Fuku Info - aus den japanischen Nachrichten

18.02.2020

AKW Takahama, Reaktor 3, defekte Rohrleitungen am Dampferzeuger

An einem der drei Dampferzeuger des Reaktors 3 am AKW Takahama, der sich seit Anfang Januar in Revision befindet, wurden nun Defekte an zwei Rohrleitungen entdeckt. Diese weisen Risse mit einer Länge von 12, bzw. 9 mm auf.

Im laufenden Betrieb des Reaktors zirkuliert über den 9800 Rohrleitungen im Dampferzeuger radioaktives Kühlwasser des Primärkreislaufes. Also Wasser, das im direkten Kontakt mit den Brennelementen im Reaktorkern steht.

Bei der letzten Revision im vergangenen Jahr, wurden im Reaktor 4 ebenfalls Risse in Rohrleitungen der Dampferzeuger entdeckt (antiatom-fuku berichtete).

Beide Reaktoren sind neben „normalen“ Uranbrennelementen auch mit plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen bestückt ist.

 

13.02.2020

Datenfälschung am AKW Tsuruga: NRA droht mit Konsequenzen

In einer Konferenz, die die Atomaufsichtsbehörde NRA am gestrigen Mittwoch abhielt, wurde die dreiste Dokumentenfälschung geologischer Untersuchungsdaten, die die betreibende JAPC für das AKW Tsuruga anfertigte (antiatom-fuku berichtete) erörtert. Hier hatte die JAPC geologische Daten aus dem Jahr 2012, wonach eine geologische Verwerfung, die unterhalb von Reaktor 2 verläuft und auf seismische Aktivität hinwies, in „abgeänderter“ Form dem aktuellen Untersuchungsbericht hinzugefügt, so, als würde es gar keine Hinweise für eine seismische Aktivität geben. Unabhängige geologische Untersuchungen zufolge ist eine seismische Aktivität jedoch sehr wahrscheinlich.

Der geologische Prüfbericht, der mit einer sehr hohen Relevanz in die Sicherheitsbewertung des Reaktors einfließt, wurde von der JAPC kürzlich in o.g. verfälschten Form bei der NRA eingereicht.

Der Chef der NRA, Toyoshi Fukeka verurteilte diese Vorgehensweise jedoch aufs schärfste und kündigte die sofortige Stilllegung des Reaktors an, falls sich die geologische Verwerfung tatsächlich als seismisch aktiv erweist. Dazu kündigte Fuketa auch strafrechtliche Schritte gegen die JAPC an.

 

08.02.2020

AKW Tsuruga, geologische Daten zu Reaktor 2 vorsätzlich fehlerhaft

In einer Konferenz, die die Atomaufsichtsbehörde NRA am gestrigen Freitag abhielt, wurden die Daten geologischer Untersuchungen, die die betreibende JAPC für den Reaktor 2 am AKW Tsuruga, Präfektur Fukui vorlegte, analysiert. Hierbei kommt die NRA jedoch zu der Feststellung, dass die von der JAPC vorgelegten Daten nicht nur unzureichend, sondern auch noch fehlerhaft sind! Zudem wurden teilweise alte Untersuchungsdaten aus dem Jahr 2012 vorgelegt, die aktuell nicht mehr verwertbar sind. Weitere Ungereimtheiten zeigen sich in der Dokumentation zur Bodenbeschaffenheit des Standortes von Reaktor 2. So wurde im Prüfbericht von 2012 der Untergrund als lehmartig und im aktuellen Bericht als „festeres“ Gestein beschrieben. Auch die geologische Verwerfung, die unterhalb des Reaktors verläuft, sei angeblich nicht seismisch aktiv.

Auf Nachfragen der NRA, die diese Falschangaben aufs schärfte kritisiert, verstrickt sich die JAPC in Widersprüche und ringt nach Erklärungsversuchen.

Bezüglich der seismischen Aktivität der oben beschriebenen geologischen Verwerfung sollen weitere Untersuchungen durchgeführt werden. Eine seismische Aktivität, die aller Voraussicht nach, eine Stilllegung des Reaktors 2 zufolge hätte, ist aber schon sehr wahrscheinlich.

Der Reaktor 1, ein SWR, wurde 2015 bereits stillgelegt. Für den Reaktor 2, ein DWR, zieht sich die NRA-Sicherheitsüberprüfung schon seit 5 Jahren in die Länge. Hier sind jetzt nicht nur die Aussichten auf Genehmigung sehr gering, sondern auch die Wirtschaftlichkeit muss hier infrage gestellt werden, da der Reaktor 2027 die gesetzlich festgelegte Maximallaufzeit von 40 Jahren erreicht.  

Neben AKW Tsuruga betreibt die JAPC noch den Reaktor 2 am AKW Tokai, Präfektur Ibaraki, der von der NRA defacto schon für „sicher“ befunden worden ist, und nach Beendigung der laufenden Nachrüstung auf Freigabe überprüft werden soll, und der ebenfalls in der NRA-Überprüfung befindliche Forschungsreaktor Joyo, vom Typ „Schneller Brüter“ in der Präfektur Ibaraki.  

Zurzeit hat die die JAPC, die ausschließlich auf die Produktion von Atomstrom setzt, defacto keine Einkünfte, dass nämlich alle Reaktoren, die von ihr betrieben werden, stillstehen.

 

05.02.2020

AKW Fukushima, Reaktorblock 2, nach 9 Jahren weiterhin hohe Strahlung

Im Reaktorgebäude 2 am havarierten AKW Fukushima Daiichi herrscht auch nach fast 9 Jahren seit Beginn der Reaktorkatastrophe von März 2011 weiterhin eine hohe Strahlung. So wurde in einer Robotermission, die am 30.01.2020 durchgeführt worden ist, ein Wert von 680 mSv/h im Obergeschoss des Reaktorgebäudes gemessen. Im Stockwerk direkt oberhalb des Reaktors, lag die am Boden gemessene Strahlung bei 683 mSv/h.

Die Ergebnisse der Untersuchungen wurden gestern auf einer Konferenz, bestehend aus Fachleuten der Atomaufsichtsbehörde NRA und weiteren Experten analysiert, die folglich zu dem Schluss kamen, dass das Reaktorgebäude 2 weiterhin nicht betreten werden kann.

Der Reaktorblock 2 wurde, wie auch die Blöcke 1 und 3 im März 2011 durch eine Kernschmelze zerstört. Das Gebäude als solches blieb weitgehend unbeschädigt. Im Reaktorblock 3, wo zurzeit schon die Brennelemente aus dem Abklingbecken geborgen werden, fand im Dezember sogar eine Begehung der NRA statt (antiatom-fuku berichtete). Hier ist die Strahlung im Gebäude teilweise deutlich niedriger.  

 

02.02.2020

AKW Ōi, Bürgerklage wurde abgewiesen

Die Klage eines Bürgers aus der Präfektur Kyoto, der per einstweiliger Verfügung einen sofortigen Betriebsstopp der Reaktoren 3 und 4 am AKW Ōi, Präfektur Fukui erwirken wollte, wurde am 30.01.2020 durch das OLG Osaka abgewiesen. Begründet wurde das Urteil damit, „dass man keine absolute Sicherheit beim Betrieb kerntechnischer Anlagen verlangen könne“. Die Erdbebensicherheit sei ebenfalls gewährleistet. „Andernfalls hätte die Atomaufsichtsbehörde NRA das AKW Ōi auch nicht zur Wiederinbetriebnahme freigegeben“, so der zuständige Richter in seinem Urteil.

Bei unabhängigen Experten stößt das Urteil allerdings auf absolutes Unverständnis, da nämlich sehr wohl eine Gefahr durch Erdbeben gegeben ist und im Falle einer Nuklearkatastrophe nicht nur die umliegende Bevölkerung mit den Großstädten Kyoto und Osaka, sondern auch der Biwasee als wichtiges Trinkwasserreservoir bedroht wäre.

 

01.02.2020

AKW Fukushima, hochradioaktives Wasser: Regierung hält weiterhin an Verklappung ins Meer fest

Eine Unterkommission der Regierung, bestehend aus Vertretern des Wirtschafts- und Industrieministeriums (METI) und regierungsnaher Fachleute sind auf ihrer gestrigen Konferenz zu dem Entschluss gekommen, dass die Verklappung ins Meer, bzw. die Verdampfung des hochradioaktiven Wassers, dass auf dem Gelände des havarierten AKWs Fukushima Daiichi lagert, nach vorheriger Verdünnung, eine sehr realistische Option sei. Nach einer „ausreichenden“ Verdünnung, so dass die darin enthaltenen radioaktiven Stoffe die gesetzlich festgelegten Obergrenzen unterschreiten, würde das radioaktiv belastete Wasser keine Gefahr für Umwelt und Gesundheit darstellen, so die Unterkommission.

Auf dem Gelände lagern zurzeit 1.200.000 Tonnen hochradioaktives Wasser, vor allem Tritium („überschweres Wasser“) in knapp 1000 großen Tanks.

Eine endgültige Entscheidung seitens der Regierung soll jedoch erst nach Anhörung lokaler und anderer Interessensgruppen erfolgen.

Fischer, Fischereigenossenschaften, lokale Bürger und Umweltverbände sprechen sich weiterhin strikt gegen diese Pläne aus, da nämlich vor allem durch das Tritium sehr wohl gesundheitliche Gefahren bestehen.  

 

26.01.2020

Stromausfall am AKW Ikata

Am AKW Ikata, Präfektur Ehime ereignete sich gestern Nachmittag gegen 15:40 Uhr ein kompletter Stromausfall. Zu dem sprangen die Notstromaggregate verspätet an. Die Notstromaggregate der bereits stillgelegten Reaktoren 1 und 2 sprangen erst nach 3 Sekunden und des Reaktors 3, der wegen laufender Revision vom Netz ist, erst nach 10 Sekunden an, so dass die Kühlung der Brennelemente kurzzeitig unterbrochen worden ist!

Laut den betreibenden Shikoku Elektrizitätswerken habe jedoch keine Gefahr bestanden. Radioaktivität sei ebenfalls nicht ausgetreten. Nach der Ursache für den plötzlichen Stromausfall werde nun gesucht, so die Shikoku Elektrizitätswerke.

Das ist nun bereits der dritte Zwischenfall innerhalb kurzer Zeit, der sich am AKW Ikata, vor allem in Reaktorblock 3, der bis Dato noch betrieben worden ist, ereignet. Der Weiterbetrieb des Reaktors wurde aber auch aufgrund seismischer Gefahren, die bisher unterschätzt worden sind, Mitte dieses Monats per Gericht untersagt (antiatom-fuku berichtete).

 

22.01.2020

AKW Ikata, Zwischenfall bei Inspektion der Brennelemente

Am AKW Ikata, Reaktor 3, der seit Ende Dezember zwecks jährlicher Revision vom Netz ist, ereignete sich wieder ein Zwischenfall, der in Verbindung mit den Brennelementen steht, die Anfang dieses Monats aus dem Reaktor entnommen und ins Abklingbecken gestellt worden sind. Diese werden nun einer Inspektion unterzogen, wofür jedes einzeln angehoben und begutachtet wird. Dabei ist nun ein Brennelement, das gerade überprüft worden ist und zurück in die Haltevorrichtung des Abklingbeckens gestellt werden sollte, beim absetzen auf die Kante gestoßen. Ein vorausgegangenes Warnsignal wurde wahrscheinlich nicht beachtet.

Wie es zu diesem Zwischenfall kam, der sich bereits am Montag und ca. 14:00 Uhr ereignete, und ob menschliches Versagen als Ursache infrage kommt, werde nun untersucht. Laut den betreibenden Shikoku Elektrizitätswerken sei das Brennelement jedoch nicht beschädigt worden und keine Radioaktivität ausgetreten, so dass keine Gefahr für die anwesenden Arbeiter bestanden habe.

Beim ersten Zwischenfall, der sich Anfang Januar ereignete, ist bei der Entnahme der Brennelemente aus dem Reaktor ein Steuerstab herausgerutscht. Zudem wurde der Weiterbetrieb des Reaktors, der im März wieder hochgefahren werden sollte, in der vergangenen Woche gerichtlich untersagt (antiatom-fuku berichtete). Das Urteil wurde mit den geologischen gefahren begründet.

 

21.01.2020

Tepco, AKW Fukushima: Sediment in Lagertanks verschwiegen

Bezüglich des hochradioaktiven Wassers, das in großen Tanks auf dem Gelände des havarierten AKWs Fukushima Daiichi lagert, fand nun erneut eine Konferenz des Betreibers Tepco mit Regierungsvertretern statt, worin die bisherigen Maßnahmen zusammengefasst und Empfehlungen des Regierungsausschusses erörtert wurden, wie mit dem hochradioaktiven Wasser umgegangen, bzw. wie es „entsorgt“ werden soll. Die Verklappung ins Meer, bzw. die Verdampfung wurde bereits mehrfach diskutiert (antiatom-fuku berichtete).

Das hochradioaktive Wasser der Lagertanks stammt aus der Reaktorkühlung der drei Kernschmelzen, wurde schon mehrfach „gereinigt“ und wiederverwendet, ist aber nun so stark kontaminiert, vor allem mit hochradioaktiven Stoffen belastet, insbesondere Tritium, die sich nicht herausfiltern lassen, so das es in den Tanks zwischengelagert werden muss.

Allerdings hatte Tepco bisher komplett verschwiegen, dass sich am Grund einiger Lagertanks ein schlammiges Sediment abgelagert hat, dass bereist im vergangenen Sommer entdeckt worden ist. Dieses könnte jedoch nun zu einem zusätzlichen Problem werden. Laut Tepco handelt es sich bei diesem Sediment vermutlich um eine Metallverbindung, die durch Chemikalien entstanden ist, die bei der Dekontamination des hochradioaktiven Wassers zugesetzt werden. Wie stark das Sediment jedoch radioaktiv belastet ist, ist bisher noch unbekannt.       

 

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Nachrichtenarchiv und Quellen der Nachrichten

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Die Quellen der japanischen Nachrichten:

NPJ News, atombezogene Nachrichten aus ganz Japan, berichtet sehr objektiv und wahrheitsgemäß.

Tokyo shinbun, eine japanische Tageszeitung, die sehr realitätsnah und unzensiert berichtet.

Mai nichi shinbun, eine japanische Tageszeitung, die ebenfalls sehr wahrheitsgetreu berichtet.

NHK  ein großer japanischer Fernsehsender

Asahi shinbun  eine große japanische Tageszeitung

47news atombezogene Nachrichten aus ganz Japan

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima Daiichi, der durch den Betreiber Tepco erstellt wird.

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima Daiichi, aus dem Jahr 2019

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima Daiichi, aus dem Jahr 2018

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima dai ichi, aus dem Jahr 2017

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima dai ichi aus dem Jahr 2016 und den Jahren zuvor.