Zum AKW Fukushima dai ichi    antiatom-fuku

AKW Fukushima - Geheime Dokumente

 

Dezember 2015

Geheime US-Dokumente zum AKW Fukushima dai ichi

Wir erinnern uns: anfangs hatte man ja krampfhaft versucht, die dreifache Kernschmelze, die akuten Gefahren, die vom Abklingbecken im Reaktorgebäude 4 ausgingen zu verheimlichen. Und was man damals auch noch nicht wusste, war, dass die USA schon von Anfang an ihre Finger mit im Spiel hatte.

Wie sich hinterher auch herausstellte, hatte zum Zeitpunkt unmittelbar nach Eintritt der Reaktorkatastrophe am AKW Fukushima dai ichi nicht die japanische, sondern eher die US-Regierung das Zepter in der Hand und der japanischen Regierung quasi vorgegeben, was zu tun ist. Dazu liegen nämlich entsprechende Protokolle vor, die dieses belegen und weitere offene Fragen beantworten. Diese Protokolle, mit dem Vermerk „Official use only“ („vertraulich“) wurden lange geheim gehalten und dann offengelegt.

 

Auszug aus den geheimen Aufzeichnungen, in den die ersten Ereignisse während der Reaktorkatastrophe dokumentiert worden sind.

Möglich wurde das durch das US-Informationsfreiheitsgesetz, also dem Gesetz über die Offenlegung offizieller Informationen. Somit gelangten diese Dokumente bereits Ende 2013 in den USA an die Öffentlichkeit.  

In diesen geheimen Dokumenten stellt die US-Atomaufsichtsbehörde NRC auch weitere Szenarien dar, die im schlimmsten Fall durchaus hätten eintreten können. Unter anderem auch, falls die 1535 Brennelemente, die sich zum Unfallzeitpunkt noch im Abklingbecken von Reaktor 4 befanden geschmolzen wären. Auch was passieren hätte können, wenn die restlichen Brennelemente stärker beschädigt worden wären, bis hin über verschiedene Hypothesen zu den Windrichtungen und der Ausbreitung der Radioaktivität.

Eine Gesamtübersicht zum Zustand der Reaktoren in den Dokumenten

Laut den Dokumenten der NRC wurde am 18.03.2011 vermutet, dass es in den Reaktoren 1 bis 6 zu Schäden an den insgesamt etwa 15000 Brennelementen gekommen ist. Außerdem wurde anfangs auch über die radioaktive Strahlung, die diese Brennelemente im Verlauf der ersten 96 Stunden abgeben würde prognostiziert. All diese Dokumente tragen den Aufdruck „OFFICIAL USE ONLY“ („vertraulich“). Das sind alles Dokumente mit sehr schwerwiegendem Inhalt. 

Über den Zeitraum vom 11.03.2011, als die Reaktorkatastrophe begann, bis zum 20.03.2011, der noch viele offene Fragen zurück ließ, sind die Antworten auf einem 40-seitigen Bericht zu finden.

Brisante Informationen (Auszug)
Brisantes aus den geheimen Dokumenten

Aus den Informationsquellen ist zu entnehmen, dass alle Einzelheiten detailliert auf die Minute genau dokumentiert worden sind.

Hier war man schon bestrebt, die Sache möglichst geheim zu halten und hatte diese Dokumente dem entsprechend mit dem Stempel „NOT FOR PUBLIC DISCLOSURE“ („Nicht für die Öffentlichkeit bestimmt“) versehen. Es galt sogar auch strikte Geheimhaltung innerhalb einer „vertraulichen Gruppe“ innerhalb der Regierung und der NRC.

Anmerkung: Im Bericht, den die japanische Regierung der IAEA vorlegte, waren die Angaben zu den etwa 2000 Brennelementen, die möglicherweise geschmolzen sind nicht eindeutig.

 

Zu den Aufzeichnungen (Auszug)

Eines der Protokolle zum Unfallgeschehen am AKW Fukushima dai ichi:

Protokoll

Tabellarische Aufzeichnungen der Abläufe in den ersten Tagen:

Tabellarische Aufzeichnung

 

Die restlichen Dokumente

Auf den Web-Seiten der Echo News (Die Webseite ist zwar auf Japanisch, aber die Links zu den Dokumenten sind leicht zu finden) stehen weitere Dokumente zur Ansicht zur Verfügung, die unter den angegebenen Links abgerufen werden können. Die Dokumente sind fast alle in englischer Sprache, nur einige wenige sind auf Japanisch verfasst.