Radioaktive Stoffe (Auszug)

 

Plutonium 

Das Plutonium ist nicht zu Unrecht nach dem griechischen Gott Pluto, dem Gott der Toten benannt worden. Es ist nicht nur chemisch hochgiftig, sondern auch hochradioaktiv und hat eine HWZ von 24.000 Jahren.

Seine Alpha-Strahlung hat zwar nur eine kurze Reichweite, ist aber sehr aggressiv. Inkorporiertes Plutonium wird so gut wie gar nicht ausgeschieden, zerstört das Gewebe und bringt somit langfristig den Tod herbei. Es kommt sehr rasch zu einer tödlich verlaufenden Krebserkrankung, z.B. Lungenkrebs bei Inkorporation von Partikeln, die in die Atemwege gelangt sind. Ein paar Nanogramm reichen schon aus!

 

Cäsium

Cäsium ist von Cäsius (lat.) abgeleitet und heißt himmelblau. Es ist ein Alkalimetall, wie Natrium und Kalium auch. Das extrem reaktive Cäsium entzündet sich bei Luftkontakt von selber und reagiert explosiv bei Wasserkontakt.

Das radioaktive Cäsium137  ist ein  Beta-Strahler mit einer HWZ von 30 Jahren. Es ist ein Spaltprodukt, was beim Verbrennungsprozess im Reaktor entsteht. Inkorporiertes Cäsium137 erreicht aufgrund seiner Ähnlichkeit mit Natrium und Kalium sehr schnell das Muskelgewebe und die Nieren. Es wird in alle Körperzellen eingebaut.

  

Uran

Das Uran, was nach dem Planeten Uranus benannt worden ist, ist ein radioaktives und chemisch hochgiftiges Schwermetall mit hoher Dichte. Es zerfällt vorwiegend unter Abgabe von Alpha-Strahlung. Seine Zerfallsprodukte setzen auch Beta und Gamma-Strahlen frei. Das Hauptzerfallsprodukt des Urans ist das hochgiftige Plutonium.

Das in der Natur vorkommende Uran besteht zu 99,3% aus dem Isotop U238 und zu 0,7% aus U235. Die HWZ von U238 beträgt 4,468 Mrd. Jahre. Das U236, mit einer HWZ von 23,42 Mio. Jahren, kommt in der Natur nur in Spuren vor.

Durch den Verbrennungsprozess im Reaktor entsteht jedoch reichlich davon. Inkorporiertes Uran schädigt zuerst einmal die Nieren. Als Folge weiterer Zellschädigung entsteht im Laufe der Zeit eine Krebserkrankung, wie z.B. Lungenkrebs.

 

Strontium

Es ist ein radioaktives und sehr reaktives Alkalimetall, was vom chemischen Aufbau dem Calcium sehr ähnlich ist. Strontium90 gibt Beta-Strahlen ab und hat eine HWZ von knapp 29 Jahren. Es ist ein Spaltprodukt aus Uran235, welches durch die Verbrennung im Reaktor entsteht. Inkorporiertes Strontium lagert sich sehr leicht im Knochenmark und im Knochen an, da es vom Körper mit Calcium ,,verwechselt wird''.

 

Jod131

Jod ist aus dem altgriechischen Wort ,,ioeides'',was violett heißt abgeleitet wurden. Es ist ein lebenswichtiger Bestandteil für die Hormonproduktion in der Schilddrüse und muss mit der Nahrung aufgenommen werden.

Das radioaktive Jod131, mit einer HWZ von 8 Tagen, zerfällt unter Abgabe von Beta-Strahlung. Das

Jod131 entsteht im regulären Betrieb der Reaktoren und sammelt sich zwischen den Brennstäben an. Bei einem GAU wird es somit als erstes und auch in einer sehr großen Menge freigesetzt. Inkorporiertes Jod131 reichert sich sofort in der Schilddrüse an und hat mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit eine Krebserkrankung der Schilddrüse zur Folge. 

 

Krypton85

Das radioaktive Edelgas Krypton85, was mit den Emissionen aus den AKWs und weiteren kerntechnischen Anlagen über den Schornstein in die Atmosphäre entweicht, hat eine HWZ von 10 Jahren und ist nur sehr schwer kontrollierbar.

Wird es inkorporiert, sammelt es sich in der Gewebsflüssigkeit und im Fettgewebe an. Krypton85 kommt in der Natur nicht vor. Es entsteht ausschließlich bei der Kernspaltung im Reaktor. Es ist ein Spaltprodukt von Uran und Plutonium.

 

Tritium

Tritium, „überschweres Wasser“ ist radioaktiv und lagert sich überall dort ab, wo sich auch „normales“ Wasser ablagern würde. Gelangt es in den Körper, wird es dort mit dem „normalen“ Wasser, das dem Tritium chemisch gesehen sehr ähnlich ist „verwechselt“ und gelangt in jede einzelne Zelle. Denn überall wird Wasser benötigt!

In früherer Zeit wurde es für ungefährlich gehalten, da es als ß-Strahler „nur“ eine kurze Reichweite hat. Zu dem dachte man, dass es sehr rasch in die oberen Schichten der Atmosphäre verpuffen würde und somit für den Menschen ungefährlich sei.

Seine Ausbreitung ist jedoch fast gar nicht kontrollierbar.

Das Tritium „heraus zu filtern“ ist äußerst schwierig und erscheint nicht nur dem AKW-Betreiber, sondern auch den Behörden und der IAEA zu aufwändig und zu unwirtschaftlich (zu teuer). Also wird das Tritium mit dem Abwasser in die Flüsse und über den Schornstein in die Atmosphäre geleitet.

Tritium diffundiert überall hindurch, auch durch Stahl und Beton. Somit ist kein Behälter dicht genug. Es entweicht!

Folglich entweicht es laufend aus den AKWs und weiteren kerntechnischen Anlagen und gelangt somit kontinuierlich in die Umwelt. Über die Luft gelangt es sehr rasch in die Atemwege.

Durch Regen und Wind wird es dann auch noch überall verteilt und gelang auf dem Boden, die Felder und Flüsse und letztendlich in die Nahrungskette.

Der ß-Strahler Tritium ist wasserlöslich und geht sofort in alle Körperzellen über, die dann an Ort und Stelle geschädigt werden. Die Strahlung schädigt den Zellkern und somit die Gene. Es wird in die DNA eingebaut, was zu einer „Fehlprogrammierung“ der Zelle führt.

 

Kohlenstoff14

Das Spaltprodukt Kohlenstoff14, ein ß-Strahler, was sogar noch wesentlich gefährlicher ist als Krypton85 und Tritium, wurde lange Zeit überhaupt nicht beachtet. Seine HWZ beträgt 5730 Jahre.

 

Freie Radikale

Das sind Moleküle, die unter anderem auch durch radioaktive Strahlung beschädigt bzw. zerteilt werden. Zum Beispiel H2O wird zu HO und verbindet sich mit einem weiteren HO-Molekülfragment zu H2O2 (Wasserstoffperoxid), was ein Zellgift ist. Das H2O-Molekül wird zerstört und das verbliebene Molekülfragment HO ist jetzt das freie Radikal, was nun entstanden ist.  

 

Freie Radikale stören die Zellfunktion, indem sie zellfremde Verbindungen eingehen und somit zu einer Fehlsteuerung der biologischen Abläufe führen.