In Deutschland und dem Umland

18.01.2019

Lingen: Nach Brand baldiges Aus für die Brennelementefabrik

Nach dem es am 06.12.2018 in der Brennelementefabrik der Firma Framatome (früher Areva) gebrannt hatte, worüber zunächst sehr widersprüchliche Angaben gemacht worden sind, (antiatom-fuku berichtete) kommt nun nach und nach die Wahrheit ans Licht. Entgegen ersten Behauptungen seitens der Framatome war nämlich sehr wohl der nukleare Bereich betroffen! Dort ist es nach einer Verpuffung zum Brand in einem Labor gekommen, wobei etwa 1000 Liter uranhaltiges Wasser ausgelaufen sind.

Mittlerweile erwägt die französische Firma Framatome sogar das Werk in Lingen zu schließen.

Siehe dazu auch den ausführlichen Bericht der IPPNW.

 

29.12.2018

2018: Insgesamt 79 Störfälle an deutschen AKWs

Kurz vor Jahresende wurden für 2018 insgesamt 79 Störfälle gemeldet. Spitzenreiter ist das AKW Brokdorf mit 10, dicht gefolgt von den beiden AKWs Grohnde und Brunsbüttel mit jeweils 8 meldepflichtigen Störfällen.

Zurzeit sind deutschlandweit 7 Reaktoren am Netz.  

Siehe dazu den NDR-Bericht mit Video.   

 

17.12.2018

AKW-Neubauprojekt in England auf Eis gelegt

Der japanische Konzern Hitachi, der sich an einem Neubauprojekt zweier Reaktoren in England beteiligen wollte, hat dieses nun auf Eis gelegt. Grund hier für sind die sprunghaft angestiegenen Kosten. Denn seit der Reaktorkatastrophe von Fukushima 2011, sind die Sicherheitsstandards für AKWs weltweit verschärft worden, was nun mit entsprechend höheren Kosten, vor allem für AKW-Neubauten verbunden ist. Dies erhöht nun das wirtschaftliche Risiko, das die Nuklearfirma Hitachi, so die Geschäftsführung, nicht weiter eingehen will.

Nicht nur Hitachi, sondern auch die Nuklearfirma Mitsubishi will in Anbetracht der sprunghaft angestiegenen Kosten keine wirtschaftlichen Risiken mehr eingehen, weshalb Mitsubishi aus dem von Machthaber Recep Tayyip Erdoğan (AKP) vorangetriebenen AKW-Neubauprojekt in der Türkei kürzlich ausgestiegen ist.

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe (LDP) hält jedoch immer noch, trotz fehlender Wirtschaftlichkeit und der Risiken, weiter an den Exportgeschäften der Nukleartechnologie fest.  

 

08.12.2018

Feuer in Brennelementefabrik Lingen – uranhaltige Flüssigkeit gebrannt?

In einem Labor der Nuklearfirma Framatom in Lingen ist Feuer ausgebrochen. Auch wenn dieses mit einem CO²-Löscher zunächst gelöscht werden konnte, löste dieser Vorfall jedoch einen Großalarm bei der Feuerwehr aus.

Bereits in der vergangenen Woche gab es bei Framatom einem meldepflichtigen   Störfall, der laut Informationen des NDRs auch nicht der erste sei.

Die Firma Framatom, nicht weit vom AKW Lingen-Emsland, stellt Brennelemente her, die u.a. auch an die umstrittenen AKWs Tihange und Doel in Belgien geliefert werden.

Laut Framatom habe während des Brandes keine Gefahr für die Anwohner bestanden. Eine erhöhte Radioaktivität wurde laut der Feuerwehr ebenfalls nicht gemessen. Dennoch warnen Umweltverbände vor den Weiterbetrieb dieser Anlage, zumal die Brandursache angeblich noch unklar sei, aber der Verdacht besteht, dass nämlich ein Gerät mit uranhaltiger Flüssigkeit gebrannt haben soll.

Siehe dazu den Artikel und Video des NDR

 

25.11.2018

Taiwan: weiterhin Importverbot für Lebensmittel aus Fukushima

Nach einer Volksabstimmung, die heute in Taiwan stattfand, sprechen sich Dreiviertel der Wähler gegen die Aufhebung des Importverbotes von Lebensmitteln aus der Präfektur Fukushima aus. Die taiwanesische Bevölkerung ist aufgrund der radioaktiven Belastung der Lebensmittel aus der Präfektur Fukushima weiterhin besorgt, so dass das Importverbot weiterhin bestehen bleiben sollte.

Der Importstopp von Lebensmitteln aus der Präfektur Fukushima, sowie aus den Präfekturen Chiba, Tochigi, Ibaraki und Gunma besteht seit der Reaktorkatastrophe von März 2011.

Die japanische Regierung bat Taiwan schon mehrfach das Verbot zu lockern, so dass sich die taiwanesische Regierung, die das Volk gerne mit in diese Entscheidung einbeziehen wollte, für die heutige Volksabstimmung entschied. Und dem nach bleibt das Importverbot weiterhin bestehen.   

 

12.11.2018

Nordkorea – USA vermuten 13 heimliche Raketenanlagen

Entgegen internationalen Abmachungen, die in diesem Jahr getroffen worden sind, als Nordkoreas Machthaber Kim Yong Un eine nukleare Abrüstung propagierte, wurden nun laut US-Medien 13 geheime Raketenanlagen entdeckt, die per Satellit geortet worden sind. Weitere geheime Raketenanlagen werden noch vermutet.

Siehe dazu auch den Bericht von Spiegel online.

 

08.11.2018

AKW Neckarwestheim: Reaktor 2 wieder am Netz

Wie die betreibende EnBW heute mitteilte, wurde der Reaktor 2 heute Morgen wieder angefahren. „Der Reaktor, vor allem die zahllosen Rohrleitungen der Dampferzeuger wurden sehr sorgfältig überprüft. Die Sicherheit sei oberste Maxime“, so die EnBW in der Pressemitteilung auf ihrer Homepage. „Das Material der Rohrleitungen sei besonders robust“, so die EnBW weiter. Unabhängige Experten stehen dem jedoch sehr kritisch gegenüber, da die besagten Rohrleitungen aufgrund der hohen Dauerbelastung ausgedünnt sind und teilweise eine Wandstärke von nur noch 0,1 mm aufweisen, so dass diese jeder Zeit bersten können (antiatom-fuku berichtete).

 

07.11.2018

AKW Neckarwestheim: Grünes Licht für den maroden Reaktor 2

Für den Reaktor 2 am AKW Neckarwestheim, der vor allen wegen der ausgedünnten und maroden Rohrleitungen an den Dampferzeugern heftig umstritten ist (antiatom-fuku berichtete), wurde heute für die Wiederinbetriebnahme „grünes Licht“, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, nämlich durch den Energieminister Franz Untersteller (Grüne) gegeben. Seiner Meinung nach sei der Reaktor ausreichend sicher. Laut der betreibenden EnBW wurden die Schäden, die während der Revision entdeckt worden sind, behoben. Somit wird der Reaktor, der eigentlich schon gestern wieder hochgefahren werden sollte, mit erneuter Verzögerung in den nächsten Tagen wieder hochgefahren.

Der Reaktor 2, ein DWR, darf noch bis Ende 2022 laufen. Reaktor 1, ebenfalls ein DWR, wurde bereits stillgelegt.     

 

01.11.2018

AKW Neckarwestheim – Reaktor 2 soll wieder hochgefahren werden

Trotz der Schäden an zahlreichen Rohrleitungen der Dampferzeuger, will die betreibende EnBW den Reaktor 2 am AKW Neckarwestheim am kommenden Dienstag wieder hochfahren. Der Reaktor befand sich in der Routinewartung, als die Schäden entdeckt worden sind. Hierbei handelt es sich um eine durch Dauerbelastung entstandene Ausdünnung der Rohleitungen, die teilweise eine Wandstärke von nur 0,1 mm aufweisen (antiatom-fuku berichtete). Diese Schäden wurden laut der EnBW behoben, bzw. „geflickt“.

Während die Baden-Württembergische Landesregierung, insbesondere der Umweltminister Franz Untersteller (GRU) keine Einwände gegen die Wiederinbetriebnahme äußern, sehen unabhängige Experten die Wiederinbetriebnahme des Reaktors jedoch sehr kritisch. Dem entsprechend finden unter dem Motto: „Flicken bis zum Super-GAU“ einige Protestaktionen Vorort statt.    

 

23.10.2018

AKW Neckarwestheim, Reaktor 2 – Schäden größer als vermutet

Im Reaktorblock 2, der sich zurzeit in Revision befindet, sind die Schäden an den Rohrleitungen der Dampferzeuger größer, als bisher angenommen. Denn die Wandstärke der Rohre sind aufgrund der Dauerbelastung schon teilweise bis auf 0,1 mm ausgedünnt und weisen ringförmige Risse auf. Diese können im schlimmsten Fall zum Abriss einer Rohrleitung mit fatalen Folgen führen!   

Ende September sprach der Betreiber EnBW noch von „vereinzelten“ Rohrleitungen, die betroffen sein, nun sind aber mittlerweile über 100 solcher schadhaften Rohrleitungen gefunden worden.

Während EnBW zwar ein größeres Ausmaß der Schäden einräumt, aber weiter weiterhin beschwichtigt, warnen unabhängige Experten vor einem möglichen gravierenden Störfall, da es sich bei den zahllosen Rohrleitungen der Dampferzeuger, die die Schnittstelle zwischen Primär- und Sekundärkreislauf bilden, nämlich um sehr sensiblen Bereiche handelt.

Die für Ende September geplante Wiederinbetriebnahme des Reaktors wurde mittlerweile auf Ende November verschoben.

Laut aktueller Gesetzgebung darf der Reaktor noch bis Ende 2022 betrieben werden.

Siehe dazu auch den Bericht von .ausgestrahlt.

 

21.10.2018

Nach Tschernobyl – Bayrische Waldpilze weiterhin stark belastet

Bundesamt für Strahlenschutz warnt: auch 32 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl sind einige Wildpilze, vor allem in Bayern immer noch stark mit Cäsium137 belastet. Teilweise weisen die Pilze einen Cäsiumwert von bis zu 1000 Bq/kg auf.

Siehe dazu den Bericht von Stern und die Pressmitteilung des BfS.

 

08.10.2018

Beabsichtigte Verklappung von „Tritiumwasser“ – Proteste in Südkorea

In Südkorea mehren sich die Proteste gegen die von der japanischen Regierung und Tepco beabsichtigten Verklappung des hochradioaktiven Wassers, das zurzeit noch in großen Tanks auf dem Gelände des havariertem AKWs Fukushima Daiichi gelagert wird. Dieses Wasser weist eine sehr hohe Konzentration an Tritium auf, das nicht herausgefiltert werden kann.

So fand auch heute in Soul eine Demonstration gegen die beabsichtigte Verklappung statt. Auf einem großen Banner steht geschrieben „Das Meer hat keine Landesgrenzen!“. Nicht nur in der Bevölkerung Südkoreas, sondern auch in der Politik zeigt man sich besorgt. So äußerte sich auch Südkoreas Ministerpräsident Lee Nak-Yoen auf einer Kabinettssitzung vom 02.10.2018 besorgt über Japans Pläne und appelliert an die japanische Regierung verantwortungsvoll mit dem hochradioaktiven Wasser umzugehen, da Korea nämlich in direkter Nachbarschaft liegt und somit auch direkt durch die Verseuchung des Meerwassers betroffen wäre.

 

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