Eindrücke aus Fukushima

Vor der Reaktorkatastrophe kannte kaum jemand die Stadt „Fukushima“, geschweige denn die gleichnamige Präfektur. Heute ist „Fukushima“, genau wie „Tschernobyl“ der Inbegriff für radioaktive Verseuchung durch einen Reaktorunfall.

  Odaka 

Odaka, Präfektur Fukushima im September 2016. Solarenergie statt Atomkraft. Vor allem in der Präfektur Fukushima sind schon zahlreiche Solaranlagen entstanden – die erneuerbaren Energien sind auf dem Vormarsch. Leider wird das durch die Regierung, trotz Reaktorkatastrophe im eigenem Lande jedoch nicht sonderlich unterstützt. Odaka liegt nur etwa 11 km nördlich von der Reaktorruine Fukushima dai ichi. Die Strahlung dort ist trotz der Flächendekontamination weiterhin erhöht und gesundheitlich bedenklich.

  Tamura 

Tamura, Präfektur Fukushima, nahe der Großstadt Kōriyama, liegt nur 40 km westlich vom AKW Fukushima dai ichi. Auch hier ist die Strahlung erhöht, sodass viele Häuser verwaist sind. Auch hier will die Regierung „Normalität“ walten lassen. . .

  Kōriyama 

Der Kaisaizan Park in Kōriyama, berüchtigt wegen seinen recht hohen Strahlenwerten. Im Rahmen einer Flächendekontamination wurde die oberste Erdschicht abgetragen. Überall stehen Schilder, die anzeigen, wie hoch die Radioaktivität aktuell ist. „Wie erkläre ich es meinen Kindern“? mag sich diese Mutter denken, die mit ihren Kindern gerade im Park spaziert.

  Shirakawa   

Das Museum für Atomunfall in Shirakawa, Präfektur Fukushima: Auf Karten und Bildern in einem Holzhaus wird die gesamte Problematik rund um die Dreifachkatastrophe von 2011 erklärt.

Die Folgen des Atomunfalls, radioaktiv verseuchte Gebiete und gesundheitliche und psychische Folgen für die Betroffenen werden dargelegt. Vor dem Holzhaus befinden sich Infotafeln über erneuerbare Energien. Am Straßenrand steht eine Photovoltaikanlage.   

Infos zum Atomunfallmuseum Shirakawa:

- Shirakawa, Museum für Atomunfall (neben dem Auschwitz-Museum)

Zur Homepage des Atomunfall-Infozentrums. Circa 7 bis 10 Minuten Fußweg von Shirakawa Hauptbahnhof (Beachte Öffnungszeiten!).

  Fukushima-City 

September 2016. In einer Fußgängerunterführung einer großen Kreuzung nicht weit vom Fukushima Hauptbahnhof werden in den Schaukästen Bilder ausgestellt. Die Bilder der etwa 6 Jahre alten Kinder zeigen eine „heile Welt“, draußen in der Natur, die diese Kinder in dieser Form nie kennenlernen konnten. Denn die Realität sieht leider anders aus. Das heißt: diese Kinder kennen Fukushima nur radioaktiv verseucht. Dass es vorher einmal anders war, haben die nie kennengelernt. Unbeschwert draußen spielen, am Abukuma auf der Uferwiese herumtollen – zu gefährlich. Denn überall lauert die Gefahr der Radioaktivität, mit der die Kinder groß werden müssen.

Oktober 2015, ein Kindergarten in Fukushima-City. Die Kinder tollen draußen herum, zwei sitzen auf der Schaukel. Strahlung am Zaun: 0,25 µSv/h (siehe nachfolgendes Video) Kurz darauf ruft die Erzieherin die Kinder rein. Denn aufgrund der erhöhten Strahlung dürfen sich die Kinder nur begrenzt draußen aufhalten.

Letzte Änderung: 02/2017