antiatom-fuku & Sayonara Genpatsu Düsseldorf e.V. 

Atomkraftfreie Welt – Sayonara Genpatsu Düsseldorf e.V.

Der Kampf mit der Atomlobby und der Regierung für einen sofortigen Atomausstieg in Japan geht weiter. Und während die Anwohner in der Präfektur Fukushima weiterhin auf die noch ausstehende Entschädigung von Tepco, dem Bertreiber des havarierten AKWs Fukushima dai ichi warten, boxte die Regierung im Juli 2012 aus Profitgründen den Neustart zweier Reaktoren am AKW Ooi durch. 

Die Antiatom-Proteste in Japan sind weiterhin sehr massiv und finden u.a. auch regelmäßig jeden Freitag im Regierungsviertel in Tokyo statt.

Langsam kann die japanische Regierung das alles nicht mehr ignorieren und lenkte nun ein kleines bisschen ein, indem das Thema Atomausstieg nun in der Politik offiziell geworden ist. Allerdings ist der Atomausstieg erst für 2040 geplant. Bis dahin sollen alle AKWs die den Pseudo-Stresstest bestanden haben, weiterlaufen. Stand: 09/2012.

Die Gefahren durch Erdbeben, aktive geologische Verwerfungen, Tsunami und den allgemeinen Gefahren der Kernkraft werden weiterhin verharmlost.

Nach all den Schauermärchen und Geschichten vertraut kaum noch einer der Regierung in Japan, die sich mit dem späten Atomausstieg im Jahre 2040 einige Hintertürchen für den Fortbestand der Kernenergie offen lässt. Stand: 10/2012.

Die jetzige Regierung unter Shinzo Abe (LDP), die seit Dezember 2012 im Amt ist, hat den Atomausstiegsbeschluss der Vorgängerregierung rückgängig gemacht und will die Kernkraft sogar weiter ausbauen.

Anstatt das man aus den Konsequenzen der Reaktorkatastrophe in Fukushima lernt, sollen nur die Atomkonzerne, Aktien, der Staat etc. auf Kosten der Steuerzahler saniert werden. Die Probleme und Folgen der erhöhten Radioaktivität wollen die Politiker gerne unter dem Tisch kehren und bemühen sich um Normalität in der Präfektur Fukushima. Stand: 06/2013.

Leider hat darunter auch die Anti-AKW-Bewegung gelitten, dessen Zulauf in den letzten 6 Monaten nachgelassen hat. Sehr viele Leute lassen sich von Ministerpräsidenten Abe, der die Wirtschaft wieder in Schwung bringt und die Deflation des starken Yens eindämmt und einiges verspricht, was dem Bürger zu Gute kommen soll ziemlich leicht um den Finger wickeln. Stand: 06/2013.

Zu einem wird dadurch das Atom-Problem, was die Regierung auch beabsichtigt, in den Hintergrund gedrängt und zum anderen ist es nur eine Frage der Zeit, wie lange die künstliche ,,Ent-Deflation’’ des Yens und der wirtschaftliche Aufschwung aufrecht erhalten werden kann und wer da letztendlich auf der Strecke bleibt.

Noch immer leben sehr viele Leute, darunter zahlreiche Kinder in leichtgradig verstrahlten Gebieten. Die Dekontaminationsversuche in der Präfektur Fukushima sind eher ineffektiv und der Zustand am AKW Fukushima dai ichi ist immer noch instabil.

Die Stadt Fukushima, EW 290 000 und die Stadt Koriyama, EW 350 000

(Stand: 04/2011) weisen eine ODL* von derzeit 0,450 - 0,800 µSv/h im Schnitt auf 

(Stand: 09/2012) und gelten somit als leichtgradig verstrahlt. Gesundheitliche Folgen, vor allem bei Kindern sind somit schon vorprogrammiert.

Diese Problematik soll durch internationale Studien verharmlost und klein geredet werden.

Im Februar wurde dazu eine Studie der WHO über die gesundheitlichen Folgen durch die erhöhte Radioaktivität in der Präfektur Fukushima veröffentlicht, die zu dem Ergebnis kommt, dass alles nicht so dramatisch ist wie die Leute denken. Und im Herbst folgt eine noch ausführlichere Studie der Unscear, die das alles noch einmal belegt.

Beide Studien, die mithilfe der Atomlobby erstellt worden sind werden durch unabhängige Experten zu Recht kritisiert. Stand: 06/2013).

Das ist alles nicht mehr hinnehmbar und wir fordern den sofortigen Atomausstieg in Japan, was nachweislich ohne Atomstrom zurecht kommt.

Daraus entstand unsere Antiatom-Gruppe ,,Atomkraftfreie Welt – Sayonara Genpatsu Düsseldorf e.V.’’, die im Juli 2012 durch eine Hand voll in Düsseldorf lebender Japaner ins Leben gerufen wurde.

Denn um die Atomlobby weiterhin weich zu klopfen, benötigt die japanische Regierung auch Druck aus dem Ausland. Durch unsere Gruppe haben die in Deutschland lebenden Japaner und die deutschen Japan-Liebhaber die Möglichkeit die Antiatom-Proteste, die in Japan vor Ort laufen, tatkräftig zu unterstützen.

Somit wird Japan auch Vorreiter für Deutschland und den Rest der Welt!

Denn der schnellste Atomausstieg innerhalb von nur 14 Monaten war schon quasi vollzogen, wenn die Regierung im Juli 2012 durch die unnötige Wiederinbetriebnahme zweier Reaktoren nicht alles wieder kaputt gemacht hätte und ein bisschen mehr hinter ihrem japanischen Volk stehen würde.

Weiter japanbezogene Antiatom-Gruppen gibt es auch in Berlin, England und Frankreich.

Während die Ukraine und alle anderen kernenergiebetreibenden Länder aus dem GAU im AKW Tschernobyl quasi gar  nichts gelernt haben, sollte zumindest nach dem GAU im AKW Fukushima dai ichi das große Erwachen kommen.

                         Denn Sicherheit ist nicht verhandelbar! 

 

*ODL= Ortsdosisleistung ist der gemessene Wert der radioaktiven Strahlung an einem bestimmten Ort. Gemessen wird in µSv/h (Mikro Sievert pro Stunde)

 

 

Demo zum Fukushima Jahrestag 2015 in Düsseldorf. Bild: SGD

Regenschirm ,,Fukushima mahnt". Bild: aaa-West

Demo Fukushima Jahrestag 2015 in Düsseldorf. Bild: SGD