Die Geschichte der Kernenergie in Japan

Als die Kernenergie nach Japan eingeschleppt wurde...

1954 startete die japanische Regierung Forschungsarbeiten zur friedlichen Nutzung der Kernenergie. Die Entscheidung dazu wurde bereits ein paar Jahre nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki, unter ,,Mithilfe'' der USA getroffen. Dem Volk wurde die Kernenergie in sofern plausibel gemacht, indem die nun entstandene Atomlobby und die Regierung zwischen der guten (Kernenergie zur Stromerzeugung) und der bösen (Herstellung von Kernwaffen) Kerntechnik unterschied.

Und somit wurde 1966 der erste Reaktor gebaut, der bis 1998 in Betrieb war.

Feierliche Eröffnung der (der US-amerikanischen) Ausstellung ,,Atoms for Peace" in Tokyo 1954. Alles im Dienste der Gehirnwäsche.

Als die Ölkrise in den 1970er Jahren eintrat, fühlte sich die Regierung in ihren Plänen der Atompolitik bestärkt und baute, um sich von Rohstoffimporten, wie Öl und Gas unabhängig zu machen, die Kernenergie massiv aus. Denn Japan ist sehr rohstoffarm. Auch die möglichen Gefahren durch häufige Erdbeben hinderten Japan nicht an den Bau von AKWs. Denn Japan liegt auf dem sogenannten Feuerring.

Trotz häufiger Zwischenfälle in den letzten 15 Jahren hält die Regierung weiterhin an der Kernenergie fest.

1999 ereignete sich ein schwerer Kritikalitätsunfall in der Uranaufbereitungsanlage JCO Tokaimura, bei dem 3 Arbeiter stark verstrahlt worden sind. Damals kam es zu einer unkontrollierbaren Kettenreaktion, als hochradioaktive Flüssigkeiten vorschriftswidrig umgefüllt worden sind.

2003 musste Tepco alle seine 17 Reaktoren für eine außerordentliche Prüfung herunterfahren. Denn im AKW Fukushima dai ichi wurden Risse und weitere Beschädigungen an den Reaktoren festgestellt, die in den Betriebsbüchern nicht dokumentiert, bzw. komplett vertuscht worden sind.

2004 starben in einem AKW 4 Arbeiter, die sich mit heißen radioaktiven Dampf verbrüht hatten. ( Das sind nur ein paar Beispiele von Störfällen).

Bis Anfang März 2011 liefen 54 Reaktoren und erbrachten 33% der Gesamtstromerzeugung. Pläne für den Weiterausbau der Kernenergie bis zu einer Gesamtleistung von 50% lagen schon vor und sollten bald umgesetzt werden.

Am 11.03.2011 ereignete sich durch ein Erdbeben der Stärke 9,0 mit nachfolgendem Tsunami eine

dreifache Kernschmelze im AKW Fukushima dai ichi. 

Das brachte eine massive Wende in die japanische Energiepolitik.

Während früher die Energiepolitik nie ein großes Thema gewesen ist, gehen die Leute heute auf die Straße und üben massive Kritik an die atomlobbyunterstützende Energiepolitik der Regierung aus. Die früher eher schwache Antiatombewegung hat seit der Atomkatastrophe massiv zugenommen und die Stimmen für eine Energiewende werden in der Bevölkerung immer lauter. Noch nie hat es in Japan so massive und langanhaltende Proteste gegeben wie jetzt (Stand:10/2012).

Nach der Atomkatastrophe wurden alle AKWs wegen der fälligen Routinewartung nach und nach abgeschaltet. Der letzte Reaktor ging im Mai 2012 vom Netz. Nach Beendigung der Revision erhielten die Stromkonzerne keine Genehmigung der Präfekturverwaltung, die nötig ist, um die Reaktoren wieder anfahren zu dürfen.

Die erneuerbaren Energien, z.B. aus Windkraft und Sonne werden zur Zeit sehr stark ausgebaut, was durch die jeweiligen Präfekturverwaltungen, die seit dem GAU nun alle einstimmig die Kernenergie ablehnen, forciert wird. Während dessen will Regierungschef Noda und Energie-und Wirtschaftsminister Edano die abgeschalteten AKWs alle wieder anfahren lassen.

Japan ist jetzt frei von Atomstrom. Tokyo ist schon seit Monaten komplett frei von Atomstrom. Bleibt es dabei, wäre das der schnellste Atomausstieg in der Geschichte (05/2012). 

Leider blieb es ,,Dank'' der Regierung nicht dabei. Seit Anfang Juli 2012 läuft der erste Reaktor wieder. Die Genehmigung der Präfekturverwaltung Fukui, die für das wieder in Betrieb genommene AKW Ooi zuständig ist, wurde unter massiver Druckausübung erzwungen.

Auch die neue Regierung unter Ministerpräsident Abe (LDP) setzt auf Atomenergie und hat den von der Vorgängerregierung PDJ beschlossenen Atomausstieg bis 2040 schon kurz nach der Wahl in Dezember 2012 rückgängig gemacht. Das war quasi Abes erste Amtshandlung. Und nach Abschluss der IAEA-getriggerten NRA-Sicherheitstests sollen die meisten AKWs auch bald wieder ans Netz gehen (06/2013).

Nach Hiroshima...

Die Folgeschäden der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki ließen nicht lange auf sich warten. Opfer in unmittelbarer Nähe verdampften regelrecht, verbrannten oder starben in den nächsten Stunden bis Tagen an der hohen Strahlendosis. Weitere Brandopfer sprangen in den Fluss, wo sie jedoch verbrühten, da das Wasser kochte…

Hiroshima nach Abwurf der Atombombe. Die enorme Kraft der Atombombe hat alles verbrannt, verwüstet und verstrahlt.

Wer nicht direkt starb, starb innerhalb der nächsten zwei Wochen an den Folgen einer schweren Strahlenkrankheit.

Überlebende der Akutphase bekamen später Leukämie und andere Folgeerkrankungen die auf die erhöhte Strahlung zurück zu führen sind.

Japan kapitulierte und die US Besatzungsmächte zogen ein.

In den folgenden Jahren betrieb die USA unter dem Vorwand medizinische Hilfe leisten zu wollen Forschung an den Strahlenopfern. Eine Therapie im medizinischen Sinne erhielten diese Leute jedoch nicht. Die USA verbot japanischen Ärzten, sowie alle anderen in der Betreuung der Strahlenopfer involvierten Mitarbeitern ihrerseits Forschung zum Erwerb von Wissen zu betreiben. Auch die Aufzeichnung, Dokumentation und Weitergabe von Informationen bezüglich der Radioaktivität und dessen Folgen standen unter Strafe.

Somit durfte nichts in den offiziellen Krankenakten dokumentiert werden, was einen Zusammenhang zwischen der zu behandelnden Erkrankung und den Folgen der Radioaktivität erkennen lassen könnte.

Auch etwaige Kritik an dem gesamten Forschungsunternehmen und dem Umgang mit den Atombombenopfern, den ,,Hibakusha“ war strafbar.

Somit entstanden riesige Wissenslücken bei den japanischen Ärzten und somit eine Abhängigkeit von den Amerikanern. Einige japanische Ärzte sammelten ihr Wissen heimlich, das reichte jedoch nicht.

Fakt ist, die ,,Hibakusha“ von Hiroshima und Nagasaki wurden ohne ihr Wissen zu Forschungszwecken genutzt aber Hilfe erhielten sie nicht.

Papierkranische, die für ein langes Leben stehen

August 2013

Kazuo Soda (82) aus Nagasaki, einer der noch wenigen Zeitzeugen, die die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki überlebt haben, berichtet aus erster Hand.

Anlässlich der Gedenkfeiern für die Atombombenopfer von Hiroshima und Nagasaki besuchte Kazuo Soda zum wiederholten male Dortmund und Köln, um über die schrecklichen Folgen der Atombombenabwürfe zu berichten und vor den Gefahren und Folgen der „friedlichen

Zeitzeuge Kazuo Soda (82)

Nutzung“ der Kernenergie zu warnen. Ein ausführlicher Bericht über die Gedenkfeiern 2013 auf Sayonara Genpatsu Düsseldorf.

 

Oktober 2012

Waffenfähiges Plutonium in Japan

Mittlerweile hat Japan, im Laufe der Jahre 45 T Plutonium angesammelt. Das ist genug, um ein ganzes Arsenal Atombomben innerhalb kurzer Zeit herzustellen.

Japan ist wieder mit Atomstrom

Leider hat die atomfreie Zeit in Japan nur zwei Monate angehalten. Das erste AKW ist seit Anfang Juli 2012 wieder am Netz. Der komplette Atomausstieg innerhalb von 14 Monaten war quasi schon vollzogen, wenn die Regierung das nicht wieder kaputt gemacht hätte.

Auch die USA hat kein Interesse daran das Japan aus der Kernenergie aussteigt. Denn Japan soll weiterhin die nuklearen Rohstoffe und das Zubehör aus der USA importieren. Auch die Aktien sollen stabil bleiben, damit die  USA keine Nachteile in der Finanzwelt ,,erleidet''...