Fuku Info - aus den japanischen Nachrichten

19.07.2019

AKW Fukushima, Zwischenfall bei Entnahme der Brennelemente

Am havarierten AKW Fukushima Daiichi ereignete sich bereits gestern Abend ein Zwischenfall an der Entnahmevorrichtung, also am Kran, der für die Bergung der Brennelemente und Trümmerteile aus dem Abklingbecken von Reaktorblock 3 installiert worden ist. Hier ist ein Verbindungsstück der Treibstoffleitung des Entnahmekrans abgebrochen, so dass etwa 50 Liter Treibstoff ins Abklingbecken gelaufen sind. Ein Teil des Verbindungsstückes ist ebenfalls ins Abklingbecken gefallen. Laut dem Betreiber Tepco stelle dies jedoch kein Problem dar und es gäbe dadurch auch keinen Verzug im Zeitplan.

Bisher wurden 14 ungebrauchte Brennelemente aus dem Abklingbecken geborgen und in das Zusatzabklingbecken, das sich auf dem Gelände befindet transportiert.  

Die Entnahmevorrichtung sollte, was aber auch schon vor dem gestrigen Zwischenfall terminiert worden ist, im August überprüft, und die Entnahme der Brennelemente im September fortgesetzt werden.

 

15.07.2019

AKW Kashiwazaki Kariwa, Wiederinbetriebnahme weiterhin nicht absehbar

Ein Zeitpunkt für die Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren 6 und 7 am AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata ist, obwohl diese bereits im Dezember 2017 von der Atomaufsichtsbehörde NRA, unter dem Vorbehalt einer Nachrüstung, für „sicher“ befunden und freigegeben worden sind, weiterhin noch nicht absehbar. Denn der Bürgermeister der Stadt Kariwa, Masahiro Sakurai steht der Wiederinbetriebnahme beider Reaktoren und dem Betreiber Tepco, der auch das havarierte AKW Fukushima Daiichi zu verantworten hat, weiterhin eher skeptisch gegenüber.

 Nach dem Chūetsu-Erdbeben der Stärke 6,0, das sich am 16. Juli 2007 in der Präfektur Niigata ereignete, kam es am AKW Kashiwazaki Kariwa, das aus sieben Reaktoren besteht, zu einem Störfall, wo einerseits ein Transformator in Brand geraten ist und erst nach 2 Stunden gelöscht werden konnte, und andererseits radioaktives Wasser austrat, weil eine Rohrleitung gebrochen ist. Ein Störfall, der nicht gerade für eine ausreichende Erdbebenfestigkeit spricht. Direkt nach dem Erdbeben wurden alle laufenden Reaktoren zwecks Reparaturarbeiten und einer zusätzlichen Sicherheitsüberprüfung auf Anordnung der damaligen Atomaufsichtsbehörde heruntergefahren. Vier der Reaktoren durften jedoch kurz darauf wieder hochgefahren werden. Seit dem großen Tohoku-Erdbeben vom 11.03.2011 stehen jedoch alle sieben Reaktoren wieder still.  

Die Reaktoren 1 bis 5 sollen auf Wunsch von Tepco, da sich hier eine Nachrüstung wirtschaftlich nicht rechnen würde, endgültig stillgelegt werden. Ein entsprechender Antrag liegt den Behörden jedoch noch nicht vor, obwohl Tepco diesen schon Anfang des Jahres einreichen wollte. Auch die von den Behörden festgelegte Abgabefrist im Juni ließ der Betreiber Tepco einfach verstreichen, eine Nachlässigkeit, die Kashiwazakis Bürgermeister Sakurai ebenfalls sehr stark bemängelt. „Erst wenn die Stilllegung der Reaktoren 1 bis 5 ordnungsgemäß beantragt worden ist, wird über eine mögliche Betriebsgenehmigung der Reaktoren 6 und 7 nachgedacht, vorher nicht!“, so Sakurai. Zumal der der Boden, auf dem die beiden Reaktoren stehen, nachgibt, so dass dieser stabilisiert werden muss. Entsprechende Arbeiten laufen zurzeit noch, und sollen am Reaktor 7 noch bis Dezember 2020 andauern.   

Nach dem Erdbeben vom 18.06.2019 hatte Tepco sogar fälschlicher Weise eine Alarmierung an die lokalen Behörden gemeldet, obwohl sich kein Störfall ereignet hatte; ein weiterer Vorfall, der Sakurais Vertrauen in Tepco nicht gerade stärkt. „so etwas darf sich nicht wiederholen“, so Sakurai, der seitens Tepco eine sorgfältigere Vorgehensweise und Optimierung der Alarmierungskette fordert.     

 

10.07.2019

OLG Fukuoka, Klage gegen das AKW Genkai abgewiesen

Die Klage einer Bürgerinitiative gegen den Weiterbetrieb der Reaktoren 3 und 4 am AKW Genkai, Präfektur Saga, die heute am Oberlandesgericht Fukuoka verhandelt worden ist, wurde abgewiesen. Begründet wurde das Urteil damit, dass Erdbeben und Vulkane, u.a. der nur 80 km entfernte, nördlich der Präfektur Kumamoto gelegene Vulkan Aso, der aber trotz vermehrt Aktivität in letzter Zeit, keine Gefahr für das AKW Genkai darstellen würden. Auch in den zahllosen ausgedünnten Rohrleitungen der Dampferzeuger, die im März 2018 bei einer Routinewartung entdeckt worden sind (antiatom-fuku berichtete), hat das Gericht keine Bedenken.  Laut den betreibenden Kyushu Elektrizitätswerke wurden alle nötigen Maßnahnahmen ergriffen, um einen „sicheren“ Betrieb beider Reaktoren zu gewährleisten.

Nicht nur die klagende Bürgerinitiative, sondern auch unabhängige Experten und Geowissenschaftler können das heutige Urteil absolut nicht nachvollziehen.

Die kürzlich am LG Saga verhandelte Klage einer Bürgerinitiative wurde vor kurzem ebenfalls abgewiesen, so dass das AKW Genkai auch damals weiterhin am Netz bleiben durfte.

 

04.07.2019

AKW Fukushima, Reaktor 3, Bergung der Brennelemente

Nach zweimonatigem Verzug, sollen am havarierten AKW Fukushima Daiichi, wie der Betreiber Tepco heute mitteilte, ab Mitte des Monats die Entnahme der Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 3 fortgesetzt werden. Die ersten 7 ungebrauchten Brennelemente wurden im vergangenen April, im Rahmen einer Testphase bereits geborgen (antiatom-fuku berichtete). Nun sollen erst einmal weitere 21 ungebrauchte Brennelemente geborgen und zum Zusatzabklingbecken, dass sich auf dem Gelände befindet transportiert werden.

Aufgrund der hohen Radioaktivität müssen die Arbeiten komplett ferngesteuert erfolgen, so dass zuvor ein ferngesteuerter Kran und die halbrunde Schutzhülle auf das Obergeschoss des Reaktorgebäudes, wo sich das Abklingbecken befindet, installiert worden ist.  

Laut Tepco wird die Bergung der noch 559 verbliebenen Brennelemente Anfang 2020 abgeschlossen sein.

 

03.07.2019

AKW Fukushima, Reaktor 1, weitere Robotermission geplant

Am havarierten AKW Fukushima Daiichi, plant der Betreiber Tepco eine weitere Robotermission für Ende Juli. Inspiziert werden soll der Reaktor 1. Der 520 kg schwere Stahlbetondeckel der Stahlbetonummantelung des Reaktors, der sich normalerweise oberhalb des Reaktorsicherheitsbehälters befindet, wurde durch die Wasserstoffexplosion 2011 zum Teil weggeschleudert. Er besteht aus drei Betonschichten. Während die oberen beiden Schichten durch die Wucht der Explosion weggeschleudert worden sind, ist die untere Schicht des Deckels nur wegrutscht, so dass diese noch teilweise auf der Öffnung liegt. Durch diese Öffnung soll nun ein ferngesteuerter Roboter abgelassen werden, der die Strahlung oberhalb des Reaktordruckbehälters messen und Bildaufnahmen liefern soll.  

Der schon mehrfach verschobene Rückbau des einsturzgefährdeten 120 Meter hohen Schornsteins der Reaktorblöcke 1 und 2 soll ebenfalls Ende Juli beginnen (antiatom-fuku berichtete).

 

26.06.2019

Fehlender Terrorschutz – müssen weitere Reaktoren vom Netz?

Landesweit erfüllen mindestens 6 Reaktoren nicht die von der Atomaufsichtsbehörde NRA geforderten Nachbesserungen für den Terrorschutz. Auch wenn die betroffenen Reaktoren von der NRA bereits freigegeben und auch schon wieder in Betrieb sind, ist die vor 3 Jahren nachträglich angeordnete Nachbesserung des Terrorschutzes für die Betreiber absolut verbindlich. Allerdings wurde die Anordnung zur Nachbesserung des Terrorschutzes von den jeweiligen Betreibern nicht sonderlich ernst genommen, so dass man sogar einfach die Frist, bis wann die Nachbesserung zu erfolgen hat, einfach verstreichen ließ. Womit die AKW-Betreiber jedoch nicht gerechnet haben, ist, dass die NRA nun „durchgreift“, und wegen der verstrichenen Frist den Weiterbetrieb der beiden von den Kyushu Elektrizitätswerken betriebenen Reaktoren am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima ab März, bzw. Mai 2020 untersagt hat (antiatom-fuku berichtete), und das gleiche auch für weitere bereits freigegebene Reaktoren androht. Davon betroffen sind die Kansai und Shikoku Elektrizitätswerke.

Zurzeit sind landesweit 9 Reaktoren an 5 AKWs wieder in Betrieb genommen worden, wovon mindestens 6 Reaktoren nicht den gesetzlichen Anforderungen für den Terrorschutz entsprechen.

 

AKW Ōi, Reaktor 3 wieder in Betrieb

Nach Beendigung der Revision wurde heute der Reaktor 3 am AKW Ōi, Präfektur Fukui wieder hochgefahren. Die Stromproduktion beginnt voraussichtlich ab übermorgen, und ab Ende Juli soll der Reaktor, nach einer stufenweisen Leistungssteigerung dann wieder im regulären Leistungsbetrieb laufen.  

Der Reaktor 4, wo ebenfalls die jährliche Revision ansteht, wird Anfang Juli heruntergefahren.

 

21.06.2019

AKW Fukushima, zur Vorbeugung erneuter Wasserstoffexplosionen Installation weitere Rohre für Stickstoffeinleitung

Im Reaktorblock 1 am havarierten AKW Fukushima Daiichi wurde zu den beiden bereits vorhandenen noch ein drittes Rohr zur Einleitung von Stickstoff in den Reaktordruckbehälter installiert. Damit soll einer erneuten Wasserstoffexplosion vorgebeugt werden.

An den Reaktoren 2 und 3, die jeweils über ein Rohr verfügen, soll ebenfalls noch ein weiteres installiert werden. Die Rohre der Reaktoren 1 bis 3 wurden durch das Erdbeben 2011 erheblich beschädigt.

Die geschmolzenen Brennelemente in den Reaktoren 1 bis 3 müssen weiterhin aktiv gekühlt werden. Dabei entsteht Wasserstoff, der sich im Reaktor ansammelt. Damit es aber nicht zum Überdruck und möglicherweise zur Wasserstoffexplosion kommt, wird Stickstoff eingeleitet, wodurch die Wasserstoffkonzentration niedrig, also unter 1% gehalten wird. Zur weiteren Druckentlastung wird das Gas dann über einen vorgeschalteten Filter, der radioaktive Partikel zurückhalten soll, nach außen abgelassen.  

 

20.06.2019

Präfektur Niigata, Erdbeben 6,0 – Brennpunkt AKW Kashiwazaki Kariwa

In den Präfekturen Niigata und Yamagata, an der westlichen Küste Nordostjapans ereignete sich am vergangenen Dienstagabend um 22:22 Uhr ein größeres Erdbeben der Stärke 6,0 auf der Richterskala mit der Einstufung M 6,8. Die Ausläufer des Bebens erstreckten sich über ganz Nordostjapan bis kurz vor Hokkaido und waren auch südlich bis Tokyo spürbar. Die für die Küsten der Präfekturen Niigata und Yamagata herausgegebene Tsunamiwarnung von 1 Meter Höhe wurde jedoch ein paar Stunden später, um 1:02 Uhr wieder zurückgenommen. Lediglich eine Flutwelle von 10 cm erreicht die Küste. In den Stunden danach und auch und heute wurden noch leichtete Nachbeben registriert.  

Bei dem Erdbeben am Dienstagabend wurden 6 Leute verletzt, es kam zu Stromausfällen und Sachschäden in beiden Präfekturen.

Am AKW Kashiwazaki Kariwa, das sich in der Präfektur Niigata befindet, sei laut der Atomaufsichtsbehörde NRA kein Störfall aufgetreten. Allerdings sind auch alle 7 Reaktoren seit 2011/2012 nicht (mehr) in Betrieb, so dass die vom AKW ausgehende Gefahr etwas „geringer“ ist als im regulären Leistungsbetrieb. Der Betreiber Tepco, der auch das havarierte AKW Fukushima zu verantworten hat, will jedoch die Reaktoren 6 und 7, beide eine sogenannte „verbesserte“ Form des SWR (ABWR) aus den Jahren 1996/97 bald möglichst wieder in Betrieb nehmen. Diese werden zurzeit noch von der NRA auf Erfüllung der gesetzlichen Sicherheitsstandards überprüft.

Nach Informationen unabhängiger Experten ist eine Wiederinbetriebnahme, vor allem, weil sich das AKW Kashiwazaki Kariwa auf seismisch aktivem Gebiet befindet, ohnehin schon heftig umstritten. Dazu schieben sich vor der Nordwestküste Japans, also an der Küste beider Präfekturen die eurasische und die nordamerikanische Erdplatte gegeneinander, was zu Spannungen führt, die sich auch mal ganz plötzlich, wie bei dem großen Tohoku-Erdbeben 2011 entladen können.  

Der Bürgermeister der Stadt Kariwa, Masahiro Sakurai, sowie die Präfekturverwaltung haben ebenfalls einige Vorbehalte gegen das AKW. Außerdem erscheint der Betreiber Tepco nicht nur in Sachen korrekte Informationsweitergabe eher unzuverlässig, Tepco kommt nämlich auch seinen Pflichten nicht immer nach. So wurde, entgegen der Versprechungen Anfang des Jahres die Stilllegung der Reaktoren 1 bis 5 noch immer nicht bei der NRA beantragt. Dies wird jedoch von Sakurai eingefordert, der andernfalls die auch von der Stadt Kariwa benötigte Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren 6 und 7 nicht erteilen will.

Der Antrag auf Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme, bzw. Stilllegung eines Reaktors ist mit viel Aufwand verbunden, und es muss auch ein Rückbaukonzept vorgelegt und bewilligt werden, während das „weder noch“ kaum Umstände macht. Der Antrag solle jedoch noch bis Ende Juli bei der NRA eingereicht werden, so der Betreiber Tepco.

 

17.06.2019

OLG Fukuoka, erhöhter Vulkangefahr am AKW Sendai – Klage abgewiesen

Die Klage einer Bürgergemeinschaft, die aufgrund der hohen Vulkangefahr den sofortigen Betriebsstopp der beiden Reaktoren am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima fordern, wurde heute am Landgericht Fukuoka verhandelt. Der vorsitzende Richter wies die klage jedoch ab und gab den betreibenden Kyushu Elektrizitätswerken und der Atomaufsichtsbehörde NRA, die die Gefahrenlage eher niedrig einschätzen recht. Er begründet das Urteil damit, dass das Vulkanrisiko im Rahmen der Sicherheitsüberprüfung der NRA, die das AKW im September 2014 für „sicher“ befunden und freigegeben hatte, korrekt eingeschätzt worden sei.  

Unabhängig erhobene Daten belegen jedoch, dass die Vulkangefahr jedoch wesentlich höher ist. Dabei weist das AKW Sendai im Vergleich zu den restlichen AKWs sogar die höchste Risikostufe auf! Zudem befinden sich gleich 5 aktive Vulkane im 160 km-Umkreis. Allerdings wird das alles von der NRA eher ignoriert, so dass auch keine Neubewertung angestrebt wird. 

Das enttäuschende Urteil kommentierte einer der Klägeranwälte mit den ironischen Worten: „Ein Vulkanausbruch nahe am AKW Sendai ist wohl genauso unwahrscheinlich wie das große Erdbeben am AKW Fukushima Daiichi, wie wir bereits gesehen haben, so dass natürlich auch keine Gefahr für das AKW Sendai besteht . . .“   

 

16.06.2019

Fehlender Terrorschutz am AKW Sendai – NRA setzt Betriebsverbot um

Für die Reaktoren 1 und 2 am AKW Sendai, Präfektur Kagoshima hat die Atomaufsichtsbehörde NRA, da die betreibenden Kyushu Elektrizitätswerke immer noch keine Nachbesserungen in Sachen Terrorschutz erbracht haben, und die gesetzte Frist einfach haben verstreichen lassen, den Weiterbetrieb des Reaktors 1 ab März 2020 und des Reaktors 2 ab Mai 2020 untersagt. Ab dann muss in jedem Fall die geforderte Nachbesserung erfolgen. Andernfalls bleibt das Betriebsverbot bestehen. Somit ist des AKW Sendai landesweit das erste AKW, wo wegen der fehlenden Nachbesserung ein Betriebsverbot erteilt wird.

Für das AKW Genkai, Präfektur Saga, das ebenfalls von den Kyushu Elektrizitätswerken betrieben wird, droht auch ein Betriebsverbot, wenn die geforderten Terrorschutzmaßnahmen bis Ablauf der Frist (August 2022) nicht erbracht werden. Für den Reaktor 3 am AKW Genkai wurde der NRA im vergangenen Monat aber zumindest schon einmal ein Fahrplan für die Nachbesserung des Terrorschutzes vorgelegt (antiatom-fuku berichtete).

Nicht nur die Kyushu Elektrizitätswerke, sondern auch die anderen Betreiber, dessen AKWs zurzeit noch überprüft, bzw. schon wieder in Betrieb sind, sind den Forderungen der NRA noch nicht nachgekommen.  

 

14.06.2019

AKW Fukushima, radioaktive Partikel kreisen im Nordpazifik

Eine Forschergruppe der JAMSTEC (Japanisches Forschungs- und Entwicklungszentrum für Geologie und Ozeanologie) fand heraus, dass die radioaktiven Partikel, die laufend aus dem havarierten AKW Fukushima Daiichi ins Meer entweichen, mit der Meeresströmung im Nordpazifik regelrecht kreisen. Das beutet, dass die radioaktiven Partikel bis an die Westküste Kanadas, entlang der Küste von Alaska und dann südlich der Beringsee, mit dem Kurilenstrom zurück zur japanischen Nordostküste gelangen, und von dort aus erneut kreisen.

In der Studie, die die Forscher am gestrigen Donnerstag der Öffentlichkeit vorstellten, wurden 2017 über 3 Monate Wasserproben an 23 Stellen im Nordpazifik gesammelt und ausgewertet. Das darin enthaltene Cäsium134, wie die Forscher herausfanden, stammt nachweislich aus dem AKW Fukushima Daiichi. Atombombentest aus früherer Zeit kommen hierbei nicht infrage.

Nach Meinung der Forscher sei die Konzentration jedoch sehr gering, so dass angeblich keine gesundheitlichen Gefahren bestehen würden.

 

10.06.2019

Unzureichender Terrorschutz am AKW Ōi, NRA droht mit Betriebsverbot

Bei einer Begehung vergangener Woche am AKW Ōi, Präfektur Fukui stellte die die Atomaufsichtsbehörde NRA fest, dass das AKW Ōi immer noch nicht über die gesetzlich geforderten Nachbesserungen des Terrorschutzes verfügt.  

Für die Reaktoren 3 und 4, die vor 5 Jahren von der NRA für „sicher“ befunden worden sind und auch wieder in Betrieb gingen, haben die Kansai Elektrizitätswerke den Terrorschutz, obwohl dies seit drei Jahren verpflichtend ist, immer noch nicht nachgebessert. Auch die dafür gesetzte Frist, die schon vor einem Jahr ablief, ließen die Kansai Elektrizitätswerke einfach verstreichen. Nun droht die NRA mit dem Entzug der Betriebsgenehmigung beider Reaktoren, wenn nicht innerhalb einer bestimmten Frist die geforderten Nachbesserungen erfolgen.

Nicht nur am AKW Ōi, sondern auch an weiteren AKWs, die bereits wieder in Betrieb sind, bzw. von der NRA noch auf Erfüllung der Sicherheitsanforderungen überprüft werden, fehlen entsprechende Pläne und bauliche Maßnahmen für eine Terrorabwehr (antiatom-fuku berichtete).  

 

08.06.2019

AKW Fukushima, Reaktor 1 und 2, Rückbau des Schornsteins Ende Juli

Am havarierten AKW Fukushima Daiichi verzögert sich der Rückbaubeginn des einsturzgefährdeten 120 Meter hohen Schornsteins der Reaktorblöcke 1 und 2 erneut um weitere Wochen auf Ende Juli, da der für Juni angesetzte Termin ebenfalls nicht eingehalten werden kann. Ursprünglich sollten die Arbeiten sogar schon am 20. Mai beginnen, als sich herausstellte, dass die Höhe des Krans für das ferngesteuerte Spezialgerät für die Demontage des Schornsteins nicht ausreicht war (antiatom-fuku berichtete). Es fehlten genau 1,6 Meter an Höhe, um die Spezialvorrichtung über die Spitze des Schornsteins zu bringen, damit der Schornstein unter einer Schutzhülle, die das Herumwirbeln radioaktiver Partikel verhindern soll, Segment für Segment rückgebaut werden kann. Der Rückbau muss wegen der hohen Radioaktivität im Inneren des Schornsteins komplett ferngesteuert erfolgen und wird auch einige Zeit in Anspruch nehmen. Da die Arbeiten unter diesen Umständen sehr schwierig sind, will der Betreiber Tepco den Schornstein, um die Einsturzgefahr zu minimieren, auch erst einmal nur bis zur Hälfte zurückbauen.

Die verbleibenden beiden Schornsteine, ebenfalls 120 Meter hoch, sollen zu einem späteren Zeitpunkt zurückgebaut werden.

 

Reaktor 2 – Überlegungen für die Bergung der Brennelemente

Um die Brennelemente aus dem im Obergeschoss befindlichen Abklingbecken von Reaktor 2 zu bergen, überlegt der Betreiber Tepco am Gebäude eine Vorrichtung mit ferngesteuertem Entnahmekran und Schutzplane anzubringen. Denn auch das Reaktorgebäude 2 ist durch die Kernschmelze von Innen hochradioaktiv verseucht, so dass dieses weiterhin nicht betreten werden kann.

 

05.06.2019

Gesundheitsmanagement Fukushima dementiert durch erhöhte Radioaktivität entstandene Gesundheitsfolgen

Laut des Halbjahresberichtes, den das Gesundheitsmanagement der Präfektur Fukushima auf einer Konferenz am vergangenen Montag vorlegte, gäbe es keinen Zusammenhang zwischen der erhöhten Umweltradioaktivität und der Zunahme am Schilddrüsenkrebs, bzw. anderen Schilddrüsenerkrankungen. Hier nach wurde bei Kindern und Jugendlichen, die zum Zeitpunkt der Reaktorkatastrophe von Fukushima 2011 unter 18 Jahre alt waren, im Rahmen einer Reihenuntersuchung (2. Untersuchungsrunde von 2014 und 2015) eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse durchgeführt und zahlreiche Fälle von Veränderungen an der Schilddrüse, bzw. Schilddrüsenkrebs aufgedeckt, die man jedoch nicht auf die erhöhte Radioaktivität zurückführen will.

Obwohl mittlerweile weitreichend bekannt ist, dass durchaus ein Zusammenhang mit der erhöhten Radioaktivität nicht ausgeschlossen werden kann, blieb trotz der 8 anwesenden medizinischen Experten, die sich der Meinung des Komitees quasi anschlossen, eine kontroverse Diskussion aus. Auf mögliche Spätfolgen wurde ebenfalls nicht eingegangen. Stattdessen kam man zu dem Schluss, dass keine weitreichenden Spätfolgen zu befürchten sein, so dass man die Reihenuntersuchungen auch nicht mehr fortgesetzt werden bräuchten.

Ferner wird auch nicht berücksichtigt, dass Kinder, da sie sich noch im Wachstum befinden, wesentlich empfindlicher auf radioaktive Strahlung reagieren als Erwachsene. Denn man darf nicht vergessen, dass in der Präfektur Fukushima, vor allem in den ehemaligen Evakuierungsgebieten, im Freiland, in den Wäldern etc. weiterhin eine erhöhte Umweltradioaktivität besteht.

Beim Gesundheitsmanagement der Präfektur Fukushima handelt es sich um eine behördliche Einrichtung der Präfekturverwaltung, die Studien, u.a. die Schilddrüsenreihenuntersuchungen durchführt und die erhobenen Daten analysiert und veröffentlicht. Unter unabhängigen Experten ist die Interpretation der Daten im Halbjahresbericht, die nämlich eher atomfreundlich ausgelegt sind, jedoch heftig umstritten.  

 

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Nachrichtenarchiv und Quellen der Nachrichten

Weiter zurückliegende Nachrichten sind im Archiv zu finden.

 

Die Quellen der japanischen Nachrichten:

NPJ News, atombezogene Nachrichten aus ganz Japan, berichtet sehr objektiv und wahrheitsgemäß.

Tokyo shinbun, eine japanische Tageszeitung, die sehr realitätsnah und unzensiert berichtet.

Mai nichi shinbun, eine japanische Tageszeitung, die ebenfalls sehr wahrheitsgetreu berichtet.

NHK  ein großer japanischer Fernsehsender

Asahi shinbun  eine große japanische Tageszeitung

47news atombezogene Nachrichten aus ganz Japan

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima Daiichi, der durch den Betreiber Tepco erstellt wird

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima Daiichi, aus dem Jahr 2018

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima dai ichi, aus dem Jahr 2017

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima dai ichi aus dem Jahr 2016 und den Jahren zuvor.