Fuku Info - aus den japanischen Nachrichten

27.05.2017

Volle Abklingbecken am AKW Takahama

Nach Informationen der Kansai Elektrizitätswerke soll am AKW Takahama, Präfektur Fukui ein Teil der Brennelemente, die in den Abklingbecken der Reaktoren 1 bis 4 lagern, in Castor-Behälter verpackt und dann auf einen Trockenlagerplatz, das sich auf dem AKW-Gelände befindet zwischengelagert werden. Denn die Abklingbecken sind nämlich schon bis zu 71% ausgelastet und wären somit nach weiteren 6 bis 7 Jahren Reaktorbetrieb komplett voll. Laut den Kansai Elektrizitätswerken sei die Trockenlagerung, da die eingelagerten Brennelemente keine aktive Kühlung mehr benötigen, nicht mehr gefährlich.

In ein paar Jahren, so die Planung, sollen die trockengelagerten Brennelemente in ein Zwischenlager außerhalb der Präfektur Fukui gebracht werden. Wo das sein soll, wurde jedoch nicht benannt. Infrage käme das große Zwischenlager in Rokkasho, Präfektur Aomori in Nordjapan. Dieses wäre u.U. mit Castor-Transporten quer durch Japan verbunden. Da das nicht nur die Brennelemente aus Takahama sind, sondern auch aus den anderen AKWs der Kansai Elektrizitätswerke, kommen etwa 2000 t zusammen, die die Präfektur Fukui in den nächsten Jahren verlassen sollen.  

In der Präfektur Fukui, die landesweit die höchste Reaktordichte aufweist, befinden sich insgesamt 15 Reaktoren an 6 AKWs, darunter auch der Schnelle Brüter Monju. Die meisten dieser Reaktoren gehören den Kansai Elektrizitätswerken.

Der Reaktor 4 am AKW Takahama ist seit dem 17.05.2017 wieder in Betrieb und Reaktor 3 soll Anfang Juni wieder angefahren werden (antiatom-fuku berichtete). An den Reaktoren 1 und 2, für die eine Laufzeitverlängerung für weitere 20 Jahre genehmigt worden ist, werden zurzeit Nachbesserungen durchgeführt, die noch einige Zeit in Anspruch nehmen werden.

 

24.05.2017

NRA-Freigabe: Schriftliche Prüfsiegel für das AKW Ōi

Die Atomaufsichtsbehörde NRA legte heute auf ihrer regelmäßigen Konferenz das schriftliche Gutachten mit Freigabe für die Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren 3 und 4 am AKW Ōi, Präfektur Fukui vor. Das Ergebnis der „bestandenen Sicherheitsüberprüfung“ wurde den betreibenden Kansai Elektrizitätswerken, die die beiden Reaktoren ab Herbst dieses Jahres wieder anfahren wollen, schon mitgeteilt (antiatom-fuku berichtete). 

Zurzeit wird jedoch noch die Tsunamimauer, die vor allem die Kühlwasserpumpen beider Reaktoren schützen soll, ausgebaut. Die Bauarbeiten werden noch voraussichtlich bis Juli andauern.

Neben den allgemeinen Gefahren durch das AKW Ōi wird vor allem die unzureichende Erdbebensicherheit kritisiert. Laut unabhängigen Experten wurde diese durch die NRA nämlich völlig unterbewertet. Gerichtsklagen von Anwohnern laufen ebenfalls. Als nächstes wird ein Urteil vom OLG Nagoya erwartet.

 

21.05.2017

NRA in der Kritik: Erdbebensicherheit an AKWs unterbewertet

Auf einem Expertentreffen, das heute in der Präfektur Chiba stattfand, wurden Studien vorgestellt, die die unzureichende Erdbebensicherheit einiger AKW-Standorte belegen. Anlass der Studie war die Erdbebenserie von Kumamoto, Kyushu in Südjapan vor etwa einem Jahr. Kritisiert wird die Vorgehensweise der Behörden bei der Bewertung der Erdbebensicherheit, bzw. einer fehlenden Neubewertung der Erdbebensicherheit einzelner AKW-Standorte nach den Ereignissen in Kumamoto. Das betrifft u.a. das seismologisch unterbewertete AKW Ōi, nicht sonderlich weit von Kumamoto. Die Reaktoren 3 und 4 am AKW Ōi wurden bereits durch die Atomaufsichtsbehörde NRA für „sicher“ befunden und sollen im kommenden Herbst wieder angefahren werden.

Vor allem kritisierten die heute zusammengekommenen Experten, bestehend aus Seismologen, Planetologen und Fachleuten aus den Bauingenieurwesen die Freigabe des bereits laufenden Reaktors 3 am AKW Ikata, Präfektur Ehime. Denn genau dort verläuft die über 1000 km lange und seismisch aktive Mittlere tektonische Linie.  

 

17.05.2017

AKW Takahama: Reaktor 4 wurde angefahren

Wie bereits durch die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke angekündigt (antiatom-fuku berichtete), wurde heute Nachmittag ab 17:00 Uhr der Reaktor 4 am AKW Takahama, Präfektur Fukui angefahren. Dazu wurde ein Teil der Steuerstäbe zurückgezogen und die Kernspaltung setzte ein. Die Leistung des Reaktors wird nun schrittweise gesteigert, so dass er ab Anfang Juni im regulären Leistungsbetrieb laufen wird.

Der Reaktor läuft zunächst im Testbetrieb. Die Stromproduktion wird voraussichtlich ab den 22.05.2017 beginnen. Er ist mit 153 „normalen“ Uran- und mit 4 plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen bestückt.

Der Reaktor 3, der in den vergangenen Tagen mit 133 „normalen“ Uran- und 24 plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen bestückt worden ist, wird ab Anfang Juni angefahren. Beide Reaktoren sind DWR aus dem Jahr 1985.

Beide Reaktoren wurden nach NRA-Freigabe und Genehmigung durch die Präfekturverwaltung bereits Anfang 2016 angefahren, mussten aber nach einem Störfall und infolge eines Gerichtsurteils (LG Otsu 03/2016) wieder vom Netz. Ein erneutes Gerichtsurteil von April 2017 (antiatom-fuku berichtete), hob das erste Urteil jedoch wieder auf, so dass beide Reaktoren jetzt doch weiter betrieben werden dürfen.

Einwohner aus der Präfektur Fukui hatten am 15.05.2017 eine Klage mit dem Ziel, dass der Betrieb des AKWs Takahama per einstweiliger Verfügung gestoppt wird, bei Gericht eingereicht. Ein Urteil steht jedoch noch aus.  

 

14.05.2017

AKW Takahama, Reaktor 3 wird mit Brennelementen beladen

Am AKW Takahama, Präfektur Fukui laufen bereits die Vorbereitungen für die Wiederinbetriebnahme des Reaktors 3, der seit gestern mit 157 Brennelementen, darunter 24 plutoniumhaltige MOX-Brennelemente beladen wird. Währenddessen wurden am Reaktor 4, der am kommenden Mittwoch angefahren werden soll, die letzten Überprüfungen, darunter auch die des Notstromdiesels abgeschossen. Laut den betreibenden Kansai Elektrizitätswerken verlaufen die Vorbereitungen alle nach Plan.

 

Kyoto: 2. Forschungsreaktor soll angefahren werden

Der Forschungsreaktor der Universität Kyoto soll ab Mitte Juni angefahren werden. Er weist eine Leistung von 100 W auf und dient für Lehrzwecke. Zurzeit laufen noch abschließende Überprüfungen durch die Atomaufsichtsbehörde NRA, die Genehmigung durch die Präfekturverwaltung scheint aber schon sicher.

Ein Forschungsreaktor der Universität Osaka läuft bereits schon seit April 2017 (antiatom-fuku berichtete).  

Auch bei verhältnismäßig geringer Leistung beider Reaktoren, können diese im Falle einer Havarie durchaus sehr gefährlich für die Umwelt, bzw. für Kyoto/Osaka werden.

 

12.05.2017

Namie: Anstieg der Strahlung nach Waldbrand

Der Waldbrand in der Stadt Namie, nahe am AKW Fukushima dai ichi, der am 29.04.2017 ausbrach (antiatom-fuku berichtete), ist nun endgültig gelöscht. Entgegen offiziellen Angaben wurde durch unabhängige Umweltschützer sehr wohl ein Anstieg der Radioaktivität festgestellt. In Namie wurde am 08.05.2017 ein dreifacher Anstieg von Cäsium137 und im Ort Futaba, wozu auch das AKW Fukushima dai ichi gehört, sogar ein neunfacher Anstieg des Cäsiumwertes gemessen.

Info von Greenpeace

 

10.05.2017

AKW Takahama: Reaktor 4 wird am 17.05.2017 angefahren

Wie die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke jetzt bekannt gaben, soll Reaktor 4 am AKW Takahama, Präfektur Fukui am 17.05.2017 angefahren werden. Ab Mitte Juni soll er dann im regulären Leistungsbetrieb laufen. Reaktor 4, ein DWR aus dem Jahr 1985, ist neben 153 „normalen“ Uranbrennelementen mit 4 plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen bestückt. Somit ist er nach Sendai 1 und 2, Ikata 3, der vierte Reaktor landesweit, der in Betrieb ist.

Für Reaktor 3 ist die Wiederinbetriebnahme ab Anfang Juni geplant.

 

Waldbrände auch in Iwate

Der Waldbrand in den Bergen von Namie, der am 29.04.2017 ausbrach und am 08.05.2017 endlich gelöscht schien (antiatom-fuku berichtete), ist an einigen Stellen wieder erneut entfacht. Dazu brach gestern auch noch ein Waldbrand in der nördlich von Fukushima gelegenen Präfektur Iwate aus. Hier mussten sogar knapp 400 Leute evakuiert werden. Der Auslöser ist die anhaltende Trockenheit in den Wäldern. Zahlreich herumliegendes Laub beschleunigt den Brand dazu noch und verbirgt immer wieder neue Glutnester.

Bei den Bränden sind nun mittlerweile insgesamt 50 Hektar Waldfläche verbrannt.

Laut den lokalen Behörden hätten die Messsonden am AKW Fukushima dai ichi bisher noch keinen Anstieg der Radioaktivität verzeichnet. Das widerspricht jedoch den Angaben von unabhängigen Umweltorganisationen.

 

Militärgesetz, Artikel 9: Änderung noch diesen Monat?

Der amtierende Ministerpräsident Shinzo Abe (LDP) will noch in diesem Monat eine Änderung des Artikels 9 im Militärgesetz erwirken (Verfassung von 1947, die Japan quasi verbietet, jemals wieder Krieg zu führen). Somit würde das japanische Militär nicht nur für die Selbstverteidigung im Falle eines Angriffes aktiv werden dürfen, sondern könnte dann auch militärisch aktiv intervenieren.

Die entsprechende Gesetzesänderung scheint auch durchaus möglich, da die regierende LDP/Komeito im Ober- und im Unterhaus eine Zweidrittelmehrheit hat.

In der Bevölkerung steht man diesem Schritt jedoch, vor allem in Anbetracht der Situation in Nordkorea ehr skeptisch gegenüber. So fanden am 03.05.2017, den Tag der Verfassung, zahlreiche Proteste gegen die Gesetzesänderung statt.

Weitere Infos zum Artikel 9.

 

08.05.2017

Präfektur Fukushima – Waldbrand gelöscht

Nach 8 Tagen konnte, wie lokale Behörden nun mitteilten, der Waldbrand in den Bergen von Namie, nahe am havarierten AKW Fukushima dai ichi (antiatom-fuku berichtete) endlich gelöscht werden. Im Einsatz waren 600 Feuerwehrleute und das Militär mit 16 Löschhubschraubern.

Als Auslöser für den Brand wird ein Blitzeinschlag vermutet, da am 29.04.2017 nämlich ein Gewitter über Namie hinweg zog.   

Aufgrund der Trockenheit des Waldes, der vorwiegend aus Zedern besteht, der schlechten Zugänglichkeit des Geländes und der damit verbundenen Schwierigkeiten bei den Löscharbeiten, flackerten immer wieder irgendwelche Glutnester auf, die den Brand wieder entfachten. Dazu wurden Unmengen an radioaktive Partikel, wie z.B. Cäsium137 und Plutonium in die Luft geschleudert und weiträumig verteilt.

 

AKW Fukushima – Rückgang des radioaktiven Grundwassers

Am AKW Fukushima dai ichi hat sich laut dem Betreiber Tepco der Durchfluss an Grundwasser, das in die Reaktorkellerräume und dann ins Meer gelangt, im Vergleich zu April 2016 auf ein Fünftel, also von 400 t auf 70 t/Tag reduziert. Diese Daten wurden im Zeitraum vom 20. Bis zum 26.04.2017 erfasst. In der Woche davor waren es noch 85 t/Tag.

Laut Tepco sei der Rückgang der Durchflussrate der Wirkung der unterirdischen „Eismauer“, die die hochradioaktiv verseuchten Reaktorkellerräume 1 bis 4 umschließt und vom zufließenden Grundwasser abschirmen soll, sowie dem dauerhaften abpumpen des Grundwassers aus den bergseitigen Bohrlöchern zu verdanken.

Die Wirkung der „Eismauer“ ist allerdings heftig umstritten, zumal da laufend Probleme auftreten. Die momentane Trockenheit mit sinkendem Grundwasserspiegel käme nämlich ebenfalls für den Rückgang der Durflussrate infrage.

 

05.05.2017

Fukushima: Waldbrand hält weiter an

Auch heute noch musste an mehreren Stellen der immer noch anhaltende Waldbrand, der am 29.04.2017 in den Bergen bei der Stadt Namie, nahe dem AKW Fukushima dai ichi ausbrach (antiatom-fuku berichtete) gelöscht werden. Eine Waldfläche von 20 Hektar ist bereits niedergebrannt. Immer wieder fliegen Löschhubschrauber in die Berge, um einzelne Brandherde aus der Luft zu Löschen. Da der Brand äußerst schwer zu beherrschen ist und mittlerweile schon den 7. Tag anhält, wurden die Eisatzkräfte von 300 auf 600 und die Löschhubschrauber von 8 auf 16 aufgestockt.

Laut offiziellen Angaben gäbe es angeblich keinen Anstieg der Umweltradioaktivität. Das widerspricht jedoch den Angaben unabhängiger Organisationen, die sehr wohl einen Anstieg der Radioaktivität durch umherfliegende Partikel, auch in den südlichen Nachbarpräfekturen von Fukushima festgestellt haben.  

 

02.05.2017

Vulkanausbruch auf Sakurajima, Kyushu

Heute Morgen gegen 3:20 Uhr brach auf der Insel Sakurajima, Präfektur Kagoshima, Kyushu in Südjapan ein Vulkan aus. Die Rauchsäule ragte bis zu 4 km in den Himmel. Der Vulkanausbruch wurde von den Behörden mit der Warnstufe 3 der 5 Warnstufen eingestuft (Abstand zum Berg halten). Überall in der Luft verteilt sich der feine Vulkanstaub, der sich überall niederlegt und alles grau färbt.

Bereits im Juli 2016 kam es auf Sakurajima schon zum Vulkanausbruch (antiatom-fuku berichtete).

Das sich mit 2 Reaktoren in Betrieb befindliche AKW Sendai liegt nur 50 km entfernt. Weitere Vulkane weisen ebenfalls Aktivitäten auf, so dass ein Ausbruch nicht ausgeschlossen ist.  

 

Waldbrand - Anstieg der Radioaktivität in der Umgebung

Durch den Waldbrand in der Sperrzone, nahe dem havariertem AKW Fukushima dai ichi (antiatom-fuku berichtete) stieg die Radioaktivität in der Atmosphäre deutlich an. Auch in der südlichen Nachbarpräfektur Ibaraki und Chiba wurden nun erhöhte Werte in der Luft gemessen. Denn die radioaktiven Partikel, die seit der Reaktorkatastrophe überall in den Wäldern und Bergen niedergehen, werden nun durch den Brand in die Luft geschleudert und mit dem Wind überall verteilt.

 

01.05.2017

Fukushima: Waldbrand in der Sperrzone

Bereits am Morgen des 29.04.2017 brach in den Bergen nahe der Stadt Namie in der Sperrzone ein großflächiger Waldbrand aus. Da der betroffene Wald sehr schwer zugänglich ist, breitete sich das Feuer immer weiter aus, so dass mittlerweile etwa 20 Hektar Waldfläche verbrannt sind. Neben den Feuerwehrleuten, auch aus den Nachbarpräfekturen Gunma und Miyagi ist auch das Militär mit 8 Löschhubschraubern im Einsatz. Allerdings konnte das Feuer bis heute noch nicht vollständig gelöscht werden.

Da der Wald in den Bergen nicht dekontaminiert werden kann, ist er durch den Fallout des AKWs Fukushima dai ichi weiterhin stark radioaktiv belastet. Und jetzt werden durch den Brand Unmengen an radioaktive Partikel durch die Luft geschleudert. Je nach Windrichtung gelangen diese ggf. auch bis in das 230 km südlich gelegene Tokyo.

Siehe dazu auch das Video der Asahi shinbun online

 

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Nachrichtenarchiv und Quellen der Nachrichten

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Die Quellen der japanischen Nachrichten:

NPJ News, atombezogene Nachrichten aus ganz Japan, berichtet sehr objektiv und wahrheitsgemäß.

Tokyo shinbun, eine japanische Tageszeitung, die sehr realitätsnah und unzensiert berichtet.

Mai nichi shinbun, eine japanische Tageszeitung, die ebenfalls sehr wahrheitsgetreu berichtet.

NHK  ein großer japanischer Fernsehsender

Asahi shinbun  eine große japanische Tageszeitung

47news atombezogene Nachrichten auf ganz Japan

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima dai ichi, der durch den Betreiber Tepco erstellt wird

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima dai ichi aus dem Jahr 2016 und den Jahren zuvor