Fuku Info - aus den japanischen Nachrichten

16.01.2018

AKW Fukushima, Reaktor 2: Beginn der Mission am Freitag

Die geplante Erkundungsmission, die mittels mit Kamera ausgerüsteter Teleskopstange im Reaktor 2 des AKWs Fukushima Daiichi durchgeführt werden soll, soll nun am Freitag, den 19.01.2018 beginnen. Hierdurch sollen weitere Daten über den Zustand der geschmolzenen Brennelemente und über den Boden des Reaktorsicherheitsbehälters erhoben werden, da die Daten aus der Robotermission von Februar 2017 keine genaue Auskunft darüber geben, ob die Kernschmelze in das darunterliegende Betonfundament und Erdreich eingedrungen ist, oder nicht (antiatom-fuku berichtete).   

 

14.01.2017

AKW Fukushima, Tritiumwasser: NRA befürwortet Verklappung ins Meer

Am gestrigen Samstag besuchte Toyoshi Fuketa, Chef der Atomaufsichtsbehörde NRA die Präfektur Fukushima und sprach mit dem Bürgermeister der Stadt Okuma und Futaba, wo sich auch das havarierte AKW Fukushima Daiichi befindet. Thema der Konferenz war die Frage, was mit dem hochradioaktiven Wasser, das eine sehr hohe Tritiumkonzentration aufweist und in Tanks auf dem AKW-Gelände lagert, passieren soll. Eine Verklappung ins Meer wurde bereits von Seiten des Betreibers Tepco und der Regierung diskutiert, quasi schon beschlossen, jedoch noch nicht terminiert. Seitens der NRA werden diese Pläne aber auch nicht abgelehnt, eher im Gegenteil. Denn die Lagerung des Tritiumwassers in den Tanks sei nur 2 bis 3 Jahre möglich, so dass Tepco eine Verklappung bis Mitte des Jahres in Betracht ziehen sollte, so Fuketa. Das hochkonzentrierte Tritium würde sich in den Weiten des Ozeans ausreichend verdünnen, so die Einstellung der Regierung, Tepco und der NRA; zumal der Platz für die Lagertanks auf dem Gelände begrenzt ist. Die Fischer, Fischereigenossenschaft und lokale Bürger hingegen lehnen eine Verklappung des Trituimwassers ins Meer jedoch strikt ab.

Im vergangenen Dezember sprach Fuketa auch schon mit den Bürgermeistern von Minamisoma und Iitate und weiteren AKW-nahen Ortschaften.

  

AKW Fukushima: Zustand im Reaktor 2

Um den Zustand der geschmolzenen Brennelemente von Reaktor 2 am AKW Fukushima Daiichi genauer zu ermitteln, plant der Betreiber Tepco eine weitere Erkundungsmission, die ab Mitte kommender Woche beginnen soll.

Über ein Bohrloch im Sicherheitsbehälter von Reaktor 2 soll eine Teleskopstange eingeführt werden, an dessen vorderem Ende eine Kamera hängt, die dann über ein Führungskabel herabgelassen werden kann. Erkundet werden soll der Zustand der geschmolzenen Brennelemente, die sich auf den Boden des Sicherheitsbehälters befinden, bzw. durch den Boden in das darunterliegende Betonfundament gedrungen sind.

Das Ganze wurde zwar schon im Februar 2017 mit einem ferngesteuerten Roboter versucht, dessen Elektronik jedoch unter der hohen Strahlung versagte, so dass die erhobenen Daten nicht ausreichend waren (antiatom-fuku berichtete). Denn es ist immer unklar, ob die Kernschmelze bis in das darunterliegende Betonfundament eingedrungen ist oder nicht.

Bei der jetzigen Mission sollen neben den Videoaufnahmen auch die Temperatur und die Strahlung gemessen werden.

 

07.01.2018

Treibhauseffekt – Klimaziele der Regierung

Nach der 23. Weltklimakonferenz, die im November 2017 in Bonn stattfand, will die Regierung nun, um den Treibhauseffekt durch die CO2-Emisson bis 2050 um 80% zu senken, bis zum kommenden Sommer einen erneuten Energiefahrplan festlegen. Dazu wurde durch das Ministerium für Wirtschaft und Industrie (METI) ein Entwurf vorgelegt. Demnach soll nun, entgegen früheren Planungen, der Anteil an erneuerbaren Energien bei 24 statt bisher 22%, und der Anteil an Kernenergie bei 20 statt bisher 22% bis zum Jahr 2030 liegen. Die Verstromung aus Kohle und weiteren fossilen Energieträgern soll von gegenwärtig 80% auf 56% reduziert werden.

Beim Erreichen der Klimaziele stehen für die Regierung die erneuerbare Energie und die Kernenergie im Fokus. Die erneuerbare Energie soll zwar weiter ausgebaut werden, aber trotzdem sei die Kernenergie laut der Regierung ein unverzichtbarer Träger für die Grundlast in der Stromversorgung. Unabhängige Experten hingegen rechnen jedoch vor, dass Japan seine Klimaziele durchaus auch ohne Kernenergie und Kohle erreichen könnte.

 

Gefahr durch Vulkane – fraglicher Vierstufenplan für AKWs

Nach dem Ikata-Urteil vom 13.12.2017 (antiatom-fuku berichtete) hat die Atomaufsichtsbehörde NRA nun einen Vierstufenplan für die Vorgehensweise bei zunehmender Vulkanaktivität in Bezug auf AKWs in der Umgebung erstellt.

Der Weiterbetrieb des AKWs Ikata, Präfektur Ehime wurde aufgrund der Gefahren durch aktive Vulkane in der Umgebung, (Vulkan Aso, Kyushu) durch das OLG Hiroshima per einstweiliger Verfügung untersagt.

Laut dem Stufenplan ist bei Stufe 1 und 2 erhöhte Aufmerksamkeit geboten. Stufe 3 bedeutet Warnung. Alarmbereitschaft, eine eventuelle Reaktorabschaltung soll vorbereitet werden. Stufe 4 tritt ein, wenn der Vulkan droht auszubrechen, also höchste Alarmstufe! Der Reaktor soll dann laut des Stufenplans der NRA sofort heruntergefahren und die Brennelemente entnommen werden.

Nach Meinung unabhängiger Experten ist die Entnahme frisch benutzter Brennelemente aus dem Reaktor jedoch nicht ganz ungefährlich, zumal auch noch Eile geboten ist.  

 

03.01.2018

Weitere undichte Säcke mit radioaktiven Abfällen

Nach dem in den vergangenen Tagen an einem Lagerplatz in Iitate nicht ordnungsgemäß verschlossene Säcke mit radioaktiv verseuchtem Erdreich entdeckt worden sind (antiatom-fuku berichtete), wurden nun wie befürchtet, auch an 7 weiteren Lagerplätzen unsachgemäß verschossene Säcke entdeckt.

Da schon beim befüllen der Säcke der wasserdichte Innensack nicht verschossen, bzw. beim einfüllen des Erdreichs heruntergedrückt worden ist, ist Regenwasser eingedrungen, so dass radioaktive Partikel mit dem austretenden Regenwasser in die Umwelt gelangen.

Diese unsachgemäße Vorgehensweise bestätigten auch einige ehemalige Dekontaminationsarbeiter.  

Vor allem in Minamisoma, einem Ort, der ganz besonders von den Behörden als „erfolgreich“ flächendekontaminiert angepriesen wird und „revitalisiert“ werden soll, wurden ebenfalls solche Missstände entdeckt. Für die geflüchteten Einwohner, die nun wieder zurückkehren sollen, sind diese Nachrichten jedoch nicht gerade vertrauenserweckend. Zumal die Rückkehr in einem immer noch radioaktiv belasteten Ort nahe des havariertem AKWs Fukushima Daiichi generell infrage gestellt werden sollte.

 

01.01.2018

Säcke mit radioaktiven Abfall nicht ordnungsgemäß verschlossen

In einem Zwischenlager für radioaktiv verseuchtes Erdreich, Laub und Dreck in Iitate, 30 km nordwestlich vom havarierten AKW Fukushima Daiichi, wurden jetzt etwa 1000 Säcke entdeckt, die nicht ordnungsgemäß verschlossen wurden, und somit undicht sind.

Neben den allseits bekannten schwarzen Außensack, verfügen diese Säcke über einen wasserdichten Innensack, damit dort kein Regenwasser eindringt, bzw. kontaminierte Feuchtigkeit nicht nach außen gelangt.

Eine Dekontaminationsfirma aus Iitate hatte diese Säcke im Oktober 2015 befüllt und nicht ordnungsgemäß verschlossen. Die Säcke wurden dann unter freiem Himmel gelagert.

Das schlampige Vorgehen beim befüllen und lagern der Säcke fiel jedoch erst jetzt auf, weil das angesammelte Regenwasser jetzt nach und nach aus den Säcken läuft. Dadurch dass der wasserabweisende Innensack nicht verschlossen gewesen ist, ist Regenwasser in den Sack eingedrungen, hat sich mit dem radioaktiv verseuchten Erdreich vermischt und angesammelt. Das nun überlaufende und kontaminierte Regenwasser gelangt jetzt in den Boden.

Es wird sogar befürchtet, dass dieser Skandal kein Einzelfall ist. Möglicherweise haben andere Dekontaminationsfirmen genauso schlampig gearbeitet.

 

28.12.2017

Präfekturverwaltung Niigata – Klares „Nein“ zum AKW Kashiwazaki Kariwa

Die faktisch „bestandene“ Sicherheitsüberprüfung der Reaktoren 6 und 7 am AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata ist besonders heftig umstritten, da es einerseits derselbe Betreiber, nämlich Tepco, wie auch in Fukushima, und andererseits landesweit die ersten beiden Siedewasserreaktoren sind, die durch die Atomaufsichtsbehörde NRA freigegeben worden. Da aber nicht nur ein Großteil der lokalen Bevölkerung das AKW ablehnt, sondern auch der Präfekturgouverneur Ryūichi Yoneyama, sowie weitere Lokalpolitiker, sind die Aussichten für Tepco auf eine Genehmigung der Präfekturverwaltung eher mau. Vom Bürgermeister der Stadt Kariwa gibt es jedoch noch keine klare Meinung zum AKW.  

Da Tepco und die Regierung die Wiederinbetriebnahme des AKWs möglichst rasch vorantreiben wollen, suchte Masaya Kitta, ein führender Mitarbeiter der Tepco-Zweigstelle Niigata das Gespräch mit Yoneyama. Er versicherte, dass man am AKW Kashiwazaki Kariwa höchste Sicherheitsanforderungen stellen und gewissenhaft arbeiten würde, und auch am havariertem AKW Fukushima Daiichi für eine bestmögliche Schadensbegrenzung gesorgt werde. Yoneyama lässt sich aber durch diese Versprechen nicht erweichen, und bekräftigt: „Solange die genauen Ursachen für den Super-GAU in Fukushima nicht geklärt sind, und keine brauchbaren Lösung für die Probleme gefunden werden, gibt es keine Betriebsgenehmigung für das AKW Kashiwazaki Kariwa. Diese wäre jedoch zwingend nötig. Das bedeutet, dass die beiden Reaktoren 6 und 7 noch einige Zeit weiterhin vom Netz bleiben.  

 

26.12.2017

NRA-Freigabe von SWR heftig umstritten

Die beiden Reaktoren 6 und 7 am AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata, wurden im vergangenen Oktober von der Atomaufsichtsbehörde NRA defacto schon für „sicher“ befunden und sollen bald zur Wiederinbetriebnahme freigegeben werden.  

Die beiden o.g. Reaktoren wären somit die ersten beiden SWR, die von der NRA für „sicher“ befunden worden sind. Bisher wurden jedoch „nur“ Druckwasserreaktoren (DWR) für „sicher“ befunden freigegeben.

Allerdings ist hier nicht nur das höhere Sicherheitsrisiko eines SWR das Thema, sondern auch der Betreiber Tepco, der nämlich auch das havarierte AKW Fukushima Daiichi (alles SWR) zu verantworten hat.

Bei den beiden o.g. Reaktoren handelt es sich zwar um eine sogenannte verbesserte Form des Siedewasserreaktors, die allerdings die gleichen Schwachstellen aufweisen, wie die herkömmlichen SWR. Denn im Vergleich zum DWR ist der Reaktordruckbehälter eines SWR deutlich kleiner, so dass Innendruck und Temperatur viel schneller ansteigen können, und somit laut unabhängigen Experten ein viel höheres Risiko für einen Unfall mit sich bringt.

Die NRA, die laut eigenen Angaben ihre Sicherheitskriterien verbessert hat, will nun, da die Überprüfungen der SWR deutlich zeitaufwändiger sind, als die der DWR, die Teams des überprüfenden Personals zu Gunsten der zu überprüfenden SWR umverteilen. Laut der NRA wird somit der Sicherheitsfaktor durch intensivere Überprüfungen erhöht. Die Stromkonzerne, die AKWs mit SWR betreiben, begrüßen diesen Schritt, jedoch nicht aus Sicherheitsgründen, sondern weil die personelle Umverteilung der NRA die Zeitdauer der Überprüfung ihrer SWR deutlich verkürzt und somit schneller zu einer Freigabe führt.

Im Südwesten Japans sind vorwiegend AKWs mit DWR zu finden, währen in Nordjapan die SWR deutlich in Überzahl sind. Die AKWs Onagawa, Reaktor 2, Präfektur Miyagi und Tokai 2, Präfektur Ibaraki wären die nächsten 2 SWR mit Aussicht auf baldiger NRA-Freigabe.

 

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Nachrichtenarchiv und Quellen der Nachrichten

Weiter zurückliegende Nachrichten sind im Archiv zu finden.

 

Die Quellen der japanischen Nachrichten:

NPJ News, atombezogene Nachrichten aus ganz Japan, berichtet sehr objektiv und wahrheitsgemäß.

Tokyo shinbun, eine japanische Tageszeitung, die sehr realitätsnah und unzensiert berichtet.

Mai nichi shinbun, eine japanische Tageszeitung, die ebenfalls sehr wahrheitsgetreu berichtet.

NHK  ein großer japanischer Fernsehsender

Asahi shinbun  eine große japanische Tageszeitung

47news atombezogene Nachrichten aus ganz Japan

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima Daiichi, der durch den Betreiber Tepco erstellt wird

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima dai ichi, aus dem Jahr 2017

Täglicher Zustandsbericht am AKW Fukushima dai ichi aus dem Jahr 2016 und den Jahren zuvor.