Fuku Info - aus den japanischen Nachrichten

23.06.2021

Altreaktor Mihama 3 seit heute wieder in Betrieb

Der in die Jahre gekommene Reaktor 3 am AKW Mihama, Präfektur Fukui wurde heute Vormittag, nach 10jährigem Stillstand wieder hochgefahren. Der 44 Jahre alte Reaktor, ein DWR, wurde entsprechend den gesetzlichen Anforderungen nachgerüstet, von der Atomaufsichtsbehörde NRA für „sicher“ befunden und mit einer Laufzeitverlängerung für weitere 20 Jahre genehmigt. Unabhängige Experten stehen der Wiederinbetriebnahme jedoch eher skeptisch gegenüber, da sich der Reaktor auf seismisch aktivem Gebiet befindet. Zudem werden Reaktoren aufgrund der Dauerbelastung mit zunehmendem Alter immer störanfälliger. Eine Bürgerinitiative aus der Umgebung hat bereits gegen die Wiederinbetriebnahme des Reaktors Klage beim Amtsgericht Osaka eingereicht. Die Verhandlung steht noch aus (antiatom-fuku berichtete).

Der Reaktor lauft zunächst im Testbetrieb und soll dann nach und nach in seiner Leistung gesteigert werden, so dass er ab dem 27.07.2021 im regulären Leistungsbetrieb läuft. Allerdings bleibt er nur für 4 Monate am Netz. Am 23.10.2021 wird der Reaktor nämlich zwecks Terrorschutznachbesserung wieder heruntergefahren. Diese hätten eigentlich bis zum 25.10.2021 erbracht werden müssen, einen Zeitplan, den die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke aber aufgrund von Versäumnissen nun nicht mehr einhalten können.

Der Reaktor 3 am AKW Mihama ist nun landesweit der erste Altreaktor, der mit einer Laufzeitverlängerung wieder am Netz ist. Zwei weitere Altreaktoren am AKW Takahama sollen im Kürze folgen.

Siehe dazu auch den AKW-Status.

 

21.06.2021

AKW Mihama, Bürgerklage bei Gericht eingereicht

Eine Klägergruppe und ihre Anwälte haben Klage beim Amtsgericht Osaka eingereicht, womit die Wiederinbetriebnahme des Reaktors 3 am AKW Mihama, Präfektur per einstweiliger Verfügung unterbunden werden soll. Entgegen ersten Informationen (antiatom-fuku berichtete), ist heute erst die Klage eingegangen, die Gerichtsverhandlung als solche, steht jedoch noch aus.

Anlass der heute eingereichten Klage sind neben den allgemeinen Gefahren atomarer Anlagen, die zunehmende Störanfälligkeit alternder Reaktoren. Denn bei Reaktor 3 am AKW Mihama handelt es sich um einen DWR aus dem Jahr 1976, der nun eine Laufzeitverlängerung für weitere 20 Jahre erhalten hat. Der Reaktor soll am morgigen Mittwoch (23.06.2021) nach 10jährigem Stillstand wieder hochgefahren werden. Er wurde zwar nachgerüstet, allerdings sind zahlreiche Bauteile, wie z.B. Rohrleitungen kaum, bzw. gar nicht zugänglich, so dass man diese gar nicht ausbessern oder austauschen kann. Auch der Stahl des Reaktordruckbehälters ist durch den Neutronenbeschuss im Laufe der Zeit immer spröder geworden, womit die Klage vor Gericht ebenfalls begründet worden ist.

Zudem fand heute eine Protestveranstaltung vor dem Gerichtsgebäude statt, und einer der Anwälte, der die Klägergruppe vertritt, sprach vor der Presse und kritisierte dabei die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke, die demnächst nämlich noch zwei weitere Altreaktoren ans Netz nehmen wollen.

 

19.06.2021

AKW Mihama: Bürgerinitiative klagt gegen die Wiederinbetriebnahme

Der Altreaktor 3 am AKW Mihama, Präfektur Fukui soll am kommenden Mittwoch, den 23.06.2021 nach 10jährigem Stillstand wieder hochgefahren werden. Da gegen klagt nun eine Bürgerinitiative. Anlass der Klage ist nicht nur die erhöhte Gefahr durch alternde Reaktoren, die im Laufe der Zeit immer störanfälliger werden, sondern auch der Standort des Reaktors als solches, nämlich im Bereich seismisch aktiver geologischer Verwerfungen. Zudem befinden sich dicht besiedelte Gebiete, wie die Großstädte Kyoto und Osaka im Umkreis und der Biwasee als wichtiges Trinkwasserreservoir. Die Verhandlung findet übermorgen, also am 21.06.2021 am Amtsgericht Osaka statt. Sollte das Gericht im Sinne der klagenden Bürgerinitiative entscheiden, darf der Reaktor nicht wie geplant am kommenden Mittwoch hochgefahren werden.

Der Reaktor 3 am AKW Mihama ist der landesweit erste von drei Altreaktoren, die die maximale Betriebsdauer von 40 Jahren erreicht haben, aber eine Laufzeitverlängerung für weitere 20 Jahre erhalten haben (antiatom-fuku berichtete).

 

14.06.2021

AKW Kashiwazaki Kariwa, Reaktor 7, noch über 70 Mängel festgestellt

Der Reaktor 7 am AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata wird weiterhin durch die Atomaufsichtsbehörde NRA nicht freigegeben. Denn obwohl die Nachbesserungen laut dem Betreiber Tepco nun vollständig erbracht sein, hat die NRA bei ihrer Inspektion über 70 sicherheitsrelevante Mängel, z.B. in Sachen Brandschutz und Anlagensicherheit festgestellt, so dass weiterhin keine Freigabe für den Reaktor 7 erfolgt, und sich die Wiederinbetriebnahme, die eigentlich für diesen Sommer geplant gewesen ist (antiatom-fuku berichtete), nun auf unbestimmte Zeit verschiebt. Die Freigabe durch die Präfekturverwaltung steht ebenfalls noch aus.

Zunächst erfolgte im Oktober 2020 die Defacto-Freigabe der NRA, unter dem Vorbehalt baulicher und sicherheitstechnischer Nachbesserungen, die im März 2021 aber wieder zurückgenommen wurde, da immer noch gravierende Mängel bestanden. Wie sich bei der aktuellen NRA-Inspektion zeigte, wurde die Mängelliste jedoch bis heute noch nicht abgearbeitet, so dass weiterhin keine Freigabe für Reaktor 7 erfolgte.

Schon im September 2020 geriet Tepco in die Kritik, als am AKW Kashiwazaki Kariwa ein Unbefugter bis in den Kontrollraum eines Reaktorblocks ungehindert vordrang (antiatom-fuku berichtete).

 

13.06.2021

AKW Takahama, Frist abgelaufen, Wiederinbetriebnahme verschiebt sich

Am AKW Takahama, Präfektur Fukui sind die Terrorschutznachbesserungen für die beiden Altreaktoren 1 und 2 immer noch nicht abgeschlossen. Allerdings ist die Frist, bis wann die Arbeiten fertiggestellt werden müssen, am 09.06.2021 abgelaufen, so dass beide Reaktoren, anders als geplant auch vorläufig nicht hochgefahren werden dürfen.

Das der Zeitplan nicht eingehalten werden kann und die Frist somit verstreichen würde, war den betreibenden Kansai Elektrizitätswerken jedoch schon im vergangenen April klar (antiatom-fuku berichtete), dennoch wurde der Reaktor 1 kürzlich schon mit Brennelementen bestückt, die aber nun wieder entnommen und zurück ins Abklingbecken transportiert werden müssen. Wann die beiden Reaktoren 1 und 2, dessen Wiederinbetriebnahme im April schon durch die Präfekturverwaltung genehmigt worden ist, letztendlich ans Netz gehen dürfen, ist zurzeit nun unklar. Ursprünglich war die Wiederinbetriebnahme sogar für den März geplant gewesen.

 

08.06.2021

AKW Fukushima, 31 Container mit hochradioaktivem Schlamm undicht

Auf der regelmäßigen Konferenz der Atomaufsichtsbehörde NRA, die am gestrigen Montag stattfand, wurden die am havarierten AKW Fukushima Daiichi gelagerten Container, die hochradioaktiven Schlamm beinhalten, thematisiert. Denn 31 dieser Container weisen Undichtigkeiten auf, die aufgrund der hohen Strahlung des Schlamms zurückzuführen sind. Laut dem Betreiber Tepco habe man bei den Containern, die aus einem harzhaltigen Kunststoff bestehen, mit einer viel längeren Lebensdauer gerechnet. Es sei zwar noch kein Schlamm ausgetreten, so ein Tepco-Verantwortlicher, allerdings wolle man die besagten Container ab August nach und nach austauschen.

Bei der Filterung des hochradioaktiven Wassers, dass mehrfach für die Reaktorkühlung verwendet wird, die u.a. auch mit Hilfe von Chemikalien in der Dekontaminierungsanlage ALPS erfolgt, entstehen Rückstände in Form des hochradioaktiven Schlamms. Dieser wird dann in den besagten Containern, mittlerweile etwa 3000 Stück gelagert. Unter der hohen und kumulativen Strahlenmenge altern die Container jedoch deutlich schneller, indem das Material sehr spröde wird. Nach Berechnungen des Betreibers Tepco sollten die Container eigentlich bis Mitte 2025 halten. Neben den 31 o.g. Containern, die schon sehr undicht geworden sind, weisen 56 weitere Container ebenfalls schon Materialschäden auf. Diese sollen innerhalb der nächsten zwei Jahre ausgetauscht werden.

 

05.06.2021

Neuer Energiefahrplan soll im Herbst beschlossen werden

Wie aus einer Regierungskonferenz Ende dieser Woche hervorging, wurde nun die „weitere Nutzung der Kernenergie" aus dem Strategieplan für das zukünftige Wirtschaftswachstum gestrichen. Das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) ist zwar der Auffassung, dass die Nutzung der Kernenergie, somit der Weiterbetrieb der AKWs notwendig sei, aber nicht der Umweltminister Shinjiro Koizumi und der Minister für Regulierungsreformen Taro Kono, die stattdessen nämlich den Ausbau der Erneuerbare Energien voranbringen wollen.

Dies sorgt nun für Diskussionszündstoff und könnte durchaus Einfluss auf den künftigen Energiefahrplan haben, der im kommenden Herbst neu reformiert und beschlossen werden soll.

 

29.05.2021

AKW Fukushima, weitere Leckagen in Lagertanks

Am havarierten AKW Fukushima Daiichi wurden in dieser Woche erneut Undichtigkeiten an den großen Tanks für hochradioaktives Abwasser gefunden. Davon betroffen sind einige der zusammengesteckten und mit Bolzen befestigte Tanks, in denen vorwiegend das kontaminierte Grundwasser gesammelt wird, das auf dem Gelände im Bereich der Reaktoren 5 und 6 über Bohrlöcher abgepumpt wird.

Bereits nach dem stärkeren Erdbeben, dass sich im Februar dieses Jahres ereignet hatte (antiatom-fuku berichtete), traten die ersten Leckagen an den zusammengesteckten Tanks auf. Diese Tanks, die schon im August 2011 aufgestellt worden sind, waren ursprünglich nur für ca. 5 Jahre vorgesehen, befinden sich aber weiterhin im Einsatz.

Unmittelbar nach dem Erdbeben von Februar wurden an zwei Tanks solche Leckagen, und Schäden an der Oberseite an mehreren Tanks gefunden. Die Schäden wurden notdürftig repariert. Allerdings traten im April und jetzt aktuell an weiteren fünf Tanks Undichtigkeiten an den Wänden der Tanks auf.

 

25.05.2021

Nach Reparatur, AKW Ōi, Reaktor 3 soll wieder ans Netz

Wie die betreibenden Kansai Elektrizitätswerke gestern mitteilten, soll der Reaktor 3 am AKW Ōi, Präfektur Fukui, der wegen Reparaturarbeiten fast ein Jahr stillstad, am 03.07.2021 wieder hochgefahren werden. Denn bei der jährlichen Revision im vergangenen Jahr wurden nämlich Risse an Rohrleitungen des Primärkreislaufes gefunden (antiatom-fuku berichtete). Die defekten Rohrleitungen wurden nun ausgetauscht. Die Arbeiten werden voraussichtlich Anfang Juni komplett abgeschlossen sein, so dass der Reaktor wieder mit Brennelementen bestückt werden kann.

 

24.05.2021

Landesweit erster Altreaktor Mihama 3 wird am 23. Juni hochgefahren

Zur Vorbereitung der Wiederinbetriebnahme wurde der Reaktor 3 am AKW Mihama, Präfektur Fukui diese Woche mit 157 Uranbrennelementen bestückt. Dies teilte ein Sprecher der Kansai Elektrizitätswerke auf einer Pressekonferenz mit.

Bei Reaktor 3 handelt es sich um einen DWR, der zwar die gesetzlich festgelegte Maximallaufzeit von 40 Jahren erreicht hat, aber nachgerüstet wurde und eine Laufzeitverlängerung für weitere 20 Jahre erhalten hat. Allerding ist er jetzt mittlerweile seit 10 Jahren nicht mehr in Betrieb gewesen.

Nach Informationen der Kansai Elektrizitätswerke soll der Reaktor am 23.06.2021 wieder hochgefahren werden. Ab den 27.07. 2021 soll er dann im regulären Leistungsbetrieb laufen. Nach nur vier Monaten Betriebszeit, also Ende Oktober muss er jedoch wegen der fehlenden Terrorschutznachbesserungen wieder vom Netz. Hier hatten die Kansai Elektrizitätswerke, genauso wie die anderen atomkraftbetreibenden Stromkonzerne auch, einfach die Frist verstreichen lassen, so dass die Atomaufsichtsbehörde NRA die Termine für die Erbringung der Nachbesserungen verbindlich festlegte. Andernfalls wären die betroffenen Reaktoren zwangsstillgelegt worden (antiatom-fuku berichtete mehrfach darüber).

 

21.05.2021

Vulkane nahe der Wakasa-Bucht, Berechnung des Ascheniedergangs zu Gunsten der AKW-Betreiber

Obwohl der Ascheausstoß im Falle eines Ausbruches aktiver Vulkane in der Umgebung, der auf die AKWs in der Präfektur Fukui niedergehen könnte, nach neusten Berechnungen höher eingeschätzt wird, befindet die Atomaufsichtsbehörde NRA die Sicherheitsvorkehrungen an den durch die Kansai Elektrizitätswerke betriebenen AKWs Takahama, Mihama und Ōi für ausreichend. Dies teilte die NRA auf ihrer regelmäßigen Konferenz am 19.05.2021 mit.  

Früheren Berechnungen zufolge, würde durch einen Vulkanausbruch eine 10cm dicke Ascheschicht an den AKW-Standorten der Wakasa-Bucht, im südlichen Teil der Präfektur Fukui, wo sich insgesamt 15 Reaktoren auf engen Raum befinden niedergehen. Neueren Berechnungen zufolge wäre die Ascheschicht allerdings viel dicker, nämlich mehr als das Doppelte! Dies stelle laut den betreibenden Kansai Elektrizitätswerken jedoch keine Probleme dar, da die Filter entsprechend dicht sein und regelmäßig gewartet werden dadurch würde selbst die feine Vulkanasche keine Gefahr für die drei o.g. AKWs darstellen, so die Kansai Elektrizitätaswrke.

Die meisten AKWs der Wakasa-Bucht (insgesamt 15 Reaktoren!), inklusive der drei Altreaktoren, die in Kürze wieder ans Netz gehen sollen, werden von den Kansai Elektrizitätswerken betrieben. Der Altreaktor Mihama 3 soll Anfang Juni ans Netz gehen (antiatom-fuku berichtete).  

 

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Nachrichtenarchiv und Quellen der Nachrichten

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Die Quellen der japanischen Nachrichten:

NPJ News, atombezogene Nachrichten aus ganz Japan, berichtet sehr objektiv und wahrheitsgemäß.

Tokyo shinbun, eine japanische Tageszeitung, die sehr realitätsnah und unzensiert berichtet.

Mai nichi shinbun, eine japanische Tageszeitung, die ebenfalls sehr wahrheitsgetreu berichtet.

NHK  ein großer japanischer Fernsehsender

Asahi shinbun  eine große japanische Tageszeitung

47news atombezogene Nachrichten aus ganz Japan

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima Daiichi, der durch den Betreiber Tepco erstellt wird.

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima Daiichi, aus dem Jahr 2020

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima Daiichi, aus dem Jahr 2019 und den Jahren zuvor.