Das Tepco-AKW Kashiwazaki Kariwa, Präfektur Niigata

☢ Zusätzliche Gefahren für Japan durch AKWs ☢

Neben den „normalen“ Gefahren die ein AKW bietet, kommen vor allem in Japan noch zusätzliche Gefahrenpunkte hinzu, die nicht zu unterschätzen sind.

Vulkane

Über 110 Vulkane in Japan sind derzeit aktiv. Der letzte schwere Vulkanausbruch war 1914 in Südjapan, als der Berg Sakurajima Unmengen an Lava ausstieß, so dass die Insel nun mit dem Festland verbunden ist. Wie sich im August 2013 zeigte, ist der Berg wieder zunehmend aktiv.

Bei einem Vulkanausbruch würde die heraus schießende Lava gnadenlos alles platt walzen, was sich ihr in den Weg stellt.

Wenn die Lava auf ein AKW trifft, kommt es unweigerlich zu einem Super-GAU.

Auch wenn sich der Vulkanausbruch vorher „ankündigt“, somit schon Schutzmaßnahmen, wie Evakuierungen getroffen werden können, sind die AKWs der heraus schießenden Lava schutzlos ausgeliefert. Die Reaktoren könnten zwar vorher heruntergefahren werden, aber die Brennelemente können nicht „auf die Schnelle“ weg geschafft werden.

Die am meisten gefährdeten AKWs sind die AKWs Sendai, Präfektur Kagoshima, Kyushu/ Südjapan und Tomari, Hokkaido/ Nordjapan. Diese beiden AKWs sind von besonders vielen Vulkanen umgeben und somit extrem verwundbar.

Neben den häufigen Erdbeben und den geologischen Verwerfungslinien, stellen die Vulkane eine zusätzliche Gefahr dar, die man nicht unterschätzen darf.

Geologische Verwerfungslinien

Japan liegt auf den sogenannten pazifischen Feuerring, wird somit laufend von Erdbeben heimgesucht und ist als Folge dessen von oben bis unten durchsiebt mit geologischen Verwerfungslinien, wovon einige seismisch aktiv sind. Geologische Verwerfungen entstehen durch Erdbeben, wenn das Gestein durch die Erschütterung bricht. Die Bruchzonen triggern wiederum das Erdbeben. Der Untergrund ist somit instabil.

   

Bild links: Skizze der geologischen Verwerfungslinien am AKW Ōi ( 大飯原発 ), Präfektur Fukui, die auch unter den vier Reaktoren (1号機 - 4号機 ) verlaufen. 

Bild rechts: Geologische Verwerfungslinien am AKW Tsuruga ( 敦賀原発 ), die hier eingezeichnet worden sind. Auch hier verlaufen die Verwerfungslinien unterhalb der beiden Reaktoren ( 1号機 und 2号機 ) . Das rot markierte ist eine massive Bruchzone. Beide Bilder:Screenshot

 

20% der weltweiten Erdbeben finden in Japan statt!

Wie zahlreiche Studien belegen, befinden sich die meisten Reaktoren direkt auf bzw. in unmittelbarer Nähe einer aktiven geologischen Verwerfungslinie. Die Stromkonzerne und Lobbyisten versuchen diese jedoch, da sie sonst eine Stilllegung ihrer Anlagen befürchten müssten, die seismische Aktivität der Verwerfungslinien „weg zu diskutieren“(07/2014).

Unter diesen geologischen Voraussetzungen hätte schon der Bau des ersten AKWs nicht genehmigt werden dürfen. Zumindest hätte man nach „moderneren“ Erkenntnissen, über die man bereits schon vor 20 Jahren verfügte aus der Kernenergie aussteigen können, statt diese auch noch auszubauen.

Schematische Darstellung der tektonischen Platten und der geologischen Verwerfungslinien in Verbindung mit den AKW-Standorten. Skizze: antiatom-fuku

 

Das AKW

Je höher entwickelt die Technik, desto schlimmer die Unfälle . . .

    

Das AKW Kashiwazaki Kariwa bei Niigata. Der Betreiber ist der Stromkonzern Tepco, der auch das AKW Fukushima dai ichi zu verantworten hat. (Bild: Petra Alt )

 

Warnungen aus früherer Zeit

Schon in der Vergangenheit wiesen unabhängige Experte auf die besonderen Gefahren durch Erdbeben und Tsunami hin, die ein AKW ausgesetzt ist.

Alle japanischen AKWs sind an der Meeresküste gebaut und die Tsunamischutzmauern sind zum größten Teil, wie man auch am AKW Fukushima dai ichi und Fukushima dai ni gesehen hat eher nur Dekoration.

 

Kernschmelze in Reaktor 1 war schon vor dem Tsunami

Nach Meinungen unabhängiger Expertenmeinungen und dem ehemaligen Tepco-Ingenieur Toshio Kimura fand die Kernschmelze im Reaktor 1 am AKW Fukushima dai ichi schon unmittelbar nach dem Erdbeben statt und nicht, wie vielfach behauptet worden ist, erst nach dem Tsunami. Denn das war nur eine Schutzbehauptung der Lobbyisten, damit man das Vorhandensein gefährlicher Kernkraftwerke auf erdbebengefährdetem Gebiet besser „vertreten“ kann.