noch geplant gewesen ist, hatten 230 Bürger aus der Umgebung gemeinsam geklagt. Das AKW wurde Anfang des Jahres zwar von der Atomaufsichtsbehörde NRA für „sicher“ befunden und von der Stadt Genkai, sowie der Präfekturverwaltung schon genehmigt, wird aber von unabhängigen Experten als Gefahr für Mensch und Umwelt eingestuft. So wird neben den allgemeinen Gefahren, das Erdbeben- und Tsunamirisiko durch die Kyushu Elektrizitätswerke und der NRA unterbewertet. Dazu ist das AKW Genkai aufgrund anderer Energielieferanten für die Stromversorgung absolut entbehrlich.

Die Abklingbecken der Reaktoren sind sogar schon bis zu 80% ausgelastet. Hier erwägen die Kyushu Elektrizitätswerke sogar, um mehr Platz zu schaffen, die Abstände der Brennelemente im Abklingbecken zu verringern.

Der Reaktor 3 ist seit 2009 für den Einsatz von MOX-Brennelementen umgerüstet worden, so dass auch jetzt wieder mit dem Einsatz von plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen gerechnet werden muss.  

 

09.06.2017

Atomarer Unfall in Ōarai: Unkontrollierter Überdruck als Ursache

Beim Unfall im JAEA Kernforschungszentrum Ōarai, Präfektur Ibaraki vom 06.06.2017, bei dem 5 Arbeiter durch umhergewirbeltes radioaktives Pulver kontaminiert worden sind (antiatom-fuku berichtete am 07.06.2017), kommen laut eines Professors der Universität Tokyo 2 Ursachen infrage.

Das Pulvergemisch aus Plutonium, Uran und weiteren radioaktiven Stoffen, mit einer Gesamtmenge von 300 g war entgegen ersten Information nicht direkt im Metallbehälter mit Gummidichtung, sondern in einem darin befindlichen Kunststoffbehälter verpackt. Der Kunststoffbehälter, der das Pulvergemisch beinhaltete, war doppelverpackt in zwei Plastikbeuteln, die in einem robusten Metallbehälter, dessen Deckel mit 6 Bolzen verschlossen war, verpackt gewesen. 

Als eine mögliche Ursache für die Staubexplosion wird vermutet, da Plutonium sich in geschlossenen Behältern anders verhält als in der Natur, Heliumgas entstanden ist, das im Laufe der Zeit zu einem Druckanstieg im Behälter führte.

Die zweite mögliche Ursache: Durch die intensive und hohe radioaktive Strahlung, vor allem durch das Plutonium wurden die Materialien des Behälters verändert, was im Laufe der Zeit zu Gasbildung und Druckanstieg führte.

Zudem wurde der Behälter mit dem hochradioaktiven Pulvergemisch seit 1991, also 26 Jahre lang ungeöffnet gelagert. Das Gemisch diente der Kernforschung, insbesondere für den Schnellen Brüter Monju, Präfektur Fukui, dessen Brennstoffkreislauf eine unerschöpfliche Energiequelle darstellen sollte, was jedoch nie gelang. 2016 wurde Monju endgültig stillgelegt.

Beim Öffnen des Behälters platzte der Plastikbeutel, so dass das Pulver explosionsartig herausschoss, die 5 Arbeiter kontaminierte und sich im ganzen Raum verteilte. Ein 50jähriger Arbeiter, der den Behälter öffnete, wurde besonders stark kontaminiert.

Nun wird neben möglicher Missachtung von Arbeitsschutz- Unfallverhütungsvorschriften auch bezüglich einer sachgerechten Lagerung des Behälters, bzw. der Lagerung weiterer Gefahrenstoffe dieser Kategorie ermittelt. Aufgrund seiner aggressiv wirkenden Alphastrahlung und der chemischen Giftigkeit des eingeatmeten Plutoniums ist eine Lungenkrebserkrankung bei den betroffenen Arbeitern zu befürchten, da kleinste Mengen nämlich schon ausreichen.     

    

08.06.2017

Zwischenfall in Ōarai, einer der Arbeiter: Inkorporation von 22000 Bq!

Beim Unfall, der sich am 06.06.2017 im Kernforschungszentrum der JAEA in Ōarai, Präfektur Ibaraki ereignete, wo 5 Arbeiter mit reichlich radioaktiven Pulver kontaminiert worden sind (antiatom-fuku berichtete gestern), wurde bei einem Arbeiter im Bereich der Lunge eine Strahlendosis von 22000 Bq gemessen. Dort sind trotz der Atemmaske radioaktive Partikel in die Lunge gelangt. Plutoniumpartikel sind darin ebenfalls enthalten! Somit kann die JAEA gesundheitliche Folgen, die für die 5 betroffenen Arbeiter mit aller Wahrscheinlichkeit eintreten werden, nicht leugnen. Denn vor allem das Plutonium, das hierbei in die Lunge gelangt ist, ist nämlich hochgradig krebserregend!

Nach ersten Untersuchungen wurden die 5 Arbeiter zum nationalen Institut für radiologische Wissenschaften nach Chiba (NIRS) überwiesen. Dort will man weitere Untersuchungen auf innere Verstrahlung durchführen und mithilfe spezieller Medikamente radioaktive Partikel aus dem Körper entfernen.

Währenddessen ermittelt auch die Atomaufsichtsbehörde NRA. Nach Angaben der JAEA wurden Arbeitsschutz und Unfallverhütungsvorschriften eingehalten. Allerdings muss nun hinterfragt werden, warum die Schutzmasken nicht dicht gehalten haben.     

 

07.06.2017

Zwischenfall am Kernforschungszentrum Ōarai – 5 Arbeiter kontaminiert

Am Kernforschungszentrum Ōarai der JAEA, Präfektur Ibaraki kam es bereits gestern um 11:15 Uhr zu einem Zwischenfall, bei dem 5 Arbeiter, im Alter von 20 bis 50 mit radioaktiven Pulver in Kontakt gekommen sind. Die Arbeiter waren in einem Forschungslabor, wo Brennelemente für den Gebrauch in Schnellen Brütern entwickelt werden, damit beschäftigt ein Plutonium-Uranpulvergemisch, das sich in einem Metallbehälter befand zu überprüfen, als plötzlich eine Gummidichtung am Behälters abplatzte. Durch das herausgeschleuderte hochradioaktive Pulver wurden die Arbeiter komplett eingestaubt. Obwohl sie Schutzanzüge, Handschuhe und Gesichtsmaske trugen, hatte 3 der Arbeiter Partikel über Mund und Nase eingeatmet. Laut der JAEA sollen die betroffenen Arbeiter noch mittels Ganzkörpermessung (WBC) auf innere Verstrahlung untersucht werden. An den Nasenlöchern der 3 Arbeiter, die Partikel eingeatmet hatten, wurde ein Strahlenwert von 24 Bq gemessen, der auf anhaftende Partikel zurückzuführen ist.

Laut der JAEA sei keine Radioaktivität nach außen in die Umwelt gelangt. Die betroffenen Laborräume wurden vorrübergehend gesperrt und nach der Ursache für das Abplatzen der Gummidichtung wird nun gesucht.  

In früherer Zeit war das Kernforschungszentrum Ōarai vorwiegend mit der „Optimierung“ von Brennelementen, die im Schnellen Brüter Monju, Präfektur Fukui zum Einsatz kommen sollten beschäftigt. Der Schnelle Brüter Monju soll jedoch stillgelegt werden (antiatom-fuku berichtete 2016), so dass nun der Forschungsreaktor Jujo, Präfektur Ibaraki im Fokus steht.   

 

06.06.2017

AKW Takahama: Reaktor 3 wurde angefahren

Heute Nachmittag um 14:00 Uhr wurde Reaktor 3 am AKW Takahama, Präfektur angefahren. Der Beginn der Kernspaltung wird für heute Nacht in den frühen Morgenstunden erwartet. Der Reaktor soll zunächst im Testbetrieb laufen, und dann in seiner Leistung nach und nach gesteigert werden, so dass er dann ab Anfang Juli im regulären Leistungsbetrieb laufen wird. Die Stromproduktion wird voraussichtlich ab den 09.06.2017 einsetzen. Der Reaktor 3 ist mit 133 „normalen“ Uran- und mit 24 plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen bestückt.

Reaktor 4, der bereits am 17.05.2017 wieder angefahren worden ist, wurde mit 4 MOX- und 153 „normalen“ Brennelementen bestückt (antiatom-fuku berichtete). Beide Reaktoren sind DWR aus dem Jahr 1985.

Somit wurde nun landesweit der 5. Reaktor wieder in Betrieb genommen.

In der Hoffnung eine breitere Akzeptanz in der Bevölkerung für das AKW Takahama zu gewinnen und um den Eindruck zu erwecken, dass die Kernenergie effizient sei, versprachen die Kansai Elektrizitätswerke eine baldige Senkung der Strompreise. 

 

04.06.2017

AKW Kashiwazaki Kariwa: NRA-Sicherheitsüberprüfung in der Endphase

Masahiro Sakurai, der Bürgermeister der Stadt Kariwa, Präfektur Niigata, wo sich auch das von Tepco betriebene AKW Kashiwazaki Kariwa befindet, will einer Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 6 und 7 nur unter bestimmten Bedingungen dulden. Diese beinhalten, da das AKW mit seinen 7 Reaktoren insgesamt eine große Gefahr darstelle, das die Reaktoren 1 bis 5 endgültig stillgelegt und rückgebaut werden sollen. Denn bisher wurde für diese 5 Reaktoren weder eine Überprüfung auf Erfüllung der Sicherheitsanforderungen bei der Atomaufsichtsbehörde NRA gestellt, noch die Genehmigung zur Stilllegung beantragt. Somit ist noch völlig unklar, was mit diesen Reaktoren überhaupt passieren soll.

Außerdem bemängelt Sakurai auch, dass Tepco im Februar 2017 wissentlich falsche Daten zur Erdbebensicherheit am AKW Kashiwazaki Kariwa vorgelegt hat, die jedoch rasch widerlegt werden konnten.

Der Präfekturgouverneur von Niigata, Ryuichi Yoneyama lehnt die Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 6 und 7, solange der Unfallhergang am AKW Fukushima dai ichi nicht wahrheitsgemäß geklärt ist, generell ab. Zudem müsse Tepco auch mehr Verantwortung zeigen.    

Die NRA-Überprüfung der Reaktoren 6 und 7, die durch die Regierung sogar vorangetrieben wird, ist nun in der Endphase. Bezüglich der Prüfergebnisse ist der Betreiber Tepco und die NRA sehr zuversichtlich. Somit könnte die Freigabe durch die NRA schon in Kürze erfolgen.

 

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Nachrichtenarchiv und Quellen der Nachrichten

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Die Quellen der japanischen Nachrichten:

NPJ News, atombezogene Nachrichten aus ganz Japan, berichtet sehr objektiv und wahrheitsgemäß.

Tokyo shinbun, eine japanische Tageszeitung, die sehr realitätsnah und unzensiert berichtet.

Mai nichi shinbun, eine japanische Tageszeitung, die ebenfalls sehr wahrheitsgetreu berichtet.

NHK  ein großer japanischer Fernsehsender

Asahi shinbun  eine große japanische Tageszeitung

47news atombezogene Nachrichten auf ganz Japan

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima dai ichi, der durch den Betreiber Tepco erstellt wird

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima dai ichi aus dem Jahr 2016 und den Jahren zuvor