Strahlenwerte - Messung der Radioaktivität

Allgemeines zur Radioaktivität und der durchgeführten Messungen

Hier ist ein groborientierender Überblick über die aktuellen Radioaktivitätswerte in Japan. Beispiele aus Deutschland dienen hier als Vergleich. Die 10-minütig aktualisierten Echtzeitmessungen für Japan können hier auf dieser Seite über den unten stehenden Link abgerufen werden. In Deutschland werden die Messwerte der Umweltradioaktivität zwar stündlich und im Bedarfsfall entsprechend häufiger erfasst, jedoch im Internet nur vier Mal täglich aktualisiert. Diese Werte können ebenfalls über den unten stehenden Link abgerufen werden.

Grundsätzlich gilt jedoch, dass es keine Grenzwerte nach unten gibt die man als ,,unbedenklich" einstufen könnte. Und es ist auch zu berücksichtigen, dass zum Beispiel Säuglinge bzw. Ungeborene, Kranke und Immungeschwächte deutlich empfindlicher sind als ein gesunder kräftiger junger Mann.

Zum Vergleich kann man ja auch beim Tabakkonsum keine Untergrenze für die tägliche Zigarettenmenge festlegen, die man bedenkenlos rauchen kann ohne Krebs zu bekommen. Das ist auch bei jeden Menschen unterschiedlich.

Somit wissen wir, dass Radioaktivität auch schon in geringen Dosen, zum Beispiel im Rahmen der dauerhaften Niedrigstrahlung in der Umgebung von Kernkraftwerken, gesundheitliche Schäden anrichten kann.

Aktuelle Strahlenwerte

Wöchentliche Durchschnittswerte:

Anmerkung: sollte die Aktualisierung (immer freitags) nicht angezeigt werden, dann bitte einfach nur einen anderen Browser wählen. Das hilft schon.

Letzte Aktualisierung am 15.09.2017   

 Fukushima City

 0,148 µSv/h  

 ↑

 Kōriyama

 0,183 µSv/h  

 ↓

 Tokyo

 0,039 µSv/h  

 ↓

 Iwaki

 0,100 µSv/h  

 ↓

 Düsseldorf

 0,097 µSv/h  

 ↑

 Hannover

 0,069 µSv/h  

 ↓

 Bernhardswald

 0,169 µSv/h  

 ↑

Bitte beachten: Teilweise geschlossene Schneedecke in Nordostjapan und Bayern, somit niedrigere Strahlenwerte als an anderen Tagen (01/2017).  

=> vorherige Strahlenwerte

Bitte beachten: Eine eventuelle „Unstimmigkeit" mit dem angegebenen Datum ergibt sich aus der Zeitverschiebung zwischen Japan und Deutschland, die während der Sommerzeit 7 Stunden und während der Winterzeit 8 Stunden beträgt.  Orientierende Tendenz ( ↓ ↑ ↔ ) der Strahlenwerte.

Wichtige Anmerkung (01.05.2015): Auch wenn die durch die fest installierten Messsonden erfassten Strahlenwerte in Bernhardswald momentan höher sind als in Fukushima City, muss man beachten, dass die Messsonden in Fukushima vorsätzlich verkehrt kalibriert worden sind. Dadurch werden die Strahlenwerte um etwa 50% niedriger angezeigt als es der Realität entspricht. Zudem werden die Standorte der Messsonden, um dort die Strahlung niedrig zu halten, regelmäßig dekontaminiert.

Farbmarkierungen/ Richtwerte

Grün: Strahlenwerte unter 0,100 µSv/h, die als ,,Umweltstrahlung'' noch weitgehend ,,vertretbar'' sind.

Gelb: Strahlenwerte von 0,100 bis zu 0,200 µSv/h, die vor allem über eine längere Zeit hinweg schon als gesundheitlich bedenklich eingestuft werden können.

Rot: Strahlenwerte ab 0,200 µSv/h, die mit einer sehr großen Wahrscheinlichkeit, vor allem über einen längeren Zeitraum hinweg gravierende Gesundheitsschäden verursachen können.

Pfeile: Wenn die Umweltstrahlung im Gegensatz zur Stichprobe in der Vorwoche gesunken, gestiegen bzw. gleich geblieben ist, wird das über entsprechende Pfeile ( ↓ ↑↔ ) in der aktuellen Tabelle markiert.

Die Städte Düsseldorf, Hannover und Bernhardswald wurden als Vergleich angeführt. Bernhardswald liegt in Bayern, wo noch reichlich Reste aus Tschernobyl im Boden vorhanden sind.

Die Stadt Iwaki liegt nur 40 km südlich vom AKW Fukushima dai ichi entfernt.

Die Strahlenwerte schwanken teilweise von Standort zu Standort sehr stark. An Schulen sind die Werte aufgrund laufender Dekontaminierung etwas niedriger.

Ableseorte der oben angegebenen Messwerte (wöchentliche Aktualisierung):

Fukushima City: Fukushima Hbf, Koriyama: Koriyama Hbf, Tokyo: Stadtteil Shinjuku, Iwaki: Iwaki Mitte, Düsseldorf: Flughafen, Hannover: Langenhagen DWD (Hannover Flughafen) und Berhardswald: Bernhardswald Mitte.

Fest installierte Strahlenmesssonde in der Nähe vom Fukushima Hauptbahnhof. Diese Messsonde befindet sich an einer viel befahrenen Hauptstraße neben einem Fußgängerweg und zeigt einen Wert von 0,612 µSv/h (Radioaktivität in der Umgebung/Echtzeitmessung) an. Ein Strahlenwert der mit der Gesundheit noch ,,vereinbar" wäre, würde bei etwa bis zu 0,095 µSv/h liegen. Der hier gemessene Wert ist um das 8 bis 10-fache zu hoch und wäre noch höher, wenn man vor der Installation der Messsonde nicht den Boden saniert hätte. Zudem werden die Werte zu niedrig angezeigt, da die meisten Messsonden vorsätzlich verkehrt geeicht worden sind. (Bild: Petra Alt)

Starke Schwankungen der radioaktiven Strahlung innerhalb kurzer Abstände möglich

Die an den Messstellen abgelesenen Werte sind nicht für den gesamten Ort verbindlich, sondern nur in unmittelbarer Umgebung der Messsonde. In Tokyo zum Beispiel schwanken die Werte von 0,049 µSv/h bis 0,250 µSv/h; trotz geringer Abstände von nur wenigen Metern bzw. geringen Höhenunterschieden. Somit gib es auch in Tokyo zahlreiche Stellen, an den eine höhere Strahlung gemessen wird.

Beispiele selbst durchgeführter Messungen, die durch Anwohner in Dezember 2012 vorgenommen wurden sind:

Tokyo, Ortsteil Nihonbashi, Messung in der Luft: 0,239 µSv/h.

Am Bahnhof Shinagawa (zentral in Tokyo gelegen): 0,137 µSv/h. Demnach liegt Tokyo zum Teil sogar auch schon im roten Bereich. Diese Daten werden offiziell jedoch nicht bekannt gegeben. Die offiziell bekannt gegebenen Radioaktivitätsmesswerte liegen bei etwa 0,049µS/h.

Und dem entsprechend sind in der Präfektur Fukushima die Strahlenwerte zum Teil noch viel höher als an den über 500 fest installierten Messsonden, dessen Werte eh schon sehr hoch sind. Hinzu kommt noch die laufende ,,Reinigung'' der fest installierten Messsonden, die dem Zweck dient, dass die Sonden nicht zu hohe Werte anzeigen. Auch über weitere Manipulationen dieser behördlich betreuten Messsonden wurde in der Vergangenheit schon spekuliert bzw. eine Manipulation nachgewiesen. Das betrifft vorwiegend jene Sonden, die eh schon sehr hohe Werte anzeigen.

Vor der Installation der Messsonden wurde eine besonders gründliche Dekontamination mit Austausch bzw. Sanierung der obersten Erdschicht/ Neuasphaltierung der Gehwege etc. vorgenommen.

Durch all diese Maßnahmen wurde die Radioaktivität in unmittelbarer Nähe der Messsonden bis zu 50% gesenkt.

 

Echtzeitmessungen der Strahlenwerte für Japan:

Die Werte werden alle 10 Minuten aktualisiert. Zur Ansicht, bitte auf folgenden Link klicken, dann auf den gewünschten Bezirk.

 

放射線モニタリング情報

Monitoring information of enviromental radioactivty level

 

In Deutschland ist das Bundesamt für Strahlenschutz für die Messung der Umweltradioaktivität zuständig. Zu den Messwerten:

Radioaktivitätsmessnetz des Bundesamt für Strahlenschutz

Messung der Radioaktivität durch antiatom-fuku

Messprotokolle aus der Umgebung des AKWs Fukushima dai ichi aus dem Jahr 2014 und 2015. Hierbei handelt es sich um Stichproben aus verschiedenen Gebieten. Zu den Messprotokollen

Radioaktive Belastung am AKW Fukushima dai ichi

Boden- und Wasserproben am AKW Fukushima dai ichi

Um sich einen Überblick über die radioaktive Belastung auf dem AKW-Gelände, Hafenbecken und Küstenbereich zu verschaffen, werden am havariertem AKW Fukushima dai ichi laufend an verschiedenen Stellen Boden- und Wasserproben entnommen. Diese werden durch den Betreiber Tepco täglich veröffentlicht.

Zu sehen ist eine Skizze des AKW-Geländes. Die Skizze ist zwar naturgemäß auf Japanisch beschriftet, aber dennoch (mit Einschränkung) zu verstehen. Um die Messergebnisse der gewünschten Bereiche einzusehen, klickt man auf das gewünschte weiße Feld (1 bis 6 durchnummeriert).

Als Verständigungshilfe, da die Karten in japanischer Schrift verfasst sind, ein paar kleine Hilfen: セシウム137 => Cäsium137, セシウム134 => Cäsium134, トリチウム => Tritium.

Datum der Probensammlung (採収 => Sammlung): Das Datum wird in Japan „rückwärts“ und oft auch ohne Jahreszahl geschrieben z.B.11/30, also 30.11.2016.   

Messergebnisse der gesammelten Proben am AKW Fukushima dai ichi, täglich neu.

 

Archivdaten der Umweltradioaktivität in der Zeit vor Tschernobyl

Archivdaten der Strahlenmessung für Deutschland in der Zeit vor Tschernobyl sind kaum bzw. gar nicht zu bekommen. Es ist also anzunehmen, dass die Strahlenwerte, vor allem in Bayern, vor dem Super-GAU in Tschernobyl deutlich niedriger gewesen sind als heute.

Vor dem GAU im AKW Fukushima dai ichi lag die Umweltstrahlung in Fukushima City bei etwa 0,046 µSv/h. Der jetzige Durchschnittswert liegt bei gesundheitsgefährdenden 0,300 bis 0,600 µSv/h in den bewohnten Gebieten, in der Sperrzone entsprechend höher.

Wenn man heute die landesweiten Strahlenwerte von Japan und Deutschland vergleicht, stellt man fest, dass die Werte in Japan, ausgenommen der Landkreis Fukushima, deutlich niedriger sind, als in Deutschland!

Im Schnitt liegen die Werte in Japan, abgesehen vom Landkreis Fukushima, bei etwa 0,029 bis 0,050 µSv/h. Die Durchschnittswerte in Deutschland liegen bei etwa 0,065 bis 0,180 µSv/h. Nur auf den Forschungsplattformen Fino 1 und 2 in der Nord-bzw. Ostsee werden niedrigere Werte, die bei ca. 0,030 µSv/h liegen, gemessen.