Fuku Info - aus den japanischen Nachrichten

18.06.2018

Größeres Erdbeben in Osaka

Heute Morgen um 7:58 Uhr ereignete sich in der Osaka-Region ein größeres Erdbeben der Stärke 6,0 mit der Einstufung M 6,1. Das Epizentrum lag in 10 km Tiefe im nördlichen Teil der Großstadt Osaka. Neben zahlreichen Verletzten kamen 3 Menschen ums Leben, wovon ein kleineres Schulkind und ein älterer Mann von einer umstürzenden Mauer, die neben dem Gehweg verlief, erschlagen worden sind. Es kam zu kompletten Stromausfällen, Hausbränden und geborstene Wasserrohren, die zum Teil die Straßen überfluteten, sowie zu weiteren zahllosen Sachschäden. Der Zugverkehr kam ebenfalls zum Erliegen. (siehe Video der ANN News. Das Video ist zwar auf Japanisch, die Bilder verdeutlichen aber trotzdem das Ausmaß des Bebens).

Die Ausläufer des Bebens erstreckten sich bis Fukuoka, Kyushu im Süden, Niigata in Nordwesten und Tokyo im Osten Japans (siehe Erdbebenkarte). In der etwa 70 km entfernten Fukui-Bucht befinden sich gleich mehrere Reaktoren, wovon zurzeit 3 am Netz sind.

Über den ganzen Tag verteilt kam es immer wieder zu Nachbeben, die zum Teil eine Stärke 3,0 bis 4,0 auf der Richter-Skala erreichten.   

 

16.06.2018

AKW Genkai, Reaktor 4 seit heute wieder in Betrieb

Nach etwa sechseinhalb Jahren Stillstand wurde heute Vormittag um 11:00 Uhr der Reaktor 4 am AKW Genkai, Präfektur Saga wieder angefahren. Er läuft zunächst im Testbetrieb, wird nach und nach in seiner Leistung gesteigert, so dass er ab Mittwoch kommender Woche mit der Stromproduktion beginnt. Ab Mitte Juli soll er dann im regulären Leistungsbetrieb laufen, so die Pläne der betreibenden Kyushu Elektrizitätswerke.

Somit wurden schon allein auf der südlichen Hauptinsel Kyushu 4 Reaktoren an 2 AKWs wieder in Betrieb genommen. Landesweit ist Genkai 4 nun der 9. Reaktor, der nach Freigabe der Atomaufsichtsbehörde NRA wieder hochgefahren werden durfte.

Um auf Kyushu eine Überkapazität an Strom zu vermeiden, werden nun, unter dem Vorwand Kosten für fossile Rohstoffe zu senken, die Kohlekraftwerke in ihrer Leistung reduziert.

Der Reaktor 4, dessen Wiederinbetriebnahme ursprünglich für Herbst 2017 geplant gewesen ist, wurde wegen des Kobe Stahlskandals und technischer Probleme laufend verschoben. So konnte auch der Termin für März nicht eingehalten werden, da genauso wie am Reaktor 3 Korrosionen an Rohrleitungen des Sekundärkreislaufes entdeckt worden sind. Zudem waren 3 von 4 Kühlpumpen des Primärkreislaufes defekt. Und die Abklingbecken beider Reaktoren erreichen in den nächsten 3 bis 4 Jahren auch ihre maximale Kapazität. (antiatom-fuku berichtete im März/April).   

 

14.06.2018

AKW Fukushima Daini: Endgültige Stilllegung beschlossen

Auf einer Konferenz mit dem AKW-Betreiber Tepco und der Verwaltung der Präfektur Fukushima, einigten sich Tepco und der Präfekturgouverneur Masao Uchibori im gegenseitigen Einvernehmen auf eine endgültige Stilllegung aller vier Reaktoren des AKWs Fukushima Daini. Das AKW Fukushima Daini, mit vier Reaktoren, liegt nur 12 km südlich vom havarierten AKW Fukushima Daiichi.  

Das ist nun das aller erste Mal, dass sich der Betreiber Tepco, der nämlich auch das AKW Fukushima Daiichi zu verantworten hat, sich mit einer Stilllegung des AKWs Fukushima Daini einverstanden zeigt. Denn die Stilllegung, die schon in der Vergangenheit mehrfach diskutiert worden ist, wurde seitens Tepco bisher immer abgelehnt. Anfänglich wollte Tepco sogar die „heile gebliebenen“ Reaktoren 5 und 6 am AKW Fukushima Daiichi wieder in Betrieb nehmen, was jedoch seitens der Atomaufsichtsbehörde NRA und der Präfekturverwaltung direkt abgelehnt worden ist.

Seit Beginn der Reaktorkatastrophe sprechen sich die meisten Bürger und Lokalpolitiker in der Präfektur Fukushima gegen die Atomenergie aus. Die erneuerbaren Energien werden immer weiter ausgebaut, so dass die Präfektur immer unabhängiger auch von fossilen Energieträgern wird.    

Uchibori löst mit der Stilllegung des AKWs auch ein Wahlversprechen von vor 4 Jahren ein, als er zum Gouverneur der Präfektur Fukushima gewählt worden ist. Zur nächsten Gouverneurswahl im Oktober tritt er wieder an.

 

13.06.2018

AKW Fukushima Daiichi Wochenrückblick

Am havarierten AKW Fukushima Daiichi werden jetzt aus dem Zusatzabklingbecken 483 Brennelemente, die keiner Nasslagerung mehr bedürfen, zum Trockenlagerplatz, der sich ebenfalls auf dem AKW-Gelände befindet, transportiert. Hierdurch soll Platz für die Brennelemente geschaffen werden, die ab dem Herbst aus dem Abklingbecken des Reaktors 3 entfernt werden sollen.

Die 1535 Brennelemente von Reaktor 4 wurden bereits 2014 in einer heiklen Aktion aus den Abklingbecken in das Zusatzabklingbecken umgelagert (antiatom-fuku berichtete mehrfach darüber).

Zum Todesfall eines 50jährigen Arbeiters eines Subunternehmers, der sich am 06.06.2018 ereignete (antiatom-fuku berichtete am 07.06.2018), beteuert der AKW-Betreiber Tepco weiterhin, dass die Todesursache nicht in Verbindung mit der Tätigkeit im Bereich der Lagertanks für hochradioaktives Wasser am AKW stehen würde.  

 

10.06.2018

Präfektur Niigata, AKW-Skeptiker Hanazumi gewinnt Gouverneurswahl

Die Präfektur Niigata hat heute einen neuen Gouverneur gewählt. Unter den 3 favorisierten Kandidaten, wurde Hideyo Hanazumi (60) mit 49,15% der Wählerstimmen zum neuen Gouverneur der Präfektur Niigata gewählt. Dicht gefolgt von der Kandidatin Chikako Ikeda (57), die 45,15% der Stimmen holte, und somit ebenfalls weit vor dem Schlusslicht im Favoritentrio Satoshi Annaka ((41) lag, der nur 4,1% der Stimmen erlangte.

Alle drei Kandidaten wollen im Grunde genommen keine, bzw. nur unter bestimmten Voraussetzungen eine Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren 6 und 7 am AKW Kashiwazaki Kariwa zustimmen.

Eine mögliche Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren am AKW Kashiwazaki Kariwa, die ohnehin vom Großteil der Bevölkerung abgelehnt wird, war Hauptbrennpunkt im Wahlkampf, zumal der Betreiber derselbe ist, wie am AKW Fukushima Daichi, wo ständig neue Probleme auftreten und die Informationen seitens des Betreibers Tepco nicht immer korrekt sind.

Auch wenn der neu gewählte Präfekturgouverneur Hanazumi ein Kandidat gewesen ist, der von den beiden Regierungsparteien LDP und Komeito unterstützt wird, hat er stets im Wahlkampf deutlich gemacht, dass er die Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren nur dann genehmigen wird, wenn die Probleme am havarierten AKW Fukushima Daiichi gelöst worden sind. „Eine mögliche Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme sollte gut durchdacht und verantwortungsvoll entschieden werden“, so Hanazumi in seinen Reden. Zudem brauche es Zeit, so dass eine Entscheidung bezüglich der Wiederinbetriebnahme sowieso erst in ein paar Jahren erfolgen kann.

Die beiden Kandidaten Chikako Ikeda (57), die von mehreren Parteien aus der Opposition unterstützt worden ist, und der unabhängige Kandidat Satoshi Annaka (41) wollten sogar die baldige Stilllegung des AKWs erwirken.      

Der 2016 gewählte atomkritische Ex-Gouverneur Ryuichi Yoneyama, der ebenfalls von der LDP unterstützt worden ist, aber entgegen den Wünschen der gegenwärtigen Regierung die Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren am AKW Kashiwazaki Kariwa konsequent nicht genehmigt hatte, trat im April, als ihm ein frei erfundener Sexskandal unterstellt worden ist, zurück, so dass es heute zu vorgezogenen Neuwahlen gekommen ist.

Die Wahlbeteiligung lag bei 58,25%, und stieg somit im Vergleich zu 2016 um 5,2%.

 

Qualitätsmängel – Anfrage bei den Kyushu Elektrizitätswerken

Auf Anfrage einer Bürgerinitiative, äußerten sich die Kyushu Elektrizitätswerke Ende dieser Woche zu den Störfällen der Reaktoren 3 und 4 am AKW Genkai, Präfektur Saga. Schwerpunkt der Anfrage war u.a. auch das Thema „Materialprüfung und Qualitätssicherung“ in Verbindung mit dem Kobe Stahlskandal.

Denn nach dem Kobe Stahlskandal von Ende 2017, als gefälschte Daten bezüglich der Materialprüfung ans Licht kamen, stellte sich heraus, dass in einigen Reaktoren, so auch am AKW Genkai, Stahl verarbeitet worden ist, der entgegen den Angaben in den Prüfprotokollen, nicht den gesetzlichen Qualitätsanforderungen entspricht (antiatom-fuku berichtete).

So kam es Ende März dieses Jahres, schon kurz nach Wiederinbetriebnahme des Reaktors 3 zum Dampfaustritt aus einer durchgerosteten Rohrleitung des Sekundärkreislaufes. Und auch am Reaktor 4, der nach Plänen der Kyushu Elektrizitätswerke am kommenden Samstag wieder angefahren werden soll, waren Anfang Mai 2 Kühlpumpen des Primärkreislaufs defekt und mussten ausgetauscht werden. Die Ursache blieb zunächst „ungeklärt“. (antiatom-fuku berichtete). Denn als Ursache für den Defekt der Pumpen, was zunächst verschwiegen worden ist, kommt nämlich sehr wohl die unzureichende Qualitätssicherung der verarbeiteten Materialien aus dem besagten Kobe Stahlwerk infrage.

Die Wiederinbetriebnahme beider Reaktoren wurde bereits seit dem Herbst 2017 wegen technischer Probleme und des Kobe Stahlskandals mehrfach verschoben.

Die Antworten, die die Bürgerinitiative von den Kyushu Elektrizitätswerken erhielt, waren, vor allem in Bezug auf die fehlerhaften Materialien jedoch sehr unbefriedigend und alles andere als informativ.  

 

07.06.2018

AKW Fukushima – Tod eines Arbeiters

Wieder ist ein Todesfall eines Arbeiters zu beklagen, der für einen Subunternehmer am havarierten AKW Fukushima Daiichi tätig gewesen ist. Zu den näheren Umständen, bzw. ob eventuelle Vorerkrankungen als Todesursache infrage kommen, äußert sich der AKW-Betreiber Tepco nicht.

Der 50jährige Arbeiter, der gestern Morgen seit 8:00 Uhr im Bereich der Lagertanks für hochradioaktiv verseuchtes Wasser tätig gewesen ist, klagte um ca. 10:45 Uhr über Unwohlsein und musste sich heftig übergeben. In der darauffolgenden Nacht erneut heftige Übelkeit und Kreislaufkollaps, so dass ihm die Kollegen in die nahegelegene Futaba-klinik brachten, wo er jedoch um 4:00 Uhr verstarb. Bezüglich der genaueren Todesursache wurden bisher keine genaueren Informationen bekannt gegeben.   

Der verstorbene Arbeiter ist seit März 2016 als Arbeiter eines Subunternehmers am AKW Fukushima Daiichi beschäftigt gewesen.

 

06.06.2018

AKW Fukushima Wochenrückblick:

Öffnung am Reaktorgebäude 2

Am havarierten AKW Fukushima Daichi wird jetzt im oberen Drittel der 20 cm dicken Außenwand des Reaktorgebäudes 2 eine Öffnung mit einer Größe von 7 x 5 Meter geschaffen. Direkt hinter dieser Wand befindet sich das Abklingbecken. Da die Arbeiten wegen der hohen Strahlung ferngesteuert erfolgen müssen, und dem entsprechend mühselig sind, wurden erst einmal zahlreiche Löcher geschaffen (antiatom-fuku berichtete). Nun wird der zu entfernende Wandabschnitt über ferngesteuerte Werkzeuge und mit Hilfe der Löcher Stück für Stück herausgetrennt. Damit umherfliegende radioaktive Partikel nicht nach außen gelangen, wird das Arbeitsfeld abgedichtet.

Nach Beendigung der Arbeiten, voraussichtlich Ende Juni, soll mit Hilfe eines Roboterarms die Strahlung im Inneren des Gebäudes gemessen werden. Später sollen dann über die geschaffene Öffnung die 615 Brennelemente aus dem Abklingbecken entfernt werden.

Brand im Reaktorblock 5

Im Bereich der Klimatechnik des Reaktors 5 wurden in dieser Woche Brandspuren entdeckt. Ursache hierfür ist laut dem Betreiber Tepco ein technischer Schaden an der Elektrik gewesen. Reaktor 5 befand sich, wie auch Reaktor 4 und 6 zum Zeitpunkt der Dreifachkatastrophe März 2011 in Revision, und war somit leer. Im Abklingbecken lagern jedoch noch 1542 Brennelemente.

 

04.06.2018

AKW Kashiwazaki Kariwa: 65,1% der Bürger gegen Wiederinbetriebnahme

Laut einer Umfrage, die die Asahi Shinbum in Bezug auf die Gouverneurswahl in der Präfektur Niigata, am kommenden Sonntag, in Verbindung mit dem AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata durchführte, sprechen sich 65,1% der Befragten gegen die geplante Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren aus. 20,2% befürworten eine Wiederinbetriebnahme und der restliche Anteil der Befragten kann sich nicht festlegen.

Das AKW Kashiwazaki Kariwa ist, wie auch schon im Oktober 2016 Hauptthema im Wahlkampf und somit eines der Hauptkriterien für die Entscheidung der Bürger an der Wahlurne. 2016 lehnten 60,9% der Wahlberechtigten das AKW ab.   

Die beiden Reaktoren 6 und 7, die von der Atomaufsichtsbehörde NRA bereits für „sicher“ befunden worden sind, dürfen nach einer Nachrüstung auch sehr wahrscheinlich wieder in Betrieb gehen, was voraussichtlich 2019 schon der Fall sein könnte.

Das AKW Kashiwazaki Kariwa wird vom selben Atomkonzern, nämlich Tepco, wie auch das havarierte AKW Fukushima Daiichi betrieben, wo noch immer viele Probleme, wie z.B. das viele Tritiumwasser auf dem Gelände und der Rückbau der Anlage insgesamt große Sorge bereiten.

 

02.06.2018

Antiatomzeitschrift „Han Genpatsu Shimbun“ feiert 40. Jubiläum

Die seit 1978 bestehende japanische Antiatomzeitschrift „Han Genpatsu“, die sich ausschließlich mit Themen rund um die Atomkraft und dessen Gefahren befasst, feiert ihr 40. Jubiläum. Siehe dazu den Artikel der Sumikai.

31.05.2018

Wahlen, Präfektur Niigata – Brennpunkt AKW Kashiwazaki Kariwa

Am Sonntag, den 10.06.2018 wird in der Präfektur Niigata, wo sich auch das heftig umstrittene AKW Kashiwazaki Kariwa befindet, ein neuer Präfekturgouverneur gewählt. Hauptstreitpunkt im Wahlkampf, wie auch schon zuvor, ist die von Tepco und Regierung angestrebte Wiederinbetriebnahme zweier Reaktoren am AKW Kashiwazaki Kariwa. Der bisherige Präfekturgouverneur Ryuichi Yoneyama trat im vergangenen April gezwungenermaßen zurück, als ihm ein angeblicher Sexskandal angehängt worden ist; somit kommt es nun zu vorgezogenen Neuwahlen.

Der atomkritische Politiker Yoneyama hatte von Anbeginn seiner Amtszeit eine sehr kritische Haltung gegenüber dem AKW Kashiwazaki Kariwa, und lehnte dem entsprechend eine Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren 6 und 7, auch nach mehrfachen Verhandlungsversuchen durch den Betreiber Tepco und Regierungsvertretern ab. Vor allen auch, da Tepco nämlich auch das havarierte AKW Fukushima Daiichi zu verantworten hat.

Die Atomaufsichtsbehörde NRA stellte bereits im Dezember 2017 die Freigabe zur Wiederinbetriebnahme beider Reaktoren nach einer technischen Nachbesserung in Aussicht. Nach Plänen des Betreibers Tepco sollen beide Reaktoren 2019 auch schon wieder hochgefahren werden.    

Nicht nur der ehemalige Präfekturgouverneur Yoneyama, sondern auch einige Lokalpolitiker, sowie ein Großteil der Bevölkerung in der Präfektur Niigata sprechen sich gegen das AKW aus. So auch der Wahlkandidat Chikako Ikeda, der von den Oppositionsparteien unterstützt wird. In seinen Wahlveranstaltungen bekräftigt er immer wieder ein „atomfreies Niigata“ und betont, dass die Sicherheit der Bevölkerung oberste Priorität hätte, was mit einer Wiederinbetriebnahme des AKWs Kashiwazaki Kariwa jedoch nicht vereinbar wäre.

Neben Ikeda kandidieren noch 5 weitere Lokalpolitiker, u.a. auch Vertreter der Regierung LDP/Komeito, die die Atomkraft, wie auch Ministerpräsident Abe (LDP) befürworten.

 

30.05.2018

AKW, Sendai: Revision beendet, Reaktor 1 wieder hochgefahren

Am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima, wurde heute Morgen nach beendeter Routinewartung der Reaktor 1 wieder hochgefahren. Dieser läuft zunächst im Testbetrieb, wobei die Leitung schrittweise gesteigert wird, so dass voraussichtlich ab dem 05.06.2018 die Stromproduktion beginnt. Ab Ende Juni soll er dann im regulären Leistungsbetrieb laufen.

Während der Revision wurden, aufgrund des Zwischenfalls von März 2017, als erhöhte Werte an radioaktiven Jod131 gemessen worden sind (antiatom-fuku berichtete), alle Brennstäbe auf Mikrorisse überprüft worden. Ursache für die erhöhten Werte war ein defekter Brennstab. Laut den betreibenden Kyushu Elektrizitätswerken wurden alle Brennelemente, die defekte Brennstäbe aufweisen ausgetuscht.

Der Reaktor 2, der sich seit April in Revision befindet, soll Ende August wieder hochgefahren werden.  

 

27.05.2018

Iitate, Präfektur Fukushima: Rinder versuchsweise auf der Weide

In der Stadt Iitate, Präfektur Fukushima, die nach Beginn der Reaktorkatastrophe von 2011 vollständig evakuiert und nach einer Flächendekontamination Ende März 2017 zur Rückkehr wieder freigegeben worden ist, stehen nun die ersten Rinder wieder auf der Weide. Denn im Rahmen eines Versuches soll jetzt ermittelt werden, ob die zu Iitate gehörigen Weideflächen wieder freigegeben werden können.

Nach 3 Monaten soll dann das Blut der „Testrinder“ auf radioaktive Belastung untersucht, und dann entschieden werden, ob die Weideflächen wieder freigegeben werden dürfen, was dann voraussichtlich schon im nächsten Jahr erfolgen könnte. Dann dürfte laut Gesetzgeber auch das Fleisch der Rinder aus Iitate wieder in den regulären Handel gelangen.

 

Namie: Ehemalige Anwohner wollen gegen Tepco klagen

Nach dem der Stromkonzern Tepco, der das havarierte AKW Fukushima Daiichi zu verantworten hat, weiterhin die Zahlung ausstehender Entschädigungszahlungen verweigert, will nun eine Gruppe von Anwälten, die etwa 15000 aus Namie evakuierte Bürger vertreten, Klage bei Gericht einreichen. Eine außergerichtliche Einigung blieb bisher erfolglos, so dass nur noch der Rechtsweg übrigbleibt.

Die Schlichtungsstelle für Entschädigungszahlungen in Verbindung mit der Reaktorkatastrophe hatte im März 2017 eine einmalige Erhöhung der Entschädigungszahlung angeordnet, die jedoch seitens des Stromkonzerns Tepco weiterhin strikt verweigert wird.   

 

24.05.2018

12 Reaktorblöcke - Korrosionen in Rohren der Klimaanlage

Nach einer technischen Überprüfung worden, wie die Atomaufsichtsbehörde NRA nun bekannt gab, an 7 AKWs Korrosionen und Löcher in den Lüftungsrohren der Klimaanlagen in 12 Reaktorblöcken festgestellt. Die Korrosionen und Löcher befinden sich in den klimatechnischen Lüftungsrohren der Leitwarte des Reaktors. Ursache der Korrosion ist Feuchtigkeit durch Regenwasser und die salzige Meeresluft, die mit der Außenluft für die Klimaanlage angesogen wird.

Aufgrund der korrodierten und löchrigen Rohe würde im Falle einer nuklearen Notfallsituation verstärkt Radioaktivität von außen eindringen. Davon betroffen sind u.a. auch die Leitwarte des Reaktors 7 am AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata, dass genau wie das havarierte AKW Fukushima Daiichi durch den Atomkonzern Tepco betrieben wird und Aussicht auf Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme hat.

In der Leitwarte des AKWs Shimane, Reaktor 2 wurden derartige Korrosionen bereits 2016 entdeckt, was den Stein dann ins Rollen brachte. Die Reaktoren 3 am AKW Hamaoka, Präfektur Shizuoka und das AKW Tokai 2 weisen die gleichen Probleme auf. Beide Reaktoren befinden sich in der NRA-Sicherheitsüberprüfung, wovon das AKW Tokai 2 bereits Aussicht auf Freigabe für die Wiederinbetriebnahme in Aussicht hat.   

Die Betreiber der betroffenen Reaktorblöcke wollen dem Feuchtigkeitsproblem nun mit einem speziellen Filter entgegenwirken.

 

AKW Shimane: Reaktor 3 darf fertig gebaut werden

Der nahezu fertiggestellte Reaktor 3 am AKW Shimane, Präfektur Fukui darf nach einer Überprüfung und Genehmigung der Atomaufsichtsbehörde NRA und lokaler Behörden weitergebaut werden. Hierbei handelt es sich um eine sogenannten „verbesserte“ Form des Siedewasserreaktors, desssen Baubeginn bereits im Jahr 2005 gewesen ist. Der Bau wurde nach Beginn der Reaktorkatastrophe von Fukushima 2011 vorerst gestoppt, jedoch nie endgültig aufgegeben. Shimane 3 ist neben dem AKW Ōma, einem Voll-MOX-Reaktor, der 2. Sich im Bau befindliche Reaktor, der nach der Fukushima-Katastrophe fertiggestellt werden darf.

 

20.05.2018

Zu hohe Wartungskosten, 80% der Strahlenmesssonden werden entfernt

Nach Informationen der Präfekturverwaltung sollen 80% der fest installierten Strahlenmesssonden, die seit 2013 überall in der Präfektur Fukushima aufgestellt worden sind, bis Ende 2020 wieder abgebaut werden. Die Sonden, die den aktuellen Strahlenwert auf einem Display wiedergeben, wurden zu Überwachung der seit der Reaktorkatastrophe von 2011 erhöhten Umweltradioaktivität installiert.

Der Grund für die nun geplante Demontage ist laut den Verantwortlichen die zunehmende Störanfälligkeit der über 3000 Messsonden, die mittlerweile eine Betriebsdauer von 5 Jahren aufweisen. Die Demontage der Sonden, die in den vergangenen Wochen bereits mehrfach diskutiert worden ist, soll jetzt definitiv erfolgen.  

Laut der Atomaufsichtsbehörde NRA wären die Sonden auch generell nicht mehr nötig, da die Umweltradioaktivität an den meisten Orten wieder auf das „normale Niveau“ abgesunken sei. Die eigentlichen Gründe sind jedoch die hohen Wartungs- und Reparaturkosten, die die Präfekturverwaltung alleine nicht aufbringen kann, da nämlich das Budget für den Wiederaufbau bis Ende 2020 ausläuft.

Auch wenn die Messsonden zum Teil, wie Umweltorganisationen schon bald feststellten, falsch niedrige Werte anzeigten, sind diese jedoch eine Orientierung für den Bürger gewesen und dienten gleichzeitig auch als Mahnmal. Ein Mahnmal, von dem die Regierung LDP/Komeito vor allem in Anbetracht der bevorstehenden Olympiade 2020 jedoch nichts mehr wissen will.      

 

Hier geht es zu den Nachrichten aus den Tagen zuvor.

Nachrichtenarchiv und Quellen der Nachrichten

Weiter zurückliegende Nachrichten sind im Archiv zu finden.

 

Die Quellen der japanischen Nachrichten:

NPJ News, atombezogene Nachrichten aus ganz Japan, berichtet sehr objektiv und wahrheitsgemäß.

Tokyo shinbun, eine japanische Tageszeitung, die sehr realitätsnah und unzensiert berichtet.

Mai nichi shinbun, eine japanische Tageszeitung, die ebenfalls sehr wahrheitsgetreu berichtet.

NHK  ein großer japanischer Fernsehsender

Asahi shinbun  eine große japanische Tageszeitung

47news atombezogene Nachrichten aus ganz Japan

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima Daiichi, der durch den Betreiber Tepco erstellt wird

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima dai ichi, aus dem Jahr 2017

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima dai ichi aus dem Jahr 2016 und den Jahren zuvor.