Fuku Info - aus den japanischen Nachrichten

17.03.2019

Klage gegen das AKW Ikata erneut gescheitert

Die Bewohner dreier zur Präfektur Yamaguchi gehörigen Inseln, die in 50 km Entfernung zum AKW Ikata, Präfektur Ehime liegen, wollten per Einstweiliger Verfügung einen sofortigen Betriebsstopp des Reaktors 3 am AKW Ikata erwirken.  Allerdings wurde die Klage durch das Landgericht Yamaguchi, wo der Fall bereits am vergangenen Freitag verhandelt worden ist, abgewiesen. Somit dürfen die betreibenden Shikoku Elektrizitätswerke den Reaktor, der unter anderem auch mit plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen bestückt ist, weiterlaufen lassen.  

Begründet wurde die Klage der Bürger damit, dass sich das AKW Ikata in nur 130 km Entfernung zum Vulkan Aso, Präfektur Kumamoto befindet, die vor allem wegen zahlloser Erdbeben in die Schlagzeilen geriet (antiatom-fuku berichtete). Außerdem zeigt der Vulkan Aso in letzter Zeit vermehrt Aktivität.

Anders als die klagende Bürgerinitiative und unabhängigen Experten sehen die urteilenden Richter allerdings keine nennenswerten Gefahren in Bezug auf das AKW Ikata.  

 

14.03.2019

Verstrahlte Obstplantagen: Tepco muss Schadensersatz zahlen

Heute wurde am Landgericht Iwaki, Präfektur Fukushima die Schadensersatzklage eines Landwirtes aus Ono verhandelt, dessen Obstplantagen und Felder infolge der Reaktorkatastrophe von 2011 radioaktiv verseucht wurden, und somit nicht mehr nutzbar sind. Der Ort Ono grenzt direkt an das havarierte AKW Fukushima Daiichi, wurde damals komplett evakuiert und ist weiterhin unbewohnbar.

In der heutigen Verhandlung wurde die verursachende Betreiberfirma Tepco nun zur einer Schadensersatzzahlung von 2,3 Mio. Euro verurteilt.

 

13.03.2019

AKW Fukushima, Reaktor 3: Entnahme der Brennelemente aus dem Abklingbecken erneut verschoben

Die Entnahme der 566 Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktorblock 3 des havariertem AKWs Fukushima Daiichi, die nach letzten Informationen in diesem Monat beginnen sollte, wird nun auf April verschoben. Diese sollte ursprünglich bereits im vergangenen November beginnen, wurde jedoch aufgrund technischer Probleme des Entnahmekrans, sowie weiterer Konstruktionsmängel schon mehrfach verschoben (antiatom-fuku berichtete).

Im April sollen zwecks Evaluierung und Optimierung der Arbeitsabläufe zunächst erst einmal 7 Brennelemente entnommen werden. Die Entnahme der restlichen, darunter auch plutoniumhaltige MOX-Brennelemente, soll dann ab dem Sommer beginnen. Die entnommenen Brennelemente sollen dann in das zentrale Abklingbecken, das sich auf dem AKW-Gelände befindet, umgelagert werden. 

Aufgrund der hohen Strahlung muss die Entnahme der Brennelemente komplett ferngesteuert erfolgen, so dass jeder Arbeitsschritt genau geplant werden muss.

Zur Vorbereitung wurde das Reaktorgebäude, das 2011 durch die Wasserstoffexplosion sehr stark beschädigt worden ist, mit einem halbrunden Schutzdach versehen, unter dem sich ein ferngesteuerter Entnahmekran befindet.

 

11.03.2019

Das große Tohoku-Erdbeben mit Reaktorkatastrophe am AKW Fukushima Daiichi jährt sich heute zum 8. Male

Heute vor 8 Jahren, am 11. März 2011 um 14:46 Uhr ereignete sich in Nordostjapan das große Tohoku-Erdbeben mit einem gewaltigen Tsunami und der Reaktorkatastrophe mit dreifacher Kernschmelze am AKW Fukushima Daiichi. Das Erdbeben, das eine Stärke von 9,0 auf der Richter-Skala aufwies, war das bisher schwerste in der Geschichte Japans. Der Tsunami überflutete eine Fläche von 470 km². Mehr als 260 küstennahe Ortschaften wurden zerstört. Nahezu 20.000 Leute verloren ihr Leben durch den Tsunami. Mehr als eine halbe Millionen Menschen wurden evakuiert, bzw. flüchteten „freiwillig“. Häuser, die nach dem Erdbeben und Tsunami noch intakt geblieben schienen, mussten aufgrund der hohen Radioaktivität verlassen werden. Hunderttausende verloren ihre Heimat. Um das havarierte AKW Fukushima Daiichi herum entstanden Geisterdörfer, die für mehrere Jahrzehnte (eigentlich) nicht mehr bewohnbar sind. Diese Gebiete werden aber, auf Anordnung der Regierung, zwecks Senkung der Radioaktivität, einer Flächendekontamination durch Abtragen der obersten Erdschicht unterzogen. Es wird weiterhin konsequent versucht, die Leute zur Rückkehr in ihre immer noch radioaktiv belastete Heimat zu bewegen. Die Dekontaminationsmaßnahmen wirken aber nur kurzfristig, da laufend neue radioaktive Partikel mit Wind und Regen herangetragen werden. Alle Flächen außerhalb von Wohngebieten und landwirtschaftlichen Nutzflächen wurden nicht dekontaminiert und weisen somit eine deutlich höhere Strahlung als die dekontaminierten Gebiete auf.

Da nicht zu Unrecht gesundheitliche Folgen befürchtet werden, hält sich die Rückkehrbereitschaft in die radioaktiv belastete Heimat, vor allem bei Familien mit Kindern sehr stark in Grenzen. In der Stadt Iitate, die nur 30 km vom havarierten AKW entfernt liegt und sehr stark radioaktiv verseucht worden ist, sind nach der Flächendekontamination bisher „nur“ 10% der ehemaligen etwa 6000 Einwohner zurückgekehrt. 

Vom havarierten AKW Fukushima Daiichi geht weiterhin eine große Gefahr aus! Seit 2011 läuft radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer. Das Tritiumwasser, über 1 Mio. m³, das auf dem AKW-Gelände lagert, will der Betreiber Tepco ins Meer verklappen. Bisher konnten sich jedoch die Fischer und dessen Genossenschaften, Umweltschützer und Bürger noch erfolgreich dagegen währen.   

In Anbetracht immer neuer Schwierigkeiten, wird der Rückbau des AKWs vermutlich noch 30 bis 40 Jahre dauern.

In den offiziellen Gedenkfeiern, die vielerorts in Nordostjapan stattfanden, gedachte man zwar der Opfer der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe, aber nicht die der Reaktorkatastrophe. Diese wird seitens der Regierung nämlich weiterhin kleingeredet, bzw. in Vergessenheit gebracht werden. Mittlerweile laufen landesweit auch wieder 9 Reaktoren an 5 AKWs.

Landesweit, z.B. in Tokyo fanden jedoch zahlreiche Gedenk- und Protestveranstaltungen zum 8. Fukushima Jahrestag statt. Die meiste Kritik galt der gegenwärtigen Energie- und Atompolitik von Ministerpräsident Shinzo Abe (LDP) und der Wiederinbetriebnahme vieler Reaktoren, bei fehlender Notwendigkeit. Von den Protestteilnehmern befürwortet und gefordert wird ein atomfreies Japan und das der Ausbau der erneuerbaren Energien besser vorangetrieben wird.    

 

06.03.2019

AKW Fukushima, Reaktor 1 – weitere Robotermission geplant

Am havarierten AKW Fukushima Daiichi soll auch im Reaktor 2 eine erneute Robotermission zur Beurteilung der Kernschmelze erfolgen. Die zu erhebenden Daten werden benötigt, um die Bergung der geschmolzenen Brennelemente planen zu können. Dazu wird nun ein Loch mit einem Durchmesser von ca. 30 cm in 2 Türen einer Unterdruckschleuse, die einen unterirdischen Gang mit dem Reaktor verbindet. Die Schleuse diente seiner Zeit dazu, damit beim Betreten und Verlassen der Reaktoreinheit keine radioaktive Partikel nach außen gelangen konnten. Der Wasserstand im Reaktorsicherheitsbehälter liegt bei 1,9 Meter. Für die Robotermission als solche, die ab April, bzw. bis zum Sommer geplant ist, soll dann ein Tauchroboter zum Einsatz kommen.

Die Entnahme der Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 3 soll, nach dem dies wegen technischen Störungen des Entnahmekrans mehrfach verschoben werden musste (antiatom-fuku berichtete), nun Ende des Monats beginnen. Die Arbeiten werden voraussichtlich 2 Jahre andauern. Ursprünglich war der Beginn für Herbst 2018 geplant. Für die Reaktoren 1 und 2 ist die Entnahme aus dem Abklingbecken ab 2023 vorgesehen.    

 

03.03.2019

AKW Fukushima, Reaktor 2 – Strahlung 7,6 Sv/h, Rückbau sehr schwierig

Bezüglich der Robotermission am havarierten AKW Fukushima Daiichi, die am 13.02.2019 im Reaktor 2 durchgeführt worden ist (antiatom-fuku berichtete), gab der Betreiber Tepco bereits am vergangenen Donnerstag weitere Informationen bekannt. Demnach wurde unterhalb des Reaktordruckbehälters, also am Grund des Reaktorsicherheitsbehälters, wo sich das als Kernschmelze vermutete bräunliche klumpige Sediment befindet, eine Strahlung von 7,6 Sv/h gemessen. Anhand der Daten, die bei der Robotermission am 13.02. erhoben worden sind, lässt sich jedoch nicht genau sagen, ob es sich beim oben beschriebenen Sediment um die geschmolzenen Brennelemente oder andere geschmolzene Materialien handelt.

In Anbetracht der hohen Radioaktivität und der Unklarheit, in wie weit der Kernbrennstoff überhaupt durchgeschmolzen ist, gestaltet sich der Rückbau des Reaktors, wie von Tepco bereits erwartet, weiterhin äußerst schwierig.    

Bei der Mission am 13.02. wurden zwecks einer Videodokumentation und der Durchführung von Messungen ein ferngesteuerter Robotergreifarm über eine Röhre in den Sicherheitsbehälter von Reaktor 2 eingebracht.      

 

02.03.2019

AKW Kashiwazaki Kariwa, Reaktorblock 3: radioaktives Wasser ausgetreten

Am AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata hat sich bereits am Donnerstagvormittag ein Zwischenfall ereignet, bei dem 3,2 Liter radioaktives Wasser aus einer Rohrleitung im Reaktorblock 3 ausgetreten sind.

Auch wenn das AKW schon seit einigen Jahren stillsteht, befindet sich dennoch stehendes Wasser in den Rohrleitungen. So auch in den Rohren des Reaktorblocks 3, die, wenn der Reaktor im Betrieb ist, den heißen Wasserdampf vom Reaktordruckbehälter, wo sich die Brennelemente befinden, zum Turbinenhaus leitet.

Beim Reaktor 3 handelt es sich um einen Siedewasserreaktor, der im Gegensatz zu Druckwasserreaktoren, nur über einen einzigen Kühlkreislauf verfügt.

Den Wasseraustritt entdeckte ein Mitarbeiter bei einem Kontrollgang. Betroffen war eine Rohrleitung, die den heißen Wasserdampf vom Reaktor zum Turbinenhaus leitet. Dort wurden 2 undichte Stellen an Ventilen gefunden. Laut dem Betreiber Tepco, der auch das havarierte AKW Fukushima Daiichi zu verantworten hat, sei keine Radioaktivität in die Umwelt gelangt. Auch die beteiligten Mitarbeiter hätten wohl keine gesundheitlichen Folgen zu befürchten.

Für die Reaktoren 1 bis 5 wurde bisher weder eine Genehmigung zur Stilllegung, noch auf Überprüfung zur Wiederinbetriebnahme gestellt, so dass diese weder rückgebaut, noch instandgesetzt werden. Diese liegen brach, müssen jedoch wegen der vorhandenen Brennelemente in den Abklingbecken weiterhin laufend überwacht und gewartet werden. Die Reaktoren 6 und 7 wurden bereits von der Atomaufsichtsbehörde NRA für „sicher“ befunden und defacto zur Wiederinbetriebnahme freigegeben. Die Genehmigung der Lokalbehörden steht jedoch noch aus.

 

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Nachrichtenarchiv und Quellen der Nachrichten

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Die Quellen der japanischen Nachrichten:

NPJ News, atombezogene Nachrichten aus ganz Japan, berichtet sehr objektiv und wahrheitsgemäß.

Tokyo shinbun, eine japanische Tageszeitung, die sehr realitätsnah und unzensiert berichtet.

Mai nichi shinbun, eine japanische Tageszeitung, die ebenfalls sehr wahrheitsgetreu berichtet.

NHK  ein großer japanischer Fernsehsender

Asahi shinbun  eine große japanische Tageszeitung

47news atombezogene Nachrichten aus ganz Japan

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima Daiichi, der durch den Betreiber Tepco erstellt wird

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima Daiichi, aus dem Jahr 2018

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima dai ichi, aus dem Jahr 2017

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima dai ichi aus dem Jahr 2016 und den Jahren zuvor.